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Verhandlungen

z00logisch-botanischen Vereins in Wien.

Band IIE.

Jahr 1853.

Mit 15 Tafeln.

WIEN

In Commission in W. Braumüller’s k. k. Hof - Buchhandlung.

Vorwori.

Die verehrten P. T. Mitglieder erhalten hiermit den II, Band *) der Vereinsschriften. Möge jedes aus denselben die Ueberzeugung schöpfen, dass auch geringe Mittel, eng und freundlich verbunden, Grösseres, Ausgedehnteres zu schaffen vermögen, und seine Befriedigung darin finden, an der Entstehung des Werkes Theil

zu haben.

Wenn hier und da Unvollkommenheiten , namentlich in der Ausstattung sich zeigen, so wolle es gütigst nachsichtig behandelt werden, da der vorhandene beste Wille sie oft nicht zu verhindern im Stande ist. Hauptsächlich gilt diess von einigen Abhildungen. Es ist diess eine Sache, die wirklich erst herangebildet werden muss, da nur jener Künstler, der zugleich naturwissenschaftliche

Kenntnisse besitzt, erst vollkommen Genügendes zu leisten vermag.

”) Die Mitglieder erhalten den Band als Aequivalent für den erlegten Jahres- ° beitrag; im Buchhandel ist derselbe jedoch nur zu erhöhtem Preise Zu beziehen.

Ufste

12 CR In den bei jeder Versammlung aufgeführten „Eingegangene

- Gegenstände“ finden jene P, T. Herren Mitglieder , welche Ge- schenke an den Verein gelangen liessen , dieselben verzeichnet. Theils zur Erleichterung des Geschäftsganges und Ersparniss der Auslagen wurden schriftliche : Erwiederungen _mehrentheils unterlassen. Es folgt hiermit öffentlich an die freundlichen Geber insgesammt der wärmste Dank mit der Bitte, den Verein in dieser Richtung auch ferner gütigst‘ durch solche Beiträge

zu fördern, |

Statuten

des

zoologisch-bhotanischen Vereines

zu Wien.

Zweck.

$. 1. Der Verein hat den Zweck, das Studium wissenschaft- licher Zoologie und Botanik überhaupt anzuregen, zu fördern und zu verbreiten, zunächst aber die Fauna und Flora des österrei- chischen Kaiserstaales gründlich und vollkommen zu erforschen, und zu diesem Ende den Verkehr unter den Naturforschern zu vermitteln.

Mittel.

$. 2. Die Mittel, welche der Verein zur Erreichung dieses Zweckes anwendet, sind: a) periodische Versammlungen, b) Herausgabe von Druckschriften , c) Aufstellung naturwissenschaftlicher Sammlungen , d) Anlegung einer. Vereinsbibliothek.

Bedingung zum Beitritt.

$. 3. Mitglied des Vereins kann Jedermann werden, der sich mit naturwissenschaftlichen Studien beschäftigt, oder überhaupt dafür Interesse hat.

$. 4. Zur Aufnahme als Mitglied in den Verein ist die Empfeh- lung durch zwei Mitglieder erforderlich, deren Namen in der Ver- sammlung genannt, und in der Vereinsschrift gedruckt werden.

VI Rechte und Pflichten der Mitglieder.

$. 5. Jedes Mitglied verpflichtet sich im Allgemeinen, den Ver- einszweck nach Kräften zu fördern, insbesondere aber zu einem jährlichen Beitrage von drei Gulden Conv. Mze., wogegen es die vom Verein a periodischen Druckschriften unentgelt- lich erhält. \

$. 6. Die Mitglieder us Vereins Babe Sitz und Stimme in den periodischen Versammlungen , das Recht, Anträge zu stellen, und sich bei den Wahlen zu betheiligen. Ausserdem sind sie berechtigt, nach den von der Direction festzustellenden Grundsätzen die Saınm- lungen des Vereins zu benützen und ihre Naturalien nach Massgabe der Vereinskräfte und Vermittlung des Vereins bestimmen zu lassen.

$. 7. Ausser Wien wohnenden Mitgliedern ist es gestattet, sich bei den Wahlen schriftlich, Irdarh nicht durch Vollmacht zu betheiligen.

8: Ueber die Aufnahme erhält jedes Mitglied ein Aufnahms- schreiben gegen die bestimmte Ausfertigungsgebühr von 40 kr. €. M.

Leitung des Vereins. $. 9. Die Geschäfte des Vereines werden von den Mitgliedern geleitet, und zwar: a) durch die Gesammtheit derselben als Plenarver d) durch die Direction und den ihr beigegebenen Ausschuss.

Plenarversammlung. $. 10. Die der Plenarversammlung zur Entscheidung vorbehal- tenen Geschäfte sind:

a) die Wahl der Direction-und des Ausschusses;

d) ‘die Fructifizirung der Vereinscapitalien,

c) die Genehmigung des jährlichen Rechenschaftsberichtes der Direetion über die Leistungen des Vereins und die Gebahrung mit dem Vereinsvermögen,

d) die Abänderung der Statuten,

e) die Auflösung des Vereins, und. die Verfügung mit dem Vereinsvermögen.

$. 11. In der Regel findet jeden Kanes eine 'Plenarversamm- lung. statt., In derselben entscheidet, ausser den statutenmässig aus- genommenen Fällen die, relative Stimmenmehrheit.

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Direction und Ausschuss.

$. 12. Alle übrigen Geschäfte besorgt die Direction. Sie be- steht aus Einem Präsidenten, welcher durch absolute Stimmenmehr- heit auf drei Jahre gewählt wird; aus sechs durch relative Stimmen- mehrheit auf Ein Jahr zu wählende Vicepräsidenten, dann aus zwei Secretären und einem Rechnungsführer, deren Wahl durch absolute Stimmenmehrheit auf fünf Jahre erfolgt.

$. 13. Der Direction steht als Beirath ein Ausschuss zur Seite, der aus achtzehn durch relative Stimmenmehrheit auf drei Jahre gewählten Mitgliedern gebildet wird.

$. 14. Alle nach Ablauf der Wahlperiode austretenden Vereins- functionäre sind sogleich wieder wählbar.

Präsident.

$. 15. Der Präsident beruft ausserordentliche und Ausschuss- versammlungen und leitet die Verhandlungen und kehrt überhaupt Alles vor, was er für das Gedeihen des Vereines nützlich erachtet. Er repräsentirt den Verein nach aussen und den Behörden gegen- über, und wird in dieser Eigenschaft im Falle seiner Abwesenheit durch den von ihm bezeichneten Vicepräsidenten vertreten.

Die Einberufung ausserordentlicher Plenarversammlungen ge- schieht durch öffentliche Kundmachung in der „Wiener Zeitung“ wenigstens acht Tage vorher.

Vice-Präsidenten.

$. 16. Die Vicepräsidenten unterstützen und vertreten den Prä- sidenten in der Geschäftsleitung nach einem monatlichen Turnus.

Secretäre.

$. 17. Die Secretäre führen die Protocolle in den Sitzungen, besorgen im Auftrage des Präsidenten die Correspondenz und über- wachen die Saminlungen des Vereins.

VIH Rechnungsführer, $. 18. Der Rechnungsführer besorgt die Geldangelegenheiten des Vereins unter der Controlle des: Präsidenten oder des von ihm bestimmten Vicepräsidenten. |

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Vereinsjahr. $. 19. Dos Vereinsjahr beginnt ‘mit, 1. Jänner. Die Wahlen müssen vor Ablauf des. Vereinsjahres. vollzogen sein. $. 20. Jährlich am 9. April, als dem. Stiftungstage, findet eine ausserordentliche Plenarversammlung statt, in welcher die Direction den Rechenschaftsbericht des abgelaufenen Jahres vorzulegen. hat.

Siegel des Vereins. $. 21. Der Verein führt ein Siegel mit der Aufschrift: „Zoolo- gisch-botanischer Verein in Wien.“

Abänderung der Statuten.

$: 22. Zur Abänderung der Statuten sind zwei Drittheile der Stimmen der anwesenden Mitglieder erforderlich. Darauf zielende Anträge sind schriftlich und motivirt der Direction zu übergeben, und in der nächsten Versammlung den anwesenden Mitgliedern ohne Debatte bekannt zu machen. Entscheiden sich zwei Dritiheile der- selben für die Dringlichkeit der Statutenabänderung, so ist der gestellte Antrag dem Ausschusse zur Vorberathung zuzuweisen, welcher sein Gutachten der nächsten Plenarversammlung zur Schluss- fassung vorzulegen hat, und sind solche Abänderungen zur Giltigkeit der allerhöchsten Genehmigung zu unterziehen. Y

Auflösung des Vereins.

$. 23. Zur Beschlussfassung über die Auflösung des Verein sind drei Viertheile der Stimmen sämmtlicher Mitglieder erforderlich.

$. 24. Bei Auflösung des Vereins soll dessen Vermögen’ einem wissenschaftlichen Zwecke im Kaiserstaate zugewendet werden. Seine Sammlungen erhalten für ewige Zeiten die Widmung zu einem Na- tional-Museum.

Wien, im August 1853.

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Geschäfts-Ordnung.

$. 1. Vom Präsidenten.

Der Präsident führt bei allen Sitzungen den Vorsitz.

Er unterfertigt die Diplome und alle Acte, bei welchen der Verein als Ganzes Dritten gegenüber auftritt.

Er weiset alle zur Ausgabe geeigneten Zahlungen an, und genehmigt die, von drei zu drei Monaten von dem Rechnungsführer vorzulegenden Rechnungsabschlüsse.

Er ernennt zur Erledigung administrativer Gegenstände aus der Zahl der Ausschussräthe oder bei wissenschaftlichen Fragen aus der Zahl sämmt- licher Mitglieder von Fall zu Fall oder ein für allemal eigene Referenten.

Am Jahrestage der Gründung des Vereines erstattet er der Plenarver- sammlung Bericht über die Leistungen und die Verhältnisse des Vereines während des letzten Vereinsjahres, über die Mitglieder, die Sammlungen und die Cassa.

Im Verhinderungsfalle ernennt er aus der Zahl der Vicepräsidenten einen Stellvertreter.

$. 2. Von den Vicepräsidenten. Die Vicepräsidenten leiten in einem bestimmten, im Vorhinein festzu- stellenden Turnus bei den Monatversammlungen die Verhandlungen.

Der vorsitzende Vicepräsident unterfertiget mit dem Präsidenten die, während seiner Functionsdauer ausgeferligten Diplome , und sorgt dafür,

X

dass die während dieser Zeit gefassten Beschlüsse ungesäumt zur Aus- führung kommen.

Der von dem Präsidenten zum Stellvertreter ernannte Vicepräsident übernimmt alle Geschäfte des Ersteren und verrichtet sie in dessen Namen.

| $. 3. Von den Secretären.

Die beiden Secretäre theilen sich in die Geschäfte so, dass der eine die eigentlichen Secretariatsgeschäfte, der andere die Ordnung und Aufsicht der Bibliothek und der Sammlungen, so wie das Oekonomische des Vereines, von den eigentlichen Secretariatsgeschäften aber die Führung der Protokolle bei allen Sitzungen zu besorgen hat.

Der erste Secretär eröffnet daher alle an den Verein einlangenden Briefe und Sendungen, beantwortet im Einverständnisse oder nach Weisung des Präsidenten die dringenden: Briefe und’Anfragen, und legt alle nicht dringenden Einläufe berichterstattend allmonatlich dem Ausschusse vor.

Er erstattet dessgleichen in den Ausschusssitzungen allmonatlich einen speciellen Bericht über den Verkehr und alle wichtigeren Angelegenheiten des Vereines, und sorgt insbesondere dafür, dass die Beschlüsse und Auf- träge ausgeführt und erledigt werden.

Er unterfertiget mit dem Präsidenten und den betreffenden Vicepräsi- denten die Diplome und alle Acte, so wie allein die als Secretariats- gegenstände. zu behandelnden Briefe und Correspondenzen des Vereines.

Er referirt in den Plenarversammlungen über die neu beigetretenen Mitglieder und den Zuwachs‘ der Sammlungen, so wie über alle Geschäfte, welche der Ausschuss zur Mittheilung für geeignet bezeichnet.

Er legt die zum Drucke eingesendeten Aufsätze und Abhandlungen der Plenarversammlung vor, und theilt einen kurzen Auszug derselben mit.

Er leitet den Druck der Vereinsschriften, und besorgt die Vertheilung derselben an die Mitglieder. :

Er hält über die Mitglieder ein genaues Verzeichniss, und führt die Kanzleidirection. 2

Der zweite Secretär führt bei, allen Sitzungen das Protokoll; insbe- sondere sind ihm die Ordnung und Aufsicht der Bibliothek und der Samm- lungen des Vereines zugewiesen. Er sorgt in dieser Eigenschaft für die richtige Katalogisirung und Verzeichnung aller Bücher und Naluralien.

xt Er übernimmt alle an den Verein gelangenden Bücher und Naturalien, und reihet die für den Verein bestimmten Gegenstände den Sammlungen ein.

Die zur Bestimmung eingesendeten Naturalien vertheilt er an diejenigen Herren Mitglieder, welche sich zur Uebernahme dieses Geschäftes bereit erklärt haben, und besorgt die Rücksendung der determinirten Objecte an die betreffenden Herren ‚Einsender.

Ueber alle an den Verein eingesendeten Gegenstände führt er ein eigenes chronologisches Vormerkbuch.

«

Er besorgt, nach Massgabe der hierüber bestehenden Directiven das Ausleihgeschäft in Bezug auf Bücher und Naturalien.

Er versieht die einlangenden Conto’s und Rechnungen mit dem Bei- satze: „richtig geliefert“, und stellt sie zur Anweisung dem Präsidenten zu.

Er besorgt als Oekonom alle für die Hauseinrichtung erforderlichen Anschaffungen und Einkäufe, und führt darüber eine eigene Inventars- rechnung.

$. 4. Vom Rechnungsführer.

Der Rechnungsführer nimmt alle an den Verein gelangenden Gelder in Empfang, und führt darüber eine vollständige Rechnung.

Er zahlt alle von dem Präsidenten als zur Zahlung geeignet bezeich- neten Conto’s und Anweisungen aus.

Er hat von drei zu dreiMonaten dem Präsidenten über die mittlerweile erfolgten Einnahmen und Ausgaben zu berichten, und so oft die Cassabar- schaft 200 fl. übersteigt, über die Verwendung derselben bei dem Präsiden- ten anzufragen.

Er hat ebenso von drei zu drei Monaten diejenigen Mitglieder dem Präsidenten zu verzeichnen, welche mit ihren Jahresbeiträgen im Rück- stande sind.

Er unterfertigt die Jahreskarten, und führt über die Ausgabe dersel- ben ein Vormerkbuch.

Er hat alljährlich einen vollständigen Rechnungsabschluss vorzube- reiten, der in der Jahresversammlung vorzulegen ist.

8. 5. Ausschussräthe.

Die Ausschussräthe übernehmen die ihnen von dem Präsidenten zuge-

wiesenen Referate, und erledigen sie mit möglichster Beschleunigung. \

X

Sie haben in den Ausschussitzungen‘ eine entscheidende Stimme und sollen ihre Anträge und Vorschläge zum «Besten des Vereines aus eigenem Antriebe dem Ausschusse vorlegen und zur Berathung bringen.

$. 6. Plenarversammlungen.

Den Vorsitz bei denselben führt der Präsident ,„ die Verhandlungen leitet der Monatspräsident.

Ist der Präsident nicht anwesend, so steht es dem Präsidenten-Stell- vertreter frei, den Vorsitz zu führen oder nicht.

Ist der Mouatspräsident ‚nicht anwesend, so versieht einer .der anwe- senden Vicepräsidenten seine Stelle, ohne dass hierdurch die vorgezeichnete Ordnung verändert wird.

Unter mehreren anwesenden Vicepräsidenten entscheidet die alphabe- tische Ordnung. = .

Ist keiner der Herren Vicepräsidenten anwesend, so leitet der älteste der auwesenden Ausschussräthe die Verhandlungen.

Ist die Sitzung eröffnet, so verliest der erste Secretär das Verzeich- niss der neu beigetretenen Mitglieder und der den Sammlungen zugewach- senen Gegenstände. Alle Bücher und wo möglich die eingegangenen Natu- ralien sollen wirklich vorgezeigt werden. Nach den Mittheilungen des Secretärs beginnen die Vorträge.

Der leitende Vorsitzende bestimmt die Ordnung derselben mit billiger Rücksichtnahme auf die frühere Anmeldung derselben.

Zum Schlusse legt der erste Secretär die eingesendeten Abhandlungen und Aufsätze mit kurzer Angabe des wesentlichen Inhaltes vor.

Es steht in der Macht des leitenden Vorsitzers die Sitzung, nach sei- ner Einsicht aufzuheben und zu schliessen.

Das Protokoll führt der zweite Secretär.

Sale Jahresversammlung. Y

In der Jahresversammlung erstattet der Präsident einen umständlichen Bericht über die Leistungen und die,Verhältnisse des Vereines während des abgelaufenen Vereinsjahres.

Es referirt sodann der erste Secretär über die Mitglieder, die Verbin- dungen und die speciellen Arbeiten.

XII

Der zweite über die Sammlungen.

Der Cassier über den Cassastand.

Nach Massgabe der noch freien Zeit werden hierauf Vorträge: gehal- ten, welche jedoch aus jenen Vorgemerkten ausgewählt werden sollen, die ein allgemeines Interesse zu bieten im Stande sein dürften.

Die Auswahl wird in der Ausschusssitzung des Monats April ge- troffen.

$. 8. Ausschusssitzungen.

Den Vorsitz führt der Präsident oder dessen Stellvertreter; sind beide verhindert, so tritt der Monatspräsident an deren Stelle.

Die Sitzung beginnt mit der Verlesung des Protokolls der letzten Ausschusssitzung.

Der erste Secretär hat anzuführen, wie und auf welche Art die ge-

fassten Beschlüsse erledigt oder zur Erledigung vorbereitet wurden.

Hierauf hat derselbe mit Zugrundelegung der Gestionsprotokolls alle wichtigeren Einläufe berichterstattend bekannt zu geben.

Alle bestimmt formulirten Anträge und Vorschläge der Mitglieder oder der Herren Ausschussräthe sind zur Debatte zu bringen und darüber mit specieller Umfrage ein Beschluss zu fassen.

Die Abstimmung erfolgt nach relativer Stimmenmehrheit der An- wesenden.

Bei gleicher Stimmung entscheidet der Präsident; sonst hat er keine

Stimme.

$. 9. Von der Redaction der Verhandlungen.

Die Redaction wird durch ein eigenes Comite besorgt.

Entsteht über die Aufnahme eines vorgetragenen oder eingesendeten Aufsatzes ein Zweifel, so ist der Gegenstaud dem Präsidenten vorzulegen.

Ist der Zweifel durch die Unvollständigkeit oder Unrichtigkeit des in dem Aufsatze behandelten Gegenstandes veranlasst, so ernennt der Präsi- dent aus den Ausschussräthen einen Beferenten, der seine Ansichten, für den Fall der angetragenen Nichtaufnahme im Ausschussrath motivirt vor- zutragen hat.

Der Ausschuss beschliesst sodann üher die Aufnahme oder Zurück- weisung.

XIV

Ist der Referent für die Aufnahme, so kann der Präsident die Druck- legung ohne weiteres bewilligen.

Entsteht ein Zweifelausdem Grunde, weil die Drucklegung oder Aus- stattung des Ayfsatzes die Vereinskräfte zu sehr in Anspruch nehmen, würde, so ist der Gegenstand von dem Präsidenten dem Ausschusse zur Beschluss- fassung vorzulegen.

Ueber kleine Abänderungen hat sich die Redaction mit dem Autor nach Thunlichkeit in’s Einvernehmen zu setzen.

.So oft der Autor die Correctur selbst zu besorgen wünscht, ist ihm dieselbe zu überlassen.

Anordnung

der zu beobachtenden Regeln bei der Einsendung der zu bestimmenden Naturalien.

$. 1 Jedes Vereinsmitglied ist in Gemässheit des 8. 6 der Vereins- statuten berechtigt, seine im Kaiserthume Oesterreich gesammelten Naturalien zur Bestimmung an den Verein einzusenden.

$. 2. Es werden jährlich jene Herren bekannt gemacht, welche sich dieser Mühe unterziehen, so wie Abtheilungen in grösserer oder geringerer Ausdehnung angegeben, welche sie zu übernehmen geneigt sind, die daher allein auch nur bei den Einsendungen berücksichtigt werden können.

$. 3. Die einzusendenden Naturalien müssen vor dem 1. December jedes Jahres an den Verein gelangen, widrigens selbe erst im nächsten Jahre berücksichtigt werden würden.

$. 4. Die Rücksendung der rechtzeitig eingesendeten Naturalien er- folgt längstens im Mai des nächsten Jahres, im Falle nicht besondere Um- stände eine Ausnahme hiervon nöthig machen.

$. 5. Die Einsender haben Folgendes zu beobachten :

1. Die einzusendenden Naturalien müssen, wenn nicht überhaupt in systematischer Reihenfolge, doch jedenfalls nach jenen Ab- theilungen, für welche verschiedene Herren zur Bestimmung bezeichnet sind, gesondert sein.

2. Sie müssen in vollständigen, wohl erbaltenen und gut präpa- rirten Exemplaren, die einzelnen Arten wo möglich in mehr- facher Zahl eingesendet werden.

3. Jede einzelne Art muss bei Pflanzen und Thieren mit einer Nummer versehen sein, welche übereinstimmend in einem bei- zugebenden Verzeichnisse aufgeführt wird.

4. In diesem Verzeichnisse muss bei jeder Nummer sowohl:

a) der Fundort im Allgemeinen, als b) das Vorkommen insbesondere, c) die Zeit des Sammelns und der Sammler ausgedrückt sein, Ausgedehntere Notizen wären im Interesse der Wissenschaft besonders wünschenswerth.

XVl

$. 6. Die Originalverzeichnisse werden im Archiv des Vereines nie- dergelegt und es erhält jeder Herr Einsender ein ganz gleich numerirtes Verzeichniss mit den Bestimmungen zurück.

&. 7. Die Zusendungen haben portofrei zu geschehen.

$. 8. Sendungen, welche diesen Anforderungen nicht entsprechen, können nicht berücksichtiget werden.

$. 9. Es wird der Wunsch ausgesprochen , dass die Herren Einsender die in Mehrzahl gesammelten Naturalien auch in mehreren Exemplaren ein- senden, um von den Doubletten Belege für die Vereinssammlung zurück- hehalten zu können.

$. 10. Die als Unica oder sonst zur Rücksendung bezeichneten Arten werden jederzeit an die Herren Einsender zurückgelangen.

$. 11. Finden sich unter den eingesandten Naturalien neue Arten, so können sie nur mit Zustimmung der Herren Einsender bekannt gemacht werden.

Vom zoologisch=botanischen Verein in Wien, am 1. Juni 4853.

VERZEICHNISS

DER

MITGLIEDER DES ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN VEREINS IN WIEN.

Vereinsleitung. 1854.

Präsident: (Gewählt bis Ende 1854.)

S. Durchl. Herr Richard Fürst zu Khevenhüller-Metsch.

Vicepräsidenten : (Gewählt bis Ende 1854.)

Herr Dr. Eduard Fenzi. »„ Franz R. v. Hauer. „» Jakob Heckel. Ludwig R. v. Heufler. » Vincenz Kollar. August Neilreich.

Secretäre:

Herr Geory Frauenfeld. (Gewählt bis Ende 1856.) Johann v. Hornig. (Gewählt bis Ende 1858.)

f4 Rechnungsführer: (Gewählt bis Ende 1856.)

Herr Johann Ortmann.

Ausschussräthe:; (Gewählt bis Ende 1854.)

Herr Antoine Franz. „» Bach, Dr. August. Bilimek Dominik, Hochw.

XVII

Herr Eyyer Dr. Johann.

: Ettingshausen Dr. Constantin v. Haidinger Wilhelm.

Hampe Dr. Clemens.

Hörnes Dr. Moriz.

Kner Dr. Rudolf.

‚Kotschy Theodor.

.Leithner Josef, Freiherr. Miller Ludwig.

Partsch Paul.

» Pokorny Dr. Alois. Redtenbacher Dr. Ludwig. Schlecht Dr. Leopold, Hochw. Sedlaczek W. F.

Unger Dr. Franz.

Bibliothekar: Herr Dr. Tomaschek Ignaz.

Auswärtige Mitglieder.

Herr Auerswald Bernhard, Lehrer an der ersten Bürgerschule in Leipzig.

Bamberger Georg, Apotheker in Zug, Schweiz.

Bendella Aristides v., Dr. der Med., Primararzt des Centralspitals in

Jassy.

Bianconi Dr. Josef, Professor an der Universität zu Bologna.

Bremi Wolf, J. J., in Zürch.

Celi Dr.#Hector, Prof. u. Direct. des königl, atestinischen Herbariums in Modena. !

Davidson Thomas, in London.

Doderlein Dr. Pietro. Prof. au der Universität zu Modena.

Dohrn C. A., Präsident des Stettiner entomol. Vereins.

Dolieschal Ludwig, Dr. d. Med.

Fahrer Dr. Johann, in München.

Gemminger Dr. Max, Assistent am zodlog. Museum in München.

Gerstäcker Adolf, Dr. d. Med. in Berlin.

» Gödel Rudolf, k. k. österr. General-Consul in Beirut.

Hagen Dr. Hermann, in Königsbe rg P

Heer Oswald, Professor in Zürch.

Hetldreich Dr. Theodor v., Direct. des botan. Gartens in Athen.

Javet Charles, in Paris.

Kirschbaum, Prof. in Wiesbaden.

Klug Friedrich, geheim. Ober-Medicinalrath in Berlin. -

» Kuczuran Dr. Georg v., mold. Grossbojar, Gutsbesitzer in Jassy.

Herr Lavizzarı Dr. zu Mendrisio, Cant. Ticino.

Lindermayer Dr. Anton R. v., Leibarzt Sr. Majestät Königs in Athen.

Lochmann Johann, Magister der Pharmacie in Jassy.

Milde, Maler in Lübek.

Mnischek Graf v., in Paris. j

Neustädt August, Kaufmann in Breslau.

Osten-Sacken Cart Robert, Kreih. v., in Petersburg.

Pirazzoli Eduard in Imola.

Roth Dr. Joh. Ludw. Prof. an der Universität in München.

Salina Graf Camillo, in Bologna.

Sandberger Dr. Fridolin, Museums-Inspector in Wiesbaden.

Scharenberg Dr., Prof. an der Universität in Breslau.

Schaum Dr. Hermann, am Museum in Berlin.

Schieferdecker, Dr. d. Med. in Königsberg.

Schneider W. G., Dr. Phil. in Breslau.

Sester, kais. türk. Hofgärtner in Constantinopel.

Siebold Theod. v., Dr. u. Prof. in München.

Wagner Andreas, Dr. u. Prof. an der Universität in München.

Wimmer, Prof. in Breslau.

Wirtgen Dr. Philipp, in Coblenz.

Zeller P. C., Prof. in Glogau.

Zirigovich Jakob, k. k. Vice-Consul in Adrianopel.

Mitglieder der Jahre 1851 1852.

Abi Dr. Friedrich, k..k. Feld-Apotheker q. S. in Prag. Abel Ludwiy, Handelsgärtner, in Wien Landstrasse Nr. 162. Aichinger ». Aichenhain Josef, k. k. pens. Major in Krems. Alpers Mauritius, Hochw., Prof. im Stifte Melk.

Alschinger Andreas, k. k. Prof. der griech. Sprache am Obergymnasium

und der Botanik in Zara. Andorfer Josef, in Langenlois. Antoine Franz, k. k. Hofgärtner. a Arnstein Dr. Josef, Wien, Stadt, Heiligenkreutzerhof Nr. 677. Bach Dr. Alexander, k. k. Minister des Innern, Excell. Bach Dr. August, k. k. Notar, Wien, Stadt Wollzeile Nr. 772. Bayer Johann, erster Amtsverwalter der Eisenbahn in Pest. Becziczka Ambros, Hochw., Abt des Stiftes Lilienfeld. Beer J. G., Wien, Landstrasse, Hauptstrasse Nr. 138. Beranek Rudolf, in Korneuburg.

Bergner Eduard, k. k. Collegialrath am Tribunal zu Cattaro, Ehren-

curator der Österr. Sparkasse, zu Cattaro. a

xXX

Herr‘ Berman Josef, priv. Kunsthändler, Wien, am Graben.

Beroldingen Franz Graf, Landmarschalls-Stellvertreter, Excell.

Betta Nob. Edoardo Cav. de, in Verona.

Biasoletto Dr. Bartolomäus, in Triest.

Biatzovszky Johann, Dr. d. Med., Prof. in Salzburg.

Bielz E. A., Finauz-Landesdir. Conc. in Hermannstadt.

Bilimek Dominik, Hochw., Prof. in Hainburg.

Boos Josef, k. k. Hofgärtner, Wien, Landstrasse, Waggasse Nr. 364.

Botteri Matthäus, in Lesina.

Boue Ami, Mitgl. d. kais. Akad. der Wissenschaften in Wien, Wieden Schlösslgasse Nr. 594.

Bozdech Dr. Gustav Prof. d. Naturgeschichte, Wien, Wieden, Platz- gasse Nr. 343.

Brauer Friedrich, Wien, Stadt, Wollzeil Nr. 781.

Braun Ernst, Dr. d..Med., Wien, Stadt, Kohlmarkt, Nr. 1152.

Braunhofer Ferdinand Inspector am k. k. Theresianum.

Breineder Pius, Hochw. in Weikendorf.

-Brittinge: Christian, Apotheker in Steyer.

Breuner Graf August, k. k. Sectionschef.

Breuner Graf Gustav.

Breuner Graf Josef.

Breunig Dr. Ferdinand, Hochw., Prof. am Schöttehgpirtlästehl:

Castelli Dr. Iynaz Franz, Wien Stadt Heiligeukreuzerhof Nr. 677.

Chimany Ernst, Wien, Alservorstadt, Spitalgasse Nr. 345.

Chotek Otto Graf.

Chotek Rudolf Graf.

Cubik Johann, Dr. d. Med., k. k. Bezirksarzt, Mitgl. der Ackerbau- gesellschaft in Görz, in Veglia. _

Czagl A., k. k. Beamter, Wien, Wieden, Maierhofgasse Nr. 931.

Czermak Josef, fürstl. Wirthschaftsverwalter.

Czermak Johann, Hochw., Prof. der Naturgeschichte am Josefstlädter Gymnasium.

Czerwiakowski Ignaz, Dr. d. Med. in Krakan.

zizek Julius, Magister der Pharmacie, Salinen Apotheker zu Wieliczka.

Daubrawa Ferdinand, Apotheker in Policzka.

Dechant Norbert, Hochw., Prof. am Schottengymnasiun.

Deschmann Carl, Custos am Museum in Laibach.

Diesing Dr. Kart Moriz, Mitgl. der kais. Akademie der Wissenschaften, Wien, Stadt, Teinfaltsstrasse Nr. 74.

Doblika Karl.

Dolliner Georg, Dr. der Med., in Idria.

Dorfmeister Vincenz, Wien, Rossau, lange Gasse'Nr. 128.

Dudik Dr. Beda, Prof. in Brünn.

Eberhardt Eduard, Dr. der Med. in Gloggnitz.

XXI

Herr Eder Wilhelm, Hochw., Abt des Stiftes Melk.

Eder Franz, Klassenlehrer. \

Egger Johann, Dr. d. Med., K. k. Hof-Wundarzt in der k. k. Hofburg.

Ehrmann Martin, Prof. in Ollmütz.

Eisenstein Anton R. v., Dr. d. Med., Wien, Stadt, Spiegelgasse, Nr. 1102.

Eipons Wilhelm v., Direct. der Herrschaft Grätz.

Eltz Johann B., Wien, Leopoldstadt, Praterstrasse Nr. 579.

Epperle Kitian, Hochw., Prof. der Naturgeschichte im Stifte Lambrecht.

Erber Josef, Wien, Landstrasse, Schulgasse Nr. 722.

Erdinger Karl, Hochw., Coop. in Scheibbs.

Ettingshausen Dr. Constantin v.

Fährenbach Franz, Apotheker in Radstadt.

Felder Dr. Cajetan, k. k. Notar, Wien, Stadt Kohlmarkt Nr. 1150.

Felder Dr. Cart, Wien. Stadt Schönlaterngasse Nr. 681.

Felsenreich Dr. Gottfried, k. k. Hof-Wundarzt, Wien Laimgrube Nr. 176.

Fenz! Dr. Eduard, Prof. u. Direct am k. k. botan. Museum, Mitglied der k. Akad. d. Wissensch., Wien, Rennweg Nr. 638.

Ferrari Anyelo Conte de, Wien, Neubau, Herrngasse Nr. 279.

Fieber Franz X., Landesgerichts-Secretär in Hohenmauth.

Finger Julius, Wien, Gumpendorf, Bräuhausgasse Nr. 520.

Fiskali Ferdinand, Prof. der Forstschule in Aussee.

Fitzinger Dr. Leopold, Custosadjunctam k. k. naturhistorischen Museum, Mitgl. d. k. Akad. d. Wissenschaften.

Fleischer Stefan, in Agram.

Fleischhacker Carl, Controllor der k. k. Gutsverwaltung Esslingen.

Foetterte Franz, Assistent der k. k. een Reichsanstalt.

Forster Dr. N im k. k. Thierarzneiinstitut.

Frappart Victor, k. k. Justizbeamter in Neunkirchen.

Frauenfeld Eduard, Stadibaumeister, Wien, Wieden, Hauptstrasse

Frauenfeld Georg, Custosadjunct am k. k. naturhistorischen Museum, Wien,. Wieden Meierhofgasse Nr. 941.

Friedenfels Eugen v., k. k.. Ministerialrath in Ofen.

Friese Aa k. k. Conceptsadjunct, Wien, Landstrasse, Ungargasse

. 863.

Be a Cart, Adjunct am k. k. meteorologischen Institut.

Frivaldsky Dr. Emerichv., Custos am Pester Nationalmuseum.

Fuchs Franz.

Fuss Kart, Prof. in Hermannstadt.

Fuss Michael, Prof. in Hermannstadt. S

Gassner Theodor, Hochw., Gymnasialdirectorin Ofen.

Gegenbauer Anton, k. k. Major in Graiz.

Gelentser Privatus, Ober-Apotheker der Barmberzigen in Wien.

XXI

Herr

Gerliczy Josef, Kreili. v., k. k. Feldmarschall-Lieut., Besitzer mehrerer in- und ausl. Orden, .Herrschaftsbesitzer zu Ragusa, Excell.

Giegl Ludwig, Dr. d. Med.

Giovanelli Ferdinand, Freih. v., auf Schloss Hartenburg bei Botzen.

Giovanelli Augustin, Freih. v., Hochw., iu Kaltern bei Botzen.

Giraud Josef, Dr. d. Med., Wien, Stadt Nr. 1156.

-Giuriceo Nicolaus, k.k. Kreisgerichtsrath in Ragusa.

Gleiss Franz, Hochw., Prof. im Stifte Melk.

Gottwald Johann, Hochw., Pfarrer in Josefsberg.

Gözsy Gustav v., Wien, Stadt Seilergasse Nr. 1083.

Gredler Vincenz, Hochw., Prof. in Botzen.

Grimus R. v. Grimburg Franz, Apotheker in St. Pölten.

Grossbauer Franz, k. k. Prof. in Mariabrunn. \ e

Gruscha Anton, Hochw., Dr. d. Theologie, Prof. im k. k. Theresianum, Wien, Wieden, Maierhofgasse Nr. 892.

Guth Franz, Hochw., Prof. bei den Piaristen.

Gutsch Joachim, k. k. Militär-Verpflegsverwalter, Wien, Landstrasse Gärtnergasse Nr. 11. |

Haberler Dr. Franz.

Haidinger Withelm, k. k. Sectionsrath, Mitglied der kais. Akad. der Wissenschaften, Wien, Landstrasse, Ungargasse Nr. 363.

Haidvogel Leopold, k. k. Bankbeamter.

Hampe Ciemens,.Dr. d. Med., Wien, Stadt Bauernmarkt Nr. 587.

Hampe Hermann, k. k. Beamter in Hermannstadt.

Hanf Blasius, Hochw., Pfarrer in Zeutschach.

Hanselmann Nicolaus, Dr. d. Med., Wien, Alservorstadt, Herrngasse Nr 342. \

Hasel Franz, Hochw., Dr. d. Theologie, Wien, Stadt, Nr. 21.

Hassenbauer Johann, k. k. Regierungsrath. R

Hasslinzsky Friedrich, Prof. d. Naturgeschichte zu Eperies.

Hauer Franz R. v., k. k. Bergrath, Wien, Landstrasse Nr. 279.

Hauer Albert, k. k. Postadministrator in Stockerau.

Hausmann Franz Freih. v., zu Botzen.

Härdti August, Dr. d. Med.

Heeger Ernst, in Brunn am Gebirge. }

Heckel Jakob, Custos-Adjunct am k. k. naturhistorischen Museum, Mitgl. der kais. Akad. der Wissenschaften, Wien, Landstrasse Wasgasse Nr. 512.

Heller Johann Georg, Obergättner der Gartenbau-Gesellschaft, Wien, Landstrasse, Haltergasse Nr. 253.

Heller Karl, k. k. Prof. in Gratz.

Heifert Dr. Josef, k. k. Unterstaatssecretär.

Henikstein Wilhelm R. v., niederländischer Generalconsul.

Heufel Johann, in Lugos.

Herr

XXIH

Heufler Ludwig R. v., k.K. Bun sera, Wien, Stadt, Kohlmarkt Nr. 258.

Hiess Anton, Klassenlehrer.

Hitlebrand Franz, k. k. Hofgärtner im oberen Belvedere.

Hingenau Otto Freih. v.,k.k. Bergrath, Wien, Stadt, Seilerstätte Nr. 804.

Hinterlechner Georg, Hochw., K. k. Prof., Wien, Landstrasse Nr. 500.

Hirner Corbinian, Wien, Rossau Nr. 172.

Hofer Josef, Lehrer an der Realschule in der Leopoldstadt.

Hofmann Josef V., Hochw., Prof. in Brixen.

Hoffmann Josef, k. k, Beamter.

Hoffmann. Franz W., Wirthschaftsrath, Wien, Landstrasse, Raben- sgasse Nr. 483.

Hofstädter Gotthard, Hochw., Mitglied des Benedictiner Stiftes Kremsmünster.

Höfer Franz, Lehrer zu Pillichsdorf.

Hollosy Justin, Hochw. Prof. in Oedenburg.

Hormuzaki Eudoxius v., Gutsbesitzer.

Hornig Johann v., k. k. Ministerial-Concipist, Wien , Wieden Nr. 807.

Hornigyk Dr. Emil, Wien, Stadt, Wallfischgasse Nr. 1020.

Hornung Carl, in Kronstadt.

Hölzl Michael, Apotheker in Maria Zell.

Hörnes Dr. Moriz Custos-Adjunct am k. k. Mineralienkabinet.

Hyrti Dr. Josef, k. k. Prof. am Josephinum, Mitgl. d. kais. Akademie der Wissenschaften, Wien, Alservorstadt im Josephinum.

Jahn Auremundus, Hochw., Prior der Barmherzigen in Wien.

Jechl Franz, Hochw., Prof. d. Theologie in Budweis.

Jesovits Heinrich, Apotheker, Wien, Stadt, Wollzeile Nr. 866.

Josst Franz, Obergärtner Sr. Exc. des hochgeb. Herrn Grafen von Thun-Hohenstein zu Tetschen.

Junker Ferdinand, Doctorand d. Med., Wien, Stadt Nr. 103.

Juratzka Jakob, k. k. Ministerial-Rechnungs-Assistent.

Kaar Jakob, k. k. Beamter.

Kabtlik Josefine, Apothekerin in Hohenelhe.

Kaczkowsky Anton R. v., Dr. d. Med., Wien, Stadt, Tuchlauben Nr. 562.

Kaczkowsky Michael R. v., Dr. d. Med., Wien, Stadt, kleine Schulen- strasse Nr. 844.

Kahl Anton, Dr. d. Med.

Kalbrunner Herrmann, in Langenlois.

Kästner Adalbert, k. k. Telegraphenbeamter, Wien, St. Ulrich, neue Schottengasse Nr. 137.

Kegeln Franz v., k. k. Oberstlieut. und Lokaldirector in Mariabrunn.

Keglevits Graf Johann, Excell.

Keil Franz, in Lienz in Tirol.

Kempelen Ludwig v., k. k. Beamter, Wien, Leopoldstadt, Donau- strasse Nr. 136.

XXIV |

Herr Kerner Anton.

e)

Kerner Josef.

Kerndi Franz, Wien, Weissgärber Nr. 37.

Khevenhülter-Metsch, Fürst Richard zu, Durchl.

Khevenhüller-Metsch, Graf Albin, k. k. Rittmeister.

Khüenburg Graf Ferdinand, k. k. Bergoberamts-Assessor in Hall.

Kinsky Graf Christian.

Kinzel Franz, Cand. der Med.

Kladny in Hermannstadt.

Klemensiewitsch Ludwig, k. k. Gymnasial-Director in Krakau.

Kleyle Joachim, Ritt. v., k. k. Hofrath, Wien Stadt Weiliburggasse Nr. 939. \

Kner Dr. Rudolf, k. k. Professor, Wien, Landstrasse Hauptstr. Nr. 355.

Knöpfer Leander, Hochw., Pfarrer in Enzersfeld.

Koch Karl, Ottakring, Reinhartsgasse Nr. 190. \

Koch Dr. Heinrich in Triest.

Kodermann Cölestin, Hochw., Custos im Stifte St. Lambrecht.

Kodermann Richard, Hochw., Capit. des Stiftes St. Paul.

Kokeil Friedrich, k. k. Landes-Hauptcassa-Official in Klagenfurt.

Kollar Vincenz, Director am k. k. naturhistorischen Museum, Mitglied der kais. Akademie der Wissenschaften, Wien, Landstrasse _ Rabengasse Nr.”483.

Koller Marian, Hochw., Capitular des Benedictiner-Stiftes Kremsmünster, k. k. Ministerialrath, Mitglied der kais. Akademie der Wissen- schaften.

Komaromy Edmund, Hochw., Abt des Stiftes Heiligenkreuz.

Kopp Josef, Doctorand der Medicin, Wien, Alservorstadt, Hauptstrasse Nr. 149.

Kornhuber Dr. Andreas, Professor der Naturgeschichte in Pressburg.

Kotschy Theodor, Custos-Adjunet am k- k. botanischen Museum.

Kovats Julius v., Custos am Pesther-National-Museum.

Köchel Dr. Ludwig v., k. k. Rath in Salzburg.

Kratter Dr. Heinrich, Kreisphysikus in Zloczow.

Kratky Josef, k. k. Beamter, Wien, Leopoldstadt Ferdinandsgasse Nr. 635.

Kraus Philipp, Freih. v., Hörer der’ Rechte.

Krazmann Dr.. Emiül.

Kreutzer Karl, k. k. Bihliotheksbeamter, Wien, Favoritenstr. Nr. 74.

‚Krieger Franz, Förster am Sommerhof.

Krippl Ferdinand, k. k. Forstadjunct in Ischl. " Krumhaar Josef, Wien, Landstrasse, Gärtnergasse Nr. 41.

Kutschera Franz, k. k. Beamter, Wien, Josefstadt, Schmidgasse Nr. 62. Lallich Nicolaus, k.'k. Präsident des Landesgerichts in Zara.

Lang Franz, Apotheker in Neutra,

XXV

Herr Langer Dr. Karl, k. k. Professor in Pesth.

Laudyn Ferdinand Ludwiy v,, Förster in Bellya.

Lanza Dr. Franz, Professor in Zara.

Lederer Julius, Wien, Stadt Wipplingerstrasse Nr. 393.

Lederer Camill, Wien, Stadt Singerstrasse Nr. 878.

Lehofer Josef, Dr. der Medicin, Wien, Laimgrube Nr. 179.

Leithner Josef, Freih. v., k. k. Beamter, Wien, Wieden Karlsgasse Nr. 33.

Lenk Franz, Dr. der Mediein, Wien, Stadt Neumarkt Nr. 1154.

Leschtina Franz, k. k. Beamter, Wien, Landstrasse Nr. 90.

Leydolt Dr. Franz, Professor am k. k. polytechnischen Institute. Wien, Landstrasse Nr. 500. i

Lichnowsky-Werdenberg, Fürst Carl, Durchl.

Lichnowsky Graf Robert, hochw. römischer Prälat und Domherr in

Olmütz.

Liebel Josef.

Linde Franz X., Apotheker in Melk.

Lobkowitz Fürst Ferdinand, Durchl.

Lobkowitz Fürst Johann, Durchl.

Lorenz Dr, Josef, Professor der Naturgeschichte in Salzburg,

Lorenzutti Anton, Dr. der Medicin, Ritter des Franz Josefs-Ordens, k. k. Director des allgemeinen Civil-Krankenhauses in Triest.

Lorinser Dr. Gustav.

Loudon Olivier, Freih, von.

Loudon Ernst, Freih. von.

Löw Franz, Dr. der Med. in Heiligenstadt.

Macchio Wenzi v., k. k. Oberst in Pension.

Machold Dr. Josef, Wien, Erdberg Nr. 396.

Mann Josef, Wien, Hundsthurm, Schlossplatz Nr. 63.

Mandl Franz, Dr. der Medicin, Corpsarzt der k. k. Trabanten - Leib- ‚garde, Wien, Laimgrube Nr. 200.

Mansbart Josef. i

Marschall Graf August, Archivar der k. k. geologischen Reiehsanstalt, Wien, Stadt Wollzeile Nr. 789.

Masch Anton, k. k. Professor in Ung.-Altenburg.

Massalongo Dr. A., Professor in Verona.

Masur Franz, Dr. der Medecin in Brunn am Gebirge.

Matz Alexander, Hochw., Pfarrer in Angern.

Matz Maxmitian, Hochw., Cooperator in Gumpendorf.

Mayer Alois, k. k. Gestütbeamter zu Kladrub.

Mayer Josef, k. k. Revident im Handelsministerium.

Mayr -Gustav, Wien, Landstrasse Hauptstrasse Nr, 125.

Meilter Ignaz v., k. k. Beamter der General-Geniedirection, "Wien, Stadt, Seitenstättengasse Nr, 495.

XXVI Herr Migazzi Graf Wilhelm, Wien, Stadt Ballgasse Nr. 928.

Miklitz Franz, Forstmeister in Grosslobning.

Milter Ludwig, k. k. Beamter, Wien, Landstrasse, Hauptstrasse Nr. 125- Molin:Dr. Rafael, Professor in Padua.

Moser Iynaz, k. k. Professor in Ung.-Altenburg.

Mösslang Dr. Carl, Neulerchenfeld Nr. 112,

Müller Anton.

Müller Alois.

Mürle Carl, Professor im k. k. Kadeten-Institute zu Hainburg.

. Natterer Johann, Dr. der Medicin, Wien, Leopoldstadt Sterngasse

Nr. 578.

Navarre Christian v., Forstmeister in Kammerburg.

‚Navarre Carl v., Rentmeister in Kammerburg.

Neitreich August. k. k. Oberlandes-Gerichtsrath, Wien, Stadt Bauern- markt Nr. 580.

Neumayer Josef, Wirthschaftsrath, Wien Stadt Riemerstrasse Nr. 811.

Newald Johann, Forstdirector in Gutenstein.

Nickerl Dr. Franz, k. k. Professor in Prag.

Nigris Philipp S,, Director der Gremial- Handelsschule in Wien, Mitglied mehrerer Akademien , Wien, Stadt Seilerstätte Nr. 915.

Niesst von Meyendorf Josef, k. k. Obersilieutenant.

Nöstelberger Franz, Hochw., Pfarrer zu Unter-Olberndorf.

Nussbaumer Johann, Forstmeister in Plass.

Opitz Cölestin, Oberarzt der Barmherzigen in Wien»

Ortmann Johann, k. k. Beamter, Wien, Landstrasse Bockg. Nr. 351.

Pach Iynaz, Apotheker, Wien, Rossau Nr. 82.

Parreiss Ludwig, Wien, Leopoldstadt Herrngasse Nr, 214.

Partsch Paul, Director am k. k. Mineralienkabinet, Mitgl. d. kais Aka- demie der Wissenschaften.

Patruban Dr. Carl. von, k..k. Professor, Wien, Josefstadt Kaiser- strasse Nr. 97.

Pavich Anton, Dr. der Med. Comitatsphysiker in Posseg.

Pazzani Alexander, Wien, Landstrasse Nr. 125.

Peiser Josef von Fürnberg.

Pelzein August von.

Pergen Anton, Graf und Herr zu.

Pernhofer Gustav, Wien, Stadt Seitenstätlengasse Nr, 464.

Petenyi Johann Salomon v., Custos am Pesther National Museum

Peters Dr. Cari.

Petershofer Camill.

Pillwax Dr. Johann , Professor am k. k, Tiuerarzueisingtilaie:

Pittoni Ritter v. Dannenfels Claudius, St. Verordneter in Gratz.

Pokorny Dr. Alois, Professor am k.k. academischen Gymnasium, Wien, Stadt Teinfaltstrasse Nr. 74.

XXVI

Herr Pokorny Franz, Dr. der Rechte, Wieu Stadt Teinfaltstrasse Nr. 74.

Pokorny Rudolf, Wien, Stadt, Dorotheergasse Nr. 1117.

Popovicz Michael v, Gutsbesitzer in Suczawa.

Possinger Alois, k. k. Conceptsadjunet der n. ö. Statthalterei.

Pozza Graf Lucian, Präses der Ackerbau-Gesellschsft zu Ragusa.

Pölzleutner Michael, Klassenlehrer.

Preyl Michael, in Gratz.

Preidel Florian.

Prevost Ferdinand. Wirthschaftsverwalter.

Prugger Salesius, Hochw., Dir. des Taubstummen Instituts in Gratz.

Pullich Georg, Hochw., Dr. der Theologie, Mitglied der höheren Bil- dungsanslalt zum heil. Augustin in- Wien, emer. Professor der Naturgeschichte, Director des Ober-Gymnasiums in Zara.

" Quadrio Moriz, Edi. v. Aristarchi, k. k. Finanzcommissär , Mitglied

der gelehrten Gesellschaft des Athenäums zu Bergamo, in Teschen. i i

Rabi Johann.

Rath Paul, Hochw., in Königswart.

Rauch Franz, k. k. Hofgärtner im Belvedere.

Rauscher Dr. Robert in Linz.

Redtenbacher Dr. Ludwig , Custos-Adjunct am k. k. naturhistorischen Museum.

Reinhardt Heinrich in Iglau.

Reinegger Gabriel, Hochw., Pfarrer in Oberweiden.

Reiss Franz, Dr. der Medicin in Kirling.

Reissacher Alois.

Reissek Dr. Siegfried, Custos-Adjunct am k. k. botanischen Museum.

Riefet Franz, Freih. v., Concepts-Adjunct im Finanzministerium, Wien, Stadt Nr. 592.

Rogenhofer Alois, Wien, Josefstadt, Kaiserstrasse Nr. 98.

Rollet Carl, Dr. der Medicin in Baden.

Rottensteiner Franz, Wirthschaftsdirector-

Röbl Anton.

Salzer Dr. Friedrich, im allgemeinen: Kranukenhause in Wien.

Sartorius August, Wien, Wieden Taubstummengasse Nr. 63.

Schawel Johann, Hochw., Professor der Theologie in Budweis.

Schedi Christian, Wien, Wieden Meierhofgasse Nr. 931.

Scheffer Josef, Bürgermeister in Mödling.

Scheffter Carl, Sparkassa-Beamter.

Schiner Dr. J. R., k. k. Ministerial-Concipist, Wien, Stadt, Bürger- spitat Nr. 1100.

Schink Josef, k. k. Beamter ,: Wien, Leopoldstadt Augartenstrasse Nr. 169.

AXVIN

Herr Schlecht Dr. Leopold, Hochw. , Professor und Director am Josefstädter

Gymnasium. \

Schlosser Dr. Josef, Comitats-Physikus in Kreutz.

Schmidt Franz, Hochw., Professor zu St. Anna, Wien, Wieden Nr. 1030. Schmidt Ferdinand sen. in Schischka.

Schneider Dr. Josef in Prestic.

Schober Johann, Director der Realschule in der Leopoldstadt,

Schott Heinrich, k. k. Hofgarten-Director zu Schönbrunn»

Schott Ferdinand.

Schön Moriz, k. k. Beamter.

Schramek Hermenegard, Oberapotheker der Barmherzigen in Pressburg. Schreitter Gottfried, Hochw., Pfarrer zu St. Lorenz am Wechsel. Schreyber Franz, S. Edl. v.,Hochw., Capit. des Stiftes Klosterneuburg.

Schrötter Anton, Sekretär der kais. Akademie der Wissenschaften,

Professor am k. k. polytechnischen Institute, Wien, Wieden Karlsgasse Nr, 29. |

Schuler Johann Jacob, Wien, Gumpendorf Hauptstrasse Nr. 396.

Schulzer von Müggenburg Slefan, k. k. Hauptmann in Vincoveze.

Schwab Adolf, Apotheker in Mistek.

Schwach Johann, Leopoldstadt, Donaustrasse Nr. 726.

Schwarzenberg Fürst Adolf, Durchl.

Seelos Gustav in Botzen.

Sedlaczek W. F., Apotheker, Wien, Städt, amıHof Nr. 324.

Sedützky Wenzl, Apotheker, Wien, Schottenfeld Kirchengasse Nr. 304.

Semeleder August, Wien, Stadt Bauernmarkt N . 579.

Semeleder Friedrich.

Senoner Adolf, Wien, Landstrasse, Barichgasse Nr. 701.

Setzer Franz, Hochw., Domprediger bei St. Stefan, Inhaber des goldenen Verdienstkreuzes.

Sigmund Wilhelm in Reichenberg.

Simony Friedrich, k. k. Professor,, Wien, Landstrasse Waggasse Nr. 508.

Simoner Johann.

Simonicz Gabriel, Hochw., Professor in Oedenburg,

Skofitz Alexander, Bedacteur des botanischen Wochenblattes,, Wien, Wieden, Neumannsgasse Nr, 331.

Somlyai Johann v., k. k. Hofrath im Ruhestand, Wien, Stadt Nr. 136.

Stauffer Vinzenz, Hochw., Professor im Stifte Melk.

Steininger Auyustin, Hochw., Abt.des Stiftes Zwettl.

Steinmann Emanuel, Professor der Realschule in Klagenfurt.

Stenz Anton in Neusiedel am See.

Steyrer Raimund, Hochw., Capit. des Stiftes St. Lambrecht.

Streffleur Valentin, k, k. Ministerialsecretär.

Strobel Pelegrino, Bihliotheks-Coadjutor in Pavia.

Stur Dionys, Wien, Landstrasse, Adlergasse Nr. 416

XXIX

Herr Stütz Iynaz, Dr. der Medicin.

Suppan Joachim, Hochw., Abt des Stiftes St. Lambrecht.

Suess Eduard, Wien, Stadt Wollzeil Nr. 773.

Sydy Georg, Buchhändler in St. Pölten

Szenczy Emericus, Hochw., Gymnasial-Director zu Stein am Anger,

Tacchetti Carl, Edit. v., Wien, Wieden, Alleegasse Nr. 60.

Tappeiner Franz, Dr. der Med. in Meran.

Tausch Dr. Hermann, k. k. Professor in Kaschau.

Thun Graf Leo, k. k. Minister des Unterrichts, Excell.

Thinnfeld Ferdinand, Ritter v., Excell.

Titius Pius, Hochw., Prof. der Pastoral-Theologie in Padua.

Tkalec Jakob Franz, Dr. der Medicin in Agram.

Tkany Wilhelm, k. k. Gubernial- und Schulrath in Brünn.

Tommasini! Mutius in Triest.

Tomek, Dr. der Med. in Kammerburg.

Tornau Withelm, Wien Favoritenstrasse Nr, 291.

Tost Johann, k. k. Conceptisadjunct.

Totter Vincenz, Hochw., Priester bei den P. P. Dominikanern.

Tschurtschenthaller Ludwig, Hochw., Professor zu Brixen.

Türk Rudolf, Concepts-Adjunct im Handelsministerium , Wien , Stadt

en Schotteubastei Nr. 1167. ;

Uhl Gustav, k. k. Beamter, Wien, St, Ulrich neue Schotteng. Nr. 136.

Ulleram Anton, Edier von, Ottakring, Reinhartsgasse Nr. 134.

Unger Dr. Franz, k. k. Professor der Botanik, Mitgl. d. k. Akad. der Wissenschaften, Wien, alte Wieden. Nr. 101.

Vaiss Dr. Josef, Wien, Stadt Krugerstrasse Nr. 1009.

Valenta Alois, Wien, Alservorstadt Nr. 296.

Venanzio Dr. Friedrich in Bergamo.

Vivenot Rudolf, Edler von, Dr. der Medicin, Wien, Stadt am Gra- ben Nr. 1134.

Vlahovits Dr. Peter, Professor in Padua,

Volarich Franz, Hochw., Domherr und Diöcesan Schul-Oberaufseher zu Veglia.

Vrecourt Anton, Graf von, k. k. Förster.

Woachteihofer Severin ,„ Hochw., Dr. der Medicin und Philosophie bei den Barnabiten.

Walcharz Franz, Wirthschaftsverwalter zu Ladendorf.

Waiter Josef, Klassenlehrer, Wien, Wieden Alleegasse Nr. 57.

Woawra Heinrich, Alservorstadt Hauptstrasse Nr, 141.

Weeidenhofer- Ignaz, Dr. der Medicin in Chrudim.

Weitiof Moriz, Wien, Stadt, Haarmarkt Nr. 646.

Welt Wüheln, Edler von, k. k. Ministerialrath.

Weselsky Friedrich, k. k. Oberlandes-Gerichtsrath in Kolin.

Wessely Josef, Director der Forstschule in Aussee.

XXX

Herr

Herr

Widerspach-Thor, Freih. von, in Finzingen und Grabenstadt, k. k. Hauptmann in Krems.

Widmann Bernhard.

Winkler Franz, Wien, Alservorstadt, Wickenburggasse Nr. 20.

Winkler Moriz, in Klostergrab bei Teplitz.

Wladarz Dr. Michael, Notar in Murau.

Wladika Eugen, Hochw., Professor am Gymnasium zu Wr. Neustadt.

Wohlmann Dr. Bruno, Wien, Stadt, Tuchlauben Nr. 440.

Wöber Franz, k. k. suppl. Gymnasial-Professor in Przemysl.

Zawadsky Dr. Alexander, k. k. Professor in Brünn.

Zekeli Dr. Friedrich L., Priyatdocent an der k. k. Universität, Wien, Landstrasse, Rabengasse Nr. 478.

Zelenka Julius, Hochw., Pfarrer in Sablingstadt.

Zenner Ferdinand, Hochw., Katechet zu St. Anna, Wien, Stadt Nr. 1100.

Zichy Graf Johann sen., Wieu, Stadt, Kärnthnerstrasse Nr. 1017.

Zika Anton, Forstmeister in Riegersburg. i

Zippe Dr. Franz, k. k. Professor, Mitglied der kais. Akademie der Wissenschaften, Wien, Landstrasse, Hauptstrasse Nr. 96.

Zsiymondi A., Dr. der Med., Wien, Leopoldstadt Antonigasse Nr. 685.

Mitglieder des Jahres 1859. ©.

Ambrosi Franz, in Borgo di Valsuganıu in Tirolo italiano.

Augusti Carl, Kaffeesieder, St. Ulrich Nr, 54.

Balsamo Crivelli nob. Giuseppe, Professor der Naturgeschichte in Pavia. i

Bayer Vincenz, k. k. Commissär, Wien, St. Ulrich, Rofranogasse Nr. 59.

Becker Otto, Wien, Leopoldstadt Praterstrasse Nr. 499.

Beiteki Johann v., Dr. der Medicin in Maros-Väsärhely.

Bernard Josef, Handelsmann.

Biltersmann Ant. Vine., Musikdirector in Botzen.

Brandi Johann, bürgl. Gold-. Silber- und Juwelen-Arbeiter, Pretiosen- Schätzmeister, Adjuuct des k. k. Versatzamtes, Wien, Mariahilf grosse Kirchengasse Nr. 136.

Braun Franz, Simmering Nr. 251.

Bruckner Anton, Professor an der k. k. Ober-Realschule in Brünn.

Coronini Graf Cart.

Dittl Leopold , Dr. der Medicin und Chirurgie im k. k. allgem. Kran- kenhause.

Ditrichstein Leslie-Proskau, Fürst Franz zu, Durchl.

Dorfmeister Geory in Gratz.

Ettinger, Förster in Mitrovicz.

Feyerfeil Carl, Hochw., Professor am Josefstädter Gymuasium.

Flatz Franz.

XXXI

Herr Freier Heinrich, Custos am Museum in Triest,

Friedenwagner Jacob, Wien, Landstrasse Nr. 576.

Fritsch Anton, Assistent am naturhistorischen Museum in Prag.

Fritsch Andreas, Candidat der Medicin.

Friwaldzky Johann v®., Custos - Adjunet am k. National - Museum in Pestlh. 3

Frutschnigg Engelbert, Forstamts-Adjunct in Gaming.

Fuchs Rudolf, Hochw., Professor und Präfect des Convictes zu Heili- genkreuz.

Fürstenwärther Freih. v., k. k. Kreisrath in Bruck a. M.

Gallenstein Meinrad v., k, k. Gymnasial-Professor in Klagenfurt.

Garovaglio Sanzio, Professor in Padua. .

Georgens Dr. Johann Fried.

Gerenday Dr. Josef, Professor in Pesth,

Ginzkey Franz.

Girtier Dr. Gottfried, Apotheker, Wien, Stadt Freiung Nr. 137.

Glückselig August Maria, Professor in Ellbogen.

Graf Rainer, Hochw., k. k. Professor in Klagenfurt.

Grzegorzek Dr. Adalbert, Professor in Tarnow.

Guttmann Wilhelm, Wien, Stadt Himmelpfortgasse Nr. 962.

Hakher Josef, Freih. v., zu Hart, k. k. Concipist im Finanzministerium, Wien, Stadt Grünangergasse Nr. 838.

Haimhoffen Gustav Ritter v., k. k. Beamter, Wien, Alservorstadt Herrngasse Nr. 341.

Hardenroth Friedr. Ludwig, Wien, Margarethen Nr. 60.

Haubner Johaun, Dr. der Med., Wien, Leopoldstadt, NeugasseNr. 122.

Heilmann Josef, Verwalter im k. k. Schulbücher-Verschleiss.

Heinrich Wilhelm Gottfried, Handelsmann.

Heiser Josef, Eisenwaareu-Fabriksbesitzer in Gaming.

Herbich Dr. Franz, k. k. Regimentsarzt in’ Pension in Czernowitz»

Hirsch Dr. Rudoif, k. k. Hofk»neipist.

Hollerungh Carl, evangel. Prediger zu Modern.

Hormuzaki Alexander v., Gutsbesitzer in Czernowitz.

Hormuzaki Georg v., Gutsbesitzer in Czernowitz.

Hussa Alois, Dr. der Medizin.

Hügel Franz, Dr. der Medicin, Director des Kinderspitals, Wien, neue Wieden Nr. 481.

Jakob Josef, Handlungsgesellschafter.

Jan Georg, Professor und Director des Museums in Mailand.

Jeitteles Ludwig.

Joly Franz, Wien, Landstrasse Nr. 572.

Kuadic Franz, Waldbereiter in Kovil.

Kaerie Dr. Josef, Hochw., Professor, Wien, Landstrasse Hauptstrasse Nr. 558.

XXXU

Herr Kahl Ubald, Hochw., Prof. des Obergymnasiums in Brüx.,

Kammerer Karl, Wien, Neuhau, Stuckgasse Nr. 154.

Khevenhüller-Metsch Graf Othmar.

Khuen Andreas, Rechnungs-Official.

Kircher Ignaz, Apotheker in’ Botzen.

Kirchmayer Franz „k. k. Kreisgerichts- Präsident in Ragusa.

Kirchner Dr. Teupoin, in Kaplitz.

Kiesst Prosper, Hochw., Hofmeister des Stiftes Vorau.

Kotenati Dr. Friedrich, k. k. Prof. in Brünn.

Komarek Dr. Josef, k. k. Ober-Feld- und Chef-Arzt der k.k. Artillerie- Akademie in Olmütz.

Kozenn Blasius, k. K. Gymnasial-Professor in Laibach.

Kölbl Kart, 'Techniker, Mariahilf, kl..Kirchengasse Nr. 22.

Kubinyi August v., kais. Rath und Director des Pester Nationalmuseums.

Kundrat Josef. k. k. Hausofticier, Wien, Laimgrube Nr. 2.

Kundt Emanuel, Dr. d. Med. in Wolkersdorf.

Kurz Carl, Müllermeister in Purkersdorf.

Küss Ferdinand, Inspector des Nationalbank-Gebäudes.

Linhardt Wenzil, Wien, Alservorstadt, Herrengasse Nr. 343.

Linzbauer Franz, k. k. Prof.

Lunkanyi Carl v., in Oedenburg.

Mackt Carl, k. k. Oberlieutenant im Geniecorps zu St. Pölten.

Maeber Cart, k. k. Concepts-Adj. im Finanzministerium, Wien, Stadt, Wallfischgasse Nr. 1020.

Maltz Friedrich v. Maltenau, K.k. Hofconcipist, Wien, Stadt Nr. 1100.

Manganotti Dr. Anton, Prof. in Verona.

Mayer Robert.

Meissner Franz, Wund- und Geburtsarzt, Wien, Gumpendorf, Haupt- strasse Nr. 217:

Mendel Gregor, Hochw., Stiftspriester zu St. Thomas in Brünn.

Müller Wenzt Adolf, Hochw., Pfarrer in Altenmarkt.

Nave Johann, Hörer der Rechte.

Nawratil Josef, Supl. d. Naturgeschichte.

Netoliczka Dr. Eugen, Gymunasial-Professor in Brünn.

Nütten Alexander, Kaufınann, Wien, Leopoldstadt, Donaustrasse Nr. 662.

Ofenheim Heinrich, k. k. Oberlieutenant, Wien, Stadt, Singerstrasse Nr. 901.

Pacher David, Hochw., Pfarrer in 'Tröpolach. i

Palliardi Anton Alois, Dr. d. Med. fürstl. reuss.-schleitz. Medioinal- rath in Franzensbad.

Perger Anton R. v., Prof. an der Akademie der bildenden Künste. "Wien, Wieden, Heugasse Nr. 133.

Petter Karl, Wien, Laimigrube Nr. 23.

XXX

Herr Petrowicz Dr. Christoph v., Ritter des kaiserl. österr. Franz Josef-

Ordens, Präsident der Landwirthschafts-Gesellschaft, Gutsbesitzer in Czernowitz.

Petruschka Peter, Rentamts-Rechnungsführer, Revierjäger in Ladendorf.

Peyt Josef, Obergärtner des hochgeb. Hrn. Grafen Chotek, Schloss Katschin.

Plenker Georg, k.k. Ministerial-Rath, Wien, Stadt, Seilerstätte Nr. 801.

Pluskat Dr. F. X., in Lomuvitz,

Poduschka Franz, Architect, Wien, Leopoldstadt, Lilienbrunngasse Nr. 679.

Poetsch Iynaz Sigm., Dr. d.“ Med. in Gaming.

Punzmann Theodor, Wien, Alservorstadt, Währingergasse Nr. 210.

Ranzoni ‚Josef, fürstl. Metternich’scher Güterverwalter, Wien, Stadt Nr. 1100.

Raspi Alois, Dr. d. Med. u. Chirurg., Wien, Stadt, Altenfleischmarkt Nr. 695.

Reuss Dr. Emanuel, Prof. der Mineralogie in Prag.

Rziha Alois, Hochw., Gartendirector zu Heiligenkreuz.

Schaitter Ignaz, Kaufmann in Rzeczow.

Scherf Michael, Controlor der k. k. Gutsverwaltung:. in Purkersdorf.

Schlecht Josef, Bandfabrikant, Ottakring Nr. 236.

Schlesinger Dr. Hermann, Wien, Stadt, Darvarhof Nr. 698..

Schmid Leopold, Erzieher in Gaming.

Schmidel Anton, Lehrer der k. k. Normal-Haupt-Realschule in Wien. Josefstadt, Schmiedgasse Nr. 50.

Schmid! Dr. Adolf, Actuar der kais. Akad. der Wissenschaften in Wien. Landstrasse Rabengasse Nr. 484.

Schmuck, Magister der Pharmacie in Brixen.

Schneller August, k. k. Rittmeister in Pressburg.

Schön Alexander, k. k. Rechnungsführer in Schönbrunn.

Schwarz Gustav Edi. v. Mohrenstern, Wien, Leopoldstadt, Prater- strasse Nr. 47. |

Schwarzmanı Ludwig, k. k. Major, gasse Nr. 166. N

Simetin-Terzia Michael, Cand. d. Med., Wien, St. Ulrich, neue Schot- tengasse Nr. 118.

Sittig Heinrich, k. k. Gymnasial-Professor in Teschen.

Skacel Libor, k. k. pens. Militär-Appellationsrath, Wien, Leopold- stadt, Praterstrasse Nr. 674.

Sonklar Karl v., k. k. Major.

Stadler Anton, Dr. d. Med. in Wr. Re laar

Steinhauser Anton, k. k. Rath im Ministerium f. Cultus u. Unterricht.

Stephanowicz Cajetan v., Gutsbesitzer.

Stephanowicez Nikolaus v., Gutsbesitzer.

f

Wien, Alservorstadt, Adler-

&

XXXIV

Herr »Stimpel Anton, Gymnasial-Director in Görz.

Stohl Lucas, Dr. d. Med., Wien, Landstrasse, Waggasse Nr. 670.

Streinz Dr. Wenzl. k. k. Gubernialrath und Protomedicus in Gratz.

Supanz Dr. Bartholomäus, Wien, Stadt, Teinfaltstrasse Nr. 67.

Suttner Gustav R. v., Wien, Stadt, Singerstrasse Nr. 895.

Tereben, Förster in Orsowa.

Tomaschek Dr. Ignaz, Scriptor der k. k. Universitäts-Bibliothek.

Tomaschek Anton, k. k. Gymuasial-Prof. in Görz.

Ventura Dr. Sebastian.

Vest Eduard v., Dr. d. Med. u. Chir. in Wien, Stadt, Himmelpfort- gasse Nr. 948.

Vukotinovie Ludwigv. Farkas, k.k. Landesgerichts-Präsident in Kreutz.

Weber Heinrich, Wien, Stadt, Dorotheergasse Nr. 1107.

Weigelsperger Franz, Hochw., Benefiziat in Pöchlarn.

Wertheim Dr. Gustav, Wien, Stadt, Schottengasse Nr. 102.

Wimmer Leopold, Hochw., Pfarrer in Gaming.

Wodzicki Graf Casimir, in Krakau.

Zachar Anton, Dr. d. Med. u. Chirurg., Kreisphysicus zu Czbimbwilz-

Zahn Dr. Franz-, Correpetitor am k. k. Thierarzneiinstitute.

Zielebor Johann, Präpavator am.k. k. naturhistorischen Museum.

Zeni Fortunato, in Roveredo. x

Zipser Eduard, Rector der Stadtschule in Bielietz.

Gestorben: Ausgetreten:

Dormitzer Mus. Herr Brunetti Dr. Ludwig. Fischer G. v. Waldheim. Excell. Chersich Franz. Coudenhove Graf. Paut. Däubler Konrad. Fröhlich Dr. Rudolf.

Läpscher Carl. n Prangner Engelbert.

Baynoschek Alexander. Haffner Dr. Josef. Saar Carl Edl. v. Hirsch Michael. Sedlaczek Wilhelm. Krämer Herm. v. Zwanziger Ignaz. Lacroixz Johann.

Mokry Dr. Adalbert. Roncalli Graf Anton. Schwarz Adolf. Tivaroni Dominik.

„» Wallner Ludwig.

XXXV

Bestimmung der Naturalien im Vereine zu übernehmen

haben sich erklärt:

Botanik:

Phanerogamen überhaupt. :...... . Herr Dr. Ed. Fenzi. AMENtACEEeN .....cenconoese. Anton Kerner. "Orchideen ...... LER STR) Dr. J. Egger. Gramineen ee later Sets I. Ortmann. Byperaceentm on Ein ee , Primulaceen....... euer: Dr. F, Satzer. Saaifrageen 2.2. 228 an; Dr. Fr. Pokorny. EOmpositent . a. nt Dipsaceen .... ....>. „O4: Kotschy. Plantagineen :...-............ Plumbagineen ..............2

Cryptogamen: een ER I: s L.R. v. Heufler. “4 Schwämme u... ee. ec cone re. : .

Zoologie:

Vögel

Dar Br Bar Ber Bu ar Br Br Er Br Er Er er rr

Se. Hochw. Hr.Dir. L. Schlecht. . Herr J. Finger.

Reptilien Juice A te R. Türk.

Buischeie ra et ln, Bram nÄL ER.

Insecten: Hymenoptern .......... BERCE „. Gust. Mayr (Ameisen). LEN UNTER 2 ls Mitten, 2 Neiztiaslert an rn Fr. Brauer. Schmetterlinge 2.2.2228... 22. J. Lederer. Kieser Mer u. s a Dr. J. Egger. Orthopteren eyes. Fr. X. Fieber. Hemipteren Wale snnese Mallophagen ....... HREHN 6 Do THYSANUTEN. N. Jene

XXXVI

ah N ARE TO RACE TRESOR LEENUNNGTS r CDobke Myriapoden .2...:cerceeseeeenennte Krustaceen .......eereeeeeeeeenneen

{ Dr. M. Hörnes u. Molluskenu, ir... 2

L. Parreiss.

Strahlthiere. .........: ..©- anlh. 46 » ‚Dr. €. Mösslang. Infusorien .-.....:.... VRR Eee N |

Bei der Aufnahme wird der Jalıresbeitrag für das laufende Vereinsjahr

geleistet. Die Jahresbeiträge für jedes folgende Jahr sind sodann in, dem ersten Viertel desselben zu entrichten.

Die Vereinsberichte werden den Mitgliedern nach geleistetem Beitrage für jedes betreffende Jahr als Aequivalent unentgeltlich erfolgt.

Regelmässige Versammlungen.

1854. Mittwoch 4. Jänner. Mittwoch 5. Juli. 2 1. Februar. 2 2. August. = 1. März. September. Ferien. > 5. April. h n 4. Octuber. Samstag 8. April Jahresversamm- Freitag 3. November.

lung. Mittwoch 6. December. Mittwoch 3. Mai.

3 7. Juni.

In der letzten Monats-Versammlung finden die Wahlen statt, und sind die Wahllisten acht Tage vor Ablauf des Termines in dem Vereinslocale, Stadt, Herrngasse Nr. 30, 3. Stock niederzulegen.

AXXVO

Verzeichnis der wissensohaftlichen Anstalten, mit welchen Schriftentausch stattfindet.

Amsterdam : Academie Royale des Sciences. Athen: Königl. Gesellschaft der Wissenschaften. Augsburg : Naturhistorischer Verein. Basel: Naturforschende Gesellschaft. Berlin : Königl. Akademie der Wissenschaften.

& Redaction des Wiegman’schen Archiv’s in Berlin.’ ‚Bern : Allgemeine Schweizerische naturforschende Gesellschaft.

9 Naturforschende Gesellschaft. ‚Bonn: Naturforschender Verein der preussischen Rheinlande. ‚Brünn : K. K. mähr. schles. Gesellsch. für Ackerbau, Natur- u. Landeskunde. 'Czernowitz : Verein für Landescultur und Landeskunde im Herzogthume | Bukowina. ‚Elberfeld: Naturwissenschaftlicher Verein zu Elberfeld und Barmen. ‚Eimden : Naturforscheude Gesellschaft. Freiburg: Gesellschaft für Beförderung der Naturwissenschaften zu Frei-

burg im Breisgau. Plorenz : Academia economico-agraria dei Georygofili. ‚Genf: Societe de Physique et d’histoire naturelle. Giessen : Oberhessische Gesellschaft für Natur und» Heilkunde. Görlitz : Naturforschende Gesellschaft. Göttingen: Königl. Gesellschaft der Wissenschaften. Halle: Naturwissenschaftlicher Verein. rn Naturforschende Gesellschaft.

Hamburg: Naturwissenschaftlicher Verein. Hanau : Wetiterau’sche Gesellschaft für Naturkunde. Hermannstadt : Siebenbürgischer Verein für Naturkunde. Klagenfurt : K. K. Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues und In- dustrie in Kärnten. f Leipzig: Königl. sächs. Gesellschaft der Wissenschaften. Lemberg: K. K. galiz. Landwirthschaftsgesellschaft. Linz: Museum Francisco-Carolineum. Lüttich : Societe Royale des sciences de Liege.

XXXVII

Mailand: K. Institut der Wissenschaften und Künste. Manheim: Verein für Naturkunde. Meklenburg: Verein der Freunde der Naturgeschichte. Moskau: Kais. Gesellschaft der Naturforscher. Nassau: Verein für Naturkunde im Herzogthume Nassau. Neapel: K. Akademie der Wissenschaften. Nürnberg : Naturhistorische Gesellschaft. Pest: K. ung. Gesellschaft. der Naturforscher. Petersburg: Kais. Akademie der Wissenschaften. Pfalz: Naturwissenschaftlicher Verein der baierischen Pfalz. (Pot lichia.) Prag: K. böhmische Gesellschaft der Wissenschaften.

Naturwissenschaftlicher Verein „Lotos“. Regensburg: K. botanische Gesellschaft.

- Zoologisch-mineralogischer Verein

Riga: Naturwissenschaftlicher Verein. ? Stettin: Entomologischer Verein. Stockholm: K. schwedische Akademie der Wissenschaften... Stuttgard : Würtembergischer Verein für Naturkunde. Venedig: J. R. Istituto delle scienze ed arli. Werningerode: Naturwissenschaftlicher, Verein des ‚Harzes. Wien : Kais. Akademie der Wissenschaften,

„. K.'geologisclre Reichsanstalt,

Gesellschaft der Aerzie. Zürch: Naturforschende Gesellschaft.

II Leni

Vorwort.

Staluten.

Inhalt.

Geschäftsordnung. Anordnung für zu bestimmende Naturalien.

Mitgliederverzeichniss.

Sitzungsberichte.

Versammlung am 5. Jänner . . . . . . O. v. Hingenau: Ueber Seidenzucht auf Gut Zlin . J. Finger: Ueber Albinos unter den Vögeln . . e Dr. M. Hörnes: Die fossilen Mollusken des Wiener Tertiärbeckens IV. u . ig

J. G. Beer: Auszüge aus seinem Werke über Drchaßen A. Neilr eich: Zwei neye Pflanzenarten f. d. Wiener Flora G, Frauenfeld: (eingesendet.) Bemerkungen über vorge-

legte Pflanzen von F. Hillebrand . . Lepidopterologische Notiz von J- Mann . k Uebersicht der botanischen Erforschung Dalmatien’s

von P. Petter h 5 x & =

Versammlung am 19. Jänner . e - . ; > 5

E

A. Pokorny : Zoologische Ausbeute der Karsthöhlen A. Kerner : Vegetationsverhältnisse des Erlafthales

Versammlung am 4. Februar . + . 3 } R

G. Frauenfeld: Ueber Farbenabweichungen bei Thieren . A. Pokorny: Laubmoose von Iglau . :. . . R. v. Peryer :: Ueber ektypische Pfilauzenabbildungen .

pr

XL

Versammlung am 2. März - . > > . : . J. @. Beer : Ueber a der Orchideen - 3 G. Frauenfeld: Neue Zeckengattung Ueber den Auerhahn und dessen Balz -. - - A. Neilreich: Ueber den botan. Garten der österr. Flora Dr. Stur: Beitrag zur österr. Flora . . 5 - = nme am 6. April e : 3 . ; . J. Heckel: Fossiler Fisch aus Sicilien i E E Dr. F. Unger: Ueber seine norwegische Reise - s

G. Frauenfeld: Ueher eine Paludine aus Abano . 1 (eingesendet) Beschreibung der Raupe von Pemp. cingilella von J. Mayer - e

Jahresversammlung am 9. April . - l ° y - u

Dr. E. Fenzl: Eröffnungsrede . ö & i 8 L. v. Heufler: Kryptogamenflora des Arpaschlhäles

G. Frauenfeld: Ein Blick auf das Thierleben . ® e J. G. Beer: Neue Eintheilung der Orchideen

Versammlung am 4. Mai. F P £ N : e ; A

Dr. M. Hörnes: Fossile Mollusken des Wiener Tertiär- beckens. V. . e 2

Rh Hoffman: Ueber österreichische Käfer . dan

G. Frauenfeld: (eingesendet) Anhang zum Verzeichniss der Land- und Fluss-Mollusken Oesterreichs. Von P. Strobel.

Versammlung am 1. Juni Ä : : 5 5 . A, Pokorny: Unterirdische Flora der Karsthöblen . £ G Mendtl: Ueb. Verwüstung am Gartenrettig durch Raupen J. Ortmann: Pflanzentausch von Puel u. Maille in Paris

Versammlung am 6. Juli R : S e . . : 4A. Neilreich: Ueber Juncus atratus y 0 c G. Frauenfeld: Ueber Helminthen aus Raupen : E (eingesendet) Briefl. Notiz über dalmatinische Inseln von M. Botteri . . i 3 sfamı Zur. Flora ‚Kroatiens von L.-Farkas-Vuko- tinmovich . : s % N 5

Carabus Adonis von Cl. Hampe X Ueber den Standort von Car, pediformis von K; Kalchbrenner c + . Ueber Otiorhynchus ligustici v.H. Kakbitı nner Ueber Melitaea von G. Dorfmeister.:

«,

10% 105

106

112 114 116 118

121 123 124

129

131 134 134 135 136

Versammlung am 3. August . s . . s ? : s Dr. M. Hörnes: Fossile Mollusken des Wiener Tertiär-

Beckens, VI. . . ° e . F. Brauer : Ueher Myrmecoleon-Larven + B 5 . G. Frauenfeld: Ueber Karl Heller’s Reisen in Mexiko Ueber Gymnetron campanulae . & 5 + Versammlung am 5. October . . 4 H a F. Brauer: Lebeusweise des Bittacus Fipisbantub s %

Dr. R. Schiner: Ausflug in die Krainergrotten e v G. Frauenfeld : Ueber einen Planuzenauswuchs am Gamander Ueber Farbenänderung ohne Federwechsel bei Vögeln

Versammlung am 2. November . % ! r v . A. Pokorny: Ueber R. v.Heu gheirs Cryptogamenherbar Dr. A. Schmidl: Ueber den Besuch einiger Karsthöhlen . G. Frauenfeld: (eingesendet) Ueber einen Aufsatz des Hrn. Wawra von H. Albin . k . Ueber die Flora um Brünn von W. Tkany Beobachtungen über einige Zygaenen von Georg

Dorfmeister . E 2 ; H . Ueber Wirkungen des Bisses von Giftschlangen aufeinander von R. Türk . : . . R. v. Heufler : UVebergabe seines Herbars - 5 - Versammlung am 7. December . e : . . . A. Pokorny: Zur Flora des böhm.-mähr. Gebirges ° , R. v. Heufler: Uebergabe eines Herbars : g E. Suess: Ueber Monog. of British Brachiopoda, von Th. Davidson » 3 . . & . e J. Hekel: Ueber Picnodonten . . < . . . G. Frauenfeld: Beobachtung über Bären . i » Ueber Vorkommen von Filarien Y . . - (eingesendet) Ueber Larus capistratus Hm „..von Dr. Lenk 3 - > .

(eingesendet) Nachtrag zu den üsterst ES lasken von Zelehor f b ; ; Ann

XL

Abhandlungen.

F. S. Pluskal: Phanerogamenflora von Lomnitz.. e » wirtelelan J. Ebel: Bemerkungen über die Vegetation.der Moldau e © E Dr. Stur: Beobachtungen über den Einfluss der geogunostischen Unter- lage auf Vertheilung: ‚der Pflanzen . : . © 2 Dr: R. Schiner u. Dr. J. Egger: Dipterologische Fragmente. L e Th. Kotschy: Beitr. z. Keuntniss d. Alpenlandes in Se I. J. v. Hornig: Ueber die ersten Stände einiger Phycideen . AEHRLTTE J. Mann: Zwei neue österr. -Spanner |. ® R \ - 5 F: Hiltebrandt: ‚Aufzählung der Pflanzen auf Fliege verschiedenen österr. Alpen 5 + .r “Ä-%. Dr. R. Schiner u. Dr. J. Egger: Birkeralosiace ent II. G. Mayr: Beiträge zur Kenutniss der Ameisen . e + K. Doblika: Beiträge: zur Monographie d. Sninkans sen Dysdenn H. Schott: Ueber Aquilegien s 6 . 5 & ö - + Th. Kotschy: Beitr: z, Kenutniss d. Alpenulandes in: Siebenbürgen IH. Hasslinzsky: Beitrag zur Kenntniss der Karpalhenflora II. . 8 5 Dr: R. Schiner u. Dr. J. Egger : Dipterologische Fragmente. IH. » E. Suess: Zur Kenntniss des Stringocephalus Burtini Dfr. e . J. Lederer: Anordnung der Spanner. . 4 2 E 2 2 Th. Kotschy: Beitr. z. Kenntniss d. Alpenlandes in Siebehkärgen. IUI. G. Mayr : Beschreibung einiger neuer Ameisen . \ SO A. Fleischmann: Flora.an der k.k. Südeisenbahn v. Laiach bis Cilly H: W. Schott: Ein wilder Primelabkömmling & © 6 & o

Fr. Simony: Fragmente zur Pflanzengeographie d. österr. Alpen

Dr. E. Fenzt:=Beitrag zur näheren Keuntniss einiger inländischer

Leucanthemum- und Pyreihrum-Arten Decand. . c J. Lederer: Teepidopterologisches aus Sibirien . 2 \ 5 G. Mayr: Ueber die Abtheiluug der Myrmiciden c - k A. Neitreich: Das Marchfeld, botanische Skizze . . © > 5 Dr. J. Egger: Beiträge z. näh. Kenntn. d. Braula coeca Ntzsch... J. v. Hornig : Ueber die ersten Stände einiger Lepidopteren 5 o V. Dorfmeister: Cucullia scopariae, entomol. Beitrag = .

Verzeichniss der Abbildungen.

Sitzungsberichte.

n zu Seite 1. Eschatocephalus gracilipes Frauenf. . . . 55 2. 1. Myrmecoteon formicarius L. . . 5 ; ...144 2 formicalynz ®. 3. Missbildungen an Camp. rapuncul. L. » F ...146 4. an Phyt. orbiculare L. 5. Laccometopus clavicornis L. . s 5 e . 157 6. Teucrü Hst. 7. Missbildungen an Teucrium montanum L. 8. -— an Teucrium chamaedrys L. Abhandlungen. ; | zu Seite " >. Zwei geologische Durchschuitte des Ennsthales 43

I. 1. Syrphus leiophthalmus Egg: w Schin. £ 5 51 2. Eumerus elegans Egg. u. Schin.

>. Stringocephalus -Burtini Dfr.. . 8 2 . 155

©. 7. Flügeigeäder der Spanner $ . Ä : . 165

8.—14. Neue sibirische. Schmetterlinge 5 . 2 „351 1. 1. Lycaena cyani Ev.

1 2. Satyrus Heydenreichii Kdm 3. Limenitis Sydy! Kdım.

«- Helmauni Kdm. 2

2. 1. Epialus nubifer Led.

. Lithosia flavieiliata Led.

. Hadena veterina Led. arcta Lei.

4 1 2. Psyche detrita Led. 3 4 >. 6. -- allaica Kdm.

XLIV

15.

1.

=, .

+

wm

Hadena Eversmanni Led. inops Led. Agrotis truculenta Led.

. Xanthia zelutypa Led.

vulpecula Kdm.

. Noctua Kollari Kdm.

insignata Led.

. Chersotis melancholica Kdm.

sStentzii Kdm. Oncocnemis campicola Kdm. strioligera Led.

. Charadrina congesta L ed.

—. morosa Led.

. Hypena tristalis Led, . Gnophos ophthalmicata Led.

Phasiane biparata. Led.

Fumea proxima Led.

Boarmia bituminaria L ed. -— strictaria Led.

. Eubolia semilutata Le d. . Cidaria ravaria L ed.

fluidata Led. serpentina. Led.

. Eupithecia despectaria Led.

Tortrixc aerosana Led.

. Eudorea sibirica Led. . Crambus quadrifidellus Led.

Epischnia adultella Mtzn.

Homoeosoma Sedakovella Ev.

Myrmus emarginatus Schk.

387

Seite

Druckfehlerverzeichniss.

Sitzungsberichte.

1 Zeile 9 v. 0. 1.Sp. statt Assessor lies Assistent 4 10vuw HNO vor 33 14v.0o.1.Sp. Marchel Märkl 42 , 1v.o. Vogeltanne Vogeltenne 49 16v.o.1.Sp. Scheider Schaitter Franz 53 .„ 14w 0. nach nur setze auf 3m MER v0. steifhaarig Bein 20:5) 9vu statt Mustek - lies Mistek 105 letzte »„ Mm DEN: 16 12vu Padua 'Pavia 116 13vo einen einer 139 , vorletzte »„ Kuditsch Kadie Franz 159 6v. u. Entmittlung Ermittlung oT 1v. 0. tiefen schiefen 179, '17wu Schlangee Schlangen _— mu. Thatsche Thatsache 19 IF V.co. diesen dieser Abhandlungen. 6 Zeile 1v.o statt Caryopyhylleae lies Caryophylleae 15 „. IS8v. 0 PBläthen Blüten Ban 9 vu. Apurgia Apargia AR Vom 4 v.u.1.Sp. ,„ Eutrichium Eritrichium 80° 25 v. 0.1.Sp. Zunarin Lunaria 102 10 v. u. sollesheissen: fuliginosa Ltr. Piemont,

nigral. (fuscaF rst.) Piemont,

XLVI Seite 119 Zeile 11

120 122 138 147

13

v. u. statt ocherbengeih lies scherbengelh v. u. Zenkenbergianum Senkenbergianum v.0..„ noch „. nach v. u. Nagelfluche Nagelfluhe v.u. Schreiberi Schreberi vera: neue v. 0. caeteras | caeteros v.u. „0. hypesü u. Blanivillü Sykesiiu.Blainvillä v.wW der den : v. u. und später statt Alfersia immer: Olfersia vu. Ey uch ve v. o. 1. Spalte Tritinearia Trilinearia ws0of 2.0 54 setze VEN, Cauchgata lies Cauchyata v. o.stait Borrmia ‚Boarmia, v.u. Slümpfchen Stümpfchen; v. u. Vurderflüglzeichnuug . ‚Vorderflügel-

zeichnung v. u. unter Pkasiane ‚streiche: (Figur 22.) v. o.statt petrarla lies ‚petraria v. o. unter Eubolia setze (Figur 22.) v. o.stalt sexatata lies sexalata v.0. subüter „. subtititer v. o.nach long. setze. 2°/ lin. v. u.statt Thei lies Theil v. o.näch silberglänzenden setze Härchen v+. 0.ist ausgelassen : besonders der Hinterleib v. u.statt verseben lies ‚versehen v. 0. Cevennenen „. ‚Cevennen v. u. Eig.4 „Fig. 1. v. 0 FPepulifolia „.,‚Populifolia.. vu. 0 Tafel’4 Taf. 3 v. 0. ,„ Stingeln Stängeln vu. Brustsetien Brustseiten.

—o—.

Nachricht.

Da die Zusendung der Druckschriften nur nach erlegtem Jahresbeitrag geschieht, so wird dringend um Einsendung. des- selben ersucht.

bimaul u m nn ı oe) Ka

Sitzungsberichte,

Versammlung

am 5. Jänner

Vorsitzender: Herr Vicepräsident Fr. R

1853.

v. Hauer.

Neu eingetretene Mitglieder:

Als Mitglied P. T. Herr

Ambrosi Fr. in Borgo di Valsugana ....

bezeichnet durch P. T. Herrn

Beide Secretäre.

Celi Dr. Hektor, Prof. und Director in WIEN, Sun anno DAR Er 2.2. A. Sennoner u. G. Frauenfeld. Fritsch Anton, Assessor am naturhistori-

schen Museum in Prag . Ion Friwaldsky Joh. v., Cust.-Adjunct am na- turhistorischen Museum in Pesth.. Fürstenwärther, Freih. v., k.k. Kreisrath in’Bruck 3. M. 72 aeohe Garovaglio, Dr. Sanzio, Prof. in Pavia .. Grzegorzek Dr. Adatlb., Prof. in Tarıow. Heilmann Jos., Verw. im k. k. Schulbü-

er. ee neane

cher Verschleiss . ar een Herbich Dr., k. k. p. Regimentsarzt in ÜDZELIONVLZU Romans lee ee eat. Hirsch Dr. Rudolf, k. k. Hofconcipist .. Hormuzaky Alex. v. ,„ Gutsbesitzer in WZErNO WAZ. 2 ENLRE ODE a), Kubinyi Aug. v., k. Rath und Director des Bestie, Nat. Museums .... „2.2 2020..>

Kundt Emanuel. Dr. Med. zu Wolkersdorf. Mendet Gregor, Stiftspriester zu St. Thom. SNSBTIIMTIEEN = 10... elatefentenenchane Pacher David, Pfarrer KEINEN bo 6 De OST TNEHRERNEN., Peryger Ant. R.v., Prof. a. d. Akad. der bildenden Künste .. ee Vau2 ei 09 LA ESRE Petrovits Dr. Christ., Präs. der Lanudw. Gesellschaft in Krain, F. J. O. R., Gutsbesitzer in Czeruowitz ........

oo .00

in Tröpolach in

. E. Hormuzaky u. Dr.

Dr. Lenk u. G. Frauenfeld.

. Beide Secretüre.

Schiner. Schiner u. G Frauenfeld. Skofiz u. Dr. Schiner.

A. Skofiz u. Dr. Dr. 4A. v. Heufler u. G. Frauenfeld,

Hormuzaky u. D Heufler v.

r. A. Bach, DA G. Frauenfeld.

E. Hormuzaky u. Dr. A. Bach. den Vorstand. Nöstiberger u. Y. Totter,

Mösslang u. G. Frauenfeld.

L. Miller u. Dr. Schiuer.

v. Heufler u. G. Frauenfeld.

A. Bach.

1

Als Mitglied P. T. Herrn bezeichnet durch P. T. Herrn

Petruschka Peter , Rentrechnungsf. in

Tadendortane. 2 .iere eletetegeteie lau etelelof. . G. Frauenfeld u. Fr. Krieger. Pluskal Dr. Fr., in Lomnitz in Mähren .. Dr. Schiner u. J. Bayer. Sacher , Dr., Kreisphys. in Czernowitz .. E. Hormuzaky u. Dr. A. Bach. Vukotinovich Ludw. v., Landesgerichts-

Präsident in Kreutz .S.u My... .. A. Sennoner u. G. Frauenfeld. Weber Heinrich ......... rennen. d. Tanchetti u. G. Frauenfeld. Zeni Fortunato, in RoveredO ... ..r.... A. Sennoner u. G. Frauenfeld.

Eingegangene Gegenstände:

Correspondenzblatt d. naturf. Ver. in Riga, V.9— 12, 1852. 8. Schriftentausch. Friwaldszky Dr. Em. v.: Balk. term. dom. Utazas. Pesth. 1838. 4. Strobel Pet. v., Malac. trent. IV. 1852. 8. Schaum H. 6 Bogen des entomol. Jahresberichts 1850. 8. Geschenke der Verfasser.

50 Arten Pflanzen, Geschenk des Herrn Fr. Ambrost.

900 Arten Pflanzen. Geschenk des Herrn A. Sennoner. Alschinger A. Flora jadrensis. Zara 1832. 8. Geschenk des Herrn Giuriceo.

Bulletin de la Cl. ph. math. de lAc. imp. d. Sc. de St. Petersbourg.

Nr. 237 40. 4. Verhandlungen d. Verf. f. Naturw. zu Hermannstadt, Nr. 1—9, 1552. 8.

Schriftentausch.

Zawadsky Dr. Alex. Fauna d. gal. buk. Wirbelthiere. Stuttg. 1840. 8. Mühle Heinr. Grf. v. d., Beitr. z. Ornithol. Griechent. Leipz. 1844. 8. Geschenk Sr. Durchl,. des Herrn Präsidenten. Mikroskopische Zeichnungen. Geschenk des Herrn E. Heeger.

150 Arten Land- und Süssw. Conch. aus Kärnten.

Geschenk des Herrn M. Gallenstein. Duftschmied C. Fauna Austriae. Linz 3 Th. 8.

Geschenk des Herrn W. Siegmund.

Schaschl J. Beschreibung eines neuen Käfers. Geschenk des Herrn Verfassers. Abhandlungen d. k, k. seologischen Reichsanstalt, 1. 1852. 4. Durch Herrn Sectionsrath Haidinger.

300 Arten Mallophagen ,„ Acariden etc, auf Glimmer, nebst 20 Flügl- und anatomischen Präparaten von Käfern. Von Herrn @. Frauenfeld. Verzeichniss chem. phys. Apparate v. Batka in Prag. 1853. 8. Hlubek Fr. Dr. Landwirthschaftslehre, Wien 1852. 7., 8. Hft. 8. Grimm Joh. Grundz. d. Geognosie f. Bergmäuner, Prag 1852. 8. Weitenweber W. R. Denkschr. über A. J. Corda. Prag , 1852. 4. Reschisi Ant. Latifondo mod per. linsegn. Univ. d’agrie. Mit. 1852. Scotti Aut. Nei funerali det D. G. Brugnatelli, Pavia, 1852. 8. Gera Fı. Lo colliv. econem. degli Annanas. Venez. 1852. 8. Fusina Vinc,. Un pensiero sull’ orig. d, malait. delle viti e rimedi prop. Pavia, 1852. 8. Zanchi R. Elementi di storia naturale. Mil. 1852. 8. L’amico del coutadino oss. istruz. rur. 1853. Mil. kl. 8. Krameriusa W.R. Moty lowü; Zabawne ctenj. 1852. 8. Samu Balizfalva: Utasilas madarak emilösök etc. Pesth, 1853. 8. de Betta E. Descriz. di due nuove conch. terr, del veneto Ver. 1852. 8. Vallardi D. Fr. L’amico del contadino manuale pel 1853. Kl. 2. Sämmtlich Geschenke von der k. k. oberst. Polizeibehörde.

a

Herr Otto, Freih. v. Hingenau hält unter Uebergabe des unten erwähnten Buches an den Verein folgenden Vortrag:

Ich habe die Ehre, dem Vereine ein neues Werk: „Praktische Anleitung zur Seidenzucht,“ von Claudius FKreiherru v. Bretton vorzulegen und dessen Inhalt in Kürze zu besprechen , da die Pilezxe der Maulbeerpflanze und die Aufzucht des Seidenwurmes die beiden Richtun- gen des Vereines gleichmässig berührt, und daher vom botanisch - zoologi- schen Standpuncte einiges Interesse haben dürfte. Das Buch macht zwar keinen Anspruch auf. den Namen eines wissenschaftlichen Werkes, es ge- hört vielmehr in die Kategorie der sogenannten „praktischen Anleitungen,” und ist über Aufforderung der m. schl. Ackerbaugesellschaft entstanden ; sein Inhalt aber enthält, da er sich auf die mehrjährigen Iesultate der vom Verfasser auf seinem Besitzthum getriebenen Seidenzucht stützt, eine aun- sehnliche Menge von Thatsachen und Beobachtungen, mithin von Erscheinungen und Arbeiten, deren Ansammlung immerbin das Material für Wissenschaft bietet.

Ich erlaube mir vorerst die geographische Lage der Gegend zu be- rühren, in welcher der Autor seine Erfahrung gesammelt hat. Das Gut Zlin, auf welchem er die Seideuzucht betreibt, liegt im ‚östlichen Theile von Mähren, eine Stunde östlich von der Eisenbahnstation Napagedl und etwa zwei Stunden nördlich von dem bekannten mährischen Badeorte Luha- tschowitz. Die Gegend ist bereits gebirgig und von Ausläuferu der Karpathen durchzogen , daher auch Karpathensandstein vorwiegend die Beschaffenheit

ı*

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des Bodens bildet; nur gegen Napagedl zu treten tertiäre Gebilde auf. Meh- rere Bäche und Teiche bewässern die Gegend, das Klima ist nicht so rauh, wie in den östlichen Karpathenthälern, allein bei weitem nicht so mild, als mau gewöhnlich für Maulbeerbaumzucht zu fordern pflegt. Dass dieselben aber hier nicht nur überhaupt vorkommen, beweist die Thaisache, dass Baron Bretton daselbst mehrere hundert Stück zehnjähriger Bäume und ungefähr 300.000 Stück 1 3jährige Sträucher auferzogen hat, welche nicht kümmerlich gediehen, sondern, wie eine im Sommer 1851 ahgeführte Abhlät- terung und Abwägung ergab, pr. Strauch 4 Pfd. 12 Loth Blätter lieferten.

Was die gepflanzten Gattungen betrifft, se hat der Autor bisher vor- züglich Morus alba und Morus moretiana hierzu verwendet, spricht aber auf Christoph Liebich’s Anregung in dessen Werke: „Der Seidenbau in Böhmen,“ die Ansicht aus, dass, wenn es möglich wäre, die von Liebich erwähnte Varietät von Morus multicaulis, welche der Kälte hesser wider- steht, aufzufinden , diese bei weitem den Vorzug vor alba und moretiana verdienen würde.

Der Verfasser hat die Zucht der Maulbeerbäume in dreierlei Weise durchgeführt: «) als Maulbeerwiesen, b) als Strauchplantagen und, c) mit- telst hochstämmiger Maulbeerbäume.

Maulbeerwiesen nennt er ganz Junge, aus Samen gezogene und dicht angepflanzte Strauchpflanzen,, deren zartes Laub er zur Ernährung verspäteter Seidenraupenaufzüge vorzüglich verwendbar findet. Solche Maulbeerwiesen müssen, wenn man die Pflanze nicht im 2. oder 3. Jahre zum Versetzeu oder Verkaufen ausheben, sie also nicht als Baumschule be- handeln will, durch mehrere Jahre in ihrem dichten Verbande gelassen, Jährlich bis zum Boden abgestutzt— (auch abgemäht) werden, bis man nach etwa 3— 4 Jahren die nun zu dicht stehenden Pflanzen ausheht, versetzt, und nun als Strauchplantagen weiter benützt.

Bei dem Anbau aus der Saat zieht der Autor vor, reife Maulbeeren, ohne sie auszuwaschen, gleich Rüben in die vorbereiteten Löcher zu stecken,

weil sich die verfaulende Frucht ihm als die beste eben auch naturge- mässeste erste Düngung bewährt hat.

Maulbeerstrauchplantagen legt der Autor auch aus Samen oder durch Versetzung der Pflanzen in eigen weitern Verband an und gibt ihnen, zumal in Ländern, wo die Seidenzucht erst einzuführen ist, den Vorzug vor hochstämmigen Bäumen, und bemerkt, dass die abgestutzten Zweige mit den Blättern zur Fütterung der Raupen hesser anzuwenden seien, als die ahge- streiffen Blätter. i

Was das Ziehen hochstämmiger Bäume betrifft, so wird die Bepflanzung von Hutweiden, Alleen u. dgl. damit zwar in unserm Werke erwähnt, allein in derlei vereinzelnten Baumpflauzeu nicht jenes Heil ge- sehen, welches man sich bisweilen davon versprochen, und was man aller- dings mit nicht sehr zlänzendem Erfolge hier und da auf imperalivem Wege einzuführen versucht hat.

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Er deutet vielmehr darauf hin, dass nur die Maulbeer-Baumzucht im Grossen, auf grossen Räumen, durch bedeutende Geldkräfte sich vortheilhaft erweisen könne. Erst müsse die vegetabilische Bedingung der Existenz der Seidenraupe in befriedigendster und ausgiebigster Weise vorhanden sein, ehe man mit ihr die Aufzucht der Raupe und Abspinnung der Erzeugnisse derselben vereint, als rentables Geschäft beginnen, ernstliche Anstalten zur Einführung derselben in die allgemeine, insbesonders kleine Bodenbewirth- schaftang machen, oder gar vom philanthropischen Projecte zur Erhebung der Seidenzucht zu einem Nebenerwerbe für arme Schullehrer u. dgl. re-

den könne. Erst wenn Thatsachen durch mitunter kostspielige, also nur auf grossen Wirthschaften ausführbare Versuche hervorgerufen die

Seidenzucht auf solchen grössern Wirthschaften eingebürgert haben werden, wird sich die Theilung der Arbeit ausführen Jassen, wobei die Cultur der Maulbeerbäume dem Laud- und Forst wirthe speciell zufalle, die Aufzucht der Raupen zum Nebengewerbe für die Anwohner blatterzeugender Gegen- den und die Abspinnung und. weitere Verarheitung zum Gegenstande be- sonderer Fahriksetablissements werden könne. Ueber die Ausführbarkeit einer forstmässigen Cultur des Maulbeerbaumes enthält das Buch ein Gutachten dreier Korstmänner und ich habe vor kurzem eine von mir hier- über gemachte Bemerkung von einem intelligenten Forstmanne beifällig auf- nehmen gesehen.

Die Beschreibung des von C. Bretton in Zlin bei des Aufzucht der Raupen beobachtenden Verfahrens ist ziemlich mit dem anderer Zuchten über- einstimmend. Doch finden sich einige eigene Erfahrungen aufgezeichnet und insbesondere ist eine Methode, die Entwicklung der Raupeneier beliebig zurückzuhalten bemerkenswerth, welche in hermetisch geschlossenen Bleeh- Naschen im Eiskeller aufbewahrt, und zu einem zweiten oder dritten Auf- zug in derselben Sommerperiode verwendet werden können,

Die Fütterung nimmt der Verfasser durch belaubte Reiser vor; miHelst derselben überträgt er auch die Raupen, wodurch er die ihnen schädliche Berührung mit den Händen und das Zerschneiden der Blätter vermeidet. Ihm hat die Erfahrung gezeigt, dass dadurch die sonst gefürchteten grossen Krankheiten der Thiere ganz beseitigt worden sind.

Eine sehr einfache und zweckmässige Ventilation und Vermeidung grosser Temperaturunterschiede habe ihm gezeigt, dass auch heflige Gewitler nicht geschadet haben, so dass er die Meinung ausspricht, der in Italien befürchtete üble Einfluss der Gewitter auf die Seidenraupe reducire sich ein- fach auf mangelhafte Ventilation und auf zu plötzliche Abkühlung, wie sie allerdings, wenn die Magnagnerien nicht zweekmässig eingerichtet sind, bei Gewittern vorkommen.

Die letzte Abtheilung des Buches, welche sich mit der Abhaspelung des Productes befasst, gehört nicht mehr in das Reich dieser Versammlung.

Heiır J. Finger theilt einige Beobachtungen über das Vor- kommen von Albinos unter den Vögeln mit:

In der letzten Versammlung der deutschen Ornithologen zu Altenburg, kam auch die Sprache auf die als Albinos bezeichneten, auffallenden Wesen in der Vögelwelt, und Herr Pastor Thienemann theilte einige Fälle mit, die ihm in seiner ornithologischen Praxis vorgekommen. So erzählte er von einem weissgefleckten Repphuhn, einer weissen Lerche und einem weissen Hausröthling mit rother Pupille,

Bekannter und öfter beobachtet ist diese bis jetzt noch nicht erklärte Erscheinung bei Säugethieren; so gehören weisse Mäuse und Kaninchen gar nicht zu den Seltenheiten. Ich hatte lange Zeit ein weisses Murmel- {hier lebend, bis es mein Haushund in einer Anwandlung von Eifersucht erbiss. Erst vergangene Woche lag ein weisses Reh am Wildpretmarkt und der Vogelhändler Haller hatte weisse Ratten in seinem Verkaufsladen, die ganz nett aussahen.

Seltner stösst man in der Vogelwelt auf solche Ausartungen ; um so interessanter ist daher ihre Beobachtung, und ich habe mich immer bemüht, wenn ich von dem Vorkommen eines solchen Vogels hörte, in dessen Besilz zu kommen.

1. Das erste Exemplar, das ich erhielt, war eine rein weisse Lerche, die ein Feldarbeiter in Altmannsdorf, während dem Pflügen,, erblickte und mit einem glücklichen Steinwurfe erlegte.

2. Kurze Zeit darauf hörte ich von einem blassgelbon Sperling der am Donaucanale, nächst der Rasumovsky-Brücke, unter einer Schaar ge- wöhnlich 'gefärbter , constant die Fahrstrasse daselbst besucht. Ich ersuchte den k. Jäger daselbst, mir zu dessen Besitz zu verhelfen, und auf Einen Schuss lag er (nebst 16 seiner bunten Kameraden) als Opfer seines seltenen Kleides-

3. Einen ganz ähnlichen erhielt ich von einem Gärtner in Meidling. Dieser Gärtner lässt die Sperlinge auf eine eigene Art für seinen Tisch sorgen. Er hat zu diesem Zwecke an der Feuermauer seines Hauses eine Menge leerer Blumentöpfe angebracht, die sich durch ihre Bequemlichkeit den dort zahlreichen Sperlingen als Benützungslocale zu ihrem Brutge- schäfte aufdrängen, und auch sämmtlich dazu benützt werden. Haben nun die armen Thiere ihre Jungen mit vieler Mühe gross gezogen und gefüttert, so holt sich‘ der Gärtner bequem eine Brut nach der andern herab, um sie als guten Braten seinem Mahle beizulegen. Bei einer solchen Plünderung nun, kam or vor zwei Jahren auf ein Nest, wo vier weissgelbe Junge von regelmässig gefärbten Alten ausgeheckt waren. Der Seltenheit halber zog -er sie in seiner Stube auf, behielt aber nur einen am Leben, die andern starben bald, noch vor der vollendeten Befiederung. Dieser Kakerlak, ein Mäun- chen, war sehr zahm, begattete sich, wiewohl erfolglos, mit einem ge- wöhnlich gefärbten Weibchen, das mau ihm als Gesellschafterin beigab,

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und starb im zweiten Jahre, indem er an seinem Fett erstickte. Als ich ihn erhielt, ging er schon in Fäulniss über, und durch die Fettmasse war die Haut so dünn geworden, dass ich ihn nicht mehr bälgen konnte; er ging daher verloren.

4. Im Jahre 1850 ging ich in Begleitung des k. Jägers Wania in dessen Fasangarten bei Schönbrunn spaziren. Schon von weitem fiel uns ein blendend weisser Vogel auf, der auf dem dürren Aste einer alten Ka- stanie sass- Als wir uns eiligst, näherten, machte er so sonderbare Kopf- verdrehungen und Verrenkungen, dass wir beide lachen mussten; aber eben diese Grimassen liessen ihn als den Yunz torquilla, unsern Wende- hals erkennen ; leider hatteu wir kein Gewehr bei uns, und obwohl der Vogel ganz zutraulich that, und uns ganz nahe ankommen liess, so wusste ich doch kein Mittel seiner habhaft zu werden; ein unglücklicher Wurf mit einem Wurzelknollen vorscheuchte ihn, und trotz aller Versuche von Seite des Jägers, und trotz allen meinen Versprechungen im Falle seiner Erlegung, hat man ihn doch nicht mehr zu Gesicht bekommen.

5. Im vergangenen Jahre brütete ein Kernbeisser-Paar, das durch mehrere Jahre schon in meinem Garten nistet, unter fünf gewöhnlichen Jungen ein weisses aus, das ausgetopft in meiner Sammlung ist. -

6. Im Juli desselben Jahres bekam ich ein schneeweises Repphuhn, dass aus einer Kette gewöhnlicher, in Schwechat geschossen wurde,

7. Im September darauf erhielt ich abermals eines, das mit mehreren Fasanen zugleich auf einer Schütt gefangen, und mir lebend überbracht wurde. Ich wollte es noch einige Zeit am Leben iassen, da es noch in der Mauser die Federn nicht vollkommen entwickelt hatte; es that aber so scheu und unbändig, dass ich befürchte, es könnte sich beschädigen , wesshalb ich es mit Aether tödtete und ausstopfte. Es ist diess Exemplar, welches ich der geehrten Versammlung vorstelle, und der Sammlung des. Vereines anzureihen bitte.

Heuer sah ich am Wildpretmarkte zwei rein weisse Fasanen, über die ich aber nichts weiter erfahren konnte, als dass sie an der Gränze Böhmens geschossen wurden.

Dies nun sind die wenigen Albinos, die mir bis jetzt vorgekonmen.

Glücklicher war ich mit Exemplaren, die nicht vollständig Albinos, hloss theilweise weisse Befiederung tragen. Man erhält alljährlich davon ; am häufigsten die Turdus-Arten. So bekam ich eine Amsel, mit weissem Hinterkopfe, und so gefärbtem Schwanze, eine gescheckte Singdrossel, und einen weissköpfigen Krametsvogel. Von andern Gattungen eine Saatkrähe, mit weissen Schwingen, einen weiss geflügelten Cypselus und eine gefleckte Goldammer.

In Betreff des Cypselus, dieses nie ermüdenden Seglers. der Lüfte, erlaube ich mir einer Fangart zu erwähnen, auf die mich ein komi-

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scher Zufall gebracht, und die ich auf alle Flugthiere der zwei ersten Klassen der Wirbelthiere anwende, welche ihre Beute während dieser Action erhaschen.

Im vergangenen Sommer hatte ich mit einem meiner Freunde eine Angelpartie auf Wasserirösche in den Lachen bei Inzersdorf unternommen, die vor dem Fischen wenigstens den Vorzug hat, dass sie bedeutend ergie- biger ist. In diesen Lachen kommen die Frösche in fabelhafter Grösse vor, und eben so riesig ist auch ihre Menge. Man fängt sie mit einer Angel, au welcher ein kleiner rother Lappen befestiget ist, und womit man die Oberfläche des Wassers peitscht, wie beim Forellenfang. Von allen Seiten »un stürzen die Frösche auf diesen Lappen, und man hat nur in die Höhe zu schnellen, um einen dieser Näscher herauszuziehen. Bei einem solchen in die Höhe Schnellen, glitschte mir einmal die Angel an einem Frosche ab, und fuhr leer in die Luft, aber wie erstaunte ich, als sie mit einer Fledermaus behangen niederfiel. Wahrscheinlich sah diese Fledermaus,‘ deren dort viele herumschwirrten, die fliegende Angel für eine gute Beute an, und war in der Ergreifung derselben daran hängen geblieben.

Seit der Zeit angele ich Fledermäuse, Schwalben, Segler etc., nur nehme ich statt des rohen Lappens eine weisse Feder, oder die so gefärbten Flügel eines Schmetterlings.

I Um aber wieder auf die Albinos zu kommen, möchte ich noch Einiges über deren Fortpflanzung erwähnen.

Sie gelingt im domesticirten Zustande, wie ich mich öfter überzeugte. Es wird vielleicht zenn Jahre sein. wohnte in demselben Hause mit mir ein Wollweber, der theils des Gewinnes wegsn, theils zur eigenen Un- terhaltung, seine freien Stunden der Dressur verschiedener Vögel widmete, und verschiedene Versuche mit Paarungen von Varietäten und Bastardkreu- zungen anstellte,

Wiewohl nicht immer, gelang es doch öfter, Junge von solchen Bruten zu erhalten, und ich erinnere mich noch sehr gut an sein Entzücken, mit dem er mir einst ein Junges zeigte, das aus der Paarung eines weissen Kanarienweibes, mit einem Stieglitzmanne hervorging. Es wurde ein schönes weisses Exemplar, mit einer röthlichgelben Platte, lebte aber nicht lange. -

Auch der Cultivator ist bereits gestorben, was ich um so mehr be- dauere, da er gerade der Mann gewesen wäre , der Geduld genug besessen hätle„ solche Versuche weiter fortzusetzen.

Meine Versuche beschränkten sich, in Ermanglung von Kakerlaken anderer Arten, auf die von der Lachtaube Columba risoria, die ich sowohl unter sich, als mit regelmässig gefärbten Individuen paaren liess, und die immer günstig ausfielen; nur bekam ich nie Schecken, sondern immer einfärbige Exemplare , entweder ganz weiss, oder ganz isabellfärbig. Auch die Jungen dieser Bruten pflanzten sich wieder fort.

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Wie es sich aber im wilden Zustande mit der Fortpflanzung dieser Albinos verhält, darüber habe ich selbst keine Beobachtungen machen können,

Jäger erzählten mir zwar glückliche Erfolge, aber bis jetzt habe ich die Jäger immer, mit Ausnahme sehr weniger, als Leute kennen gelernt, die, mit ausserordentlicher Erfindungsgabe ausgerüstet, dieser oft den Sieg über die Wahrheit einräumen, und ich möchte daher ihre Aussagen in so wichtigen Fragen nicht gern als maassgebend annehmen.

Aber gewiss haben schon mehrere der Herren, die sich mit Ornithologie beschäftigen, Erfahrungen gesammelt, die darüber einigen Aufschluss geben könnten, und es wäre im Interesse der Wissenschaft dringend zu wünschen, dass solche Beobachtungen immer mitgetheilt würden.

Ueberhaupt bleibt für die Vogelkunde noch sehr viel zu thun übrig; ein weites Feld ist da noch für Beobachtun gen offen, und wie Vieles ist noch aufzuklären was z. B. die Lebensart, das Alter, den Haushalt, den Zug, und die Mauser etc. der Vögel betrifft. Aber dazu ist der Austausch von Erfahrungen Vieler erforderlich, eine wechselseitige Unterstützung durch Beobachtungen und Studien in der Natur, um Licht über noch unerklärte Erscheinungen zu bringen, und nur dem Zusammenwirken Mehrer wird es gelingen, was Einem vielleicht misslang.

Dr. Moriz Hörnes legte der Versammlung das soeben voll- endete IV. Heft: „Die fossilen Mollusken des Tertiär-

beckens von Wien,“ vor, und gab eine kurze Uebersicht des Inhaltes desselben.

In diesem Hefte sind zelın Species, welche vier Geschlechtern ange- hören, heschrieben und auf fünf Tafeln abgebildet.

Die drei ersten Geschlechter, Strombus, Rostellaria und Chenopus, bilden die Lamarck'sche Familie der Alaten, die durch eine flügelartige Erweiterung des rechten Mundrandes bezeichnet ist. Vom Geschlechte Strombus kommen im Wiener Becken zwei Arten vor, der Strombus coro- natus Defr. und der St. Boneli Brong.

Die Stromben leben gegenwärtig nur in heissen Meeren. Sie gewähren nach den Mittheilungen der Seefahrer einen eigenthümlichen, von den übrigen Mollusken verschiedenen Anblick, denn ihr merkwürdig gestalteter Fuss gestattet ihnen nicht, wie die übrigen Gasteropoden auf demselben zu kriechen, sondern sie springen, indem sie einen Stützpunct auf der Erde mit jenem Theil des Fusses suchen, der mit dem Deckel versehen ist. An der Spitze ihrer ziemlich starken Fühler bemerkt man äusserst lebhaft ge- färbte Augen, deren verschiedene Färbungen, nach Qxuoy zur Unterschei- dung der Arten dienen könnte. Die Zahl der jetzt schon bekannten lebenden Arten ist sehr beträchtlich, doch steht zu erwarten, dass sich dieselbe be- deutend erhöhen werde.

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Reeve beschreibt 66 lebende Arten, aber auch für die fossilen For- men führt man in den Registern 63 Arten Namen auf, welche sich jedoch nach Ausscheidung aller unsicher bestimmten, auf 11 wirkliche Arten re- duciren, von denen 8 der eocenen und 3 der neogenen Periode angehören. Die Abnahme dieser der heissen Zone angehörigen Formen, in den beiden Tertiärepochen, deutet deutlich auch auf eine Temperaturabnahme hin, die während dieser Zeit stattgefunden haben muss. Gegenwärtig findet man im mittelländischen Meere keinen lebenden Strombus mehr; wohl aber fossile Formen an den Küsten desselben.

Das nächste Geschlecht ist Rostellaria. Von diesem von Lamarck zuerst aufgestellten Geschlechte hat bekamntlich Philippi unter den Na- men Chenopus jene Formen getrennt, welche eine fingerartige Ausbreitung des rechten Mundrandes haben. Die Verschiedenheit der Schale steht näm- lich auch mit einer totalen Verschiedenheit der innern Organisation dieser Thiere im Einklange; während das Thier der Rostellaria sich ganz.dem merkwürdigen Bau des Thieres von Strombus nähert, (so dass Deshayes in neuester Zeit nicht abgeneigt wäre, beide Geschlechter zu vereinigen) zeichnet sich das Thier des Geschlechtes C’henopus durch einen eiförmigen, vorne abgestutzten, hinten zugespitzten Fuss, und durch seine langen, dünnen, spitzigen Tentakeln aus. Von Formen, welche dem Geschlechte Rostellaria angehören, haben sich in dem Tegel vor Baden und in den Sandablagerungen vor Grund nur wenige Bruchstücke gefunden, welche der Rostellaria den - tata Grat. beigezählt werden dürften. Das Geschlecht Chenopus, hingegen ist im Wiener Becken, wenn auch nur ineiner einzigen Art, doch in zahl- reichen Exemplaren vertreten. Me

Es ist der Chenopus pes pelicani Phil. eine Art, welche auch lebend häufig nicht nur im mittellänudischen Meere, an der Küste von Sicilien u. s. w., sondern auch in der Nord- und Ostsee vorkömmt, und zu den gemeinsten Vorkommnissen in den europäischen Meeren gehört, daher ihr häufiges Vor- kommen in den neogenen Schichten Europas für die Erklärung der Er- scheinung dieser Ablagerungen besonders wichtig ist.

Mit dem letzten, in diesem Hefte abgehandelten Geschlechte Triton beginnt eine sehr zahlreiche Familie, die der Canaliferen von Lamarck:

Bekanntlich theilt Lamarck die hierher gehörigen Geschlechter in zwei Gruppen, von denen die eine durch bleibende Mundwülste charakteri- sirt ist, während diese Eigenschaft der anderen fehlt.

Zur ersten Gruppe zählt nun Lamarck die Geschlechter Triton, Ranella und Murex, welche sich dadurch unterscheiden , dass Triton nur einen Mundwulst auf jeden Umgang, Ranella deren zwei und Murex meh- rere zeigt, die entweder in drei oder mehrere Reihen gestellt sind. Was nun vorerst das Geschlecht Triton betrifft, so kommt die Vertheilung der Wülste bei demselben vorzüglich daher, dass jedes neue Stück, welches das Thier zur Schale fügte, länger als eine halbe Windung ist. Jedes hinzuge- fügte Stück ist daher grösser, als bei Ranella und nochmehr als bei Murex:

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Manchmal ist gar keine Wulst vorhanden, als jene des rechten Mundrandes, die nie fehlt. Die Wülste sind bei diesem Genus immer stumpf und nie so wie bei Murex mit Dornen besetzt. Die Schalen der Tritone sind von viel festerer Structur als die der Murices und Ranellen; die rohe Ueber- einanderlage der einzeluen Umgänge scheint anzudeuten, dass das Thier, obwohl es eine Fähigkeit, Kalk zu bilden, besitzen muss, von trägem Wachsthum sei. Die Epidermis der Tritone ist oft ausserordentlich dick, haarig und stachlig,

Eine andere sonderbare Eigenschaft dieses Geschlechtes ist die Bildung des Apex, in zahlreichen Fällen scheint derselbe von einer hornigen Masse gebildet und nur schwach mit Schalensubstanz belegt zu sein, und nicht selten findet man diesen Ueberzug weggebrochen, wo dann die hornige Un- terlage sichtbar wird. Die Spindel der Tritone ist meistens von einem glän- zenden Ueberzuge von faltigem Schmelz überlegt und die äussere Lippe verdickt sich manchmal auf eine sehr merkwürdige Weise; nähert sich nämlich die Lippe der Reife, so schlägt sie über und bildet durch diese Wendung einen tiefen, breiten Canal oder eine Rinne, (Taf. 20, Fig. 2) *), die dann ausgefüllt wird und so die Verdickung der Lippe bildet. Die Varices sind alle auf dieselbe Weise gebildet, indem jeder von ihnen eine Zeit lang den Mundrand bildete; man vermuthet, dass sie bestimmt. seien, die Lippe während einer Periode der Ruhe zu schützen und es würde von höchstem Interesse sein, wenn man den Zeitraum ergründen könnte, der von dem Anfange der Bildung eines Varix bis zur Wiederaufnahme des Weiter- baues der Schale verfliesst. | Die Tritone scheinen weit über die Erdkugel verbreitet zu sein, denn von 102 Arten, die Reeve beschrieb und abbildete, sind die meisten von den Molukken und den Inseln des stillen Oceans, einige wenige von der Westküste von Amerika und nur 3 aus dem mittelländischen Meere. Von fos- silen Formen kennt man bis jetzt mit Ausschluss aller zweifelhaften und unrichtig bestimmten Arten 27, von denen 13 der Eocen- und 14 der Neogen-Epoche angehören; daraus geht hervor, dass die Tritone zuerst in der Eocen-Epoche mit einer geringen Anzahl von Species aufgetreten sind, in der Neogen-Epoche, in der Artenzahl sich ziemlich gleich blieben und erst in der jetzigen Epoche ihren vollen Formen-Reichthum entwickelten. Freilich sind unsere Kenntnisse über die fossilen Formen noch so mangelhaft, dass wir diese Verhältnisse nur andeuten können.

Im Wiener Becken ist dieses Geschlecht ziemlich zahlreich vertreten, wenn gleich nur 6 Species (T. nodiferum Lam., T. apenninicum Sassi., T. Tarbellianum Grat., T. corrugatum Lam., T. heptagonum Brocc., T. parvulum Mich.) daselbst vorkommen, namentlich sind die Localitäten Grund und Gainfarn reich an hierher gehörigen Formen.

*) Des Werkes: „Die fossilen Mollusken, etc.

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Wegen seiner besondern Grösse verdient besonders der Triton nodiferum hervorgehoben zu werden, denn von diesem fanden sich in deu Sandablagerungen vor Grund, neben ausgezeichnet wohlerhaltenen Exem- plaren noch Bruchstücke von Individuen, die eine bei fossilen Gasteropoden äusserst seltene Grösse von 22 Centimeter (nahe 9 Wiener Zoll) hatten.

Von derselben Grösse findet man diese Species noch lebend im mittel- ländischen Meere.

Herr J. G. Beer gibt die Fortsetzung von Auszügen aus seinem in Bearbeitung befindlichen Werke über Orchideen. (S. V., II. Jahrgang, Pag. 117.)

Bemerkungen zur ersten Abtheilung der Orchideen. Orchideen mit glatten, dicken, fleischigen Blättern haben immer. glatte, fleischige Luftknollen. Diese Pflanzen wachsen gewöhnlich hoch auf Bäumen, oder an lichten Stellen, der Sonne ausgesetzt. Sie gleichen gewisser- massen den Cacteen, welche auch durch die .sehr harte, glatte Oberhaut, ihre saftreiche, fleischige Zellenmasse bewahren. (Oncidium.)

Jene mit lederartigen, wenig gefalteten, tiefgerippten Blättern haben immer harte tiefgerippte Luftknollen, Die Zahl der Rippen der einen Seite der Knolle entspricht der Anzahl ıvon Blattrippen. Diese Pflanzen wachsen auf Bäumen und lieben Schatten und feuchte Wärme. (Stanhopea.)

Weiche oder tief gefaltete Blätter finden sich nur bei Pflanzen, welche auf der Erde wachsen. (Calanthe.)

Wenn die Luftknolle walzenförmig verlängert, und ganz mit Scheiden bedeckt erscheint, wächst die Pflanze an freistehenden Bäumen oder lichten Waldesstellen , selbst auf Coniferen! Diese Pflanzen bedürfen Luft und Licht, sie haben trockene Standorte. (Catasetum .)

Ein allgemeiner Grundsatz ist, je weniger die eiförmigen mehr oder minder verlängerten Luftknollen mit Scheiden bedeckt, bis endlich gänzlicher Scheidenmangel an der ausgebildeten Luftknolle sich zeigt desto höher und freier, aber auch dürftiger wachsen diese ver- schiedenen Formen an der Rinde der Bäume, Wenn uns von. Pfianzen- sammlern mitgetheilt wird: Diese oder jene Pflanze mit weichen oder tief gefalteten Blättern, fand sich auf einem Baume wachsend, so glaube man ja nicht, dass sie an der Rinde des Baumes vegetirte. Iu jenen Höhlungen welche Astbrüche erzeugen, oder die oft so seltsame Bildung der Zweige der Riesenbäume in den tropischen Urwäldern, im Gewirre der Schling- pflanzen an denselben, bilden sich Plätze, wo durch Regen, Wind, Laubfall, Vogel-Excremente sich eine humusreiche Erde bildet, in der jede dort auf der Erde wachsende Pflanze, dieser, so wie auch von vielen anderen Fa- milien, hoch auf den Bäumen wachsend, gefunden werden kann.

Zur zweiten Abtheilung. Diese Pflanzen sind sich alle ganz gleich. Sie bewohnen Bäume, woran sie sich mit ihren dicken fleischigen Wurzeln der ganzen Länge nach festsaugen. Diese Gebilde leben nur in

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den wärmsten und feuchtesten Gegenden der Erde, (Ich hbemerke hier noch- mals, dass ich die Pflauze ,‚Vanda““ nicht die Blüthenabtheilung Vandeae als Repräsentant aufstelle.)

Verwandlungen. Wenn sich der Blüthenstand durch irgend eine Stö.ung nicht entwickeln kann, treibt die Pflanze statt des Blüthen- stängels ein Laubblatt. Beobachtet bei

Schomburgkia tibicinis, (hat gewöhnl. drei Blätter, bildet ein viertes) ;

bei Laelia aurantiaca (Galeotiana Sin.) (hat gewöhnlich ein Blatt, bildet ein zweites) ; und

bei Cattleya Mossieae, (hat gewöhnlich ein Blatt, bildet ein zweites.)

Zum öfteren ist zu beobachten: dass am untern Theile des Blüthen- stengels, sich statt einer Blüthenstengel-Verzweigung, aus dem Blüthen- stengel eine Scheide entwickelt; beobachtet bei Oncidium Cebolleta und O. flezuosum. -

Bei den Dendrobien mit lauggestreckter Luftknolle findet sich häufig dort, wo am oberen Ende die Blüthenstengel zu erscheinen pflegen, dass bei gestörtem Fortschreiten in der Bildung, —- statt derselben sich Triebe bilden, welche sehr schnell selbstständig werden. Diess geschieht aber wahrscheinlich nur bei cultivirten Pflanzen, da ich bei genauer Un- tersuchung an jenen Dendrobien, die ich von ihrem natürlichen Standorte erhielt, nie am oberen Ende der Knolle Pflanzentriebe, wohl aber immer die vertrockneten Blüthenstängel fand.

Wenn die Luftknolle am untern Theile beschädiget, die Wurzel faul, oder die jungen Triebe an derselben zerstört werden, bildet sich auf der Luftkolle, zwischen den Ringen, wodie Laubblätter standen, eine Junge Knolle, ja selbst ein Blüthenstand lässt sich hier am obern Ende zwischen den Laubblättern obwohl höchst selten bemerken. Beobachtet bei Cyrtochilum filipes.

Cycnoches ventricosum blühte beim Herzog von Devonsbhire in England, —an einem Blüthenstängel, mit Blumen von COyec. ventric. und von Cyc. Egertonianum. Zwei Blüthen trugen Merkmale von beiden Pflanzen.

In Batemann’s prachtvollem Orchideen - Werke ist eine Pflanze, abgebildet, welche zwei Blütheustängel an einer Luftknolle trägt. Ein Stängel ist mit Blumen von Oyc. ventricosum, der andere mit Blumen von Cyc. Egertonianum reichlich besetzt.

Sir Robert Schomburgk beobachtete in British Guiana am Demerara bei einer Pflanze an einem Blütheustängel, Blumen von drei verschiedenen Genera; nämlich Blüthen von Monachanthus viridis, Myanthus barbatus und von einem unbenannten Cetasetum. Ich bemerke hierzu : dass die Pflanzen dieser drei Genera in der Gesammttracht schwer zu unter- scheiden sind.

Wenn ich mich durch Beweise zu bestreben suche, dass die Orchideen sämmtlich Knollen bildende Gewächse sind, ist es mir recht wohl bekannt, dass die richtige Benennung dieser Bildungen: Tuber, Knolle, verdickte

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Zwiebel, und nicht Bulbus, Zwiebel, ist. Wenn ich die Benennung Bulbus beibehalte, so geschieht es nur desshalb, weil ich überzeugt bin, dass eine ganz neue Benennung für die Formen meiner ersten Abtheilung schwerlich allgemeine Annahme gefunden hätte.

Der Unterschied der Knollenbildung bei unseren Orchideen und jenen der tropischen Gegenden mit Luftknollen erklärt sich einfach dadurch, dass bei unseren Orchideen die Knolle nach unten, der Trieb nach oben wächst; bei den tropischen Formen aber, Beides nach oben sich bildet. Auch hier ist die eigentliche Ausbildung der Bulbe erst bei vollkommener Entwicklung und Blüthe anzutreffen.

Bei Microstylis histionontha bilden sich nie mehr als zwei Luftbulben, indem beim Erscheinen des jungen Triebes die ältere Knolle ganz dürr wird, und endlich abfällt. Wir sehen hier genau dieselben Wachsthumsverhältnisse, wie selbe bei unseren Orchideen, z. B. Orchis mascula vorkommen.

Das Verbindungsorgan der alten zur jungen Knolle bei Herminum monorchis entspricht: vollkommen dem Wuchse von Odontoglossum hasti- lobium, Burlingtonia u. m. a.

Bei Listera oveta findet sich die Bewurzlung, wo noch die Knolle in Knoten zwischen denselben sichtbar ist, wie bei vielen Sp. Epidendreen.

Listera nidus avis hat ihre Wurzel genau so gebildet, wie selbe bei Sobralia sich finden.

Goodyera repens ist vollkommen gleich im Wuchse mit Anoectochilus.

An der Knolle von Ophrys alpina sieht man deutlich die verholzenden -Gefässbündel sich der Länge nach vereinen. Wahrscheinlich. wird man nach der Blüthezeit an der frischen Knolle von aussen Läugs-Furchen bemerken können.

Herr A. Neilreich gibt Nachricht über zwei, für die Wiener Flora, neue Arten:

1. Luzula Forsteri DC., von Smith schon im Jahre 1804 unter dem Namen Juncus Forsteri als Art aufgestellt, scheint gleichwohl bis in unsern Tagen mit Luzula pilosa W illd. verwechselt zu werden, von welcher sie sich doch durch 2 —3mal schmälere Blätter und ein längliches, gerades, stumpfes (nicht sichelförmiges) Anhängsel an den Spitzen des Samens eben so leicht als bestimmt unterscheidet. In M.u.K. Deutschl. Fi. II. p. 595, wird nur vermuthet, dass sie in Tirol vorkomme und selbst in den über die Flora Deutschlands erschienenen neuesten Werken werden nur wenige Fundorte angegeben. a

Um Wien dürfte sie indessen so häufig als Luzula pilosa sein, denn ich habe sie schon vor 15 Jahren im Eichenwalde von Schönbrunn, dann bei Neuwaldegg und Hadersdorf gefunden, aber irrig für eine schmalblättrige Varietät der L. püosa gehalten.

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2. Veronica anagalloides Gussone Plant. rar. I. p.5t.3 (Veronica Anagallis var. $. Bertol. Fl. ital. I. p. 70) steht der Veronica Anagallis L. sehr nahe, aber sie ist in allen Theilen kleiner und zarter, die Blätter sind schmal, lineal-lanzettlich, die Trauben- und Blüthenstiele, Kelche und Kapselränder gewöhnlich zerstreut, drüsig behaart, die Kapseln oval, länger als die Kelchzipfel.

Veronica anagallis ist dagegen in allen Theilen kahl und die Kapseln sind rundlich, nur so lang oder kürzer als die Kelchzipfel. Mir scheint sie gleichwohl nur das Erzeugniss schlammiger,, halbausgetrockneter Lachen, aber keine rechte Art zu sein. Nach Koch Syn. p. 603 wächst sie in Deutschland nicht, und in DC. Prodr. X. p. 468 wird sie nur als ein Bürger der Flora mediterranea angegeben, doch vermuthet Bentham, dass sie wahrscheinlich auch an andern Orten vorkomme und bisher nur beständig mit V. Anagallis verwechselt worden sei. Um Wien ist sie nicht selten; ich fand sie um Perchtholdsdorf schon im Jahre 1835 und heuer sehr häufig bei Achau und Laxenburg, hielt sie aber damals und halte sie auch Jetzt nur für eine schmalblättrige Varietät der V. Anagallis.

Herr Ed. Suess übergibt das vom Verfasser, dem Vereins- mitgliede Herrn Th. Davidson in London, für den Verein ein- gesendete, letzterschienene Heft der Monographie brittischer Brachiopoden und deutete auf die zahlreichen neuen Beobach- tungen über den innern Bau dieser Thiere hin, die in diesem um- fassenden Werke enthalten sind.

So sind in dem eben erschienenen Hefte vor Allem die Entdeckungen, die bei der Untersuchung des Geschlechtes Argyope gemacht worden sind, von der entschiedensten Wichtigkeit. Hatte man bisher bei diesem Geschlechte statt der Arme nur eine am Grunde des Mantels angebrachte Reihe von Wimpern zu sehen geglaubt: so zeigt Davids on Jetzt, dass diese Reihen von Wimpern selbstständige Arme seien, auf einer musculösen Scheibe hefestigt, zwischen welcher und der Innenseite des Manutels sich eine zarte, kalkige Apophysis befindet, die vollkommen den Kalkschleifen der sogenannten re- gulären Brachiopoden entspricht. Hiermit fällt denn auch Alles, auf das sich die Errichtung einer Subelassis unter dem Namen der Brachiopodes cirrhides gründen liesse, wie sie in letzterer Zeit von französischen Gelehr- ten versucht worden ist. Die Frage über die systematische Stellung der Rudisten, einer zahlreichen Gruppe von Mollusken, die man an diese Bra- chiopodes cirrhides angeschlossen hatte, tritt durch die Auflösung dieser Brachiopoden-Abtheilung in eine neue Phase.

Zu dem Geschlechte Kingena, das vor Kurzem von demselben Verfasser für lebende Formen errichtet worden ist, wird hier die Terebratula lima Defr. gebracht, eine der bekanntesten Arten der Kreideformation. Die

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Beobachtungeu über das Geschlecht Magas, zum Theile schon seit längerer Zeit als ein Muster von Genauigkeit bekannt, finden sich in demselben Hefte ausführlich zusammengestellt. |

Der Herr Vereinssecretär F. G. Frauenfeld übergibt einen Fascikl Pflanzen, welche das Vereinsmitglied Herr Fr.Hillebrand, k. bot. Gärtner am oberen Belvedere mit folgenden Bemerkungen eingesendet hatte.

Ich erlaube mir, der hochgeehrten Versammlung 38 Arten seltener und wenig gekannter oder hybrider, und sonst mir zweifelhafte Pflanzen zur nähern Untersuchung vorzulegen, welche ich theils mit unserm verehrten Mitgliede Herrn Grafen Joh. Zichy auf mehreren botanischen Excursionen gesammelt, theils im k. bot. Garten im obern Belvedere gezogen habe.

Zuerst Corydalis capnoides, in mehreren botanischen Werken un- richtig beschrieben, indem viele Autoren entweder €. ochroleuca darunter verstehen, oder auch beide mit einander vereinen, während sie zwei bestimmt verschiedene Arten sind. Sturm, der in der Flora Deutschlands, wo sie als ausländisch bezeichnet ist, eine Abbildung von ihr gibt, bemerkt schon, dass die deutschen Schriftsteller gewöhnlich diese C. ochroleuca als C. capnoides bezeichnen, und sie fälschlich für Fumaria capnoides L. nehmen!

Linnde, der sie anfangs mit Fumaria lutea vermischte, hat sie später sicher und scharf geschieden. Koch führt sie erst in seiner zweiten Ausgabe der Flora Deutschlands und der Schweiz an steinigen, festen Orten im obern Tefereken im Pusterthale an der obern Grenze der Cerealien und weiter hinauf an. Nach ihm ist sie daher für uns einheimisch, während sie bei Sturm noch als sausländisch erscheint. Vor zwei Jahren kam diese Pflanze im k. bot. Garten der Flora austrica im obern Belvedere vor, ohne dass ich sagen kann, wie sie daselbst hingekommen sei; entweder als Pflänzchen mit andern in der Monarchie gesammelten und daselbst ver- seizien Pflanzenstöcken, oder durch ein in der Erde mitgekommenes Samen- korn. Sie fiel mir durch ihr von C. ochroleuca, der sie allerdings sehr ähnlich ist, etwas abweichendes Aussehen auf, und ich fand sie mit Sturm’s Abbildung vollkommen übereinstimmend. Nur wäre in der Beschreibung noch zu bemerken, dass unsere Pflanze am Boden ausgestreckt liegt, sehr arm blüht, und die Blumen sehr klein sind, während C, ochroleuca aufrecht steht, reichlich und mit grössern Blumen blüht, wodurch sie sich schon auf den ersten Anblick unterscheidet.

Silene Saxifraga und petraea : Ebenfalls theils wenig, theils ver- kannte Arten. Ich cultivire beide seit längerer Zeit im Garten, hatte daher Gelegenheit, sie zusammen zu beobachten.

Host in der Fl. austr. beschreibt sie ziemlich genau, hätte jedoch noch angeben sollen, dass bei S. Saxifraga die Nägel den Kelch weit über- ragen, und die Petalen sich bald nach dem Aufblühen nach unten zusam-

17 men rollen, während die Blumenblattspreite bei 8. petraea auf dem Kelche aufsitzt, und nicht, wie bei ersterer, sich nach unten zusammenrollt, sondern ausgebreitet bleibt. Uebrigens gibt Host gauz richtig au, dass S. Saxrifraga klebrig ist, was bei S. petraea nicht der Fall.

Sempervivum arenarium bei Tweng, am Fusse des Radstadter Tauern in Salzburg, kommt dort in Menge an der Strasse vor, und ich begreife nicht , wie diese Pflanze so lange unbemerkt bleiben konnte. Koch giht sie bloss in Tirol bei Autholz im Brunecker- und im Pusterthale an.

Sempervivum arachnoideum var., bei Tamsweg in Salzburg.

Gentiana glacialis , Kirchhof des Radstadter Tauern, 5000° hoch. Alle Botaniker erwähnen das von dort ebenfalls vorgelegte Lomatogoniun: carinthiacum, Niemand nennt aber G. glacialis, die doch viel häufiger da- selbst ist.

Gentiana obtusifolia, Fuss des Hochschwab, G. Germanica, Baden bei Wien, und @. amarella, aus Samen von Hamburg im Garten gezogen.

Campanula rotundifolia, zwei Kormen vom Zinken, bei Sekau in Steiermark, und eine dritte vom Hals bei Pottenstein. Bei dieser zwar höchst veränderlichen Art, dürften doch durch längere Beobachtung in der Cultur sich noch einige unerwartete Resultate ergeben.

Galeobdolon luteum, mit gefieckten Blättern von der Singerin im Schwar- zathal, und ungefleckt vom Hengst bei Buchberg. Sollten bloss die Flecken, die jedoch durchaus nichts Kränkliches zeigen, die Schmächtigkeit der Pflanze und ganz veränderte Zähnelung der Blätter bedingen ?

Primula minima. Granitform vom Zinken bei Sekau, wie auch auf dem Grubetschek bei Salzburg. Die Blumenröhre ragt weit über deu Kelch heraus; die Blume ist von sehr zarter Beschaffenheit, und wird bald nach dem Auf- blühen leicht vom Winde abgeweht, wo hingegen die viel derberen Blumen der P. minima vom Kalkgebirge fest auf dem Kelche aufsitzen.

Cardamine parviflora. Radstadter Tauern.

Echium vulgare. Eine Monstrosität. Vöslau.

Cirsium Chaitleti. Moosbrunn. :

Onopordon, eine Hybride zwischen O. acanthium u. O., illyricum ,„ und

Centaurea, eine Hyhride zwischen €. paniculata und C. splendens, aus dem Garten.

Corydalis lutea, und Epimedium alpinum, ebenfalls aus dem Garten.

Vicia oroboides, Wulff. Untersberg in Oesterreich,

Riccia crystallina, neugegrabenes Flussbeit der Wien in Wien.

Grimaldia fragrans, nächst Petersdorf zwischen Föhrenberg und Sattel, von mir i846 daselbst entdeckt.

Geum reptans, vom Reichart in Steiermark.

Paederota ageria, zwei sehr verschiedene Formen und Alyssum Wierz- bizkii, sämmtlich aus dem Garten.

18 Weiters liest Herr G. Frauenfeld folgende, von Herrn J. Mann eingegangene Noliz:

Lithosia depressa und helveola sollen nach Herrn Schreiner's Beobachtungen (Stett. entomol. Ztg. 1852, p. 101) die beiden Geschlechter Einer Art sein, wie auch Herr J. Lederer in den zool. bot. Vereinsbe- ‚richten, II. Anhang p. 126 bemerkt. Ich muss, gestützt auf mehrjährige Er- Fahrungen, die mich entschieden das Gegentheil anzunehmen bestimmen, und welche ich mir hier mitzutheilen erlaube, diese Angabe als ungegründet be- zeichnen. h

Zu Reichstadt in Böhmen , wo ich in den Jahren 18298 1836 mit vielem Eifer auch die grössern Schmetterlinge sammelte und aus Raupen z02,-bot mir der dortige sogenannte Thiergarten ein reiches Feld für diese Beobachtungen. Die grosse Menge von Laub- und Nadelhölzern, von Sträu- chern, die Ueppigkeit des Pflanzenwuchses, die mannigfaltige Abwechslung von Bergen, Thälern, trockenen und nassen Plätzen auf einem verhältniss- mässig geringen Raum eignet diesen Orten ganz besonders für Schmetterlinge zur Fundgrube. Er war daher häufig von mir besucht, und ich fand obige beiden Schmetterlinge, welche ich zeitlich am Morgen, oder bei sanftem Regen während des Tages die jungen Fichten abklopfte, in manchen Jahren zu Tausenden, häufig in Begattung, nie aber-vermischt, stets nur depressa mit depressa, und helveola mit helveola begattet. Ueherdiess erscheint de- pressa um Einen Monat früher als helveola.

Im Jahre 1831 klopfte ieh von jungen, jedoch stark bemoosten Fichten eine Menge mir unbekannter Raupen, die ich mit den Klechten dieser Bäume fütterte. Anfangs Juni verpuppten sie sich in den unter dürrem Moose be- reiteten Gehäusen, und lieferten Anfangs Juli L. depressa in beiden Ge- schlechtern. L. heiveola, deren Raupe ich nicht fand, erschien immer von Anfang bis Ende August, wo sich nur sehr selten mehr eine depressa zeigte, recht häufig.

Dieses Verhalten der Geschlechter und der Flugzeit bewährte sich mir auch in der Wiener Gegend, wo ich z.B. hinter dem Orte Mauer im Gemein- dewalde an Taunen, sowohl die erstern Anfangs Juli als letztern im August his September in beiden Geschlechtern fing.

Eine von Hrn. Pluskal, aus Lomnitz in Mähren, eingesen- dete Phanerogamenflora dieser Gegend siehe in den Abhandlungen.

Endlich zum Schlusse liest Hr. G.. Frauenfeld die von Hrn. Prof. Petter aus Spalato eingesendete Uebersicht in Bezug auf die botanische Erforschung Dalmatiens : |

Dalmatien war bis zur zweiten österreichischen Occupation in botani- scher und überhaupt in naturgeschichtlicher Beziehung eine Terra incognita. \as man von seiner Flora und Fauna bis dahin gekannt hatte, waren nur

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fragmentarische Notizen von Reisenden, welche das.Land Nüchtig durchzo- gen und auch nicht immer richtig beobachtet hatten. Selbst die alten Ra- gusaner, welche sich in der slavischen Literatur einen ehrenvolien Platz errungen hatten, liessen das Feld der Naturgeschichte immerfort brach liegen. Hr. Franz v. Portenschlag-Ledermayer, welchem die Ehre zu Theil ward, weiland Kaiser Franz]. und dessen Gemahlin Carolina Augusta auf ihrer, in den Monaten Mai und Juni 1818 nach Dalmatien unternommenen Reise begleiten zu dürfen, war der Erste, welcher durch die botanischen Schätze, welche er dort gesammelt und nach Wien mitgebracht hatte, die Aufmerksamkeit der Botaniker auf dieses Land gelenkt hatte. Die im Hormayer'schen Archive für Geschichte, Statistik u. s. w., Jahr- gang 1824, veröffentlichten Notizen über die botanische Ausbeute dieser Reise liessen ahnen , dass noch viele weitere Entdeckungen zu machen seien. Nach Portenschlag kam Herr FE. S. Bartling, dessen Forschun- gen sich aber hauptsächlich auf die quarnerischen Inseln, und das sie umgebende Litorale beschränkten. (De Litoribus ac insulis maris Liburnici. Dissertatio geographico - botanica. Haunoverae 1820, ferner „Beiträge zur Botanik‘ von F. G. Bartling und H. I. Wendland, Göttingen 1825.) Gleichzeitig wirkte für die botanische Erforschung des Landes sehr thälis Herr J. M. Tommasini, welcher seine staatsdienstliche Laufbahn in Zara begonnen, dann als Kreiscommissär nach Spalato, im Mai des Jahres 1827 in gleicher Eigenschaft nach Cattaro versetzt wurde, wo er nicht viel über Ein Jahr verblieb, und schon im folgenden Jahre 1828 als Assessor des politisch-ökonomischen Magistrates nach Triest, seine Valerstadt, sich be- gab, wo er noch ist, und das ehrenvolle Amt eines Podestäa (Bürgermeisters) verwaltet. Tommasini hatte Hrn. Host eine Menge Pilauzen geliefert, von welchen man nicht wusste, dass sie im Flora-Gebiete der österr. Mon- archie vorkommen und darunter auch neue, welche Host in seiner Flor« austriaca beschrieben hatte. Im Sommer des Jahres 1828 führte die militäri- sche Bestimmung den jetzt auf seiner Besitzung in Gratz in Ruhestand le- benden Herrn F. Z. M. Baron Welden nach Dalmatien ,„ welcher bis Mai 1830 daselbst verblieb. Derselhe hat Hrn. Reichenbach in Dresden eine Menge Pflanzen und botanische Notizen geliefert, welchen wir in seiner treffllichen Flora yermanica excursoria begegnen. Ausserdem hat sich der- selbe ein mit jedem Frühling sich erneuerndes Denkmal der Erinnerung da- durch geschaffen, dass er auf eiırer östlichen Bastion der Provinzial- Haupt- stadt Zara einen kleinen Volksgarten angelegt hatte, welcher jetzt der Sammelpunct der Elite der Gesellschaft von Zara ist, und eine ungemeine Wohlthat für die an Spaziergängen und Naturreizen arme Stadt ist; so wie er auch den nackten Gratzer Schlossberg in einen schattigen Hain um- geschaffen hat. Das-Jahr 1825 hatte Herrn Franz Neumayer aus Wien nach Ragusa geführt. Derselbe war mit tüchtigen Kenntnissen ausgerüstet, und hat sich um die Flora und Fauna des Landes zrosse Verdienste er- worben, Er starb zu früh für -die Wissenschaft am 12. September 1842.

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Prof. Petter in Spalato hat in,.der „botanischen Zeitung von Regensburg,“ Jahrgang 1834, Nr. 16, einige biographische Notizen über diesen etwas bizarren Mann geliefert. Der Mai des Jahres 1841 brachte Herrn Dr. Wilh. Ebel aus Königsberg. Seine botanische Thätigkeit beschränkte sich aber srösstentheils auf Montenegro, wie in seinem Werkchen: „Zwölf Tage in Montenegro, Königsberg 1844,°° nachgelesen werden kann. Es ist dieses ein mit grossem Kleisse und vieler Sachkenntniss verfasstes Büchlein. Als Stern erster Grösse am botanischen Horizont Dalmatiens, glänzt Se. Maj. Friedrich August, König von Sachsen, welcher in Begleitung des Herrn Biasoletto aus Triest, im Jahre 1838, Dalmatien und Montenegro bereiste. Herr Biasoletto hat diese Reise in einem Werke beschrieben, betitelt: „„Relazione del viaggio fatto nella primavera dell’ anno 1838 dalla Maesta Federico Augusto di Sassonia_ nell. Istria, Dalmazia e Montenegro 1841. Auch Prof. Petter sprach über diese Reise in der Regensburger Flora 1839, I. Bd., S. 55 63. Biasoletto hatte Dalmazien schon früher und zwar im Jahre 1829 besucht und den Pflanzen spendenden Berg Biokovo erstiegen. Im Jahre 1845 beglückte Se. Maj. der Sachsenkönig Dalmatien zum zweiten Male mit seiner Gegenwart. DiesesMal beschränkten sich jedoch dessen. botanische, Excursionen nur auf das Kreisgebiet Zara. Im Jahre 1840 bereiste Herr Dr. Clementi, damals Adjunet des botanischen Lehr- faches in Padua, Dalmatien, und besuchte alle in botanischer Beziehung interessanten Theile des Landes. Eine andere hervorragende Erscheinung war jene des Herrn Richard Chandler Alexander aus England, welcher im Jahre 1843 mit Anfang April kam, und bis halben Juni blich. Er durchforschte emsig die Gegend um Spalato, Lesina und Ragusa. Er be- reiste hernach Unter -Italien, Sicilien und die Schweiz. Die unersättliche botanische Wissbegierde dieses Mannes, den man die personificirte Bolanik nen- nen möchte, führte ihn in ausser-europäische Regionen. Er botanisirte zwei Jahre auf dem Cap der guten Hoffnung, neun Monate in Jamaika, und eben

so langein Nord-Amerika. (Notiz von Prof. Petter im „botanischen Wochen-

hlatte‘‘ des Hrn. Skofitz von 1852, Nr. 22.) Auch der seit dem Jahre 1851 in der kühlen Erde ruhende würdige botanische Veteran Link verschmähte es nicht, Dalmatien mit einem Besuche zu beehren. Im Jahre 1832 erschienen

hei Gebr. Battara in Zara zwei botanische Werkchen, nämlich die „Flora .

jadrensis‘‘ (Flora von Zara) von Prof. And. Alschinger daselbst, und der „Botanische Wegweiser in der Gegend von Spalato‘“ von Prof. Petter alldort. Letztgenannter veröffentlicht in dem „‚Botanischen Wochenblatte‘ des Hrn. Alex. Skofitz in Wien 1852, unter der Aufschrift „Insel- Flora von Dalmatien‘ eine Aufzählung der nach Hrn. Math. Botteri auf der Insel Lesina vorkommenden Pflanzen, welche gleichfalls ein schätzbarer Beitrag zur Kenntniss der dalmatinischen Litoral- Flora ist.

Bei solchen Vorarbeiten war die Verfassung einer Special-Flora Dal- matiens für den Fachmann keine schwierige Aufgabe mehr. Herr Professor Visiani in Padua hat sie seiner selbst und der Wissenschaft würdig ge-

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löst» Das I. Heft erschien im Jahre 1842, das IV. und letzte im Jahre1852, (Leipzig hei Hofmeister). Der Verfasser ist ein geborner Dalmatiner aus Sebenico, wo dessen Vater praktischer Arzt war. Er hatte schon zur Zeit, als er Adjunct der Lehrkanzel der Botanik in Padua war, in seinem Werk- chen : „,Stirpium dalmaticarum specimen. Padua 1826,‘ Proben seines bota- nischen Forschungsgeistes gegeben. In sein Vaterland zurückgekehrt, war er zuerst Districtsarzt in Budna, im Kreise Cattaro und dann in gleicher Eigenschaft in Dernis, einem Marktflecken zwischen Sebenico und Knin. Im J. 1833 übernahm er die Lehrkanzel der Botanik an der Universität zu Padua. Ausser den genannten Botanikern, wurde er noch kräftig von seinen Lands- leuten, Alois Stalio, gegenwärtig Director der Real- und Elementarschulen iu Spalato, Hr. Matth. Botteri, Mitglied der Gemeindeverwaltung in Lesina, und Herrn Dr. Jur. Dominik Papafava, Notarius publicus in Zara, unter- stützt. Stalio und Botteri machten sich insbesondere um die Kenntuiss der dalmatinischen Inselflora verdient. Visiani ist auch nichb frei von der Manie lebender Botaniker die Pflanzen umzutaufen und sogar die Gattungen. In diesem Puncte bin ich mit dem, was Herr Peterstein in seinem Auf- satze im „Botanischen Wochenblatte‘‘ von 1852, Nr. 47, betitelt: „Eine Schattenseite bei dem jetzigen Zustande der Botanik‘“ gesagt-hat, ganz ein- verstanden. Da sich Herr Visiani mehrmals nur au einzelne Exemplare von Pflauzen, die ihm eingesandt wurden, gehalten hat, die aber später von keinem andern Botaniker gefunden wurden, so dürften manche neue Arten, wegfallen, so wie er selbst schon über machen Irrtbum zurückgekommen ist. Visianis Flora aber hat noch einen andern wesentlichen Fehler, und dieser ist der zu hohe Preis, welcher die Anschaffung derselben nur Be- mittelten gestattet. In dieser Beziehung wird die „Flora germanica excur- soria““ des Hrn. Reichenbach stets den Vorzug behaupten, weil sie we- nig kostet und das Format sehr bequem ist,

Aus vorstehender Darstellung ist ersichtlich, dass die Kenntniss der dalmatinischen Flora, mit Ausnahme des Hrn. Visiani, das Resultat deut- schen Fleisses und deutschen Forschungsgeistes ist, was auch von der Fauna Dalmatiens gesagt werden kann. Die. dalmatinischen Pflanzen sind durch die Versendungen der vielen Tausend Exemplare, welche die Herren Botteri in Lesina und Prof. Petter in Spalato gemacht haben, so sehr verbreitet, dass sie in keinem grössern Herbarium Deutschlands und Frauk- reichs mehr fehlen werde. So viel aber auch bisher geschehen ist, so darf man dennoch nicht glauben, dass es für die Nachkommenschaft in Dalmatien nichts Neues mehr zu entdecken gäbe. In den Jahren 1833 bis 1839 inclusive, befand sich der Forstbeamte Hr. Jos. Kargl, ein geborner biederer Wiener, in Daimalien. Er hatte die ämtliche Mission, den Zustand der dalmatinischen Forste zu untersuchen und der Regierung Bericht hierüber zu erstatten and

- zugleich Vorschläge zur Organisirung des noch immer unbeachtet darnieder liegenden Forstwesens zu machen. Er bereiste Gemeinde für Gemeinde , er- stieg die meisten Berge längs der türkischen Grenze und durchwanderte die

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sebirgsthäler. Er hatte auf dieser Wanderung allerlei Pflanzen gesammelt, und Hrn. Visiani eingeliefert, welche vor und nach ihm kein Anderer ge- funden hatte. Allein er kam nur einmal in ein und dieselbe Localität, Wür- den diese Berge zu verschiedenen Jahreszeiten durchsucht werden, so würde der Botaniker manchen interessanten Kund machen, Hr. Kargl verliess Dalmatien und wurde als Forstinspector zuerst nach Bassano und dann nach Vicenza versetzt, soll aber dem Vernehmen nach, bald nach dem ersten Angriffe der kaiserlichen Truppen im Mai 1848, die Stadt verlassen haben, und gegenwärtig in der Steiermark angestellt sein.

Die Cryptoyamie Dalmatiens ist mit Ausnahme der Algen noch immer ein Brachfeld. Es hat sich der Maun noch nicht gefunden , der die erfor- deiliche Begabung besitzt, dasselbe mit Geschick zu bearbeiten. Um die Erforschung der suhbmarinen dalmatinischen Flora gebührt zunächst dem rühmlich bekannten Algologen, Hrn. Friedrich Kützing, gegenwärtig in Nordhausen ,„ volle Anerkennung». Derselbe hielt sich im Frühjahr 1834 meh- rere Wochen in Spalato auf. Herr Med. Dr. Johann Zanardini, gegen- wärtie praktischer Arzt in Venedig, verweilte im Jahre 1841 ein paar Wo- chen in Spalato, um nach Algen zu forschen. Nach ihm kam im Jahre 1844 gleichzeitig mit Hrn. Link, der Hr. Prof. Meneghini, damals Professor in Padua, gegenwärtig politisch-compromittirter Flüchtling und als Profes- sor in Pisa angestellt. Sowohl Zanardini als Meneghini haben über die dalmatinischen Algen geschrieben. („Alghe italiche e dalmatiche illu- strate dal prof. G. Meneghini. Podova 1842.) Beide haben mehrere neue Genera und noch weit mehr neue Species aufgestellt, sind aber theils durch sich selbst, theils durch Andere darauf gekommen, dass sie oft falsch gesehen hahen. Bei Algen ist es schwer, die Gattungscharactere scharf von einander zu unterscheiden und mit voller Bestimmtheit sagen zu können, diese Alge ist ihren Merkmahlen nach von einer audern verschieden und daher als eine neue Species zu betrachten. Man muss die Algen nehmen, wie man sie findet, mit und ohne Frucht. Man kann sie in ihren Entwicklungsstufen nicht beobachten, wie die ausser dem Meere lebenden Pflanzen. Da die genanuten beiden Algologen nur wenige Tage in Dalmatien waren, so konnten sie nicht selbst beobachten, und haben nur getrocknete Exemplare untersucht und bestimmt, welche ihnen von Andern aus Dalmatien eingesandt wurden. Durch das Pressen aber werden manchmal Organe zerstört, die sich nachher nicht wieder erkennen lassen.

An der Kenntniss der submarinen Flora Dalmatiens haben sehr thätig mitgearbeitet, die Herren Joh. Bapt. Sandri,.-Sanitäts-Beamter, gegen- wärtig pesionirt und in Zara lebend, Hr. Notar Papafava, ehendaselbst, Hr. Vincenz Vidovich, Sanitäts - Beamter in Sebenico, und der unermüd- liche Botteri in Lesina. Jedem von ihnen gebührt ein ehrenvoller Antheil Alle sind Eingeborne des Landes.

Da nach dem reformirten Studienwesen seit 1849 auf allen Gynna- sien die Naturgeschichte vorgetragen wird; so ist zu hoffen, dass der dadurch

23 ausgestreule Same in den jugendlichen Gemüthern hier und da keimen und als erschaffender und wirkender Geist in das Leben treten werde.

Nach den, in Folge der statutenmässig vorgeschriebenen Wahl der Vicepräsidenten, eingelangten Stimmzetteln und deren während der Sitzung vorgenommenen Zählung wurden die Herren:

Dr. Ed. Fenzt Aug. Neireich, F. R. v. Hauer , L. R. v. Heufler, Vincenz Kollar, Jakob Hekel als Vicepräsidenten für das Jahr 1853 bezeichnet.

Wegen Mangel an Zeit konnten mehrere angekündigte Vorträge nicht mehr gehalten werden, und dieserhalb wurde eine ausseror- dentliche Sitzung am 19. Jänner festgesetzt.

——

Versammlung am 19. Jänner 1853.

(Fortsetzung der Versammlung am 5. Jänner 1853.)

Herr L. R. v. Heufler theilt mit, dass er einen Aufsatz über die Flora der Moldau durch gütige Vermittlung des Herrn E. v. Hormuzaki erhalten habe, und empfiehlt denselben zum Drucke. Er macht darauf aufmerksam, wie nothwendig es sei, auch die Nach- barfloren in's Auge zu fassen, wobei er diese um so interessanter

glaubt, als über selbe noch nichts bekannt sei.

Der Aufsatz ist von Hrn. J. Edel, aus Aschaffenburg in Baiern, der auf’Veranlassung des Herrn Vicepräsidenten der naturforschenden Gesellschaft in Jassy, Herrn J. Chr. v. Czihak, auf Kosten der Gesellschaft die Moldau botanisch durchforschte. (8. Abhandlungen.)

—_ an

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Herr Dionys Stur übergibt ein Packet mit 140 Arten alpiner, und seltener der Ebene angehörigen Pflanzen, gesammelt in den Jahren 1851 und 1852, nebst Beobachtungen unter Erläuterung der beigegebenen geognostischen Durchschnitte über den Einfluss der , geognostischen Unterlage auf die Vertheilung der Pflanzen. (Siehe Abhandlungen.)

Herr Dr. Schiner theilt mit, dass er im Vereine mit Herrn Dr. Egger fortlaufend dipterologische Fragmente liefern werde. In dem heute Vorgetragenen sind zwei neue Arten aus der Familie der Syrphiden behandelt. (Siehe Abhandlungen.)

Prof. A. Pokorny theilt dem Vereine Bemerkungen über seine zoologische Ausbeute mit, welche er im vorigen Jahre in den Höhlen des Karstes gemacht:

Bekanntlich hat Herr Dr. A. Schmidl in den vorjährigen Herbst- ferien eine abermalige Expedition zur Erforschung der Karsthöhlen unter- nommen. Ich hatte mich derselben angeschlossen, vorzugsweise in der Ab- sicht, die Organismen, welche jene unterirdischen Räume bewohnen , die thierischen sowohl, wie die pflanzlichen, aufzusuchen und ihre Verbreitung so genau als möglich zu beobachten. Bereits sind unter Andern, namentlich durch die Bemühungen der Herren F. Schmidt und J. Freyer in Lai- bach ,„ und neuerlich (1845) durch den Dänen Schiödte werthvolle Beiträge zur unterirdischen Fauna geliefert worden. In den Sitzungen, so wie in den Schriften unseres Vereines selbst finden sich zu wiederholten Malen die höchst genauen Beobachtungen unseres hochverehrten Präsidenten, Fürsten Khevenhüller-Metsch, niedergelegt, welche Dr. Schiner (im I. Bde. S. 49) und der Fürst selbst (im II. Bde. S. 42) mitgetheilt hat. Herr Miller hat einen neuen, interessanten Fund daselbst (im i. Bde. S. 131) als Adelops Khevenhülleri beschriebeu und abgebildet. Während von so verschiedenen Seiten die Fauna der Karsthöhlen Berücksichtigung fand, wurde die unterirdische Flora bisher fast ganz vernachlässigt. Nur . der Alles umfassende Beobachtungsgeist eines ältern, hochverdienten, vater- ländischen Forschers , des rühmlichst bekannten J. A. Scopoli, führt be- reits in seiner ‚‚Flora carniolica“ einige merkwürdige Formen unterirdischer Gewächse der Karsthöhlen an, so wie derselbe auch in den „„Dissertationes ad historiam naturalem pertinentes. Pars I., Prag 1772, unter der Autf- schrift: „plantae subterraneae descriptae et delineatae,‘‘ lange vor A. v. Humboldt und Hoffmann eine Beschreibung und Abbildung zahlreicher, in Österreichischen Bergwerken vorkommender unterirdischen Pflanzenformen gab. Wenn daher noch neuerlich (1852) in Schmarda’s geographischer

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Verbreitung der Thiere in der Note, welche im I. Bde., S. 102 von den un- terirdischen Thieren der Grotten Krains und Istriens handelt, nebenbei eine Schwammform (Byssus fulvus, worunter unstreitig Ozoniumn auricomum Bink gemeint ist), als die einzige Pflanze angeführt wird, welche in den Höhlen sich vorfindet, so ist diess nur ein Beweis, welche geringe Aufmerk- samkeit auf die unterirdischen Pflanzenformen daselbst in neuerer Zeit ver- wendet wurde. Nächst Scopoli hat meines Wissens nur uoch Dr, F, Welwitsch, dem Oesterreichs Kryptogamen-Flora so manchen Beitrag verdankt, die Karsthöhlen in botanischer Beziehung etwas genauer durch- forscht, wie seine im Herbarium des k. botanischen Museum aufbewahrte Sammlung bezeugt. Als Botaniker wurde ich desshalb bestimmt, vorzugs- weise auf die bisher vernachlässigten unterirdischen Pflanzenformen zu achten, ohne indess das animalische Leben gänzlich unberücksichtigt zu lassen.

Ich erlaube mir nun vorläufig, das Wenige, was ich von der unter- irdischeu Fauna sammelte und beobachtete, dem Vereine mitzutheilen. Zu- gleich bemerke ich, dass ich die Bestimmung meiner Ausbeute der Güte des Herrn Dr. Redtenbacher verdanke.

Meine Beobachtungen in dieser Beziehung beschränkten sich nur auf zwei , ohnehin schon sehr bekannte Localitäten, nämlich die Adelsberger Grotte und das Höhlenlabyrinth von Lueg.

In der Adelsberger Grotte fallen gleich am Anfange zahlreiche Fleder- mäuse auf, welche bei Tage sich in den Klüften versteckt halten, kurz nach Sonnenuntergang aber schon ihre Ausflüge vor der Grotte beginnen. Nach einem mitgebrachten Exemplare gehören sie der Hufeisennase (Rhinolophus ferrum equinum) an. Es steht aber noch dahin, ob nicht auch noch andere Arten dieser nächtlichen Thiere, deren Spuren man bis an den äussersten Endpunct der Grotte verfolgen kann, daselbst vorkommen. Gleich in dem von der Poik durchströmten Neptunsdom hat nach den oben citirten Berichten Se. Durchl. Hr. Fürst Khevenhüller-Metsch zwei Dipteren (Chiro- nomus viridulus und Baetis bioculata) nebst einer Schnecke und nicht weit davon den seltenen Pristonychus Schreibersii gefunden. Ich war nicht so glücklich; aber in der langen Strecke der obern Grotte von da bis zum Calvarienberge, welche der Fürst als ganz leer von Thieren schildert be- merkte ich vor dem Tanzsaale an faulen Holzstücken, die abseits vom Wege in einem Winkel lagen, den krebsartigen Niphargius stygius Schiödte, und eine Spinne, welche mir, der wenig geübt im Fange solcher Thiere ist, entwischte. Am Calvarienberge wird vom Fürsten der Leptodirus Hohen- wartii mit dem Obisium longimanum und der Stalita taenaria angegeben ; selbst eine Art Zecke, zwei Heuschrecken und die Knochen von grösseren Säugethieren entgingen seinem Scharfblicke nicht. Obwohl ich in den tiefsten Schluchten des Kalvarienberges umherkletterte, so konnte ich doch nur zwei kleine Fliegen aus der Gattung Sciara, die sich nicht näher bestimmen liessen, und beim Zerbrechen eines faulen Baumstrunkes mehrere weisse, kleine Würmer, der Gattung Angwillula sehr ähnlich, entdecken. Jener

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Seitenarm der Grotte, welcher von hier gegen den sogenannten Tropfbrunnen und den Tartarus sich erstreckt und der erst zum Theile gangbar gemacht worden ist, erwies sich mir als völlig leer an thierischen und pflanzlichen Organismen, wahrscheinlich wegen Mangel an Holztrümmern. In der, ge- wöhnlichen Besuchern unzugänglichen Johannisgrotte, hatte ich das Ver- snügen, auf den blendendweissen Stalaktitenwänden drei ganze Exemplare und mehrere Bruchstücke des Leptodirus Hohenwartii Schmidt, so wie auch eine schneeweisse Assel (Tithanetes albus Schiödte) zu entdecken.

Ungleich reicher an organischen Wesen als die viel besuchte und durchsuchte Adelsberger Grotte ist das Höhlenlabyrinth von Lueg, dritthalb Stunden nordwestlich von Adelsberg. Es besteht, so weit man es gegenwärtig kennt, aus fünf etagenartig übereinander gelegenen und theilweise unter sich communizirenden Grotten. Hier findet sich gleich unmittelbar hinter dem ‚bewohnten Schlosse in einer Aushöhlung der Felswand, die nicht einmal ganz dunkel ist und welche bisweilen als Holzkammer benützt worden zu sein scheint, ein augenloser Käfer, Anophthalmus Schmidtii Sturm nicht selten. In der grossen Grotte unterhalb des Schlosses ist ein an Individuen, wie an! en reiches thierisches Leben. Die Zahl der Fledermäuse ist hier wahrlich ungeheuer. (Ihr Mist bedeckt den Boden hier und da mehrere Zoll hoch.) Sie gehören einer Art aus der Familie der Glattnasen an. Gleich beim Eingange, wo noch das Tageslicht hineindämmert, ist ein schneller Lauf- käfer (Pristonychus elongatus D ejean) unter Steinen, die man aufheben muss, ziemlich häufig. Weiter im Gange gegen den Steg zu, hüpften grosse Höhlenheuschrecken (Phalangopsis cavicola Kollar) umher; an den schwarzen, schmutzigen Wänden krochen Spinnen (Epeira fusca W alk.) herum und selbst einen Nachtfalter (Larentia dubitata Tr.) scheuchte das Grubenlicht auf. Jenseits des Steges auf dem Trümmerberge, von dem man durch eine Leiter in die obere Grotte’ gelangt, wurden an Felsen abermals Fliegen und Spinnen, in dem hohen Schlamme, der hier den Boden bedeckt, zahlreiche Regenwürmer und in faulem Holze verschiedene Tausendfüsse wohl bemerkt, aber leider nicht mitgenommen. Aus dem neu entdeckten Theile dieser Bo weiter im Innern, wurde eine AIEBE (Anthomyia mitis Meigen) zurückgebracht. . S

Ohne mich weiter in die Erörterung der Frage einzulassen, inwiefern diese unterirdischen Thiere, als den Höhlen eigenthümlich, oder nur als licht- scheu und hier nur zufällig vorkommend zu betrachten sind, erlaube ich mir noch auf den Grund hinzuweisen, der mich bestimmte, meine geringen Erfahrungen in dieser Beziehung mitzutheilen. Bei der grossen Ausdehnung der schon jetzt bekannten. Grotten und Höhlen des Karsts, so wie bei der stets zunehmenden Entdeckung neuer unterirdischer Räume dürfte auch die unterirdische Fauna noch einen bedeutenden Zuwachs zu erwarten haben, da sich herauszustellen scheint, dass jede Localität, wenn gleich im Ganzen der Charakter derselbe bleibt, ihre besondern, auszeichnenden Typen besitzt. Eine genauere Schilderung des Vorkommens nach Localitäten scheint mir

27 in dieser Hinsicht am zweckmässigsten, sowohl um das Bekannte leichter zu übersehen, als auch namentlich durch die Erforschung neuer Räume die Kenntniss der Verbreitung einzelner Organismen immer mehr zu erweitern. "Wird hierbei nicht bloss auf einige seltene, ausgezeichnete Formen Jagd gemacht, sondern Alles, insbesondere auch die niedrigsten Formen berücksich- tigt, so dürfte die eines so allgemeinen Interesses sich erfreuende unter- irdische Fauna bald noch ungleich vollständiger erscheinen, als jetzt. Möch- ten nur insbesondere jene Mitglieder des Vereines, welche die Höhlen des Karsts gründlicher in faunistischer Beziehung durchforscht haben, als es mir bei der flüchtigen Recognoseirung zweier Localitäten und auch da nur neben- bei vergönnt war, ihre werthvollen Mittheilungen bekannt zu geben, hier- durch bestimmt werden.

Zum Schlusse erlaube ich mir noch die Bemerkung, dass die Höhlen bisweilen auch höhern Thieren als Aufenthaltsort und Zufluchtstätte dienen, So bemerkte iich in Lueg einen Fuchs, welcher sich ins Freie flüchtete und Dr. A. Schmidl gibt an, dass alle Grotten und Höhlen um St. Kanzian ein Lieblingsaufenthalt wilder Tauben sind, insbesondere die sogenannte Lager-Grotte daselbst, welche desshalb nicht nur von Jägern,, sondern bis- _ weilen auch von Falken und Adlern besucht wird.

Herr Dr. S. Reissek ladet die Mitglieder ein, am Schlusse

der Versammlung, das von ihm angefertigte mikroskopische Präparat über das vermeintliche Infusionsthierchen Monas prodigiosa Ehrb. unter dem Mikroskope zu betrachten.

Herr Th. Kotschy beginnt unter Vorzeigung von Abbildungen und getrockneter Pflanzen die Flora der Banater Alpen, die er auf Veranlassung des Freiherrn v. Welden und des Herrn Hof- gartendirectors Schott mehrere Male besuchte, zu besprechen, und wird in nächster Sitzung diesen Vortrag fortsetzen.

Herr A. Kerner trägt über die Vegetationsverhältnisse des Erlaf-Thales in N. Oesterr. vor:

Die grosse Erlaf entspringt aus dem an der österreichisch-steirischen Gränze gelegenen Erlaf-See, vereinigt sich, nachdem sie den Lassing, Oetscher und Gamingerbach aufgenommen, bei Wieselburg mit der hinter Gresden herkommenden kleinen Erlaf und eilt von da in nördlicher Richtung der Donau zu, in welche sie oberhalb Pöchlarn 664° einmündet. Von ihrem Ur- sprunge bis Gamming ist das Thal, welches sie durchfliesst, enge und mehr- fach gekrümmt, erweitert sich jedoch bei letzterem Orte zu dem schönen

A*F

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gewerbsfleissigen Peutenthale und wird nördlich von Scheibbs, wo die Erlaf in das Gebiet des Wiener Sandsteins tritt, zu einer weiten Thalfläche, die, gegen die Donau zu mit niederen Hügeln von Weissstein, den letzten Ausläufern des böhmisch-mährischen Gebirges, eingesäumt wird,

Diese letzte Abtheilung des Thales, die fast gänzlich der Cultur unter- worfen ist, bietet eine höchst monotone, wenig anziehende Flora und nur die grösstentheils aus Salix purpures und incana gebildeten Auen der Erlaf zeigen eine etwas grössere Mannigfaltigkeit und beherbergen auch einige nicht uninteressante Arten, wie z. B. Acorus Calamus, Montia fontana und Iberis amara, welche letztere oft in grossen Herden die Schotterbänke und das Ufergerölle der Erlaf überdeckt. Ganze Strecken dieser Auen sind jedoch mit Petasites officinalis oft so überwuchert, dass sie jede andere Vegetation fast gänzlich unterdrücken. Südlich von Wieselburg beginnt eine dürre, theilweise von Nadelholz bewachsene Alluvial-Ebene, die sogenannte Wie- selburger Haide, die sich bis gegen Scheibbs hinzieht und eine ganz kümmer- liche campestre Flora beherbergt. Höchst auffallend ist, wie der Vegetations- Character dieser Haide plötzlich gegen die Alpen zu eine scharfe Gränze findet und wie eine Menge ganz trivialer Arten, die hier noch häufig vorkommen, dort, wo die das Thal einschliessenden Berge sich näher aneinander drängen, plötzlich verschwinden. Solche sind z. B. Anchusa officinalis, Anemone Pulsatitla und pratensis, Eryngium campestre, Prunella alba und grandi- flora, die schon um Scheibbs fehlen, während doch andere ebenfalls der campestren Flora angehörigen Arten, wie Echium vulgare, Draba verna und Sherardia arvensis, ja selbst solche Pflanzen, die sich überhaupt erst in historischer Zeit in Europa eingebürgert haben, wie Erigeron canadense, Datura Stramonium und Oenothera biennis sich weit in cas Thal hinein erstrecken, und erst dort, wo ein subalpiner Vegetations-Character über- wiegend wird, verschwinden.

Je mehr man sich den Alpen nähert, desto anzieheuder wird die Ve- getation. So bietet uns schon die Umgebung von Scheibbs eine grosse Mannigfaltigkeit an Arten und wir treffen hier das bisher sonst nirgends in Nieder-Osterreich äaufgefundene Muscari botryoides ; insbesondere sind es aber die Ufer der Erlaf, die eine reiche Fülle von Pflanzen, deren eine grosse Anzahl dem Reiche der Alpen angehört, beherbergen. Währeud die aus Kalkbreccie gebildeten Felsen des Ufers Bellidiastrum Michelli, Hieracium porrifolium, Arabis alpina und arenosa, Biscutella laevigata, Campanula caespitosa und pusilla, Thesium alpinum, Globularia cordifolia, Calamintha alpina, Möhringia muscosa beherbergen und mit dichtem Buschwerk von Erica carnea bedeckt sind, finden wir unter den Gebüschen der Auen den schönen Aster salignus Willd., Ranunculus aconitifolius, Petasites albus, Allium ursinum, und einen herrlichen Anblick gewähren uns die mit der prachtvollen Gentiana acaulis und mit Pinguicula alpina und Gentiana verna überzogenen Wiesen beim Pinkerhof nächst Scheibbs. Weniger Ausbeute liefern die dem Markte Scheibbs zunächst liegenden und das Peutenthal einschliessenden Berge,

29

welche die ganz gewöhnliche montane und subalpine Flora unserer Alpen zeigen, von denen ich hier folgende anführe :

Adenostyles alpina Bl.u. Fing. _ Erica carnea L.

== albifrons Rchb. Globularia cordifolia L. Gentiana asclepiadea L. Ilex aquifolium L.

ciliata Diuanthus Armeria L.

= eruciata L. Lonicera alpigena L.

Dentaria enneaphylios Primula acaulis Jacg.

Convallaria verticllata L. Daphne Cneorum L.

Lunaria rediviva L. Veronica montana L.

Cirsium Erisithales Scop. Circaea alpina L.

rivulare Link. Orchis globosa L.

Helleborus niger L. -—— pallens L.

Aconitum Lycoctonum L. variegata All.

Valeriana tripteris L. mascula L.

= montana L. sumbucina L.

Pyrola chlorantka Swarlz. Anacamptis pyramidalis Rich. auniflora L. Herminium Moxrorchis R. Br. secunda L. Spiranthes autumnalis Rich,

Polygala Chamaebuzus L. Platanthera bifolia Rich.

Geranium phaeum L. _- chlorantha Custor.

sanguineum UL. Ophrys muscifera Huds.

Sambucus racemosa L. Cypripedium calceolus L.

Ferner: Primula Auricula und Saxifraga Aizoon bei St. Anton, Cynoglossum montarum und Stachys alpina im Klauswald, Leucoium vernum bei der Weidenburg, und Sagina nodosa heim Töperischen Hammerwerke.

Bemerkenswerth ist hier noch das Vorkommen von Nigritella angusti- folia Rich. auf der Ginselhöhe, einem Berge von nur 2681‘ Höhe.

Mit dem Auftreten der Alpenrose, die wir zuerst bei den sogenannten Thormäuern im Peutenthale finden , nimmt auch die Vegetation einen ent- schieden subalpinen Character an, wie ihn z. B. die Umgebung von Gaming aufweist, und als einer der interessantesten Puncte ist die Mausrodel, über welche sich die Strasse nach Lunz hinaufwindet, und an deren Fusse der Gaminger Bach hervorkommt, zu bezeichnen. Nebst vielen Andern finden wir hier die schöne Salör Seringeana Gaud., glabra und grandifolia S e- ringe., das prachtvolle Lilium bulbiferum Alragene alpina, Ranunculus montanus, Evonymus latifolius, Rhododendron Chamaecistus, Primula spe- clabilis, Potentilla micrantha und Fragariastrum , Valeriana tripteris und montana, Silene alpestris, Euphrasia salisburgensis , Campanula caespitosa

etc. Bei den Thormäuern nächst Gaming finden wir ferner noch die zarte Microstylis monophylios. Dieser Vegetations- Character bleibt sich nun

ziemlich gleich, wenn wir weiter aufwärts, vorbei am Fusse des majestä-

30

tischen Oetschers dem Ursprunge der Erlaf zu wandern. Von grossem In- teresse ist uns hier die Flora des Mitterbacher Moores mit seiner Menge von Torfpflanzen, von denen ich hier Andromeda polifolia. Eriophorum va- ginatum und alpinum, Carex limosa und pauciflora, Primula farinosa, Drosera rotundifolia und longifolia , Vaccinium uliginosum , Oxycocos und Vitis idaea und Betula pubescens nenne,

Eine bei den Österreichischen Botanikern seit jeher berühmte Localität, ist jene enge Felsschlucht, durch welche sich die der Erlaf zufiiessende Lassing in drei Cascaden hinabstürzt und die unter dem Namen des Lassing- falles bekannt, einen grossen Reichthum und die üppigste Fülle von Pflanzen beherbergt. Wir finden hier auf engem Raume zusammengedrängt:

Arabis bellidifolia Rhododendron Chamaecistus

Adenostyles alpina Athamanta cretensis Coronilla vaginalis Hippocrepis comosa Centaurea montana Primula spectabilis Gentiana acaulis Kernera saxatilis Campanula pusilla

== caespitosa Sazifraga rotundifolia

mutata

_ Aizoon Achillea Clavenae Salix glabra Erica carnea Linaria alpina Dryas octopetala Pinguicula alpina Viola biflora

—— hirsutum

Carex firma Aconitum Iycoctonum Atragene alpina Lonicera alpigena Valeriana saxatilis

_ tripteris

—> montana Gypsophila repens Ranunculus montanus Thalictrum aquilegifolium Silene alpestris Potentilla caulescens Heracleum austriacum Petasites niveus Evonymus latifolius Cirsium Erisithales Primula Auricula Euphrasia salisburgensis Beltidiastrum Micheltü.

Die Flora des 5969‘ hohen Oetschers zeigt die grösste Anologie mit jener des Schneeberges, bleibt jedoch an Artenreichthum hinter letzterem zurück. Wir finden auf ihm:

Anemone alpina Aconitum Anthora Arabis ciliata Alsine austriaca Achillea Clusiana

(Clavenae Aronicum Clusü Androsace Chamaejasme

Androsace lactea Agrostis alpina

rupestris Bartsia alpina Cardamine alpina Centaurea fuliginosa Crepis alpestris Campanula pulla

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Campanula alpina Pedicularis verticillata Cortusa Matthioli Primulu minima Chamorchis alpina spectabilis Carex ferruginea Polyyonum viviparum

firma Pinus Pumilio Calamagrostis tenella Phleum alpinum Draba affinis Host. Poa laxa

stellata Ranunculus alpestris Dianthus alpinus = monltanus Erigeron alpinus Rumex alpinus Epilobium alpinum Sagina saxatilis Festuca Halleri Sitene acaulis Gentiana panonica Sazifraga caesid

pumila > aizoides

nivalis I stellaris Gypsophila repens == muscoides Geum montanum Senecio abrotanifolius Hutchinsia alpina Saussurea discolor Heracleum austriacum Soyeria montana Homogyne alpina Soldanella alpina

= discolor pusilla

Hieracium villosum = minima Globularia nudicaulis Statice alpina Juniperus nana Salix reticulata Listera cordata retusa Juncus Jacquinü Thesium alpinum Linaria alpina Thlaspi alpinum Meum Mutellina Valeriana celtica Nigritella angustifolia saratilis Oxytropis montana Viola biflora Petrocallis pyrenaica Veronica aphylio Potentilla Clusiana alpina.

Pedicularis Jacyuinii

Der Vegetatious-Character des kleinen Erlaf-Thales, das hinter Gresden beginnt und sich bei Wieselburg in das Thal der grossen Erlaf verliert, stimmt im Allgemeinen mit jenem des letzteren überein, beherbergt indessen mehrere höchst interessante Arten, die im grossen Erlafthale fehlen.. Als solche sind anzuführen: Crocus vernus auf der Himmelreichwiese nächst Gresden, ferner Anemone trifolia, die von Herrn Beneficianten Paul Ur- linger im Zogelsbachgraben, wo sie an Waldrändern sehr häufig vor- + kommt, aufgefunden wurde Anemone apeninna, die sich in den meisten Obstgärten von Gresden gesellschaftlich mit Anemone nemorosa und ranun- culoides findet *).

*) Vide „Verhandlungen des zoolog. bot. Vereines in Wien. 1. B.p. 186.“

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Ich kann nicht umhin, hier noch einer an botanischen Schätzen un- gemein reichen Localität, nämlich des 5110’ hohen Scheiblingsteins, des nächsten Nachbars des Oetschers, zu erwähnen und aus der grossen Menge der von ihm beherbergten Arten Cortusa Matthioli, Saussurea discolor und die so seltene Anthyllis montana, die sich in der montanen Region seiner nördlichen Abdachung findet, anzuführen. Eigentlich gehört diese Alpe nicht mehr dem Erlaf-, sondern dem noch sehr wenig bekannten Ybbsthale an, aus dessen Bereiche ich noch der Auffindung einer höchst interessanten Pflanze, nämlich des Ranunculus anemonoides Zahlbruckner, die Herr Alois Müller im verflossenen Frühjahre im sogenannten Steinbach nächst Goss- ling in grosser Menge entdeckte, erwähne. Schliesslich muss ich noch den Wunsch aussprechen, dass diese so schönen Alpenthäler künftig das Ziel recht vieler Excursionen der Wiener Botaniker werden mögen und dass auch unser werthes Vereinsmitglied Herr Carl Erdinger in Scheibbs, dem ich die meisten der früher angeführten Mittheilungen verdanke , seine Aufgabe, die Flora dieser Gegenden sowohl, als auch jene der westlich vom Oetscher gelegenen Alpen genau zu durchforschen, lösen möge.

Versammlung am 4. Februar 1859.

Vorsitzender: Herr Vicepräsident R. v: Heufler.

Neu eingetretene Mitglieder:

T Als Mitglied P, T. Herr bezeichnet durch P. T. Herrn

Auerswald Bernh. Lehrer an der Bür-

gerschule in Leipzig - : » + . '. G. Mayr u. G. Frauenfeld. Becker Otto . - . 2 2 2 2.2... Dr. S. Reissek u. G. Frauenfeld. Bendella Arist. v., Dr. Primar-Arzt in

Jasy . 2 2 seta. este. E. Hormuzaky u. Dr. A. Bach. Coronini Carl, Graf. vn . : 2... F. Salzer u. A. Kerxer. Feyerfeil Carl, Prof. der Mathem. am

Josephst. Gymn., Hochw. . + » » K. Mösslang u. K. Doblika. Gallenstein Meinrad v., Gymn.-Prof. in

Klagenfurt . 2 2 8 20 20.0+ Beide Secretäre. Glückselig Aug. Mar., Prof. in Ellbogen A. Sennoner u. G. Frauenfeld, Hormuzaki, Georg v., Gutsbesitzer in

Czernewitze ea. Dr. A: Bach. u. E. Hormuzaky

33

Als Mitglied P. T. Herrn bezeichnet durch P. T. Herrn,

Kaerle Dr. Josef, k. k. Prof. d. or. Spr.

a. d. Wiener Univ.......-ecre..e00 00. R. v. Heufler u. G. Frauenfeld. Kahl Ubald, Ob. Gymn. Prof. in Brüx

Te . Dr. Kahl u. Dr. J. Egger, Kozenn Blas., Suppl. d. Naturg. am Ob.

CIE EIMY.T 2a se anne san . R. Doblika u. G. Frauenfeld. Kuczuran Dr. Georg v., mold. Grossb o-

an, Gutsbes. zu,Jassy ..... ..i,uecieeo Dr. A. Bach u. E.v,Hormuzaky,. Lochmann Johann, Mag. d. Pharm. in

ESS SR 2 ae ala alaiaiene BD oe oe 5 3 Lunkanyi Carl von, in Dedenbure eher A,Rogenhofer u. G. Frauenfeld. Lübscher Cart, in St. Pölten. sen... Jos. u. Ant. Kerner. Marhel Carl, k. k. Oblieut. im

Corps... .\. EEE ERN N . tedehekerataicltells.eie 9 = i“ Pirazzoli Ed., in Imola im Kirchen-

staate.. 3.05 0.0059.09 60.080.008 A. Sennoner u. Dr.D. Fenzil. Punzmann Theod. a NIE HOME zu... Skofiz u. G. Frauenfeld. Sittiy Heinrich, Ob. Gymn. Prof in Te

SCHEN A RATE . Dr. S. Reissek u. Th. Kotschy. Venture Dr. Sebast.......... ....@. Mayr u. Dr. J. Rabl. Zipser Ed., Rect. d. Stadtsch. z zu len

DE 0.4.3.0 RL A ee RE es Dr. Reissek u. Th. Kotschy.

Eingegangene Gegenstände:

Ehrlich Carl: Geogn. Wanderungen im Gebiete der nordöst. Alpen. Linz. 1852. 8. Eingesendet vom Francisco-Carolineum ın Linz. Sennoner Adolf: Zusammenst. d. Höhenmessungen in Böhmen, Mähren und Schlesien. 1852. 4. 2 Hefte. Geschenk des Verfassers. Schaum Dr. H. Bericht üb. d. Leist. im Gebiete d. Entom. im J. 1850. Schluss, Geschenk des Verfassers. Mitth. d.k. k. m. schl. Ges. z. Bef. d. Ackerbaues ete. Brünn. 1852. 4. Schriftentausch. Stabile Gius. Abbate, Fauna eWvetica, Lungano, 1845. 8. und Osservaz. entom. dur, Üeclisse d. 9. Ott. 1847. 8. Geschenk des Verfassers.

DU

34 Wagner Dr. Andr. Beitr. z. Kenntniss urweltlicher Fische. Charakteristik d. aufgef. urwelt. Säugethier-Arten (der Muggen- dorf. Höhlen. Beschr. einer neuen Art Ornithocephalus ete. Beitr. z. Untersch. d. Ichthyosaurus-Arten, sämmtlich aus den Abh. d. k. bayr. Ak. d. Wiss. 1851. 4. Geschenk des Verfassers.

Monatsbericht.d.k. preuss. Ak+ d. Wiss, 1852, 8. 9. 10. Schlosser Dr. Jos. u. L. v. Vukotinovic, Geogr. bot. Reisebericht. Agram. Fol. Geschenk der Verfasser: Lotos, Zeitschr, f. Naturwissensch. Prag. 8. Nr. 4—12. Flora, allg. bot. Zeitung. Rgshbg. 1852. 8. Nr. 13—48. Schriftentausch.

Fleischmann Audr. Uebers. d. Flora Krains. Laib. 1844. 8. Geschenk des Verfassers.

Erstes Programm d. Ob. Gymnas. zu Bozen 1850—51. 4. Ein Paquet Pflanzen aus der Gegend von Triest. Geschenk des Herrn L. R. v. Heufler.

Berichte d. naturwiss. Vereines des Harzes. 1844— 1851. 4. 5 Hefte. Anschluss zum Schriftentausch.

Weeber H. Verhandl. d. Forstsect. f. Mähr. u. Schles. 1. 2. Hft. Brünn. 1852. 4.

Wessely Jos. die Alpen u. ihre Forste. 2 Bde. 8.

Eilfter Bericht des Francisco-Carolineum in Linz. 1850. 8.

Verzeichniss der Glashaus-Pilanzen zu Sichrow. Prag. 1852. 8. -

Zweiter Bericht d. geog. montan, Vereines f. Steiermark. Gratz. 1853. 8.

SchmardaL.K. geogr. Verbreit. d.. Thiere. 3. Abth. Wien. 1853. 8.

Stamm Dr. Ferd. Die Landwirthschafts-Kunst. Prag. 1850. 8

Zenker J. R. Die Pflanzen u. ihr wisseusch. Studium. Eisenach. 1830. 8.

Müller J, Der Denkfreund. Prag. 1852. 8.

Verhandlungen des westgaliz. Forstvereines in Bochnia. 1853. 8.

Langer C. Notizen üb. die Partschendorfer Elect.-Merino-Stammschäferei.

Lotos. Zeitschrift f. Naturwiss. 1. 2. Jahrg. Prag. 1851—52. 8.

Storia Enrico: Sulla irrigazione della campayna veronese etc. Verona 1852. 4.

Corniani M. .A. Memoria sul carbone fossile di arzignano. Padua. 1800. 4.

Memoria sul vetro coll applicazione all’ arte vetraria etc. Vene- dig. 1810. 4.

Dalla Decima A. Discorso sulla storia naturale. Padua. 1814. 4.

Nuovo Dizionario universale di agricoltura. 5 Tafeln in Fol.

35

Marzari Pencati Conte: Sulla giacitura di alcune rocce porfiritiche. Mailand. 1821. 8.

Bassi Dr. A, Istruz. sicure per liberare le uve dalla malattia dom. Lodi. 1852. 8.

Keller A. Cenni generali sul agro padovano. Padua. 1853. 8.

Bologna Dr. I. L’arte di addoppiare te proprie rendite etc.

Mittheil. üb. Landw. u. Industr. in Kärnthen. Nr. 6—12. 1852. 4.

Wochenblatt der Land-, Forst- u. Hauswirthschaft in Böhmen. 1852

39—52, 1853 1—35. 4. Allgem. land- u. forstw. Zeitung. Wien. 1852, Nr. 36—52. 1853, Nr. 1—4. 4. 5

Zeitschr. f. Natnr. u. Heilk. in Uugarn II. N. 49—52, II. 1—30. Pest. 4.

Mittheil. d. k. k. m. schl. Ges. d. Ackerb. in Mähren. 1852, N. 1-50. 52. 1853, N. 1—3. 4.

Novice kmetijskih, obertnijskih in narodskih reci, 1852, Nr. 44—104, 1853, Nr. 1—8. 4.

Wochenblattd.k. k. steierm. Landw. Ges. 1852, Nr. 32—41, 43—52. 1852, 1—12. 4.

Tydenmnik polni, lesn! a domaci hospodärstvi.1852, 24—20, 39—52. 1853, Nr. 1. 4.

Centralblatt f. d. ges. Landescultur in Böhmen. 1852, Nr. 43—51, 1853, Nr. 1.4.

Pamietnik gospodarski. Lemberg. 1852 Nr. 19—33. Fol.

Mittheil. des Korstvereines d. öst. Alpenländer. 1852, Nr. 13—20. 1853, Nr. 1.2. 4.

Oesterr., bot. Wochenblatt. Wien. 1852, Nr. 36—52. 1852, Nr. 14. 8. ' It giardiniere giornale d’orticoltura. Mailand. 1852, Nr. 1—10. 8. Beisinger J. Allatan a gerinczesekröl. Ofen. 1846. 8. 2 Hefte. Kubinyi A. v., Magyaroszagi merges növenyck. Ofen. 1842. 8. VajdaP. Az dllat-orszig fölosztra etc. Ofen. 1841. 8.

Gerenday J. Magyar 's dalmat orszagi kiyyök. Pesth. 1839. 8. Mihälka Ant. Növenyatan. Közeplanodak hasznalatara. Pesth. 1852. 8. Lonyai Gäb. A mezöygazdasdgi novenylermesztes. Pesth. 1852.

Egri Ant. Pomologia vagy is gyümölesfa 'tenyesztesi tanitds. Pressburg.

1852. 8. i

Csecsi Im. Földünk’ ’s nehany nevczetesb dvany etc. Ketsk. 1843. 8. Brassai Sam. A’ füveszel el veinek vazolatai. Kolozsv. 1336. 8. Panchich J. Taxologia botanica, Diss. Pesth. 1842. 8.

Sämmtlich Geschenke von der k. k. oberst. Polizeibehörde. \

Verhand]. des siebenb. Vereines in Hermannstadt. 1852. Nr. 10—12. 8. Schriftentausch.

36

Herr Th. Kotschy setzt seinen in der vorigen Versammlung abgebrochenen botanischen Vortrag fort. (Siehe Abhandlungen).

Herr G. Frauenfeld trägt sodann Folgendes vor:

In der letzten Monatsversammlung wurden von Herrn J. Fiuger die ihm bekannt gewordenen Fälle von Albinos unter den Vögeln aufgezählt, und von ihm angeregt , solche Beobachtungen sowohl, so wie aus der Bio- logie der Thiere überhaupt mitzutheilen, während er auf deren Wichtigkeit für die Nuturwissenschaften hinweist.

Indem ich ihm vollkommen beistimme und von Herzen wünsche, dass seine Aufforderung von Erfolg sei, ermaugle ich nicht, einen Kleinen Bei- trag hierzu zu liefern, da ich in früheren Jahren manches hierher Gehörige zu beobachten Gelegenheit hatte. Ich würde vorerst nur, um derlei Beoh- achtungen wissenschaftlich fest zu begründen, darauf hinweisen, dass das Verändern des Gefieders der Vögel in so unähnlicher Weise auftritt, dass bestimmt dabei die heterogensten Ursachen und Vorgänge zu Grunde lie- gen, daher diese Momente genau geschieden werden müssen, wenn sie nicht zu falschen Schlüssen führen sollen.

Es dürfte sich bei blosser Betrachtung schon die Ueberzeugung auf- drängen, dass die Bedingniss der weissen Farbe der Albinos wohl ganz ver- schieden sei, von jener der blossen Farbenvarietät, und vielleicht dem im höheren Alter bei Vögeln öfter erscheinenden Weisswerden der Federn näher stehen. Alle wirklichen Albinos mit rosenrother Pupille der Augen, die ihnen stets ausschliesslich eigen ist, die ich kennen lernte, hatten ein eigenthümliches zartes, mattes, kaltes, ich möchte beinahe sagen, durch- sichtiges Weiss, weit verschieden von dem gesättigten Weiss der von mir in eine andere Abtheilung gebrachten Farbenvarietät und von jener kraft- vollen, lebendigen Farbe im normalen ‚Vorkommen. Es ist ihnen dieses Weiss ebenfalls so eigen, dass ich vielleicht mit einer einzigen Anomalie noch nie eine andere Karbe an ihrem Kleide fand, während im Gegensätze bei gewöhnlichen Farbenvarietäten ein ausschliessend weisses Kleid wohl sehr selten ist. Hierbei ist es keine Zufälligkeit, dass wirkliche Albinos immer zärtlicher, schwächlicher sind, was auch mit deren Seltenheit im Ein- klange steht, da sie wohl meist zu Grunde gehen, und mit wenig Ausnah- men nicht lauge dauern, während die weissen Farhenvarietäten, die ich be- sass, alle sehr: fester, derber Natur, oft viel kräftiger, als ihre gewöhn- lichen Angehörigen waren.

Eine weitere, vielleicht eben so seltene Erscheinung als wirkliche Albi- nos ist, wo die ursprüngliche Färbung des Vogels vollkommeu vorhanden, jedoch trüb und matt, wie mit einem Schleier umzogen, ja wie von Bleich-

37 sucht befallen erscheint. Zwei von den früher in meinem Besilze gewe- senen derartigen Thieren, die sich nunmehr am k. zool. Musenm befinden, gehören bestimmt hierher, während ich das dritte nur fragweise in diese Abtheilung bringe. Da ich von den ersteren zweien nur Einen lebend be- sass, der zwar auffallend schwächlich war, so ist doch diess wohl kaum hinreichend, um daraus einen ganz sichern Schluss zu ziehen, sie sind Jedoch den wirklichen Albinos wahrscheinlich am nächsten zu stellen, wofür auch noch spricht, dass man an diesen, wenn man sie bei schief einfallendem Lichte betrachtet, oft die ursprüngliche Farbenanlage, wie im Schatten be- merkt, wornach sich die Gränze zwischen diesen beiden Abtheilungen durch ein Mehr oder Weniger derselben leicht zu verwischen drohte, wenn nicht das röthliche Auge noch die Feststellung zwischen ihnen ermöglichte ; denn mag.auch diese Eigenthümlichkeit manchmal so wenig entschieden Sich zei- gen, dass man bei senkrecht auf die Axe des Auges fallendem Lichte und in dieser Richtung betrachtet, nichts davon bemerken kann, dass sie roth sind ; so erscheint diess doch unzweifelhaft dann, wenn man das Auge von der Seite betrachtet. j

Für die übrigen Erscheinungen regelwidriger Färbung nehme ich keine weitere Trennung vor, da sich mir an den lebenden Thieren bisher noch keine Anhaltspuncte hierfür ergeben haben. Es xehen dieselben so mannigfach und allmälig in einander über, dass eine Abgränzung derselben stets grosse Schwierigkeiten bieten wird. Ich will jedoch nicht unterlassen, zwei Richtungen anzugeben, nach welchen sich vielleicht eine engere Be- gränzung erzielen lässt. Es ist erstens die immer mehr und mehr eintre- tende Abwesenheit der Zeichnungsfarben, so dass endlich einfach die Grund- farbe ohne Verbleichung, Ja oft sogar recht lebhaft zurückbleibt, zweitens das sehr seltene Ueherhandnehmen von reinem Schwarz, die man Schwarz- sucht nennen möchte.

Der bei den domesticirten Thieren vorkommende Farbenwechsel ist der ‚zur gewöhnlichen Erscheinung gewordene Ausnahmszustand, der in der freien Natur immer nur vereinzelt vorkommenden Harbehvarieiät:

Hiervon jedoch wohl zu unterscheiden ist das nach @loger durch Ein- fluss des Klima bedingte Abändern der Vögel, die andere Grundursachen ha- ben mag, und eben so wenig mit Vorstehendem verwechselt werden darf, wie das dem regelmässigen Wechsel der Färbung unterliegende Kleid eini- ger alpinen Thiere zur Winterszeit.

Leiztere Eigenthümlichkeit dürfte, wie ich es selbst schon für die, in manchen Fällen allerdings vorherrschende Neigung des Weisswerdens an be- stimmten Stellen, namentlich der Flügel und des Schwanzes, höchst gewagt nenne, eine allgemeine Annahme, dass dieses Verbleichen einem grössern oder geringern Saftreichthum an verschiedenen Körpertheilen zuzuschreiben sei, ohne weiters ausschliessen. Es sind diess die gefährlichen Consequen- zen, wenn man alle Erscheinungen unter einen Hut zu bringen sucht, und sie sämmtlich als das Resultat Einer bedingenden Ursache betrachtet. So

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kann ich mich bei dem Anblicke der verschiedenartigen Abstufangen rein- weisser Farben an den Naturwesen mit der Idee nicht befreunden, darin all- gemein eine Negation der Thätigkeit zu erblicken, und man fühlt sich un- willkürlich veranlasst, bei so manchem compacten blendenden Weiss den Ausdruck : absolute Karblosigkeit, mit dem Begriffe des Mangels chemischer Bildungskraft, zurückzuweisen.

Gloger sagt in seinem Buche über das Abändern der Vögel, dass denselben das Greisenalter fehle. Wenn er es bloss in das allmälige Weiss- werden der Bedeckung setzt, wie es bei den Säugethieren hauptsächlich in der Umgebung des Kopfes vorkommt, so hat er Recht, in so weit dasselbe keine allgemeine Erscheinung in der Vogelwelt ist. Ich habe aber alte Vögel genug beobachtet, denen man die Greisenschwäche ohne jenen Aus- druck durch die Farbe deutlich ansah, die somit hier kein unerlässliches Attribut bildet.

Wenn bei den Haarthieren heinahe der durchgreifende Charakter des vorwärtsschreitenden Alters ist, dass die Hautbekleidung bestimmter Theile mehr und mehr die Fähigkeit verliert: das färbende Pigment zu reproduciren, und in das erscheinende Weiss der augenfällige Beweis jener Schwäche der Thätigkeit gesetzt wird, die Gloger eben in dem verminderten Säftereich- thum sucht, so fällt eine bedeutende Stütze dieser Voraussetzung dadurch zu Boden, dass diese Ausbleichung, wie schon gesagt , als regelmässiges Vor- kommen bei Vögeln fehlt, wobei wohl bemerkt werden muss, dass das Aus- arten in Weiss eine den Haaren und Federn gemeinschaftliche Eigenschaft ist, die gerade auch bei den, diesen Gebilden genau entsprechenden Schmet- terlingsschuppen nicht selten wiederkehrt. Ausser diesen beschränkt sich diese Abnormität mit keiner mir weiter bekanuten Ausnahme nur auf diese beiden höhern Wirbelthier-Klassen , denen wohl auch allein nur wirkliche Albinos eigen sind.

Ich hätte hier noch einer Farbenerscheinung zu, gedenken, die mir nur sehr wenig bei Vögeln, mehrfach aber bei Insecten vorgekommen ist, nämlich eine Erhöhuug der Färbung in der Art, dass irgend eine ihnen eigene oder auch fremde Farbe, sich, wie mit duftigem Ueberzuge, manchmal bis zu metallischem Schimmer gesteigert, über die Körperbedeckung ziemlich aus- gedehnt verbreitet.

Die Mangelhaftigkeit der Erfahrungen hierüber, so wie die Besorgniss allzugrosser esplitterung vor entschieden begründeter Feststellung der Normalien veranlasst mich , auch diese vor der Hand in die vierte Abthei- lung zu verweisen, welche augenscheinlich einstweilen noch zur Rumpel- kammer bestimmt ist, bis weitere Aufklärungen deren Sichtung erlauben,

Es dürften die Principien, nach denen die 'Natur den Farbenwechsel bei Thieren leitet, kaum so leicht zu ergründen sein, indem wir hier eben so wenig wie in der Pllanzeuwelt, wo aus den glühenden intensiven Farben der Alpenblumen andere Gesetze sprechen, wo ausser der in unserer Gewalt

' 39 gegebenen Farbenänderung der Hortensie uns gleichfalls jeder Eingriff ") versagt ist, von diesem Vorgange wissen.

Es vereinfacht unsern Gegenstand wohl nicht, wenn wir z. B. bei Tringa pugnax, Sphinz tiliae etc. die launenhafteste Mamnigfaltigkeit in der Kärbung bemerken, so dass in ganzen Keihen dieser Thiere nicht zwei ganz gleichgefärbte oder gleichgezeichnete Stücke zu finden sind, wenn wir diesen, sage ich, in anderen ganz ähnlichen unter den gleichartigsten Ver- hältnissen lebenden Thieren Beispiele genug entgegen setzen können, wo unter hunderten Individuen nicht eine abweichende Feder, oder auch die minutiöseste Uebereinstimmung der Zeichnung zu finden ist.

Die Farhenveränderung überhaupt, ‚selbst in bedeutenden Extremen findet sich in sämmtlichen Thierklassen nicht selten, die Ausartung in Weiss aber, so, dass dieses an. dem Individuum vorherrschend erscheint, ist mir bis Jetzt, wenn ich den schon domesticirt zu neunenden Cyprinus auratus und Schmet- terlinge ausnehme ,„ von den Reptilien abwärts nicht bekannt. Allein es scheinen auch ‘die beiden höheren Thierclassen ihre Ausnahmen zu haben, da ich bei Fledermäusen und Schweinen. bisher keine weissen Ausartungen kennen gelernt; was für letztere um so bemerkenswerther ist, als sie zu den Hausthieren gehörig, schon darum, dieser Farbenänderung nicht fremd sein sollten.

Wenn wir die Grundursachen der Farhenänderungen aufzufinden stre- ben, so dürfen wir die Hausthiere am wenigsten vernachlässigen, da hier die reichste Manniefaltigkeit in dieser Richtung herrscht , und wir sie doch nicht als ausser dem Gesetze stehend betrachten können, sondern gerade bei ihnen jene veranlassenden Ursachen am öftesten vorkommend voraus- setzen müssen.

Es würden sich die Abweichungen von dem ‚regelmässigen Gefieder oder Haärbedeckung nunmehr so ordnen:

1. Wirkliche Albinos. Leucochroismus: Böthlichschillernde Pupille, Kleid stets ganz weiss, nie mit andern Farben gemengt. Thiere schwächlich. Der bei dem Frett, Kaninchen, Mäusen , Ratten weniger seltene Albi- nismus pflanzt sich als solcher durch die Zucht fort. Bei den Vögeln

*) Die mehrfach behauptete Möglichkeit, durch Futter, namentlich bei Schmetterlingsraupen, willkürlich Farbenänderungen hervorzubringen, ist entschieden unwahr. Ich habe ausser vielen mannigfachen Versu- chen, von Bombyx Caja, einer ziemlich veränderlichen Art, bei der bemerkt ist, dass sie durch Fütterung von Nussblättern oder Taraxa- cum officinale vorzüglich verdunkelte Exemplare liefern soll, durch dieses Verfahren nichs erzielt, im Gegentheil welche erhalten, bei de- nen das Weiss der Oberflügel sehr stark die Oberhand über die braunen Flecken gewann.

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fehlt diese Erfahrung, da unter den als Hausthiere gehaltenen, wirkliche Albinos bis jetzt noch nicht in Mehrzahl auftraten.

2. Bleichsüchtiges Kleid. Chlorochroismus: Zeichnung unverändert, Farben jedoch sämmtlich matt, getrübt, bleich. Thiere ebenfalls schwächlich ?

3. Verfärbung im Alter. Geraiochroismus: Erscheinen einzelner weisser Stellen, die zuweilen mit jeder neuen Mauser an Ausdehnung zunehmen.

4. Farbenvarietät. Allochroismus:‘ Mit der oben erwähnten muthmasslichen weiteren Eintheilung in: Proto- oder Para-, Melano- und Augo- oder Synchroismus.

Hierher alle ganz weissen mit derber, compacter Farbe, oder theilweise gefleckten oder sonst ganz bis zur Unkenntlichkeit der ur- sprünglichen Färbung abweichende Erscheinungen, die dem Vogel schon von Jugend auf eigenthümlich, an keine Oertlichkeit und an keine be- stimmte Stelle des Körpers gebunden sind. In diese Abtheilung gehören auch die regelmässigen Farbenausartungen, der durch die Zucht sowohl unter den Vierfüssern ,„ wie Vögeln zu Hausgenossen gemachten Thiere,

‚bei denen sich manche splche Abweichung durch die Fortpflanzung so gleichmässig erhält, dass sie selbst zur Characteristik der Racen wie beim Rindvieh, oder zu sonstiger Bezeichnung, z. B. canariengelb, dient. Während die ersteren Abtheilungen einen bestimmten Totalausdruck zeigen, ist hier Beginn, Verbreitung, Ausdehnung vom unmerklichen bis zum allgemeinen Erfassen so vielgestaltig, dass wohl.noch manche versuchte Gliederung, wenn überhaupt zulässig, daran Schiffbruch lei- den wird.

3. Ahbändern durch Clima. Climatochroismus: Gradweise Vermehrung oder Verminderung des Glanzes, der Ausdehnung, Intensität, seltener, be- deutender Gegensatz der Farbe, an die Oertlichkeit, so wie an be- stimmte Körperstellen gebunden.

Ich fühle recht sehr, wie höchst unvollständig diese, hloss dem äusse- ren Eindrucke entnommene Sonderung ist, und bescheide mich wohl gerne, nur schwache Andeutungen für künftige Forschungen aufgestellt zu haben.

Ich gebe nunmehr in Folgendem eine Aufzählung der in meinem Be- sitze gewesenen oder von mir beobachteten, hierher zu zählenden Thiere nach vorstehender Eintheilung gesondert:

1. Abtheilung: Leucochrostici.

Turdus meruta: Befand sich 1833 lebend zu Mauerbach, und. wurde von dem Besitzer in Krain noch im Neste, wo er der einzige weisse unter seinen dunkeln Geschwistern war, gekauft und gross gezogen. Es war ein vollkommener Albinos, Ich hatte öfter Gelegenheit ihn zu beobachten ; er war sehr zärtlich, der Wärme unendlich zugethan ,„ besonders be- haglich in der Sonne, sang fleissig, jedoch auffallend leiser, beiweitem nicht mit jenem vollen Tone, der diesem Vogel eigen ist.

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Hirundo urbica: Geschossen in Lilienfeld 1830, erhielt ich diesen Vogel in einem Zustande zum Abbälgen nicht mehr tauglich, das röthliche Auge jedoch deutlich erkenubar. Ob ich einen zweiten Vogel dieser Art hierher. rechnen darf, weiss ich nicht, da ich ihn nur im Fluge sah. Es war aneinem Septembertage 1839 zu Purkersdorf,- nachdem die Schwal- ben des Ortes schon abgezogen waren, als in der Mittagsstunde in einem durchziehenden Schwarme derselbe hart an mir vorüberfiog, durch sein milchweisses Kleid augenblicks auffallend. Ich holte alsogleich mein Gewehr , und obwohl ich den ganzen Flug dieser Schwalben auf einer nahen Wiese ziemlich tief am Boden nach Insecten Jagend sich herumtummeln fand, so konnte ich den Farbenblendling doch nicht mehr ansichtig werden. ;

Loxia curvirostra: Ebenfalls 1830 in Lilienfeld im Herbste auf dem Blatt- baume gefangen durch den Vogelleim jedoch so verunreinigt, dass er unbrauchbar zum Ausstopfen war.

? Talpa europaea: Zwei Exemplare, der eine war beim Aufwerfen in der Erde geschossen, und wurde mir frisch gebracht, den andern erhielt ich ausgestopft5 beide aus der Gegend hei Pressbaum. Ob dieselben hierler gehören, oder in die vierte Abtheilung, vermag ich nicht mit voller Ge- wissheit zu bestimmen.

2. Abtheilung: Chlorochrostici.

Parus major: Den 20. October 1844 am Vogelmarkt in Wien gekauft, be- sass ich zwei Monäte lebend. So derb die Kohlmeise sonst ist, so war dieser Vogel, dessen Schwarz schwach bräunlich, das Weiss trüb über- laufen, die übrigen Theile eine bleiche,, fahle Färbung zeigten, höchst empfindlich. Das Rütteln auf dem Wagen hatte ihn so angegriffen, dass er mehrere Tage hindurch schwindlich war und sich nur langsam er- holte. Ungequetschtes Futter vermied er so lange wie möglich, und nie sah ich ihn an festen Körnern so hacken, wie es die Meisen sonst im Gebrauche haben. Er ging mir nach zwei Monaten zu Grunde, und ward meiner Sammlung einverleibt, obwohl er sich durch die Gefangen- schaft den Schwanz abgestossen hatte.

Motacilia sulfurea: Erhielt ich den 16. August 1846 von St. Pölten durch den dortigen Papierfabriks-Besitzer frisch geschossen. Es war ein Junger Vogel, den er schon früher, als ihm .die Alten noch Atzung reich- ten, bemerkt hatte, und den er, obwohl derselbe noch nicht schön aus- gefedert, doch schon schoss, da er fürchtete,, dass er fortziehen möchte. Seine Farbe ist ein mattes Gelblichweiss, die dunklen Zeichnungen von trübem Grau.

® Fringilla chloris: Ob ich diesen Vogel hierher ziehen oder in die vierte Abtheilung verweisen soll, weiss ich ebenfalls nicht ganz gewiss. Sein Kleid ist ziemlich gleichmässig semmelfarben, und hat weniger den Ausdruck des matten Ausbleichens dieser Abtheilung. Er ward den 26.

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October 1835 in Gabliz auf der Vogeltanne mit dem Schlagnetze ge- fangen. Ich besass damals in meinem 17 Klafter langen, leeren Ge- wächshause über hundert verschiedene Vögel frei herumfliegend, darun- ter auch mehrere Grünlinge. Als-ich ihn heimbrachte , fielen sie, für diese Jahreszeit gewiss sehr auffallend ,„ mit unendlicher. Geilheit über ihn her, und quälten ihn unablässig mit ihren Liebkosungen, indem sie ihn unter fortwährendem Brutgeschrei betreten wollten, wasich, ausser- dem weder bei dieser Art, noch bei sonst einem Vegel mehr bemerkte. Er starb nach wenigen Tagen, wohl in Folge dieser unausgesetzten Zudringlichkeit.

3. Abtheilung: Geraiochrostici.

Turdus merula: Dieser Vogel starb in Bistriz, wo er dreizehn Jahre in einem Käfige. gelebt hatte, nachdem er gänzlich erblindet war, den 11. September 1851. Er war in seiner Jugend von gauz gewöhnlicher Fär- bung, und erhielt erst in den letzten Jahren nach und nach immer mehr reinweisse Federn unregelmässig über den Leib. vertheilt, wodurch er Jetzt ein scharfgezeichnetes, scheckiges Aussehen hat. P

Emberiza nivalis: Durch. drei Jahre lebend in oben angezogenem Glashause, Während der vorstehende Fall bestimmt eine, abnorme Erscheinung ist, kömmt die immer grössere Ausdehnung von Weiss an diesem Vogel mit fortschreitendem Alter wohl als Regel vor, und ich hätte nur zu be- merken, dass die Gefangenschaft keine Abweichung hiervon herbeiführte und dass ausserdem noch das Vorkommen einiger unregelmässiger Flecken an ihm auffallend war. Diess ist auch Ursache, dass ich diesen Vogel überhaupt hier aufführe, da ich sonst in der ganzen Arbeit von dem bei Vögeln ziemlich ausgedehnten Vorkommen des Farbenwechsels vom ‚Jugendkleide bis zur vollendeten, (ypischen Färbung, welche na- mentlich bei Falken, ausserdem , dass sie eine so bedeutende Verschie- denheit in sich schliesst, auch eine mehrjährige Dauer erfordert, ganz abgesehen habe. Es ist dieser Gegenstand, der Veranlassung zu so vielen Irthümmern war, nicht minder interessant, und bei Forschungen über Farbenänderungen von hoher Wichtigkeit.

Sylvia rubecula: Zwei Individuen zu gleicher Zeit durch mehrere Jahre (1834—39) in Gefangenschaft, Bei beiden erschienen nach einigen Jah- ren vorherrschend, jedoch nicht ausschliessend, an Schwanz und Flügeln verschiedene grosse, weisse Flecken, die sich später häuften und zu- sammenflossen, so. dass sie endlich bedeutend hellfleckig wurden. Ein ganz gleiches Verhalten fand ich an

Sylvia luscinia : die bei mir in gefangenem Zustande ziemlich alt geworden, wobei ich noch bemerke , dass sowohl kein regelmässiges Zunehmen des Weisswerdens stattfindet, als auch einige Male. wieder normalge- färbte Federn sich an jenen Stellen einfanden , die vorhergehend schon weiss geworden waren.

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4. Abtheilung: Allochrostieci.

Talpa europaea: Mehrere Exemplare mit honiggelben Flecken in grösserer ‘oder geringerer Ausdehnung. Immer fand ich diese Farbe, nie reines Weiss bei gescheckten Maulwürfen, wesshalb ich um so mehr geneigt bin, die in der ersten Abtheilung erwähnten zwei ganz weissen Exem- plare als wahre Albinos zu betrachten.

Mus arvalis: Im verfiossenen Winter 1851/52 in Bistriz in Mähren gefan- gen. Obenher.hell lehmfarbig, Unterseite rein weiss, wobei noch das Eigenthümliche, dass diese beiden Farben an den Seiten des Thieres sich scharf geschieden zeigen, während das Rauchgrau der normal ge=- färbten Ackermaus unmerklich in die lichtere Unterseite übergeht.

Mus —: Viele mehr oder weniger Gefleckte, jedoch immer weiss, nie honiggelb, wie beim Maulwurf. Eigentlich verdunkelte Färbung habe ich bei Mäu- sen nie bemerkt, doch kommt manchmal ein tieferes bläulich Aschgrau an ihnen vor, was sich gerade bei Gescheckten am öftesten findet. Ganz weisse sind viel seltener.

Emberiza citrinella: Geschossen bei Tulln, 2. December 1842. Bis auf we- nige olivengrüne Stellen schön hochgelb, so dass derselbe im ersten Au- hlicke stets für einen Canarienvogel gehalten wird.

Fringilla linaria: In Pressbaum im December 1834 gefangen, besass ich durch drei Jahre lebend. Dieses schöne Vögelchen war bis auf ein paar dunkle Schwingen rein milchweiss mit mehreren blutrothen Federn auf der Kopfplatte, die sich in der Gefangenschaft, wie stets die rothe Farbe dieser Vögel, in Gelb änderte, Ich kann. nicht unterlassen, dieser ei- genthümlichen Erscheinung besonders zu erwähnen, da sie unzweifel- haft eine verschiedenartige Thätigkeit anzunehmen zwingt. Wer immer Stubenvögel gehalten, hat, um nur wenige Beispiele anzuführen, die Er- fahrung gemacht, dass das Roth der Meerzeisige und Hänflinge in der Gefangenschaft gleich nach der ersten Mauser in trübes Gelb sich ver- wandelt, das Roth der ‚Gimpel sein ganzes Feuer verliert, ferner das herrliche Blau des Blaukehlchens sich in ein so unansehnliches Graublau verändert, dass von der Pracht dieses Vogels nur ein schwaches Bild übrig bleibt, während im Gegensatze hierzu das Roth des Stieglitz und das Smalteblau des Nusshehers ihre Dauerhaftigkeit durch die gleich- mässige Lehaftigkeit selbst nach mehrfacher Mauser vollkommen be- währen, Mag man sich auch bei allen Farbenänderungen dafür ent- scheiden, eine einzige, nur in ihrem Ausdrucke vielgestaltige Ursache dabei zu Grunde zu legen, so liesse sich eine solche Zwangsprocedur wohl nicht ‚leicht so weit ausdehnen, dieses Verhalten mit einzube- ziehen»

Fringitla montifringilla: Ein Exemplar von Nerrn Saar erhalten, mit voll- kommen weissen Halshande.

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Fringilia cannabina: Ein Exemplar 1835 in Purkersdorf geschossen; eines ausgestopft von Herrn v. Saar erhalten, wo sich das Weiss unregel- mässig und mehr oder minder zertheilt über den Körper verbreitet findet. Eben so mehrfache Individuen von

Fringilla domestica, dann

Turdus musicus und pilaris mit verschieden eingestreutem weissem Gefieder. Man findet überhaupt die weissen Ausartungen bei Finken und Dros- seln häufiger als bei allen anderen Vogelgattungen, die Domesticirten

- . ausgenommen. Es steht hiermit nur

Fringilla carduelis insoferne im Widerspruche, als ich bei diesem noch kei- nen Fall von ausgedehnterer Weissfärbung beobachtet, selbe daher viel- leicht selten. sein mag, dagegen schon einige Exemplare besass, bei denen sich das Schwarz des Kopfes nicht nur über die rothen und weissen Stellen beinahe bis zur Verdrängung derselben verbreitete, sondern auch das übrige Kleid sehr verdunkelt erschien. Dieses Ver- breiten von. Schwarz findet auch bei

Loxia pyrrhula öfter statt, und ich besitze gegenwärtig einen lebenden Gimpel, der ganz gleichmässig tief schwarz ist.

Columba risoria: Vollkommen rein weiss, erhielt ich im verflossenen Jahre lebend von Herrn v. Saar. Es ist ein rüstiges, starkes Weibchen, das Jedermann wegen seines kräftigen Benehmens für ein Männchen hielt. Ich paarte dasselbe mit einem aus dem Neste erzogenen Männchen von Columba turtur, und erhielt von ihm heuer drei Bastarde, die ganz das Kleid des Vaters, nur im Allgemeinen blässer, tragen.

Diess sind die wenigen: Beiträge, die ich über das Abweichen der Farben aus eigenen Beobachtungen geben kann. Man mag aus ihnen erse- hen, wie ausserordentlich vielgestaltig diese Erscheinung ist. Dass dabei insoferne die strengste Gesetzmässigkeit einer bestimmten Grenze besteht, über welche hinaus keine Farbe ändert, ist unzweifelhaft. Diese Grenze festzusetzen und für jede Farbe genau zu ermitteln *), ist die erste Beding- niss, und sie unterliegt auch der geringsten Schwierigkeit. Wenn wir aber, so wie in der Optik, freilich auch nur die äussere Darlegung noch, ohne das Warum kennen, so tritt uns in der organischen Welt dann eine andere Aufgabe entgegen, nämlich nach den Ursachen zu spüren, wodurch diese Erscheinung hervorgerufen.

Ich glaube, dass zu bestimmten Gesetzen hierüber eben nur diese Abnor- mitäten den Weg anzubahnen vermögen, so wie in der Pflanzenkunde die Missbildungen das meiste Licht über die Bildungsgesetze verbreiteten.

Wir sind wohl noch weit entfernt, irgend eine Erklärung des Gegen- standes mit Sicherheit aufstellen zu können, da viel zu wenig Daten hierüber

”) Wozu Herr Gloger in dem erwähnten Werke höchst schätzenswerthe Andeutungen gibt.

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vorliegen. Diese vorerst zu sammeln, sollen wir daher nun um so eifriger

bemüht sein.

Herr Prof. A. Pokorny überreicht dem Vereine eine kleine Sammlung von Laubmoosen aus der Gegend von Iglau unter folgen- den Bemerkungen:

Es dürfte wohl nur wenige Localfloren ‚geben, welche sich‘ durch einen solchen BReichthum. der schönsten Laubmoose aus der Gattung Mnium auszeichnen, wie die Umgebungen von Iglau in Mähren , wo-mit Ausnahme der den nordischen Torfmooren eigenen Arten und zweier alpinen alle-übri- gen deutschen Arten dieser Gattung bisher aufgefunden wurden. ‚Ich habe die Ehre, hiermit ausgezeichnet schöne Exemplare derselben von Seite des Herru Dr. J. Grüner in Iglau dem Vereine für seine Sammlungen zu über- geben. Es sind folgende:

1. Mnium punctatum Hedw. An Waldbächen gemein.

1. Mnium undulatum Hedw. An schattigen -Waldorten hier unge- mein üppig fructificirend; selbst mit vierzehn Früchten aus einem Peri- chaetium.

3. Mnium hornum L. Am Waldbache bei Sollowitz.

4. Mnium serratum Brid. Diese seltene Art wurde von Herrn Dr. Grüner in Nadelwäldern bei Pirnitz gesammelt.

5. Mnium spinosum Schwaegr. Diese seltene höheren Gebirgsge-

genden angehörige Art findet sich bier stellenweise massenhaft, den Haupt- bestandtheil des Moosteppichs in Nadelholz-Wäldern bildend, und übertrifft an Ueppigkeit der Früchte selbst die Standorte in den Salzburger Alpen und bei Heiligenblut. ige

6. Mnium spinulosum Br. et Sch. Eine neue Art, welche Herr Dr. Grüner zuerst (1842) in den Nadelholzwäldern um Iglau entdeckte und welche im 31. Hefte der Bryologia europaea beschrieben und abgebildet wurde. Ich fand sie auch in Unter-Oesterreich bei Gutenbrunn; im Herbarium des k. bot. Museums sind Exemplare aus den Preiner-Alpen. Auch in Tirol ist sie bereits gefunden, so wie neuerdiugs von Hern Spatzier in der Gegend von Troppau.

7. Mnium rostratum Schwaegr. Gemein.

8. Muium cuspidatum Hedw. Sehr gemein.

9. Mnium affine Blandow. In Waldsümpfen häufig und ungemein üppig fructificirend, selbst mit neun Früchten aus einem Perichaetium.

10. Mnium stellare Hedw. Hier ziemlich selten. Die schöne, lichtgrüne, bleiche Farbe dieser Art, so wie. auch von M. punctatum geht beim Trocknen leicht in Schwarz über. WUeberhaupt scheinen frappante Farbenänderungen an den Blättern dieser Moose nicht so selten zu sein. Bei Untersuchung einerselhr zarten Blüthenknospe von Mnium serratum he- merkte ich, dass plötzlich die schöne, hellgrüne Karbe der Blätter sich iu

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Dunkelblau verwandelte. Mit dem Mikroskope liess sich das Umsichgrei- fen dieser Veränderung sehr gut beobachten. Zuerst verfärhte sich immer der flüssige Inhalt jeder Zelle und erst viel später die Chlorophylikörner, die häufig mit ihrer hellgrünen Farbe durch die bereits indigoblaue Zellfüssig- keit durchschimmerten und in manchen Zellen die blaue Farbe gar nicht anpahmen. Die Veränderung griff rasch um sich, jedoch nicht allgemein , so dass einzelne Zellen und Zellpartien hellgrün gefärbt blieben und Inselchen unter den blaugefärbten bildeten. Diese Erscheinung scheint, so wie die oft so auffallenden Karben der Moose überhaupt noch sicht gehörig beachtet und erklärt worden zu sein. Ich erinnere nur hier an die weisse Farbe der 'Sphagnen,, an 'die seegrüne von Leucobryum vulgare, Trichostomum glaucescens; an die goldglänzende von Hypnum chrysophylium, nitens, au die braunglänzende von Hypnum rufsecens, an die carminrothe von Alicula- ria compressa, an die matt- und dunkelbraune der Andreacen, der Frulla- nien, an die schwarze Farhe einiger Grimmien und Orthotrichen u. s. w.

Zum Schlusse führe ich noch zwei Arten Moose aus der Gegend von Iglau vor, welche hier häufig und ungemein üppig fructificiren. Es ist Ra- comitrium canescens Brid. und Dicranum montanum Hedw., ersteres auf Heidehoden in Hohlwegen, letzteres in Hochwäldern an der Basis alter Tannen.

Herr Prof. R. v. Perger legt ektypische Pflanzenabbildungen aus der k. k. Hof- und Staaisdruckei in schwarzem und farbigem Drucke vor, die dadurch gewonnen werden, dass natürliche frisch- getrocknete Pflanzen zwischen zwei glatt geschliffenen Bleiplatten durch die Druckerpresse gezogen, einen ausserordentlich genauen Abdruck geben, der von da abgenommen und durch den Druck ver- vielfältigt werden kann. Ueber die in dieser Richtung von früher Zeit an bis jetzt geschehenen Versuche gibt er folgenden literari- schen Nachweis.

1570. Im Kunstbuche des Alexii Pedemontani (welcher das Ori- ginal zu Anfang des 16. Jahrhunderts schrieb), in Deutsch ge- bracht durch Wecker; Seite 423 kommt die erste Nachricht über das Abdrucken natürl. Pflanzen vor.

1663. Hier. Cardamus (Opera. V. 3, p. 581) sagt:

«“Herba virens aerugine, carbonibusque tritis imbuta, pro coloris ratione alter utrum augentes, chartae ımprimitur ut vestigium quasi ichnographiae remaneat.n

1665-1666. M. -de Monconys erzählt in seinem Journal de Voyayes, V.2, p- 450, dass er zu Rom von dem Dünen Welquenstein unterrichtet wurde Pflanzen abzudrucken.

1728

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legt Prof. Kniphof zu Erfurt mit dem Buchhändler Funk

eine Pflanzendruckerei au, und liefert ein Werk von 1200 Ab-

bildungen, von dem sich ein Abdruck in der Bibliothek der Naturforscher zu Erfurt findet.

1733 erschien Bruckmann, die Art Kräuter nach dem Leben abzu-

1741.

drucken, Wolfenbüttel. 4.

gibt der Buchdrucker Henning zu Berlin drei hundert Pilan- zenabdrücke unter dem „Titel: Specimen Florae Berolinensis“ heraus,

1757 erscheinen die ersten Hefte von zwölf Hunderten von Pflanzen-

1760— 1764

abdrücken unter der Aufschrift: „Jo. Hier. Kniphofii Bota- nica in Originali seu Herbarium vivum u. Ss. w. Halae, opera et studio Joa. Godof. Trampe“ (des Buckdruckers der mit Kniphof in Verbindung stand). Die späteren Hefte tra- gen die Jahreszahlen 1759, 1760, 1761, 1762, 1763 und 1764.

erschien : Ektypa vegetabilium usibus medicis destinatorum u. s.w. von Prof. Chr. Gottl. Ludwig. Impressit Jo. God. Trampius. 8 Hefte mit lat. und deutschen Nachrich- ten. Fol.

1763 erscheint in Nr. 2 der Gazette salulaire: Recette pour copier

1777

toute sorte de plantes sur du papier, communique a la So- ciete de Dublin par Mr. Guill. Newby.

beginnt zu Hamburg ein Werk unter dem Titel:

Icones plantarum, partes, colorem, magnitudinem_ et habi- tum earum ad amussim exhibentes u. Ss. w. ediderunt Gieseke, Schultze, Abendroth und Buek, Opera et sumptibus J. v. Döhren.

1730 in Beckmann’s Beiträge zur Geschichte der Erfindungen. Leip-

zig. 8. V. 1. p. 514 über Pflanzenahbdrücke.

1782 führt Cober in seiner Büchersammlung (8. 491) ein derlei

Werk ohue Titel auf, welches aus 75 Tafeln, besteht, deren erste die Boerhuvia hirsuta, die letzte den Fucus siliquosus darstelit.

17840d.1785 erscheint zu Wetzlar Ernst Wilh. Martius Werk: Neueste

1788— 1793

Anweisung Pflanzen nach dem Leben abzudrucken (diese An- weisung ist sehr genau, Martius scheint auch viele Ge- schicklichkeit im Abdrucken der Pflanzen erreicht zu haben, da er 300 Pflanzen 2000mal und zwar vom April bis November 1780 abdruckte).

erscheint Hoppe’s Ektypa Plantarum Ratisbonensium oder Abdrücke der Pflanzen, welche um Regensburg wachsen u. s; w. Regensburg. Fol.

1796, Hoppe, Ectypa plantarum selectarum. BKegensburg. Fol.

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Ausserdem erschienen in vielen Zeitschriften Andeutungen und Beleh- rungen über den Pflanzenabdruck, deren Krunitz in seiner ökonomisch- technischen Encyelopädie (Berlin 1798) nebst den meisten der oben angeführten Werke erwähnt.

Fndlich führt unter manchen der Vorigen Pritzel in seinem Thesau- rus Bot. noch folgende Neuere an:

1809, Graumüller, Neue Methode von natürl. Pfanzenabdrücken, Jena. 4, und

1914. Opp, Neue Pflanzenabdrücke, Gräser. Fol.

Zum Schlusse legt Herr G. Frauenfeld folgende eingegan- gene Manuscripte vor: Ueber die ersten Stände einiger Phycideen von J.v. Hornig. Zwei neue österr. Spanner, beschrieben von J. Mann und Verzeichniss von Alpenpflanzen auf 14 steierischen, kärnthnerischen, salzburgischen und österreichischen Alpen gesam- melt von Fr. Hillebrand und Jos. Graf Zichy. (Siehe Ab- handlungen.)

Endlich wurde noch die von Herrn Fr. Hoffmann übergebene Apis ligustica aus Süd-Europa vorgelegt. Es ist dieselbe aus dem ersten Bienenstocke, der lebend aus Mira bei Venedig zur fernern Züchtung ‚nach Wien gebracht wurde. Herr Hoffmann hat die Zellen ganz genau übereinstimmend mit jenen der nordeuropäischen A. mellifica, von der sie sich durch die rostrothen Binden auf den zwei ersten Leibringen unterscheidet, gefunden, und wird die weiteren Ergeb- nisse später mittheilen.

Versammlung am 2. März 1853.

Vorsitzender: Herr Vicepräsident Dr. E. Fenzi.

Neu eingetretene Mitglieder:

Als Mitglied P. T. Herr

Doderlein Dr. Pietro, Prof. d. Univers. zu Modena Fischer v. Waldheim, g. k. russ. wirkl. Staatsrath. Präs. der natf. Gesellsch. zu Moskau

Friedenwagner Jacob .....cuerse-ceeses«- Fuchs Rudolf, Prof. zuh. Kreuz, Hochw... Graf Rainer, k.k. Prof. in Klagenfurt.... Hollerungh Carl, Pred. zu Modern ...... Khuen Andr., landst. Rechn. Off. ........ Kolenati Dr. Fried., k. k. Prof, in Brünn .. Osten-Sacken, Carl Rob. Freih.v........- Rziha Alois, zu h. Kreuz, Hochw. ........

Scheider, in Rzezow Streinz Dr. Wenzt, k.k. Gubernial-Rath

und Protomedicus in Gratz .........- Wodzicki Casimir, Graf v., zu Krakau ..

Zeller P. C., Prof. in Glogau

ERaaE Dur var Dar Bar Pr er ya Br ur Br Er Br Er Er u ur Br Er Er

Der ap Er Sur Ba Ber er ar er ee ur u Er Er Br

bezeichnet durch P. T. Herrn

A. Sennoner u. G. Frauenfeld.

Das Präsidium.

G. Mayr u. A. Kerner.

Zelenka u. J. Ortmann. Br. Leithner u. Dr. Schiner. Dr. Stur u. Dr. Doleschal. Castelli u. Dr. Fenzl.

Das Präsidium.

Das Präsidium.

J. Zelenka u. J. Ortmann. G. Mayr u. J. Rabl.

A. Sennoner u. G. Frauenfeld. Das Präsidium. J. Lederer u. J. Munn.

Eingegangene Gegenstände:

Eine Sammlung Land- und Süssw. Conchylien. Geschenk des Herrn P, Strobel.

Denkmünze zur Vers. d. Naturf. im Jahre 1832 von der Stadt Wien. Geschenk des Herrn E. Heger.

Karte von Siebenbürgen.

Geschenk des Herrn M. Sennoner.

a]

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Massalongo A. Ricerche sulla anatomia dei licheni erost. Verona 1852.38 Sopra le piante foss. d.terr. terz. d.Vicent. Padua 1851. 8. Consp. flor. tert. orb. primaevi. Padua 1852. 16. Sporodiction nov. lich, genus Synopsis palmar. fossil. Synopsis lichenum blast. Separat- Amphoridium nov, lich. genus Abdrücke. Nota sopra due frutti foss. Anmidmadversio in licid. bolc. cyr. poll. Zanardini G. Flora dalmatica. Venedig 1352. 8. Geschenke des Hrn. Prof. A. Massalongo. Betta Ed. N. d. Descriz. di due nuove Conch. terr. d. veneto. Verona 1852. 8. Geschenk des Herrn Verfassers. 5 Arten Conchylien aus Italien. Geschenk des Hrn. L. R. v. Heufler. 19 Arten Reptilien in Weingeist. Geschenk des Hrn. Ed. N, de Betlta. 1 Packet Pilanzen aus der Gegend von Meran. Geschenk des Hrn. @. Bamberger.

Goldfuss Dr. A. Grundriss der Zoologie. Nürnb. 1826, 3.

Kalchberg A. R. v. Ueber die Naturder Pfauzenauswüchse. Wien 1828. 8.

Paulet: Flore et fauna de Virgite. Paris 1824. 8.

Dahl 6. Coleoptera und Lepidoptera. Wien 1823. 8.

Prunner L. Lepidoptera pedemontana.

Geschenk des Hrn. E. Heger.

Goldkörner für Haus- und Landwirthe. 16.

Porth E. Briefe über allg. Naturkunde. Prag 1853. a

Wessely J. Die österr. Alpenländer und ihre Forste. Wien 1853. 2. Th. 8.

Petri B. Agronomie und Agricultur in Bezug auf staatsw. Interesse. Wien 1847, 8.

Binder J. F. Die vortheilhafte Benützung der Runkelrübe. Hermannstadt 1842. 8.

Balling K. Der Getreidestein. Prag 1852. 8.

Hoffmann Fr. System des Futterbaues. Wien 1853. 1. 2. Lief. 8.

Ranert J. Die Seidenzucht im Kleinen. Prag. 1853. 8,

Wenzig J. Uebersicht der Erdoberfläche. Prag 1853. 8.

Wolf Leo. engl. und amerik. Landwirthschafts-Maschinen. Wien 8.

MassalongoA. Richerche sulla autonomia deilich. crost. Verona 1852.8.

Jasbitz G. Istruz. utiliss. ed economiche pel comm. nov. scienze etc. | Triest 1852. 8.

Fusina V. Un pens. sul orig. della malaltia delle vili. Pavia 1852. 8.

Zenone S, Illustr. sull’acgua minerale salino-ferr. Bassano 1853. 8.

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Schott H. Aroideae I. Wien 1853. Fol. Chromy Dyzma. Objasnienie; Erläut. über Viehzüchtung. Krak, 1853. 8. Stamm Ferd. O sposobach; vom Anbau der Rüben. Krak. 1853. 8. Umeni Hospodarske. v Praze 1853. 8. Grimm J. Zaklady; Grundzüge der Geognosie. Prag 1852. 8. BandlJ. A. Gerinczes; Naturg. der Wirbelthiere. Pesth. 1832. 8. Katona D. Gyümölgsföck ; Obsthaum-Zucht und Melonencult. Pesth 1853. 8. Novice Kmetijskih. Nr. 9— 17. Tydennik, Casopis pro polni. Nr. 1— 9. 1 giardiniere. Nr. 10 11. Pravnik. Nr. 1— 3,5 7% Wochenblatt der steierm, Landw. Ges. Nr. 13 17. Allg. Land- und Forstw. Zeitung. Nr. 5 —9. Mitth. üb. Geg. der Landw. u. Indust. Kärntens. Nr. 1. Mitth. d. k. k. m. schl. ‚Ges. z. Bef. des Ackerbaues in Brünn. Nr, 4 9. Mitth. d. Forstver. d. österr. Alpenländer. Nr, 3—5. Wochenblatt d, Land- und Hauswirthschaft. Nr. 6—-9. Centralblatt für ges. Landescultur, Nr. 2 9. Zeitschr. f. Natur und Heilkunde in Ungarn. Nr. 31 314. Oesterr. bot. Wochenblatt. Nr. 5 8. Lotos. Jänner 1853. Geschenk der k. k. obersten Polizeibehörde.

Schaustufe des Brennberger Ligniten Bergbaues. Geschenk des Hrn. A. Wickenhauser.

Heger E. Beiträge z. Insectenfauna Oesterreichs. 5. Lief. Geschenk des Verfassers.

Lotos, Zeitschrift des Vereines Lotos. Jänner 1853. Schriftentausch.

Schliesslich theilt der Secretär, Herr G. Frauenfeld mit, . dass das Vereinsmitglied Herr Karl Doblika die Bestimmung der Arachniden und Myriapoden übernommen, und dass Herr Ritter Ludwig v. Heufler ein Verzeichniss seiner Druckschriften bota- nischen Inhalts übergeben habe, wobei er bemerkt, wie wünschens- werth es wäre, wenn dergleichen Verzeichnisse auch von ‚anderer Seite übergeben würden.

Der Herr Vorsitzende eröffnet die Sitzung mit der Mittheilung, dass die Direction und der Ausschuss sich im Namen des ganzen

Vereines gedrungen gefühlt hätten, Sr. k. k. Majestät bei Gelegen- .*

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heit der wunderbaren Rettung aus so drohender Lebensgefahr, eine Ergebenheitsadresse zu überreichen.

Herr J. G. Beer spricht über Gruppirung der Orchideen nach ihren Bulbenformen :

Zur ersten Abtheilung.

Ich habe mich bemüht die verschiedensten Formen, welche bei der Familie der Orchideen vorkommen in drei Kränze zusammenzustellen. Bei jedem Kranze sind die europäischen Orchideen-Formen, mit all ihrer Ab- wechslung zugezogen. Jeder dieser Kränze beginnt mit einer in Europa ein- heimischen Orchidee, umfasst tropische Formen bis zu den grösst ausgebil- detsten Luftknollen und. kehrt zurück, wieder bis zu einer europäischen Pflanze, welche dann ebenfalls stufenweise bis zur Eingangsform führen.

Als ich an diese Arbeit ging, fand ich selbe im Anfange sehr schwer durchführbar, allein bei dem reichen Materiale, welches ich jetzt täglich vor Augen habe, lichteten sich bald die Zweifel und ein Verbindungsglied fand sich nach dem andern. Ich gestehe gerne, dass man nur dann im Stande ist, sich einer solchen Arbeit zu unterziehen, wenn man alle Formen frisch im Gedächtuisse hat, da selbe aus allen Welttheilen zusammengesucht wer- den mussten. Aber der Nutzen hiervon wird für die Kenntniss dieser Pflan- zen, die grosse Erleichterung zur Auffindung der Genera sein; obwohl ich gerne zugestehe, dass nicht jede Species zur Giltigkeit gelangt. In meinem Buche über die Familie der Orchideen werde ich bei jeder hier in den Kränzen vorkommenden Species alle gleichartigen Bildungen aus anderen Ge-. schlechtern zuziehen, aber bei jeder noch zu nennenden Pflauze, die, wenn auch oft sehr geringen Unterschiede anführen. Bezüglich der inländischen Orchi- deen habe ich die Ehre der hohen Versammlung eine Reihenfolge in getrock- neten Exemplaren vorzulegen.

Dieselbe ist das Verbindungsglied der europäischen Orchideen mit jenen der Tropenländer. Selbe heginnt mit Malaxis paludosa, einer aufrechten Pflanze, von einer Bulbe zur andern mit langen Verhindungsorganen ver- sehen. Dann folgt Sturmia Loesellii oder Malaxis monophylios eine Pflanze mit ebenfalls aufrechter Bulhbe, aber bei weitem kürzeren Verbindungsorgan, von einer Bulbe zur anderen. Dann folgt Herminium monorchis, eine Pflanze mit langen wagerechten Verbindungsorganen und abwärts stehender Bulbe, und nun folgen alle, welche eine oder zwei Bulben haben, wie unsere Orchis, Ophrys u. s. w., hierauf folgt Spiranthes autumnalis , eine Pflanze, welche fleischige wurzelförmig verlängerte Bulben hat; dann kommt Himanthoglossum viride, eine Pflanze, wo jede der zwei Bulben am untern Ende wurzelförmig getheilt erscheint, dann folgt Nigritella angustifolia, eine Pflanze, deren Knolle in fleischige Wurzeln sich theilt; nun folgt Coraliorrhiza innata, eine Pflanze, deren Knolle wie Korallenstämme gebildet ist; endlich kömmt Epipactis nidus avis, eine Pflanze, deren Bulbe theilweise in fleischige Wurzeln aufgelöst ist, und schliesslich Listera cordata mit leischigen Wurzeln. -

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Wir haben nun bei Malazxis paludosa, einer Pflanze, welche den tropischen Formen am nächsten steht, angefangen, und endeten bei Lastera cordata, bei welcher die Bulbe förmlich zur Wurzel umgestaltet erscheint, diese Pflanze gleicht ebenfalls ‘einer Menge tropischer Orchideen besonders den tropischen Spiranthideen. Indem ich nun die Ehre habe, auf die im Anfange dieses Vortrages berührten Kränze nochmals zurückzukommen, er- laube ich mir folgende vorläufige Andeutung:

Der erste Kranz fängt bei Goodyera repens an, hierbei ist die grösste Aöro-Bulbenform Peristeria elata; endlich schliesst sich der Kranz über Malazis paludosa und den europäischen Formen bis Listera cordata wieder bei Goodyera repens.

Der zweite Kranz geht über die europäischen Formen zur Malaxis mo- nophylios, Hier ist die grösste Aöro-Bulbenform Laelia superbiens und endet bei Malaxis paludosa. Um diesen Kranz zu schliessen, darf man nur die europäischen Formen zurückgehen.

Der dritte Kranz beginnt bei Sturmia Loesellü; hierbei ist die grösste tropische Aöro-Bulbenform Cyrtcpodium punctatum und geht durch Cypri- pedium Calceolus zu den europäischen Orchideen-Formen über.

Reihenfolge des ersten Kranzes: Goodyera repens Neottia elata Calanthe veratrifolia

Peristeria Parkerii Coryanthes Albertinae Gongora maculata

plantaginea Stanhopea tigrina Perothetlü Brassia macrostachia = vestita Miltonia spectabilis Peristeria elata Burlingtonia rigida pendula Mataxis paludosa.

Reihenfolge des zweiten Kranzes : } Malaxis monophylios Dendrobium compressum

Microstylis histyonantha = aggregatum Epidendrum pyriforme = speciosum = Hellerii Cattleya (Laeliopsis) Domingensis > phoeniceum Skinneriü = ciliare Laelia superbiens Stamfortianum aurantiaca floribundum Perriniü = cinnabarium anceps Parkerii Dendrobium transparens Cattleya Mossiae crumenatum superba = monitiforme . tigrina albo sanyguineum Laelia Galiottiana _ ceretaceum acuminata _ densiflorum Ornithidium coccineum = Farmerii Malaxis paludosa

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Reihenfolge des dritten Kranzes:

Sturmia Loeselli N Cymbidium giganleum

Bletia Shepherdiü —— Mastersiüt Acantophippium bicolor == aloefolium Catasetum integrinum Cypripedium insigne Mormodes unicolor caudatum Cycenoches chlorochyton Lowii Cyrtopodium punctatum >= Frapaeanum Cymbidium Gibsoniü Catlceolus.

Sämmtliche Abbildungen der hier benanten Pflanzen, welche ich selbst und zwar mit geringer Ausnahme von lebenden Individuen, alle in matür- licher Grösse zeichnete und die Ehre habe hier vorzulegen, dürften in sofern von Interesse sein, zumal in dieser Richtung zur Erkenntniss vou einer Form zur andern, meines Wissens noch Niemand Achnliches bearbeitete. Der Nutzen derselben wird sich erst bei Verwendung in meinem Buche klar und deutlich herausstellen.

Was das Alter der Orchideen im Allgemeinen betrifft, glaube ich, dass sie fünf ja selbst zehn Jahre bedürfen, um zu blühbarer Stärke zu gelangen. Bei unseren Orchideen, welche Knollen hilden, haben wir immer ein scheinbar zwei bis dreijähriges Individium vor uns, nämlich wenn die Pflanze zwei Knollen und einen Trieb besitzt, scheinen sie dreijährig, oder ‘mit einer Knolle und einen Trieb scheinen sie zweijährig zu sein, da die älteren Knollen ganz sufgesogen werden, und die Häute derselben in der Erde sich auflösen.

Es ist daher gar nicht möglich bei unsern knollenartigen Orchideen das Alter derselben zu erforschen. Am besten lässt sich noch annäherungs- weise das Alter von Cypripedium Calceolus erkennen. Ich erlaube mir bier aus meinem Herbarium ein Exemplar zu zeigen, welches mindestens zwölf Jahre alt war, als es ausgegraben wurde. Wenn an dieser Pflanze die erste kleinste Knolle nur zwei Jahre alt ist, so scheint diese Pflanze im fünften Jahre blühbar gewesen zu sein. (Alle Abbildungen, welche ich bis jetzt von Cypripedium Calceolus sah, zeigen immer eine dichte Bewurzelung, ohne deutlich gezeichnete aufrechtstehende kleine knollenähnliche Gebilde, welche sich gerade an diesem Exemplar besonders gut bemerkbar machen.)

Man darf auch nicht unberücksichtigt lassen, dass gar manche Species unserer Orchideen ein auch zwei Jahre ruhen, daun aber wieder ge- kräftigt erscheinen. Bei den tropischen Oncidien mit einer kleinen Aöro- Bulbe und oft unverhältnissmässig grossem, dicken Blatte trifft man auch oft die Pflauze in ihrem natürlichen Standorte ein, zwei auch drei Jahre in Ruhe an.

Bei den tropischen Orchideen lässt sich wohl leichter auf das Alter schliessen, da die Luftbulben derselben oft acht bis zehn Jahre frisch bleiben,

35 aber von dem Heranwachsen bis zur blühbaren Stärke haben wir sehr wenig Erfahrungen.

Ich habe viele Orchideen untersucht, welche eingeführt wurden, und darunter erstaunlich alte Pflanzen gesehen. Galleotti in Brüssel zeigte mir eine Laelia graundiflora, eine vereinigte Masse von über 300 Aöro-bulben.

Ich besitze eine Cattleya Mossiae, welche vor der Theilung, 78 Knol- len zusammenhängend hatte. Wie alt müssen solche Pflanzen wohl sein?! Ein einziges Mal hatte ich die Kreude an einer

Gewiss Jahrhunderte. Laelia acuminata den Entwickelungsgang der Bulbe von erbsengross bis zur blühbaren Grösse an einem Original-Exemplar beobachten zu können, jede nachwachsende Bulhe hatte doppelte Grösse erlangt, aber ich zählte 17 Bulben bis zur blühbaren Grösse. Wir sehen, dass diese langsame Ent- wicklung es natürlich erklärt, dass selbst in den üppigen tropischen Gegenden schon manche Species dieser Familie, welcher sehr nachgejagt wird, -— we- nigstens an den bekannten Standorten gänzlich ausgerottet ist. So ist Cattleya crispa in Brasilien bei Rio-Janeiro nicht mehr zu finden. Nach Beurtheilung eines kleinen Sämlings, welcher sich nun im dritten Jahre in meiner Sammlung befindet und ohne Zuthun bei einer anderen Pflanze keimte, habe ich mit Bestimmtheit gesehen, dass die ganz kleine Bulbe sich im zweiten Jahre zu entwickeln beginnt, im ersten Jahre erscheint nur ein sehr kleines spitziges Blatt; wo die Pflauze hingehört, ist noch nicht zu er- kennen, vielleicht ist es ein Catasetum.

Es muss als ein neuer Beweis der vollen Giltigkeit meiner zweiten aufgestellten Abtheilung der Orchideen erscheinen, dass sich von allen dem in diesen Vortrage Gesagten, gar nichts auf die zweite Abthei- lung anwenden lässt.

Herr G. Frauenfeld hält folgenden Vortrag:

Unter den, von unserm verehrten Präsidenten, Sr. Durchlaucht Herrn Fürsten zu Khevenhüller, im verflossenen Jahre aus der Adelsberger Grotte mitgebrachten Thieren befand sich auch eine Zecke, welche schon damals bei der ersten Besichtigung durch Hrn. Kollar als neu bezeichnet wurde. Auch Dr. Doleschal, der sie mit den im k.’k. Museum befind- lichen Thieren dieser Familie verglich, erklärte sie für eine neue Gattung aus der von Koch aufgesteilten Familie der Argasiden, einer Abtheilung, bei welcher der Kopf an der Unterseite des Leibes befindlich, so dass, von oben ausser der Rückenscheibe nichts, als die darüber hinausragenden Füsse bemerkbar sind, während bei dessen eigentlichen Iwodiden und Rhipistomiden der Kopfschild flach am Rücken liegend, mit vorgestreckt daran befindlichem Rüssel und Tastern von oben vollständig sichtbar ist. Als ich jedoch das Thier in Untersuchung nahm, fand ich, dass es in keiner dieser beiden Fa- milien untergebracht werden könne, sondern einerseits den eigentlichen Ixodiden eben so gut zu nähern sei, als andererseits Mehreres für die Stel- lung bei den Argasiden oder Randzecken spricht.

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Koch sagt, die Kinnladentaster haben bei allen Zeckenarten drei Glieder von verschiedenen Formen. Latraille nennt sie bei seiner Tribus: Acarides, fünfgliedrig und bezeichnet die wenigergliedrigen als palp. adnati. In den Suites a Buffon, so wie nach Hrn. Kollar’s höchst genauen gründlichen Untersuchungen, in dessen bildlicher Naturgeschichte, sind sie (nach Argas persicus) für die Argasiden viergliedrig dargestellt *).

Mag man sich auch vom physiologischen Standpuncte für Latraille, d. h. die Aufstellung einer allgemeinen Grundzahl als Norm,.entscheiden, so ist es in der beschreibenden Naturgeschichte, um Verwirrungen zu ver- meiden, doch wohl vorzuziehen, in so ferne davon abzuweichen, dass man strenge nur jene über die ungetrennte Basis frei hinaustretenden Glieder bezeichnet und zählt. Bei dem Thiere aus der Adelsberger Grotte sind diese Taster nur eingliedrig oder wollte man die nur unbestimmt abgegränzte Wulst, auf der dieses birnförmige Glied aufsitzt, dennoch mitzählen, höch- stens zweigliedrig, eine so geringe Gliederzahl, wie mir bei keiner Zecke weiter bekannt ist: Wenn wir hierzu den ganz verschiedenen Bau derselben nehmen, der sie, rings mit Borsten besetzt und weit vom Rüssel entfernt stehend, durch die Birnform, die nie eine Krümmung, wie bei den Argasiden erlaubt, von den Randzecken ebensowohl entfernt, wie von den Ixodiden, wo sie dreikantig oder deren Innenseite ausgehöhlt, derart, dass sie sich dem Rüssel scheidenartig anschliessen, so müsste dieses 'TThier, wenn Koch’s Familien angenommen werden, eine eigene solche Abtheilung bilden. Ja selbst die Stellung des Kopfes oder Mundes am nicht ausgeschnittenen Vor- derrand des Rückenschildes senkrecht nach unten gerichtet, wodurch er mit jenem genau einen rechten Winkel bildet, was bei keiner Zeckenart als na- türliche Richtung weiter vorkönmt, auf das ich als besondere Eigenthüm- lichkeit glaube aufmerksam machen zu dürfen, spricht hierfür.

Da ich Gelegenheit hatte, das Thier noch lebend zu beobachten, so ist dadurch jeder allfällige Zweifel beseitigt, dass diese Stellung vielleicht erst durch den Tod oder eine sonst wie bedingte gewaltsame sei. Bei den Argasiden, obwohl weit vom Vorderrande entfernt und au den Leib ange- drückt, steht der Mund ziemlich parallel mit der Körperachse, eben so bei den übrigen Zecken mit vorgestrecktem Kopf in der Richtung des Körpers, und ist diess bei ihnen um so bestimmter die natürliche Lage, als die sau- gende Zecke, sobald sich der Rüssel vollkommen eingesenkt, noch lange ehe sie die Callosität der Umgebung oder der angeschwollene Hinterleib. dazu zwingt, nicht flach auf der Haut aufliegt, sondern deren Hinterrand ziemlich erhöht ist.

*) Ich hatte nur Gelegenheit, aus dieser Familie ein einziges Exemplar von Argas reflevus zu untersuchen, bin jedoch, da ich dasselbe keiner Zergliederung unterziehen durfte, der angestrengtesten Mühe unge-

achtet nicht im Stande, zu entscheiden, ob dessen Palpen drei- oder |

viergliedrig sind.

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Koch hat in seiner siebenten Ordnung: Ricini, die er aus den Milben als gleichwerthige Gruppe ausscheidet, die Argas-Arten eingeschlossen, ge- wiss mit vollem Rechte, da sie hier natürlicher untergebracht sind, als bei den Gamaseiden, wohin mehrere Schriftsteller dieselben stellten. Unser Thier nun zu den Zecken zu bringen, kaun wohl keinen Anstoss erregen, wenn es auch immerhin fraglich bleibt, ob dasselbe an seinem Aufenthaltsorte Je als Blutsauger aufzutreten vermag, und es dürfte dann am zweckmässig- sten zwischen die Argasiden und Ixodiden zu stellen sein, da es, wie ich gezeigt, in keine dieser beiden Familien gehört. Ohne mich jedoch hier in irgend eine Begränzung weiter einzulassen, die auch jedenfalls eine Aen- derung der einzelnen Diagnosen in dieser Gruppe erforderlich macht, gehe ich zur Beschreibung des Thieres selbst über:

Eschatocephalus.

Ixodinearum genus novum:

Ocellis nullis.

Capite verticali.

Patpis pyriformibus, rostrum longitudine aequantibus, setosis.

Pedibus elonyatis, yracilibus, setosis.

Laeviyatus, nitidissimus.

Eschatocephalus graecilipes: Oval, flach, glatt, glän- zend wie polirt; der Körperrand im Tode stark nach aufwärts gekrümmt, schön rosıbraun mit schwarzen Zeichnungen. Kopf, Palpen, Füsse ebenfalls rostbraun, letztere beide stark steifhaarig 2” lang.

Der Körper ist sehr flach, eiförmig. Am vordern, schmälern Rande zu jeder Seite eine kaum merkliche Einbuchtung. Im Leben ist die ganze Oberseite gespaunt ausgebreitet und erscheint das Thier daher breiter, wäh- rend im Tode der Rand an den Seiten und rückwärts sich ziemlich breit nach oben krümmt. Von einer Abtheilung desselben in einzelne Schilde ist eben so wenig sichtbar als bei den Argasiden. Dieser Rand ist ziemlich ‘verbleicht, so dass das Thier beinahe weiss gerandet erscheint, was im Leben weniger merkbar ist. Die. Farbe der Rückenscheibe ist rostbraun, glatt, stark glänzend. Eine schwarze, wie aus dem Innern durch die Haut. durch- scheinende Zeichnung begränzt den Seitenrand. Ein eben - solcher vorn und rückwärts gegabelter Längsstreifen geht über die Mitte, und von demselben reicht hinter dem ersten Drittel der Länge eine schwarze Ver- bindungslinie nach dem Seitenrande. Uebrigens sind diese schwarzen Zeich- nungen weder ganz regelmässig noch scharf begrenzt, sondern hier und da verschwommen, Unterseite gleichfalls glänzend rostbraun mit unregelmässi- gen schwarzen Flecken. Bauchmitte der Länge nach vertieft. Mund von gleicher Rostfarhe, glänzend, am Vorderrande eingefügt senkrecht abwärts stehend, Oberlippe viereckig an der Basis verschmälert, Rüssel von gleicher Länge, an der äussersien Spitze mit wenig Widerhäkchen besetzt. Die birn- förmigen Fühler von der Länge des Rüssels sitzen auf einer scheibenartig abgestutzten, mit einer Wulst umgebenen, etwas vorgezogenen Stelle am Vor-

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derrande des Mundes, und sind dieselben mit langen steifen Borstenhaaren ringsum ziemlich stark besetzt. Die innern Theile des Rüssels vermag ich nicht anzugeben, da ich das einzige Exemplar, gerade wegen der eigenthüm- lichen Stellung des Kopfes, die vernichtet hätte werden müssen, nicht zer- stören wollte. Die Beine mit dem ührigen Körper an Glanz und Farbe über- einstimmend, sind dünn, lang, mit steifen Borstenhaaren gleichmässig rings besetzt. Das zweite Paar wenig kürzer als das erste; viertes Paar das längste. Das erste unbewegliche Hüftenglied ist ziemlich rundlich, das näch- ste etwas, länger, kugelförmig. Das 3., 4., 5., jedes doppelt so laug, als dieses zweite Hüftenglied, cylindrisch , das 6. und 7, an welchem man die Theilung nicht so deutlich wahrnimmt, sind zusammen um ein geringes län- ger als eine der drei vorhergehenden Beinglieder. An der Spitze derselben befindet sich ein glashelles gestieltes Knöpfchen mit zwei Krallen.

Ich hatte meine Arbeit eben vollendet, als der auf seiner Rückkehr von einer südlichen Reise hier verweilende in russischen Diensten befind- liche Freih. v. Osten-Sacken mir ein Exemplar dieser Zecke, das er ebenfalls tief in der Adelsberger Grotte gefunden, zeigte und mittheilte, dass auch Hr. Schmid in Schischka sie dort gefunden, und Ixodes troglodytes benannt habe. Es stellt sich somit die Höhlennatur dieses Thieres unzweifel- haft heraus, und wäre nur vielleicht um so emsiger nachzuforschen, ob sie nicht an den in den Karsthöhlen zahlreich lebenden Tauben vorkommen, da unser Argas reflexus bekanntlich ebenfalls an Tauben lebt.

(Siehe Abbildung.)

Weiters gibt Hr. G. Frauenfeld folgende Notiz:

Herr Gadamer sagt in der neuesten Naumannie 11. 3. p. 12 u. s.f. „er habe nie geglaubt, und glaube nach angestellten Versuchen au einem sezähmten Auerhahne nun um so weniger, dass derselbe während des soge- uaunten Schleifens taub und blind sei.“ Ich habe schon einigemale Gelegen- heit gehabt, darauf aufmerksam zu machen, wie höchst vorsichtig man sein müsse, von gezähmten oder sonst in ganz veränderler Lage befindlichen Thieren ohne weiters allgemeine Schlüsse über ihr Leben im wilden Zu- stande zu ziehen. Wir dürften dem Satze, den ein geistreicher Physiologe bei Gelegenheit einiger aus Vivisectionen gezogenen raschen Folgerungen warnend entgegenrief: „Die Folter frägt, und derSchmerz aut- wortet,“ wohl eine etwas erweiterte Beachtung gestatten.

Ohne den buchstäblichen Sinn von taub und blind, den wohl Niemand darein legen wird, anzunehmen, kann ich aus meinen Jagderfahrungen zwei Fälle anführen, dass die momentane Aufhebung dieser beiden Sinne bei dem Auerhahne während des Balzens in einem Theile seines rhythmischen Gesan- ges wirklich vollkommen ist, wenn sich auch dieselbe, wie Hr. Gadamer am angeführten Orte schon gethan, ganz natürlich erklären lässt.

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Wer mit der Hochgebirgsjagd bekannt ist, weiss, dass man den Auerhahn zur Balzzeit anspringt. Er lässt nämlich seinen Liebesgesang, das sogenannte Glucken und Wetzen, in tactmässiger Abwechslung von beiläufig zwei zu zwei Secunden ertönen, wovon dieser zweite Theil, das Wetzen, um rascher an ihn heranzukommen, derart benützt wird, dass man zwei bis drei grös- sere Sprünge macht, während dem Glucken aber unbeweglich verharrt, in was immer für einer Stellung man sich befindet.

Den ersten Auerhahn sprang ich in Begleitung eines alten bewährten Schützen an, der mich au der Hand hielt, um in gleichmässigem Tempo mit ihm zu springen. Es war an einem schönen Frühlingsmorgen, Ende März 1830 früh um vier Uhr. Mein Führer hörte den Hahn Jängst schon, ohne dass ich im mindesten etwas davon wahrzunehmen vermochte. Noch sehr weit von ihm entfernt, mussten wir über ein Haag setzen. Mein Begleiter, mit voller Aufmerksamkeit auf mich gerichtet, dass ich nichts verderbe, hatte das Unglück, im Uebersetzen zu fallen, wobei eine Stange des Zauns brach, wodurch natürlich ein gewaltiges weitschallendes Getöse verursacht ward. Gleich darauf hörten wir den klatschenden Flug einiger, nach diesem Flügelschlage zu urtheilen, sehr grosser Vögel. Mein alter, am Bodeu keineswegs bequem, dessenungeachtet äusserst ruhig liegender Schütze winkte mir mit der Hand, ebenfalls ruhig zu verharren. Wir verblieben so eine Zeitlang, als abermals in gleicher Richtung wie früher der Abflug eines grossen Vogels erfolgte. Ich dachte nunmehr natürlich Alles verdorben, da ich wusste, wie scheu und vorsichtig diese Vögel sind, allein mein erfahr- nerer Begleiter wiederholte sein mahnendes Zeichen dringend, nur ruhig zu bleiben. Mit der gespanntesten, ängstlichsten Erwartung horchten wir, und es mochten von dem Falle ab beiläufig 6— 8 Minuten verstrichen Sein, als mein Begleiter aufsprang, ausrief: „nun ist alles gut,“ mich abermals au der Hand fasste, und wir so unsere unterbrochene Springpartie wieder weiter fortsetzten. Ich war durch die ausserordentliche Spannung damals zu sehr eingenommen ; für den unbefangenen Zuseher müsste aber die ganze Szene höchst komisch gewesen sein, und so ziemlich das Aussehen, wie das Beginnen von zwei Verrückten gehabt haben.

Endlich an einer freien Stelle im Walde angelangt, sah ich meinen Auerhahn in geringer Schussweite vor mir auf einer mittelhohen Tanne auf der obersten Spitze balzend sitzen. Man mag sich aber meinen ungeduldigen Aerger und meine Furcht, dass es so nahe am Ziele übel ablaufen könne, vorstellen, als mein Führer, mich fest bei der Hand haltend, die rhythmischen Zwischensätze benützend, in abgebrochener Rede ganz laut sprach, mir Vorsicht anempfahl und anrieth, in Falle als mein Schuss fehlginge, auch diese Tactschläge des Vogels zu benützen, um neu zu laden, da er es aus eigener Erfahrung wisse, dass man mit Anwendung dieser Vorsicht den Schuss zuverlässig wiederholen könne, und der Vogel ohne weiters unser sei! Ich hatte wohl nicht Gelegenheit, diese Probe zu machen , da er trotz

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meines, durch diese Verzögerung eingetretenen begreiflichen Jagdfiebers, vom

ersten Schusse getroffen fiel.

Die Deutung des ganzen Vorganges war nun folgende: Die am Balz- platze versammelten Heunen, die jedoch die Verzückung des Herrn Gemals keineswegs theilten, und in dieser Beziehung für den anspringenden Schützen immer fatal sind, wenn sie sich schon zum Rendezvous eingefunden haben, flüchteten bei dem durch den Fall entstandenen Lärmen. Der Hahn, wahr- scheinlich verwundert über diese Flucht, von der er die Ursache nicht ver- nommen, unterbrach seinen Liebesgesang, flog aber, da er anfangs wohl tiefer, vielleicht ganz am Boden gesessen haben mag, auf eine höhere freie Stelle, um weiter auszusehen, ob vielleicht irgendwo Gefahr drohe, und setzte sein Ständchen erst dann wieder fort, als er weiter nichts Verdäch- tiges wahrzunehmen vermochte.

Wäre nicht durch das sausende Geräusch des Wetzens jede Einwir- kung der Schallwellen auf das Gehör vollständig aufgehoben, dieser scheue Vogel, bei dem man doch aumehmen kann, dass er nach dieser erlittenen Störung aufmerksamer als vorher sein mochte, hätte unser lärmendes An- nähern und das laute Sprechen vernehmen müssen.

Dass aber auch das Gesicht in diesem Moment ganz unwirksam ist, gibt ein zweiter von mir erlebter Fall die Bestätigung. Ich befand mich mit einem Jäger im April des Jahres 1831 auf der Hinteralpe des Mucken- kogels nächst Lilienfeld am Anstand auf Birkhühner. Bei diesen ist eine solche Annäherungsweise schlechterdings unthunlich, da bei ihnen diese beiden Sinne selbst in dem höchsten Grade der Liebeshrunst eben so aus- gezeichnet scharf sind, wie gewöhnlich. Man muss daher ihre Balzplätze, die sie schr genau halten, aufsuchen , und in einem Verstecke weit früher schon befindlich, ihre Ankunft am frühen Morgen abwarten.

Nachdem wir schon’ eine geraume Zeit daselbst harrten, und der Morgen zu grauen begann, so dass die entfernteren Gegenstände mehr und mehr sichtbar wurden, sah ich überrascht, wie mein, wenige hundert Schritte von-mir entfernter Gefährte seinen Versteck verliess. Sein Benehmen verrieth mir Jedoch augenblicks, dass er einen Auerhahn gehört haben musste den er ansprang, Voll Interesse sah ich ihm zu, wieer seine Richtung gegen einzelne, auf der weitgedehnten Ebene vertheille Gruppen zerstreuter Bäume nahm, in der‘ Nähe einer solchen augenscheinlich überrascht, unschlüssig stutzte, jedoch bald weiter sprang und beiläufig vierzig Schritte davon ent- fernt sich umkehrte, und nach der Gegend schess, woher er gekommen war. Er hatte nämlich, da der Morgen ziemlich windig war, im Gehöre getäuscht die Nähe des Hahnes erst bemerkt, als er denselben nur wenige Schritte vor sich, ziemlich nieder, beinahe mit der Hand zu reichen, auf einem Aste sitzend erblickte. Er war nun genöthigt, um nicht durch den zu nahen Schuss das Thier zu verderben noch bis auf Schussweite von ihm abzuspringen, worauf er ilın dann auch glücklich erlegte.

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Der Vogel hatte also in dieser Nähe, beinahe in gleicher Höhe mit dem Schützen, von der heftigen Bewegung beim Springen nicht das Mindeste wahrgenommen ; dass diese Blindheit in dem Verdrehen der Nickhaut ihre Ursache hat, ist unzweifelhaft. Sie zieht sich im höchsten Affecte weit über die Pupille, und macht so das Sehen ebenso unmöglich, als ob das Auge vollkommen geschlossen wäre. Alte Jäger würden den unerfahrnen Natur- forscher nur mitleidig belächeln, wenn er ihnen etwas widerlegen wollte, worüber sie die Beweise so vielfach selbst erlebten. Dass aber jedenfalls der höchste Grad der Brunst dazu erforderlich ist, weiss er ebenfalls recht gut, und erkennt aus einigen Strophen des Gesanges schon, ob der Hahn so hitzig, oder wie er sich ausdrückt, fest genug ist, dass er ihn anspringen kann, während er sonst schon einigermassen vorsichtiger ist.

Dass man bei einem zahmen Hahne, noch dazu ohne Hennen, diese höchste Steigerung der Verzückung nicht annehmen -kann, wird Herr Gadamer wohl selbst zugeben, wenn ich ihm auch die Paarung mit Meleagris gallopavo kaum glauhen mag.

Ich bedauere nur recht sehr, dass er mit den angeblich befruchteten Bastardeiern so unverantwortlich nachlässig war, dass dieselben zu Grunde gingen. Jeder Fasanjäger, ja jeder ganz gewöhnliche Hühnerzüchter weiss, dass man mit Welschhühnern , ohne Gefahr durch vollkommen beliebiges Uebertragen jede nöthige Sicherung vornehmen kann. Diese und noch weit grössere Vorsicht hätte aber dieser ausserordentliche Fall, den ich nicht so schnell zu den möglichen zählen mag, gewiss verdient. Ich erlaube mir daher au dieser geglückten Bastardirung so lange zu zweifeln, bis uns Herr Gadamer üherzeugendere Beweise liefert, und will lieber annehmen, dass die unpassende Ehehälfte sich einen Abstecher gestattete, der Veran- lassung zu diesem Erfolge gewesen.

Herr A. Neilreich berichtet über den k. botanischen Garten der österreichischen Flora nächst dem Belvedere in Wien Folgendes:

Unter den vielen Einrichtungen zur Förderung wissenschaftlicher Zwecke, deren sich unsere Kaiserstadt erfreut und welche im Inlande wenig, im Auslande gar nicht bekannt sind, gehört auch der k. k. botanische Gar- ten nächst dem Belvedere, der im Anfange der Regierung Sr. Majestät des Kaisers Franz I. von dessen Leibarzte Dr. Host mit der ausschliessenden Bestimmung angelegt wurde, nur solche Gewächse aufzunehmen, welche im Umfange der österreichischen Monarchie vorkommen. Obschon also dieser Garten sechzig Jahre besteht, so wurde er doch erst in neuerer Zeit dem botanischen Publicum näher bekannt.

Indem ich hier, in diesen Räumen, der Wiege aller klassischen Bo- taniker Wiens, den Namen Host ausspreche, sei es mir erlaubt, den eigentlichen Gegenstand meines Vortrages auf kurze Zeit zu verlassen, und Ihm, dem gefeierten Manne aus der alten und berühmten Schule Jaequin’s,

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dem unsterblichen. Agrostographen, dem Vater der Flora Oesterreichs, in so weit sie den ganzen Kaiserstaat umfasst, diese Worte dankbarer Verehrung in der Mitte so vieler Freunde der Naturwissenschaft zu weihen, die wie Er dasselbe Ziel anstreben, die ihn zum Theil noch persönlich gekannt, denen sein Leben und Wirken unvergesslich sein wird.

Diesen Garten nun, ehemals ein Küchengarten des Prinzen Eugen von Savoyen, ward zu Host’s Zeiten theils nach englischer Manier, theils in der alten Art botanischer Gärten mit nach einander gereihten quer ab- getheilten Beeten angelegt, auf denen die Pflanzen nach der Ordnung des Sexualsystems vertheilt waren, obschon einzelne Arten auch an andern Orten des Gartens zerstreut vorkamen. Eine eigenthümliche Einrichtung Host’s war, dass viele Pflanzen und leider auch so manche der von ilım selbst aufgestellten Arten mit keiner Aufschrift versehen waren, sondern an oft unscheinbaren Plätzen oder in Gebüschen versteckt standen und ihr Name, so wie der Standort, von dem sie Host bezogen hatte, nur ihm und seinem Gärtner bekannt blieben. Als daher bald nach dem Tode Host’s auch der Gärtner Meyer durch einen unglücklichen Zufall plötzlich sein Leben verlor, fanden sich viele zweifelhafte Arten. vor, von denen man mit Sicherheit nicht mehr wusste, welchen Namen ihnen Host beigelegt, oder welche Art er darunter verstanden hatte. Die Standorte gingen aber meistens verloren.

Nach dem im Jahre 1834 erfolgten Ableben Mey er’s wurde die un- mittelbare Aufsicht über den Garten im Jahre 1835 unserm verehrten Vereins- mitgliede Franz Hillebrandt und die oberste Leitung anfangs dem Prof, Freiherr v. Jacquin, und nach dessen Tode im Jahre 1839 dem k. k. Gär- tendirector von Schönbrunn, Hrn. Heinrich Schott, übertragen. Von diesem Zeitpuncte an beginnt eine neue Phase. Schott, der wissenschaftlichen Welt durch kritische Pflanuzenforschung und Horticultur im höheren Sinne des Wortes längst bekannt, beseitigte vor allem die Gartenbeete und die atıs der französischen Schule des Belvedere herrührenden terrassenförmigen Vertiefungen, liess vier Felsenpartien zur Pflege der Alpenpflanzen, einen natürlichen Moorsumpf und selbst ein Getreidefeld anlegen, um so viel als möglich die natürlichen Standorte nachzuahmen und dem Garten ein der Natur abgenommenes landschaftliches Bild zu geben. Nicht minder thätig war Hillebrandt. Seine zahlreichen, grösstentheils in Gesellschaft des Herrn Grafen Johann von. Zichy unternommenen Wanderungen auf die Kalk- und Schieferalpen von Oesterreich, Steiermark, Kärnthen und Salzburg setzten ihn in den Stand, viele und seltene Arten von ihren luftigen Höhen in den Garten zu versetzen, das Fehlende fortwährend zu ergänzen und so Demjenigen, welchem seine Verhältnisse nicht erlauben, die Alpenflora in ihrer natürlichen Majestät zu bewundern, wenigstens eiue Audeutung der unübertreffbaren Schönheiten zu bieten, die ihm dort erwarten. Auf solche Art hat sich dieser Garten durch kaiserliche Munificenz und das vereinte Wirken der vorgenannten Männer zu einem Institute ausgebildet, wie sich

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in Berücksichtigung des ilım vorgesteckten ausschliessenden Zweckes der vaterländischen Pflanzenkunde nicht leicht ein zweites finden wird,

Der Garten liegt bekanntlich zwischen dem Hofe des obern Belvedere und dem botanischen Garten und bildet ein längliches Viereck. Der obere Theil desselben ist mit Bäumen und hainartigen Lustgebüschen ausgefüllt und dient vorzüglich schattenliehenden Pflanzen zum Aufenthalte. In diesen Gesträuchen findet man und zwar ursprünglich augepflanzt, im Laufe der Zeit aber völlig verwildert: Altium multibulbosum, Scilla amoena, Doronicum Pardalianches, Omphalodes scorpioides, Scrofularia verna, Smyrnium per- foliatum, Erantkis hiemalis (in grossen Massen), Corydalis pumila, 'solida und fabacea, Watdsteinia geoides. Ferner kommen hier vor an Host'schen Arten: Festuca pallens, Carex umbrosa, Cynanchum niyrum, Pulmonaria angustifolia und media, Helleborus cupreus , intermedius,, odorus , graveo- lens, laxzus, pallidus und angustifolius; an Pflanzen südlichen Ursprungs: Layurus ovatus, Piptatherum paradoxum, Bulbocodium vernum, Erythro- nium dens canis, Ruscus aculeatus, Hypophylium und Hypoglossum, Arum Dracunculus uud italicum, Aristolochia pallida, Asperula taurina, Lamium Orvala, Cerinthe major, Scopolina atropoides und Hladnikiana Moiosper- mum ceicutarium, Thalictrum elatum, Helleborus foetidus, Stellaria bulbosa, Cytisus alpinus , Orobus luteus; au ungarischen Arten: Melica altissima, Allium Moly, Chrysanthemum macrophyllum ,„ Doronicum plantayıneum, Syringa Josikaea, Symphytum cordatum, Peucedanum longifolium, Helle- burus purpurascens und atrorubens ; endlich viele der im Gebiete der Flora von Wien vorkommenden Orchideen, Leucoium vernum, Crocus sativus und vernus, Campanula latifolia, Thalictrum medium u. a. Auf einer am Ende des Gartens angelegten schattigen Felsenpartie von Kalkstein und Granit sind zu bemerken: Die meisten Arten aus der Familie. der Polypo- diaceen, darunter Struthiopteris germanica sehr schön fructificirend, dann Streptopus ampiexifolius, Juniperus nana, Pinus Pumilio , Alnus viridis, Daphne alpina, Doronicum cordifolium und austriacum, Campanula muralis, Scutellaria alpina, Primula Auricula, Primula vulgaris var. caulescens, Rhododendrum intermedium, Thalictrum majus, Anemone trifolia, Helle- borus niger, Corydalis capnoides und ochroleuca, Peltaria alliacea, Ribes alpinum, Geranium lucidum, Cerastium tomentosum.

Aus den eben beschriebenen schattigen Anlagen gelangt man in den untern offenen weit grösseren Theil des Gartens, der aus Wiesen und Baum- gruppen gebildet und mit-einem Wasserbassin versehen ist. Hier begegnet man. vor allem einer Alpenpartie von Urfels und zwei anderen von Kalk- stein, deren eine von dem Moorsumpfe begränzt wird. Es würde zu weit führen, alle die zahlreichen Arten, welche in: diesem Theile des Gartens eultivirt werden, umständlich aufzuführen. Hier dürfte es genügen, mit Hin- weglassung aller in den Umgebungen Wiens vorkommenden, wenn auch seltenen Arten, nur die den Alpen oder bestimmten Ländern angehörigen Pllanzen aufzuzählen. Diese sind:

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Auf Urfels: Allium sibiricum , Erigeron Villarsii, Artemisia Mutel- lina, Hypochoeris uniflora, Gentiana punctata (gedeiht nur kümmerlich), Erinus alpinus, Androsace obtusifolia, Primula villosa und pubescens, Rhododendron ferrugineum (durch die Cultur fast zu Rh. hirsutum‘ umge- wandelt), Saxifraga bryoides tenella , oppositifolia, moschata ,„ Rhodiola rosea, Sempervivum arenarium, Wulfeni, montanum, Funkä, Thalictrum alpinum, Ranunculus rutaefolius, Gypsophila repens, Silene rupestris, Geum montanum, Potentilla nitida, Alchemilla alpina, pubescens, fissa.

Auf Kalk : Grammitis Ceterach, Carex firma, tenuis, atrata,„ Salz Myrsinites, retusa, reticulata,, Oxyria digyna, Polygonum viviparum, Erigeron alpinus, Aster alpinus, Bellidiastrum Michel, Achilles Clavenae, Chrysanthemum atralum, Gnaphalium Leontopodium, Arnica montana, Senecio abrotanifolius, Crepis succisaefolia, paludosa, Hieracium auran- tiacum, vilosum, Jacquini, Phyteuma comosum, scorzonerifolium, Campanula pulla, pusilla, pyramidalis, rhomboidalis, thyrsoidea, Gentiana pannonica, Linnaea borealis, Horminum pyrenaicum, Linaria alpina (verwildert), Bartsia alpina, Paederota Bonarota, Ageria, Wulfenia carinthiaca, Aretia Vitaliana, Primula venusta, Jongiflora, carniolica, inlegrifolia, calyeina, minima, Cor- tusa Matthioli, Soldanella alpina, minima Azalea procumbens, Rhododen- drum hirsutum, Chamaecistus, Arctostaphilos alpina, officinalis (gedeihen beide nur kümmerlich)„, Hacquetia Epipactis, Bupleurum ranunculoides, Meum athamanticum Saxifraga Cotyledon Aizoon, elatior '(verwildert), mutata, Burseriana, caesia, aizoides, stellaris, cuneifolia, Geum, muscoides stenopetala, Gmelini (verwildert), decipiens, androsacea, petraea, ajugae- folia, Sempervivum arachnoideum, soboliferum, Atragene alpina, Anemone alpina, narcissiflora, Ranunculus Thora, hybridus, parnassifolius , anemo- noides (letzterer wahrscheinlich in nur sehr wenigen Gärten zu finden) Aquilegia alpina, viscosa, Papaver alpinum (verwildert mit weisser, gelber und mennigrother Blüthe), Epimedium alpinum, Arabis alpina, ciliata, belli- difolia, pumila, Viola alpina, biflora, Alsine austriaca, Gerardi, Cherleria sedoides, Möhringia muscosa, polygonoides, Cerastium carinthiacum, Dian- thus alpinus, Sitene alpestris, petraea, Saxifraga, acaulis, Lychnis Flos Jovis, Linum alpinum, Rhamnus pumila, Empetrum nigrum, Dryas octope- tata, Potentilla alpestris, Clusiana , Hedysarum obscurum, Vicia oroboides.

Im Sumpf: Marsilea quadrifolia, Cyperus longus, Leucoium aestivum, Fritillaria Meteagris, Calla palustris, Petasites niveus, Swertia perennis, Menyanthes trifoliata, Limnanthemum Nymphoides, Glauz maritima, Oenan- the prolifera, Ranunculus Lingua, Viola palustris, Montia fontana, Coma-

r vu rum palustre, viele Orchideen Ho sU’sche Arten: Sesteria elongata, Festuca 2 hirsuta, stricta, Bromus rupestris, Triticum intermedium , ütorale, Saliı'

ezcelsior, concolor, intermedia, austriaca, pratensis, die in der Flora austr. angeführten Ulmus- und Tilia-Arten, Valeriana repens, Scabiosa dipsaci- Tolia, Achiltea scabra, Artemisia intermedia, Hieracium serotinum, Ori- ganum heracleoticum, Calamintha rotundifolia, obligua, Nepeta austriaca,

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Ajuga rugosa, latifolia, Acanthus spinulosus, longifolius, Veronica elata, Clusü, dentata, Teucrium , Athamanta ramosissima, Ribes vitifolium, Aco- nitum tenuifolium, albicans, geranifolium, parvifolium, Violu nitens, Euphorbia pannonica, Rosa cordifolia , Rubus althaeaefolius , polymorphus