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KAMMEREffiECMUNGEN
DEIt
ISTADT HAMBjJliG
HERAUSGEGEBEN
TSMIN f 0£ MMBUMISCHB aESCHICHIS.
IB8TBR »ANBt
kAmbikreikkchnunuen von im-im.
HAMBURG 1869.
VEHLAG VON HERMANN UUUNINU.
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KAMMEKEIRECHNDNGEN
DER
STADT HAMBURG.
1350—1400.
TON
HAMBURG 1869.
TEBLAG TON HEBMANN ORONINti.
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HIEM
' m OTTO BENEKE
ARGHIVAR D£R FB£I£N STADT HAMBURG
IN
HOCUACUTUNG UND DANKBARKEIT.
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Vorbemerkungen.
Die Herausgabe der Hamburgiscben Kammereirecli- Dungen ist schon im Jahre IP'IO von Lappeiiberg als pine wirhtifre Aufgabe des \'ureins iiir haiiiburgische Gcschichte erkaiiiit unci hiiigestf'llt worden. „Als Ixisonders lelirreich." 5u^L er bci Eruffuuag der hii^itonischeu bektiou am 20. Juiii jenes Jahres, >) „ist die Bearbeitung der filteren Stadtrech- DUDgen, Libri expositorum et receptorum, anzusehen. Sie sind vom Jahre 1360 an vorhaiiden. Schon der Abdruck der altesten wiirde einen hochlichst belebrenden anschauHchen Blick in den Haushalt unserer Stadt im 14. Jahrhunderte gewahren. Doch diirftc raan hierbei nicht stehen l)luil)eii and miisste aus ikn I'olgenden die Angaben heraussuchen, welche als ausserordcntliche Einnahmen oder Ausgabcn ein- getragen Bind. Diese Arbeit eignet sich vorzuglich zur Ge- meioschaftlichkeit, da es dazu mehr der Aufmerksamkeit bci der Durchsicht bedarf, als des Niederzeichnens, sobald die erste Kechnuug gehorig eri&utert ist, was icJi zu than micb langst beraiiht habe."
Die damals uoch unuuterbrochene Reihc der liechnuiigs- biicher von 1850—1562 hat durch die Feuersbrunst des Jahres 1842 grosse Veriiiste erlitten; glucklicher Weise aber hatte bereits HerrDr. Laurent auf die Anregung Lappenbergs eine Bearbeitnng derselben vorgenommen, woduroh uns aus den verlorenen Originalien wenigstens eine Reihe von Ausziigen eriialten ist Laurent bearbeitete zun&chst einzelne mit den
*) ZeiUchrift des Vereines fQr hamb. Uesch. Bd. 1, 8. 54.
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Kammeroirechnungen verwandte Dokumeiite, iiiid hielt in den ver.schiedenen Sektioiien des Vereiiis fiir liamb. Geschiclite Voitriige „uber die alten lieDten- uiid Hauerbiicher; * ^iiber die sogenannten Biirgermeisterbriefe;'' „iiber die im Stadt- Archiv beiindliclien Libri dominorum molendinorum, welche die Jahre 1420 — loOi) umfiisseu;*') fiber „da8 al teste ham- biirgisclie Biirj^erbuch (von dem Jabre 1278)'**) uud „iiber das /weit-illteste Biirgerbuch," *) wclcho h tztgedachten beiden Voitrii^'c sj).lter auch in dem Vereiusorgane zum Abdruck gelaiigt siiid.*') „Nacb Ansicht der Stn'Ukammerei-Kecbnungen und andfier Urkuuden des 15. Jahiliuuderts" ') sprach er ferner iiber die Kampfe gegen den Seer&uber Klaus Storte- beker, was zu einem ebenfalls gednickten Aufeatz Veranlas- sung wurde, *) und verband ferner mit ^Mittheilungen iiber einige der iiltesten Stadtreehnungen interessante Bemerkungen iiber die Aiis«rabon — , welrho Hamburg schon in friiher Zeit aut seine Handelsanstalten dcrgcstalt cjewendet, dass Zoll und dergleicben Eiunahmeu daniit vull aufgegaugen sein"
Im Jahre 1846 hatte der verstorbene Dr. med. Schrader in der statistisch-topographiscben Sektion „Auszuge aus einer von ibm unternommenen Arbeit iiber die alten Stadtrech- nungen von 1350--15.S0-' mitgetbeilt; 1851 Jan. 16 stellte dersolbe aiis den Ucchnungsbiiclicrn : Notizen iiber den Ham- burger Maler Vvmv/. TymmeriuauU) eineu Schiller Lucas Cra- uaciis zu>>ununeu " j.
Nach dem Ablebeu Scliraders (1859, August 22) wurde Lappenberg dnrch seine Untersuchung iiber die Realge- werberecbte zu einer umfassenderen Benutzung der vorhan- denen Ansziige gefiihrt. Im Dezembcr 1861 schreibt er dar- iiber ^^): „Von jenen (iiltesten Stadtreehnungeu) ist die vom ► Jahre 1350 bis y.n der AblicfiMMinLr *1'm- K-iiiniHTri inj Jahre 15<)2 im Stadtarchive einst vorhandenr >;ininiiung diirch (k'li Brand sehr beeintnicbtigt Doch hatte vor Jahren aul nieine Veraulassung Herr Dr. Laurent sich eutschlossen, Abschrit'ten
') Zlschr. 1, S. 531. ^) 1, S. 586. «) 1, S. 540.
*) 1, s. :m. ") 1, s. 529.
•) I, S. 141—155; S. 156— 16b. •*) 1, S. 540.
■)2, S. 48 -92: Nuclitranlichcs von Lappenberg S. 03-{K>. .'Ot m2. S. 43 Anni. 1. sagt Laurent: „Am moisten venlanke ich jedoih den Stadtkamraerrechnungcn; cine Ausbeutc, die ttberhaupt diese Schrift vcranlasst hut." AuszUge aus den BechnitiiKeii siiid mitge- tlipilt in den Anmerkungcn nnd S. 81—85.
•) S. 111. •») 2. S. 41)8. •») 3, 586—587.
1^ Archivalbericht uber den Urspning nnd das Bestehen der Reslge' werberecbte ia Hanburg, S. 4.
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IX
und Ausztige aus denselben zu machen, welche mir jetzt sehr niitzlich geworden sind Tcb mtiss iinter deiisellH-ii hc^oiiders eine tabellarische. nach den liubrikea geordiiete Lebersicht der Einuahmeii und Ausgaben vou zehii zu zebu Jabreu be- merken, weil ivh bautig nur diese Notizen benutzeu and also nicht auf die daswischen liegenden Jalire sunickgehen konnte. Eine sebr sinnige and nacb manchen Seiten bin sacbkundig« Arbeit des Terstorbenen Dr. Med. F. N. Scbrader hat aas- fiibrlicbe An>'/{i«^e '/nsammenijc^tfUt . deren A1)druck, so wie jener des Dr. Lauieiit sehr zu wiinsc-hen ware, wenu eine feniert' Erganzuug jiieht zu hoiiei) strlit/*
Die bei diesen Studien aus den Ut chiiungcn gewouueiieu Resoltate werden die Veranlassoiig gewesen sein, daw der Vorstand des Vereins flir hamb. Geschichte die Anf- gabe der Edition in die Hand nahm. In der 22, allgemeinen Versamralung, 18(il Dez. 6, sagte Lappenberg als erster Vor- steher folgendermassen : ') „Bei der guten Ordnung unserer Casse hat der Vurstand die Herau8gabe eines mit einigen Ko^ten vLrkniiptten Werkes in Betracht gezogeu. Bei ge- iiaueiu Studium der hamburgiscben Gescbicbte erkennt man bald, dass nichts derselben so niitzlich w&re^ als die nnge- binderte Benutaang der altcn Stadterbebiicher und Stadt- rechnungen. Der Abdrack des altesten Stadterbebucbes ist deshalb bereits vor Jaliren von nns beschafft; fiir die ferneren Jabre wiirdeii /.weekmiissige Ausziige flir uns*'^^ Topograpbie und Geuealo<^ie. al)er aucb iiir mauclie duukeln Puncte der VerCassung und Verwaltuug sehr lehrreich seiu. Von noch grosserem Interesse sind jeido<^ die allgemeinen bistorischen Besiebungen der Stadtrechnungen w&hrend der Zeit, dass der Batb die Kammer verwaltete , welcbe vom Jabre 1360— 1562. bis zum Brande 1842 vorhanden waren und zum grossen Theile noch sind. Herr Dr. Laurent bat vor Jabren Ausziige TuTi denselhen ^(emncht, theiiweise AbscbrifteD. Die AuyzUge siini si'hr erweilert durch Herm Dr. Schrader und ausser deni. was den Arzt besonders augiug, uameutlich die Eiu- tragungen bertlcksicbtigt, welcbe auf unsere an8wS.rtigen Ver^ b<iusae sicb beziehen. Diese Aaszage sind am so werth- voUer, da manche der Originale im JiUire 1842 zerstort sind. Gewiss ware nichts wiinselienswcrthcr, als dass rait diesen die Arbeit selir «n-lei( hternden (Irundlagen die Stadtrechnungen neu revidirt, und nnt Wej^'lassung der alljahriiuii unveriinderten Bubriken das Wertbvulle ganz abgedruckt wiirde. Doch ware
<) 5^ S. 10.
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die Arbeit zu bedeutend, um erwarten zu konnen. dass sclbst unsere so iineij^eiiiiiitzigen (tpsrhirhtsfreunde sicb dieser Ar- beit I'iir eiuige Jahre ohne aile Eatschadigung unturziehen sollten. Es miiflste ein sohrift-, sprach* und geschichtsloin^ diger Mann dazu besonders vom Staate hononrt werden. — Wir diirfen aber die Zeit nicbt mit Versuchen verlieren, vom Staate solche Bewilligungen zu erhalten, so lange wir nicht dm Maun oder die Manner zu solclipi- Arbeit gefunden haben uiid wir kenneii keinen, da dcii sehr weiiigen, welche dazu qualilicirt .sein konuten, die hinreichende Musse fehlt. Der Vorstand glaubt daher, sich darauf beschranken zu miissenf die Arbeiten der Herren Dres. Laurent und Schrader xu yer- scbmelzen, ohne eine gelegentliche Ergftnznng aus den Ori* ginalien der Stadtreehuttngen im Voraus ausschlieasen zu woUen. und dieselben in einem starken Bande zum Dnicke zu beforderu.''* Am 12. Dez. 1H62 beriehtet Lappenbprg weiter*): „Das Manuscript der Ausziige aus den btadtrech- nungeu vom Jahre 1350 — loi')2 iiir den vom Vorstande be- absicbtigten Dntdc TOrzubereiten, ist nicbt mUhelos. £b zeigt sicb auch bei diesem Anlass das grasse Hindemiss bei alien unseren historischen Arbeiten, die mit den Fortscbritten un- serer Aera ebenmiissig fortgeschrittene Unkunde der lateini- schen Spracbe, obne deren wciin auch croringes Verstandniss keine griindlicben Studien, nic ht einniai Abschriften von, ge- scbweige denn Ausziige aus den Documenten, Briefen, Hand- lungsbiichern und Rechnungen unserer .^ungebildeten Vor- fabren^ zu macben sind/ „Die Anfertigung etner Reinschrift von Dr. Lanrent'8 und Dr. Schrader's Ausz0gen aus den Stadt- recbnungen von 1360—1563 — berichtet er am 11. Dez. 1863 — ist in befriedigender Weise weiter gcriickt. Es ist nicht alb'iii gegen ein Drittel des liaujjtuianuscriptos abgeliefert, sondern bind auch aiidere dahiu geh(»rig(' iWilageu vollendet.'* Am 28. Nov. I860 starb Lappenberg, ohne irgend welche Andeutungen liber die Art der von ibm intendiiten Herans- eabe aufgezeicbnet zu haben, und Herr Pastor Mdnckeberg konnte im Hinblick auf das, was Ton dem Verein fUr hamb. Geschichte bisher gethan und was noch zu thun iibrig sei, am 1. Juni 1866 nur sageii: .,von den altesten Stadtrecb- nungen haben wir leider nur mehr die Ausziige, die Herr • Dr. Laurent und Herr Dr. Schrader sich zu Privatzwecken
gemaclit hatten; diese solleii uun zuuaehst zusanimengestellt und mitgetheilt werden.** Naob dem Beriobt desselben Herm vom 3. Mai 1867 war jedocb das gaoze Untemebmen wieder
«) 6^ 8. ifiO.
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XI
in Frage gestellt J)ie Herausgabe der Stadtrechntmgen
ans der Aitosten Zeit. miisste aufgegeben werden wegen einiger Bemerlningeii, d'w Ih'vr Dr. Laurent gemnolit liat. — Die Her- an?!gahe tlips^r I' uridgrube fur die hauibingische (ieschichte ware gewiaa. neben der Fortsetximg des I'l kuudeubuches, das uricbtigbte Uuteruehnica uusercs Verbius. — Der Abdruck dieser RechBungen wttrde oicht nnr grosse Kosten eifordem, son* dem vor Allem eine bedeutende Arbeit — Ohne erklirende Amnorkniigeii wiirden die Rechnungen den meisten Lesern, aucb wenn sie soust Lateinisch verstehen, kaum verstaiidlicli -^in. Der Vorstand wiinscbt deshalb, dass .sich ein Gelehrter nnden miige, der vorliiufig nur die Abschrift der Kechniingen rom .iahre 1350 fur unsere Zeitschrift bearbeitete; die Ver- gleichung des Manuscripts mit den Ausziigen der folgendcin JaJire nnd der im Original yorhandenen Recbnung von 1370 w8rde gewiss Bchon zu hocbst interessanten und wichtigen Besoltaten fuhren. Es wiirde dem Vorstande sehr lieb sein, wenn eins der Mitglieder sich zii dieser Arbeit bereit erklarte."
Da es soweit gekommen war, nahm Herr Archivar Dr. Benekc den (iedankcn seines Vorgiingers wieder aiif. Im Mai 18ti7 erireute micii derselbe, der ich dermaleu in Gottiugeu war, mit dem Auftrag, fUr das Stadtarcbiv eine Abechrift der K&mmereirechnungen 2U besorgeiif „Ton welchen jedenfalls der alteste Jahrgang (nat b der Lauren t'scben Ab- schrift) gedruckt werden soil, gleichsam als Vorliiufer der ganzeu Serie, welche event, nachfolgen wird, wenn dies zu ermoglichen.** Im August 1867 hierher zuriickgekehrt, durch- musterte ich die von Laurent und Schrader gemaebten Aus- ziige, welche nun aucb in einer durcb den Arcbiv-Registrator flerm Meyer sorgtaltig angefertigten BeinBchrift der Benu- txnng Torlagen, und gewann in mehrfachen Berathungen mit Heim Dr. Beneke die Ueberzeugung, dass man es weder bei eineni blossen Abdruck der Rechnung von K);')!), noch bei einer Veroffentiichung jeiK r Kxcerpte diirt'e bewenden lasH<»ii. Demnach fassten wir den iieschluss: soweit die Originalrech- uungen vorhanden, seien ausschlieBsiich diese zu beuutzen; loweit dagegen dieselben verloren, miissten sie durcb die ans ibnen gemacnten Excerpte Lanrents thnnlichst ersetxt werden; Ton den Anszngen Schraders sei, da sie nur anf die noch Torhandenen Originabrechnungen 2nrukgebn,(ganz;|Zu«ab8tra- hiren. Deragemass wurden von mir fiir das Archiv zuniichst fur die Jabre 1350 — 1400 die Laurentscben Auszuge zu-
*) Hamburger Nachricliteo 1867 No. 127.
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Bammengestellt imd die Originalien abgescbrieben, and nach- dem ich damit Ende Oktobers ff»rtig f^owordcn war. stellte HerrDr. Reueke ho\ dem Vorstaiide des Vcreins fiir hamb. Geschiclite den Aiitrai^: es wolle dprselbe ])esclili(>ssen, die Kaiumereirechnuugen von 1350 — 15(>2 volljitandig herauszu- geben, und zwar zun&chst die Jahre 1360—1400 nach einem beigelegtdn, von una gemeinscbaftlich entworfenen nnd tod mir ausgearbeitcten Plane und auf Grundlage dcs zu diesem Zwecke dem Vereiue vom Archiv zu uberlassenden Manu- skripts. Da sich Tlerr Hermann Pruning zum Verlag des Werkes erboten hatte, so geiu'limi^te der Vorstand am Dez. 1S()7 dcu gedachten Antrag, erklurte sich bereit, auf die Be- diugungeu des Verlegers eiuzugehen und betraute mich mit der ztt beschaffenden Edition.
Nach Vorausschickung dieser — daBs ich so sage — Vorgeschicbie der Edition, deren Darlegung ich in mebrfacber Beziehung fiir nothwendig hielt, scheint mir die Herausgabe selbst einer weiteren Begriindung nicht zu bediirfen. Der Abdruck einer Quelle, deren Bcarboitung sciiuu vor einem Menschenalter als nothwendig erkannt ist, aus der die Ver- fasser fast s&mmtlicbw wissenachaftlich gebaltenen Ariieiten liber Hamburgiscbe Geschichte ftir den betreffenden Zeitraim wenigstens mittelbar geschopft haben, und ohne deren ebenso vielseitigen wie zuverlassigen Aufschliisse einzelne wichtige Untersuchungen — icb cviunere nur an Lappenbergs Unter- siichung iiber die Reaigewerberechte — gar nicht moglich gewosen wiiren, braucht jetzt um so weiiiger erst gerecht- lertigt zu werden, als man uns anderer Orten in richtiger Erkenntniss der Wichtigkeit solcher Recbnungen fEir die Er- forschung der Geschichte mittelalterlichen Stidtewesens mit Yollstandiger oder theilweiser Veroffentlichung oder doch mit ausgedehntesterBenutzung derselben schnn znvorgekomnien ist.
Das vorhandene Matn inl im fjiiizelneii auhmgeiid. kamen die Schrader schen Au^/uge (auf dem Stadtarcliiv), mit so grosser Sorgfalt sio auch gemacht siud uud so viel auch namentlioh ihnen die Hamburgische Geschichtschreibnne in den letzten Jahren zu. danken hat, fiir die bier gegebene Edition um deswillen nicht in Betracht, weil erwahntennassen die ihnen — abgesehen von den Laurentschen Excerpten — zu Gnnide liegenden Oiirrinalrechnungen auch ims ziir Ver- fiigung standen. Es iimt;tssen diese Au«?ziige die gesanmiteu Rechnuugen von lo5U — J5()2. und sie bleiben also, bis der' Abdruck dieser voUendet sein wird, eine wichtige Quelle fiir de^jenigen, der auf die Origiuale nicht zurlickgehen kann oder will.
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XlII
Die L auren t s c hen Aiisziige (auf der Stadtbibliothek). leider bei weiteiu iiicht so uiiihiiigreich . uinfassen ebt'iifalls die Reclinuugeu vou 1350 — 15G2 uiid bind, soweit uii8 die Oxiginalien nicht mehr erhalten sind, der einzige Eroatz fiir dieselben und liegen deshalb unserer TerSffentlichung der betreffenden Jahrgange zu Grunde.
Da diese Ausziige nicht fur den Abdruck bestimmt waren, sondern mir das Material fiir die Ausarbeitung der gleich zu erwahnenden Fiuanzgeschichte bilden ^ollten, so war fiir die Heraubgabti derselben die Aufiosuiig voa Abkiirzungeii , die Korrektur von Lesefeblern u. s. w. nothwendig, was ich bier bemerken su mfissen glaube, da ich aus Grilnden derBaum- ersparniss die Abkiirzimgeu und die Varianten der Hand- scbirift nicbt immer angeflllu t babe.
1) Von der Hand des Herrn Dr. Laurent bczeiclinet: .Auszug aus den Stadtrechnuugen von IBnO— 1562, angefer- ti^'t vou J. C. M. Lauront Dr., Hamburg, d. 20. Miirz 1842" (Hamb. Stadtbibliotbek , Hamb. Mscr. Vol. II p. 108); Fol., 28 BlAtter und ein angddebtea Doppelblatt, nicht paginirt. Enthfilt tabellarische SSueammenstellnngen fUr die Jahre 1350 —68, fiir je das zehnte Jahr von 1,%0— li'HO und fiir 1502; auf Bl. lb — 12a die Einnabmen, auf Bl. 13a — 22b die Aue- gabeii; auf dem angcklebten DoppelMatt die Totalsummen der Einnahmeu und Ausgaben fur die gedachten Jabre.>)
2) Von der Hand des Bibliuthekssekretarius Ilerrn Dr. Close bezeicbnet: „Tabellari8cbe Uebersicbt der Einnahmeu and Ausgaben Hamburgs nach den Stadtrechuungen von 1350— 1562'^ (Hamb. Stadtbibl. Hamb. Mscr. Vol H p. 106); Qnerfolio, 12 Bl&tter von sehr verschiedenem Format, nicht paginirt. Konzept zu N. 1.
3) Von der Hand des Bibliothekars Herrn Prof. Petersen Wzeichnet: .,J. C. M. Laurent, Ausziige aus den Stadtrech- oangeu lo5i— 13G1. P. 1—52 (Haiul). Stadibibl. Hamb. Mscr. 0 p. 108); 24t Bl&tter und 1 Blatt angeklebt; p. I— IV fehlen,
darauf 2 Blatter unbescbrieben, p. ^—62, Enthalt tnf S. V— XL Ausziige aus den Recbnungen von 1351—136^ nach den Rubriken, und auf S. 43 — 52 Auszi^e aus den Rech- mmgen von 1360 und 1361 nach den Jahren geordnet.
In Bezuir auf die Zuverl&ssigkeit der Zahlcnaiigaben vprweiso ich auf Laurent , Das Mteste llamburgische Handluagsbuch aus dem vier- tfhnten Jahrhundort, 1841, 8. 82 Anm. 6: „Herr Dr. Lappenberf hat nirh belebrt, dass oin Qiiprstrif}i (lurch fin Glied dor Itonsischrn Zuhlnn 10 den mittelalterlichen Eaudsciirittcn den Bruch '/j bedeute.'' Uerr I>r. Laurent bat, wie nch ftiit dem Utttukript ergiebt, in Being hier* tnf Bar die Rcchnang von 1360 nnchtrlglich korrigirt.
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XIV
4) Von der Hand des Herrn Dr. Laurent: ^Ausziige aus
den Hamburger Stadtrechnungen vor denj Brande von 1842 angefertigt von J, C. M. Laurent Dr., der Stadtbibliothek geschenkt am 1. April 1854" (Hamb. Stadtbibl. Hamb. Mscr. Vol. II p. 108); Quart, 281 Seiten; S. 282 leer; ilann ange- klebt noch einmal S. 133 — 135; vom angeklebt ein Blatt Auszlige: „Aii8 den Libris expositorum/ '1528, 29, 33, 37,41, 34, unterzeichnet: Dr. Schrader. Enthalt Auezttge ans den Rechnnngen von 1362 — 1562 nacli den Jabren geordnet. Auf S. 35 nach 1360: den 29. Aug. 1840 Ende dos 2. Bandes; S.57 uaeh 137Vh den 14. Dez. 1840 Kude des dritten Bandes; S.79 nach 1387: den 24. Dez. 1840 Ende des vierten Bandes. Von nun an sind die Bande nach heutiger Art gebunden; S. 128 nach 1418: Ende des fUnften Bandes den 3. Jan. 1841; S. 158 nach 1489: der 6. Band ist den 15. Jan. 41 beendet; S. 192 nach 1460: der 7. Band ist den 15. Febr. beendet; S. 193 bei 1461 Recepta: Bd. 8 begonnen den 3. April 1842 und bei UGl Exposita: Bd. 8 begann den 3. April 42; S. 216 bei 1482 Exposita: Hd. 10 begann den 9. April 42; S. 237 bei 1501 Exposita: lid. 11, April 21, 1842; S. 243 \w\ 1517: Ende den 25. AprU,** bei 1518: „Bd. 12 (29. April 42;" und bei 1521: „Ende den 25. April 1842;*" S. 268: ^Anfang des letSzten Bandes der Exposita vom Jahre 1543 — 1562; S. 270: ^Anfang des letzten Bandes der Recepta 1552—1562;** S. 281: „Ende den 27. Juni 1842."
5) Von der Hand des Herrn Prof. Petersen bezeichnet: I. J. C. M. Laurent, Zur Finanzgeschichte deutscher iStadte nach Hamburger Stadtrechnjingen P. 1 — 184; II. Abschrifb der Stadtrechnung vom Jahre 1350; III. Stadtrechnung von 1562 (Hamb. Stadtbibl. Hamb. Mscr. Vol. II p. 108); Fol. An- st heinend druckfertiges Manuskript, Blatt 1, Vorwort, S. 1 — 2 Einleitung; S. 3—24: Theil I, Allgemeiner Theil; S. 25— 183: Theil II, Besouderer Theil rdicr Hamburgs Finanzwescn ira Mittclalter- 25—27 Kmleituug; S. 29 — 151 Buch I, Die Hamburgibclieu Stadtrechnungen; S. 152—162 Buch II, Von den Rechnungen der Miihlherren; S. 163 — 169 Buch iii, Die Weinhenren; 8. 170—178 BnchlV, Die Borgermeisterbrtefe; S. 179—183 Buch V, Die leeren Bdrsen. Dann folgt: An- hang A und B, zwei Tabellen iiber den (leldwerth zu ver- schiedenen Zeiten; C: Stadtrechnung vom Jalire 1350; (D:) ^Stadtrechnung von 1562;" am Schhiss der Einnahme steht: „Die Ausgaberechnung des Jahres 1562 ist zu umfassend, als dass ich sie audi hatte mittheilen kiiunen;'^ eine nicht be- zeichnete und drei andere Tabellen E, F, G iiber einzelne
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XV
Theile der Rechnungen, and endlich ohne Bezeichnung S. 1—12 eiiie Art adiematischer Zusammenstellung.
0) Von derHanddt'sHerni Dr. Laurent bezeichnet: Aelteste Stadtrechuifng von 1350 (Hamb. Stjultaichiv). Kol.. S.l- Laurent bemerkt: „Zweite Abscluitt des 1842 verbrannten Originals'*, also wolil Kopie von 5 Anhang V.
Die Origiuaie waren, wie sich au8 Lauren ts Auszugeii ^4) ergiebt bis 1B42 iu 16 Codices aaf dem Stadtarchiy er- hklten. Die 7 ersten Codices, von 1360 — 1460, enthalteii Recepta and £xjM>sita zusammen, seit dem Jahre 1461 sind beide besonders geheftet. Der Inhait der einzelnen Codices ist folgender:
Cod. L Recepta und Exposita 1350—1358 (V).
Cod. II. Recepta und Exposita 18(UXV)— 1369.
Cod. ill. Uecepla. uud Exposita l;>70— liiTU.
Cod. IV. Beceivta and Exposita 1380—1387. Cod. V. Recepta and Exposita 1388— -1418.
Cod. VI. Recepta and Exposita 1419—1439.
Cod. VII. Recepta nnd Exposita 1439—1460. Cod. Vin.Recopta 1461— 1496. Cod. XII. Exposita 1461-^1 481. Cod. IX. Recepta 141)7-1517. Cod. XUI. Exposita 1482— 1500. Cod. X. Recepta 1518—1551. Cod. XIV. Exposita 1501—1521. Cod. XI. Recepta 1552—1562. Cod. XV. Exposita 1522—1542.
Cod. XVI. Exposita 1543—1562.
Verloren sind: Codd. I, II, V — VII, XIV. Das Format der Codices war bis 1387 Codd. I — ^IV Qaer- fulio, von da ab bis 1562 gewdhnliches Kf)!in. In den nns hier inteiessirenden Codd. Ill und IV sind fur lie(M ])ta und fiir Exposita besoudere Fascikel angelegt : jodes besteht aus b Doppelbliitteni, durch starke Saiten sind die Biiitter m Fascikeln, and zngleich diese wieder zn einem Codex za- iimmengeheftet Da die Bl&tter der Lfinge nach beechrieben and, so war ein Einband unmoglich gemacht. Auf der Aussen- seite des ersten Doppelblattes (Blatt 1 a and 10b) steht zwei- mal der Inhalt angegeben: Anno Domini, die Jahreszahl, Recepta oder Exposita. pndlich noch auf Blatt 1 a : versus pe- <le8. auf Blatt 10b: versus caput. Beira Heften ist weder dar- auf geachtet, dass Jalir lur Jahr Recepta und Exposita auf einander folgeu, noch aach daraa^ dass regelmassig Blatt la oben liege; Ton wirUichen Codices ist also eigentlich nicht die Redo.
Die Fasciktl waren nach einom bestimniteu Schema im Voraus eingericlitet : fiir jode Uul)rik wurde ein bestimmter Kfiuni U i'i gelasseu, und wenn man nicht damit ausreichte, no wurde eiu anderer leer gebliebeuer Platz hinsugenommen .
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XVI
Links und rechts geht tlberall eine Linie hinnnter. Zuweilen kommen zwei andere Linien in der Mitte hinzu, so dass zwei
Kolumnen entstehen; dies ist fUr bestimmte Rnbriken be- rechiiet, uuter flencn mir Namen und Suniincn zu'verzeichnen wareu, und k^brt deslialb regrhM^^issiji vviodor. Eigenthiimlich ist die Hubrik Precium familie emgericlitet. Hier treteii Quer- iiiiien hinzu uud das Blatt ist duicb weitere vierraal zwei Lanidinien in flint Kolunmen getbeilt; auf der ersteu steheu die Namen, die andera sind fUr die Tier Quartale bestimmt. Die Kiiitrauiingen geschehen bier in drei Abtheilnngen, die durcb eine Reibe von frei gelassenen Linien von einander getreintt siiid Oftenbiir bilden die Mitglieder der faniilia verschiedene Klassen, und urn diese gesondert zu la^seu, miisste der Scbreiber fiir etwa ini Laiife des Jabres neu ein- tretende Personen Platz laiisen. Hier namlieb und wo sonnt dieselben Personen in Betracht kommen, scheinen die Namen Bcbon im Voraus eingetragen zu seiii, so dass man nnr nSihig hatte, die empfangene oder bezablte Sumrae beizufagen. Daraus erkliirt es sicb, dass bestimmte Tbeile der Recbnungeii gleicliiiiassiLr und boss<>r andere Tbi'ilo riacb Dinte and Scbrittzugeii ungleicb und wcniger gut gescbrieben sind.
Die bier lolgeuden Kauuxiereirecbuungen von 1350—1400 zerfallen nach der Verschiedenheit* des Materials, auf dem die Vereffentlichnng beruht, in vier Abschnitte. Dem Jahr^ gang 1350 liegt die Abscbnft Laorents in dessen Finanz- geschichte zu Grunde^ die Ausziige von 1351 — 58, von 1360 — fi9 und von 1388 — 1400 beniben auf pirifr Verscbmelzung der Laurentscben Tabelien und der Laureutscbon Ausziige, die Jabrgangf 1370 — 87 gebe ich nacb den erbaltenen Ori- ginalcodices III uud IV.
Bei der Herausgabe leitete der Gedanke, die Originalien mdglichst getren wieder zu geben. Einerseits habe ich also keine Angabe weggelaasen, die mehr entbalt als eine Summe , und eine Zeitbestimmung; andercrseits babe icli die festste- henden Rubriken, wenn auch nnter denselben gar keine oder docb nur eine ofter wiederkeiirende Autzeicbnung genwiclit war, regelmiissig wieder mitgetbeilt. Blosse Excerpte wiirden deu Leser nlcbt befriedi^t und ibm nie iiber den Zweifel hin- weggeholfen haben, ob nicbt ihn interessirende Angaben liber-' schlagen worden seien; kaum aucb wiirdeu si( b Prinzipien fur die Anfertigung Ton Ausziigen bei einer Publikatiou haben finden lassen, die denn docb bauptsiicblicb im Interesse der vaterstadtisrlien Oeschicbte [^ernarbt sein sollte. Aber auch die wiederkebrendeu Kubriken scbienen mir beibebalten vverdcn zu miissen, wenn anders dem Leser eiu wirkliches
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XVII
Bild UBserer Reohntiiig^ii, und damit anseres Staatshaudialtes, mcht aber nor eine Zusammeustellung von ihn melir oder weniger interessirenden historischen Aufzeichnuugen gegeben werden sollte. In der letzieren Richtung babe icb sogar ge* glanbt, den Versuch machen zu sollen, aus den in Laurents Manuakripten zerstreut stehenden KxcerptPTi die verlorenen Originale muglicbst zu rekoustruueii: ick koaute luich mcht entechliessen, tabellamclie Uebersichton, bei denen tick damot auch der Druck an die Zahl der Jahrg&nge h&tte schliessen miissen, welcbe Laurent absichtlicli oder zufallig aof den einzelnen Tabellen zusammen gestellt hat, lose an AuMziige 711 reihen , die niir theilweisp nach Jahrgangen zu- sammengehissen, theilweise dagegen nach Rubriken ausein- ander gerisseu aind. Einige Auslassungen babe ich allerdings gemacht, die ich der Anordnung der Rechnungen iolgeud hier anfiifthlen muss. An der Spitse der Einnahmen Bieht der Ueberschnss des vorigen Jahres verzeicbnet: da sich deraelbe in wdrtlicher Uebereinstinunung hier iindet, so konnte er fiiglich dort wegfallen. Unter den Rubriken: Recepta hura, Paunicide, Pistores. I)e cerdonibus, De caruificibus, kehren regelniiissig dieselbeu Nameu mil denselben Sumuieii wieder: ich habe in den Text nui* die Totalsumme aufgeuommeu und die Namen in das Register verwiesen. Unter djer Rubrik: De dnlitate werden nur Summen aafgefuhrt, wesbaJib die Total- summe zu wissen gen^gt. Das Verzeichniss der Glaubiger der Stadt ist jahrlich unter der Rubrik: Hii habent in civi- tate pecuniam infrascriptam mitgotheilt; doch liahe ich das- sell)e fortgelassen , well es ausserdora unter anderen iiubnken steht. Diejenigen , welche Ziiisen von der Stadt erhalten, sindExposita, Pro censu 1370, 1371 und 1387 aufgellihrt; werden Schulden abgetragen, so stebt das dafiir Verausgabte Einosita, Pro censu redempto; werden neue Scbulden kon- tralurt, so steht das dadnrcb Eingenommene Recepta, Pecn* nia a<^repta snper censuni. Unter den Ausgaben enthalten dip ikf Ti r Prerinm structure, Ad structuram donioruni laierum. Vigiiibuss septimanarum. Ad lapides campestres und audere mehr eine Reihe von bumtnen ohne Augabe, an wen oder woliir dieselben bexahlt seien: diese habe ich sanuntlich weggelassen. Endlich ist das stftndige Item , mit dem jede Eintragung be^nnt, fortgeblieben. Um noch schliesslich ein Wort iiber kleine Abanderungen und Zusatze zn sagen, so erwahne ich, dass ich stntt der ausgeschriebencn oder ab- gekiirzten Worter talentum, marca, solidus, denarius die aus den Abkiirzungen derselben entstandenen uns gelautigen Zeichen 'B, j2y gcsetzt und wo ueben emer Reihe von
K. KupiimMui. K&maureuocbuuugen. Bd. I. It
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XViii
Personen dieselben Summen oder wo neben einer Person mebr- mals dieselbe Smnme Terzeiobnet stebt, die Torgenommene
Zusammeuzielmng durch ein in den Text anfgenomnenes deutsches Wort kcnntlich gemacht h&he. Kommen daneben dann einmalige Zusfitzo vor so hnhe ich diese in Klammem beigefiigt. Aiidernwo dicueii die Kluinmern dann auch, urn eine Bemerkung von mir, eine im Original wieder ausge- strichene Eintragung, die ich nicht cntbehren mochte, eine berecbnete Summe oder dergleichen aufisunebmen nnd zn kennzeicbnen. In Bezug auf diese Summen beinerke icb iibrigens, dass dieselben fast ausscbliesslicli auf ZnziUilung des Butragos ciner nachtrafrlicli fromacliten Kintragnng zu der vorher von dem Sr-hreiber aii.^ogelK'iuMi Summe beruheu und also Zuverliisijigkeit beauspruchen kunneii. Ganz von mir berechnet und in«oi"ern unzuverliissig siiid nur die am Schlusse einer jeden Recbnung (von 1370— -87) stehende Ge- sammtsumme nnd die Summen der Rnbriken: Hospitibne in oiyitatc, Supra domum und Supra bodara.
Register, Glossar und ein Druckfehlerrerzeichniss, die eipfcntlich scbon diesem ersten Bande beigegeben werden sollten. kniiTien leidor erst im zweiten Bande, der hotfentlich bald erscheinen wivd. iiaclijipliefert werden. Die Einleitting will weder den Inhalt dca {^anzeii Bandes erschopfen, noch aucb auf TorzugsweiBe wicbtige oder interessante Angaben binweisen, sondern bat nur den Zweck, in Bezng auf die Rn- briken die ncithig scheinenden Erkl&rungen zu geben, die Be- nutzung durch iibersichtliche Zusammenstellungen zu erleicb^ tern nnd die eiuschlagige Litteratur nachzuwoisen.
Mochte das hier gebotciu' Material dasselbe Interesse finden, das den friiheren Puhlikalionen anderer Stiidte ent- gegen gctragen ist, mdchte cs, wie e» den Freunden der St&dtegescbicbte ttberbaupt weiteren Aufschluss gewfthren wird, so aucb und insbesondere der Gescbicbte meiner Vater- stadt zu Qute kommen.
HAMBURG, Karl Keppnaon.
1866 Oktober.
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Einleitung.
Die St a (it Hamburg ist hervorgegangen aus einer Venmigung der ensbisclidmch-herzoglichen Alt8tadt» deren UiBpnmg erweislich in die Zeiten KarlB des Grossen znriick- gebt tmd etwa in das Jahr 811 fallen mag, und der graflich- holsteinischen Neustadt, die auf Veranlassung Adolf III. durch eine Niederlassung von Kaulleuten unter der Leituag des Wirad vou Boizenburg um das Jahr 1188 entstaud. Ur- spnmglich streng geschieden, sind die Stadte im 13. Jahr- Imttdert — Tennutfalioh in Folge einer Uebertragung der enbischdflidien imd berzoglichen Recbte anf die Grafen von Holstein — zu einer einheitlichen Stadtgemeinde verschmolzen, und die Altstadt ist dadurch der hoheren Freiheiten theil- hafti^ <^eworden, welche die neue Kaufmaimsstiidt bei ihrer Griinduug erhalten odor in dem halben Jahrliundert ihres Bestehens erwurljeu liaben mag.
Das Recht des holsteinischen Grafen als des Herrn der Stadt vertrat der von ihm gesetste Vogt; aber mit demselben Ironknrrirte das BathskoUegium, seit der Griindung der Neu- stadt naehweisbar, in der Leitung der stadtischen Angelegen- heiten, nnd ihm gelang en allmahlich, die Stellung des Vot!:tes mehr und melir !ierabzudruckeu und endHrh die Yogtei durch Verpfandun^^ selbst in die Hand zu bekomnien.
Der liath erganzte sich selbst.^) Die MitgUeder ver- wftlteten ihr Ami unentgeltlich und auf Lebenszeit, doch tnt al^fthrlich ein Theil yon ibnen ale alter Rath Ton den
') Ueber die Rathswahl vgl. Lappenberg, Von der Rathswahl und Rathsvprfassung zn Hamburg vor dem Wahlrcccsse vom Jahre 1663, in Zbichr. (des Vereias fttr Hamb. Geachichte) Baud 3, Seite ^1 fl'.; Fraudorff, IHe 8t»dt vnd GeiichUTeffMsniiff Labeeki, & W IT.
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XX
Gescb&ften zurttck, wfihrend die iibrigeu als sitsender oder nener Bath die regelmiisBigeii Gesch^fte ausscbliesslicli be-
sorgten.
Alljahrlich auf Petri Stulilfeier (Febr. 22.) eitol^'te die sogeiiauute Umsetzung des Rallies. Schon vorlier war der gesammte Rath, der alte uud der neue, zusammenge- treten, uud hatte dariiber beschlosseu, ob neue Kathmannen ^ 6, 4 oder 2 ^ zu w&hlen seien oder nieht. Die Be- schlussfassuDg wird wobl imr als eine Konstatirung dia Thatsache aafzofassen sein, dass durch das erfolgte Ableben oder durch eine anderweitige AusscluMdimg von 2, 4 oder 6 Rathmannen ebenso viele Nemvahlon notlrvpudig geniacht seien. Auf Petri Stuhlit'u^r vei saimnclte sicli danu der sitzende Kath uud erwahltc aub dur Mitte des gesammten Bathes 14 Mitglieder. Diese 14 erg&nzten sich sp&ter — insoweit nicht die beschlossene Wahl neuer Bathmaimeii dies uiinothig madite — durch Koo])tation aus der Mitte ihrer Wahler. Die 14 (lewiihiten (Electi) bilden mit den 6 Kooptirten (Assumpti) den sit/eixlpn Rath; die iibrigen Rathmauneii, aus denen der alte iiatii besteht, lieissen Ex- tranianeiites. Wahrscheinlich niinilicl! bestelit der gesammte Rath aus 30 Mitgliedern, *') iiiirgeriucistern*) uud 24 Hath- mannen), deren jedes im arittea Jahre von Gescbiifteii frei ist, iind die sich folgendermassen in Klassen theilen: Electi (2 Biirgermeister und 12 Rathmannen) ^ 14 Mitglieder; Assumpti (2 Biirgermeister und 4 Ratlmiannou) - G Mit- glieder; Extramaueutes (2 Biirgenneister und 8 llathmanneu)
>) Sutut von 1292, A., VI. (Lsppenber;^. Hamb. Rechts<erthnmer S. 101): Vor suute Peters daghe, so scolen dlie ratmanne to hope ghau, olde unde nige, undc scolen des overeindreghen, weder se jemghe oige rat* uuuine hebben willen ofle nene. Is id dhat se dliea to rftde weraet Yor siinte Peters daghe. dat sc se hebben willet, so scolen se des overein- drMhen, weder se 6, otte ofi& 2, wo men se kesen seal vore ofte na. — ine Zahlen 6, 4, 2 hftoffen vi«Ueicht dmrait sniMiiiiuiieii, dSM ctte Stedt- gemeinde au8 elucr altstaotischen und rinor nrTi^titthischen verschmolzen war. Was Lappenberg, Ztschr. 6d. 3, S. iil^, aniahrt, scbeini mebr die DarchfOlurbarkeii dieser Anordnung, us ihren Gnuid m erklftren.
*) Mer to Bunte Peters daghe so scolen dlie ractmanne, dhe des jares in dheme rade hebbet ghewesen, kesen 14 olde raetmanne; dhe 14 scolen 6 olde weder innemen^ uftu se nene nige raetman hebben willen. Vcrgl. Frensdorif, S. 103, Anm. 12, S. 105, Anm. 18. — Bur8|)rake Petri : A1b« id vTt svdp is, so kundeghe wi ju de ratmanne des!5e8 jares etc. (Klerti). In desseu unde in den, de se darto uemet (Assumpti), scole gi jaritug des ftdet wtchten.
>) EineUrkunde von 1316 (Ztschr. Bd.3, 8.886) aeODt S8 BMknftUieii; 2 anderweitig bekannte sind aosgelassen.
*) Die 8 BOrgermeister werdea MsdrOcMicli beseogt
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= 10 Mitglieder. Die Wahl auf Petri Stuhlfeier bedeutet alsdanii, dass der bisherige sitzende Rath den ganzen alten Bath (Extramanentes) und ausserdem 4 Purnonen aus seiner Mitte (4 Rathmannen aus der Klasse der Elect!) in den ncuen Rath wiihlt, Diese 14 Electi (2 Biirgermeister und 12 Kath- mannen) kooptiren aus dor Zahl ihrer Wahler i\ Mitgliedor (2 Biirgermeister und ti Kathmanncn aus der Klasse der Electi) als Assumuti. Die bisherigeu Assumpti (2 Biirger- meister und 4 Ratjunannen) und Mitglieder aus der Klasse dor Electi (4 Rathmannen) treten als alter Rath Ton den Gesch&ften znrilck. 0
Wichtiger als die Untsetxung oder die Veranderung des Rathes ist die sogenannte Eathswandelung, d. h. die jahr- liehc Vertheilung der Aemter an die Mitglieder des sitzenden
Ratiies.
An der Spitze des Rathes statulen seeks Riirp:er- mpister. die, aus der Mitte desselben gewahlt, seine Ver- liaiidluDgen leiteten, seine Beschliisse zur Ausfuhrung brachten and eiuzeine seiner Befugnisse selbststiiQdig ausUbten. Die Borgermeister verwalteten ihr Amt anf Lebensseit, wie schon erwahnt in einem drejjahrigen Turnus. *) Die beiden wort- haltenden Baigermeister (Electi) hielten abwechselnd
*) Der etwu schwierige Modus der Umsetsimg det Rathes wird viel-
Icicht rijuh folfjeiidem Sclif uia anschaulich, bei dcni irh niit Riuli- staben die 6 Burgerrooister, luit deutschr'n Zahlen die ^KathmauDen and mit r&mischcn Zahlen die 3 Jahrgiiuge bezeichne.
I. (Erstes Jahr.) £1. A. B. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 18. Aaa. C. D. 13. U. 15. 16. Extr. E. F. 17. 18. 19. SO. 81. 88. 88. 84.
IT. (Zweites .Talir.) El. E. F.17. 18. 19. 20 . 21. 22 . 23. 24. 1. 2. 3. 4. AsiS. A. B. 5. 6. 7. 8. Eztr. C D. 8. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16.
m. (Dritt(^a Jahr.) El. C. D. 9. 10. 11. 12 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. An. E. F. 81. 22. 23. 24. Extr. A. B. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8.
1.2.3.4.: l.EL U.El. lU.Extr. = 2xEl.lxExtr. A.B. 5. «. 7. 8.: I. El. II.Asb. TII.Extr. = lxEl.lxA88.1><Extr.
9.10.11.12.: r.El. II.Extr.III.El. - 2^E1 .IXExtr. CD. 13.14.15.16. : l.Aas. II.Extr.III.El, = ixEl.lxAss.lxExtr.
17.18.19.20. : I.Extr.II.El. m.El. - 8><El.lxExtr. E.F. 21.82.23.24. : I.Ezir.II.El. III.Abb. =lx£l.lxAlB.l><Extr.
M FrensdorflF, S. 109 if.
'I Stadtrocht vftn 1292, A. I: So we so borgheremeister is ein jar, de !>cat darna in dai dridde jar borgheremester weaen^ offehc is werdicUis.
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TXIf
die Burspralra, woMr jedesmal em Stfibcheii Wein verab-
reiolit wurde. *)
Der Name Burspraken bezeichnet zwei alte, nach and nach mannigfach vcranderte Sainrnhmgen von Vorschriften, meist polizeilichen Inhalts, von deuen die eiue auf Petri (Fbr. 22.), die andere auf Tliomii (Dez.21.) von einem Burgermeister der vor dem Kathhause versammclteu Biirgerschaft vorge- lesen wurde. Diese Yersammlungen sind ein Ueberbleibsel der alien Echttage und warden in den Redmnngen so be> zeichnei. Fiir daa Glockengel&ute, durch dus die Biir^er herbeigemfen wurden, erhielt der Buttel jiihrUGli eine kleme Summe.
Mit der Leitung des Staatshaiislmltes wareu die Kaia- merer oder Kammereiherren (domini camerarii) beaui- tragi;') doch erforderteu die wichiigeren Abtheilungen des- selben eine besondere Rechntmgsf&hrung: so die Milblen, der Weinkeller, die Miinze una die Vogtei. Die diesen Depftrtements vorgeseizien Rathmannen batten gleich den Kftmmerem alljahrlich das Verzeichniss des Kassenbestandes den Biirgermeistern einzureichen, die dasselbe in das Haupt- rechnungsbuch, dasjenige der Kammerer, auiiiehmea Uessen.
') Liste der Bttrgermeister nach den Rechnungen:
1874: Bertram Horborch. 1375: Hinrich Hoyer. 1376: Hinrich vom Berge. 1377: Werner von WigerBien.
1378: Hinrich vnm Berge. I'Sld: Christian Kidders. 1880:
l^Rl '
mi: Bertram Uorborcli. 1888: Ltidolf von Ho1den«t«de.
1384: Bertram Horborch. 13«5: Lndolf von Holdenstede.
Hinrich Hoyer.
Hinrich vom Bergf" Werner (v. Wigersaen). Hinrich vom Berge. riiristian Bidders. Hinrich vom Berge. Lndolf TOB Holdenttede. Bertram Horborch. Ludolf von Uoldenstede. Bertram Horborch. Ludolf von Holdenstede. Bertram Horborch. Ludolf von Holdenstede.
1386: Bertram (Horborch). 1887:
Liste der K&mmerer nadi den Rechnungen :
1869: Job. v. Alevelde. 1870: Joh. V. Alevelde. 1871: Friedr. v ';oldor<^si n. 1872: Hinr. v. Yermerschen. 1878: Friedr. v. Geldeiteen. 1374: Friedr. v. GeldersiOD. 1382: Nikol. Rode. 1383: Nikol. Rode. 1384: Nikol. Rode. 1385: Friedr. v. Gelderssen. 1886; Friedr. v. Gelderssen. 1887: NikoL Rode.
Hartw. V. Hachede. Heno. Bischoping. Hinr. v. Vermersrhen. Friedr. v. Gelderssen. Hinrich Growel. Hinrich Crowel. Hartw. Eembeke. Hartw. Eembeke. Hartw. Eembeke. Hartw. Eembeke. Albert Hoyer. JohMiB Ho^er.
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dieses Verxeichniss, ointp Uebersclirift odor als Preseutahimt bezeichnet. steht am >diluss der Eiiiiiahmerecliiiungi n mid bildet mit deui uinuittelbar vorbergehendeu Verzcichniss dur stadtbcheu Schulden die jaluliche Biianz des Haniburgischeu Staatshanshfkltes. ^)
War aber aiich die ReclmunRsfuhraiig in der Hand der Kainmerer, so int doch offenbar die Abfassung der K'ainraereibiicber uicbt ibneu zuzuschreibeii. Scbon die luteinische Sprache und die gleichartige imd regelmassige {landschrift der ilechnungeii sprecben dagegen; aber aucb positive Zeuguisse fiir eine anderweitige Abfassung lassen sicb gelteud machen. An mehreren Stelleu niimlicb nenneu die Schreiber sjch selbet, und wir konnen daher mit voUer Sicherheit den Rathsnotarien die Abfassung der Biicber zu* gprechen.
Die Fiihnnig besonderer K ihnmereib ucber gebt ver- mutblicb in eine friihe Zeit zuriick. 1350 sind dieselben so vollstandig ausgebildet, dass eiiie abnliche Abtassungsweise schoD eine langere Zeit bestandeu baben musai. Erhalten haben sicb indessen nur Recbnungen oder Berichte iiber Ansgabcoi in einer bestimmten Beziebung. Der Bericbt uber den Ton der Stadt Hamburg fur die Grafen von Holstein ge- tnigenen Kostenaufwand aus dem 13. Jabrliundert, der die An^npc einer geordneteu Kechmingsfiibning nothwendig Torau^isctzt, geht bis aiif die ersten Jahrzehuie des 13. Jabr- huuderts zuriick. Daran schliessen sicb im 14. Jahrhuiidert — abgesebeu von den uutcn zu erwiiimenden Aufzeicbnuugeu fiber aufgenommene Kapitalien (Rentenverkauf) — ein Recb- mmgsbucb iiber die Legationskosten in Avignon und ein anderes tber die der Stadt durch den Streit mit dem Domkapitel enracbeenen Ansgaben.
T>in (lesam mt lieit der Eiiinabmen und Ausgaben i!it ieifler durcb uiisei-e Keeliiiungeu am wenigsten aufgehellt. Die Totalsummen namlich sind in den beideu mir vorliegen- den Origiiialcodices uicbt angegeben, und dass es mit dem blossen Att&&blen der unter den einzelnen Rubriken ange*- gebenen Summen nicht getban sei, ergiebt sicb aus der be- dentenden Differenz, welcbe zwiscben der von den Kamme- rem g:ezogenen Bilanz und der von mir berecbneten fast &mahrlich bestebt, und welcbe offenbar daraul beruben muss,
') Solche Yeraeichnisse in den fUr din Burgermeister bestimmten AosfertigtiDgen auf Ianj?on PprcampntstroitVn lioisson Littcrnn (loniinorum procouuluni. Aehnliche Vcrzeichnisse uber die bei dea verscbiedenen BtcliDiiiigsdepartementi vorhandeDen Aomtinde ffthren den Kamen Baiia faeva.
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XXIV
das8 entweder in den Hechnungsbiloheni Snmrnen Mifgeflihrt
sind. die nicht von den Kammerern in Rechnunt* Ejehraoht wurden, oder dass iiTiij^ekehrt Summen in Rechnung gebracht sind, wclclie die Biicher nicht anffiihren. Vielleicht geht der Uuterschied zu eineiu Theil darauf ziuiick, dass abiieiteu au- derer Behdrden Tder MiiUherren, Weinherren, Mfinxbenren und Vogteiherren) Snmineii an die Kftmmerer abgelief^rt wurden, zu einem anderen Theile Tielleicht darauf, aass ich die Rechnungsweise nach baarem Gelde, Giitern and Scbulden missverstanden babe; Einzelnes mag aucb auf Rechnungs- feblern meinerseits beruben. Die Aufklarung dieses Punktes einer anderweitigen Untersucbung iiberlassend, beschranke ich mich auf die Zusammeusteiluug der von den Kammerern berechneteA Ueberscbilsee.
Presentabant domiiii camerarii:
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1387: 4324 , 8 „ — „ . Der Zinsfuss, im 13. lahrhundert regelmassig 10, be- tragt zu unserer Zcit gewoimlich 6V3 Procent. Die Zinsen verhalten sich also zu den Kapitalieu, wie 1 zu 15.')
Kapitalien. — Unter den Rubriken: Reeepta kara oder Redditns et bura sind verseicbnet die iSnnabmen ▼on Wohnungen, welcbe die Stadt su Mietke ausgetkan kat, an Worthzins von verliehcnem Grand und Roden und an Renten aiis den (irundstiicken Privater, in p:nwi^sem 8inne also die Zinsen von Kapitalien. Die Einnahme darans ver- mindert sich dadurch, dass die Eigenthiimer der nut iienteu belasteten Grundstucke dieselben durcb Auskekrang eines entspreckenden Kapitals ablOseUf imd durck den Verluiaf der bisher Termietbeten Gcbaude abseiten der Stadt; in beiden Fallen erwachst dann eine einmalige grossere Einnabme, welcbe unter der Rubrik: Dc censu redempto , bc/iolilirh: De hereditatibus venditis anff^etnhrt wird. Kine Vermehrung der Einnalime erfolgt dadurch, dasa die Stadt unbenutzteu druud
') Lib. Contr. fol.7b, 1309: census tecundominsticiailidTitatis, videlicet de 154^ 1.^. Lib. Pign. et Pact. fol.63b, 1320: censum— secaDdum iura civitaUt, • hoc eit semper de 15 4^ denariomm 1^, YgL Laurent, HudloiigibacM*^
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XXV
nnd Boden zu Worthzins austhut oder Renten aos PriTai* gpKanden kauflich an sich hriivcrt ; Iftzteres bedinpt eine ein- Qiaiige grossere Ausgabe, die uuter £xpot>ita, Pro ceusu empto aufsefUhrt wird.
R«dditin et Iran: Pm eefittt empto: De censii redempto: (EmpfangeuerZins.) (Belegtet Kapltal.) (EapitalisirteZinseil.) 1350: 111 « - /3 — A — /J— 4>> 48»— iS— A 1351: 94 „ 18 „ — „ 72 „ — „ — „ — ^ 12 ^ — ^ IBov! 90 „ 1 « 9 „ 144 „ — «, 72 ^
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Schulden. — Unter der Rubrik: Hii habeiit in civi-
tate perTiniani infrascriptam wird jillirlich am Kudo der EinnalimprorlnniTig das Verzeichniss dor (lliiubiger, der p:p- scbnl If t( !) Sijinnieu und der zu zahlenden Zinsen mitgetlieilt. Diese Kubrik jiniuer wieder abzudrucken, scbi^n iibertiiissig: doeh wiirde eine spiiter TorzuBehmende Bearbeitung ausser- ordentlioh lehrreicfa sein. Fttr eine solche Bearbeitung gewilhrt der auf dem Stadtarchiv aufbewabrte Kodcx (siehe daniber Uppenberg, Hamb. Rechtsalterthiimer 1, S. GXIV. ff) des
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XXVI
Hamburgischen Siadtrechts von angeblich 1292, sowie aucb die vier seit dem Jahre 13(X) gefiinrteii Heiiteiibucher, eiii reiches Material. Was die Zunahme der Schulden betrifft, so erklart sich dieselbe theilweise durcb auhberordentliohe Ausgaben, zn denen die Stadt diinsh aussere Umstinde ge* swungen war, theilweise durch Ankauf oder pfandweise Er- werbung tou Bechten und Liegenschaften. Kleinere Kapiialien wiirden auch wohl von der Stadt entgegeiigenommen, wenn 68 sirli pfw;} daruui handelte. die y.u iiiilden Zwecken odor zum Lebeusuiiti ilialt geistlicher iUirgerssohne und Biirgei'S- tochter bestiinmiuu Keuteu in durchaus sicherer Weise an- zulegen. £ine Minderung der Schulden erfolgte durch Ab- sterben dierjenigen Penonen, welehe Leibrenten yon der Stadt gekaufb batten, hauptsiidilich aber oatUrlich durch AuskehruQg von Kapitalieii. — Eiiie Zusammoistellung der bier in Betracht kommenden Riibriken: Pecunia acdepta su- pra opnsum (Geld auf Zins ^enommen). Pro censu redempto (Ausktihrung friiher gegen /ins au%pnoinmener Kapitalien) uud i*ro censu, Pro censu dato (bezaiiiLur Zins) wird die Schuldenlast, sowie ihre Zunahme una Abnahme deutHchmachen.
Pecania accepta supra Pro censu redempto: Pro censu dato: censimi;
(AiiffjpnomTnmen.) (Zuriickbezahlt.) (Bezahlter Zins.)
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Die Aemter. — Amt (amnieth. ofticium) ') ist sowohl die Verbindung der Handwerker (inechanici) ciiies uiid desjselben Handwerkes zu gcwerblicheii Zweckeii, als aucli die Berech- tigang des Einzelneii als Mitgliedes dieser Verbmdung. An & Spitze des AmtaB stehen die tod den Amtsmeistero (sulTesheren) gewahlten Aelterleute (werkmestere, magistri officioram) : sie haben sich dem Rathe durch einen Eid ver- ptlichtet, fur die Aufrechterhaltung der Amtsgesetze durch die Amtsgenossen zu sorgen und die Amti^rechte gegen Be- eintrachtigungen Aussenstehender zu ?ertheidigen. Schon iriihzeitig scheiueu die Aelterleute auch iu der Verfashuug etnen Plats emgemnnmen sn haben: in wichtigen Angelegen- Imten, heiaet ea 1340, welche das Stadtrecht oder die Stadt- fer&ssung beriihren, sei der Rath und die Zustimmung der Aelterleute und der ganzen Stadtgemeinde erforderlich.
Kieinere und verwandte Aemter trnten wohl in Verbin- dung mit eiiiHiKb-r, ^) Da diese Vn buidungen zuweiien gpater wieder geiust und ueue eiugegaugen wurden, so ist sehon deshalb die Zahl der Aemter sa den Terechiedeuen Zeiten eine yerscliiedene. Im Jalire 1375 es 90 Aemter, deren Gesetze (settange, rollen) damals im-Anftrage dee Rathes in einem Liber officiormn nierlianicorum zusammen- gestellt wurden und in demselben bis 1H42 erhfilten waren. Es waren dies die Aemter der Badstover, Backer, Bottcher, Dreher uud Schachtschneider, Fischer, Gerber, Glaser Maler Saltier Riemenschlager Taschenmacher Beutelmacher uud rialteu- schlager, Goldschmiede, Heringwascher nnd Garbrader, Kan- nengiesser und Grapengiesser, Kerzengiesser, Knochenhauer, Knumer, Leinweber, Pelzer, Reepschlager, Schmieden Schneider, Schnhmacher, Wollenweber. Diese Ao&eiohnung scheint in
Webrmaan, Die alterea Lilbeckischen ZunftroUen; Gierke, Das deQtsche Oenoftsensch&ftsrecht, Bd. 1, S. 358 fi'.; Westphalon, Hamburgs Terfusong und Verwaltunff (2 Aufl.) 1, S. 417 ff.
') Nfan wird iinterscheiaen mttssen. oh RplhstRtSndipf Aemter, welcbe eigne Kolleo baben tticb vereinigen oder ob uur die Angebbrigeu solcher Gewerke, welche keine Aemter bilden, die Amieredkte io etnem vet- viadleii Amte nacluiiiiicheii babea.
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XXVIII
einem den Aemtern unguustigen Sinne gemacht za seiti. Im folgenden Jahre kam es zu einem Anfstande derselbeu,
der jedoch durch die zii dem Rathe haltenden Kautleute unterdnickt wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde ein Ver- •
zeichniss allor Personeii .'lufgenomnien, welche sich eidlich zum (lehorsam gegen den Rath verpHichteteu. Dieses Ver- zeichnisH war ebenfalls his 1^42 erhalten, ist uiis jetzt aber nur durch eiueii Auszug bckauul. ') Ich eiituehme aus dem-
selben die folgenden Angaben;
Badstdver . 4 Eerzengiesser 9
Backer 36 Knochenhauer 57
Bottcher 104 Kramer 21
Dreher etc. 16 T>f^inweber 9
Fischer 31 i'elzer 8
Gerber 52 Reepschlager 6
Olaeer etc. 9 Schmiede 38
Goldschmiede 9 Schneider 38
Heiingwasoher etc. 10 SchuhDiacber 47
Kannengiesser etc. 12 Wollenweber 6
Was das Alter der verschiedenen Aemter anlangt. so Bind vriv wp£XPTi des Verlustes der meisteu iiltereii Amtsgesetze darauf augewiesen, die ersteu Erwiihnungeii einzphier Aints- iiiitglieder in dem altesten Stadterhehuche und ahuUchen Quellen nachzusncben. Freilicb sind in deneelben nur die- jenigen Personen namhaft gemacht, welche Grundstfteke (Erben,hereditate8)oder Renteii (ervetyns, redditUB) zu Eigen- thnni haben, doch ^s•ird b aus der Zusammenstcllung er- gelun dass dies in Hamburg — ebenso wie in Lubeck — bcieits im 13. (fahrhundert bei Mitgliedern aller Aemter der Fall war.^)
Meistergeld (De introitu officiorum mechanicorum) . — Fttr die Erwerbung der Amtsrechte (werk, opus) war ~ abgesehen von den an dae Amt zu entricntenden Gebiihren — eine bestimmte Summe an die Stadt zu bezahlen. Dieses
Amtseintritts- oder Meistergeld \v;ir bei den verschiedenen Aemtern sehr verschieden, und vielleicbt wird man in der Abstufung desselben einen Ausdruck (b rjeni^en Abstufung erblicken tiiu t'en, welche in dem Erwerb und iiamentlich in der socialenStellung der Augehorigen der einzelnen Aemter bestand. Wandschneider 7 ^ — fi Gerber ^fi Goldschmiede 5 „ — „ Kannengiesser etc. 9 ^ — „ Kramer 4 „ — „ Bftcker ^ » — »
Westphalen 1, S. 421; dip ordinatio officiorum pro dcfensione facta: 1. S. 426.
*) Arnold, Zar Qescliichte des ^igeDthoms indendeuucheoSt&dten.
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Kerzeogiesser Knocheuhauer Reepschlager Schmiede Schneider
Die EftmmereireclmaQgeD fllhren das Meisterseld erst seit dem Jahre 1370 auf; es betrug dasselbe, wie folgt: 1370:76®^ 6 fi; VMl: 62^^16/?; 1372:42^ 3/?; 1373 : 94 „ 6 ^; 1374: 59 „ 1^) 1375: 67 „ 12
1376 : 55 . 12 „; 1377: 30 , 8 „; 1378: 56 „ - .,; 1379: 48 . — 1380 : 39 „ 4 ^; 1381: 88 „ Ki
1382: 94 . — 1383 : 48 „ 4 ^; 1384: i'A) , 16 „;
1385: 53 „ 16 „; 1386: 146 „ — „; 1387: 87 „ 18 „; 1390:50 „ 12 „; 1400: 36 „ 6 „.
M 0 r g e n j • r a c li c n (De morgensprake) sind die Zusam- menkunfte der Mitglieder eines Amtcs und — in spiiterer Zeit — nnter Vorsitz der dem Arate als Patroue vorfZ(»s<'tzten Rath- ni;timeu(Morgensprachsherren).*) Ueber die statUmdenden Ver- haudlungeii mogeiJ schun Iriih PiDtokolle gefiihrt sein; we- nigsteiis ist uns eiu ProtokoU der Morgensprachen des Kra- meramtes seit 1458 erhalten. Die Morgensprache vurde den Mitgliedern dee Amtes angesagt, diese varen yerpfiichtet, die- selbe zn besuchen und rechtzeitig za eiBcheinen.*) UrspriUig- lich wurden die Morgensprachen wohl nur am Morgen ge- halten: spater fanden sie jedoch auch zu andcren Tageszeiten statt.*) Die Gegeuwart von Rathmauuen war in den friiheren Zeiten wohl nicht regeluiiissig erforderlich, nach dem Rczess Ton 1458 jedoch soUte ohne dieselbe keine Morgensprache gehalten werden. Waren Rathmannen gegenw&rtig, so werden diese den Vorsitz geluhrt haben, sonst zweifelsohne die Aelter- leute. In den Morgensprachen warden die Aelterieate ge-
wahlt . (lie etwaigen sonstigen Fiiiiktionen vertheilt nnd Rechiiuiig abgelogt. Ilier land auch die dreinialige Anmel- duii^zumMeistf 1 w. rdon (das Fordeni oder Esclien des Amies) uud die sogeuuimte Kinzeugung *) stall, und wurde die Zu- lassang zn dem Amte ausgesprochen. Streitigkeiten zwischen den Amtsnutgliedem wurden Ton den Aelterleuten geschlichtet
') Westphalon t, S. 443 Anm. giebt eine Ziisammonstellung.
*) Eine Stundo nacli dem angesagten Tenniue bci den Kramern-, nader tyd dat de hercn (dio llathmannen) sitten gan sint bei den GoldBdunieden.
*) Morj^ens 7 fin nlpr Mittags 12 Uhr be: dm Kramern.
*) Oat he echte uud vryg geboren sy unde dat sin handelinge unde ntthte god unde reyne sy.
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XXX
•Oder entBohiedeii. Neoe Geaetie des Amies kamen dvreli
Willkiir der Werkmeister, in spaterer Zeit der Regel nach unter Mitwirkung der anwesenden Rathmannen zn Stande.')
Die Verletzung der Amtsgesetze wiirde mit Strafe belegt, deren Ertrag theils an die Stadt, theils an diw Amt^ theil- weise auch wohl an die Werkmeister fiel.
Die lu deu Morgeusprachen der Stadt zueikannten Straf- gelder betrogen:
1350: 8«15>9~^ 1351: 8910)9—^ 1352:179^17)9—^
1353: 16,. 7 „ — „; 1354: 42„15., — „; 1365: 12 „ 1„ — „; 1356: 14 „ 12 „ - „; 1357: 14 „ - „ - „; 1368: 6 „ 2 „ — „; 1360: 11 „10„ — „; 1370: 14 „ 7„ — „; 1371: 18 „ 4., — „; 1372: 14 „ 12 „ — 1373: 19 „ 13 „ — „; 1374: 15 „ 16 „ 6 „; 1375: 14„16„~„; 1376: 11 „ 2 „ - 1377: 12 „ 8 „ - „; 1378: 24 „ — „ 6 „; 1379: 18 „ 19 „ — „; 1380: 10 „ 18 „ 6 „; 1381: 21 « 14„ — „; 1382* 18 „ 1 „ 10 „; 1383: 12 „ 11 „ 10„; 1384: 18 „ 11„ 6„; 1385: 12 „ 14 „ 4„; 1386: 12„19„ 6»,; 1387: 14 „ 13 „ 4 „; 1390: 10 „ 9 „ - „; 1400: 9 „ 2 „.
Ill <\t'm nachfnlppndpTi alphabetischpii Vpr^pichnisse sind die mittelaltcrliclien (iewerke, welche in Hamburg nsuhzu- weisen smd oder uach Aualogie der Verhaltnisse in Liibeck alb vorhandeii an^enommeu werdeu konnen, zusammengestellt.
Die Ape&giesser (apenghetereP) gieisen ofmie Ge- ftsM am Sfeseing. In Hambor^ una tie mit den Kannen- iind Orapengie^isern vereinigt; in Liibeek, wo ihre ftlteste Rolle von 1432 datirt, verfertigen sie beim Meisterwerden ein eckiges Haudfass, in dom man Wasser reicht, ein rundes auf einerWellegedrehtes Handfassund eincn Hahn (Messingzapfen, der in das Spuudioch des Fasses gesteckt wird).
Die Armbrustmacher erhielten in Hamburg erst 1458, in Lttbeck 1425 eine RoUe» Tergl. anten Ratbedienenebaft.
Die Bandechneider (bentonidere), welcbe das G e b inde ta den Tonnen verfertigen, geh5ren zu dem Amt der Bottcber.
Die Backer (pistores. becker)^) bilden in Hamburg ein Amt der Weiss- iind Fnsthacker, ein Amt der Los- und Kucheiibiicker und — in JipatererZeit — eine Briiderschaft der Urobbacker. Daa Amt der Weissbacker ist das aiteste.^)
*) Item in des hilgen Lichammes avende anno 1,14)60 do wercn de kremer toiamende and wilkorden. — Item in lunte lohans avent col- lacinnis nnno (14)62 — worden ens de heren mjt d«m ample: Beidee in bezug auf den Beiach der Morgensprachen.
*) Lappenberg, Bd. &, S. 306 ff.; Wehnnann, 8. 157.
*) Lappenberg, Realgewerberechte, S f)5
«) Im Stadterbebache: 1)^48—66: Alardua pistor— 1S67 (B. 831, 346) Wolcqnardna piitor (S. Utt); Badweidw plator (S. 383); magister Ba-
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Die Bfickerstraase (platea pistonnii) iHrd zwiMhen lt4B and 1255 erwSlmti) nnd 1S66, im Untmehied Ton der 8«it 1265
Sifiannten neuen BickerstrasBe (nova strata pistornm) als e alte Backerstrasse (antiqua platea j)i8tonim) bezeichnet.') In (^if'sen beiden StrassPB batten die Backer ilire Wobnhauser nnd Backofen (pistrina)*), ibre Verkaufsstellen dagegen waren in den Brotschrangen. Die Backer bezablten 2 ^ Meister- geld; ibre Settingbe wurden iu die Sammlung von 1375 auf- genommeii; IIH'C wurden 36Bftoker Teneichnet; im 15. Jahr- Enndert stellten sie 8 SohHtzen. Meister wurden:
1370: 2; 1371: 2; V\72: 2, 1373: 4; 1374: 3; 1S75: 2; 1376: 2; 1377: 2; 1378: 0; 1379: 3; 13H0: 3; 1381: 1; 1382: 4; 1383: 2; 1384 : 5; 1385: 1; 1386 : 5; 1387 : 2.
Fiir ihre Verkanfstellen bezablten die B&cker jeder j&br-
bch lu
De pi>t(jnbus:
1350: 15 S 5 /?; 1351: 12 fi; 1352: WB —fi]
1363: 12 „ — „; 185^ 18 „ 15 1365: 18 „ 5
1356: 16 „ 10 „; 1367: 13 „ 15 „; 1358: 12 „ 10
1360:13,, 6 „(?)1370: In .. 5 „; 1371:15,, 5
1372: 15 „ 10 „ 1375: 17 „ 10 „ 1378: 19 „ — „ 1381: 20 „ 5 „ 1384: 21 „ 10 „
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1373: 17 „ 15 „; 1374: 18 „
1376: 18 „ 5 ,„ 1377: 19 „ 5 „;
1379: 19 „ 15 „; 1380: 20 „ 5 „;
1382: 20 „ 10 „; 1383: 22 „ 15 „;
1385: 22 „ 5 „; 1386: 22 „ 15 „;
1387: 22 „ 15 „ , 1390: 23 „ 5 „(?)1400: 20 „ — ,^
BadstSver oder Bader (stuparii, 8tupatore8,batb8toTere)^) verden im altesten Stadterbebucbe viel seltener genannt, ^ als Badstuben (stupae) ^ , weil dieselben meifitens nicht im
dolfofl (? 9. 38S, 336); RoUlBdas plstor (8. 8S4); Wemeros pistor de Erteneburch (S. 334); Reymbernus pistor — in jplatea jpistomm (S. 386,
337): V2b>i Henricna Clispere pistor (S. 350); 125l»— 65 Flennaunus Parvus (S. ;i51, ar><;, 37U); 12liU— 71 Engellekinus pistor tS. 363, 3»1, cWB, 405, 418); 1266—69 dominus Yke pistor — in platea pistomm (S. 880, 404): 1285 lohanncH Buxtehude pistnr (S. 391); 1268 lohaiineB friltoft die- Uis Crabbe (8. 397); 1^2 Elerus pistor (S. 420). «) 8. 887, 344, 348. — «) S. 868. — ») 8. 381.
*) pistrina S. 332, 333: pistrinum S. 334, 335; pistrinum — in quo — Steneco commorator and Ucreditas in platea pistorum, in qua Ste* Beco cMBBMrator (6. 409, 417); pystrinimi m antiqua platea pivtonifli (9. 429).
^) Lappenberg, Kealgewerberechte, 8. 68 £f.; Wehrmann, S. 162 fL ^ Mychael stuparius 1862—70 (8. 856, 899, 414). 0 stupa S. 332, 345, 354, 865, 395, 428; stupa prope novam moleO' dioam S. 403: stopa (in platea?) fitbromm S. 406; stupa iuzta lonfam
pontem B. 350.
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xxxn
«
Eigenthnm der in der Regel wohl unbemittelten Bader standen. Die Bader bezahlten 1 ^ beim Meisterwerden;
ihre Settinghe wareu in die Sammlung von 1375 aufgenommen ; 137G wurden 4 Amtsbriider verzeichnet: iin 15. Jahrkimdert stellten sie keiue Schiiizen. Meister warden: 1370: 4; 1372: 2; 1374: 1; 1376: 1; 1377: 1; 1383: 2; 1385: 1.
Die Barbiere (rasores, barbitonsores, barberer) bil- deten im 14^ Jahrfaimdert nooh kein Amt*); sie beBch&nigteii sich aucb mit Wundarznei und standen deshalL in h^herem Ansehen, aU die Bader. InLUbeck datirt die Eolle der Barbiere von 14S0- sie scheeren, verbinden und haben, gleich dem Apotheker, Pilaster und Salben feil. Walirend der Bader nur in seiner Badstube scheereTi dart', thiit dies der Barbier sowohl in seiner an den davur aui^eUaugten messingeneu Beeken erkennbaren Scbeerbude, ais anch in eiiiein bestimmten ihm angewiesenen (oder za seiner Bnde gehdrigen) ReTiere der Stadt. Jeder, dem es gebiibrt (den die Reibe trifft?) mit den Herren aiiszuziehen, soil seine Instnimente, Salben, Pflaster und Medikamente in Ordnung baben.
DieBecbermacher bilden mit den Biitten- und Eimer- machern seit 14G4 ein Amt, Nach ihnen bekam die seit 1261 eenanutc Ilundebtrasse (platea cauum) in spaterer Zeit den Namen Beckmacherstrasse. Anch in Lfibeoc *) ?erfertigten die Bekemaker: batten, spanne (Eimer) und pipkannen (pipe= Robre. Ausgussrcihre) ; gleich den Schachtschneidern durften sie Schaufeln und Mulden auf die Miirkte fuhren, aber die- seibeu uicht in der Stadt auf ihren Sciiragen ausstellen.
Die B eu telraacber (bursarii, budelmak* K I •■•) sind luich der Liibecker RoIIe von 1359 mit den liiemenscbneidern nahe verwaudt. Sie verarbeiten darnacb die kleineren Haute von Hirschen, Hindtnnen, H&ute von Rindem bis sum Preiee * Ton 4 Schillingen binauf, und Il iute von kleineren Thieren. Sie gerben mit Oel (Fett oder Thran), fiirben auch wobl das 80 ge?erbtf» Leder (samisch- oder olgares, Wn^rliledt^r) gelb und verarbeiten es zu Beuteln, Geldkatzen (bighordelen) Hoseuriemen (brokremen) und Hosen (broyken). In Liibeck
') EigenthQmor von Badstuben: dominus Hartvicus de Erteneburg (S. 332), AuQo de lusula oder de Ottsenwerthere (S. <i54, ti65, 395), domi- nus Leo (S. 406, 4S8), linuBtlieh RatiusaaneB, and der angefilbrte Bader MichaeL
*) Lappenberg, Rea1gewerbere(^te, S. 73 ff.: Wehrmann, S. 164. s) Im Stodterbebache: 1848—55 Wcmems rasor (S. 889); 1961 Wal- tons TMor (S. 354); 1270 PetTOS laSOT (B. 411). 4) Webrmaon, S. 170.
*) Lappenberg, Realgewerberechtet 8. 100; Wehrauniit 8. 186.
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trenaten rie sicli 1369 tod den Riemensobneidern, erhielten
aber ent im 15. Jahrhundert einen eigeneii Aeltermann und blieben bis dahiD unter der Aufsicht der Aelterleute des Rienipiischneideramtos, In TT;nnhurg troten l ?(ir> drei Rie- menschneider unter der Bezeichmmg Beutelmaelu'r auP); I*-i7f) umfasst der Name iieutelmacher audi die Kiiiucuschueidir: etwas spater werden die Riemeiischiiiger Kiemensclmeider genannt. Das Ami der Beutelmacher ist mit dem der Glaser und aiideren Aemterii verlnindeu.
Die Blei decker (blydeckere) decken die Gebaude mit Bleiplatten uud legen die zur Ahlcitung des Regenwassers bestimmten bleieruen Rohrrji. In Hamburg sind sie mit den Kanneu- und Cirapengiessurn zu I'inem Amte vereiuigt.
Die liottcher (dolificea, doleatures, bodekare, bode- karii) ^ Yerfertigen Tonnen, F&sser und Botticbe % In der Liibecker RoUe wird Heringsband and Bierband unterschie- den: beim Bierband werden (mich Webrmano) die Reifen obeu uud unteu, beim Heringsbaiid dagegen an vier Stellen nni (lie Tonnen pelegt. Mit den Bottchern verwandt und in t iia m Amte vercinigt biod, wie es scbeiut, die Bandschncider. die Kiemer uud die Stuhhnacher. Storeslegber (S. 209, 448) ▼ielleicbt die Bezeicbnang fiir einen Bottclier, welcher Tonuen for den St6rfang anxufertigen und die gefilllten suzuschlagen hat. In Liibedc werden diejcnigen Zusclilager (toslegber) genannt, weicbe mit dem Kaufmann nacb Schonen isiehen; sie durfeu nur halbe Tonnen von altem flolze anfertigen. Das Amt ist alt und das zahlrcichsto ; Vereinbaningpn der Rathe zu Liibeck, ilambuig, Kostoc k und Greil'swald mit den Bottchern dieser JStadte datiren von I'd^l; die Settiughe warden in die Sammlung von 1375 atrfgenommeD; Das Meistergeld betragt 2 ^; 1376 wurden 104 Amtsbriider ver- zeichnet; im 15. Jabrbundert stellten sie 15 Scbiitxen. Meister wiirden:
mO: 5; 1371: 8; 1372: 3; 1373: 13; 1374: 12; 1375: 10; 137r>: 1; 1377: 5: 1378: 5; 1379: 11; 1380: 8; 1381: 18: 1382: 12; 1383: 2; 1384: 13; 1385: 9; 138G: 29; 1387: 20.
<) Bd. 1. S. 3Q6: Adolfua, Heiaricus et lohannes bnrsarii. ») Wehrmaun, S. 173.
*) Im Stadterbebuclie: loliaiiiieg bodekarins, dolifex, zwischen 1248
ami 12r>5-1272 (S. 385. ;}04, 432), soinn Siilino Tliicl.Micus bodekarius, dolitex zwiscben 1248 und Dtiiid— 1270 (S.341, 3.5b, '66o, 412; desseaGattin Reimburgis 1270: S. 411) and lohannes 1368 (8. 4a)); Wolbertns bode- CArius, dolifex 12.%-G8 (S. 3Hj, 347, 3r»<j, 361, 303, 304, 384, 387, 397); WiUekinuH ]>0(1( rare, dolifex 1262— €5 (S. 'Si>h, 3<J0. 367): Marcwardiis bodekere, dolilex 1268 (S.333^94), seiii Solm loUauues 1268 (S.400): ItaduUuii doliiei mi^7^ (8. 896, m); Volcmarna dolifex (8. 403» 406, 408).
K. KofVMBtt. KifluntMiMchnttngen. Bd. I. C
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Die Braner (braz&torefl, bruere)*) bildeten kein Amt.*) Ursprfinglieh hatte wohl jeder Biirger das Recht in seinem Hause zu brauen; mit der Zeit aber verband sich das Brau- recht mit einer bestimmten An^nhl von Hiiii^cni (Brauerben), dereu Eigenthumer, wie es sch( int, verschiedeiie \ ereinigungeu bildeten. Um wurden 4iu Biauer aufgefiilirt: 126 Brauer von Amsterdam, 55 von Staveren, 46 in der Rodingsmarke, dS in der neuen Blickeretrasse, 197 im Kirchspiel St. Jakobi.
Die Buntmacher (Buntwerker, Bantfntterer)*) sind im 14. Jahrhundert mit den Pelzern verbanden. In Liibeck, wo die bpidpTi Aemter seit 1386 getrennt waren, vorarbeiteten die Pelzer Schaf- und Lammfeile, die Huntmacher d&gef^en die feiueren Felle: von Wild, iiisbesoiulere Ton Eichliornchen, Ottemfelle und dergleichen. In Hauibuig laachten sie 1537 alfl Meisterstiick: eyn maerten voder, eyn grane rttgge Toder und eyn illikes voder; 1592 wird ihre Arbeit als Foderarbeit derjenigen der Pelzer: dem pylsemacken ge^eniiber gestellt; 1537 verfertigen sie Marder-, litis- und Fuchsfutter, sowie auch Bauchfutter von (irauwerk, Hiirkonfutter und Buntfutter (namlich von iiiicken- und Bauchtelleii i.
Die Biittenmacher sind seit 1464 mit den Becher- und Einiermachem in einem Amte vereinigt. Sie werden auch mit dem gemeinsamen Namen der KleinbSttcher bezeichnet.
Ein Amt cK r Decker (tectorcs)*), wie es in Liibeck be- stand, gab es in Hamburg nichl. Die Liibecker Rolle spricht nur von Steindeckern (Ziegeldeckeni), welche aurli die blei- ernen Rohreu legen und festmauern diirl'en. Das Gewerk scheint meistens von Peisonen reifercn Alters erlemt zu sein:
Die Dreher oder Holzdreolisler (tomatores, dreyere)*) Bcbeinen sich erst 1373 zu einem Amte vereinigt zu ]iaben» da sie vorhin unter der Rubrik: De introitu officiorum me- chanicorura nirht genannt werden, 1373 aber das Meister^ geld von 14 Personen bezalilt wurde.^) Mit deii Drebem sind die Sciiachtschneider zu einem Amte verbuuden; in Liibeck Bind die Dreher von diesen dadurch unterschiedcn, dass sie nur
Im Stadterbobuche: Johannes braxator. bruero 12G6— 7" S.376, 416, 432); Ludolfus braziator 1269 (S.405); ThidericuB braiiator 1:^72 (S. 423).
*) Wehrmann, S. 190. *) Wehrmann, S. 195. ») Wehrmann S. lilT.
*) Im Stadterbebache : Reinwardus tornator zvisrbcn 1248 und 1255 (8. 888); Stepbanus tornator zwiscbrn 1218 und 1255—1269 (S. 338, 368, 405); UeinricuB tornator 1257—71 (S. a47, 350, j^l, 368, 376, 409, 415. 4ie); lolM&net toniator 1960-79 (8. d6S» 491).
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von ihnen selbst, auf der Drehbank angefertigte Waaren ver- kaufen diirfen, wahrend die Schachtschneidor Schachte und andpre Diiige mit der Hand Yprfertigen uud mit Gotiilaiidi- silieii Kiiuern, Mulden, Schapeii, Schaufeln, hohlen Faasern tt. 6. w. Uaudel treiben, aber keiue andere Dreharbeiten ver- kaofen dfirfen, als Ffisser vnd Schttsseln. In Hamburg ver- f«Hig«ii die Drelier und Scliacht8chneider:-fla8chen, holtene Tate and scbotielen; Dienstags bieten sie ihre Waaren auf der Trostbriicke aus, in spaterer Zeit besteben neben ihnen die Spinnrad-Drecbsler und die Elfenbein-Dreelislc r, wiihrend in- nerhalb des Drcclisleraintes selbst die Holzdreciisler , ilorn- drechsler, Block- und Pumpenniacher unterschieden werden. Sie zahlen beim Meisterwerden 1^; ihre Settingbe wurden in die Sammlung Yon 1375 aufgenommen; 1376 warden 16 Amte- brfider aufgezeichnet; im 15. Jahrhnndert atellten sie 2 Schiitzeu. Meister wurclcn:
1373: 14; 1375: 1; 1376: 1; 1377: 2; 1381: 1; 1382: 1; 1386:1.
Die Eimermacher sind seit 1464 mit den Becker- uud Biitteumachern zu einem Anite vereinigt.
Die Eisenmeuger, ^) iiiLiibeck Stablmeuger genauut, jetzt Eieenkrflmer, luuidem mit Eisen- und Stanlwaaren.
Die Fiaeher (piscatores^ Tyskere)') bilden ein altes und zahlreicbes Amt>) EdneAngabe, welche die Stiftung desselbeu Heinrich dem Lowen zuschreibt, ist vollstiindig werthlos. Im altestin iStadtorbebuche werdeti mir solten Fiscber genannt, well sie meistens unbemittelt geweseu sein werden. Die Fischer zahlen beim Eintritt in das Amt 1 ^\ ibre Settmghe wurdeu in die Sammluug tob 1375 aufgenommen; 1S76 warden 81 Amtflbrftder Teneichnet; im 15. Jahrhnndert atellten aie 12 Schiitzen. Amtsmeister wurden:
1370: 5; 1371: 0; 1372: 2; 1373: 5; 1374: 1; 1375: 3; 1376: 1; 1377: 1; 1378: 1; 1379: 0; 1380: 3; 1381: 6; 1382; 4; 1383: 4; 1384: 0; 1385: 7; 1386: 5; 1387: 0. De piscatoribus: 1350: car 15 A 1351: 8« 15/?; 1352: 24ar r- fi; 1353—1400: 16V.
Die Fischweicher I) hatten das Recht, getrocknete Stock- und Klippfiaehe aufzuweichen, zu bereiten and zu ver- kaofen. 1528 waren 16 Bftoke Yorhanden; 13 standen auf
M Lib. Pign. et Pact. fol. 46, 4d, 1297: Gherardus ysereameyngbere.
«) Wehrmann, S. 441.
>) Wehfinann. S. 477. . *) Im Stadtero«buche : £cgo piscator 1262 (S. 361); lacobus pisc&tor Vmt (8. 4SS).
■) Ltppenberg, Bealgewerberechte, 8. 109.
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XXXVI
dem Fischmarkt. 3 auf dera Hopfenmarkt: vine auf jedem Markte wurde vou dem Uathe vergebeu. Uamals war en mil ihnen die Haken verl)uiidL'ii.
Die Flascheutireiitjr (tiascheiidreiere) werden wohl als Zinnarbeiter aofzufassen seiiit welche die in Fomen ge- gossenen Zinnflaschen gla^t drehen, doch gehfiren sid nicht zu dem Amte der Zinngiesser, sondern zu dem der Dreher.
DieFuhrlciit e liaben in Hamburg friihzeitig ein selbat- standiges Gewerbe betriebeii. *)
Die (ritrbrader (assatores, garbradere) ^) biMftt ii eiii Ami mil den Heringwascheru, doch konnte man bowuhl iu beide Gewerke, wie in eines derselben eintreten. Die seit 1308 erw&hnte Garbraderstrasse (platea assatonun) scheint darauf hinzudeuten, dass die Garbrader in Hamburg ebenso wie die Mitglieder der ,,kumpniiye der gharbradere" in Liibeck, ihw Wnaren vor dem liathsweinkeller zum Verkaufe ausgeboten luiUeii. Die Garbrader zahlten beim Meisterwerden 2^: ihre uiid der Heiingwascher Settinghe wurden in ciie Samialuug von 1375 aulgeuommeu, 1376 wurden iO Arnt^- br&der verzeichnet; im 15. Jahrhundert stellten die beiden Aemter keine Schiitzen. Meister wurden:
137P>: 1; 137f): 1; 1376: 2 Heringwascher ; 1377: 1 Gar- lirader; 1378: 1 Herinprwasoher; 1379: 1 Heringwascher; 13H0: 1: 1382: 1 Garbrader, 2; 1385: 2; 1386: 1 Garbrader; 1387: 1 Ciaibrader.
Das Ami der lierber (cerdones, gerwere)*) wui hiiher ein zahlreiches.^) Die nach ihnen benannte GerberBtraaee wird 1319 genannt. Die Gerber bereiten dae Leder mit Baumrinde oder Lohe und heissen deshalb auch Lohgerber oder (in Ljibeck) Loher; nach der Farbe, welche durch diese Bereitungsweise da> licder erlifilt. werden sie audi Kothgprber genannt. Das Amt beriihrt sick in Bezug aui den Eiiikauf des Materials mit den Hautekiiufern, in Bezug auf die \ erarbeitung mit den Weissgerberu, in Bezug auf den Verkauf des Leders mit
*) Im Stadterbobiichc: Radolfus vonnaii, auriga 12(>3— 68(8.868,895); Nicolaiif; varman 12G4 (8. 864); Tode vorman 1266 (S. 881).
Wehrmaun, S. 2()3.
*) LappenberpT, Kealf^ewerbercchte, 8. 102 ff.; Wehmiann, 8. 314. Sohr r\usfUlivli<-h sind die Vorli;lltiii^«io dor Gfrber in LOttioh bohandf^lt voubormaus: Lc bon metier Ucs tauneurs dc Tancienne cite de Liiige, 1868.
*) ImSUdterbebnche: xwischen 1348 und 1255: Alardascerdo <S. 880); LudtTUS cerdo (S. Ji32): Otbcrnu^ ct liicbernus rordniH s (S. 333V. Ilovcd cerdo 1265 (S. 33H. 3(;G): 12.'i8 Tidemannus gerwore (8. 348): 12')^ iiot- scalcus cerdo (S. 348); 1266 Tidericus sardo de Megedeborg (8.380,412); 1269 Ilcnricus cerdo (S. 40S); 1260 Radolfus cerdo <& 410); 1285 Conn- dtts cerdo (S. 8U1).
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XXXVII
den Schnstern. — Die Gerber zahlten beim Meisterwerden
Z ^; eine Vorechrift fur sir enthalt schon der Anhang des Stadtrechis von 1292; ihre Settinghc wiirdeu in die Sarainlung von 1375 aufj^onofiiineii; l.*)7<) werdeu 52 Anits- briidpr fronanut; im 15. J.ilirliuiukrt stellten sie 12 Scliutzen.
i)ic tierber zfthlt(Mi von der St.i venpt'orte an der Alster eine Abgabe, welclie seit lo7() jahriich 12^ — /? i)^ betrug lud anch scbon friiber in dieser Weise fixirt gewesen zu sein scheint. Aiisserdem entricbtete jeder von ibnen jabrlicb l^fi fur die ihnen angewiesenen Verkaufsstellen, welcbe 1370 his 1374 oder 137t) in dem Wandhause waren; wilhrend sie seit 1375 odrr 1377 ein eigenes (ierberhaus besassen.
Dp cerduuibus (commorauiibus apud AUtriam, racione portarum super Alstriam):
i:',58: 12 „ — „ _ „; 1300: 10 „ () „ — „; 1370-1387: 12 „ — „ 6 „; 1390: 12 „ 6 „ — „; (?) 1400: 2B ~~ De cerdonibus de domo pannicidarum: 1370: B49 10 /?; 1371; 32^ 16 fi; 1372: 30«r 10 /?; 1573: 32 8 1374: 33 „ 4 „. De cerd(>ni])iis do domo sua forali coreum vendendo: 1375: 3:') ^ — y^; i:570r ?AW 10/?.
Ih' cerdonibus de nova domo cerdonum (racione nove domus, ubi vendunt coriuni):
1377: 30 « 10 /?; 1378: 38 «r 10 1379: 30 '9^12 /?; 1380: 37 „ 4 „; 1381: 37 „ 12 „; 1382 : 3:] „ 4 „; 1383: 31 „ 12 „; 1384: 30 „ — „; 1385: 32 „ 16 „; 13H0: 32 „ 8 1387:^ „ - 1390: 30 „ 2 „; 1400: ^.
1370: ]; i:571: 5; 1372: 3; 1373: 3; 1374: 1; 1375: 2;
1376; 4; 1377: 1; 1378: 3; 1379: 5; 1380: 1; 1381: 0;
1382: 4;. 1383: 1; 1384: 2; 1385: 1; 1386: 4; 1387: 2.
Die Glaser (vitrarii, vitrifices, glazewerthen)^) werden im altesten Stadterbebuche nicbt geoannt. Der am friihe*ten nachweisbare (ilaser ist der 1289 genannte Risewibc vitrea- riiis.^) Da*; Amt der (rlaser ist mit dem der Maler vprninigt; in beiden werdeu dieselben Meisterstiicke verlangt: eiu Kreuz,
*) Lappeaberg, Band 5, S. 224; Wehrmanu, S. 326. lib. PigD. et Pact, fol 12.
1350: 10<BlSfi 1362: 11 „ — „
1354:
1356: 12 „ 16 „
1351: in^- fi — ^ „: 1353: 12 — „ 6 „;
Mpis^ter wiirden:
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X3LX?in
ein Marienbild mit Si. lobannes, ein St Georg zu Fferde. In weiterer Verbiudung mit dem Amte stehen aie Sattler, Rie- meiischliiger, Taschenmacher, Beutebnacher und Platten-
schlager. Alle diese Aemter haben gemeinsame Settinghe, wplrhe in die Sammlung von 1375 aiif^enommen wurden; 1376 warden die folgendon 9 AiiiUl)iiider verzeichnet: Bcrtramus malere, Nycolaus malere, (iodescalcus Brambusch, Fredericos Osenbrugghe, Pettiis Dusingh, Elerus de Molen, Beneke re- mensleger«, FruQke tascbenmakere, Mako Herslo cellator. Spater schieden die eng verbundenen Maler und GUwer ana der Vereinigung; im 15. Jahrhundert stellten sie zusammen 2 und „die vielen Aemter" zusammen 6 Schutzen Pas Meister- geld betrug 24/?. Meister wurden 1370: Johaun Franke; 1378: Johann Priitze Beutelmacher; 1374: Make Herslo Sattler; 1375: Aruoldus Sattler, Kler vou Moleu; 1378: Heinrich Riemenschl&ger, Wilbelm TaacheDmacber; 1880: lo- hann Maler; 1382: Richard Glaser, Jobann Wackerveld Glaser; Nikolaus Starke Glaser; 1385: Gherike Kalker Ricmenschlager ; IBSf): Gerhard Riemenschneidcr, Johann voii Soest, Thidekin Wale Sattler, Mirhnol Kusvelt Sattler.
Die Glockeugiesser (clocgeterej sind mU dea Gra- pengiessem verbuudeu.^)
Glotsenmacher oder Pantoffelmacber, dmn es 1436 in LUbeck zebn gab, sind mir in Hamburg nicbt begegnet
Die Goldschmiede (aurifabri, goltsmede)') entrichteten kerne andere Abgahe an die Stadt als beim Meisterwerden, und ^verdfn also in Hamburg wohl nicht,*) wie das m anderen Stadten der Fall war, von dem Hatlie ihnen aiit^^t wiesene Buden besessen haben. Nach der Liibecker Rolle sollten die Goldschmiede nirgendwo sonst arbeiten, als in ihren Buden unter dem Rawhanse, damit man sehen kdnne, wie und was sie arbeiteten. Nach der Hamburger RoUe verfer- tigen Bie als Meisterstlick: e^-n guldene vingeren mit wotmes hoveden undo cyn par bende mit smelte to eneme me'^te. Beim Meisterwerden bezahlteii die Goldschmiede 5 4^; ihrc Settinghe wurden in die Saminlun^ von 1375 aufgcnommen; 1376 wurden 9 Amtsbriider verzeichnet; im 15. Jaiirhundert stellten sie 3 Schfltzen. Meister wurden: 1370: 1; 1371: 3; 1376: 1; 1378: 1; 1383: 2; 1385: 1; 1387: 1.
>) Lappenberg, in Bd. 5. S. BOB ff. Im Stadterbebuche : 1264 Tidericus doegetere (8. 964); 1884 Dirich von Monster (Bd f). 312).
*) Lappenberg, Realgewerberechte, S. 76 ff.; Wehrmanu, S, 215 ff. ^1 Im Stadterbebttcbe: 1971 lobaiiaet aurifaber (8. 410).
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Die Grapengiesser (ollarum fusores)^) bilden ein Amt mit den Kamiengiessern. Nach der Lubecker Rolle ver- fertigen sie als Meisterstiick 1 Grapeu, 1 Schapen (Pfanne) und 1 Miirser.
Dir Grobb&cker diirfen weder Semmel, bogIi anderes
Weissbrot backen, auch kein: oversneden schonroggen to kosten (Gastereien), keiu: krudct brod, ock neyii twyback. Sie backen ausscbliesslicli den ilmen von Privatleuton p^f- srhickten Teig zu Ko^'^'eTiV>i-nt, diirfen wrdor Koin kauten, noch dasselbo iiialilen lasisen, auch keiue Iviicclite lialteii, sondem nur einainler helfen. Die oben (S. XXX) geiiauuteii W«ifl8b&cker dagegen haben ihre bestimmten Stellen in der Mnhle and halten Gesellen and Lebrjungen; die Letzteren bieteu up den scrangen langes Brot and Fladen und der- gleichen feil.
Die (i riitzmacber (aveiiatici) von denen die friihere holtene Twiete den Nami!ii ( iruttetwiete (jetzt Gorttwiete) erhielt, bezahlten jahrlich, verniuthlicb fur einen Stand auf dem Hopfenmarkt, eine kleine Abgabe an die Stadt: es waren
Personen, von denen jede 4fi besahlte. In Llibeck waren die belehnften gortemaker von den nicbt belehnten gorte- sellern antencnieden.
De avenatiris:
\m:\2/3; 1351: 2/?; 1356: 2/?; 1557: 2 1358: 2/?; 1378—81: 12 /?; 13S2--84: 8/?: 1385: 12 /?; 1386—87:16/?.
Die Hake a (i>enet>tici,Iiakeu, hoken,Hdkerj*)betreibeuden Kleinhandel mit Lebensmitteln and dergleichen: botter, kese, ^»eek,fimersepen. 152B sind sie mit den Fiscbweichemverbanden; tie atehen auf dem Fischmarkt: acbter den vischbenken, alse twischen den benken undt ronsteiiie (liinnstein, (iosse). Im 15. Jahrhundert stellten die hoekere 8 Schiitzen. Die mit der Garbraderstrasse identische Hakenstrassp (platea peue- &ticorum iu antit[ua civitate) wird l:i!71 geaaunt.
Die in den Kecbnungen erw&hnten penestici sind G&nee- k&ndlerinnen (gozehoken), deren jede 1370: 4 /?, seit 1371 jikriicli 8 an die Stadt bezahlt
De penesticis: 1353:7 9^4/?; 1354:19^4/$; 1365: 1 9 12 i^.
') Lappenberff, Bd. 5, S. 308; Wehrmann, S. 225.
*) Im Stadternfbiu'he zwischen 1248 uud 1255—72: Henricus gro- pewetere (S. 339, 407, 1^, 428); l'i70 Thidericus gropeiiffhetere (S.4U); Wi^n Elerus fusor ollarum, gropengbetere (S. 421, &S). * Lapp enb erg, Realgewerberecnte, 8. 88; Wehrnumii, 8. SS8.
*) WehxmanDf S. 285.
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De gozehoken:
1370:1-^-/?; 1371: 4Sr 8/?; 1372: 4«r — 1373: 4 „ - „; 1374: 4 „ - 1376: 4 „ 8 1376: 3 . 12 1377: 4 , — 1378: 4 „ —
1379: 3 12 13H0: 3 „ 12 1381: 3 , - 1382: 2 „ ir> „; 1383: 3 . 4 „; 1384: 3 „ 4 138:"): 5 „ 4 „; 138r): 4 „ 10 „j 1387: 4 „ — „; 1390: 6 „ 8 ..; 14^K>: 3 „ 4 „.
Die Hariiischiiiuchcr *) verfertigen iiach tier Lubecker KoUe: panscr uude huudeskoghclen; kogheleu ist ein allge- meiner Ausdrnck far Kopfbedeckung. In Hamburg ist mir die Bezeichnufig Harnischmacber nicbt begegnet s. Platen- scblager.
Die Helmschliij^er (helinslegere) *) sind mit den Platen- schliigeni oder mit den iSclimipden vcreinigt. 8ie verfertigen lederue mit Metall beselilagene uder eiserne Helme.
Die Heringwascher (haringliwaschere *) bildeten ein Ami mit den Garbradern.^^ Beim Meisterwerden bezahlten sie 2 J(. Ausserdem entricnteten sie fUr die ibnen angewie- seuen Pliitze oder Raumlichkeiten eine jahrliche Abgabe an die Stadt.
Do allocibus; baringhwaschere, De baringwasrhere: 1350: 2 8^: 1351:4^ 3/?; 1352: 3« 4/?; 1353: 0 „ IG 1354:— „ 1<> „(y);1355 : 8 „ 16 „; 1356: 9 „ 12 „; 1357: 9 „ 12 „; 1368 : 8 „ 16 „; 1360: 7 „ 4 „; 1370: 9 „ 4 „; 1371: 9 „ 12 „; 1372: 9 „ 4 „; 1373: 9 „ 8 „; 1374: 9 4 „; 1375: 9 „ 12 ..; ]37(): 9 „ 4 „: 1377: 9 4 „;
1378: 9 „ 4 „; 1379: 9 4 .,; 1380: 9 „ 4 13H1: 9 ., 4 ..; 13H2: 9 12 „; 1383: 9 „ 12 „;
i;i.s4; 9 ., 12 „; 1385: 9 12 ..; 138(5: 9 „ 12 1387: 9 „ 12 1390: 9 „ 4 „: 1400:10 „ 2 ..(y) De allecibus prope kranonem et kaak: 1351: lis 19^; 1357: 10«r 8/?; 1358: 19«r 4/?. Man ni(k'bte annebmeu, dass an die Stella dieser Rubrik die unten (s. Anstalten) zn nennende: i>e nova baringhus
') Wrhrmann, S. 'i33.
Lib. i*igu. t t Tact. fol. :i8b, 1292: ilicberiiuii et tilius eius Vicco artnifabri.
'1 Tdhannos hrlnislc'riir j-o wird I M" Mai 17. als Anltrrmann ^enannt (baud i\ .S. i.'i'i); oiiicu ilcliriHchlager unter deu Schmieden, s.uutcn S.XLV1IL *) Lapponlierg, Uealj^fwerberechte, 8. 106 ff.
*) Lib. Vigu. ft Pact. f<'l. 11, 1289: Wripning piscatdi dohd lohanni (licto I'huleruap de Lubekc et Thiderico aicto beringwascbere socio ciuH 30 sul.
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getreten sei, wenn nlcht jene nach den Tabellen Laurent's iioch in den Jahreii 1357 nnd penannt sr»in solltc.
Die Hutstaf f i r r liabeii wolil erst spjit eiii splhst- standiges (rework gehiidet; iii Liibeck werden »ie uoch 14H1 umschreilit'iid hezeichiiet') als: dede hode plegen mil dem game to beueigende nnde to stickeude.
Die Hutwalker (pilleatores, hotwalkere) sind mit den Viltern rereinigt;*) 1583 trennien sich die Vilter von ihnen mid gingen eine Vereinigung mit den Hutstai'firern eiu. Auch in Liibeck sind Hutwalker und Vilter verbunden; als Meister- <!tiick machen sie: eyneu breden hot, eyn stucke vyltes, eynen slicUten hot uiulo eytieii crnsen hot. Im 15. Jalirhundert stellten die hoetviltere 4 Schiitzeu. Die Hutwalker-, spater ueh Vilterstrasse genannte Gaese wird seit 1270 erw&nnt^)
Die Kannengiesser (amphorarum fusores, kannenghe- tere)*) gieesen Zinngerath. Sie bilden ein Amt mit den (rrapengiessem. Nacli dov Liihecker Holle niarhen sic. als, Meistpr^tiirk: drygerleyewerck, alne vlaschen. rate uiuii' kaiinen, vau ysiikeine oyu par. Bcim Mpistoiwerdeii bezahlten die Mitgheder der beiden Aeniter 1» ihrc Settinghe wurden in die Sammliing von 1375 aufgenommen: 1376 warden 12 Amtsbriider verzeichnet; im 15. Jahrhundert stellten sie 3 Schiitzen. Meister wurden
1371: ]; 1372: 1; 1373: 2; 1374: 1; 1377: 1; 1BS2: 4.
f^io K I rz e n i OS se r (candelatores, kortliz«'iigh<'t«M-(>'^ •) giesseu Kerzeij aus Talg; in Liibeck verkaufeii sie auch Essiig und Senf. In Hamburg diirfen allein die Kerzengiesser Pedi bis zu 10 Pfund in ihrem Hause auswiigen und den Kleinbandel mit Theer (in Eimem and Becbem) betreiben (vgl. anch Specksclineider). Sie bezahlten 2 ^ Meistergdd; ihre Settinghe wurden in die Sammluug von 1375 aufgenommen; Wi] wurden 9 Amtsbriider verzeiclinct : im 15. Jahrhundert stellten sic 2 Schiitzen. Meister wurduu: 1370: 4; 1374; 1: 1377: 1; 1378: 1; 1379: 1; 1380: 1; 1387: 1;
Die Kessel flicker (ketellapoer) bildeten kein Amt, «ondem warden von dem Rathe belehnt
') Wehrmann. S. 474.
*) happen hprtr. n»';(lLT('WorlH'r('rlitf\ S. 10;'); Wehrmann, S. 471 ff. ') Im Stadterbeiuiclie: 1262 BeniarUus hotwalkore (S. 355); liiMJ Iinghe pillcator.
M S. 4<»s laO.
•) Lappenberg, Bd. 5, S. 30« ff.; Wehrmanu, 8, 246. ') Wehrmann, 8. 249.
n In Stsdterbebaehs: 1368 WalUienis kercemskere (S. 986).
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Die K i e m e r (kyraere) Oder KUfer Terfertigen die Kufen Sie sind mit den Boltchern verwandt und bilden mit ihnen ein Arnt. rrs))rfni^]i( ]i sind vielleiclitKiemen und Kufen, Kie?ner nnd Kiiler noch vcrst liiedcii. da das Amt das der Bottcher, iuemer und Kiiper genaunt vvuide. ^)
Die Kistenmacher (cistifices, kistenmakere) ') bildeten in Hamburg mit den Leuchtenroachern ein Amt.*) Kach der Liibecker Rolle Ton 1508 roachen sie: kysten, Toetkysten, knechtekistcn und wonynge schappe. Verwandte Aemter bilden die Kunthonnacher, die Panelenniacher und die Schnittger. bi Liibeck tbaten '^icli 1020 die Kistenmacber mit den Scliiiittgern m dem Amt di r Tiscliler zusamraen. Im 15. Jabrbundert stt'Ilten die Kistenmacber mit deu Leuch- tenmacbern 2 Scbiitzen.
Die Knochenhauer (camifice8,knokenhowerc) ^) bildeten ein zablreiclies Amt.*') Die Knochenhauerstrasse (platea camilicum) wird zwiscben 1248 und 1255 erw&hnt. Das V'ieh wnrde in don l)oiden Scblaclit- oder Kiiterhausern gosrhlacbtct; der Flei^fbverkauf fand in dem Flci^chsrlirajigeu statt. Die KnochenbaTjor bcznhlten beim Meistei wordcn 2 ihre 6et- tiiighe wurden in die Sammlung von lo75 aulgeuommeu ; 1376 wurden 57Amtsbrudor verzeichnet; im 15. Jabrbundert stellten sie 1!S Scbiitzen. Meister warden: 1370: 1; 1371: 4: 1372: 2; 1373: 2; 1374: 1; 1375: 4; 1376: 4; 1377: 1; 1378: 3; 1379: 0. V:,m 2; 1381: 2; 1382: 1; 1383: 1; 1384: 0; 1385: 2; 1386: 0; i:;s7: U.
Fur seine Verkani■s^t^llo in doni Flcischschraugen (van sineme leede, (ilied? Lade y Block) /ablt 1370jeder Kuochen- bauer 8—24 /?, die meisten (30 Personeu) 12 /?; 1371 trat eine Erbdhung des Stellgeldes ein, so dass jeder 12 — 32 /?, die meisten (32 Personcn) 20 /? bezahlte. An dem AufstaAde von 1375 nehmen die Knocbenbanor ciTien bervorraj^enden Antbeil; von ibrer Bescbwerdescbrift und der abseiten des Ratbes darauf gegebeuen Autwort: Articuli carniticum et
') S. 914: Gonrado kymere ad proparamlum de — kuvene.
'') Jotr.t nonnon wir dii'sc Handwr-rkfr : kiiper, ihrp Waaren : ktihen; auch koop (der Wa&serkubel zu deD grossen Feuerspritaten) baugi woltl damit susammeo.
^) ^YehrmaIln. S. 252.
H Im btadterbebuchc: 1262 Laurcntius cistifex (S. 35b).
*) Lappenberff, Realgewftrberechte, S. 37: Wehnnmnn, 8. 869.
Im Stadterucbuch zwischcn 121H und I jri,') W(>1( iiuardus carnilu ex (S. 332); lerriciis carnifirox 12r>« (S. 333, 318, vgl. 8. 422); Ludekinua carnifex 1265 (S. 336, 371), Tbitlevus carnifex (S. 336); 1255 Henricus cumifez (8. 845); 1S60 HennaimiiB carnifex (8. 968),
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XLin
responsiones dominorum consilium ad eosdem, hat sich nur em Brachstiick (bei Westphalen 1, S. 442) erhalten.
Df carDificibus (de macellis):
1350: 1353:
I'M) :
1375:
1378:
1381: 1384: 1387:
24 «
24 35
ee
67
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4 19 14
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1351 1354: 1357: 1370:
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1 3R5 : 131M):
20 1^ 21
38 3H GT) 63 66 68 f)4
Die K o II thormacher')
1352: 1355: 1358: 1371: 1374: 1377: 1380: 1383: 138(K
verfertigen als
11
»»
16 10 8 16 18 2 4 6
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38
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70 66 66 65 67 66 83
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*
M »
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Meisterstiick:
nejrne schenckschyve slicht ahne jeuich kruse arbeit, doch — T«m hovel] und betell also — tosamende gcbracht and Tor- gadert — , gelick als sich dat behort." Wer dasselbe »,inith xerlichenn und kunstigt iui arbeyde heruterstrykenn unod darmith sine haiith und kunst an den dagh gherenn unnd sehen laten" will, dem soil dies zwar frei stehen, aber die Hauptsache. .,dath tosamendebringent und vorgaderent niith dem hoveli und betele'' soil dariiber nicht vernachlassigt werden.
Das Ami der Kramer (intitores, kramere) >) soil naoh
einer tmbeglaubigten Angabe schon 1152 von Heinrich dem Lowen gestiftet sein, und Ausztige aus dem PiotokoU der Kramer tragen di^^ T'lhrpszahlen 1258 und Tid-i.^) Doch er- giebt sich aii^ flpiii Original des ProtokoUs, (lass 145^ und 141)3 zu leseii i.-,t, uml die ange!)lifbp Stiftnng durch Heiuricb den Luwen scheint gin keiuc Beachtung /u verdieneu. Die Earner bezahlten 4^ Meistergeld; ihre Settinghe warden in die Sammlung tod 1375 anfgenommen; 1376 wurdeu 21 Amtsbriider v(>rzeichnet: im 15. Jahrhnndert stellten sie 6 Schiitzen. Meister wurden:
1370: 1376: 1382:
2; 2;
1;
1371: 1377: 1383:
1372: 1B78: 1384:
1;
1; 4-
1373: 3; 1374: 0; 1375: 2; 1379 ; 2; 1380: 0; 1381: 4; 1385: 1; 1386 : 3; 1387: 1.
«) Wehrmaiin, S. 294.
Wehrmann, S. 270. *) Im Stadterbebuche: Gerlagiis iiisititnr 7wi8chen 1248 and 1255 (S. Uenhcas de fiovceueborch iastitor zwischen 1248 und 1256 — ISiSl (8. 3i2, 348, 360, 354 ; geioe Kinder 1969, S. 409) ; Yrowiaiis institor 1264 —72 (S. 365, 423; soinr SrViwcstersolinp Walthoriis rt Vrowinus
Ukw 1268, a. m i sein Bruder Uenricus 1272. & 423) ; Bertoldus in- HSHmimifi, 431); WestfUos institor 1886 (S. 891).
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XLIV
*
Die Kr tiger (kroegere, caupones, taberaarii) bilden kein Amt.'-) Iin 15. .Talirhundert stellten sie 20 Schiiizen; 1437 gab es ihrer 2(«).
Die KucIh'h- lui (1 Logbacker (kokenbecker) bildeu bis 1710 eine iiiuder.scbat't.
Die Kupferschiniede bilden erst seit 1592 ein be- sonderes Amt.
Die Kiirschner (korsener, kortzenwerten) sind wohl
identisch mit den Pelzeru.
Die Ktiter (kiitere)*) schlachten das Vieh fiirdieSchlacliter auf dem KiUfrliMiiso nud wpiden ps nus. Gegen eine be- stimmte Mitiiim wird ilimii das Kingeweide von den Schlachtcni idx'ilahseii. Eiii eigenes Amt bilden sie nicht.
Die Lelini decker*^), nocli um 12G6 in Hamburg nach- weisbar, werden im 14. Jahrfaundert durch die Ziegeldecker mehr und mebr verdr&ngt sein.
Die Leinweber (linitices, lynenwevere) sind iLntei> schioden, nachdem sip hreites oder srhmale^^ LiM'nen wp]>f'n. Dip Lpinwpber von breitem Werk Ix'zalilen beini KmtntL in das Amt H/?, dip von scbmalem Werk 4/?. Lpt/tere k(innen durch Zuzaiiiung weiterer 4 fi das Recht eriialten, breites Werk zu weben. Die hierzu Berechtigten besitzen das Tolle Amt (plenam officiam). Dem Amte gehdren viele Franen- zimmer an, wpIcIip dasselbe selbststiindig bptrpiben komien. 1376 und 1382 werden statt der Leinweber Wollenweber (lanitirps) von srhnialem Werk genanrit: da dip Wt)llpnweher unter den Knbrikpii De introitu ofticiorum mpchaniconnn und De niorgbeusprake sonst nicht genannt wprden, so mochte man annehmeu, dass sie unter der Bezeichnung Lein- weber mitverstanden seien. Die Settingbe der Leinweber wur<lpn in die Sammlung Ton 1375 aufgenommen; 1376 wnrden 9 Amtsbriider aufgezcichuet; im 15. Jabrhundert stellten sie 3 Schiit'/en. Eingptreten in das Amt sind:
1371: 1: i;i72: 5; 1373: 0; 1374: 5; 1375: 9; 137(>: 1; 1377: 0; 137S: 0; i:>,79: 0; 1380: 1; 1381: 8; 1382:15; 1383: 7) 1384; 3, 1385: 3; 1386: 6-, 1387: 0.
Die Lencbtenmacher (lucbtenmakcr) ^) bilden mit den Kistenmachem ein Amt. Sie verfertigen die bdlzemen Hand*
') Lappenbprg. Realgewerbereehte, 8. 113.
2) Im Stadterbebuche: Martinus caupo 1273 S.
3) Lib. Vifin. et Pad. Vol. a6b, 1294: Thidericus cupriiaber; tol. '6^b^ 1895: Kynghelnprtns cuprifaber.
») LappenlH rp. Rcak'owprberechte, S. 38: Wehrmann 8. d67ff.
im btadterbebuche: Uerhardus lemtUekere (S. 373). ^ WehmiAnn, S. 380. ^ Wehrmsiin, S. 34ft.
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XLV
kadiieDy deren Scheiben aus dfinn geschabtem Horn gcmacht and. In Liibeck sind sie mit den Kammmachern yerbunden. Spater gab es andere Leucbienmacber, welcbe blecherneLencb-
verfertigten: aus ibnen entwickelten sich die Klempner.
Die Makler werdei) hi Hamburg fiiibzeitig ein selbst- (tindiges (ieschaft betriel)eii hahen
Die Maler siiid bin 1014 mit den Glasern verbunden: 1. oben S. XXXVU.
Die Manrer (muratoreB, murlude) ') bildeten im 15. Jahrhundert die Briiderscbaft AUer Heiligen zu St. (lertrud, worden als Amt aber erst 1708 bestfttigt- In Liibeck, wo sie etwa 1527 mit den Deckern zu einem Amte verbunden ,T,.wf^eTi /u sein schoinen, machen sie als Meisterstiick : evnonu wyudelsleen edder eyiienn Iniessgevel edder eyne kaniere iiiith schorsteeneu uud luclitenu. Im lo. Jaiiiliundert stellten Hie in Hamburg 3 ScbHtssen.
Die Messingschl&ger (auricalcifabri, missingsleger) ^) Tenrbeiten das Mmingblech (tafelraissing), im Untcrschiede Ton den Gelbt^iessern, welclu' (lussarbeit machen. In Liibeckt wo es ihrer vierzehn gab, datirt ilire Kollc von 1400.
Die Nadler (neteler) ^) bisasseu 1356 in Liibeck 14 Verkaufsstellen, an denen die Mitglieder ihr „ogenwercV" foil boten. Ausser den selbst gemachteu Nadeln verkaufeu sie daselbet: slote, suwele (Pfnemen), stilos (Grabstichel?). paternoster, plaven (V) unde spysseryge, sowic auch: mallien, hackenu (Haken und Oesen?) und keden. In Hamburg biiden die Nattier oder Hakeninacher erst seit 1:)2\) ein Anit.
Die V a ^ t f t e n V> ;i c k e r (pasteydeubecker) siud die spa- teren Koiiiekibacker oder Konditoreu.
Die Paternostermacher, welcbe den Bernstein zu Rosenkr&nzen verarbeiteu, sp&ter Bemsteindrechsler genauut, hatieD in Liibeck schon 1360 eine Ordnung, in Hambnrg ist ein solcbes nicht bekannt.
Die Pelzer (pellifices, pelliriatores, pylsere)') verarbeiten ^<liaf- und Lanimlelle (smaschenj zu Pelzen. Als Meister- ;?tuck machen sie 1537: eynen suben pells, eynen quardeli pells und eyneu frouweu pells. Die nach ihnen heuannte Strasse begegnet scbon 1262. Die Pelzer bezahlten 1^ Meistergeld; ihre SetUngbe wurden in die Sammlung von 1375 aufge- noramen; 1370 wurden 8 Amtsbriider aufgezeicbnet; im 15. Janr- hundert stellten die Buntraacher 4 Schiitzen. Meister wurden: 1374; 2; 1375; 1; 1376; 1; 1378: Ij 1379: 1; 1386: 3.
'( Lib. P'lgn. et Pact. fol. 13, 128fl: Nanno makelere.
Schulz, Urkdl. Gesch. dcr Breslanor Maler-Innung. »i Wehmann, S. 332. ') S. 330. ^) S. 339. b. 3i7. S. 366.
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XLVI
'PolliciftiiOrGS *
13G0: 20^8/?; 1370: IVUfi; 1371; IflTB^S^ 1372— 1400; 19 12 fi.
Die P erga raentmacher (perf?amentarii , permintcr) *) habeu in Liihork schon 1330 ihre Koiie ^ in Hamburg ist eine Bolche nicht Ijckannt.
Die Plat enscii lager (tli orifices, plateniuakerei platen- sleghere) ^) werden in Hamburg schon friili Torhanden, wenn auch nie stark vertreten geweseu sein.*) Sie yerfcrtigen die Platen oder Harnische, die aus Leder gemaclit und mit Stahl Oder Eisenblech beschlagen werden. sowie aiich die Waflfen- handschuhe. Sie sind niit den Helmschliigern vereiuigt uud stehoTi rait dein Aiute der (ilaser und andereri Aemteru in Veibmduug. Auch in Liibeck scheineu die Heiinschlager mit ihnen Tereinigt gewesen zu sein.
Die Bademacher (rademakere)*) machen nach der Lfl- beoker RoUe von 1508 als MeisteratUcke : eyu schivenradt, eyn hoch blockradt unde eine vorasse. In Hamburg bildeten die Kad- und Stellmacher nur eine Briiderschaft.
DieReeps villager rfunifices, reepsleghere) ^) entrichteten nach deu Uechiiungen kerne Abgabe an die Stadt/) Sie ver- fertigten ibre Seile auf deu iui Kichbolz belegenen Reeper- bahnen. Das MeisterstUck besteht darin, dass man 10 Seile an einem Tage und 100 repe an einem Tage macht: de ecbal he maken up des meisters dele, deB aya jahr iet Der Jong- meister soli indessen nen towe iippe deme reperberghe slaan, bene be))be dar erst gebracbt twe voder steyneo. Beim Meisterwerden )>ezablten sie 2 ^; ibre Settinghe wurdeu lu die Sammluug von 1375 aufgenommeu- 1376 wurdeu 6 Amtabrlider avfgeseicbnet; im 1&. Jabrhuudert steUten eie 3 Scbiitseii. Meister warden:
1372: 1; 1376: 1; 1378: 1.
Die Riemens cblager (corrigiarii, corrigiatores, remen- sleghere) auch wohl (liirtler genaunt, bilden mit dvn Zaumniacberu uud Zeugstickeru eiu Amt, das mit deiijenigeu der Glaser u. s. w. verbunden ist. In einem Zusatze zu der Sltesten Rolle dieser Aemter heisst es in Bezug auf die Meisterstiicke*): de remenenydere de sobolen maken twe gberede, een yan myssinghe unde een van stale: augen-
•) Wehrniann, S. 363. «) Wehrmann. S. 365,
*} Im Stadterbebucbe: Chdstianus dictus platemakcre 1273 — 91 (Bd 1, S. 431; Lib. Pign. et Pact. fol. 97b). *) Webrmami, 8. 866.*
*) Lappf iiberL', Rcalgfwerbrrf chte, S. 115 ff.; Wehrmann. S. 380. *) Im btadterbebucbe: Hichardus repsleghere 1^ (fid 1, S. 868). WdumanB, 8. 370. «) Bd. 5, S. 317.
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scheiiilich bind kicr uiiter den Riemenschneideni die Riemen- sehl&ger zu Tentehen.
Die Riemenschneider (remensnidere, corrigiarii) siiid mit den Bentelmachern nahe yerwandt. Nach der Liibecker
Rolle gerben sic im rnterscliiedo von di'escn di> prosseren Felle: was iiber Hirsch uud liiiitlin ist. in Hamburg -) wurde ihr Name von dem der Beutelniaclier verdriiiigt uiid spiiter wie erwahnt, inthumlicli aui' die liienieiiscldttger iibertiagen.
Die Rotklascher sind inLfibeek mit denWeissgerbern identlBch. Sie iarben das alaungare (weissgare) Leder roth.
Die Sattler (sadelere, sellatores, seHinces)^) bilden ein Amt, daa mit denen der G laser u. s. w. verbunden ist. Die nach ihnen bennnnte Saitkrstrasse fplrttca sellificum), der uiitere Theil di-r auf dcii I-'iscbmarkt iuiiudeudeu Schmieden strasbtj, wild seit genannt. ^)
Die Schachtschneider (schachtsnidere) sind Holz- arbeiteri mit den Drehern verwandt und in einem Amte mit ihnen (s. oben S. XXXIV). Der Ansdnick stakensnidere be- dentet dasselbe, einen „Verfertiger von rundcn, iiberall gleicb dicken Stangen". welche Schachte, Schafte oder Staken gc- Daniit wa rden und etwa als Stiele zu Beseu, Biir^ten und dergieit;iieii dienen. ')
Die Scbniiede (smedc, fabri) bilden ein altes und lahireiches Amt.^) Sie werden unterschieden als Huf- oder
') Wehrmann, S. 374 ff.
*) Im Stiidterbebuche: Helmicus rcmensniderc, iiuisior corngianim, qui incidit ct.rrigins, corrigiarius 1258—1208 (S. 350, 385, 395, 1^, 400, 406, 427): Gaaltherus remensnidere 12r)5 fS. 3^8} ; Conradus remensnidere 1267 (8. 386, vergl. S. 368); Fredericus corrigiarius 1269 (S. 405); Nico- laas corrigiarius 1270 (S. 412). Vergleiche oben S. XXXIII Qnd daxo: lohannes nlius Willekini, remensnidere, corrigiarius (S. 348, 40f;, 1'30); Uenhciui remensnider, corrigiariua (S. 351, 4^)}^tbolfua remeuauidere (8u 868^ 406).
») Welirmann, S. 388. ') S. 401.
*) Im 8tadterbebuche: iiartmannus sellator zwischen 1248 und 1255 (S. Luaerus cellifex 1255 (8. 343): Ludolfus qui facit sellas 1268 (S. 887). Bcrnardos sadelere 1260 rs Ikinhardiu eeUator 1S65 (8.867.)
•) Wehrni ui!!. S. 201; vgl. dabelhsL ini Glossar.
^ Im Stadierbt'bncbe: Hermanuus scatsnidere 1263 (S. 362); Olricus icachsnidere 1266 (S. 376).
•i Lapncnber^', iiealgewcilx'rechto. S. 85 ff.; Wehrmann. S. 433.
T Ln Stadterbebucbe : 1248— 5o: Ikaricus faber (8.334.338;; Alber- to* faber (8. 335); Wemems faber — 1265 (S. 336, 317, 370); Riscektnns fib. r - 1265(8.340,348, 368); Wic hornus faber — 1264 (S. 347,366, vgl. 8. 421); Kmeco faber 1261 (S. 364. magister Emece S. 339, 348); lohannes faber 4e Bergerdorp 1261 XB. 866); .Bolemannns faber 1869 (S. 869); Syricus laber. liofglaghere 1264 -72 (S. 365, 382, 401. i'lU): Thidcricus faber 1265 -li (8. 366, 421); Hadolfus faber 1267—69 (8. 389, 39t», 406); Bertoldus fiber 1268 (S. 400); Fredericus faber 1268 (S. 401); lleimbernus faber
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Grobsclmuede (hofslaghere), Kleinschmiede oder Seblosser (kleusmede) ; Messerschmiede (s. unten S. 376; Masermacke, vielleicht Schreibfehler tiir nipssermaclcere) und (in Bpaterer Zeit) Buchseuschmiede. Uuter »leii iieuen (Juug-)Meistern wird 1371 ein Helmschlaf?er, IB^^B cin Schwertfeger (gladia- tor) uud Ki81 eiu 8chusselmacher ( cuilciiifex) geiiaunt. Die Scnmiedestrasse in der Altstadt (platea fabrorum in anttqna ciyitate), der obere Theil der noch jetzt so benannien in den Fischraarkt miindeuden Gasse. wird 1270 genannt. Die Schmiedestrasse der Neustadt f 1269) ist dur jetzt so genannte kleine Burstah, hinter deiunach dtMti nripfVuiiiarkti- hlickenden Rathlmuse der Noustadt, deiii ^])ate^(*ll VVeiiikause. Die Scluiiiede bezahlteu 2 ^ Meistergeld; ihre Settinghe wurdeu in die Sammlung von 1375 anfgenommen ; 1376 wurden 36 Amtsbrttder yerzeichnet; im 15. Jabrhundert stellten sie 8 Schiitzen. Meister wurden:
1370: 4; 1371: 5; 1372: 2; 137:): 1; in74: 2; 1375: 1; 1376: 0; 1377: 2; 1378: 2; 1379: 1; 1380: 0; 1381; 3; 1382; 2; 1383: 6; 1384: 3; 13Sf»: 1; 1386; 2; 1387: 5;
Die Schneider (schroiU*re, sartores) *) von den Alt-
wiirden in die Sammlung von 1375 anfgenommen; 1376 wnrden 28 Amtsbriider verzeiclmei; im 15. Jahrbundert stellten sie '
6 Schiitzen. Meister wurden:
1370: 3; 1371: 1; 137-?: 1; 1373: 0; i:i7h 1; i:57ri: 1376: 1; 1377: 2; 137H: ;5; 1379: U; VMJ: 0; 13«1: O; 1382: 0; 1383: 2; 1384: (); 1385: 3; 1386: 5; 1387: 1. Die Schnitf^er (schniddeker) *) sind in Liibeck mit den Knnthormachern verbuuden. Sie verfertig«ii, wie es schteint, die Schnitzarbeit an den Mobilien. In der KoUe der Kun- tbormacher zu Hamburg von 1540 wird die ^krause Arbeit**
•1269—70 rS. 40.'), ll'i. vkI. S. 374): (ilieiarduB fabcr 1270 'S. 415. 416): lohannes faber l'/72 (8. 4*il). — Eine Schmiede, £abrica, 1266 (S. 374). •) Wehrraanii, S. 421 ff.
«) Im SUdterbebucbe: 1248-55: Olriciis sartor — 1262 (S. 331. 335. 337, 355, 3.51>; spin Solm Godcfrifiu? 1-268, S. 401): Conradus sartor {S. 334); WilltTus sartor (S. 337), Lutbcrtus sartor (S. 344); Iohaiin«>s sartor 12r>5 —68 (S. 345, 350: seine Gattin Wicburgis, S. 345): Albertus sartor IJ.'vS —65 (S. 348. 3<)9): Henriciis sartor (sciii Snhn Herdenis 12GJ, S. 357): Petnis sartor 1262 — 65 (S. 3*iO. 364, 370); Henricus sartor 1263 ^S. 362); Bernliardns Bwrtor 1365—73 (S. 368. 376, 418, 428); Reimarus sartor 1966 (S. :r75); Gerpbrrtus sartor r-'«;«-69 (S. 381, 405, 40i>); VoUeco 1285 fS. 391); Reimbernus sartor 1268—69 (S. 395, 402, 403); scin Sohn Uinricua 8. 403V.
•) Wehrmami, 8. H^.
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als eine n^'u aufkommende bezeichnet, die bei dem MeiBter- stuck nicbt als eiue Hauptsache gelten solle.
Die S chiisselmacher (cultellarii, cultellitices, patyiien- makere) sind mit deu hottchern, beziehlich mil den Sehmiedeii Tereinigt.
Die Schuster (schomakeref sutbres)'), von den Ali- flickern (oltlapm) unterschieden,') lahlten 2 ^ Meietergeld; ihre Settinghe wurdeu in die Sainmlung von 1375 aufgenommen; 1376 wurden 47 Amtsbriider verzeichnet; im 15. Jahrhundert stellten sie 10 Schiitzen. Meister wurden:
mO: 6; 1371: 2; 1372: 1; 1373: 4; 1374: 2: 1375: 2; tare: O; IWni O; im: 3; 1379: 1; 1380: 8; 1381: 5; 1382: 2; 1383: 3; 1384: 2: 1385: 3; 1386: 4; 1387 : 2.
Sutores et albi coriarii ae gherhus:
i:^>5: 1 9 12 1356: I 9 12 fi\ 1357: 2 9 18 /S;
13o«: 2 .. 10 ...
Sutores de gheerUu!^:
1360: 24 9 (V).
Satores (apud cinuterium ecclesie b. Marie):
1360: 13V 16 fi; 1351: 13«r 12 /9; 1352: 16«r 16 A
1353: 8 „ — „; 1354: 6 „ 8 1355: 0 8 1356: 6 „ 8 „; 1357: 9 „ 6 „; 1358: 8 „ 16 1360: 9 ., 6 „; 1370: 8 „ 16 „; 1371: 8 „ 16 1372: 6 „ 8 „; 1373: 6 „ 8 1374: 8 „ 16 1375: 6 „ 8 „; 1376: 7 „ 12 1377: 8 „ 16 1378: 8 „ 16 „; 1379: 8 „ 16 „; 1380: 8 „ 16
*
»l» »»>
1381: 8 ;; 16 \\; 1382: 8 „ 16 ;;* 1383: 8 16
1384: 8 „ 16 „; 1385: 8 „ 16 „; 1386: 8 „ 16 „; 1387: 8 „ 16 „; 1390: 9 „ 6 „(?)1400: 9 „ 6 „(?)
Satores in no vis bodis:
I) In Stadlerbebuehe: Hinrictu eoltellarius 1270(8. 418).
*) Lappenberg, Realgewerberechte , S. 96 ft; Webmuuin, 8. 418; Bdhmert, Beitrige sar Gesch. des Zimftwesens.
>) Im Sttdterbebvelie: 184S~66c Albertntde 8eitenv1etefliitor~lM2
357, 368,411); Windelerus 8utor-126r, (S. 338^841, 3r).^>. 3.'>7, 374); lo- kaanes sutor 1256 (S. 346); Jordanas sutor 1262 — 66 (S. 355, 357,368); Lunbertus 1262 (S. 357); HennciM de Heslinghe 1868—70 (S. 357. 413); Ladekinus Clispere 1262 — 65 (367, 867); Henricus filius Laderi 1262—65 (S. a^iT. 368): Odeco 1262 (S. a57, 362); Tideraannus tilias Lamberti 1262 -^'> (S. 357, 36t>) ; Ludekinus Gronewolt 1262 (S. 357) ; Henricus Friso 1^63-66 (a57, 374); lUrquardus sutor 1262—72 (8. 357, 424): Henbernus 1264 (S. 365); Heinricus de Munden 1265 -BO (S, 36G, 10()): Radolfus dc fler8€Telde 1265 (8.367); Gerewinns liW (S. 374;; Alburgis de Stadio et meitts 1266 (8. 874); Thitmarus Butoi liba (S. 391); Vol cmarus sutor 1869 (S. 406); Fredericus sutor 1269 (S. 406); Ludekinus de Buottehade 1868 (S.406r, Lttderas 1270 (S.413); Radolfus 1270 (8.413).
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Die Schwertfeger (swertfegere, gladiatores) ^ bilden m Lubeck seit 1473 ein Amt.*) In Hamburg gehoren sie viel- leicht in fiJterer Zeit zu den Sclimieden (s. oben S.XLVIIl); spater — jedenfallB vor 160B — beataud ein eigenes Amt
der Schwertfeger.
Die Speckschneider (specsnidere) *) bilden, wie es scheint, kein besonderes Amt. In der Rolle der Kerzengiesser heuBt es: Welk borgher spek snyden wil, be sy in deme am- metbe edder buien deme ammethe, de scbal der siad 4 fi gbeven des jares. Vielleicht sind aus der Verbindnni; von ibnen und dLMi Bntterliandlern (botterstotere, in Liibeck botterstckcr)*) die sjiatercn Kasehoker hervorgegangen; oder es habpn sirh aus iliiun in einer anderweitigen Verbindung — eLwa nut den Garbradern — die Wurstniacher entwickelt.
De apecBnideres: 1360: % 1351: 4>8; 1355: B fi^ 1360: 8 /?.
Die Speermacher (hastifices , sperwarii) werden im 13. und 14. Jahrlnindert vielfacb gcnannt.
Die Spunder (spundere) oder Bierspunder machen die 8punde,durch die dasSpiindloch derBiertonnenverscblossenw ird.
Die Stakenschaeidcr sind ideutisch mil den Schacht- scbneidem.
Die Steinbrligger (sienbruggere), welche die Strassen pflastern (stenbiniggen), bilden seit 1567 eine Briiderachaft.
Die Steinhaucr (lapicidac, stenwertbere, stenhowere, sten})if"l"r>re) ^) verar])eiten die rolien Ft'lssteine, welcbe zu Vorset/en am Wasser und zur Ptiasteruug der Strassen ge- braucht werden.
Die Stublmacher (stolmakere) scheinen in SltererZeit mit den Bdttcbern verbunden gewesen zu sein, da vermuth- licli die Stuhlsitze aus Bandwerk oder Flechtwerk bestanden. Von den Tisclilern warm sic bis zur Aufhebung der Aemter als Briidorschaft der Stuhhnnf hm- getrennt.
Die Topfer (groper, putger, figuli,) backen Topfe und anderes irdenes Geschirr.^) Erst seit llilo bilden sie eine
') Wehrmann, S. 455.
Im Stadlerbebucbe : lohanues, qui tacit glaUios zwiscUen 1^48 u. 1SS6 (8. 88B>, dictQB swertfemr 1966 (S. 876). gladiator 1S70 (8. 418).
«) Lib. Pign. et Pact. fol. 10, 30, 32, 34, 1290: Alardus specsnidore.
>) Daselbst fol. 21, 1290: butirum rufuin de leveren ve) (ic Norda. Im Stadterbebuche : Nicolans sperwarins 1963 (S. 358); lohannes hastifox 1-268 (8. 385): Bornardus hastifex 1273 (S. 429).
«•) Im Stadtfrholiuchp : magister Olriciif! lapicida 1259 — 70 (S. 360, 414); Godeco laiiidda 12(52—71 (S. 368. 411). inagister Henuanniis lapi' cida 1271-73 (S. 417, 427); raagister Thidorinis lapicida 1871 (8. 4I«)): magistcr Iambus lapicida (simiip Sdbnc 1273. S. 45J6» 4587),
^) Wold(;riis gropcre: s. iinten, Zicgclbiiuser.
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Bruderschaft, doch ist die (Jropertwiete, twita ligulorum (jetzt Spriugeltwiete), seit 13iS5 bekamit. Die Venertigung tou Ohefeo, welche jetzt ihre Haaptbeschftftigang auBmacht, ge-
hiiii erst einer spatereu Zeit an.
Dio ViehKieher bildet€Ji seit 1596 eine eigene Bril-
dmclia.lt.
Die Viltere (viltere) 2) siud iu Hamburg bis 1583 mit den Hutwalkern vereiuigt.
Die Waadbereiter (paimi rasores)*) haben nach einer Rolle ?oii 1547 als Meistersttick Laken (Tuch) von dreierlei Farbe m. scbeereo: ein schwarzes, eiii rothes utid ^ein ian- neten edder bnin. ' V'on ihreu Arheitsraumen, deti Wand* rahmeu, bezahlten sie cine Ab^abe an die Stadt.
Die Wandt"iir]»er turln'ii das voii deni Wandbereiter geschoiene weit»se Tuch, uaciidem vou den beideu War- direra onteniicbt, als scbadlos befonden und nit einer Harke (Stempel) gezeichuet ist.
Die Wands (Iiueider (pannicidae, wanth8nidere)^)scahlten eine jahrliche Aligabe fiir die ihnen vom Rathe angewiesenen W'ikaufsstpllen iiii Wandhause. Sie bildeten kein Amt, wolil aher schon suit eine Genossenscliaft. Bei deiu Kintritt
in dieselbe zahlten aie 7 A an die btadt. *)
1370: 2; 1371: 1; 1378: 1; 1373: 3; 1374: 1; 1375: .1;
1376: 2; 1377: 0; 1378: 1; 1379: 0; 1380: 2; 1381: 4;
1382: 4: 1383: 1; 1384: 1; 1385: 1; 1386: 7; 1387: 4.
Die Weber (textores)*^) theilen sich in spateror Zeit in Loinwchpr mid Wollen\vel)er. Im 13. Jalirhundert wird der .\us<lruck WebtM ^elilechtweg gebraucht; nach den Rechnuii^i ii scheint das Amt der Leiuweber die Wolleuweber mitzuuni- ftam; doch wurde eine besondere RoUe der WoUenweber in die Sammlnng von 1375 aufgenommen und 1376 wurden G Amtsmeister verzeichnet; im 15. Jahrhundert stellten sie •> Schiitzen. Die Weberstrasse (i)latea textorum) begegnet um schou zwischeu 1248 und 1255.0
*) Im btadterbelnu lie; iiuicu swindrivere et uxor sua 1271 (S. 417).
«) In Stadterbebuche : lohannes viltere 1262— 65 (S. 371). Werner. Krkundl. (icsdi. dor I^laiu-r Tucbinaeheniiiift.
^ Vgl. Laupenberg, Healgewerberecbte, S. 92. In Stadterbebuche: Tedo pannicida 1285 (S. 891); Bruno panni- cida 1272 (S. 42th Sifridus pannicida 1273 (S. 428). L\h. pigii. et Pact, M. 31 b, 1292 : Bruuo de Ponte Molendino aciasor Dannortim.
^) Im Stadterbebaelie: xwisclien 1848 nnd 1865: Waleke textor (8. 331): Ghereco o.ler Gheianltis tpxtor 1273 (S. 337, 346, 430); Cbristianua t<'itor (S. di4)i ftiauardua textor (S. d46); 1260 Reneriia textor
fS. 361;.
0 S. 888, 845.
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Die Weiss gerber (albi coriarii, witgerwere) gerben nicht mil Lobe, sondem mit Alaun. Nar Schaffelle, welcbe die Rotligerber nicht verarbeiten dilrfen, werden von ihnen mit Lobe gegeiht. Sie bezahlen, wie die Pelzer, iabrlich etwa 1^ 12^ (2 A) au die Stadt. Ausserdem entricbten sie nacb denAusziigen LaurentB 1355— 1358 mit den Schustern zusammen eine Abgabe fUr das Gehrfaans.
Albi coriarii:
1360: — «r 15/?; 1354-1^^7: 1 ^ 12 1358: — flT 16 A 1360: 22 „ 8 „(?); 1370-1373: 1 „ 12 „: 1374: — „ — „; 1375: 1 „ 2 „ 11 1370— 14<X): 1 % 12 /I
Die Wurstmacber (fartores) werdeu im iiltesten Stadt- erbebucbe nocb nicht genanut. Es ist nicht gauz klar, oh sie mit den Gahrbradem oder mit den Speckschnddem enger Tdrbunden sind. Ein 1289 genannter^) Gerardus qui fadt sal- snda wird vielleicbt als Verfertiger von Siilze oder als Be- reiter von Pokelfleisch zu deiiten sein.
Die Z a u ra s c h 1 ag e r (thoommakere, thoomslegere), wel ch e die Pferdeziiunie verfertigen, sind mit den Riemenschliigerii vereinigt. Auch in Liibeck bildeii sie ein in alterer Zeit fiir sich bestehendes, spater mit dem der RiemenBcblagcr ver^ einigtes Amt.')
Die Zeugsticker (tuchstickerc) verzieren das Pferde- geschirr (Zaura und Zeug) mit Messingniigeln oder nahen (nach Lappenborcrs Erklarung)*) Wap]>eii darauf. Sie sind gleichfalls mit den Riemenscblagem vert migt.
Die Zimmerleute (carpentarii, tymmerlud'e)*) bildeten in LfibedE 14i8 sdion seit l&ngerer Zeit ein Amt oder, wie es attcb genannt wird, eine kumpanye. AU MeisterstUck wird „eyn dubbelt stenderwerck , twe stcnder hoch** verlangi. In Hamburg wurden sie als Amt erst 1582 anerkannt, docb scheinen sie schon 137») eine (Jenossenschaft gebildet zu hahen, da damals 30 carpentarii aufgczeiclinct und im 15. Jahrh. 4 Schiitzen vuu ihnen gestellt wurden.
Biirgergeld. — Wer das Bitogemoht (dvilitas) erwarb, hatte eine Abgabe an die Stadt, das Biirgergeld oder Biirger- gewinngeld, za entricbten. Die Namen der nenen Blirger
') Lib. Her. S. Nicol. fol. y38b.
«) Vgl. Wehrmann, S. 371 Aum. 170.
*) Bd. 5, S. 316, Aom. 8.
*) Im Stadterbebuche: 1248—55: Woldonms carpent«riu«? fS. 3-29); Sifridus carpentarius (S. 338; liensot uxor 6ua. 338, 342}) Gerardus car- pentsrini — 196» (8.342, 3&4); 1M6 Benntke carpenterins <& 37S); 1968 Oeorgins csipentiniis (8. 403).
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mi
wurdeii iu Hogenauuten Biirgerbiicherii (Libn civium) aufgc- leidmet^) Bis 1842 waren vorhandea Liber civium de anno \m ad 1468 and Liber civium de anno 1453 ad 1596. In
dem altereu Buche war das Biirgeigeld, das der Einselne bezahlt hatte, nicht aufgefiilirt ; dagegen verzeichneto es den Namen des Btirgen und vermerkte, wenn dor Aiifgeuommene, Termathlich wegee Erraangeluug eines Biirgeu, cinen Eid ge- leistet hatte. Die Burgschaft, beziehlich der Eid, war be- stimmt, die Stadt dagegen zu schiltzen, dass ein Unfreier Oder ein Wende ale Biii^er aufgenommen wnrde. Diejenigen, welche sich des Vortheflis erfreuten, Biirgersdlme zu sein, bedurften beim Biirgerwerden solcher Biirgschaft natiirlicb mVlit. -^ondern wTirden Biirger ex civilitate j^aterna. Das iienero Buch verzeichnete auch das entrichtete Biirgergeid, tlati regelmassig 10^ betragen zu haben Bcheiut. Ob Biirgers- sohne gar kein oder ein geringeres Biirgergeid eutrichteten, kt nicnt zu enehen.
Das Vorhandensein dieser Biirgerbiicher wii-d bewirkt haben^ dass unter der Rubrik De civilitate in den Stadtrech- nungen nur die eingegangenf^n Siimmeii verzeichnet wiirden. Leiaer ist nicht, wie mir scheint, das von den Eiuzelnsin er- hohene Biirgergeid besonders angegebcn, sondern es siud eine Reilie von Summen eingetragen, die etwa den verscbiedenen Tenninen, an denen die Biirger aufgenommen sind, entsprechen mogen. 1360 sind es 35, 1370 nur 23 Eintragungen; nach Lanrents Angaben wurden Biirger 1350 : 44; 1370 und 1371: zusammen 141. Augenscheinlich heriilit diove Pifferenz auf dem genannten Urastande, und erklart sicli nicht etwa all ein darau^, dass dn^ Jahr der Rechmmgen mit Febr. 22, das des Biirgerbuches mit Jan. 1 beginut '^).
De civilitate:
1370: 43 «r - A 1371: 68 ttT 18 /?; 1372: 52 «^ 3 y3i 1373: 80 „ 2 „; 1374: 47 „ 14 „; 1375: 94 „ 11 „;
1376: r,? „ 12 1377: 84 „ — „; 1378: 67 „ 2 „; 1379: 56 „ 4 „; 1380: 78 „ — „; 1381; 145 „ 8 „; 1382: 98 4 1383: 74 „ 8 13H4: 1U7 „ 16 „; 1385: 137 „ 16 1386: 111 „ 12 „; 1387; 160 „ — „; 1380: 187 „ 4 „; 1400: 36 „ — „. (?)
*)LMirent, Ueber das alteste Bargerbuch, Bd. 1, S. 141 — 155; r^hfr da? rweitalteste Bargerbuch, S. 15^— 168; Baumeislert Dm Pri- uirecht der freien und Hansestadt Hambnrtr. 1, S. 37 AT.
•) Liate der neuen Bdrjrer: 1370 und 1371: Ul: 1372: m. 1379: 103; 1374: 74; 1375: 109; 1376: 83; 1377: 83; 1378: 70: 1379; (}(>; 1360: 96; 1881: 125; 1382: 124: 1383: 80; 1864: 101; 1886: 119; 1886: 141; 1887 imd 1888: 867; 1880; U7; 1400: 88.
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LIV
In den gedacliten Jahren fanden susammen 1084 Anf-
iiahmcn von Biirgem statt; die (Josammti isnahrae betragt 1732 » 14/?; durchschiiittlich hatte jed«;r 17i /? hezahlt.
Kin V«M-'/(Mc}niiss derjr'Tiipcn , welche dinch Frevelthateii dcs Ihirgeneclites vcrlustig geworden wari'ii, ein Buch der Vervestungei), Liber proscriptionum, ist uns in iianiburg nicht erhalten.
Nachlass der Verstorbeneu. — Der sehnte Pfennig wird im Stadtrecht nui* alR Abzugszehntot* von Erbschaften geuannt. Der Nachlans Hamburgischer Burger nicht nur. sondeni auch sonstiir'-r in Tfnmlnirii; wohnhafter Personen, war diescr Besteuninji miicr woi j( u Krbgut dagegcn, das in der Stadt blieb, war i'vti von di'i.sc'll)cn. Der zebntc Pfennig brauchte nicht von der ganzen Xachlassenscbaft sofort be* zahlt ztt verden, Rondem'man konnte ihn nach and nach entrichten, wie man ctwa das in (irandstiicken und Renten tixirte Kapital HiisBig machte. Auf dii^^c Verscbiedenheit in der Bozahlungsweise beziVlirt! sidi dio boiden Riibriken De reliquiis moriencium. super computacionem : auf liechnung, satisfactis : ausbezahlt.
De reliquiis morieuciuin (super computacionem and sa- tisfaolis zusammen):
1350: 623 9B 5 /? — -J>; 1;I51: 400 ^ — fi
1352: 118 12 „ — ; 1353: 397 1354: 145 „ — .. — .,; 1355: 112
»f »»
1356: 70 „ 7 „ — „ ; 1357: 88 „ 6
1358: ~ — „ ^ ; \ -m: 83 5
1370: 141 „ 9 „ — ; 1371: 48 „ 12
137«: 119 „ 4 „ — „ ; 1373: 70 „ 15 „ 9
1374: 153 „ 7 3 ; 1375: 159 „ 4 —
1376: 251 12 9 „; 1377: 145 .. 6 4
1378: 74 2 5 ; 1379: 1^8 „ 3 „ 9 „ ,
1380: 165 12 6 „ ; 1381: 1 „ — „;
1382; 286 „ 5 (5 ., ; 1388: r,72 4 „ 7 „;
1384: 208 „ 3 „ 8 „; 1385: 126 „ 17 „ 8 „;
1386: 242 9 5 ; 1387: 304 13 „ 5 1390: 649 „ 15 3 „; 1400: 80 9 „ — „; Die offentlicben Lasten der Burger bestehen ans der Ptiicht zam Wachtdienst and aus der Pflicht zur Schojis-
') 8t»(Urecht v. 12^2, E, XXIII: So wplkeihamlc erTeghoed ver- stervet hiir in dcsser sUd van borghorrn. odder van hiden, de luir wonachtirli syn in dessrr stal, uppc ludf, lir hiir nync luirpliero on syn. de schoini Ues^cr i»ud den tcyndea penuyiig gbcven allc des ghoedcs dat also vorstorven is. — Vffl. E, XIX; Baiimeister,Pfiv«treeht8.8.40eE
*) Vgl Frenadorir, & ld&
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LV
zahlong. *) Grete Wittehoved, welche der Stadt 1353^ ihr Haus iiberliess und dafiir fine stadtischc Bude fur ihre Lcbenszeit erhieit, sollto wcder Miethe, noch Schoss, noch Wachtdieiist zu leisteu li.'il)eD: lion dabit huram vi exactionem vt iion senabit vigilias noctuniah. \4iii) kaufte sich Albert VVullhastj darch eine emmalige Summe von der Pflicht des Schoss- lahlens frei: Recepimua 280 9 a Alberto Wallehase, pro qui- bu8 ipse temparibtis vitc sue duiitaxat privilegiatu» est, noil dare collcrtani iisualein. Stratgelder fiir die Vprsitiiraung des Waclitdieiistes (pro vigiliii neglecta)''j| ^iud httutig uuter der Kubrik De excussibus ver/.eiclmet.
Das Schoss (schot, coUecta) ist eiue direkte Steuer, welche urspruuglich vou Erbeu und firbezinseu entrichtet wnde, spftter aber von dem ganzen Verm5gen erhoben ward und dadurch eiue allgemeine Steuer wurde. Verschieden von dem Scbos» ist das Vorschoss (vorscbot), doch ist es in den Kechnuugen untcr drr Rubrik: be collecta initbegriffeu. In Rostock betruf^ das Schoss 1 /i-j von je 1 Eiiikiinfte, das Vorschoss 8 In Lubeck belief sich das Vorschoss 1376 auf 1 ^ In Braunschweig soil das Vorschoss regelmassig so Tide Schillinge betragen haben, wie Pfennige von der Mark als Schoss entrichtet wurden. In Hamburg wurde in alterer Zeit vermuthlich eine bestimmte Sunime von der Mark Rente, spater dagegen von je 100 Kapitnl nls Schoss ent- richtet. 1460 lu'isst cs: collerta iisualis, videlicet 8 /? to vorschote et de <juolibet centenario niarcarum 4/3 ii^>. Jahr- lich wurde in der Bursprake die Hohe des Schosses bekauut gemacht; wenn es die Noth erforderte, wurde das gew5lin- Bche Schoss erhoht. Zu diesen ausserordentlichen Auflagen oolite aucb Albert WuUhase verpflichtet sein. Jeder war gt*ha!ten, sein Vermogen selb«;t y.u schatzen und denige- mass (las Schoss zu ciitricbteii ; t'alsc'hc Aiigabeii in tlicser IbiiJiicht wurden liart l)estraft. 11)74 war das Schoss auf das Uocbste gesticgen. Dariiber und wegen der schon erwiihnten Beeintrachtigungen der Aemter kam es 1376 zu einem Auf- sUiide, wobei die Erlassung des halben Schosses gefordert
') Vgl. FrensdoHr, 8. 1%; Die]>Ohroiiiken der {deatschen Sttfdte,
Bd. 6. S. 137. Anm. 2.
') Bursprake Thomae : Cui mandantur vigilie^ vigilabit ubi et quando sibi nandantor. Et cni mandatur super glaciem , reniet ubi et quando Baodatur.
Bursprake Petri: Ku jewelk srlial scliot gheveii van lifghedinge ande van al binenie gudc. So we des nicht en deyt, siu gud wille wi Demeu to der stad oehove na werde sines schotes, oft wi des to rede werdet
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LVI
wnrde. Der Rath eildiUrte, desselben mcht entbehren zn konnen, und es gelang ihin die Unterdruckung des Aufitandes. Das Schow wurde nach Kirchspieleti von besonderen Schoss-
herren — 2 Rathmannen in jedem Kirchspiel — erhoben. Am meisten steuert das Kirchspiel JSt. Nikolai, fast eben so viel St. Petri, St. Katharineu und St. Jakobi etwa zusanimeu gleich einem von jenen.
Das geistliche Schoss (coUecta clericonim) wurde seit 1374 besonders aufgeffibrt, war aber schon seit laager Zeit von der Stadt erboben worden. Es wurde von den- jenigen Renten entrichtet, welche Geistliche aus biirgerlichen Grundstiickeu bezogen: der Eigner des Grundstiickes hatte der Stadt fiir die Zahluug des Schosses zu haften. 1295 heisst es von 5 lienten, welche Hartwig von Erteneburg dera Kloster Breitenbeck mitseinen drei Tochtem iibergiebt: Idem autem Hartwictts et sui heredes dabunt coUectam — qvam Idem conveiitus din banc pecuniam sub se habet (Lib. cert. Gond. fol. 24). Sp&ter ist die gewdhnliche Klausel bei Eintragnng von Renten, welche an geistliclie Stifter oder Personen konimen: Possessor (hereditatis) satisfaciet civitati pro oneri- bus realibus, videlicet schot et schulde, und damit nicht der Eigenthiimer durch die^e Vei-ptiichtung in Schadeu kommef wird wobl weiter bestimmt: idemqiie possessor taDtnmdem sibi obtinebit, quantum ispe civitati pro dictis omnibus an- nuatim irrogat et respondebit (Lib. Kedd. S. Jae. fol. 64).
Decollecta:
Fttri; Nicol.: Kathar.: Jacobi:
1350: ma n/i; mtf 9/a; 124 *r -/i; n:\tf le/i
1351: 112 10 „ 153 „ 7 „ 102 „ 16 „ 83 2 „
1362: ■^l^> „ i n 18 U „ 165 „ 14 „ 73 „ » „
1358: xttSimmea 676 IT 6^ ---P.
1354: , 831 „ - „ - ,
1356: , m n - n
18W: lis « n " - •
1357: n 190O , 18 ^ — «
135& 600 , 18 , 474 „ 16 . 292 , 10 « 133 , 4 ,
1300: stutainen * 788 « — « — «
1370: 695 « - , T«6 , - „ . 5 „ 168 , - „
1371: 721 „ - ^ 736 „ 4 „ 4«G „ 12 „ 149 „ - „
1372 : 766 „ — „ 795 „ — „ 545 „ 10 „ 166 „ — „ Cleric:
1373: 863„10„ 872 „ ^ 581 ^ - n 3W6»-n
1374: 902 „ 10 906 , - „ 600 — 215 „ — „ '>7 — — .
1375: 885 „ 10 8f»4 ^ 12 „ 594 „ 16 „ 'M) ~ „ :>7 ^ 11 ^ 3 „
1376: 837 „ 15 858 „ - „ m ^ — „ 203 „ W „ 34 „ — « — ,
1377: 824 5 „ 873 „ 16 „ 594 ^ - „ 211 „ 10 „ 42 „ - „ - «
1378: 863 „ 10 861 „ 10 „ 570 „ 10 „ 213 „ - „ 39 „ 12 „ - ,
18ro: 846 ^ - „ 885 - „ 571 „ - „ 211 „ 8 „ 43 , 18 „ - ,
1880: 874 « - « W5 » 10 „ 614 » 10 „ «46 „ 4 , 47 , - « - ^
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Lvn
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1377.
1»9.
Schossherren nach den Kechnuiigeii :
. P. Vicko V. Geldeiwui.
K. Bernb. Lopow.
P. Hartv. T. Hachede.
N. Hint. YenMrtehen.
J. Lndolf V. Hold«osCt4e. P. Hartw. V. Hachede. N. Nikol. Rode. K. Bernhard Lopow. J. Kikol. Alstorp.
Christian Vos. P. Hartw. V. Hachede. N. Bernh. Lopow. K. Hartw. v. Eniheke. Nikol. Alstorp. Hartw. y. Hachede. N. Christian Vos. K. Hinr. v. Vennerschett. J. Hartw. V. Einbeke. P. Herm. Bischoping. K. Uinr. v. Vermttracheii. K. Chriatiaii Yot. J.
P. Ludolf Beckendoru. N. Hinr. t. Termerscheu. K. Hem. Biachopiog.
CI. Nikol. liode. P. Ludolf Beckendorp. N. Herm. Bischnpiag. K. Christian Vos. J. Marq. Woldcmari. CI. Hartw V Erabeke. P. CbriHtian Vos. K. Marq. Woldemarl. K. Hartw. v. Embeke. J. CbrUt. Biddera. Ct Lndelf Han8ted«. P. Christian Vos. m. Hinr. v. Vemierscbeu. K. Marq. Woldemari. J. Ludolf Hanstede. CL Uiar. VonrMl.
Christian Vns, Ludoit Beckeudorp. Hinr. Ciowel. Cbriatian Yoa.
NikoL Alitorp.
Hinr. Crowd. Ludolf V. Holdenstede. Ludolf Beckendorp. Hinr. Ybisg.
Ludolf Beckendorp. Nikol. Rode. Hinr. Ybing Marq. Woldcmari. L LI 1 1 < ) 1 1' Be ckendorp. Nikol. Kode. Ludolf V. Holdenslcde. Ricbard Kyi. Ludolf Beckendorp. Ludolf V. Uoldenstede. Nikol. Rode.
Fried, v. Geldertaen. Hinr. Ybing. Chriaaaa Voi.
Ludolf Hanstede. Nikol. Rode. Hiurich Ybing. Ricbard Kyi. Christian Kidders. Lti(!olf V. Iloldettttede. Nikol. Hode. Hinr. Ybing. Rich. Kyi Ueyno Vorrad. Marq. Ore. Hartw. V Knibeke. Hinr. Ybing. Rich. Kyi. ' Alb. Hoyer. Marq. Ove..
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Lvni
1879.
1381.
1888.
1884.
1385.
1886.
1387
P. Friedr. v. < i > l lcrsscn. N. Hinr. v. VcriucrscUeu. K. Hartw. v. Kmbeke. J. Man|. WoUlemari. CI. Ludolf Hanstede. P. Christ Vog. N, Hinr. v. Verroerschen. K. Hartw. Kmhoke. J. Hiur, Vorrad. (1. Marq. Woldemari. P. riuistiaii Vfis. N. .Miinj. Woldemuri. K. Hartw. v. Kmbeke. J. Ludolf Hanstede. CI.
P. Friedr. v. Geldensen.
N. Marq. AVoldemari. K. Ludolf Hanstcde. J. Marq. Ove.
ri.
V. P'riedr. v. Gheldenseo. N Christ. Vos. K. Ludolf Hansftede. J. Alb. Hover. CI. Joh. H(»yer. P. Christ. Vos. N. Marq. Woldemari. K. Ludolf Hunstede. J. Marq. Ove. CI. Kgliard Knikow. P. Nikol. Hode. N. Marq. Woldemari. K. Marq. Ove. J. Joh. Hoyer. CI. Niko!. V. Gbelderssou. P. Cl.rist. Vos. N. Marq. Woldemari. K. Ludolf Hanstede. J. Kgliard Krukuw. CI Nikol. V. Ghelderasen. 1'. Christ. Vos. X. Mari|. Wolilcinari. K. Ludolf Hanstede. J. lieyno Vorrad. CI. Marq. Screye.
Christ. Vos. lUch. Kyi. Alb. Hoyer. Joh. Hoyer, Marq. Ove. Ludolf Hanstede. Hinrich Ybini;. Alb. Bretling. Nikol. V. Geldersftcn. ' Marq. Ove. P.irli. Kyi. JoIl Hoyer. Alb. Hoyer. Sikol. T. Qelderssen.
Christ Vos. Kirh. Kyi. Alb. Hoyer. Niktl). T. Gelderasen.
Uich. Kvl.
Marq. \Volderaari.
Mara. Ove.
Ni k (» I . V . 0 held ersseo*
Alb. Bretling.
Rich. Kyi.
Joli. Hoyer.
Alb. Hoyer.
Alb. Bretlins
Nikol.v.Gheldenwen.
Kich. Kyi.
Christ Vos.
All). Hover
Alb. Bretling.
Alb. Eelbeke.
Nikol. llode.
Kich. Kyi.
Heyno Vorrad.
Alb. Eelbeke.
Hartw. Km b eke. Hu h. Kyi.
Nikol. V. (ihcldcrasew. Ludolf Wulfhagheu.
Das Pfunclgeld (pecunia libralis) *) ist eiiic .4b|i;ab«« welche zuerst L^Hl Sept. 7 zu Greifswaid, (laiin ir>()7 Nov. 11 vou cltjn Hansestadteu besclilos»eii wurde, uiii die durch den Krieg gcpon Danenmrk verarsachteu KosttMi uufziibnTijieTi. Ks betrug eiueu (irotcn von jedem Pfuud GroUii Wcrth, imd
*) Vgl. Mantels, Der im Jahre 1887 itt KOIn beBchlosseoe swelte baofieatische Plandaoll, Lftbecker Prograinm 1868. •
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ux
sollte erhobeu werdeu: in euer jewelken sUd dar men uthe der hftveneii seghelt van den steden, de in dessem vorbuiule Vegrepen aint. — Knmpt ok we van west wart, nnde is ut- (besegbeld dar lip ncen puntgheld heft jrlu .:)h>vpii, schal »n ptiTitiibold to f^rtml>or«xli [rhovon. Der eiii^eiiommeur Zol! sollte Hiifbewahrt uud iiiitur die ^emiMiieii Stiidte. welche Krief?>s( liift'e ausgeriistot, vertheilt werdeu. 1368 Oktober 6 wurde iliiiiiburg, das bislier dem Verbunde beiztttreten ge- lagert hatt€, die Erhebung des Pfundgeldes geatattet. Am a Okt. 1:169 wurde bescblossen, dass von Ostern ia70 ab die biflherige Erhebungsweise auf diejcnigen b^srlirankt werden solle, wolcho dem Vcrhuiul nicht angchT)! cu : mi pa- ^chm ^a.] it en vewelik iiemeii in siner stad van siues suives borghereii tu sines suives beliooi".
1370: 294 <a> — 1371: S 9 10 fi (de nostris civibus); 308» (regis Dacie); 1372: 37 » (regis Dacie); 1400:
Akzise frisa, assisia) wird uur von eingefuhrtem Bier erhobrn. i:J74 ist t in Theil der Kellermiethe mit dem Ertrap drr Ak/isc verbunden.
lie cervisia alieiia (De a^jsisu cervisie alieue): 1370: 101 « — A 1371: 126^ 14/?; 1372: 112 » 10/?; 1878: 104 „ 14 „; 1374: 86 „ 12 „; 1375: 68 „ 10 „; 1376: 50 „ 10 „; 1377: 56 „ - „; 1378: 60 „ 2 „; 1379: 75 „ 15 „; V)m 104 7 „; 13H1: 106 „ — „; 1382: 9^ „ — ,.; 138^: 93 — „; 1384: 85 — „; 1385: 82 „ — ,.; \'r>m 122 „ — „; 1387: 160 „ ~ „; 1390: 110 „ — ..; 14(M): 93 — „. ZoU erhob die Stadt nur bei Neuwerk, s. unten.
Vogtei. — Schon seit t'rUher Zeit werden neben dem hemchaftlicbeu Vogte zwei Rathmannen den Vorsito im Ge- ricbi geifthrt baben. Diese beidon Rathmannen; advocati, aach assesaores et coniudices genaunt, batten ursprunglicb wobl nur die Befugniss, das Interesse dt i Stadt in Bezug auf diejenigen Gerichtsgefalle wabrzunebmen, von denen der- •^dhen der dritte Theil zustaiid, erlangteii aber im Laufc der Zeit durch selbsthtiiudigc Entwickluug aowohl, wie in Folge besonderer Vertrace erst ein Recbt der Mitwirkung beim Gericbt und der Ueberwachung des Vogtes, dann die eigeut- liche Handhabung des Qericbts, so dass dem Vogte nur die
') Bursprake: Ouk zo seal cn jew elk, de vil vrometbeer lopen lateu, zyne tzize glieven, alie It eer ffhekundigfaet is. *) Kopymum, BeitrAge 3, S. 49 ff.
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Besorgung der FormaHen, der HegUDgsfornielu, ubrig blieb^). 1392 wurdeii 2400 an Herzog (xernard von Sclileswig und (oaf Xikolaus von Holsiein fur die V'ogtei in dor Stadt und fiir den Hamnirrbrook bezalilt: es ist nicht ersiehtlich, ub erst damals die Vogtei dem liathe vollstiiudig iiberlasseu warde, oder ob es sich bei derselben ebeuso wie bei dem Uaminerbrook uiii die blosse Abkaufong nachtraglich erho- bener Ansprtiche handelte. Die Vogteiberren fiihrten uigene Kechnungsbiicher; doch wird dann und wann Geld von ihnen eiugeliefert, und audererseits Bind suweilen aucb Ausgaben fiir sie gemacbt.
1350 wild unter der Hubiik Ad advocaciam eine Aus- gabe von 1 9 an deu Piopst zu Herwardesbude und 1358 eine weitere von 4 V fUr die Noimea in HerwardeBbude ver- zeicbnet. Hier ist ersicbtlich nicht von der Gericbtsvogtei, sondern von der dem Rathe zustehenden Schirmvogtei tiber das Kloster die Rede De advocacia: 1350: —fi; 1352: 25^ 1 /?; 1353: 22 <B 18/?; 1371: 15ri. aurei Lubiceuses, lOH. Hobertiuiy 32 „ 16 „; 1376: 90«r 8/?; 1383: 14 AT ^fi; 1386: 42 „ 16 ». Ad advocaciam:
1350: 1 ^ — 1351: 12 ST - /?; 1356: 8 «r — ^; inr>si: 12 „ - .,; 1360: U „ 8 ..: 1376: 11 » 18 13S1: 11 4 „; 1382: 4 „ — 1384: 9 , — ... Die Wodde. *) — Fiir die Eintroibung der voni Katbe erkannteu „an der Stadt Kore** zu zahleuden IStratgelder (Wetten) batten die Weddeherren Sorge zu tragen. Die aus dem Stadtrecht bekannten Wetten betragen 3 4^ fUr Ueber- tretung stadtischer Willkuren, 10 ^ fiir V( rlrtzuiifjj eines be- sniidrren Friedens und 12 ^ (urspriinglicli 10 ^ und ein Fudcr Wein) fiir das sogenannfp Vorsate. die der Friedens- storung vorberpebende reitliche l eherlegunfi. Ausserdem tinden sicli audere Betriige in grosser Mannigialtigkeit und nur theilwetsein runden, manehmal auffaJlend hohen Summen. Einiges wird sich erkl&ren dorch die Ennachtigung des Rathes, die durch das Stadtrecbt uormirte Stratsumme im einzelnen Falle zo ermSsstgen, durch die znweilen hinza-
*) Lib. Pign. et Pact. fol. 47, 12^8: Testatum est coram iudicio per oostros consufes presidentes iudicio (Rathsgericht) ; unten S. 30, 1352: Advocati — , qui presidet iudicio (Vogtgericht).
^ I.apponberg, Bd. 4, S. 533.
*) Freusdortf, S. 125, 160: Koppmaun, Beitr&ge 2, S. 37. — In den Bnrspraken heisBt es: Ryn jewelk beware sik vor broke, wente use heren mogben jawer penninghe wol mnberen. Mer we brikt, de scbal beteren.
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LXI
gefugte Bemerkung: aiis dem Erlos wpf^p:ciiommener Waarrn unil (lurch die aiigeiischeinlich aurh hior vorkonimeiule Zahluiigsweise: auf AbsohlnG;. Ausser dem betray' der Wette uud dem Xamen des Wetteiideii ist wenigsteiiB liter uud da to den Rechnungen das bestrafte Vergehen aufgefOhrt, was um 80 sehfttxenswertheF ist, als die auB anderen Orten be- kfimten WetteblioW in Hamburg nicht erhalten sind.
De excessn:
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Besonders aufgefUhrt sind 1372 drei Personen mit 7 9
^fi zusammen: dt' excessu. Ferner diejenigen, welche bei (ielegenheit der Reise nach Kedingen rcbello>4 et inobedientes wareu: 12 Personen mit 38 ST 8/? (48 Endlich von dor societas ad coronam, que pendet in ecclesia s. Petri ante choruin 1372: eine Person mit 28 /?; 1373: 17 Personen mit 22$ 8 davon 15 mit 28/? und zwei mit (1 9 und % fi) nuammen 28 fi. *
Hiinze. ^) — Das Mlinzregal, seit der Zeit der ersten Hamborgischeu Erzbischdfe in unserer Stadt ausgeiibt, scheint im 13. Jabrhundert Ton den Erzbiscbofen am die Grafen iihergegangen zu spin. Scbon das Privilegium Kaiser Fried- rich's von 1189 giebt den Biirgern dab Kecht, die Pfenuige der Miiiizer nach (lewicbt und Reinbeit zu priifen. Weiteren Einfiu^i) aui die Muuze erlangte die iStadt im Laufe des 13. Jahriiunderta, und im Jahre 1325 kaufte sie dieselbe von den Grafen. Verwaltet wnrde die Miinze von 2 Mdnzberren.
*) Gnntoff, Historische AbhandlnngeD, 3, 8. 1 ft: Oaedechens, ^n^gc^ MOnxeii nnd MedaUleii, 3, S. 19^ IS,; Lappenberg, Bd. 4,
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Als Miinzmeister werden ^ptiatnit: Johanu 1359; Petnis 1370; Simon ir>7B — 78; LaurentiuK 1384 — 85.
Gerechnet wurde in Hamburg uach Pfunden oder Talenten zu 20 und nach Marken zu 16 Schillingen ; der SchiUing hat 12 Pfennig, der Pfennig 2 Heller oder Scherfe (oboli). Ge- mtiu/.t wurden Vierlinge ( Vierpfennigstiicke ) oder Witten, quadrantes, albi, seit 1.334; halbe Vierlinge (Zweipfennigstiicke) oder Blafferte seit Uj29, Pfennige und Scherfe. Sechslinge und Dreilinge wurden spater geniiinzt: dock kann ilire Ein- fuhning nicht erst zwischen 1411 una 1422 fallen, da die Dreilinge (drelinghe) schon seit 1382 in den Reclmungen ge- nannt werden. Die Einftthrung der Vierlinge stiess auf einen hefUgen Widerstand abseitcn der Geistlichen, welcfae behaup- teten, dass ihre Einkiinfte durch dieselbe geschm&lert wiirde. Auch (lie Hursprake nimrat auf die Abneigung gegen dio^^o Miinze Kiicksiclit: Eyu jewelik user borghere schal ueiuen verlinglie van deme anderen, und en schal se nicht vorspreken. We dat brikt, de schal id beteren mid 10 fi. Der en schal man erne nicht laten. We ok der nicht gheyen en mach, den schal man in de hechte setten. Falschmftnzer wurden, wie das Stadtrecht bestinunt and die Keohnungen bestiitigeii. zu Tode E^esotten — Eine kleine Summe wird fast jahrlich auKgcgeben. wahrscheinlich als Zubusse der Stadt bei der Umpriigung ahgenutzter Miinzen.
De moueta:
1851: 276V 7 fi] 1360: 6809r ~ 1370: 290 tr — fi;
1371: 100 — ^; 1373: 600 — ^: 137^. 350 ^' —
1377 : 240 „ — „) 1378: 380 « — ^; 1380 : 240 „ — 1381: 40 „ — „; 1385 : 240 „ — lauO: 48 „ 8,,;
Dampnum indative pecunie:
1351: n<B —fi 1352: 10 « — /?; i;i53: 23 — /?;
1366s 20 3 „ — „; 1356: 12 „ - „; 1367: 17 „ 5 „ i
1358: 16 „ — ^ — „} 1360: 10 „ 3 „; 1370: 7 ^4^;
1371: 8 „ 17 „ 6 ^; 1372: 6 „ 8 1373: 4 „ 15 ;
1374: 4 „ 4 — ,; 1378: 9 , ^ ,,; 1379: 8 „ -
1380: 9 „ 10 „ — „; 1381: 10 — 1382: 10 „ — „;
1383: B „ — „ — 1384: 10 „ — 1385: 10 Vdm: 10 „ — „ ~ „\ 1387: 10 — „; 1390: 10 „ — 1400: 10 „ - „- „.
') SUdtrirht von liJTO. XII, 7: Knon vaischor si hal ixunx m dor kopen bernen, iiade dat ranohe schal mra iippe deme uaricmle bernt^n openbare.
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LXIIl
Apoth'eke. — Die Rathsapotheke >) im Brotschrangen,
welche 17^^2 (lurch Rath- unci Biirgt'ischluss aufgelioben wurde, soli nach Lappenberg schon 1314, vielleicht sogar schoij l?n4 hestanden haben. 1264 wird freilich ein Heinri- cus apotliecarius*) genannt, der 12()6 als Heinricus dictu>i crudenere bezeichnet wird; vielleicht ist aber darunter keiu Apotbeker in uuserem Sinne za verstehen. Die Apotheke nntentand der Beaufsichtigung zweier Rathmanneii , welche ids domini specieniin, krudeheren^ bezeichnet verden. Kine besondere Rubrik fiir die an sie gemachten Ausgaben wurde 1376 eingerichtet; vorher Htehen dieselben unter der Rubrik Ad diversa. 1372: 21 "B^ II fi und 2 9 de auno preterjto; 1374: 40 W ; 1375 : UyW.
Domiuis specieruiu: 1S76: 27 «^ — A 1377: ^^ — fi; 1378: 40 ^0 12 fi 6 1879: 2G „ 8 „; 1380: 30 „ — „; 1381: 42 — ^ — „j 13.H2: 54 „ — „; 1383: 5<i „ — „; 1384: 51) ,^ — — 1385: 45 „ 10 „; 1380: 49 „ 5 „; 1387: 23 „ — „ — 1390: 45 „ — 140<): m „ 10 „.
Die As c he nil 11(1 wird von r29«— 1400^) hanfig p;o- nauut. Da die Asche danials aueh fiir llauiburg einen hedeu- tenden Handelsartikel bildete, eo wird darunter ein Raum ZQ Teretehen sein, auf dem dieselbe bis zum weiteren Trans- port oder bis zur Konsumtion am PlatiS anfbewahrt wurde.*) Die A«;cbrMi]tu(U» erstreckte sich vom Schopenstehlerthor bis an die Kattrepclsbriick*' /■) Schon /ii Endc des 13. Jahr- hunderts sclieint sie iiidt u nicht mehr benutzt worden zu sein, da sie wenigstens thcUweise mit Hauseru bebaut war. Weaigstens ? on zweien dieser H&user bezog die Stadt einen Zms, was wohl auf ein friiheres Eigeuthum derselben an dem Grand nnd Boden znrUckgehen wird. Zu Ende des 14.
*) Prografnm, B. 14; Ciernct, Mittheiiungen aus der iilterea Medici* BAlgescliichte Hamburgs, S. 50 tf. «) Band 1. S. 34i6, 377.
') Lib. V'l^n. Pact. fol. 4«li, 129*.): Ilaitwicus de huda cineriun. Lib. ller. S. lac. fol. 24. 1300: Hartwicus de huda cinerum rcsignavit Herdero de CropolshaRhen nereditatem suam; Lib.Contr. fol. 2b, 1804: Herderus
de ascht'huilr
') S. iiirsch, S. 216, 217 ttber Aschenspeicher und Aschbrake.
*} Lib. cerd. Cond. fol. 49, 1300: Hiiiricus Bracho resignayit lohaiuii ilicto Pinghel quandam aream super luiduin cineruni f^t fMlificium in ea- dem. In bac bereditate babet civitas 1 denarioi urn annuatim redi- aeidani, ricud conUaetur in libro civitatfs. Dieselbe Bintragnng: Lib. Hrr. S. Tar. fol. 25: sicud < nr«finrtnr in r\lio ro^jistin. - Lib. Her. S. he. fol. 28, 1301: lobannes df Note leiiigDavit Marquardo dc Dertscen- dftrpe hereditatem snain — super hndham cinemm, snper censum qiiem nntM oottra habere dinotcitur in eadem.
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LXIV
Jahrbunderts wurde nur ein leerer Raum zwischen dem He* ringshaus und der Kattropelsbriicke ale Aschenhude bezeichnet; 1406 wurde dieser liauin von den Kammerern an deu R&th- uiann Nikolaus Scboke vedassen. >)
Der Baahof (buwhof) diente zur Verarbeitung des Holz^8 zu Balken, Stfiadern, Dielen und ders^leicheii. £r lag viel* leicht schon damals im Jacobikirchspiel Im jetzigen alt(Ni Waadrahm.
Dft*; Rlidenhaiis (domiis fundibulorum), in dem die Bliden (Wurfmaschinen) aufhewahrt worden. bisher erst seit 1392 bekannt, wird iu den Keelmuugeii beit 1376 erwahut. £s lag nach einer Eintragung vom Jabre 1383 (S. 35()) an der iJster, bei dem Maria- Magdalenen-Kloster.
Der Brotschrangen (macellttm pistorum) der Altstadt lag am £nde der Rei< hoTisinwee, wo noch heute eine Strasse (liosen XanipTi tvii^^^t. ■'^) und wird scbon vorl255 daselbstgenannt: (lei Brotschrangen der Neustadt (brotscrangia novp eivitatis) hndet sicb seit 13<X) und lag an der Ecke der Deiciistrasse und des Hopienmarkten. Ueber die aub den Brotschrangen erwachsendeii Einnahmen 8. oben S. XXXL 1375 wird der alte Brotschrangen genannt. — Dass der BrotechraDgen der Altstadt im Besitz des Johann vom Berge gewesen, sebeint mW inVbt iificbweisbar Um 1273 befand er sich unbezweifelt im Eigenthum des Rathes, welcher bisher eino Rente vf>u 3 Mark Silbers (84 /?) ans demselben an einen ilamljurgischen Burger bezahlt hatte, damals aber durch Verzichtleistung auf 4 Pfennige (64 fi) anderweitiger Einkttnfte diese Rente bis auf I9{20fi) einldste.
Das Biittelbaus (domus preconis) der Altstadt lag am Berge und findet sich seit 1291 ; das IJiittelhaus der Neustadt (domus preconis in nova civitate) lag am Hojifenmai kt und wird 1266 erwahnt.*) Der deutscbe Name isi bodelshus oder kaakbus. Eine Biitteistrasse wird 12()8 genauut. ^)
Der Fischmarkt oder Altmarict (forum "antiqnnm, pia^ cium) ist der alteste Marktplatz, weon ancli urkundlich erst seit 1269 nachweisbar.^)
*} Lib. Her. S. Jac. fol. 333: quoddam buacium dictum vulgariler •itdiehttde proat titam est inter T«ti» hsriogliQt et plateain trant«an- ten de ponte cathrepels.
*) Band 1, S. 341: macellum pistorum, S. 409, 428: apud hrotscame la diviti plates.
') Vgl. dagegcn LapprnVicrg, RealKoworbererhte, S 42 Ann, 6n, 8. ABi. V Bd. 1. S. 37^ m. "i Bd. 1, S. 400. Bd. 1, is.
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LXV
Das Fischwehr (wer cmtatis nostre, gurgustnim) wnrde 1311 Ton der Stadt an Jakob von Kedingen und den Fischer Grirameke auf zwei Jahre rerpachtet: beide Miinner whalten
jiihrlich zn?jammeTi 12 Mark, raiissen aber die Halfte ihres Krtniges an die Stadt abliel'erii und dersclben imrh Ablaut" dieter Zeit alies Holz aufs Trockiir hringen; wtim sic :\hpr einen Pfahl steiieu lansen, den viur ^I;uiner uicht in diu Hohe mhen konnen, so soli ihpen das nicht angerechnet werden. Jikrlieh leiht ilmen die' Stadt zwei Prahme drei Wochen iimdarch unentgeldlich.
1350: l6<B — fi — ^; 1361: — ^ — fi — A;
1362: 18 „ 2 „ - „: 1353: 17 „ 12 „ — „;
1^: 18 „ 2 „ - „j 1356: 16 — „ — „;
1370: 4 „ 8 „ — '
Der Fleisciiscliraiigeu (macellum carmiicum, vlis- wranghen) wird zwischen 1248 und 1265 znerst genannt ^) vad lag zwischen der Filter- und der alten Backerstrasse
Der Galgen (patibulum) wurde 1374 neu erbaut.
Das Gerberhaus, auch (iehrhaus oder Lohliaus, an- derswo auch wohl Lederhaus genannt, wurde zum Verkauf (les Leders benutzt. Es lag in der Gerberstrasse und wui'de 1376 erbaut; Banke in demselben werdeu 137G erwiihut.
Das Gleveuhaus^) (domus glebea) wird 1299 genannt. Es lag damals im Kremon, scheint aber bald darau, wenn mcbt Bchon vorher, verlegt zu sein. Es diente zur Aufbe- vahnmg der Gleven oder Lanzen.
Das Helmschlagerhau s fdomus «^alcatonim) wird 1344 erwahnt *) und war in dev i^cluniedestras'>,e ini Kircbspiel St. Petri belegen, ist luii* aber weiter nicht bekanut.
') Bd. 1, S. 342, 350, 422.
*) LappenberfT, Realgewerberecbte, S. 37.
') Lib. cert, Cond, fol. 49, 1299: Ilinrious do KrtoiK^lnirpf rpsignavlt (serberio de Lunebturg bereditatem sitam in Cremou, que i'uit lobanuis fiii Bertrammi, ut site est, videlicet ab aoua nsque ad Talhinii cum do- mo glebea editicata in Hue eiusdem horcditatis apud cimitcrium b. Ka-
tbfrint fol. 4G: lohanncs filinn Ottonis de TiKnlorpe — iinpignoravit — hercditatem suaiu c lun budis sicud sita est a latere contra domum Esici
de Nesse versus , a platea usque ad domum glebeam. Lib. Redd.
S. Pet. f. 4, 1302: Johanop'' filins Ottonis dc Twcdorpe — impiKiioravit — scam bereditatem, in qua muratur, que domus glehea tuit. Lib. Her. S. Jac. f. 32, 1306: Petrus de Hadelen resignavit et vendidit domino Hart- wico de Ertenebnrg hcrcditatrm snani - qtie fait glebea dnmus; f. 33: dieselbe Eintragunf: bereditatem suam iu qua stat domus slcbca; vsl.
') Lib. Kedd. S. Petri f, n2 b : heroditas — in platea fabrnrr.m iuxta domum galeatonim; i. 75 b. 1352: hereditas — > iu platea luUonum — contra domum helmslegberc.
Ub. Bedd. 8. Jae
4b.
tL Kuppmann. ICiiinuicivirHL-iiDUugvu. UU. 1.
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LXVI
Das Heriiigliaus lag ausserhalb des Perleberger- oder Schopenstehlerthors in der Aschenhude, am Stadtgraben. Es war das Eckhaus von Kattrepelsbruoke und Schopenstehl, ein Gebaude, das 1329 yon Heyno Stuve an Nikolaus WittehoTet verlnsseu war und von der Wittwe Wittoliovets, (Jrete. 135,1 an die Stadt kam. ^) Im Jahre 1354 \\\vd das gegtniiber- liegcnde llaiw an der Ecke von Kattroi)i'I und Schopenstehl bezeichnet als: gegeuuber dem neuen Heringhaus uuserer Henren Rathmannen. ') In demselben Jahre Tenseichnen die Rechnungen eine Ausgabe von 7 9 4 fOr das Heringhaua, was mit der Umgestaltung des Oeb&udes zu dem jetzigen Zwecke zusarameuhangen wird.
Die Schoneufahrer warcn verpflichtet, ihre Heringe bier niedorzulof^en, d. h. wohl niclit l)l<)<s zu speicheni, sondern auch zuni Verkaufe ausbieten, durch die Heringswascher rcinigen und salzen, und durch die Heringspacker umpacken zu lassen. Eine unter den Kiiinahineu autgel'iihrte Summe von 6 ^ pro bura ist als Miethgeld tod den Verkaufsbuden der Heringswascber, die Haupteumme dagegeu als Einnahme yon den Schonenfahrem ffir die Speicberang der Heringe zu deuten.
De nOTa haringhus:
135(>: 13 V-^-fi—J^y; 1358 : 40 „ — t,| 1371: 19 „ 8 „ — 1373: 28 „ 11 „ 4 1375: 17 3 „ G 1377: I'J „ „ „j 1379: 14 „ 19 „ - „; 1381: ;W - „ — „; Im Jabre 1382 wurde das Heringbaus von den K&mmerem
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*) Lib. Her. ii. lac. foi. 59: ilcyno Stuve resignavit hereditatem sa- am — supra fossatnm eivitatis extra portam Parleberghe s ioxta stabnlim
civitatis. Vgl. Lib. Redd. S. lac. fol. 15b. — Lib. Her. S. lac. fol. 96: Crete Wittebovfdps - rr^sifnavit rivitati hereditatem aaam - apud fns- satum civitatis: luit liUMudam manti sui Nicolai. — In recompeusam dicte rcsigfnacionis doiuiui consules concesserunt dicte domine tireten onam hndam <Ip bodis inter armborstmakere et plateani pistorum ad tem- pera sue vitc. Et dicta Greta oon dabit huram et exactioneni et non senrabH vigiliu noetnmas.
') Daselbst (b1. 101: hereditatem — in cono contra novam bftiing-
1ms doiiiin' rum iKistrorum cniisuluni: et est dnmus ilia an^rnlnri'^ verSIIS maiuiin hinistraui — , cum ilur dc schuijeustclfidor ver»ub katrepel.
*) Lappenberg, Aealgewerbercchte, S. 107.
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an Scheie Thideke verkauft uiul die gedachte Verpflichtung
4er Kaufleute vom Bathe aufgehoben.
Das Holzhaus wird anir Aufbewahrung des stftdtiscben
Baaholzes beimtzt.
Der Hop feu mark! oder Neumarkt (forum novum, hu- loaii) ist der Marktplatz der Neu8tadt. seit 1257 urkuudlich genamit. *)
Der Kaak (kakus) oder Schupestoel, wird zur Ausstel- iaog der venutheilieii Verbrecher gebraucht (S. 436). £r stand bei dem Biittelhause und seine Gestalt ist durch die Abbildnnjr iui tStadtrecht von 1497 hckaunt
Kalklians. — Das Kalkhaus (kaikhus, domus cementi) diente zuni lireinien des Kalks, dei-. vvie os scheint, abseiten der Stadt an die Burger verkauft wurdu. Der zu stadtischen Baateu verwandte Kalk ist unter der Kubrik Ad sti-ucturam dvitatis in Recbnung gcbracbt. Aus dem Kalkhandel erwuchs der Stadt gew iihnlich alle Jabre eine Ueine Einnahme; 1372 weisen die Rechnungen einen Vcrlnst von 539^ auf, seit 1377 ht kt'iiif Kiiinalniie mehr verzeichnet. Die Bereiter des Kalks verden Kalkbiicker (italkbeker) geuamit.
De cemento :
1370: 20ar — fi: 1371: 2G» — ft, 1372: -^9 — fi\ ITO: 10 . 1374: 12 ^ - 1376: 10 „ —
1376: - , — 1377: 18 „ - 1390: 62 „ — „.
De cemento perdidimus: 1372: SSflT.
Dampnum in cemento: 1372: 53 ^,
Keller. — In den Rechnungen werden Einnahmen von veiijchiedenuu Kellern namhaft gemacht. Cellarium ohne weitere Bezeichnung ist der Weinkeller; maius cellarium ist ▼ielleicht identiscb mit dem Keller unter dem Schatferiiause; ndnus cellarium der Keller unter dem Ratbhause. Die Ein- nahmen erwachsen aus der Miethe (bura).
Der grosse Keller, Keller unter dem Schafferbaiue, liefert bis 1378 nur in einzelnen Jahren einen Ertrag, seit 1879 wird der Scbalierkeller mit der Waage zusammen ver- pacbtet (s. uuten S. LXXXIl.)
') Lib. IlfT. S. I;tr foL 181: Domini Nicolaus Rode et Hartwicns Eembeke, caBu i<iiii hums civitatis, ex iussu et scitu tocius consulatug resigaaTeruQt Lusco Thiderico bereditatem civitatig dictom haringi ^— . Et enm bar condicione, quod mercatores amplius non emni obligati ibi- dem boast sua ponere, sicut hacteauB fuerunt. — Ganx ist die Stelle gedrtickt bei Lappenberg, a. a. O.
*) Band 1, S. 346.
*) Lappenberg, Die Miniaturen zu dem Uamburgiscben Stadtreclite wm Jahre 1497, S. 49 if., Tafel 17.
E*
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Lxvm
Maius cellarium: 1365: —<B 8yJ — ^; 1356: —<B Sfi -Jih\ 1357; —9 ^fi
De cellario Kiibtus schafferhns:
1871: — ^ It) /3 -- Jib; 137;"): 3 4 — ^.
I)<m; kleine Keller unter <1( m Rathhause^) (S. 24^5) (parvuiii cellarium sub domo cuusuiumj lieiert der Kegel nach eiue jalirliche Einnahme von 2 ^.
Minus ceUarium:
19 12 fii
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1370: IW 12 fi]
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Der Wei likelier, ^) bis 1375 in deii llechnuugen iiacli dem Krahn anfgefKhrt, erhielt 1376 seine Stelle nach der Einnahme von fremdem Bier. Beide Einnahmen warden n&mlich von demselben Rathm nn iligeliefert, in dessen Ab- wesenlieit sein Stellvertreter 1374 bei der Ablieferung des Geldes Konfusion geniacht zu haben scheint (S. 186). Nach der Bursprake iimsste alles fronidp Bior zuniichst in unzes stades keller gebracht werden. Dort wurde es Von dem Rathe betrunkeu und zu cinem bestimmteu Preise angesetzt. Aus- geschenkt werden durfte es nur von denjenigen, welche die Erlaubniss dazu erhalten batten. Vortmeer kofte ook yement des bcres wat ud unzes stades kellere, de seal dat beer vor- loren hebben. Unde darto seal he id bethcren myt dren marken zulver??, also dicke also he dad brickt. De cellario (De hura cellarii):
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*) Vgl* Gaedechens — Lappenberg, Gpsch. desHamb. Rathhauses S.IS.
*) Meyer, Bas Eimbecksche Hans in Hamburg; Kohl, Der Raths-
weinkeller zu Bremen: 'VN'ehrmauii, Der LUbeckische Rathsweinkeller Ztscbr. d. Vereint fllr Lab. Oetch. a. Alterthamskd. 2, 8.76ff.
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Der WoiTischank war ein Monoy)ol des Rathes, der deusellieii unier Aut^iicht der Wcinlu'rion durch einen Wnin- zapfer (wintapj)oie) aubiibeu Hcsh. Diu \\ cniiherren I'uhrten besondere Keclmungsbiicher, doch ermiiglichten die Ueber- lehiifise des Wetnk^ers fkst jahrlieh einen bedeutendeu Zu- cchius an die K&mmereikasse.
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Ausgabcii fur Wein siiid nur in den Jahren 1356 und 1357 aufgef&lirt
Pro vino antique: 1366: 137 4 /?; 1367: 101 % ^ ft.
Die Kohlenkammer ist der Aulbewalinmgsort der ziir Hcizung in sogenannten Feuerschapeu gebraunten Holz- kohlen.
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Der Ki aiin dicnt zum Aui'winden der Schiffsguter unci wird Beit 1291 genannt 1370 sind mancherlei Ausgabeii fUr den Krahn verzeichnet: 1371 wurde Erde bei dem alten Krahn aufgcfahren. Der Krahn stand unter der Anfeicht eines Krahnmeisters.
De cranone 1370: 19®^
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Die KQterhauser (domue camiiicuni, kuterhus), welche sum Sehlachten des Viehes dienen, wurden 1256 yon den
holeteinischen Grafen dem Rathe iiberlassen. Das eine lag am Breitengiebel, zwischen den Miihlen und dem St. lohannis- klosfer. das andcre vor dem Mildradisthor fif r heil. (ieist- iiirche gegenilber. Die lateinische Bezeichuuug bodae oder
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domiis fartonim bexieht sicli ebenfalls aaf die Kuterh&user 0; aneh die Stavenpforte wird 1375 ab porta fartarum be-
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dert ausserhalb des Pcrlebergsclieii Thores im Schopenstehl am Stadtgrabeu. Urn 1308 war derselbe ron dort verlegt,*)
0 Lib. Redd. S. Pet. fol. 22^^ iaU4: Enghelbertua Greve resignavit Katherine relicte Godekini de Wynsen 3 ^ reddltus pro 45 ^ redimendos in saa hero'lif itf oniitta aV> radrrn, j)rnut sita est inter ilonjo.s fartorum extra civiiatem, et est proxiiua domus versus monasteriaiu 8. lobaunis.
— Lsppenberg, Reat^ewefberecfate, S. 41 hftlt sie tta Worstmaclierbadeii.
— Katerbuden im Fleischschrangen erwahnt L. R. P. f. 85 b. 1356: here- ditas contra domum preconis, videlicet ex opposito, in cono macellorum, retro bodas, der kutere proprie.
*) L. R. P. f. 133: Bertoldus de Huzere stnparins resignavit — in stopa sua ^ iiixta pnrtain fartoruro. Der Staven selbst wird ebeufails stoba fartorum geiiauot: Lappeuberg, Realgewerberechte, S. 41.
*) Lib. Her. S. Jacfol. 86: lohaones de Monte vendidit Mardago de StevTilo hereditatem mam ut sitam, que qnondam pro stabulo ciTitotis babebator.
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wahracheitilich schon damals in die (regend, die spiiter bei
dem Zucbthaase genannt wurde. Der Marstail erforderte jahrlich bedeutende Ausgaben fUr den Aukauf von Pferden;
fiir den rnterhalt dersclben i«;t in den Kammereirechntingen keiDe Aiisgabt' aiifgetiihrt. Kinnabmeii erwacbspn dvr Kegel nacb nur dadurcli, dass PiVntle zu SchHiideu geritten vverden. Mit (ienebniiguiig des Ratbes kouiitt^u die Biirgermeister auch Privaten Pferde und Keisige auf eiuige Tage zor Verfiiguiig stellen*). In Bezug auf die Zabl der gehaltenen Pferde sind wir nicbt unterricbtet: in Braunschweig waren 1417 etwa 60 Pferde auf dem Marstail.
r)(ntiinis pro equis et expensis eqiionim: 1S51; 230 9^ f^ fi; 1352: 19 «^ 8 /j; 1353: 198 8 ^
1354: 199 „ 7 „; 1355: 21ft 135 <: — — K>58: 2(> Pro equis emptis: 1360: 142^ e 2 ^
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I)e equis annicbilatis: 1371: 3« 10/? 8^; 1373: 8 „ 13 „ „ ; 1377: 34 „ 8 „ — 1379: 32 „ — „ —
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MUhleii. — lu llani})urg uxistirten iiu 13. Jabrhundert 2 Miilileu, die Miiblc aia Niederdamm uder alte Miible uud die Miible am Oberdamm oder neue Mtlhle. Die letztere muse kurz voi 1245 erbaut sein, da damals Graf Adolf IV. sicb mit dem Kapitei wegen des demselben ex oonsti uctione novi niolciiflini inxta curias canmiiconim crwacbseneu Scba- deus verglich. 1266 verkaufte Urat Ciediard die neue Miible
') Koppniauu, Bcitrikgc 2, b. 7b.
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LXXIII
&u He\ue Il^e, Biiiger zu Hamburg;*) 1283 verliess derselbe dom Hattwig, Bertrams Solm nostram hereditatem, qnani tiaboimiu in antiquo molendino Hamburgensi, aodass Hartwtg uod dessen Erben cum dicto molendino antiquo facere et iliniittere possnnt quicijuid volunt. Wie ilic Miihlen an d?*- Stacit kamen, ist mir unbekannt. Vrrwaltf t v- urden sie liui cli iwei Miihlenberren. die ibre eigenen 1U'< limiiigsbucher fUhrten. Den (feschHftsl)etrieb besorgteii die beideu Miiblenmeister ftof der Nieder- uud auf der Obermtihle. 1336 schloss der Bath etnen Kontrakt mit Heinrichf dem Miihlmeister in der Obermiihle. Gehalt und KlcMdung 8o)len bleiben. vie es her- kommlich ist; wenn Heinrich Alters oder Scbwiiche halber *einem Amt nicht mehr voistelu ii kann, soil or zwar kein behalt empfangen, aber aiif dem Hofe der Miihle wohnen Meihen und Kleidung himI Xahrung bei seiuem Naclifulger cihalten. Heinrich iij^eraatwortet der Stadt 60 1. und wird tt dieselben, so lange er Mitblmeister bleibt jahrlicb 4 i(, qtiter 5 Rente empfangen; nacb seinem Tode h\\i das Geld n die Stadt*).
Eine besondere Verwaltung ertordt'rten die Miiblcn- '^teine fniolares): in der spateren Zeit waren '2 Miihlcnstoin- lierren mit derselben betraut; liir da.s 14. Jaiirhundert er- giebt sicb wenigstens unzweifelliaft. dass auch iur die Miih- Icasteiue eine besondere Rechnuu^sfuhruug bestand.
Mfihlenguter (l)ona molendinaria) sind Naturalrenteti aus den Miihlen, welclie die Stadt an sich gebracht hatte. EigentUch ist also die Hubrik niir eine Unterabtheilung der Hauptnibrik: Kedditus et hura, wie denn auch das zum An- kmi dieser liLntcn verwandte Kapital uuter der Kubrik: Pro ' cnsn cmpto aulgetiihrt ist.
') An der alien MUhle: Eleius molendinarius r248— 1265 Dcz. 23, Tmtorbeu 12(i8 (Koppmann, Bd. 6, S. 69 Aum. 4); lokannes Paue pro- visor iii<»lendinonim inferiorum 1378, 1383 (L. R. J. f. 71 b. L. K. P. f .
If'-Mi. 168, 170): Tliidericus Fakri pi-jvisor molondinoruin inferiorum im, 1395 a.. R. P. f. 2nK 230 b); an der neuen Mfthle : lieinrictts (Gigas) Rese. noster in novo molaiidino molandinariua, novum inolandiniun pos- sidens svUchen 1248 und 55—1270 (Bd. 1, S. 381, 392); Petros molen* dinarins — in bereditatp m\ molcndini novi 1'>!i8— ISO'i (Lib. cert. Cond. t 3*«. Lib Pign. et Pact. 1. 58): molandinanus quondam noster 1307, L. II. J. f. 34, 36): unbekannt wo: lohannes molendinarius 1259—
B(i. 1, S. 352, 371. '>88); Henricns dp SrnnfMibprtrhp, molcndinariiw Qoster, et lohannes tilius eius debent ~ iv ^ denariorum recipiendas iieonmi parte molendtni 128d (Lib. Pign. et Pact. fol. 16 b); SifridnB molaodinarius 1806 (L. H. J. f. 36); Alardas de Eetorpe, anininistrator Bolendini 1324.
') Lib. Pign. et Pact, fob 69 b,
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LXXIV
De luolendinis: 1350: 220«r — /?; 13«0: r>0 S — A 1371: 13 » 1« A 1375: 7 „ — ir,7H: 4Hf) „ - ^; 1380: 24() ^ — 1383: 300 „ — „; 13«4: 300^ — 1387: 600 , — De molaribus: 1350: 80 ®^ — /?. De bonis molendinariis: 1377: d6Qr 10/? —A 1379: 63
1381: 64 „ 9 „ 6 „ 1383: 68 „ 12 — „ 1385: 68 „ 14 — „
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Das Miinzhatts (Domus monete) lag im Dornbuseh, neben dem Weinkeller, wo es seit dem Jahre 1352 nachssu- weisen Ei*wahnt wird eiii solches Gebaude sohon in dem Freibrief Kaiser Friedrichs von 1189.
Dpf Nothstall, der in den Rechnnngen erwiihnt wird uud Ausgaben fiir Haar verursacht, ist niir sonBt nicht be- kannt. in Liibeck ist eine grossere Anzahl von Nothstallen (Stallkammeni ?)ab8eiteu der Stadt, jeder zu 8^, verpachtet
Die Pechhnde') wird 1299 erwiilmt. Sie lag unfern des Cremon und wird zur Speichemng and zur Priifttng des eingebracbten Pec^s gedient haben Ueber den Detail-Ver- kauf des Pechs s. oben S. XLT.
Der Pferdeniarkt ffnnim eijiiorum, horscmarketV ur- spriinglich ausserhalb derbtadt gelegon, wird seit 1260 genannt.
Der li ail lull of ist der Ort, an dem die Waudrahmeu aufgestellt sind.
Das Rathbaus*) der Neustadt ist, nacb Analogie an- derer Stadte zu urtbeilen, gleichzeitig mit der Begriindung der Stadt und der Einbetzung des Ratbes eutstanden. Es lag dasselhp nm Marktplatz der Neustadt, dem Hopfenniarkte. und hattc hinter sich die luMistadtische Schimedestras.sr dvn jetzigeii kleineu Burstah zwibciieu dem grossen Burstah und der Gorttwiete.
^) Lib. Redd. S. Pet f. 77 b: hereditM ^ coaUu donram monete id platea ussatorum.
U. B. d. Stadt Labeck 'i, 2 S. 1028.
Lib. cert. Cond. fol. 41b, 1299: lordanus dc Tuitha resignavit lo- ll anni Stadingo 1 ^ denariortini in bereditate sua in Crimoa ut sits eat iuxta syl cum itur ad yichud«.
') S.Hirsch, Danzigs Handels- u. Gewerbeffe8ch.S.217 ttber Peohbrake.
*) Vergl. C. F. Hardprhens, Geschichte des HamburptT Rjdili.niscs. nach den Vorarbeiten Lappenberga, 1^7; £d. Meyer, Das Einibeckacbe Haoi ia Hanliarg, 1868.
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LXXV
Kin altstadtiscbes Ratliliaus winl in alterer Zeit ebeuso wenig bestanden haben, vie eiti altstadtisoher Rath, mid die frfihere Aiinabmc, dass ein solches (iebiiude auf dem Fisch- markt, dem Marktplatze der Altstadt* belegeii gewesen sei,
i^t 8cbon deshnlh nicbt zu billigen. Erst in der ersten Hiilfte des V.]. JahrlunH^ rt^ miicbte auf dem neuen Markt der Altstadt, wahrsclKiiiiith dem Dornbusch, ein eigenes lUiiiiiaus errichtet seiu
Nach der etwa 1248 Tor sich gegaugeuen VerBchmelzung der beiden Stadtgemeindeii wnrde ein genieinschaftliches Rathhaas auf der Greiuse von Altstadt und Neustadt erbaut, an derselbcn Stelle, wo das Gebaude dann secbs Jahrhuiidcrte hindurcb bis 1842 seinen Stand gcbabt bat, uiid die beiden bisherigeii Rathhauser, wie es scbeint, in stiidtischc Wein- teller miigewandelt. Der Weinkeller der Neustadt ist scbou im 14. Jaluhundert wieder eingegangen, der Weinkeller der Altstadt dagegea hat sich unter dem Namen des Eimbeck* aehen Hauses bis 1842 erhalten.
Der Reeperberg wird 1375 in der Roile der Reep- schlager erniiibnt. Er lag in dem Eichholz vor der Stadt; auch oben S. XLVI.
Das Richthaus (praetoriuni, spater Niedergericht) *^) lag an der Trostbrucke. d*em Rathbause gegeniiber. Es be- staiid aus einem Keller mid zwei Stockwerken, von denen
') fragt sich, was mit dem 1257 genannten Gildehaus anzulaugen s«i. Lappenberg, Programin, 8. 51, Anmerk. 86, bill es fttr identisch ■it dem Schafferhans: in soinen Voi jirboiten fftr die Geschichte des Rath- hiMes daffegen fQr identiscli mit dem Kathhaus der Altstadt Wichtig ind die Nachtichten Oher ein Nachbarhaus. die ich desbalb kier folgen iassc. Ztsrhr. Hd. T, S. 357. 12^)7: Woldpricns resipnuvit Ilcnriro torna- tori aream iuxta gildehusen anniiatim pro 30/»: pro ilia area sagit- (avit predictos Woldericus ab anno Domini 1257 ulterius ad 18 annos.
1365: Hereditatem, qnam Heinricns tomator anient contra cousilium, ilUm pcrsolvit Woltlerirns. et ^^^t «?tin usfine nd mnrnm. S. 376, 1266: Uereditatem, quam editicaverat Heinricus tornator, sitam apud do mum eoQtBlniii, emit Woldericus cum edificits. 8. 395, 12B8: Heinricoa Hasfnore conduxit erf^a ftvunculnm snnm, dnmiiiiiTn Wnldcricnm. domnm loxta doraum consulum io antiqua civitate et viaui aque. — Lib. Kgi. et Pact fol. ISb, 1893: lohannes Haeenore cam tutore suo — re- lignarit Michahcli dicto Nnto hpreditatcm suam — iuxta cellarium
toi Micbahelis coneordafit ~, qaoa assigoavit sibi in domo sua anad I 'mum vtni 20^ denariorimi in quatuor annis auio quolibet
vrogaodas.
*) Gaedechens, Geschichte des Hamb. Rathhauses, S. In ff. ~ Lib. IMd. B. Pet fol. 81 b, 1853: in hereditatibus — supra nesse cum boda adiacente ah nna strata nsqnp ad aliam < nntra domum iudicii. — Vgl» Jftkobj, Geschichte des Hamburger I^iedergericbts, 1866.
d lobanaes Notho cum hiio fratris
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LXXTI
das nntere fUr die Gerichtssitsnngen beBtimmt war, das ohm zur Bewirthung Yon Gasten diente.
Der Roland stand iin Dornbusch Tor dem Weinkeller; das erste ausdriickliche Zeugniss ist aus dem Jahre 1342
Die Salzbuden auf dem Hopfenmarkt werdeD 1376
genannt.
Das Sjilzlians lag in der Asrhcnhude an der Ecke von der Niedernsiiassc uiid Kattrepeisbriicke, durcli die letztere vom Heriiigshause getreniit.
Salzkaliii. — Ini 13. Jahrhundert gab es einen altstad- tisclien uud eiueu iieuHtiidtiscbeii ISalzkabu. ') Letzteier wurde 1366 Tom Rath gegen 8 ^ jiibrlichen Erbzins verliehen. Da- bei wurde bestimmt, dass kein Anderer in der Neostadt Salz verkaufen diirfe; der am Sonnabend im Flusse bezahlte Einkaufspreis soil fiir die fulgende Woche den Preis bcim Verkauf bestiinincii. 1337 verpachtete der Kath s( ineii SaU- kahn an Elnieshoruc auf 7 Jahre, im ersten gegen 24, her- nach gegeu 27 ^. Die letztere Summe gab aucb Bunke, dem der Kath 1343 seiuen Salzkahn auf 10 Jahre, von 1345 an zu rechnen, libertrug. Die Rechnungen nennen einen grossen und einen kleinen Salzkahn (can salis, zoltkaan), was mit der alien Unterscheidungnacb Altstadt und Neostadt in Zusammeuhang stehen wird.
') Im vorlorencn I^ib. Her. S. Pet. bei Meyer, Das EiTnlir kM Kp Hans. 8; dem entspricbt lii4S: Goswinus Clinghenberch resiguavit iu here* ditate sna in nUtea diTitnm contra rolandum; 1843: hereditas. lohaanis
do Holdeustode coiiUu r«liiiuliun; 1344: Domiiius lohannee Brctling re- signavit — in horeditati' sua — in plalea divitmn iuxta rolandum super aqua; 1350: Ludcke Dretliuj{ resiguavit — in hereditate sua lapiuea dwerhas — in platea dmtum iuxta roiandnm; 1352: Beke, rolicta Ln* dekini Bretlinpr — resignavit in herfiditate sua - in platea divitam supra twitam iuxta rolandum contra dominum Hinru um de Stendal; 1352: Wtdveke kokenbecker resignavit — in hereditate sua, quam nunc edifieat* — inter pontom rolandi et d<iminum Hinricum de Monte in platoa atsa* torum (Lib H»^dd. S. Pet. 1. »U, ebenso 78: filb. H3b, 721). 77b. 7H^
Im Verxeichni»s der Kedditus beneliciorum der liamburgiscben Kfarche heistt ei: Vicaria Amoldi Symonis habet nnam domum que did> tur solfluis, siia in loro dioto ascbohude. 1362: domns in qua nunr ino- ratur domina W][adele soltspikersghc. 1371 (Lib. Her. S. lac. fol. 152): hereditatem, m aua quoDdam morabat«rdombiaWendele8oltipiken, tita in coBo platee iaferioris ex opposito katrepel Tersna anstrnm.
*) Tn Stade wird 1309innricb Clare soltman pronannt; seini l ^iden Brttdcr, de Hadeln genannt, verkaufen 1314 einen ttoltkaa. b. Krauae, im Programm des Gymaainms zn Stade, 1856.
n Bd. 1, 8. m; Lib. Fign. et Paet foL 70; lib. Contr. foL 51.
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Lxzvn
De magna soltkan: 1370: 129r - /i\ 1371: n% — fl; 1372: 12«r 10/?; ^^7?r 13 „ — „; 1374: 13 — : 1375: 13 . — „; UUj: 10 15 ..: 1377: 8 „ 10 „; 1378: 8 „ 10 „; 1379: 8 10 ,,; 1380: 8 „ 10 „; 1381: 8 „ 10 „; 1388: 8 „ 10 1383: 8 „ 10 „: 1384: 8 „ 10 1385: 8 n 10 „; 1386: 8 « 10 1387: 8 „ 10 De parra soltkan: 1370—82: 89 — y?; 13«3: y» 10/3; 1384: 109 — fi; 1385: ^ 10 — 1386: 11 — ,; 1387: 12 —
Die Schifle der Stadt erfordeni jalirlich bedeutende Ausgabeu fur Ausbessemng uiid dergleicheu, die indet^sen lucht besonders, soudern imter deu allgemeinen Rubriken, velcbe nch anf das Baaweaen beziehen, aufgefUnrt werden.
Untor Kogge') wird — nach Hirsch — das Seescluff m Gegoisatz sum Flussschiff verstaaden. Als Arten der- selben nennt er den Hoik, den Krever, die Barse und die Schute. — Die l)edeutende Ausgabe von 1371 ist durch den Krieg der Hunse gegen Diineinark vi'iurbacht uud wird in den Rechumij^en (S. 141) niiht r eiiautert. 1377 werdeu die beiden Hamburgisoben Ko^gen Terkattft. Ad usom coggonis cmtatis: 1370: - 1371:3209-/5; 1373: 129 — /?;
1374: 154 „ 17 „; 1375: 34 „ — „; 1376; U „ ^ De coggone ci\itatis:
1371: 10 fi — 1373: 148® 18/? 6-J>;
1374 : 80 „ — , — 1376 : 40 „ — « 6 „;
1377 : 245 „ IG „ - „; 1378: 42 „ — ^ — „;
Ein Liburiitts, Ubuma, grosses Seesoiuff wird 1386 fUr 216 9 gekauft; 1387 werden ad usus libumi 65 9 10/5 ret- anagabt und de tibnrno civitatis 5 9 8/5 eingenommeii. In demselben Jahre warde das Fahrzeug flir 224 9 wieder ferkaaft. =*)
Ewer, doch wolil identisch mit envare, welches Letztere freilicb nach Lapuuuberg „ein Nachen, der von Einem ge- fahreu oder geraoert wurde,'' sind vorzugsweise Segelschiffe. 1252 wird ein Unterscbied gemacbt, je nacbdem das Ruder bmten oder an der Seite Ist. Was Hirscb als Eyner be- zeicbDet» ist wobl dasselbe (eyver).
V) Handels- un<l (JiMvcrlistroschirhtP Dftnzif?B. S. '^iGS.
Uennannns dc Bialc impignoravit dc conaenHu socii sui modiam pftitem nafit sue que envar dicitur, — pro 13 Af et ?/& denariorum. Lib. Pign. et Pact foL 48 b.
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Lxxvin
Schuteu*) sind tiefgehende, mit Stangen geschobene
Scliiffe, welche die mit den SeeBchiileii angekommenen WaareB deu Fluss iunauf betordeni.
Pralnue, platte. hinteii stump fe Scliiffe. ^) wordon eben- falls nui bei der Flussscbiffahrt, iiisbesoudere zum Transport schwercr (filter (Steiue etc.) f^ebraucht.
Snicken, Butzen oder Busen, Bard es en oder Barsen (Barken) *) sind kleinere Schiffe. Tesping i»t Tenuuthlich identisch mit dem, was Hirsch Ksping neniit und ala die grosste Schaluppe eines Kautfabi-tehchiileH erkliirt. Auuer* dem werden K ii b n p mid B o t e genannt; eine besondere Art
der letztcrnn sind die H u k b o t e.
Au8 dem St liiffbauerl)rook ij>alus ubi imves coiistru- untur S. 298j, als Strasse erst 15<i5 bebaut, erwuclisen tier Stadt Einnahmen, die unter der Rubrik De cymbis et palude aufgefiihrt werden. Die Schiffbaaer speichern hier auch ihr Material auf. aucb die Stadt schei&t hier Holz liegen zu haben (S. 191, 208 If.). Mit dem von den Scbiffbauem er- hobenen Laizcrc^eldc ist 1886 und 1387 die Einnahme fur verkaufte Schitie vcrbunden^ De cymbis et palude:
1350:— yyj; 1355 : 2 3^10/3; 1350: — ^ 15
1357: — „ 16 „; 1360: 1 „ 2 „; 1370: — „ I „;
1381: 4„16„; 1382: 4 „ 8 „; 1383: 4 „ 4 „;
1384: 5 „ 12 „; 13^5: 3 „ 19 „; 1386: 6 „ 16 „;
1387: 2 12 „; 14(X): 3 „ —
Das Schafferbaus (donius convivii) ^vird schon zwiscben 1248 und 1255 genannt und ist mit dem 1257 erwahnten Gildehaus nicht identiscb
Das Schalhaus, wie es sclu'int am cinfacbsten dadurch zu erklaren, dass man es mit dem „Waagehau.s der Stadt •Hambnrg'* identifisirt, ist seit 1346 bekannt.
Die Schreiberbuden *) liegen an der seit 1341 ge-
*) 1972 (Band 1, S. 424^: ouart&m paitem scute, dicte saiighe.
*) KftTit prMB dneta 1391 (Lib. Pign- et Pact fol. 85): lohuuiet Lntcui dictns pramman 1298 (fol. 48 b).
*) Ii;iit|M nborir. Die milden Privatstittuugen zu Hamburfr, S. 154.
*) Uiuiui aavim, que kana vocatiir 1289 (Lib. Vign. et Pact. i'ol. lij.
'') Ztschr. Bd. if S. 339: Bernardus, Alius Bernardi Catti, resignavit Stfrido de Nesce granariam iuxta dnmnm mnvivii: S. 341: Mevnorns dictus Vir resignavit Arnuldo, Alio Aucelini, areani tiuam iuxta domum convivii; 8. 843: Consules resigDaverunt lohanni Eeberii aream ante et retro iiixtn domum convivii. Lappenberg, Progranun S. 61 Ann. 2S: Wilda, GildenweseiL S. 266.
*) QaedecbenB-liappenberg, Rathhaus, 8. 13.
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LXXIX
nannten Schreiberbriicke *), die vom Dornbusch nach dem Ness fiiiirt. und werden von den Stadtschr«M'])f>rn, offentlichen No- tarieii and sonstigen Schreibeini bewohiit. Eine derselben, welclie an der F.cke der Reichenstrasse iiegt , wird als die Bude der lieneu liuthmauneii bezeiclmet, vermuthlich die- selbe, wdche aus den Redmuiigen als die Bude eines der Bfttliniot&Tieii bekannt ist und in der kleinere FestUchkeiten Ststtfinden.
Die Schreiherei oder Kanzlei, welche bis 1518 in der gedachten Bude war. verursacht Kostea fUr Pergameut, fiir Papier und Dinte und fiir Wachs.
Das Pergament wird zu alien stiidtisclien ProtukoU- biichem gebraucht; auch die Urkunden und sonstigen Doku- mente der Stadt *) werden auf Pergament geschrieben.
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Pro pergameno |
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Das Papier wird nnr zn Aufzeichnungen Ton geringerer Oder TorUbergebender Wichtigkeit (Prozessakten i. B.) verwandt
•> Xotiz Lapprn^prgs hn Nnddcmioycr . Topoj^raphii' der Freipu tind Hanse Stadt Hamburg, S. ^16; im L. k. I', begegnet uns die Bracke eri»t 1348 (f. 69). 1861: htreditas ~ in augulo nove platee pistorum •pod pMiteBi Bcriptorum (f. 74); 1360: platea cum itur de ponte scrip* tnrnm vpfifens 8. lobanuem (f. 96 b), 1376: liprp^lita" — in ])Iatea diritum inter kereditatem loliannis Lutow et bodaiii auKiili^r* la liuminorum coa« tulnm tiU iaxta pontom bcriptonim. Vgl. unten 8. 4r>l.
*») Beriiardn^ de Dalonbnrcli scriptor 1856 (L. R. P. f. 86b, 86); lo- baimes Boldewmi scriptor Hm {h. K. P. (. 171b).
*) Koppmann, Die mitteUlterlichen GeichlebtKiaelleii is Bexug anf
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Pro papiro (et incsnsto):
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Wach8 wird zum Stadtsiegel, insbesoadere m Keizen gebraodkt
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Das Siege 1 (sigillum civitatis) befindet sich seit 1375 unter dor besonderen Obhut eines Rathmannes, der 1375 — 90
ill (ler Kegel jiihrlich 3 4^, seitdein j;ilirlich4^ ^) ^rbalt. 1375—77: Ludolf Bepkendorp. 1378—83: llichai-a KyL 1384—85: Albert Bretling. 138(): Richard Kyi. 1387—91: Cluistian Voss. 1394—1400: Alb. Bretling.
Die 8 ch usterbudeii *) siiid in der sogeiuinuteu Hollc oder dem ueueii Hausc dcr Schuster am Altmarkt (Fisch- markt). In diesem Gebftude verliess der Rath 1862 xwdlf Schiihmachem jedem eine Zelle zu£rbrecht, gegen eine jiihr- liche Leistung von 2 ^ an die Stadt Ueber den Ertrag dieses Ueb&ades nach den Rechnungen s. oben S. XLIX^ — Die
*) Lappenberg, Rcalgeverberechte, S. S6 ff.
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LXXXI
Schuster- oder S( Inilihriklce fiihrtc vom Fischmarkt nach dor Keichenstnisso und wird {unch liapppnV>erix) scit 1347 ge- nanut Anrh dio Schusterkurie, wt^lclio im Scliopenstehl lag, hat von der Nahe dieser Biiden ihren Niuaon.
Der SchlitzeDhof (curia sagittariorum), seit 1387 be- lonnt'), lag in der Depenau, sett 1461 am Schweinemarkt^
Die Silherhiitte lag auf den Raboisen; 14r>7 lieisst das Gebaude bereits d'w nlte Silberhiitte. *) Der Silberschmelzer wird im Niederdcut^chen tastlxM'nore ganannt. *)
Dns Snickcii liMiis (snickcnhus) ist ein weiter nicbt be- kiiiiiito. viellfirlit zii den Schili'^baiiten dienendos (iebiiude.
Der Tbcerhof ilicnt zur Speicberung des eingefiihrten Theeis.
Die Thorenkiste (castodia fatuorum. cista atolidorum, stnltorum, der doorhen kyste), ^) spiitor Tullkiste genannt, wird
iu deii Reclinungon seit 1B7() erwalmt. In dt i >( ll)cn wnrdcn (lie der Stadt ang^^horifrcn Wabnsinnigen untcrgelnurht: eiue auswiirtige Waliubiunigc wuidti 1381 auss der Stadt geschafift.
'y In dem Lib. Redd. S. Pot. finde icli sie erst spater: hereditas — in platea divitmn. inter heretlitatf m Tliammonis stitnris pt jxintcin auto- nun super aqua 1363 (f. 103); kereditan — iu piuteu divitum super scbo- bni^e in cono soper aqua, cum itar per dictum pontem ad fomm ptscium versus mauuni siuistram
*) L. li. P. f. 243 b. 13i}9; hereditas iu schopeu&tele inter domum domini Hinrici Kluven et tvitan apud curiam dominorum canonicorum, dictam su tori am.
*) Lib. Uer. S. «rac. f. li)5b: due bode — in depenowc in cono prottt itur versus curiam sagittariorum.
') Es verlassen nach dem Lib. Her. S. Jac: Thittnarus Lubberstede
— Ludolfo Ygendorp hereditatem — iuxta raboysen 1330 (f. 69); Dith- »arus Ygendorpe — Lodewico Boxstehude — bereditatem — inter ro- zeastrate et cropelstrate. ultimam hercditatem prope raboyzen 13C1 (f. 110 ; L.Mlt wicus Bux8tehnd«' — Conrado dict<» 5loneken hereditatem — cuiu i uria — super raboy/eii inter — rozenstrate et blindenstratc 1373 If. 155); testamentarii — Conradi Moeneken — Mevnardo Buxtehttden hertdiutcm que — vulgariter diiitur dc holde sulverbutte cum curia 5ibi luiiaceute — super raboise apud ruuruiu civitatis prope roesenstratc 1407 (f. 884b); Meynardus Buxtehude — Arnoldo Clawes van Basdow bfrn^itateni — in cnio rf>senstrate apud curiam -~ Meynardi 1401) (f. ^bj; per obitum Aruoldi Clawes van Basedowe devoluta est hereditas
— ad Lndekinum van der Word et ~ ad Tidekinum Gherlevestorp
— sita est super raboysen < ( vm atur antiqua sulverhutte; Ludekinus et Tfdekinus — ulterius lolianni van Kode seuiori 1414 (f. 252). — 1327 aocli eine hereditas sive hutta quondam Conradi anrifabri in rosen- itrate (f. 58).
'■') V. B. d. St. Lttbcck 2, 2 S. I02d: tasbernere dat — de sulverhutte.
— Inlliiuil.urg 1258: Godefridus tastbernere (Bd. 1, S. 348); 1303: Ileyno dictas sulverbernere (Lib. PigB. ct Pact. fol. Srib).
*) Yi^ Gemet, MittheUuDgen ans der iUteren Medicinalgeschidite.
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1376 wurde diese Kiste vermuthlich erst eingerichtet: die
Ausgaben bp'/iohrn sich atif Aiischaffuiig von Sti oli, auf Ilei- nigUDg und auf die Aiibi iiifiung eiues ciseri f ii (iitters. I'li- bemittelte Wabnsiimige wurden auf Kosten dcr Stadt bekostigt und gekleidet: Nikolaus Strukrode, der seit 1380 in der Thoren- kiste lebte, wurde 1384 zu der £hre Gottes auch mil Pelz- werk beschenkt; sein Unterhalt kostete jahrlich etwa 49 11 fi^ also 19 ^ die Wocke. 1387 wird auBser den Wahnsinnigen in der Thorenkiste noch ein anderer genannt, der in den Tbiirm beim Winserbaum gesetzt ist und {lo*?scn Unterhalt fiir 22 Wochen 3 9 /? kostet. Die Thoronkibte l&g bei den Miihreii im Kichspiel St. Katluiriuen.
Die TltiLsokammer (tbozauraria, trezekanioro ) ist der Aufbewaliiuiig8ort des studtischeii Schatzes (thesaurus;, auch der Urkanden und sonstigen Werthsacben. Sie lag im Erd-
feschoBS des Ratbhauses neben den beiden Zimmem der l&mmerei Die Rechnungen nennen Thresc und Lade neben einander. Die Lade ist vielleicht kleiner und dient zur Auf- bf'wahniiif^ fi^eringerer, fUr den tiiglichen Gebrauch bestimmten bumiucu; unter doiii Namen Stadtkiste (cista civitatis) wird sie schon 1293 gcnannt
Die Waage (libra, stratera), welcbe seit 1269 nachzu- weiseii ist'), wurde von der Stadt verpachtet: 1305 an isico- colaus ponderator auf 10 Jabre fttr 16 Mark jftbrlich, 1329 au Heinrich Alverslo und desscn Erben auf 12 Jabre gegen
ein jiihrliches Pachtgeld von 20 Mark in den 1)eiden ersten und 25 Mark in den folgonden Jahron*). Seit 1379 wird die Wftagt^ niit dem Keller unter dein ISchatterhause zusammen vermiethet.
1350: 12 «^ 8/?; 1351 : 14 <3r 16 /?; 1352: 8«ri6/?; 1353: 17 ^ 18 1354: 18 „ 2 1355: 17 „ 2 1356: 17 „ 2 „; 13G0: 18 „ — „; 1370: 20 „ - 1371: 20 , 1372: 20 „ ^ „; 1373: 20 „ -
1374 : 22 „ - „; 1375: 24 „ - „; 1376: 29 „ 12 1377: 35 „ 4 1378: 35 „ 4
*) G.ipdnchoTis— Lfipponhprp. llathhaus, S. 9. *) Koppmann. Btutiage 1, S. 13, Anm. 1.
>) Bd. 1, S. 40S: granarium iuxta waghe; ein Erbe des Heyne Sto-
there lap 1352 supra npsf50 iuxta libram super aqna contra schaffiMlius (Lib. Kedd. S. Pet. tol. 80 1)); 13r>G wird es bezeichnet: supra ncsse super aqua iuxta domum libre civitatis nambnrgensis (f. 87b). «) Ub. Pign. et Pact foU 67 b« 68.
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De libra et de schafferkellcr: 1379: 35 ar 4/?; 1380: 32 W — fi; 1381: 28 9 16/?; 138i>: „ 16 „; 1383: 30 „ 8 1384: 32 „ — 138o: 32 „ — ,; 1386: 32 „ — „; 1387: 32 „ — 1390 : 32 ^ —
Diis Wamlhaus (domus pannicidarum, wanthus) dient znm Yerkaaf des Tuclis. Die Wandschneider bezahlen fUr die ilmen in demselben angewiesenen Yerkaufsstellen eine Abgabe an die Stadt. Wer Wand schneiden will, heisst es in (ler Bursprake, der soil es nirgendwo anders als im Wand- hause, uud der Stntlt soli er dafiir seine Pliicht thun.
Die Waudraliiu eii*) werden zjk i uni 1269 gcnannt. Sie dienen zur Bereituug des Tuches mid wcrden von der Stadt Terpachtet. Der Raum, auf dcm die Wandrahmen errichtet sind, beisBt der Rahmhof.
1354: -AT dfi; 1355:— ST 9/?; 1356: S9 4/J; 1357 : 3 „ 12 „; 1358: 3 12 „; 1360: 2 „ 8 „; 1370—1373: 2<B Sfi; 1374: 2Qr -yg; 1375: 2W 16/?-, 1376—1379: 3„ 4 „; 1380 — 81: 4^ — fi; 1382—1384: 4„ 16 „; 1385 — 87: 5 „ 12 „.
Die "W e idea, deren Lii^^e lair uubekaiint ist, geben als Paehtgeld in den Jahren 1360—54 einen kleinen £rtrag.
De pascuis: 1351: 7 or 4 1352-^:9^^12/?.
Das Weinhaus (lev Xeustadt lag am Hopfenmarkt (s. oben S. LXXV) und wird 1287 ziicrst gcnaniit. Seit 1338 wird es als altes Weinhaus (antiquum cellarium viiiorum, antiqua douius vini) bezeichnet, was auf die Benutzung des Gebiiudea za anderen Zwecken liinzuweisen scheint *).
Das Weinhaus der Altstadt, das sp&tere Eimbecksche Haus, lag an der Ecke der Garbraderstrasse (Dombusch) und der Weinkelleij^trasse (platea vinaria, kleine Johannis- stiasse). Es wird 1270 zuerst ausdriicklich erwahnt. Unter
«) Lib. Redd. S. Pet. fol. 1G8, 1388 : Tohannes Warendorp sartor re- fflgnavit in hereditatc sua — in platea canum inter bodas civitatis iuxta iomam pannicidarum et hercditatem MftkOlliS do Rollinghe.
*) Bd. 1, S. 411, 1270: l*etru3 rasor resignavit Ludero pendulam anam. — Lappenberg, Kealgewerberechte. S. 73 erkJart pendula irrthttm- liih als Waage. — Ein Thurm iuxta penaulas wird 1273 genannt (B<t I, S. 4a2).-> 12^ Nov. 8: Domus inxta pendalam, qaevulgo dicitur rtmen, edificabitur.
B4. 1, 8. 480, 1S78: Albertns de Mnloa et fimter eios Iintbertus
reMgnavrrinit Ilprmanno super slusam domum corum ut sita est ante 6t fetro (In agger* j. Lib. Her. S. Nic. (In aggere) fol. 136 b, lii«7: Her- ■ism de slusa resignavit hereditatem eius nt sita est iuxta domum vini ciTitfttis domtii 8. Oeorgii nostre dTitatis.
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diesem Hause lag der Weinkeller} Uber dessen Ertrag man oben S. LXIX vergleiclic
Die W eissb eutel '^), hintci' (lorn hreiten Oiebel. hiiiter St. Johanniskloster uiul Kiitorstuvcn. ist aiif eiiiem Raum er- riclitet, der 120;) abseiten des Kalhub drei Beutelmacherii auf 15 Jahi'e ubertrageii war. Ueber die Eimiahmeu aus diesem Gehrhofe der Weissgerber s. oben S. LXIX uiid LII .
Zie|[elhM.iiser. — 129S kamen aussorhalb der Stadt ge- legeue Ziegelbiiuscr in das Eigonthum der Stadt: eines der- Sf li t n wurde dem Groper Wolder ge^en cine Leistinig von lOUUO Ziegelstemeu und 10000 Dachpianneu iiberlassen. *)
KircbeD und Kldster werden nur bei bcsonderen Oe-
legcnheiten yon der Stadt boscheiikt. 137^) erbielt die Petri- kirchc zum Bau ihres Thunnes eine Last Blei, die niit 40 3^ {bl k) bezahlt ^\^lrde; I'^f^O wiirdf don Jurnten zu 8t. Petri una deneu zu St. Nikohii jr l:;^ B> 2\ (i 2 ii^ — wie es scheint aus dem Kacblass eines in Hamburg unbeerbt verstorbeuen Auswiirtigen — uuter der Bedingung zugcwiesen, das8 sie dies'e Sammen herausgeben miissteu/wenn darum wiederholt gcuiahiit vviirde. Die Doniinikaner bekonimen 1376, da sie ihr Kapitel halten, o2% (40 |^); eine gleicbe Sunnnc die Franziskaner l.*>86 /n dciiHi Ilxn Zwccki.'. ferner 1377 ^% (10 \f), 1382 als Unter.>tutzung znni Bau ilircr Ndrsctzen am Kirchhof 8 I nter den doniiii.il;iis. die zu Joiiannis un<l Pauli gewohniicli 1 IB eriialttni, ^iud entwetler die Schwestern des KonTents oder des Gisteroienserinnenklosters Herwardes- hude verstanden: 1375 und 1376 enipfangen sie ausserdem cine kleine Sumnie, urn Gebete zu sprechen. 1387 werden *J 5 /? 4 >vS an siimmtlicbe Priester in der Stadt verausgabt, daniit sie pro serenitate aeris Messen leson. Die Kirchhofe
') Bd. 1, S. 3G1, 12ti2: Domina HulcwigU, lulicta Woldcri, resig(navi)t Henrico tomatori doraum dimidiam in qaa manet et uxori Uffekini dimi-
diam — : ot ^Tiiuiirimn iiixta iniiruiii rof;i[rnavit predicto Henrico et aliu l grauahuiu resiguavit uxori Uffekini. S. 41G^ 1271: Dominus lohanues verdewardi resij^avit — Henrico tomatori dimidiam dommn, in qoa idem Ilenricus moratur, quo quonduin tuit lilioriim UfTokiiii. S. 415. 1?<0: HeuricuB tornator resignavit Heurico Salsnacke granariiun versus do- mam vini cxccpta una dome.
•) LappenberjET, RealLri'wirlnT.'rlitf. S. 100.
*) Lib. cprt. riuitl. fol. 14, ViWA: Notaudum quod domns lateruni foris civitatpin versus oiieuiem ad civitatcm devoUite suut libere et solute, quorum 1 presentata est Woldero dicto gropcre, de qua dabit hoc anno 20 milia latenim rt 10 milia roncavonim lapidum. — Lib. ITer. S. Nic. fol. 213, 1307: liildelevus dc Wilstria resignavit doniui s. Spiritus domos latertUB — quondam Nycolao advocato pertinentes.
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der Kircheii uud Klostej- h.ilx n Asylrecht, weshalb die dort-
hin fjofliieliteten Verlu her bewacht werden.
I>!r- Kapelle zum Schar. M — Am Schar (Ufer) rler YAhv sciit'int schon tVuli ein ^Inn'cnbild errirlitet zii scin, das fur die Seefahrer eiue besoudere liedeutuiig liatte. Zuni Scbutze desselben ward im 14. Jahrhandert eine Kapello erbant
De oblacionibus b. Marie virginis ante schoordor: 1370: 32 ^ 9 1371: 26 ^ 12 /?; 1372: ID'S Hfi. De oblacionihns rapelle ante schordor: 1384: 35 tl /?. 13^5: 29 B 1 fi; 1380: 23 W 10 fi-, 1387: 33 „ II „; 13^0: 20 „ — „; 1400: 8 „ — „.
Almosen und Vikarien. — Die unter diesen Rubriken Yprzpichneten Aus^jnlien beziehou sicb iiicbt auf Spcnden, welche die Stadt gewiihrt, soudern auf Verziusuug aufge- noniiijeuer Kapitalien.
Almosen an das h. G eist- Hospital. — Diese Ru- brik findet sich nur tou 1350 — 1360. 1350 steht eine weitere Beteicbnung: Laurent scbrieb ad stopam und korrigirte ad stnpam, also far die Badstubc, den Badeofen; ich babe ver- mnthet: ad stipnm. wns mit elemosina, Almisse, geistliches Lehen, gleiciibedeuteiid ist.
Ad elemosiuas s. Spiritus:
1350: i I ^ 8 /?; 13o(;: 3^4/?; 13i)7: 4 W — fi; 1358: 4 „ — „; 1360: 3 „ 4 „.
Als Almosen an das St. Georgs • Hospital bezahit die Stadt jahrlich 1 Mark Rente, welche der Stadtdiener Martin 1360 zu Gunsten des Hospitals von der Stadt erkauft hatte 2).
Mit den Vikarien bat es dicselbe Bew andtniss: tbeil- weise scheinen es bolche geweben zu seiii, iu IJezug auf die dem Ratbe das Patrouatsrecbt zustand, da seine Notarien als Inhaber derselben genannt verden.
') Bil. 1, S. 352, 1'26(^: Consules et Bernardus sadelere rosipnaverunt Radolfo de Merschen domum cum stadio, que est iuxta 8. Mariam. — Lappenberg. Die railden PrivatstiftunRcii zu Hamburg, S. XII, Aum. 10 beziebt die Stelle avif das MariciiliiM am Schar^ da bei der hochgele- graen Maripnkirdio kciu (iestadc dcnkltar soi.
') Anu') Domini 13tj<> Thidericus Wulfliat'licii et llcrmannus Byscho- ^ngh ir>4 if 2 (i ex parte Martini quondam scrvi dominorum consulum, pro quilms dabuntur rrdditiis 1 in festo b. Martini infirmis ad s. Ge- oiffium, et qnando dicti domini cousules redditus prcdictus exponere AolnerisC, tunc de dicta SDmrna pecooie semper perpetui reddltna aebent cottpariii et dari tempore prenotato.
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Ad vicarias:
1350: 30-^ f) /?; 1353: 36 „ 16 „; 1356: 36 „ 16 „j 1360: 33 „ 12 „; 1372: 51 ,. 16 „; 1375: 51 „ 16 „; 1378: 61 „ 16 „; 1381: 51 „ 16 „; 1384: 51 „ 16 „; 1387: 51 „ 16 „;
1351: 3r>S' — fi\ 1354: 56 „ 16 „; 1357: 40 ir,70: 62 „ 16 „; 1373: 51 „ K) „; 1376: 51 „ 16 „; 1379: 43 „ 16 „; 1382: 51 „ 16 „; 1385: 51 „ 16 1390: 64 „ 12 „i
1352: 36 16 1355: 20 „ 16 „; 1358: 36 „ 16 „; 1371: 57 - „; 1374: 51 „ 16 „: 1377: 51 „ 16 „; 1380: 51 „ 16 „\ 1383: 51 „ 16 „; 138(1: 51 „ 16 „; 1400: 53 » 6 „(?)
Das Gebiet der $tadt hat Bich in der nns bier in- toeflsirenden Zeit Yon 1360 — 1400 wesentlich erweitert.
Der Alsterfluss kam — wie es scheint — sclion im
13. Jahrhundert in den Pfandbcsit/, spater — im Laufe dcs
14. Jahrhunderts — nach und nach in das Eigenthiim der Stadt.*) Am 1. Januar 1306 kaufte uamlich dieselbe voii (Iraf Adolf V. vou der Liuie Kiel den vierten Theil der Alster f&r 250 am 22. Febniar 1309 von Graf lohann II., dem Bruder Adolfs, ein weitcres Vicrtel fUr 200 ^, und am 1. Jan. 1310 von Graf Adolf VI. dem Griinder der Lime Schauenburg dio iibrigc Hiilfte fiir 600 Freilirh behieltcn sicli die Grafen boi fU(!sen VeriiiisseriniiTfMi bis beziehlich 1362, 1305 uiid l-US das Ilecht des Kuckkaufes vor, doch ist davon kein Gebrauch gemacht, und die Alster also 1365 vollstaudig in das Eigent&Qni Hamborgs flbergegangen.
Das Dorf Ha mm') ist, wie es scbeint, niemals als Dorf- scbaft verilussert, sondem nach und nach in einzclnen Hufen verkauft. Von den 11 oder 13 nachwcisbaren Hufen standcn 7 oder 9 im Eigentluim des Domkapitels, die 4 iibrigen ini Eigentbuiii des liiirgers Marquard Mildehovet, der dieselben 1387 fiir 1050 ^ au die iStadt verkaufte. Die ^sieben freieu Hufen'* des Domkapitels wurden erst 1566 von der Stadt gegen eine j&hrliobe Rente von 100 ^ erworbes.
De bonis Hamme: 1390: 40 ^ 2
Die Landschaft Hammerbrook, ^ zu der aach das
0 Lappenberg, Uistoriscber Behcht Uber Hamburgs Kecbte an die Alster.
^) W. riiibbo, Das Hamraerbroker Reclit, Einloitimg, dessoii Dar- stollung ich aUerdinga, aaf Urkundeu gestatzt, mich aicbt gaos an- Bcbliesse.
■) KoppmaoD, Beitrige 1, 8. 18^15.
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Dorf Horn, wie die WMrder Billhorn und Boitzenwarder ge- horten, wurdeii 1383 von Graf Adolf VII. von der Linie Plon fur <i(X) ^ an dit* 8tadt verkauft. Xach Aussterben der Ploner Linie scheinen Gerhard VI. und sein Ohcim Nikolaus aul den unter Vorbehalt des Wiederkaufs verausserten Hammer- brook Anspriiche erhoben zu haben, welche neben anderen AnsprUchen 13d2 f&r 2400 9> (3000 4f) ihndn abgekanft werden massten.
De Hammerl)roke: 1386: 9 9 2 /?; 1387: —<S — ft\ 1390: —<B