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Die Gegend davon, welche ich letzten Sommer auf Grundlage der Karte 395 (Lauterbrunnen) des neuen topographischen Atlas (1:50) untersucht habe, liegt auf der westlichen Seite, am Thunersee. Es ist das grosse Massiv (eher die Kette) des Morgenberghorn, sowie auch die Fljsch - und Gjpsregion, welche sich zwischen ihr, dem Thunersee und dem Suldthale, erstreckt. Diese Gegend nämlich ist geologisch um so interessanter, als sie uns Erscheinungen bietet, wie sie seiner Zeit von A. Escher ton der Lirth*) (auf den Beobachtungen seines *j Gemälde des Kanton Glaras, 1839—4*2. — Stodkr's Geologie der Scbweis. II. pag. 46, 186-188. ~ Hg er's Biographie Eschbh's pag. 173, 186, \9\ Z«its. i. D. smI. Ges. XXVII. 1 . 1 die ich hier beschreibe.*) B. Favbb**), Fischbr-Oostbr***) aad W. A. OoSTBaf) behandeln noch in einigen Abbandlangen einzelne Ponkte daraus. Was noch die geologische Karte der Schweiz von Bachmann (zweite Auflage derjenigen von Studbb und Esohbr) betrifft, so kann ich sagen, dass sie für unsere Gegend gänzlich verfehlt ist. Einzig und allein für die Qjps- zone zwischen Leissigen und Faulensee ist sie richtig; sonst aber setzt sie uns Kreide am See hin, wo keine Spur davon zu finden ist (diese Angabe rührt wahrscheinlich davon her, dass W. A. OosTBR in seinen „C6phalopo des snisses^ cretacische Belemniten und Ammoniten [Bei. pistUH/ormiSy Am. Grrasi, ComueHJ von oberhalb Leissigenbad beschreibt, welche sich da nur in losen, vom Morgen berghorn heruntergestürzten Blocken haben finden können) und lässt die Kette von Morgen- berghorn aus Flysch und Nummulitenbildung bestehen, was gar nicht der Fall ist. Die Morgenberghornkette , zwischen dem Bodeli (Ebene von Interlaken) und den Thälern der Lntschine, von Saxeten und der Suld gelegen, erhebt sich an der sudlichen Ecke des Thunersee. Auf einer Länge von 9^ Kim. erstreckt sie sich in der Richtung von SW nach NO, vom Suldthale bis zum BödeJi. Dieser mehr oder weniger scharfe Grat erniedrigt sich allmälig von 8 nach N nnd besitzt als extreme Gipfel das Morgenbergborn (22dl M.) und den kleinen Rügen (738 M.). Dazwischen liegen das Schiffli (2171 M.), Leissigengrat (2035 M.)) die Rothenegg (1900 M.), das Därligengrat (1822 M.), den Abendberg (1257 M.) und grossen Rügen (1071 M.). Zwischen diesem Berge und dem kleinen Rügen befindet sich das Querthal oder die Klüse von Wagneren, welche die hier ziemlich enge Kette von der einen Seite zur anderen durchbricht. Als directe Fortsetzung dieser Kette kann im Süden das Massiv des Dreispitz gelten ff) (Littlihorn ^} Anch in seiner Geologie der westlichen Schweizeralpen, 1834, pag. 48, 5i, 8-2, 99, 139, 198. **) Geologie der Ralligstdcke 1872. ^*) Mittheil, der natnrforscb. Ges. in Bern 1862; foss. Fncoiden der Schweiz 1858. f) Cat des C^phalop. de« Alpes Snisses 1857 — 63. ff) Der Grand zn dieser Annahme liegt in den stratigraphischen Verhiltnissen dieser Gruppe, welche gftnzlich denjenigen des Morgenberg- boi-n ähnlich sind. Das südliche starke Einfallen der Schichten dieses 6 beiden Seenfer nicht mit einander correapondiren und dass nor am Anfange der Hardergroppe , gegen das Habkerenthal, eine Analogie mit der Stractur der Morgenberghornkette wahr- sonehmen sei. Bis jetzt haben wir nar die unmittelbare Fortsetzung der Längsaze unserer Kette betrachtet Fassen wir nun jetzt die seitliche ins Ange. Die Spitze des Morgen berghorn , welche mit der Schweinfluh mehr oder weniger steil gegen das Suld- ihal abfallt, bildet einen dreikantigen Gipfel, dessen obere Kante den Anfang des weiteren nördlichen Gebirges bildet« An die westliche oder linke schliesst sich ein waldiger Höhenzog an, welcher sich allmalig gegen die Hochebene von Aeschi - Ried und Aeschi erniedrigt. Es sind die Bronnispitze (1666 M.), Hornegg (1600 M.), der Birchenberg (1425 M.), Ginacker (UIO M.) und die Aeschi-Allmend (1212 M.). Zwischen diesem flacheren Höhenzug ond der höheren Morgen- berghornkette gelegen , haben wir eine dreieckförroige Flysch- region, welche vom See aus nberali stark hinaufsteigt und von zahlreichen Wildbachen (Kreuz-, Ried-, Spiessi-, Buch- holz-, Holzen bach) durchzogen und zerfressen ist. Die südliche Kante der Morgenberghornspitze erstreckt sich noch in einer Entfernung von 1^ Kim. bis zum Passe Tanzbödeli*) (1880 M.), wo unser Massiv aufhört und das- jenige^ ausgedehnte der Schwalmern (2785 M.) anfangt mit den Vorhöhen von Auf dem Wasmi (2010 M.) und Schwalmern- schiffli (2256 M.)* Vom Passe Tanzbödeli hinunter fiiesst der sogen. Tanzbödelibach , welcher mit dem Saxetenbach, der im Grande des Saxetenthals fliesst, die westlichen Grenzen des uns hier beschäftigenden Gebirges bildet. Rechts vom Saxeten- thal befinden sich dann die Massive des Bellenhöchst (2091 M.), der Sulegg (2412 M.) und der Lobhörner (2570 M.), welche alle noch einer weiteren geologischen Bearbeitung bedürfen. Nach diesen einigen geographischen und orograpbischen Betrachtungen gehe ich nun über zur speciellen Behandlung der verschiedenen in dieser Kette auftretenden Terrains und *} Der meist gebraachte Name tou Rengglipasi i«t nur irriger- weise in Anwendung gebracht worden; denn Renggli heilst nur die Alp, welche unterhalb des Fasses gegen das Saldthal liegt. bcgioae mit d«m jängsten , dem Plyach, am rott da aufwärts nod mittelst dieser merkwürdigen Aufeinanderfolge la den ältesten la gelangen. FlfBoh, Studbr 1827. *) Dieses in den Schweizeralpen so ansgedehnte Gebilde erstreckt sich in unserem hier tu beschreibenden Gebiete von Paulensee und Aeschi ans, längs des Thanersee und des Sold- thales hoch fainanf xa den kalkigen Abstnrien der Morgea- bergbomkette. Prof. Stddbr betrachtet diesen Plysch -sowie aacb denjenigen des Härder im Habkehrenthale nod des Drei- spilc (in dem von ihm westlich gelegenen Lande), als etnea wahren nnd typischen, entsprechend dem Macigno nnd At- berese des Apennins. Vom Seeufer (560 M.) aus finden wir den Flyscb bis in einer Höhe von beinahe 1800 M. binaof* Steigen, also m einer Mächtigkeit von 1240 M. , eine Zahl, welche nicht erschrecken darf, wenn miin bedenkt, dass sie in der Niesenketle (bei Orcieres) nnd im Dauphin^ (n. LoBl) ta 2000 M. wird. Dass diese grössere Mächtigkeit aber einer etwaigen Pältelnng dieses Schiefermaterials ineuschreiben ist. £r8t darch die Baoten der Deaen Strasse von Leissigen nach Aeschi, ist die echte Flyschoator dieser Region mit Sicherheit erkannt worden. Aach sein Vorkommen hie und da Aof der Aeschi-Allmend^ den Ginacker- und Birchenbergalpen, bestätigt dies. Erst von einer Linie aus, welche von Leissigen- bad nach der Gräbernspitse und nach Osten gezogen wurde, hätte man dann die echte typische Entwickelnng des Fljsch in unserer Gegend. Wir finden ihn hier besonders in den zahlreichen Tobein auftreten, welche von der Morgenberghorn- kette und den Brunni- und Gräbernspitsen gegen den See hin- fliessen. Auf der Ramsernalp, am Quellengebiet des Buch- holabachs, kommt er am schönsten mächtig entwickelt vor; so auch auf der Hornegg und unterhalb der Brunnispitse ; da- neben noch mehr oder weniger in allen Tobein. Was die unseren Flysch susammensetzenden Gesteine an- betrifft, so sind es bei Weitem die grauen Fuco'idenscbiefer, welche am meisten verbreitet sind. Ueberall sind sie zu finden, wo nur Flysch zu Tage kommt. Mehr untergeordnet sind die dunklen quarzreichon Sandsteine, welche sich bei der Verwit- tenuig infolge ihres grossen Eisenreichthums mit einer gelblich- braunen Kruste überziehen. Wo sie auftreten (Krattiger Säge, aof der Strasse zwischen Leissigenbad und Leissigen, am Krenzbacfa, Bachtenfall im Snldthal), finden sie sich in bis 1 fil. mächtigen Schichten, welche immer mit dünneren Schiefer- lagen regelmässig abwechseln. Am Kreuzbach (Curve 780 der Karte) werden sie seit mehreren Jahren als Pflastersteine im Kleinen ausgebeutet. Unmittelbar an die Nummulitenbildnng angrenzend und in ihre analogen Gesteine übergehend, finden wir längs der ganzen Iforgenberghornkette gelblich- braune, schiefrige und leicht ver- bitternde Sandsteine, welche hauptsächlich am Brunni - Schaf- berg und in den Telliweiden entwickelt sind. Die strati- grapbische Aufeinanderfolge der beiden vorher besprochenen Gesteinsarten ist eine unregelmässige. Auch haben wir dazu sehr wenige Aufschlüsse. Derjenige des Bachtenfalls (wenn man von den Saldhäusern nach Lanenen geht) ist der deut- lichste. Wir finden hier von unten nach oben: I. gewohnliche grafle Fncoldenschiefer, II. quarzreiche weissliche Sandsteine mit mehr oder weniger feinem Korne, 8 ni. gelblich ' braune , glimmerrüche SaoditeiDe; ein wenig Bcbiefrig, IT. gewöhnliche graue Pucoiden schiefer. Als leUtle Gebirgaarl unseres Fljsch müssen wir noch ein CongloDierat mit alpinen Gerölten aaröhrrn, welches am Ende der Kralliger Halden gegen Leissigeabad, mitten unter Schie- fern and Saadsteinen anftritt. Als ein im Flyscb sehr häufig TorkomiD«ode8 Mineral sei hier des Schwefelkies erwähnt, welcher darin entweder in kleineren eingesprengten Stücken oder in grösseren nieren form igen auftritt. An Petrefacten ist bekanntlich der Fljrscb höchst arm und enthält ansschlieeslicb niedere Pflanzen. Von Thieren ist bei ihm keine Rede. Er mass also eine Bildung sein, welche sich in defem und schlammigem Wasser abgcsetst hat, nnd das lebe das Leben von Thieren aainöglicb Lufigslen Pocolden sind; . — Hochlauen engrabcn ob Leissigen. O. — Brnnni- Schafberg. >Ha. — Hnchtauenengrab. .0. 0. BS (aequiUü P.-O.). CBBNB. — Hocblauenengrab. 'BRKB. — Frilienbach ob Leissigenbad. ERSB. — „ „ „ OSTfiB*) erwähnt noch als von den igen Blammend: Schneideri Gßpp. arleria«/ortiiit Göpp. cUudalaiB G&PP. e er der Kreide als nnbestritten lasu- ie von GöPFBRT (Nov. Act. Ä. N. C-, Qaadersandstein Schlesiens beschrieben aber keine Ursache, diejenigen Exem- en Alpen gefanden wurden, anch ans a lassen. Man bat anch lablreiche n der Schweizeralpen 1656. 9 Beispiele von UebergängeD fossiler Organismen aas der Kreide in die Tertiärformation und das besonders von niederen Pflansen (Faeoiden). So hat z. B. yoa dbb Mabck*) die Chondrites intrieatuM und Targioni aus der oberen Kreide Westfalens be- schrieben. Dazu bestehen die Umgebungen von Leissigen ausschliesslich aus Flysch. Im Allgemeinen mochte ich nicht zweifeln , dass diese Exemplare in losen Blöcken gefunden worden sind; denn nach dem äusseren Facies des Gesteins au ortheilen, scheinen sie mehr unterjurassisch (Eisenstein) als cretacisch oder tertiär. Uebrigens sagt ScBiMPsa**), dass diese Arten ^^des formes tont-ä.-fait ind^chiffrables^^ darstellen. Im Ganzen und (vrosseu ist dieses Flyschmassiv nach der üüorgenberghomkette orientirt (hör. 12^ O.). Auf der Aeschi- Allmend ßogt aber eine Deviation nach Westen (13|^ W.), welche am See, bei Krattigen und Faulensee, NW orientirt ist. Das Fallen variirt ungefähr von 40— 50°. Am stärksten ist er unterhalb der kalkigen Abstürze des Morgen berghorns. Streichen- und Fallanomalien, welche unzweifelhaft mit Erd- rutschnngen oder localen Einsturzungen (offenbar durch allmä- liche Auslaugung des darunterliegenden Gjpses) zusammen- hängen und nicht näher zu untersuchen sind, befinden sich auf der Strasse von Leissigen nach Aeschi, über dem Leissigen- bad und am Abhang des Buchholzkopf, gegen den See. Am ersteren Orte scheinen die Schiefer deutlich nach Norden zu fallen; am letzteren sind sie 60 — 70° nach Süden geneigt. Hand in Hand mit dem Flysch haben wir noch den Gyps zu behandeln, welcher in unserer Karte an zwei Orten darin auftritt, an der Bnrgfluh bei Faulensee und in der ganzen Gegend längs des Sees, zwischen diesem Dorfe, 'Krattigen, Aeschi - Ried und Leissigenbad. Beide Vorkommnisse sind ohne Zweifel eine Fortsetzung von einander, wie Profil 3, Taf. I. zeigt. Wie Prof. Stddbb ***) bemerkt, bilden sie höchst wahrscheinlich einen Theil der langen eocäoen Gypszone, welche sich von Thones in Savoien aus, über Bexf), dem Col *) Falaeontographica, Juli 1863. **) Pal^ont y^g^tale I. pag 200. Saporta hat aacb in der oberen Kreide von Biarrits die Cbondriten des Flysch erkannt. *^) ladex etc. pag. 115. f) Nach Chatahres scheint in der That der hier mit Steinsalz sn- sammen und in anmittelbarer Nähe des Lias auftretende Gjps nicht 10 du Pillon, dem Bogstlenthale, Hühlenen, den Ralligatöckeii*), dem (tiswjlergtock, Slam, Iberg, bis in den Yortirlberg (Um- gebnDg TOD Dornbirn) erstreckt. Ein eocenes Alter kann in der Tbat, fär ibr Auftreten auf nsserer Karte, nicbt in Zweifel geaetit werden. Wie ans den Profilen 1, 2, 3, Tafel I. leicht n erkennen ist, liegt dieser Oyps deatUob unter dem Fidschi ist aber älter als dieser und würde ewiseben ihm und der NnmmulitenbildDDg cu stehen kouiinen. Er bildet ein Ge- wölbe unter diesem , welches im ersten Sleinbrucb« der Kralliger Halden (Profil 4, Tafel I.) sehr deutlich tu sehen ist. In diesen Halden seUt er wohl .80 H. hohe Fels- wände lusammen , deren Mächtigkeit uns dann durch diese Oewäbestructur erkli^lieh wird. Dieses also bewiesene Aller des Gypses am Thnnerse« würde die Beobachtungen von Eitir. Fatri**) und OiLUtROi***) bestätigen, welche Lager äbnlicben Altera aus den Umgebungen von Iberg (Schwyz) und des 11 Alle Spnreu der arsprSoglichen Schichtung (Beweis von Abfiatf aaa WaMer*)), wie sie so schön am See aa beobachten ist, sind verachwandeo. Offenbar haben wir es hier mit einer Reibe von kleineren Verwerf ongeo und anderen Störungen ea theo, welche den Flysch vom Ojpse trennen und dieae Grens- profile so so sagen cor Unmöglichkeit machen. Man kann wohl sagen, dass die Qualität dieses Oypses mit seiner Farbe variirt und von derselben abhingt. So ist er achön weias und mehr oder weniger rein an den beiden Extremitäten seines grosseren Auftretens, bei Auf dem Schopf und Leissigenbad, sowie auch an der Burgfluh, wo er ezploi- tirt wird. In seiner Mitte, an den Krattigen Halden, wo er in drei Steinbrüchen ebenso ausgebeutet wird, ist er sehr unrein, graulich bis dunkelgrau, bröcklig und enthält ohne Zweifel tbonige oder mergelige Beimengungen. Hie und da (Fritsenbach, Hellweid) zeigt er ein gröberes Oefuge, welches faat ausschliesslich aus eincelnen, mehr oder weniger ausge- bildeten Krystalloiden besteht, die alle die charakteristische vollkommene Spaltbarkeit nach den LängsBächen des Prismas besitceo.**) An der Burgfluh und bei Auf dem Schopf scheint er mit einer dünnen Schicht von grauer Corgneule (Rauhwacke) bedeckt zu sein. Wie bei allen Gypsvorkommnissen findet sich, häufig in Drusenräuroen oder Spalten Schwefel abgesetzt, welcher durch die bekannte Reduction des schwefelsauren Kalkes durch organische Substanzen zur Bildung gekommen ist. Noch erwähnt Kbnrgott (Minerale der Schweiz pag. 37) lackenhaft ausgebildete Quarzkrystalle. Das Streichen und Fallen dieser Ojpszone am See sind die gleichen wie beim Flysch (40-50).***) Bei der vorhin ge- nannten Krümmung nach Süden wird das Fallen immer steiler, ^) Trott der neaeren Untersnchongen you Chavankbs und anderen, I brio ich immer geneigt, den Gjps als Waseerabeate tu betrachten; denn obgleich er niemals oder nur selten Petrefacten enthält, so sprechen immer ' d«f1ir alle Verbaltnisse seines Auftretens. ^) Diese Ansbfldnng des Qypses wird es wohl sein, die Ksrngott (Minerale der Schweis pag. 336) als blättrige bis strablige, zn stalak- titischen Massen verwachsen, beschreibt. , *^ In dem Rrattiggraben allein scheinen die Schichten itach Norden gelegen eu sein I 12 BodHs es bei Rotbenböbl cwiscben 60 — 70 (aDomalea Strei- chen NO-SW) erreicht. Von da an verschwiaden beide »er- moge der Terrain storangen, die ich weiter oben erwabot habe. Als eiae Folge dieses grossen Gjfpsreichthuins kann man die Schwefelquellen ansehen, welche wir in dieser Gegend finden. Wo sie vorkommen, am Leissigenbad (drei Qaellen), den Hochlauenenweiden ood auf beiden Seiten der Ramsernalp, treten sie aus FIjscb hervor und nicht unmittelbar aus Gjp»: eine Thatsache, welche nur vermutben lässt, das« unser Cj'palager sieb noch weit anter dem Plysch erstreckt. Nacb Urkunden ist zu urtbeilen, dass die Quelle von Hochlanenen schon gegen 1700 als sogen. Lämroelibad bekannt und benaiil war. Jetit ist sie gäntlich verfallen, sowie aach die Qaellen von Leissigenbad. HammalitenbUdung, aucL Wie der Flysch, so ist diese Formation auch luerit in nnanrsn Alnain nrbannl iinil rBalnualsllr wnriliin. A. RbONOIIIABT 13 SchnUmftBaen, die den anteren Tbeil der FelMbatürse gäailiob bedecken. Damit )§t aber nicbt gesagt, dass diese Baobacb- long falscb sei. Sandeteine und Kalk eothalteo sablreiche Nammnliten nebat eiuigen Belteaen Pelec^podeD. Was ich dariD aofgelesen, ist: DentuHum sp.? — DärligSD. Ftmbtia ep.? — Därligen. *')Avicula/ragili* Dfe. — Därligen. * „ tntDnena — Därligen. * SpAema cunei/ormis — Därligen. " Pecten eicharoidat — Därligen. * „ solea DsH. — Därligen. „ 8p.? — Brannisehafberg. * Ottrea cubitut Dbh. — Därligen. * „ cyathila Lk. — Därligen. * Nttmmulina Biarritzentis äbch. — Därligen, * „ Bamondi Dfh. — Leissigengrat. „ inUrmedia Abch. — Brunniachafberg. „ numimilaria Orb. — Brnnniscbaflierg. „ FoTtiai Abob. — Branniscbafberg. „ seüa AncR. — Brunn iecbafberg. ,, ittiata Orb. — Brnnoischafberg. Orbitoidn ditcus RAt. — Brunniscbafberg. * 11 papjfraceut Bocb. — Därligen, Leissigengrat, Brunniscbafberg. Wobl aber ist diese Auflagerung nuf der nördlichen Seite des Sees zu aeben, bei den Felsen vom Bösen Rath*) und Wi- deli von Oestrich, welche Leissigen gegenöbersteben und noch anf unserer Karle verseichnet aind. Bei dem Profil« 1 t. 2-, was icb der Arbeit von E. Fathb") entnehme, sebeo wir anf der rechten Seite des Naaethates, cwiscben dem Urgon und dem Nnmroulitensandstein , den in dieser Formation gehörigen Salk anstehen, welcher sich noch eine Weile an den Felsen am See nnch Osten fortsetzt. Dieser ist wie derjenige der Horgenbergfaornketle voll Nummuliten. Darauf lagert sebr ') Die mit einem * beicichneMn Arten befinden aich im Museum u Ben. •) Siehe IUtok **) Ralligitöcke e I 14 regelmässig der SAndglein, welcher an der Basis mehr oder weniger feiDkörDig, gegen seinen obere» Theil ein immer grösseres Korn besitzt, das ihm das Aussehen eines kleinkÖr- nigen Conglomerats gtebt. An Petrefacten ist er sehr reich, besonders wenn er feinkörnig ist; mit der Grösse des Korna verschwinden sie dann allinälig. Es finden sieh darin baopt- sücblich : Dentalium strangulatam DsH. Spondylu» lubspinosKi Abch. Eichara cfr. chartacea Argh. NummuUna intemtedia Abch. „ exponeus Sow. „ contorta DsB. „ ttriata Obb. „ (AiiUma) pkmogpira Bodb. Seewerkalk (obere Kreide) Ldssbr*) 1825. Dieses Gebilde bildet den Anfang der hoben Felgabstnrae, welche die Morgeuberg bornkette gegen Norden chmrakterisiren ' und vom See ans so schön and malerisch aussehen. Seine Mächtigkeit kann wohl circa 20 M. erreichen. Unten finden sich gewöhnlich dünngeschichtete, oft scbierrige Kalksteine und K&lkmergel, welche »nsserlich weiss und auf frischem Bruche weisslichgrau erscheinen. Sie sind gänalicb petrefacten los. Drüber kommt der eigentliche Seewerkalk vor, d. h. mehr oder weniger mächtige Bänke von compactem, weissgraoem Kalk, der durch seinen Reicbtham an Poraminiferen ausge- seichnet ist. Tb. Stddbr erwähnt daraas Lagcnen, Nodosarien and Nonioninen, sowie auch eine Oryphaea (Fnsa vom Abead- 15 der Bodelibabn gebt, voo Darligen nach Wagoeren und Wil- dere wjl. Der eigentliche Seewerkalk ist aberall sa sehen und ausser durch seine Facies, auch durch seine stratigrapbische Lage awischen der Nummulitenbildung und dem petrefacten- reichen Gault leicht erkenntlich. Oaolt DB LA B^CHB, SOW., PiTTOR. Pur den Stratigraphen ist der Gault eine vortreffliche Bildung. Wo sie auch vorkommt, ist man immer sicher, Pe- trefacten darin su finden nnd sie als solche zu bestimmen. Sie bietet uns also einen sehr guten und festen Anhaltspunkt dar, zur weiteren Bestimmung der darüber und darunter lie- genden Terrains. Man kann auch sagen, dass sie für den Palaeontologen eine der wenigen lohnenden Formationen unserer Alpen ist. Wie Th. Studbr richtig bemerkt, so bildet unser Gault, vom Tbunersee aus gesehen, ein rothlicbes Band, wel- ches ungefähr in der Mitte der Felsabsturze der Morgenberg- hornkette zu liegen kommt. Diese Farbe, welche nur eine äussere ist, rührt ohne Zweifel von der Oxydation der Glau- conitkornchen her, welcjie bekanntlich dieses Gestein erfüllen; daher nennt sie Studbb nicht ohne Ursache eine Verwitte- mogsrinde. Dieses Gaultband ist besonders zu oberst am Brunnischafberge und bei der Aarbrucke unterhalb der Heim- wehfluh zu sehen.*) An diesen zwei Stellen ist er sehr petre- factenreicb. Seine Mächtigkeit erreicht am ersteren Orte ge- gen 15 Mm. , am letzteren 7 bis 8. **) Hier findet sich fol- gendes Profil der ihn zusammensetzenden Schichten (von unten nach oben): 1. Compacter Seewerkalkstein. 2. Schiefriger Seewerkalk, 6 M. IIL Dunkler Kalk ohne oder mit sehr seltenen Petre- facten, 1 M. *) An der 8chweinflnh| ob Lanenen im Suldtbalc, kommt er wieder deatlieb som Vortchsin. **) Zwilchen dem eigentlichen Oanlt nnd der Seewerformation er- wähnt Tb. STODBt einen grflnen, grobkörnigen Sandstein mit kehligen Partieen, der weiter nach Osten nicht mehr nachsnweisen ist. Wo er aber vorkommt, sagt er nicht. Für meinen Theil habe ich eine solche Bildung nirgends angetroffen. 16 IV. Gräulicher Sandmergel, 5 Cm. V. Duokelgräiier Kalk mit aahlreichen Petrefacten, | M. VI. Dankelgrüaer Kalk, ein wenig flaadig aa6 ohne Pe- trefacteo. Cegen oben wird er schwänlicb, sehr hart und bröcklig, 6 M. 7. Grauer Kalk tnil epliUrtgem Brache und ohne Petre- facten (Aptien?), 20 M. 8- Späthiger graner Kalk mit tahlreichen Caprot. ammonia (ürgoo). Es ist merkwürdig zu sehen, wie bei einer verhattniss- mäseig schönen Entwickelung des Terrains, die Petrefacten so auf eine einielne dünne Schicht beschränkt sind and sich dft in nngehenrer Menge vorfinden. Denn nicht nnr an der ^are habe ich diese Verhältnisse gefunden, sondern auch ob dem Brunniechafberge, wo ich unter der Pübrong des be- kennten Petrefacten Sammlers Gottl. Tschab von Merligen anch diese Localität aasgebentet habe. Die Liste der Petrefacten, welche ich mit ihm sowohl aii der Aare als auch an diesem letileren Orte aufgelesen, ist folgende : •') Odontagpit gracilU Aa. — B.*) ' Lamna sp.7 — B. • Serpula antiquata Sow. — B. BelemniteB ntinima» List. — D., B. A'aulilus bifureatttt OoST. — D. „ Bovcltardi Ohb. — D., B. " „ Clemenli Obb. — B. Ammonitet Agaistzt PiCT. — D. „ Btvdanti Obb. — D. „ Bouchardi Orb. — D. „ Dduci Bronq. — B. „ Denarius Sow. — D. „ Dupini Obb. — B. '} Die mil einem * bezeichneten Arten befinden sich im t 17 Ämmonita Emerioi Rasf. — B. „ Hugardi Orb. — D. „ infiatuB Sow. — D. „ laiidorsatus Mich. — .B. ,, maffit/^a^ Sohl. — L. „ Mayori Obb. — D. • „ Parandieri Obb. — B. „ querci/olius Obb. — D. • „ ^l&ndene Sow. — B. „ «^riatMti/ca^tM Obb. — B., D. „ varians Sow, — D. „ varico8us Sow, — D. • „ VeUedae Mioh. — B. • „ Baulini Obb. — B. Äptychus cfr. Studeri OosT. — D. „ cfr. Didayi Gibb. — D. Turrilites catenatua Obb. — D. • „ Mayori Obb. — B. „ Vibrayei Obb. — D. Hamites attenuatus Sow. — D., B. „ rotundtiH Sow. — T)., B. • „ Raulini Obb. - B. Rosteüaria Orhignyi PiOT. — D. „ Parki'Moni Mäht. — D. „ reUua Obb. — D., ß., L* Natica Dupini Lbtm. — D. ,, (7au2. JVucuia j«c(i*«i(o Sow. — D. „ bimrgata Fitt. — D. • „ 8p.7 — L. Inoceramtu eoncentrictu Park. — D., B. „ Salomoni Obb. „ sulcatu» Park. — D. " Plicatvia ap. ? — L. • Oitrm Baulini Obb. — B. • „ lerebratxtli/ormt C3oQ. — B. Terebratula biplicata Sow. ~ B. „ Dutemplei Orb. ~ B. • „ Lemamerui» PiOT, u. Rx. — B. „ Mtmtoni Orb. — B. BhynchoneUa antidiehotoma Orb. — B. „ decipiens Orb. — B. Cfibbsi Dav. — B. „ suloala Obb. — B. • Beptomulticapa sp.7 — B. • ReptomtüHpora Bp.f — B. • SetKie$charaf sp. ? — B. Diicoidta ep,7 • Pteadodiadema Brongniarti Ao. — B. Vidarit gibberula. Wie sua dieaem Verzeichnisse leicht za ersehen ist, sind die zwei rorbergenannten Fundorte Eiemlich reich an Arten und (iftttongen. Am Brunnischafberg sehen wir hauptsächlich eine Menge von Bracbiopoden, welche au der Aare gänzlich fehlen. Hier sind aber iiie Cephalopoden aod Gastropoden weit häufiger. 19 Schratteakalk*), Studbr 1834.**) (Aptian Mayeb's***) 1872; Ürg-Aptieo CoQüARD'sf) 1866). Diese in deu Alpen so charakteristisch und mächtig ent- wickelte Formation lässt sich oherall durch ihre Petrefacten deutlich und leicht erkennen. Sie besteht aus mächtigen, grauen bis dunkelgrauen Kalkbänken , welche meist von Bb' quienia ammonia dergestalt erfollt sind, dass sich auf den Schichtflächen oder Scbichtenkopfen zahlreiche Durchschnitte davon seigen , welche eine gewisse Aehnlichkeit mit Hiero- glyphen besitsen; daher der dieser Bildung gegebene Name von LtssBR (Hieroglyphenkalk). Diese bilden die Hauptmasse der nordlichen Felsabsturze der Morgenberghornkette, wohl in einer Mächtigkeit von 50 — 60 M. Ausser der Beq, ammo- nia Orb., welche besonders reichlich an den Felsen unterhalb der Heimwehfluh , an der Aare, vorkommt, enthalten sie noch wenige andere Petrefacten. Th. Stuoeb citirt Beq. LonsdaU Orb. (carinata Math.), Badiolites sp. und Nerinea sp. Im Maseum zu Bern fand ich boch : Serpula aniiquata Sow. Satica sp. ? — Brunnischafberg. Nerinea Benauxi Orb. — Brunnischafberg, Därligengrat. „ gigantea d'Homb. - FlRM. — Därligengrat. Monopleura Michaül^se PiCT u. Camp. — Därligengrat. In einem kleineren, alten Steinbruche am Eintritt der Wagoerenkluse gegen Interlaken fand ich obenan eine fuss- dicke Schicht, welche von einer cjlinderartigen , länglichen AQster mit ziemlich dicker Schale erfüllt war, die ich 0. inter" läctutris Trib. nenne. *) Schratten oder lapiaz heissen bekanntlich unregelm&Bsige Vertiefnngen und Erhöhangeu, welche sich in Kalkgebirgen befinden, in Uöhen Ton 6— 70U0 Fu6s, wo der Scbnuo lange liegt. Es i8t ein offen- bar aaf chemischer Wirkang beruliendes Phänomen , wobei das stark itoerstoffhaltige Schneewasser ('21 pGt. Säuerst, in der Luft; '24—30 pCt. im Sebneewegser) mit dem Kohlenstoff des mehr oder weniger reinen Kilkiteins verbanden, das auflösende Princip bildet. **) Lkokh. Jahrb. pag. 512. , •**) Tabl. synchron, terr. cr^tac€s. t) Ball. Soc. g^ologiqoe de France, pag. 560. 2* Waa nun das Aptien oder die Orbital inentchichteo (0. Un- ticularis Orb.) anbetrifft, welche Th. Stddbr iu selDer Be- Bchreibung »nfährt, so habe ich kars tu bemerken, dass ich sie nirgends habe beobachten können , anaeer im weiter oben angeführten Profite des Ganlt, wo sie durch die graaeo Kalke mit spüttrigem Brache am Ende möchten vertreten Bein.*) Sie vnrden dann regelmässig an den oberen Theil des Schratlenkalkes und unterhalb des Oanlt su liegen kommen. Wir halten also hier eine Ausnahme von der Regel; denn io den Alpen scheint im Allgemeinen das Aptien keine selbst- stäadige Stufe in bilden. Es liegt nämlich meist swischen zwei Schrattenkalkboriionten , von denen der untere durch Req. ammonia, der obere durch Seq. Lontdaii chararakterisirl j wird. So fasBl Baltsbr**) nnter dem Namou Urgonieo (Aptiao | Matbh's), die drei folgenden Stufen susammeni Unterer Caprotinenkalk (Urgonien d'Orbigdy's). Orbitulinaschichtea (Aplien ORB. ; Apt. Inf, Tbib.). Oberer Capralineokalk (Logperbergscfaicbten Matbr's; j Aptien aup."*) Thib.J. ' Aas den Untersncbungen von LoRTt) und KAdFltAliNtf) i geht dasselbe ebenfallB hervor. ' Dieses Verhältniss des Aptien in den Alpen ist sehr ver- , schieden von demjenigen des Jura, wo diese Stufe immer: selbBlsländig swischen dem LTrgonien und dem Albien (Oauli) | *) 1d leineiD Cstalogoe C^pbelop. dei Alpe« Saiases 1861 p. \ii, ■ citirt OosTiH Am. Cornutti On»., eine ontschiGdane Art ans dem Apüen, j von den Ümgebongen von Lelasigenbad, wo nichts von Scbraltenkalk id ; fioden rit, Sie rührt offenbar ans einem Iomd Blocke her, welcher: TOQ den weiter oben anstehenden FelEsn der Morgenberghomk«»« . hernntergekommen ist. — Daaa alter die Orbiiulinenichicbien siellenweite ; in nnserar Kette rertreten 96 der Olga 24 Bcbfraner , grftner and bnaoer Qu&nite, QaaraasndBteiDe uad Terwacbsener Geraenge von QoBriit und scbwsneoi Tbon- ecbiefer, welcbe in malden förmiger Auflagernng die oberste Muse des Gebirges swiscben L«aterbroanen and Grindetwald bildet, wird wohl unserer Nnrnmulitenformation faeicaonineii sein". Es waren hier baoptsächlich iwei Profile, bei RosenlsDi und MÖrreo (wo diese Eiseuquartile der Nummnlitenbildong ■nfgelsgert in sein scheinen), welche unsern grossen Oelehrtea ■tt diesem falschen, aber jedoch äusserst schwereo Resultate führten. Noch lange wurde die Eisen steinbildnng als diesem Horiionte angehörend angesehen. Endlich und nach mühe- vollem Suchen selang ei K. y. TaCHARNBR, einem Schüler schierbt erhaltene Petrefaclen (Anmon. canalicutatu», Trigon, coatata) am Sclieidegg- itdecken. Nachher fand Prof. Stddhb im orn) noch Steiiikerne von Anatina und am , welche gans den Habitus von aoter- esitsen. !re Bildung vom Eocen*) zum unteren 'ie Stdder sagt, bieten die hieraus sich jlTerhättnisBe schwer au lösende Räthsel rrasscn, in denen die Gebirge vom Wetler- in schroff nach dem Brienser- undThnner- auf gewaltige Verwerfungen schliessen." dem Vorigen in ersehen ist, haben wir in { eine höchst pelrefactenarme Formation, I Peststellnng ihres itratigraphi sehen Uori- chwert hat. An der Isellenalp, unterhalb I, (reffen wir jedoch den einiigen bis jetit und ächten Fundort unserer Stufe. Von argesslichen Lehrer, entdeckt, wurde dieser iDBB als Lias beschrieben (Geol. Schweiz, ie darin häufig vorkommende Posidonomya T Pos. Bronnx VoLTZ verwechselt worden brüdern Mbtrat dann ausgebeutet (wenn den einige Cephatopoden von (tosTBB**) .Bigabs der geotogitcbto Kart« der Schireis (1653) MnmmDJitBnbildnDg colorirt. Ipei Saines 186t. 25 beschrieben und alle als den braunen Jara charakterisirend anerkannt. Es sind: Belemnites giganteui Blt. — Hamphreyi-Sch. - Ammoniies ooliticus Orb. — Parkinsoni-Sch. „ annularis Schl. — Callovien. ,, coronatuB Bbuo. — Callovien. Verhindert, mir diese typische Localität naher aufzusuchen, schickte ich letzten Sommer G. Tschau hin, welcher mir fol- gende Fauna mitbrachte: Belemnites giganteuB Sohl. — Humphreji-Sch. Ammonites Oaranti Orb. — Parkinsoni-Sch. Gervillei Sow. — Humphreji-Sch. hecticus Hartm. — Callovien. ooliticu8 Orb. — Parkinsoni-Sch. Kudemauchi Hauer — Klaus-Sch. MurchUonae Sow. — Murchisouae-Sch. Avicula elegans MünST. — Murchisonae-Sch. „ Münsteri Brohn — Murchisonae-Sch. Poiidonomya alpina Gras — Klaus-Sch. Lima punctata DsH. — Murchisonae-Sch. Pecten demisBuB Phill. — Callovien. Terebratula peravaliB Sow. — Humphreyi-Sch. „ ovoideB Sow. — Murchisonae-$ch. Rhynchoneüa condnna Orb. — Lagenalis- u. Digonascb. Oxyrhina hastaliB Aq. — Elaus-Sch. Wenn man nun diese verschiedenen Arten ein wenig näher ins Auge fasst, so wird man bald bemerken, dass wir hier sowohl Species vom unteren braunen Jura haben (Am^ Mut' chiBonaey Avic. elegauB^ MünBteri)^ als auch vom oberen {Am. anrudariB, coronatUBf hecticuB). Die Horizonte der Am^ Mur^ chiBonae, Humpkre^i, ParkinBoni (.mit den Lagenalis- und Di- Digonasch.) , sowie auch das Callovien, wurden also in der Eisensteinbildung des Berner Oberlandes paläontologisch ver- treten sein. Da aber dieser Umstand schon seit einigen Jahren tbeilweise in den von Hauer*) beschriebenen sogen. Klaus- *) Das Zniammenyorkommen von Arten aiu dem Horisonte des A. Parkmsoni and des Callovien in den Klansschichten, scheint in den Alpen eine allgemeine Thatsache m sein. Die üntersnohnngen von Bacrmann, MuscH und Baltzbr in unseren östlichen Alpen und diejenigen von schiebten der östticben Alpen als Tbatsache bekannt ist, so kann ich niclits Anderes annehmen, als dftss wir in dieser Bildung der mittleren Scbweizeralpen das mehr oder weniger richtige Aequivalent dieser Schichten haben.*) Ebenso würde es stehen mit den neuerdings von Gilliäroh beschriebenen Schichten des AtTi. Humphreyi uod von Klaus aus den Frei- bnrgeralpen. In dieser meiner Parallelisirung darf niao aber nicht vergessen, dass schon OpPEL**) 1863 die gleicbe Mei- nung ausgesprochen hat. Ebenso glaubt er, diese Eiscnstein- bildnng entspräche den Muschelbreccien von Breiitonico uud Füssen. E^ne mehr oder weniger scharfe Trennung dieser ver- schiedenen Stufen , die in die Eisensteinbildang fallen , wäre also bei uns unmöglich, und wir hätten so hier eine einfache, mächtige Formation, welche dann weiter auswärts in sich meh- rere mögliche paläonto logische Horizonte erblicken licsse. Dieses seltene Verhältniss zeigt uns ein während der Ablage- rung des braunen Jura mehr oder weniger abgeschlossenes Meer, wo die älteren Formen neben dem allmäligen Erscheinen der neueren ihr Leben fortgesetzt haben. So sind in einem und demselben Meere eine Reihe von verschiedenen Typen- gruppen hervorgegangen , während anderswo andere Verhält- nisse dieses Zosaroinenleben nicht gestatteten und die getrennte Aufeinanderfolge von Formengruppen forderten, welche heut- zutage uns zur Unterscheid ang von verschiedenen palaonto- logiachen Horizonten dienen. Soweit bis jetct unsere Kenntniss davon reicht, mnas also dieser gesammten Eisonsteinbildnng ein entschied eD Dnter- Jnrassisches Alter {brauner Jura) togeschrieben werden. Ihre Anflageruug auf Neocom in der ganzen Morgenbergbornkelle BNUNNKn, B. Favib oad Gitufenu.i in dan westlichen, haben die« noch ferner beit&tigti ebenso von Haue«, Kii[te«!(:iiBCH , SchlOkbach , Ziitfi, Oppel, Gi'MBSL, NiuaiTB > Bhnuciie, OaiegBACn und Tietzi in den Otter- reicbiachea ; Giiis, Lam, Duhofitibfi, VFLtiii ond B^b^bt in den fraotC- iiachen Alpen. — Ffir den unteren braananJnra haben Studeb, Fiscbfib- OoGTiB , E. Favrs, GiLLi^BOif Und Hebibt ang den achwaizeriichen und franzöeifchen Alpen daa Zutammen vorkommen der A. Murchitonat nnd Humphrtyi in einem und drmtelben HoHiante beichriuben. •) Bkunnbh vo^ Waitmwvl bat schon im Jahrn 1S57 (Geognosl. Beschr. d. Stockhom*) die*e Aniicht anageipiochen. 27 ist bekanntlich eine anonitilc Erecheitinng. Es ist aucb wolil begreiflich, cIasb Tb. StüDBR noch im Jahre 1868 sie als oberen Jnrft Ansehen wollte. Als icb die Gebiete südlirh von unserer Kette noch nicht stodirt batle, fing ich an tu glauben, es müsse diese leUtere Bildung ii^ndwie in der jetal als brauner Jara gelteoden Schiebten folge der Risensteinbildang vertreten sein. Dieser Zweifel verschwand aber, als ich im Massiv des Bellen- höchet und aof der rechten Seite des Saxetenihales typischen Hocbgebirgskalk *) oder weissen Jura traf (siehe Tafel I. Profil 6 and Profil 11), der sich ed anserem Gebilde ver- halten mag, wie aof Profil 5 Taf. II. angegeben ist. Eine allroälige Aaskeilong dieser ganzen Sinfe iwischen dem Bisen- stwn nod Neocom geh't also vor sich in der Erstrechnng von der Sompffleh nach dem höchsten Pnokt der Morgen berghorn- kette, eine Aoskeilang, welche evident durch die starke Bie- gang im Grunde des unteren Saxetenthales noch mehr be- günstigt wird. Somit wäre diese auf Neocom ruhende Bisen- ateinbilduDg keine so grosse anomale Erscheinung. Nach dem Pljrscb ist die Eisensteinbildung ohne Zweifel diejenige Stufe, welche im Massiv des iMorgenberghorn am meisten vertreten ist. Sie bildet luerst ulle Gipfel dieser Kette und erstreckt sich sogar noch etwas weiter hinunter nach den Abstnrsen des nördlichen Abhangs. So sind die anderen Bil- dungen durch sie gänilicb in diesen letsteren verdrängt. Sie bildet den gancen südlichen Abhang der Kette bis mitten im Saxetentfaalo und sum Passe Tahsbödeli ; sogar noch weiter erstreckt sie sich gegen die Massive der Schwalmern und des Bellenhöchst, indem sie dann in der Mitte des Thaies an den oben erwähnten Hocbgebirgskalk augrenat. Wo auch Eisenstein xu Tage tritt, kommt er in dünneu, gewöhnlich ^ — ■ M. dicken Schichten vor, welche öfter mannig- fache Verbieguogen aeigen (Weg nach dem Abendberg, kleiner Bugen etc.), die an diejenigen des Neocom der Axeoslrasse *) KoMk. E^CHiD *o^ DIR Lihtd brauchte >uer«t dieaen Namen xnr BsMictinoDg der nicht oUier bestimmbaren Kalk« d«r höheren Alpen. Wo in dem Liegenden denclbea organiKhe Brate vorkomneo (wie in euerer Gegend im EiEcnelein), gehören lie deni brennen Jnra an. Ueber ibnen liegt dann >a anderen P an kten Neocom; lo daaa diese Beieichnung de* Hochgebirgikalka sU oberen oder weixcn Jttra nicht vreit fehlgehen kann (SiVDSir Index pag. 1*13. i ^, 29 aof die Morgenberghorokette beschränkt. Weiter als das Massiv des Bellenbochst oder als eine darcb dasselbe gesogene Linie (parallel dem Streichen unserer Kette) geht sie noch höchst wahrscheinlich. Wenn ich sagen infirde, dass sie sogar bis ao die Grenze der krjstallinischen Gesteine gehe, warde man diese Meinung als übertrieben ansehen. Werfen wir aber einen Blick auf die Karte und sehen wir uns die von der soge- nannten Glarnerschlinge*) stundenweit innegehabten Gegend an, welche einerseits bis an den Wallenstadtersee, andererseits bis an das krjstallinische Massiv des Finsteraarhorns (eine Lange von ca. 12 Stunden) reicht, so wird man, glaube ich, es nicht für alli u gewagt ansehen , wenn ich jetzt den Satz aus- spreche, dass die an der Morgenbergbornkette vorkommende Ueberstnrzung bis an die krjstallinischen Gesteine des Massivs der Jungfrau reiche, das heisst auf eine Entfernung von höchstens 6 — 7 Stunden. Hier an der Grenze der sedimen- tären und krjstallinischen Gebilde wurde der andere Schenkel des Gewölbes zu finden sein**); naturlich ist er aber durch Verwerfung sowohl versunken als such verschwunden und der Beobachtung also gänEÜch entzogen. Ob diese Meinung sich später wird bestätigen lassen , ist Sache eines weiteren Stu- diums. Ich hoffe jedoch, in der Folge neue Beiträge zur Lo- sung dieser höchst interessanten , aber schwierigen Frage in dieser Zeitschrift geben zu können. Mögen aber die Geologen diesen meinen dahin ausgesprochenen Satz ruhig würdigen und die Frage noch näher untersuchen, bevor sie mir antworten. *) Baltzbr, op. dt. pag. 56 u 57. **) Wie Tu. SrrDKft richtig bemerkt, h&tten wir also hier ein sich nach Süden öffnendes C (siebe Prof. Studbr's: les conches en forme de C dans lea Alpes, Qen^ve 1860). — Inwiefern es aber eine östliche Fort- setsong desjenigen der Dent dn Midi (Ball. Soc. vaadoise sc. nat. 1855) sei, lasse ich noch unentschieden. 30 t, Ueber die S bis 4 M. hellgraue und hellgelblicbe Kalkmergel and Kalhsteinplatten mit lahlreichen Steiakernen ver- schiedener Natica- Arien (namenllich Natiea globota A. Rout., N. macrotloma A. RoKM-, N. Marcoutano d'Obb.), und Cyprina nuculae/ortnit A, RoEil., Cyrena rugota db Lobiol (Sow.) selten, Thracia inceria TsBüt. (kleine Form). Ausserdem ist Oslrea muUi/ormi» Dkr. u. Koch in Schalenexemplaren ausserordentlicb häufig. b. 2,5 M. Bänke eines theils grauen , theiU gelb- lichen dichten Kalksteins ^ gesondert durch dünne dunkelgrüne Tbonschichte». Letztere sind verstei- nerungsleer; die Kalksteine enthalten dagegen ontäh- lige Steinkerne von Nerinea tubercuiosa A. RoBM.. seltener von Nerinea Gotae A. Robm. und Chemniliia abbreoiata A. Rosu. sp. c. Darüber lagert eine 0,5 H. starke Bchwärsliche Thon- schicht, sehr reich an Versteinerungen, namentlich kleinen Schnecken, darunter am häufigsten Nerinea ätandeUlohi Bhonh neben den Neriueen und Chem- niliien der vorigen Schicht; ausserdem kommen am tahlreichsten vor Cerithium s^templicatttm A. KoBV., Cerith. limae/orme A. Robh. , Baicoeryptus pueUlut d'Orb. 33 6. Folgen die mittleren Eimmeridge - Schich ten and swar a. 2,5 bis 3 M. gelbe tbonige Mergel, die am Ablemer Holze völlig versteinerangsleer sind, beim Dorfe Ablem dagegen Terebratula eubsella in zablreicben Exem- plaren entbalten. b. 5 M. theils graue oolithische Kalksteinbänke, theils sebr thonbaltige, danngescbicbtete Kalksteine, am Ablemer Holze nur scbwacb angedeutet, wäbrend die- selben in den Steinbrucben atp Dorfe Ablem in ibrer ganzen Mäcbtigkeit zu beobacbten sind. Es sind dies die Scbicbten der Nerinea obtusa nacb Cbbonbb, cbarakterisirt, abgeseben von dieser kleinen Nerinea, durcb : Gyrena ruyosa de Loriol (Sow.) = Ästarte scu- tellata y, Sbbb. Cerithium astartinum t. Sbbb. Chemniizia striatdla y. Sbbb. Nerita ovata A. Robm. und zablreicbe andere kleine Sebnecken. Aucb sind Reste von Fiscben (Pycnodonten) und Sauriern uicbt selten; in dieser Scbicbt ist Homoeosaurus Maximi' liani H. v. M. dreimal von mir gefunden. c. 2,5 bis 3 M. tbeils dicbte, tbeils feinkörnig oolitbische Kalksteine in 0,5 bis 1 M. mächtigen Bänken, meist von beller Farbe, in den Aspbaltbrncben bei Ablem jedoch lederfarbig oder schwärzlich durcb Bitumen gefärbt. Es sind dies die eigentlichen Pteroceras- Schichten, sehr reich an Versteinerungen, auch vom Monkeberge nordlich vom alten Kalkofen zu beobachten, hier nur aber meist Steinkerne enthal- tend, während bei Ablem vielfach Schalenexemplare gefunden werden. Als charakteristisch sind vorzugs- weise zu erwähnen : TerebrattUa eubseüa Lbtm. Exogyra Bruntrutana Voltz Exogyra virgula Goldf., seltener. TricJntes Saussurei Thurm. Oervülia tetragona A. Robm. Lucina iubetriata A. Robm. ZeiU.d. D.gMU Gtf. XXVII. 1 . 3 34 Corbis subclathrata Thürm. sp. Cyprina Brongniarti A. Roem. 8p. Bulla suprajurensis A. RoBH. Pteroceras Oceani Bborgn. Naiica (PurpurinaJ subnodosa A. Rokh. und viele andere. 7. Darüber lagern bei Ablem und in den Asphaltbrucheo die oberen Kim meridge-8ch ichten (obere Ptero- ceras-Schicbten, Virgula-Schichten), bestehend ans 2 bis 3 M. graaen Thonmergeln and dichten, meist diinngeschichteten Kalksteinen, charakteristisch durch: Exogyra virgula Goldf. , Anomia Raulinea Birv., Corbula Mosensis Büv. und Corbiceüa Mo- raeana BtT. Ausserdem ist Ostrea mulH/ormis Dkr. u. K. wiederum sehr häufig geworden. 8. Untere Portland-Schichten, bei Ahlem 2 bis 3, in den Asphaltbrüchen bei Ahlem bis 5 M. mächtig, bestehend aus geschichteten Thon- nnd Kalkmergeln, ziemlich arm an Versteinerungen; jedoch sind Ostrea multiformisy Cyprina Brongniarti und Cyre^ia rugosa nicht selten; als charakteristisch ist ausserdem Pinna gra- nulata Sow. anzuführen. Darüber folgt eine 2 bis 3 M. mächtige Schicht eines dichten, zuweilen auch fein ooli- thischen sehr harten Kalksteins, von weicheren Mergel- schichten unterbrochen. Bei einer früheren Gelegenheit (diese Zeitschr. Bd. XXVJ. pag. 221) habe ich dieselbe als versteinerungsleer angegeben; nach weiteren Beob- achtungen sind jedoch stellenweise Versteinerungen nicht selten und zwar kommen vor: Cyrena rugosa, Gervillia lit?iodomu8 und Corbula alata Sow. (Nucula gregaria Der* u. K.). Wahrscheinlich entspricht diese Schichtenfolge den Schichten mit Ammonites gigas an anderen Orten; bisher ist freilich dieser Ammonit bei Hannover nicht aufgefunden. 9. Folgen in den Asphaltgraben die oberen Portland- Schichten oder Eimbeckhauser Platten kal ke , etwa 3 M. mächtig, charakterisirt dufch das massenhafte Vor- kommen von Corbula in/ltxa A. RobM., von mir be- schrieben in Bd. XXVI. dieser Zeitschr. pag. 220 ff. 35 10. Daraber lagert 0,5 bis 1 M. mächtig ein graues thoniges Gestein, in welchem ich nur einige Spuren von fossilen Pflanzen gefunden habe (Purbeckmergel?) und endlich folgen 11. Blaue zabe Thone mit Belemnitea subquadratus A. Robm., die einen grossen Baum bedecken und unzweifelhaft der unteren Kreide (Hils) angeboren. Die ganze Schichtenfolge des Oberen Jura besitzt bei Ablem in den Schichten 1 bis 9 nur eine Mächtigkeit von 40 bis 46 Metern. Das Auftreten der Exogyra virgula in einigen un- zweifelhaften Exemplaren in Schicht 4, im Oberen Ko- rallen-Oolitb, zusammen mit TerebrattUa humeralis und Rhynehonella pinguis erscheint mir höchst bemerkenswerth, wenn ich auch eben keine auffallende Thatsache darin erblicken kann. Denn ebenso gut, wie auch einige andere Fossilien (z. B. Trigonia suprajurenm , Astarta suprajurenm) aus dem Korallen-Oolith bis in die oberen Kimmeridge-Bildungen hinauf- reichen, fällt die erste Entstehung der Exogyra mrgula in eine ältere Zeitperiode, während ihre massenhafte Entwickelung erst später stattfand. Bis vor einigen Jahren kannte man dieselbe bei Hannover überhaupt nicht, bis ich das Vorkommen im oberen Kimmeridge und in den Pteroceras - ^lchichten von Ahlem nachwies (diese Zeitschr. Jahrg. 1871 pag. 765 ff.). Dr. Brauns fuhrt dieselbe in seinem oberen Jura pag. 358 »08 dem Kimmeridge von Uppen, Coppengraben , des Selters Dod des Ith'fl an; eine Notiz über ein tieferes Vorkommen ist mir aber bislang nicht bekannt geworden, weshalb ich glaubte, meinen Fund in weiteren Kreisen bekannt machen zu dürfen. 3. CMgaostisch - chcHiselie Hittkrilaig« aber 4ie ■eiCBl«! Eraptiti« iif Vileuo wid die Pr*diete derselb«!!. Von Herrn A. Baltzbr id Ziinch. Hitnn Tftfel II. bi« IV. Das vulkanische Sjstem der Liparen verdank! seine £ut- etehung nach HoFFlUliN*) einer dreistrahl igen vnlcaniscbeu Spalte, deren einzelne lierolicb geradlinige Zweige ungeßbr in der Panariagrnppe EDBaannenlanren. Auf diesen Spalten haben sich nun drei Reihen von Strato- vnlcanen gebildet. Die kÜrieete dieser Spalten (nngeßbr Nordost streichend) bat nur einen Eraptionspunkt: Strom- boli. Dieser permanent und iotermlltirend arbeitende Vulcaii gestattet der vnlcaniscben Thätigkeit sich allmilig za ent- laden, so dass sie nicht nolhwendig bat, sich nene Emptioos- irege in der Verlängerang dieser Spalte lu schaffen. Auf der zweiten ungeßbr Ost -West laufenden Spalte liegen Salioe und die schönen Kegel von Felicuri und Alicari. Die dritte Spalte bat SSdricbtuog. Auf ibr liegen die za Lipari gehörigen; Mte. Campo bianco, Mte. Angelo, Mte. Goardia, ferner Mte. Vnlcanello und der Haaptkratet auf Valcano. Noch in der Verlängerung dieser Spalte findet sich am Cap. Calava der sicilianiacben Käste eine Funiarole. Die im Gentram des Systems liegenden Inseln der Hanaria- gruppe seigen weder Lavaströme noch KegelslructDr. Ibre Gesteine werden als Granit-, Gneiss- und Porphyr - ähnlich beaeicbnel. Diese in ihrer äusseren Erscheinung so abwei- chenden, meist schroff nach Nordwest abstürzenden Inselfelsen scheinen einem unentwickelt gebliebenen Centralkegel anzu- gehören und sind älter als alle übrigen. 37 Das ganie TDlcAiiiBche System der Liparen ist nach dieser A o- scbaaang ein Mittelglied swischen Central- und Reiben vulcsaen, dessen Bigeathömlichkeit darin besteht, das es keinen Strato- Tutcan als Centrum besitzt nnd dass sich die vulcanische Tha- ligkeit gans auf die Seitenspalten verlegt hat. 1. Die valcanische Thätigkeit aof der Insel Vnl- caoo vom Anguet 1873 bis Ende December 1874. Den Krater auf Volcano war man seit längerer Zeit ge- «ohDl als fast erloschen ed betrachten, da die letzte GniplioD (wobei er nach Scsopb*) seine jetzige Form erhielt) 1786 Die 'Eraplionen faaden nach einem gewiasea Rjtbmus statt. Zneral beobachtete man wabreod 5 — 7 Hionten elei- gende FQmarolentbätigkeit , iodem unter heftigem Brausea schneller ond in grösserer Menge der weisse Dampf den Spalten entquoll, gewaltige Rancbsäulen bildend. Dann eanh die Thätigbeit larnck, am nach kuner Zeit sich wieder zu Steigern. Gewöhnlich beim dritten Anlanf worden nnter KnalI«D und Rollen Steine nuegeacbleDdert. Von Bolcben Steinen Tand ich das Innere des Kraters (namentlich an der Nordoelseite. vergl. Tafel III.), sowie den sogen. Piano delta Fossa ganz übersäeL Sie gefährdeten die Arbeiter, welche, etwa 30 an der Zahl, das Robmaterial zur Gewinnung von Borsäure, Salmiak. Schwefel und „Balsaroa di Zolfo" aus dem Krater heraufholten. Es bedurfte der unermüdlichen Thätigkeit des Directors, ain ernstliche Unglücksrälle ta verbäten, nachdem einige Arbeil« durch die fallenden Frojectile leicht verwandet worden waren. Nicht nur liess Herr Picohb einen neuen Weg anlegen, der den fallendeo Bomben weniger ausgesetzt war, er Sberwacble such die Tbäiigkeit des Kraters ond gab mit einer Olocke den Arbeitern ein Zeichen, wenn der Rhythmus der Fumaroleo- tbäligkeit einen Steinregen voraussehen liess. Am.l. November fiel etwas Asche. Am 3. November 1873, dem Tage meiner Anweaenbeii auf Vulcano, beobachtete ich heftige Furoaralen thätigkeit, aber keine Steiawürfe. Jene hielt an bis zum 22. Januar und es fanden auch bin und wieder BodenerschütteruDgen statt. Am 22. Janaar 1874 bemerkte Herr Piconb am 11; Ubr Abends zuerst eine undulstoriscbe, dann eiue sobsaltorisclie Bodenbewegnng, beide von kurzer Dauer. Diese ungewöhnliche» Brschülterungeu veranlassten itut am Morgen des 23. nach dem Krater emporzuateigen, uro all- falligen Veränderungen nachzuforschen. In der Xhat zeigte ' sich Folgendea: Die Dampfaua ström nngen waren so heftig, dass das Athmen im Kraler sehr erschwert war. Alle Fums- rolen waren am Rande mit Asche bedeckt. Von der Oetseiie des Kraters erBcbüll ein auffallendes Getöse als Anzeicbeo. dass die unterirdischen Dämpfe sich eine nene Höndnng *"' 3p Brat am 4. Februar gestatteten jedoch die dichten Danopf- massen, die neue Mdndang wahrzanehmen ond sich ihr zu nähern. Der Dampf entströmte ihr mit einem wahrhaft betäubenden Fe- tose ond Flammen brachen daraus hervor. Sie flackerten und zün- gelten nicht» sondern waren wie angenagelt (^come inchiodata^). Herr Figore beobachtete dieselben bei Nacht genauer. Sie waren theils roth, mit charakteristisch grünem*) SauQie, theils weiss und rothlichgelb. 0er Durchmesser der Fnmarolen- mondong betrug 1- M. Das Brausen und die Flammen aller äbrigen Fnmarolen zusammen waren nicht so heftig wie bei dieser einen neuen. In den folgenden Monaten verengte sich diese Mündung, aber noch am 31. Juli waren Flammen an ihr bemerkbar. Bis zum 4. Februar beobachtete Herr Picone häufig nnter- irdiaches Getose, dann verminderten sich die Thätigkeits- äussemngen und zu Ende Juni 1874 schien der Krater wieder in normaler Verfassung zu sein. Am 1. Juli jedoch machte sich wieder heftiges, andauern- des unterirdisches Geräusch bemerkbar. Am 15. Juli erfolgte ein schrecklicher Schuss (n^QC^ tirata spaventosa^^) und im Laafe desselben Tages zählte Herr Picone nicht weniger wie 300 Stosse, die allmälig an Heftigkeit abnahmen und gegen 6 2 Uhr Abends kaum noch bemerkbar waren. Nach dieser Kraftäasserung trat Ruhe ein; nur alle 2 — 3 Tage wurde noch unterirdisches Geräusch gebort. Ende Juli 1874 bemerkte Herr Picone im Krater nichts Neues, nur am Abend war an den Flammen, welche früher coottnuirlieh und ruhig aus der grossen Bocca und den im Osten n«o eröffneten Fumarolenoffnungen hervorbrannten, ein *) BorMure, anf einem Platinblech in die blaalicbe H,8- Flamme gebracht, Terlcibt derselben, wie ich mich iiberseugte, einen grünen Savm, jedoch nur so lange als die Sanre nicht in Anhydrid übergegan- gen ist. Hier sei noch bemerkt (was yielleicht noch nicht bekannt ist), dass die Färbung einiger Salse in der H, 8 -Flamme kleine Abweichun- gen seigt von der Färbung, die dieselben Substanzen in der nicht leuch- tenden Brennerflamme geben. Lithium macht die H,S* Flamme nur am Rande roth. Unreines Strontinmsals , welches die Leiichtgasflamme in- tensiT roth dann gelb machte, eriengte, in die H,S- Flamme gebracht, nur eine gelbe F&rbung. 40 intermittirendes Hervorpuffea ' (dreimal alle 5 — 10 Minuten) bemerkbar, wobei sie ruckweise auf- und niederstiegen. Ob auch Steine herausflogen, giebt Herr Picoite nicht an, bemerkt aber, es sei ein ähnliches Phänomen gewesen, wie auf Strom- boli*), nur in gelinderer Weise. Diese Erscheinung findet jetzt noch statt. Vom 2. August an ertonte aufs Nene unterirdisches Ge- räusch und von Zeit zu Zeit ein Stoss. Von Mitte October 1874 ab horte man das Geräusch seltener; seit dem 23. No- vember 1874 ist Alles ruhig. Vom April bis October 1874 war die Ausbeutung immer noch, wie früher, gehindert. Selbst heute ist die Fumarolenthätigkeit noch nicht ganz auf ihr nor- males Maass zurucitgekehrt. Lava ist während der ganzen Zeit nicht beobachtet worden. Ein Freund des Herrn Piconb berichtete ihm durch Schrei- ben vom August, dass auf Stromboli ausser der grossen Bocca sich neuerdings zwei andere in Sudwest gebildet hätten, und dass jene Stelle, von der aus man früher den Krater beob- achtete, nicht mehr betreten werden könne. Genauer ausge- druckt, habe sich eine Bocca unter dem „Faraglione*^ gebildet und eine andere gegen Norden, circa 30 M. von der alten. Soweit die mündlichen und brieflichen (im Auszug ober- setzten) Mittheilungen von Herrn Piconb.**) Ich bin ihm hierfür, sowie für die bereitwillige Zusendung von Aschen- proben zur Untersuchung zu grossem Dank verpflichtet. *) Dort erfolgt nach Abich (Zeitschr. d. d. geol. Ges. 1857 p. 396) und anderen Autoren alle b — 7 Minnten eine kleine Dampfexplosion, verbanden mit Aufwallen der Lava nnd Auswurf von Projectilen. **) Nachträglich theilte mir Herr Picone noch mit, dass er sich fünfmal w&hrend der Eruption im Krater befand. Einmal trieb der Nordwind die Dampfmasse nach 8äden. Sie bedeckte den Krater wie eine Mütze und man befand sich unten ganz im Dunkeln. Dabei wurde so reichlich Asche ausgeworfen, dass man hernach von der Kr&mpe eines Strohhutes 1 Kilo sammelte. Ein andermal begann eine Eruption feiner Asche während des Hinnntersteigcns in dem Krater, die Herrn Picone zwang, Mund und Nase su verschliessen und sich zu entfernen. — Er befürchtete einigemal eine Katastrophe ähnlich der von Pompeji. 41 2. Besach des Kraters im November 1873.*) Am 3. November begab ich mich von der kleinen, am uordöstlichen Fass des Kegeis gelegenen, Fabrik nach diesem selbet bioaaf. Ich verfolgte den alten anf der Nordseite auf- wirts fahrenden Weg; der neue sieht sich von Nordwesten her safwärts. Den bereits von Dolomibu erwähnten, in den Abhang des Berges eingeschnittenen Adventivkrater bestimmte ich zn 79>2 M. Meereshohe. Derselbe ist aasgefailt, flach ood hat ca. 100 Schritt Durchmesser. Etwas oberhalb des- selben, anf einer etwas vorspringenden Ecke, zeichnete ich die AoBicht III. Zu ihrem Verständniss ist zu bemerken , dass oDmittelbar neben und östlich vom jetzigen Hauptkegol (1 der Zeicbnong stellt seinen äusseren Abhang dar) sich ein halb- mondförmig gekrümmter Rucken (6) bogenförmig herumzieht. Er ist ca. 500 M. vom Centrum des Kraters entfernt, aber nur anf der Ostseite entwickelt. Zwischen ihm und dem Haoptkegel befindet sich eiue Schlucht (2). Man verwechsle iho nicht mit der — der Somma des Vesuvs vergleichbaren — grossen äusseren Umwallung (mit dem Monte Lnccia), die an 1500 M. vom jetzigen Krater entfernt ist. Leider konnte ich weder die kleine Schlucht (2) , noch die Lavabank näher untersuchen , um zu constatiren , ob die Hogel (6) als alter Kraterrand oder neue Aufschüttung aufzu- fassen sind. Die Schlucht schien durch spätere Aschenfälle I. Th. ausgefüllt worden zn sein, da die Aschenlagen (unter- halb 3 der Zeichnung) horizontal sind, dagegen discordant mit der Bank 4. In diesen Aschenlagen vertiefte sich die Schlucht dorch Erosion. Gegen Spaltung spricht der Umstand, dass die Schichten rechts und links der Schlucht einander ent- sprechen, z. B. 3 links und 3 rechts. Eigenthumlich erscheint die discordante Lavabank 4. Vom oben genannten Vorsprung biegt sich der Weg nach Westen um. Man gelangt nach kurzer Zeit zu einer fast ebenen oder sanft ansteigenden Fläche, dem sogen. Piano della Fosea (vergl. Taf. II.) — 215,6 M. über dem Meer. vSie amgiebt den Krater halbmondförmig auf der Nord- und Nord- *) 1869 beiochte vom Rats Vnicano. Vergl. seinen intereisanten Tagebucbaoatng im N. Jahrb. 1874 pag. 63. 42 weBtseilfl. In ihr fährt der Pfad zum Nordwestraad des Kraters. Ihre Breite beträgt wohl an 200 M. Am äusseren Rund Keigt sie dampfende Fumarolen, reich an Schwefelkruslea and Sublimationen. Sie ist nberaät mit den Projectilen der jüng- sten EmptioD, die eu Hunderten den Boden bedecken. Noch einige Hundert Schritt and wir sieben am Rande des uogehenren Trichters. Mit Recht nennt ihn DoLOMiBD den Bchoneten und pTächtigsten Krater, den er je gesehen; und Hoffmahn meint, es scheine unmögKch, das voUkommeDere and aierlicbere Modell einer ia sieb abgeschlossenen Vulcan- insel anfcufiuden.*] Ein Blick auf Tafel IL und IV. wird dies bestätigen. Jene eeigt einen Tbeil von Lipari und be- sonders den Krater von Vulcano als Oanaes. Jenseits des Kraters folgt, durch eine tiefe Schlucht getrennt, die Somma von Vulcano. Daran schliesst sieb eine Art Hochplateau, offenbar ein ausgefüllter, grosser, älterer Krater, deeaea erhal- tenen Südrand Monte Aria und Somma dell' Felicicbie bilden. In West und Nordost gehören cu ihm Monte Saraceno nnd Monte Molineddo, der Nordrand ist durch das jeliige Cenlrum, welches demnach jünger ist, serstört. Tafel IV. giebt die Ostseile des Kraters, wie ich sie vom nordwestlichen Rand desselben sah. Der Krater hat gegenwärtig die Gestalt eines 'aiemlich runden Trichters. Der Durchmesser beträgt oben ca. 900 M-, unten auf der Sohle ca. 80 M. Den Punkt des Kraterrandes, wo ich ceichnete , bestimmte ich mit dem Ooldschhi dt' sehen Aneroid cu 245 M. Meeresböhe; für die Sohle des Kraters, wie sie da« Bild angiebt, fand ich 159 M. Daraus ergiebc sich die Tiefe des Trichters eu 86 M. Der obere Raod des- selben ist aber sehr ungleich hoch and gerade dort, wo icb teichnete, fast am niedrigsten. Nimmt man den auf Taf. IV. mit 1 bflseichneten höchsten Punkt") des Randes als Ans- gangspnnkt, so mag die Tiefe des Kraters gut 150 M. be- tragen. Unter dem Rand folgen Eunächst schräge Abdachangen 43 (3 a. 4) von ausgezeichnet geschichteten Aschen- und TafF- lageo , hie ond da von kleineren Abstarsen unterbrochen. Ihre Böschung nimmt nach unten zu. Dann stürzen schroffe, an 150 Fuss hohe Wände (11) zur Kratersohle ab. Sie bestehen, wo ich sie sah, aus compacter, massiger, glasiger Lara, welche stark gerundete, klumpige Formen bildet. Hie and da zeigen sich Locher und Höhlungen oder von den Pumarolengasen hervorgebrachte Färbungen und Verwitterungen. Die Schichten derselben fallen dort, wo der Kraterrand eine .flache Einbiegung zeigt, deutlich gegen den Krater zu, anstatt von ihm ab (bei 7). Die nach aufwärts gebogenen Schichtenlinien zeigen keinen regelmässigen Zusammenhang mit den Schiebten weiter rechts. Nach Poulbtt Soeopb*) ent- steht bei manchen Vulcanen ein Fallen der Schichten nach innen gegen den Krater zu dadurch, dass, besonders gegen das Ende der Eruption, ausgeworfenes Material Lagen bildet, welche parallel der inneren Böschung geneigt sind. Ob das hier der Fall, ob Senkung anzunehmen , bedarf weiterer Untersuchung, da mir diese Erscheinung erst nachträglich auf der Zeichnung auffiel. Figur II. zeigt nichts davon. In den weichen Lagen sind durch die wässerigen aus der Atmosphäre und vom Krater selbst herstammenden Niederschläge zierliche Erosion srippen entwickelt. Die Sohle des Kraters ist an der abgebildeten Ostseite ganz eben und liegt daselbst am tiefsten. An der Nordwest- and Westseite ist sie etwas erhöht und unregelmässiger. Aus einer grossen Zahl von Fumarolen steigen Dampf- säolen in die Höhe. Sie erheben sich weit aber den Rand des Kraters und vereinigen sich oben zu einer compacten Wolke, in die der Wind wechselnde Formen bildet. Sie sind auf Tafel IV. nur klein angegeben, um die Formen der Krater- wandong nicht einzubnssen. Diese Dampfsäulen entquollen ihren uoregeimiässig gestalteten Fumaroienöffnongen mit einem zischenden Ton, wie wenn aus vielen Locomotiven der Dampf ausströmt. Dieser Ton ist etwas verschieden, je nach der Stärke des Dampfstroms, der Richtung der Oeffnung, der Be- schaffenheit des Randes und der Mündung (glatt, eckig, porös, rund, spaltenartig etc.). *) Volcanos pag. 60. 44 Noch BDiieliendor warde dag Bild vulkaniacher Tbätigkeil durch das lebhafte Treiben dar Arbeiter, die soeben den Bteilen Pfad heraufstiegen, die mit dem Robmaterial gefällten Körbe auf den Schultern tr&gend. Die Gase der Foinarolea des Kraters bestehea vortogsweise ans UfS, H,0 und HCl, welchen Borsätire und Salmiak beige- mengt sind. Ob SO, s. Tb. präexislirt oder auBschtieaslicfa bei der Verbrennung von H^S an der Luft entsteht, igt nicht festgestellt. Anf HCl echliesse icb nus dem VorkommeD von Chloriden in den ausgeworfenen Aschen. Jedenfalls sind darin noch andere Gase (CO, 7 N7) und gelöste feste Sabstanzen enthalten, die tbcils von den Dämpfen mitgeföbrt, iheils durch Einwirkung derselben auf die Fumtirolenwandangen gebildet wurden, allein es ist hierüber nichts bekannt.*) Man gewinnt aus den Fumarolen Borsäure, Salmiak, Schwefel. Die Alanngewiunnng hat man gegenwärtig fallen lassen, will aber dafür Schwefelsäure fabriciren. Auf dem Absati rechts (Fig. IV. 9) wurde, wie mir der Aufseher sagte, besonders Schwefel gewonnen; eine der Pnaitc rolen liefert ausschliesslich Alaun. Die links abgebildete Fu- marole war besonders stark , sie erhob sich bedeutend über den Rand des Kraters und es war nicht möglich, sieh ihr zu nähern. Die Art der Gewinnung scheial, soviel ich beobachten konnte, ungemein einfach in sein. Man wirft lockeres Materi&l (vulkanische Asche) auf die Mündungen der kleineren Fnma- rolen; die Dämpfe streichen hindurch und tigern ihre gelösten, festen Beslandtheile darin ab. So entsteht eine Art cämoD- tirten Conglomer&tes. Dasselbe ist erfüllt mit faserigem Samiak, gejbrothem Selenschwefel , Alaun und schön weisser seideii' gläniender Borsäure. Dieses Robmaterial wird, wenn es mit den Pamarolenproducten genugsam beladen ist, in Gefasse gefüllt und von den Arbeitern auf den Schultern cur Fabrik am Nordfloss des Kegele befördert, um daselbst weiter ver- *) Ich glaubte Jod, dMseu Auwetenhoit in dea SublimslionBii Boini- HiNN und TOM RtTU erkBDDteTi, könne lieb Tielleicht in den bei der Fa- brication Qbrig bleibenden Matterlnogen finden; Herr Ficone Terneint aber «eine Anwesenheit. Nach Cu. Dkville sollen in den Sablimationi- [irodocien kleine Mengen von At a. P lorkomuMD. 46 arbeitet la werden. Ale Herr Trautschold *) den Krater be- suchte, sah er, wie man die Dämpfe einer Borsäare haltenden Fufflarole aof eine sehr rohe Weise in einem Fass condensirte. In neuerer Zeit machte Herr Pioonb einige Bohrversuche in der Hoffnung, reichere Ablagerungen anzutreffen. Eines der Bohrlöcher wurde in der Sohle des Kraters niedergebracht. Kaum war man in einer Tiefe von 7 M. angelangt, so erfolgte eine Dampfexplosion, die den Bohrer in die Höhe schleuderte. £ine mächtige Furoarole entstand im Bohrloch selbst. Darauf- bio wurde von weiteren Versuchen Abstand genommen. Die Industrie auf Vulcano hat wechselnde Schicksale ge- habt. Die Schwefelgewinnnng fand nach Spallanzani **) schon Mitte des vorigen Jahrhunderts statt, wurde dann aber unter- sagt, weil man glaubte die bei der Reinigung des Schwefels entstehenden Dämpfe schadeten den Weinpflanzungen auf Lipari. Ungefähr 1790 gab der König von Neapel die £r- laubniss zur Wiederaufnahme der Arbeiten, sie standen aber nach einiger Zeit wieder still, wahrscheinlich wegen mangel- baflem Betrieb. Später gelangte die Fabrik in den Besitz des Herrn Nuhzumtb, der sie in neuester Zeit an Herrn Stevbn- soif, einen Engländer von Glascow verkaufte. Dieser übergab die technische Leitung Herrn Ficone, unter dessen tüchtiger Direction die Fabrication ohne Zweifel einen neuen Aufschwung nehmen wird. Der Borsäuregehalt der Fumarolen soll grösser sein als der der toskanischen. Im Jahre 1860 wurden jährlich etwa 2500 Kilo Borsäure gewonnen, gegenwärtig wird sich die Production wohl gesteigert haben. Ehe ich zu den Eruptionsproducten übergehe, möchte ich Doch einer Eigenthumlichkeit der Kraterwandung Erwähnung tbun. Ich bemerkte beim Hinuntersteigen in den Krater an den steilen unteren Abstürzen eine Kruste. Sie bedeckt die- selben gleichsam mantelartig oder wie eine Tapete, die nicht feat an der Wand ansitzt. Ihre Dicke betrug, wo ich sie DDtersuchte, nicht mehr wie 1 — 3 Cm., ihre Höhe 40 — 50' und mehr. Schlägt man daran, so fallen grosse Stocke herab ood es zeigt sich ein Hohlraum zwischen ihr und dem Lava- fels. Der letztere war an der betreffenden Stelle nicht auf- *) N. Jahrb. f&r Mineral, etc. 1874 pag. 63. *^} „Voyages dam les denx Sicile»'^ pag. 136. 48 Paust , die ansebnlicliateB erreichten Kopfgrösee, Sie beaitxeo keiae eigeDtlicbe Kruste, sind aber mehr oder weniger toq Muren Dämpfen gebleicht. Im Folgenden beschreibe ich die Haupttypen. a. Graner, n arege 1 massig weissgeslreifter Liparit. Dichte Jitboidiacbe, im Dänschliff krjrstallini seh -schuppige Grundmasee, mit reichlich eingebetteten H orn hl endekrjs lallen (und .Aggre- gaten derselben), bis zu 1 Cm. lang. Die Handstncke sind durchsetzt von ' theils unregelmässig zelligen , theils regel- mässigeren, langgestreckten Hohlräumen , die durch ihre Ans- fnllung den Stücken das gestreifte Aassehen geben. Alle Hohlräume sind mit weissem, krystalliniechem Quarz (Tridy- \ mit?) ausgekleidet, der dieselben aber häufig nicht ganz ans- fnllt. In den nicht erfüllten Drusen und Nestern finden eich folgende MineraliodividDen : Qnart, Hornblende, Eisenkies, Magoeteisen. Der Quarz bildet bis 3 Mm. lange, vollkommen durch- sichtige Kristalle (prismatische und tafelförmige). Einer der- selben, 3 Mm. lang, gleicht vollkommen einem kleinen Berg- krysUll, er zeigt die Flächen von P und xP; letitere sind gestreift. Durch alternirende Prismen- und Pyramideafiäcbea verjüngt sich der Krystall nach unten. Als Einschinss enthält er eine millimeterlange Amphibolnadel, nährend aussen klei- nere Amphibole aufsitzen. Andere solcher (piarze sind von vielen haarförmigen Amphibolen und Magneteisen filzartig bedeckt. Häufig sind die Hornblenden adeln in den lelligeo Hohl- räumen, wie sich kreuzende Fäden, von einer Wandnng zur anderen ausgespannt, wodurch manchmal eine Art Gewebe entsteht. Die Oberfläche dieser Fäden ist in der Regel dicht bedeckt von kleinen, messinggelben Pyrit kryst Hieben. Aa diesen sind hin und wieder die Oklaederfiächen erkennbar. Auf Platinblech erhiiit, verwandeln sie sich unter Erglühen in dnnkelbrauoe Kügelchen unter Eutwickelong von SO,. I» der Phospborsalzperle und auf nassem Wege geben diese | Kügelcben Eiaenreaction. 49 Die Aualjrae der grauea CiruDdiDaBae ergab, nach sorg- rältiger EnlferKuiig der Hornblende mit der Lün^ie, in 100 Theileu gegläbler Sobstaus: Kieselsänre .... 73,79 EiBenoiyd. . 13.81 l Thonerde . . 3,78 ) ' Kalk 1,43 Magnesia 0,05 Alkalien n. d. Differeaz 7,04 Die drei ersten BealaDdibeitü sind doppelt bestiniDit. Von der Anweseobeit beträchtlicher Mengen Kalis überzeugte iub mich durch Platincblorid. Glübverluat 0,72, davon 0,24 bei 100°; 0,48 cwiscben 100" nnd (ilöblemperatDr. Diese Analyse zeigt, dass das Gestein Liparit ist, was auch die Betrachtung von Dünnschliffen bestätigt. Man be- ovrkl fiel Sanidin, aber keinen Feldspalb mit Zwillingsslrei- fuug, ferner Mugneteisen (auch haar- und drahtrörmig) ; Tri- dfmit liess sich nicht mit Sicherheit erkennen. b. Liparitiscbe AuswBrflinge, ohne Hohlräume, aherregel- uäsiig gestreift und gebändert, wie manche Obsidiane. In BDiBR 1813 Dtchwies, wesentlich aas denselben Elementen wie die Lava; «i« ist meeliKniBch veränderte Lava oder Hcuriweg Lavapalver. l(iaD[ie erklärte iich die Bildung dnrch Friction, Mbnard nnd VoBiciDD nahmen eine ZerstBohnng dnrcb die explodirenden Diapfe an, gleichwie aus einem Gewehr abgescbosseDeB Wui«r ia einen Sprühregen feiner Theüchen verwandelt wird. Nncb neaerdiogH wies Rahhblsbero für Vesnvascjie der ErnplioD 1872 von la Cercnta dorch Analyse nach, dass sie nicht) aaderes sei als Lavapnlver. Bei der weissen Asche dagegen igt wohl kanm an ein ffiKbaDisehes Verthetlungspbäoomen an denken; sie ist im Wfsentlicbea ein chemisches Individaum, welches durch einen i be- balte isen, larcb -halb blich biete und 64 wenn auch aus Leucil bestehende Aectien lu den Ausnahmen gehören, so ist es doch nicht unmöglich, dass an einem Ort vorwiegend leucitische, c. B. durch mechanieche 8onderuo| entstandene, an anderen Orten die normale Ascbe, wie sie Raukblsbbbo analysirte, niederfiel. Nuch Scacchi*) ist ei bekannt, dass bisweilen (s. B. 1845—1849) Brnptionen von Leu citkr; st allen stattgefonden haben. Er betrachtet sie nicht als Neubildungen, sondern als von allen Laven herslammeod, die bei späteren Eruptionen von Neuem geschmolien wurden. In all den genannten Fällen handelt es sich um Mine- ralien, die auch in den Laven der betreffenden Vulcane häufig sind (Labrador in Aetnalaven , Lencit in Vesovlaven). Be- kanntlich sondert sich nun beim Niederfallen einer Asche der feinere Lavaslab häufig mechanisch und fallt, vom Winde weggeführt, erst in grosserer Bafemung nieder. Je nach Korn- grÖBSe und Gewicht der Theilcben können tnodilicirte Aschen entstehen, die mineralogisch gani anders tu sammenges etat sind, als sie es anfänglich nahe der KratermSndang waren. Die Beschaffenheit einer Asche wie sie abgelagert wurde, ist also durchaas nicht identisch mit derjenigen, in der sie ans dem Krater ausgeschleudert wurde. An eine mechanische, bereits im Schlot erfolgende Sondernng ist bei denjenigen Mineralien zu denken, die (wie es för einen Theil der Leucite jetil wohl fest steht) im Magma praexistirten nnd von den (lasen emporgerissen, schlacken artig angehäuft und ausgeschleoderl wurden.'*) Die schoeeweisso Asche von Vulcano dagegen ist gewiss nicht durch mecbaniscbe Scheidung aus einem leretiablen Lavapulver erklärbar. Dem widerspricht die ausserordentliche Reinheit der Suhslanx ; ferner der Umstand, dass sie auf der ganzen Insel mit derselben Beschaffenheit niederfiel, in einer Mächtigkeit von atellenweis 4 Cm. Namentlich ist aber der Tridjimit, ans dem die weiss« Asche hanptsächlich besteht (vergl. pag. 57), nicht als wesentlicher Bestandtheil von neue- ren Laven bekannt; er findet sich in den Trachylen twer ver- breitet, doch nur in kleinen Mengen. In den ungefähr gleich- *) Zeitachr. d. d. gaol. Ow. 1S79. •*) Vergl. Biia: „D«t Vmdt im April 167-2", id dicMr Zeitschr. 1873, pog. 35. ■ 55 zeitig mit der Asche ausgeschleuderten Projectilen konnte ich ihn im Dünnschliff nicht erkennen. Ich betrachte daher diese Asche als eine Neubildung aus dem Lavamagma oder dem Gestein der Scblotwandung. Wie die Laven sich nicht eintheilen lassen, so ist es wohl auch mit den Aschen des Fall; die weisse Asche zeigt indessen so viel, dass nicht jede vulkanische Asche als Lavapulver (oder daraus durch mechanische Sonderung entstanden) beti'achtet werden kann. Es erscheint vielleicht am zweckmässigsten, den Begriff der rolkaniscben Asche dahin zu erweitern, dass man alles das darunter begreift, was von einem Vnican aasgeworfen wird, and in kleinen, festen Partikeln zu Boden fallt. Weiter- hin kann man dann anterschoiden : 1) Mechanisch aus Lava, hauptsächlich durch Reibung und Zerstanbung entstandene, gewohnliche oder nor- male Aschen. 2) Aschen, welche durch mechanische Sonderung aus den vorigen entstanden. Dieselbe kann ausserhalb des Kraters durch das verschiedene Gewicht der Theilchen und durch Wind- strömungen erfolgt sein, oder schon innerhalb des Schlotes: Modificirte Aschen — hierher muthmaasslich Labrador- ond Leacit-Aschen. Zu diesen zwei bereits bekannten Grnppen käme nan eine dritte neoe: 3) Aschen, deren Eigenthumlichkeit die Annahme eines besonderen chemischen Vorganges wahrscheinlich macht, die also als wirkliche Neubildungen, z. B. als Reaetionsproducte der vulcantschen Dämpfe und Gase auf das Gestein der Schlot- wandung oder das Magma zu betrachten sind. Hierher wahr- ftcheinlich die weisse Asche des 7. September. Ueber den besonderen chemischen Vorgang, durch den die weisse Asche entstand, lassen sich verschiedene schwer zu erweisende Annahmen machen. Wenn in den vulkanischen Gasen SiFl, enthalten ist, so wird, wenn dasselbe mit Wasserdampf zusammenkommt, nach bekannten chemischen Erfahrungen Kieselsäure und Eieselfluorwasserstoffsäure entstehen, welch letztere sich unter Umständen in Kieselfiuormetalle verwandeln kann. 3 SiPl, + 4 H.G = 2 H,SiFl. + H, SiO, H, SiFl. + R,0 = R.SiPl, + H, O. 56 Hierbei entsteht allerdingi amorpbe Kieselsäure, während die weisse Asche grössteDtbeils kristallinisch ist, allein nach St. Clair Dbtillb vird erslere beim Ueberleiten eines Stroms von HCl und Wasserdampf kristallinisch.*) Die Bildung von Flonrkiesel setzt die Abwesenheit von Wasser oder den diBSO- tiirlen Zustand derselbeD vnrans. SiPt, wurde in Puma- 3 rolen seibat nicht nachgewiesen, ängegen* fand Roth**) Pluor- gehalt in gelben Krnsten am Rande von Lavafumarolen des Vesuv. Ferner kanu die weisse Asche einem natürlichen Auf- scbliessuRgsprocess ihre Entstehung verdanken. Bekannilicb besteht eine Methode der Anfschliessnog von Silikaten darin, dasB man sie in geschlossenen Bohren bei höherem Druck mit 1er diesem unerwarteten ErgebDise, als ich das specifieche Gewicht and die LÖslichbeit in kohlensauren Alkalien bestimmte. Da die Asche, wie oben angegeben, nicht rein iat, son- dern Schwefel, Cbloride und Sulfate enthält, so war es notb- wendtg , dieselbe» 2u entfernen. Nachdem ich die Aache mechanisch sortirt, extrahirte ich sie nacheinander mit Schwefel- kohlenstoff, Alkohol, Wasser uod nochmals Alkohol. Hieranf wurde bei einer Temperatur von 60 — 70" getrocknet. CS, zog tiemlich viel Schwefel aos. Die Bestimmung des spexifischen Gewichts mit dem Pyk- nometer ergab 2,208; 0. Rosb*) und von Rate fanden (ur deo Tridymit 2,31. Zur Löalicbkeitsbestimmong wurde eine Auflösung tod 1 Th. trncknem Natriumcarbonnt in 3 Tti. Wasser angewandt und 20 Minuten lang im Kochen erhalten. Nach dem Fillriren und Auswaschen ergab sich ein Gewichts vertust von 6,23 pCt. Der Tridymit ist nach Rosb in Alkalien sehr schwer anflös- licb**), die 6,23 pCl. mögen daher cum grösseren Theil auf Rechnnno von b<>itFemenirler amornher RieselsÄure kommen. 99 Pulver aoegebildete Krystalle oder auch nur deutlich begrenzte Kryfttallflächen wafarsunehmen. Bekanntlich ist der Tridymit durch vom Rath, Sandbbrgbr a. n. an verschiedenen Orten aufgefunden worden, so z. B. in Mexico, im Siebengebirge, im Tracbjt der Euganeen bei Fa- doa, RufSantorin. Als vulkanische Asche hatte man ihn aller- dings noch nicht beobachtet. Fast immer war es aber trachy- tiscbes Eruptivgestein, in welchem er sich vorfand. Begreiflich wird es daher, dass ihn auch einmal ein Vnlcan direct er- zeugen und als Asche ausschleudern konnte, um so begreif- licher, wenn man bedenkt, dass nach O. Rosb'^) TVidj- mit besonders gern aus Schmelzflossen sich bildet, dass er aos Quarz wie aus amorpher Kieselsäure bei höherer Tempe- rator sich erzeugt. Wo anders sind diese Bedingungen besser gegeben als bei Vulcanen und man muss sich nur wundern, dass nicht auch andere Vuicane schon Tridymit lieferten. Bemerkenswerth ist noch die Massenhaftigkeit dieses Tri- djrottvorkommens (siehe oben), wenn man bedenkt, in welch kleinen Quantitäten (io Spalten und Drusen derTrachyte) bis- her das Mineral auftrat. Besitzt doch manche Sammlung noch kein gutes Haodstuck desselben I Schliesslich noch eine allgemeine Bemerkung über die be- handelten Producte und ihr Verhältniss zu den älteren Erzeug- nissen des Vulcanokraters. Herr Prof. J. Roth, der erfahrene Kenner der italienischen Vuicane, machte mich gelegentlich darauf aufmerksam, dass frühere Autoren von doleritischen Vorkommnissen auf Vulcano sprechen. In der That beschreibt Hoffmans**) melaphyr- ähnlicbe Laven vom Mte. Saraceno und säulen- und kugelförmig abgesonderte Augitlabradorlaven von Vulcanelio. Mit Bezug aof Lipari bemerkt er, dass daselbst Feldspath- und Glaslaven den angitführenden gefolgt seien. Offenbar gilt nun das Letztere auch für Vulcano. Die oeueren und neuesten Producte sind trachytischer Natur und *) Berichte d. d. ehem. Oea. 1669 pag. 393. , vergl. auch H. Rose : Po66. Ahd. tos. pag. 7. ^) Pooe. Ann. Bd. XXVI. pag. 65. Die Producte der Tbillgkeit aof VdIcsdo woren Projec- lile, äaode und Aschen; aur Butlecrang von Laia kam es nicbl. Den Reichthum an Aschen bat diese Eruption mit der TOD 1786 gemein, von welcber gleichfaÜB keine Lava er- vtibot wird.*) Die enegescfaleud erteil Projectile aind Liparite (kieselsäure- reidie Saoidintracbj'te mit Hornblende). In affenen nnd geacblos- ieueo Hoblränmen derselben findet sieb Quan , Hornblende, Eiseekiea and Magneteiaeu. Von diesen hier sweifellos p^roge- tsta Miueralien scheint der Quan (wie auch Roth**) fnr den der Vesavlioniben aonimmt) aus dem Magma, die äbrigen durch ■>ablimatioD entstanden an sein. Letzteres ergiebt sieb dunius, du« sie ibeila anf einauder, iheils auf den Qu arzkry stallen infsilien. Die Aschen und Sande lerfallen in awei Uruppen: Nor- male graue (aus vertbeilter, zersläubter Lava beatehead), und Atcheo beaonderer Art von schneeweieser Farbe. Letitere sind vorwaltend Kieselsänre (94 pCt.) mit bei- genieogten Chloriden und Sulfaten von .Alkalien, alkalischen Erden, Eisen, nebst Schwefel, wenig Magneleisen nnd ein- lülueo Gesteiiispartikeln. Diese Asche scheint eine Neubildung aus dem Lavamagma oder dem Gestein der Sclilotwandung zu sein. Sie ist viel* leiclil durch eioeu Aurschliessungsprocess derselben, vermittelt durch die sauren Gase, bei höherer Temperatur und höherem Drock entstanden. Der gewöhnliche Begriff der vulkanischen Asche (Lnva- palrer) passt auf die weisse Asche nicht. Gs wäre daher vielleicht zweckmässig, unter Asche (Saud) alles das lu ver- iiaer Bocca ktun, «o licM« «ich diraas ein ZnMniinenbaiig zwischen den MitB Ventilen der Liparengrnppe folgern. Vnloanu erfahr dinn wäh- nnd drr iweiteu Fbaie nur diu Siömu; der eigeniliche Ausbruch der l,ttpuinun Dumpfe crfulgtp auf Sirumboli. Die vultsniauhc ThütiKkeit hin« diDD nach AbUuf iler crsien Phtie (Miito Fcbrger ISTi) von Vul- riDD ntch Stromboli Bbergeselzt , d. h. voni Ende de) südlichen Schen- kdt der dreialrahligen Liparen-Spnlle cum nordöstlichen. Die erste Phase •"•lle Tonngsweise auf Vulcano, die »weite anf Stromboli Eespicll. *} Sp*llai» (un Nordabhaeg) floii 1757. **) Vergl. deuen Monographie dea Vesuv pag, 387. «a stehen, wa« von eiDem Vulcsn io kisipen festen Psrlikda aosgeworfen wird, und dann zu de» zwei bereits bekannte» (rruppen der Lavapulver uiid der mecbaniscb in- oder aasger- hftlb des Sehlotes gesonderten Aschen noch eine drille Gruppe hinzuiufügen, welche die chemischen Neubildungen (wie x. B. die weisse Asche) in sich begreift. Die Kieselsäure der weissen Asche ist grögsteutheils niufat die gevröbnliche, sondern Tridymit, was sieb aus der Unlös- licbkeit in AlkalicarbonMen, dem Verhalten im polarisirten Liebt und dem niedrigen speciüschen Gewicbt ergiebt. Vielleicht bildete sich ursprüngiicb die amorphe Uodifi- cation , welche darch höhere Temperatar and saure Dampfe in Tridymit überging. Da nach froheren Autoren auf Vnlcano ältere kieselsäure- ärmere Laven vorkommen, während jetzt die Prodacte kieseU sänrereich sind, so sctwiot hier die Eigenthnmlicbkeit des vnl- caniscb-cbemischen Procesaes in einer Anreicbernng bezüglich des Kiesel Säuregehalts lo hesleben. Aas Baeiten sind Acidiie entstanden. Es ist möglich, dass in Zukunft der chemische Process wieder in amgekebrier Richtung erfolgt. Naohtrag. In neuerer Zeil bat mir Herr Direclor Picone noch ein Probe weisslicher Asche zugesendet, welche, wie er mir mit theilt, ebenfalls aus dem Krater von Vulcano ausgeacbleudei 4. Icber 4k EiMienlagentHUcB t*b BI Pe4nM JB der PrtviHf Sevilla. Von Herra Fbrd. RotMER in Breslau. BI Pedroso ist der Name eine» etwtt ncht geogrsphiscbe WeileR oordöillieb vofl Sevilla in der Sierra Morena gelegenen Siäduben» oder Fleckens. Nnch demselben bat «ich eine GeaellMbaft benannt, welche sich die Ausbentong des in der oäheren nod Treueren Umgebang des Ortes vorhnndenen Eisen- enlagers lallen zur Aufgabe gestellt bat (Coinpaüia de mioas j labrica de kierros del Pedroso). leb hatte im Spätherbst 1S72 and im fräbJHhr 1873 Gelegenbeil, diese Erslagerstättea iu der angenehmen und kuadigeu Begleitung mehrerer Herren aoi Sevilla und Cadix und nameutlicb des Don Antodio M&CHADO, Rektors der Universität Sevilla, dem ich für vielfache wissen Schaft liebe Belekrnng über das Land verpflichtet bin, »eimal in besuchen and die nachstehenden Beobacb langen ober die fragUcheo Erzlagerställän nnd die allgemeinen geogno* »liscben Verhältoiss« za sammeln. Der Weg von Sevilla nach El Pedroso führt über die KubleDgrnbeo von Villaaaeva del Rio. Um dahin zu gelangen, tabreo wir znoächst einige Meilen auf der von Sevilla nach Cordova führenden Eisenbahn bis zur Station Tocina. Von bier setsten wir tu Pferde unsere Reise fort. Wir hatten au- üchst die fmchtbare Thalsohle des Guadalquivir quer ta diHchscbaeideB und gelangten, nachdem wir das Städtchen Taeinn hinter uns ballen, bald au den hier zwischen boheo Lebmwäoden in lief eingescboilienem Bette rasch dahin fliessen- ito Strom, der mit seinem trüben gelben Wasser einen nicht gerade schönen Anblick gewährt. Wir überschritten denselben •nf einer Fähre. Bald darauf näherlen wir uns'der Tbalwand, «eiche zugleich den südlichen Fuss der Sierra Morena bildet. Kalkige Tertiär- Schichten selzen dieselbe hier, wie überhaupt im Duteren erweiterten Tbate des Gnadalquivirs lasammen. 64 Durch grosse Clffpeaster*) (Clgp. gibhoiut M. de Sbrrbs) 0«tr«a crasrnsima Lam. und Hoderc PoHsilien bestimmen sieb diceclbeu leicht hIs miocän. Das untere Thal des Guadalquivir bis gegen Ccrdova hioauf war in der mittlereD Tertiär -Zeit uia vün der alten GebirgsoiAsse der Sierra Morena einerseits und der Berge von Ronda und Jaen andererseits begreniter Meer- busen. Noch eine kurze Strecke und wir befandet! uns mitteu swisehen den Halden zahlreicher Stcinkoblenscb ächte. Ea isi das Kohlenbecken von Villauaeva del Rio. Aechtes älteres Stein kohlengebirge mit Calamiten, Lepidodandren und Psrru' kräutern. Die groben Sandsteine und weissen Quari-Conglo- mernte gleichen durcfaans solchen von Waldenburg und anderen deutschen Kohlenbecken. Das Becken ist von ganz beschrank- tem Umfang. Es ist eins der ziemlich zahlreichen kleinen Steinkohlenbecken, welche in dem llereiihe der älteren Schiefer- gebirgsmasse der Sierra Morena vereinzelt and ohne Zu- sammenhang untereinander auftreten. Ein anderes lerntet) wir später nördlich von San Nicolas kennen. Hier sind die Kohlen bisher nur durch Bobrangea nachgewiesen, aber bisher nicht ausgebeutet. Das bedeutendste derselbeu ist dasjenige von Behnez, nordwestlich von Cordova, welches neuerdings durch eine Eisenbahn aufgeschlossen, einen grossen Bedarf an Kohlen zu befriedigen im Stande sein soll. Das kleine Becken von Villanueva del Rio liefert bisher nur ein geringes Quantum von Kohlen. Bei einem rege) massigeren und ptanvollerca Bergbau liesse sich aber gewiss die Productiou bedeutend steigern. Oleich nordwärts von den Kohlengruben treten wir nach Ue ber schrei tu ng des schmalen Thaies der Huesaa in das Gebiet versieinerangsloser Schiefer — Glimmerschiefer und halbkrystallinischer Thonschiefer ein. An Aufschlüssen des Gesteins fehlte es nicht, denn wir folgten zum Tbeil der fast vollendeten Eisenbahn, welche an mancher Stelle tief in die schiefrigen Gesteine einschneidet. Es ist dies eine Eisen- bahn, die das breite Oebirgsland der Sierra Morena quer durch- *) Ein dort gegammcItF« nnd in dem hiesigen Mateum niedergelegte' Exemplar misvt 21 Cm. in der Lansr, 19 Cm. in der Breite und Itl Cm. in der Höbe. Es ie oder lebenden Ecbini 65 sehneideod, Andalasien mit Bstremadara verbinden soll. Von Tociaa, wo sie in die Bahn von Sevilla nach Cordova ein- oiändet, bis zn dem Städtchen El Fedroso fanden wir diese Bahn bereits nahezu vollendet, so dass ihre baldige Eröffnung erwartet wurde. Ein Ritt von fünf Stunden durch ein einsames, mit den mehrere Fnss hohen Stauden von Cistus- Rosen bewachsenes Bergland brachte uns zn der Pabrica, d. i. dem etwa 6 Kilo- meter nordöstlich von El Pedroso gelegenen Hüttenwerke der Gesellschaft. Hier nahmen wir für einige Tage unseren Auf- eotbait, nm die in der Nähe gelegenen Erzlagerstätten zu be- suchen. Einen bequemeren und angenehmeren Mittelpunkt für diese Excursionen hätten wir nicht haben können. Das Hütten- werk ist nämlich am Fusse eines hohen bewaldeten Berg- räckeos im Thale der Hnesna, eines wasserreichen klaren Bergstroms, sehr anmuthig gelegen und bot in der weitläuf- tigeo Beamten Wohnung alle Bequemlichkeiten des Lebens, die man sonst in dem einsamen Berglande weit und breit ver- gebens suchen wurde. Die in der Nähe gelegenen Erzlagerstätten sind theils solche von Hämatit oder Rotheisenstein , theils von Magnet- eisenstein. Wir besichtigten zunächst die ersteren, die sich auf der Höbe eines mit Korkeichen bestandeneu, steil abfallenden Bergrückens befinden. Es sind aufgerichtete Lager im Glimmer- schiefer. Die erste Grube, zu welcher wir kamen, heist Juan te Diente. Es ist ein Tagebau auf der Spitze eines bewal- deten Bergkegels. Das senkrecht stehende Erzlager ist hier 4 bis 5 Meter mächtig, in Glimmerschiefer eingelagert und scharf durch denselben begrenzt, von Südost gegen Nordwest streichend. Das Erz ist ein feinkorniger Eisenglanz in dichten Rotheisenstein übergehend. Nur hin und wieder von kleinen Quarzadern durchzogen und selten durch fein eingesprengten Schwefelkies verunreinigt, erscheint das Erz in den grossen durch die bisherige Forderung schon entstandenen Weitungen fast ganz gleichartig Von diesem Hauptaufschlusspuukt lässt sich das Erzlager an dem Abbange des Berges in ungefähr gleicher Mächtigkeit gegen 600 Meter weit verfolgen. Bei dieser Ausdehnung und Mächtigkeit würde sich schon durch l^iiu A. D. |e»l. G«>. XX VIL 1 . 5 blosseo Tagebau ein ungeheures Quautum Erz aus diesen) ein- zigen Erilager gewinnen lassen. Nun sind aber in demselben HÖbenzujje noch mehrere äbnliclie Lager vorbanden. Zwei derselben, Rosalina und Monte agudo, hat man auch bereits aaszubeutea angefangeii, aber die geringe Forderung steht in keinem Verhältniss eu der Maasenhartigkeit des Ersvorraths. Die Lagern ngSTerhältDiBee und die Eigenschaften dos Erzes sind deren von Juan tenieole ganz ähnlich. Bei der Grube Monte agudo kann man das En an dem steilen Abhänge des Berges herabstürzen und wird es leicht zur nahen Bisenbahn schaffen können. Von nicht minderem Reichthum und von grösserem geulu- giscben Interesse sind die Lagerstätten von Magneleisen. I>ie Gesellschaft besitzt zwei Gruben dieses Erzes, Navatacarn und Navalostrillos bei Pedroso. Die eratere ist etwa 3 Kilometer südlich von dem Städtchen ia einem flach hügeligem Land- striche gelegen. An dem Fusse eines Hügels, wenige FnBS über der Thalsohle ist hier ein grosser steinbruchsartiger Tage- bau im dünngeschichteten Gneiss geöffnet, durch welchen das Erz in einer Mäcbligkeit von 6 bis 8 Meter Bafgeschloesen ist. Es ist ein aufgerichtetes Lager im Gneiss. Das Erz ist ein kristallin lach- körniges bis dichtes Aggregat von Magoeteisen. Brauner Granat und grüner PisIsEil (Epidot) sind häufige Be- gleiter des Erzes. Das ganze Verhatten der Lagerstätte erinnert lebhaft an dasjenige von .Vrendal in Norwegen. Kleine Schürfe und natürliche Entblössungen schliossen das Erz an vielen anderen Stellen auf den umgebenden Hügeln auf Offenbar sind hier mehrere Lager desselben vorhanden und es Hesse sieb hier gewiss bei genügenden Atifschlüssen eine beliebig grosse Quantität des vortrefflichsten Erzes durch blossen Tagebsti gewinnen. Die andere Grube Navalostrillos , etwa 8 Kilometer nördlich von Pedroso gelegen, zeigt weniger deutliche Auf- schlüsse. Das Gestein, welchem das Erz hier untergeordnet ist, ist stark zersetzter dSnugeacbicbteter Gneiss. Gänge von Fegmatit durchziehen denselben. Die handgrossen blättrigen Partieen von schönem lombakbrtiuoem Glimmer, welche msn an der Oberfläche antrifft, rühren aus solchen Gängen bcr. Auch 3 Zoll dicke, plsttenförmige Stücke von hellgrauem dich- tem Feldspath, welche lose in der Oberfläche bemerkt wurden. 67 mosaeii von einem gaiigartigen Vorkommen im Gneiss her- rühren. Gaus in der Nähe der Grabe liegen grosse Blöcke voa granschwarzer Hornblende amher. Ihr Aussehen erinnert ganx an dasjenige der Magneteisenstein - Lager von Arendal. Zorn Theil sind diese Blöcke von Hornblende von feinen Schnuren von Magneteisen durchzogen. Besonders bemerkenswerth sind noch gewisse serpentin- abnliche aud opalartige Massen, welche das Ausgehende des Erzlagers bedecken. Kopfgrosse Stacke von gelbbraunem Halb- opal, lebhaft an den Halbopal von Quegstein im Siebengebirge erinnernd, sind nicht selten. Noch häufiger sind verschie- dentlich gestaltete Knollen von dankelgrauer Farbe und mit ganz mattem Wachsglanz auf dem flachmuscheligen Bruch, welche zuweilen durch die zusammengedrückte Gestalt an Menilit-Knollen erinnern. Zuweilen umschliessen diese Knollen einen Kern von. grünlichgrauem Serpentin. Der Serpentin ist augenscheinlich ein Zersetzungsproduct der das Erzlager begleitenden Hornblende und die Opale sind wieder aus jenem hervorgegangen, wie auch in Schlesien bei Frankenstein und io der Umgegend des Zobten die Opale als Ausscheidungen aas dem Serpentin den letzteren begleiten. Augenblicklich ist die Erzgewinnung bei Navalostrillos iwar nicht bedeutend, aber es ist nicht zu bezweifeln, dass sieb auch hier bei weiterer Aufdeckung des Erzlagers grosse Massen von Erz darch blossen Tagebau wurden gewinnen lassen. Nun blieb uns noch die Besichtigung der Eisen gl anz- (iraben übrig. Diese liegen gegen 4t Meilen weiter nördlich bei dem Dorfe San Nicolas. Wir brachen am folgenden Mor- gen dahin auf. Der Weg dahin führt zuerst im Thale der Hoesna aufwärts und lenkt später in ein Nebenthal ab. Hier lyrd das Ansteigen stärker und schliesslich gelangt man auf ein Plateau, auf welchem ein isolirter Bergrücken sich erhebt. Das ist der Cerro de chierro, der Eisenberg. Und in der That, derselbe verdient seinen Namen. Denn sobald man den mit Buschwerk bewachsenen Abhang des Berges hinanzu- steigen beginnt, findet man schon den Boden überall mit faust- bis kopfgrossen Stacken von einem metallisch - glänzenden Eidenglanz bedeckt. Gelangt man aber auf die Höhe, so be- kommt man erst die richtige Vorstellung von der Massen- baftigkeit des Erzvorkommens. 5* Eb befindet sich hi«r ein grosserer stein brachartiger Auf' SchlasB, in welcbem oim) den reinen lebhaft metallglänzendeii Eisenglani in einer Mächtiglieit von 4 bis 6 Meter anstehen siehL Weisser krTStallinisch- körniger Schwerspath, welchen man auf den ersten Blick für krysullini sehen Kalk oderUrkalk halten könnte, begleitet das En and bildet snm Thcil kleinere Gänge in demselben. Das ist nun freilich wegen des Schwefel- gefaalts kein angenehmer Begleiter des Eries. Allein eine eigentliche Schwierigkeit kann er nicht bereiten, weil bei der Masseobaftigkeit des ETxvarkommeos reine Partieeo des Ertes Du aind die verBchiedeaea Eisen ertUgeratStteD , welch« der Pedroso-Oee eil Schaft gehören. Wären dieselben in einem der gewerbreicben Landstriche Mittel-Europas gelegen, so wm- äeo sie langst eine grossartige Eisenindustrie bervorgerufea hsbea. Hier sind sie kaum in ÄngrifT genommen and nähren Dar eine eiacige, wenig bedeutende Eisenhätte. Ist jedoch einmal die vorher erwähnte Eisenbahn vollendet, so kann es wohl nicht ausbleiben, dass dieser reiche Eragchatz gehoben BDd für die Industrie natzbar gemacht wird. Uebrigens schliessen sich diese Eisenerzlager durch ihre Massen haftigk ei t den anderen Erzlagerstätten auf dem Südabralle der Sierra Morena an, namentlich dem weltberühmten Zinnober- Gsoge TOD Atmaden und den unerschöpflichen Lagern Ton kuprerbal tigern Schwefelkies bei Rio Tinto und an anderen Punkten in der Provinz Huelva. Nimmt man hinzu, dass laaserdero zahlreiche giössere und kleinere Blei- und Kupfer* en-führende Gänge das Gebirge in allen Richtungen durch- liehen, so erscheint diese Gebirgsgegend in der Südwestecke Spaniens als eines der metallreichsten Gebiete Europas und rechtfertigt den Ruf, den das südliche Spanien schon im Alter- tbum wegen seiner metallischen Reichtbümer genoss. i 7« 5. lieber das VvrkeMBCB vob Nöggerathia f*litsi Stbg. ii den Steukohleigebirge tob Oberachlesiei BBd aber die WiehtigVeit desselbcB für cioe Pinlleli- siniBg dieser SebichteB Mit Atsatn tob BöhiieB. Von Herrn Ottokar FBISTMA^TEL in Breslau. Hierin TuM V. Es sei mir erlaabt , an dieser Stelle eioes interessanten Vorbommens einer Pflanienart aus dem Kohlengebirge TOD Oberscblesien tu gedenken, die nicht nur iaieressanl &ls Pflanze selbst ist, da sie bis jetxt noch nicht mit Sicher- heit in der lebeoden Flora ihre aDaloge Form und ihre gani sichere systematische Stellung gerunden hat, sondern auch be- sonders dorch dit Art und Weise ihres Anftrelens. Da sie nämlich in dem Beiirke ihres Vorkommens auf ganc bestiuiiDte Schiebten sieb beschränkt zeigte und immer unter denselben Verhältnissen auf denselben Schiebten auftrat, wurde sie fär diese bestimmten Schichten , folgerichtig auch für die sie ent- haltenden FlÖtzzüge, charakteristisch uDd erwies sich bei der Psrallelisirung der einzelnen sie führenden Scbichtengruppea als maassgebend. Es ist dies nämlich die interessante Art NÖggerathia foliosa Stbq. Bevor ich auf die Thalsache des Vorkommens in Ober- schlesien übergehe, mnss ich etwas weiter ausholen and vorerst andere allgemeine Verhältnisse betreffs dieser Art erwähnen. 1) Vorkommen der NÖggerathia folioga Stbo. in Böhmen. Wie bekannt, ist die N5g gerathia foliosa Stbg. bis jetzt bloss aus dem böhmischen Koblengebirge angeführt wor- den und galt als eine speciell böhmische Art. Es ist also 71 am Bo interessanter, sie jetst auch von einer anderen Stelle kenneD la lernen. Zoerst beschrieb sie Graf Stbrnbbro in seinem grossen Werke aber die fossile Flora (Vers. d. Darst. einer Flora d. Vorw.) und zwar Bd. I. fsc.'2. pag. 33.; ferner fasc. 4. pag. 36. ttfld bildete sie t. 20. ab. Doch hat sie Stsbnbbro wohl nicht selbst an Ort und Stelle gesammelt, da die Fondortsangabe eine bloss ganz all- gemeine und noch dazu unrichtige ist; denn er sagt betreffs des Fundorts: „in schisto lithanthreacum in circulo Berau- aensi.' — Non kann sich aber Jeder an dem Originalexem- pUre aberzeugen, dass es dem Gesteine nach nur aus dem Kiadoo-Rakonitzer Becken stammen kann, und es überhaupt in der Umgegend too Berann (sudwestl. von Prag) keine Kohlen- schichten giebt, in denen Noggerathia foliosa Stbo. je auch nur in einem Bruchstücke, gefunden worden wäre. Diese allgemeine Fondortsangabe ging dann natürlich in die folgenden allgemeinen Werke über fossile Flora über. So finden wir dieselbe bei Oöppebt in seinen Gattungen fossiler Pflanzen, wo er auf t. 12. f. 1. (Lief. 6 u. 6) aber- mals ein Exemplar abbildet nnd in dem Texte Stbrnbero^s Fondortsangabe citirt. Doch scheint mir das Originalexemplar, das Herrn Prof. Goppert vorlag und von mir in seiner jetzt im mineralogischen Museum in Breslau deponirten 'Sammlung besichtigt werden konnte, aus dem Radnitzer Kohlenterrain zu stammen. Dieselbe unrichtige Fundortsangabe finden wir dann noch bei UzfOKR (Genera et species plant, foss. pag. 103) und 'auch ScBlJfPEB hat dieselbe in seinem Traite de pal. v^g^t. IL p. 130 wieder citirt, noch dazu mit der Bemerkung ,)esp^ce tres rare^. Dagegen war sie schon 1854 Ettuioshaussn aus dem Radnitzer Kohlenterrain bekannt, und führt er sie in seiner «Steinkoblenflora von Radnitz*^ (p^g* 3. u. 58.) von Wrano- wi tz im sogen. Bfaser Becken an. Doch fugt er nichts Nä- heres über ihre Lagerung hinzu. Im Jahre 1865 lieferte Prof. GsuiiTZ (N. Jahrb. 1865 t. 3.) abermals eine Abbildung des Blattes und eines dazu gehörigen Prucbtstandes. Doch erst etwas später erhielt sie ihre wahre Bedeutung. Sie erwies sirh nämlich bei näherem Studium und Vergleichen 72 der einzelnen Kohl enablagernn gen in Böbmeo fSr gewisse die- ser Ablagerungen, d. h. für gewisse Schichten darin als cha- rakteristisch, als bestimmend und ermöglicbte anf diese Weise eine Farallelisirang der eiotetnen K oh lenab lagerangen nnter- eia ander. Zuerst wurde sie im Radnitier Eohlenterrain bäofig gefunden, und hier wurde zuerst ihre Bedeutung erkannt. Es stellte sieb nämlich heraus, dass ihr Vorkommen da- selbst anf ganz bestimmle Schichten beschräakt sei. Dazu scheint es mir nothwendig, etwas über die Olie- dernng des Radnitser Kohlenterrains einiuscbalten. Das sogen. Radnitzer Kohlenterrain ist im 8W. von Prag, näher jedoch an Pilsen, abgelagert nnd besteht aas eiuem grösseren centralen Becken nnd aas mehreren kleineren , die sich um das erstere grappiren. Die einzelnen Schiebten, die dieses Koblenterrain tu- sammensetzen, ergeben sich folgendermaassen (von oben nacb unten) : 1. Eine bis 20' mächtige Schiebt eines sehr kaolin- reichen Sandsteins, der in der Gegend als Mörtel gebraucht wird und den Localnamen „Moll/f" führt. — Es ist eine ganz ständige, stets an er- kennende Schicht. 2. Thooiger Sandstein und Sandsteinschiefer , wenig mächtig. Schieferthon, meist weich und kohlenbaltig, bis 8' mächtig; dies ist der Hangend schiefer des Ober- flÖtzes und sehr petrefacten reich. Das obere oder Baaptflöte, bis 6' mächtig. Eins Reibe fester, feiner Schiefer, sogenannte Schleifstein schiefer ; sie besitzen eine wechselnde Mächtigkeit, die jedoch nie 8' übersteigt; aber- mals eine sehr constante , stets zn erkennende Schiebt. 6. Eine gleichförmige körnige Sandsteinlags von circa 2' Mächtigkeit. 7. Das zweite oder untere Kohlenflöts, dnr«h' scbnittlich 2' mächtig. 8. Eiue Reihe Sandsteine, Conglomeratbe und ScbJefer- Ibone ohne Kohlcoflöu. r ^ 73 Die Schichten 1. 2. 3. 4. bilden zusammen die sog. Ober- flotxgroppe and ist dieselbe besonders charakterisirt durch die ,,MoItyir^^*8andsteine und durch ein zweites Merkmal, das ich alsbald ausfuhren werde. Die Schichten 5. 6. u. 7 bilden zusammen die sog. Unter- flotzgroppe und ist diese besonders charakterisirt durch die Schleifsteinschiefer. Die Schicht 8. endlich bildet die sog* kohlen fl 6 tz- leere Grappe. Das Vorkommen der Noggerathia foliosa Stbo. ist nun auf die Oberflotzgruppe beschränkt und zwar auf das Bereich des Oberflotzes selbst. In diesem sind näm- lich mehrere sogen. Zwischen mittel eingelagert, die sich im Allgemeineo folgendermaassen gruppiren: 1. Obere Zwischemittel : Oberflotzchen und Firstenstein. 2. Mittlere Zwiscbenmittel : Flicka und Schrammflotz. 3. Untere Zwischenmittel: die sogen. Sohlendecken. Nach den genauen Untersuchungen meines Vaters ist nun N oggeraihia foliosa f^TBQ, fast ausschliesslich auf die oberen und mittleren Zwi sehen mittel be- schränkt und hiermit für die Oberflotzgruppe charakteristisch. Auf Grund dieser Untersuchungen konnte nun dieses Raduitzer Eohlenterrain auch mit dem Kladno-Rakonitzer in Analogie gebracht werden. Das Eladno-Bakonitzer Kohlenrevier, das im Nordwesten von Prag abgelagert ist und das grosste Kohlen- revier Böhmens darstellt, gliedert sich ähnlich wie das Rad- nitzer Kohlenterrain, nur dass hier noch ein Flötzzug hinzu- kommt. Die Gliederung desselben ist folgende: 1. Hangendflötzzug — enthält ein Kohlenflotz, das von der sogen. „Schwarte^S einem Brandschiefer überlagert wird, der permische Thierreste enthält. Dieser Zug ist ohne Zweifel dem Bothliegenden zu- zurechnen. 2. Liegend flotzzng. — Dieser enthält den Kohlen- reichtbum Böhmens and besitzt seiner ganzen Aus- dehnung nach ein Kohlenflotz, das sog. Haupt- 74 flÖtt; dieses wird bis 5;' mächtig, vkriirt jedoch in aeioe lage wii steinen, Unter dem F BBadige Schiefert h Grundgehirgo auH «weites Flöti Dm Haupt Oberflötc, einielc HstiBCti für diesei Es sind dies Tom immerbio noch ap Diese Zwi in der Gegend Theile der ga Reichthum ait ziemlich zahl foliota Stbo., ä flottes beschränkt Durch dieses nitzer Hanptf] in gleii-bes Nivec Theiie des Kladnc wohl analog dem Die Aöggeri diesen beiden Abi Durch iwei i nitter Oberriö Pilsner Ablagerun Ich habe bei des Moltyrsand ausserdem ist vo eines derselben, n terisirt durch das Körperchen, die d sehen geben, das Diese beiden auch iro Liegen wodurch dieses n 75 Analogie gestellt wird , jedoch zugleich anch mit dem Zage des Uaoptfiotzes bei Ki adno-Rakonitz, da ja letzteres darcb das Vorkommen der NÖggerathia folio8a Stbg. mit der Radnitzer Oberflötzgrnppe auf gleiches Niveau gebracht ist. NÖggerathia /oliosa Stbo. erwies sich also für die Parallelisirung der westlich von der Moldau abgelagerten Kohlen bassain s als maassgebend. 2. Vorkommen der N 6 ggerathia foliosa Stbg. in Oberschlesien. Die Kenntniss von diesem interessanten Vorkommen in Oberschlesien verdanke ich der Einsicht in die reichhal- tige Sammlung des Herrn Goppbrt, deren Einordnung in die Sammlungen des mineralogischen Museums der Universität Breslau unter Leitung des Herrn Robmbb eine für mich sehr lehrreiche und nutzbringende Aufgabe war. Neben vielen anderen interessanten Petrefacten aus Ober- schlesien fanden sich nun bis jetzt auch drei Exemplare dieser interessanten Pflanzenart vor; sie tragen alle ziemlich genaue Angaben betreffs des Fundortes und des Vorkommens. Zwei tragen die Etiquette mit der Aufschrift (von Qöppbbt's Haod geschrieben): „Leopoldsgrube in Oberschlesien^^; das dritte tragt die Angabe noch viel genauer und zwar (auch von Göppbbt's Hand): „Vom Lcopoldflotz der Leopolds- grobs bei Ornontowitz in O berschlesien^S Ich habe zwar bis jetzt nicht Gelegenheit gehabt, mich näher über die Lagerungs- und Qliederungsverbältnisse des Leopold flotzes der Leopoldsgrube zu orientiren, nur sonel ist mir bekannt, dass dieselbe dem sogen. Nicolai er Revier oder dem vierten Flotzzuge der oberschlesiscben Rohleoftotze oder den hängendsten Plötzen angehört. Es ist überhaupt in Oberschlesien sehr schwer, sich in der grossen Anzahl und der grossen Mächtigkeit der Rohlenflötze auszu- keonen; doch genügt in der That die angeführte Angabe, wo- durch also zunächst nur der vierte Flötzzug (Nicolaier Re- vier) in Betracht gezogen werden kann. Besonders bedauere ich, dass ich nicht angeben kann, ob das Gestein , worauf diese Art aus Oberschlesien erholten ist, einem Zwischen mittel angehört oder nicht — aber ich 76 würde nach der Beschaffenheit des Gesteing Behr geneigt sein, zu glauben, daes dasselbe in der Thnt eine Zwiscbenmitleiachicht sei. Dies wird sich wohl später genauer feststellen lassen ; es ist interessant genug, wenn das Vorkommen so genau cod- statirt werden kann. NÖggeralhia /oliosa Stbo. ist nun auch in Ober- Bchlesien in dem Nicolaier Revier vorgekommen und wird wohl in dem Kohlenbei*eiche Ober* Schlesiens, wenn sie noch von anderen Orten be- kannt werden sollte, von ähnlicher Wichtigkeit für diese Ablagerung sein, wie für die böhmischen. — Ich habe eines dieser oberschlesischeo Exemplare abgebildet (siehe Tafel V.). 3. Folgerungen aus dem bis jetzt Angeführten. Das Vorkommen der NÖggeralhia /oliosa Stbo. in Oberscblesien ist nicht bloss ein local wichtiges, sondern auch mit Bezug aof die Ablagerungen des benachbarten Böhmens. Wenn wir nämlich berücksichtigen, dass diese An sowohl in dem Ruduitzer Kohlenterraiu als auch In der Kladno-Rakoni tzer Ablagerung einen bestimmten Horizont eingenommen hat und eben dadurch charakteristisch für dieae Schichten und für die Parallel isirungen jener Ablagerungen, in denen sie vorkommt, maassgebend wird, so kann man wobl für die obe rscb lesisch e Art, die mit der höbmischen völlig ident ist, wohl dasselbe annehmen; es wird eich aus dem Gesagten wohl ergeben, dass jener Antheil des oberBcbleeiachen K.oblenterrain s, welcher die Schichten enthält, in denen d\e Nöggeratkia Jolioia Stbo. erhalten vorkommt,' mit den eben betrach- teten Koblonablagerungen in Böhmen, die darcb 77 1. scheint mir die Nogg, /oliosa Stbg. neben der eng- liscben Nogg. flabellata L. u. H. die einzig gerechtfertigte Art dieser Galtung. Alle die übrigen Exemplare mit den ein- zelnen langen, parallel gestreiften Blättern, wie Nogg. pdlmae- formis, Nogg. platynervia, Nogg croBsa etc. — wurde ich eher geneigt sein, zn der Gattung Cordaites zu ziehen, die immerhin mit Noggerathia zn derselben Familie geboren mag; denn die Stellung von CcrdaiteB ist ebenso unentschieden , wie die der yoggerathia. Denn es hält wohl schwer zu entscheiden, welche von den zwei in neuester Zeit vertretenen Ansichten: NoggerU' thia sei eine nacktsamige Dicotyle (Geinitz, N. Jahrb. 1865) oder sie sei eine Monocotyledone (Wbiss 1870, Verhandl. des natorhist. Vereins für d. preuss. Rheinl. u. Westf. pag. 63), die richtige sei. Als das rationellste wurde es mir scheinen , sie gleich hinter den Sigillarien am Anfang der Cycadeen, in einer eigenen Familie der Noggeratkieae anzuführen, wo neben yoggerathia noch Cordaites zu stehen käme. Im Anscblussf an Cordaitee werden dann die anderen oben erwähnten ebenfalls als Noggerathia beschriebenen Exem- plare mit den langen Blättern als „species incertae^^ anzu- fahren sein. 2. Hess die Gattung Noggerathia (in dem wahren eigent- lichen Sinne) einige Entwickelungsverhältnisse beobachten. Die echte Noggerathia /oliosa Stbg. hat nämlich keil- förmige abgerundete Blätter , deren runder Rand höchstens geiahnt ist: man beobachtet auch Exemplare mit ganzem Rande, aber feine Zähnelnng ist auch keine Abnormität. Nun kam seiner Zeit bei Bras ein Exemplar vor, das im Gänsen an Noggerathia foliosa Stbg. erinnerte, aber dessen Rand bis zum Drittel gespalten war. — Dies Exem- plar kam nur einmal bei Bras vor, und zwar in derselben Schiebt, wie die Nogg. f oliosa Stbq.; mein Vater, der dies Exemplar aufgefunden hatte, nannte es Noggerathia int er ' nedia K. FsTM., nm anzudeuten, dass diese Art gleichsam in der Mitte zwischen der nur gezähnten Nogg. /oliosa Stbo. Qnd der ganz tief gespaltenen Nogg, speciosa Ettgh. steht (wenn letztere überhaupt eine Nög gerathia ist). — Siebe Ettingshaüsen , Steinkohlenflora von Radnitz 1854, P»g. 58. 78 Später kameo duin bei RakoniU ebenridle mit der Xögg. /oliota Stbo. liemltch lablreicbu Exemplare der sog. A'ögg. inlermedia vor, die denilich seigteu, daaa dieau Art wohl ebenfalls so S oggerathia gebore; sie hat im Grossen miij GaoHD fast dieselbe Blatlform, nnr ist sie etwas länglicher; die Slelloug der Blätter ist dieselbe, aber der Band ist bis lum Drittel, uod maocbmal Docb etWHS weiter gespalten. — Icüi bilde ein golea Exemplar von Bakoniti aaf Tafel V. ab. — Was diese Keste anbelangt, so ist es immerhin gestattet, sie des Verstäadnisses wegen ODter dem obigen Namen be- stehen SR lassen; aber mir scheint nicht, dass sie eine guoi selbst st« tidige Art vorstellt; ich wörde sie eher als eine Va- rietät, die dnrcfa irgend welche Terbältoisse bedingt wnrde, anffaBsen; denn es ist ja sehr leicht denkbar, dass sie tinier gewissen Bedingungen eich nnr kümmerlich entwickeln konnte and dass dann die Zähnelung der y oggerathia /oliota ^TBO. zur lieferen Spaltung wurde, die dann unter der Form auflritt, wie sie durch den Name» Nögg. intermedia K. Fbth. veranschan licht werdeu soll. Betreffs NÖgg. speciota Eiren. ist es sehr iweifelhnfi, ob sie tu Nöggeratkia gehÖrL Es würde daher NÖggtrathia auch in morphologischer Betiehnng interessant sein , da sie wohl aus einer tirondforin (yögg. /oliota Stuo.) infolge gewisser Bedingungen eine an- dere Form entwickelte (XÖgg. intermedia K. Fsm. , siehe Ab- bildung). Farn.-. Nöggerathieae. y oggerathia /oliota Sibg. Taf. V. Fig. 1, 1822. Stbbhbbm, Vers. I. fsc 2- pag- 33. 1825. Stbrubero, ibid. fsc. 4. pag. 36 t. 20. 1841. GOPPBRT, Gattung, foss. Pfl. Heft 5. u. 6. t. 12. f. 1. 1850. U116BB, geiiera et sp. plant, foss. pag. 57. 1854. ErTlNOeHADSBH, SteiukobleuAora von Radniu pag. 58. 1665. Geints, Steinkohlen Deutschlands und anderer Län- der Europas pag. 315. 1865. Gbiditz, N. Jahrb. t. 3. f. 2. 79 1870. Weiss, Verband], des naturhist. Vereins fnr Rheinl. u. Wesif. pag. 63. 1874. 0. Pbistiunt£L, Steinkohlen- u. Permablager. im NW von Prag pag. 101. t. 2. f. 1. E» lagen mir drei Exemplare von Oberscblesien vor, worunter besonders zwei durch ihre Vollkommenheit sich aos- zeicboen; das eine habe ich abgebildet. Das eine Exemplar ist ziemlich gross; es lagen aber nur Auf der einen Gesteinsfläche diese Pflanzenreste, aber ziemlich zahlreich zerstreut. Unter diesen zeichnen sich aber zwei nebeoeioander liegende Blattwedel durch ihre Länge aus; sie sind 10-11 Cm. lang and zählen bis je 7 Blättchen auf einer Seite. I>ie Blättchen haben ganz dieselbe Form, wie die in Böhmen vorkommende Art, sind keilförmig mit gerundetem Rande, der in diesem Falle etwas gezahnt ist; die Nerven lanfen gegen den Winkel zusammen. Die Blätter sitzen alle aJteroirend. Das zweite, kleinere Exemplar, das ich abbilde, stellt ein Blattwedelstuck von 14 Cm. Länge dar; auf jeder Seite sind 5 Blätteben in alternirender Stellung; das oberste (rechts) ist zerrissen und es scheinen also zwei schmäler zn sein. Die Form ist im Wesentlichen dieselbe, wie bei dem grosseren Exemplare, nur sind sie etwas grosser und breiter, da das ganze Stuck entweder einer älteren Pflanze angehört, oder der QDtere Theil von einem grosseren Blattwedel ist. Ausserdem ist hier der Blattrand ganz deutlich ungezähnt. An diesem Exemplare ist auch deutlicher die Anheftung der Blätter zu sehen ; es scheint, dass sie nicht eine derartige, dasa die Blätter bestimmt geformte Narben nach dem Abfallen ZDrockliessen. Das Gestein, worauf diese Pflanzenreste sich erhalten haben, ist ein weicher, thoniger Schiefer, von sehr geringer Coosistenz, so dass er, mit Wasser in Berührung gebracht, bald zn einem Brei wird. — Er ist grau, mit einem Stich ins gräolich-gelbe. Es ist derselbe Schiefer, wie er auch von der Agnes- Amanda- Orube bekannt ist, wo er ebenfalls zahlreich Pe- trefacte enthält. Allem Anschein nach ist es in beiden ge- oaonten Gruben dieselbe Schieferschicht, und scheint es mir 80 Dftch Aliero eine Zwisclieamittelscbicbt zu B«iD.^— Vielleicht dürrto sie für die Parallelisirung uicbt ohne Wichtigkeit sein. VorkomtneD: Leopoldfiotz der Leopoldgrabe bei Ornontowitz in Oberscblesieo , auBserdem im Radnitzer aod Ktadno-RalEoni tier Kohleogebiet in Böhmen. Zn dieser Art dürfte dann als irgend ein Entwickeluogs- stadium gehören die Nöggerathia intermedia K. Fbtb. Taf. V, Fig. 2. 1868. K. Fbisthantel , Beobachtungen über einige fossile Pflanien aas dem Radnitzer Becken, in Abhandl. der k. böbm. Oesetlscb. der Wissen ach. t, 1. f. H. 1874. O. Fbibthantbl , >Sieinkoblen - und Fermablager. im NW von Prag; Abhandl. der k. böhro. Ges. etc. t. 2. f. 2. pag. 102. Bhacopterit RaconiceMia S-iVs,, Samml. d. k. k. geol. Reichsdnst. Diese Art habe icb zum Vergleiche mit der "vorigeu her- gezogen und abgebildet, da icb sie ja schon früher als ein EotwickelungsBiadinm derselben erwähnte. Diese ist bis jetzt nur auf Böhmen beschränkt, kam aber in denselben Schichten und Ablagerungen vor, wie die Nöggerathia /oliota Stbg., aber natürlich etwas seltener, namentlich bei R&dnitz. Im Kladno-Rakouilzer Beckea kam sie bis jetzt nur bei Rako- nitz, aber immer in Gemeinscbtift mit Nögg. foHoaa Stbg. vor.; sie ist daselbst ziemlich häufig und in einigen schönen Exemplaren aufgetrelen. Ein grosser Blatlwedel befindet sich im Prager Nelionalmuseum. Ich bilde auch einen ziemlich gut erhalleueii ab und vervollständige dadurch meine Abbildung in meiner letzten Arbeit (äteinkublen - und Permablagerung im NW. von Prag, I, c. t. 2 f. 2.). Icb halte auch diese Art für eine Nöggerathia nnd nicht für eine Farre, es sei denn, dass auch Nöggerathia folioia Stbg. eine solche sei, zu der ich die A ögg. intermedia K. FsTsi. als BntwickeluQgsstadium stelle. (Dafür. dsBs es wohl keine Fairen sind, spricht der Umstand, dass die Nerven an keiner Stelle sich tbeilen und Verästelungen bilden.) Uebrigens muss ich hier ganz ausdrücklich bemerken, dass schon mein Vater diesen Namen 81 seiner oben angefohrteu Arbeit aaf pag. 11. Es ist daher irrig, wenn Herr Stür behauptet, sie hätte von roeinem Vater keinen Nannen erhalten. (Verhandl. d. k. k. geol. Reichs anst. 1874. Nr. 11. pag. 275. Vorkommen: Selten im Radnitzer Kohlengebiet, häu- figer bei Rakonitz mit Nogg, foliosa Stbg. Anmerkung. Die Eohlenflora von Oberschlesien bietet fiberbanpt verschiedenes Interessante. Hier will ich nur noch ein zweites Petrefact anfuhren, das auch auf dieselben Schichten hinweist, wie sie wenigstens dem Hauptflotze von Kiadno-Rakonitz entsprechen. Ich kenne nämlich auch von der Leopoldgrube in Oberschlesien (also dem Fund- orte der in Rede stehenden Noggerathia) ein Petrefact, das allen seinen Eigenschaften nach auf einen Zapfen hinweist. Aehnlicbe Petrefacten kamen auch nicht gerade selten in Boh- meD vor, und zwar abermals im Radnitzer und Kiadno- Rakonitz er Revier; auch Corda waren sie schon bekannt. Derselbe beschreibt nämlich in einem uuverofifentlichten Werke zwei Arten von Petrefacten unter dem Gattungsnamen Embo- lianthemumy eins mit sechseckigen und eins mit runden ^chappen, deren jede mehrere Sporangien trägt. Lange war ich ober diese Dinge unklar, doch führten mich Goldbbrg's and Schimfbr's Abbildungen von Sigillariaestrobus auf deo Gedanken, dass diese Petrefacten auch nur solche Sigilla- riaestroben seien , wenn auch etwas grosser. — Ich stellte sie geradezu (1871, Sitzungsber, d. k. böhm. Ges. der Wies.: Ueber Fruchtstadien fossiler Pflanzen der bohm. Steinkohlenf.) als solche hin und bildete zwei Arten : Sigillariaestr. Cordai 0. FsTH. (Cobda's Embolianthemum aexangulare) und Sigilla- riaestr. Feistmanteli 0,FsTU. (EmboHanth, truncatum Coelha mit rundeil Schuppen). Beide kamen bei Bras vor; letzterer, der mit runden Schuppen, auch im Kiadno-Rakonitz er Becken bei Rakonitz and Kladno.' In der letzteren Ablagerung kam dieses Petrefact nur in deoselben Schichten wie Nogg, folioea Steg, und Nogg. intermedia K. Fstm. vor, nämlich in den Zwischenmitteln des Hauptflotzes. Bei Radnitz bin ich über das Niveau dieses Petrefacts oicbt im Sicheren. ZciU. a. D. seol. Ues. XXVII. 1 6 Aus Oberacblesien kenne ich iiaa diuselbe Petrefaci mit den raoden Scbappoo von derselben Grube und in dem- selben Uestein , wo NÖgg. /oliota Sibg. vorkam, uäiu- lich von der Leopoldgrube. Es ist wohl nicht irrig, wenn 83 6. lieber den bnnten Samlsteiii in den Vogesen^ seine Zasammensetzang nnd Lagerung. Von Herrn R. Lepsiüs in Berlin. Hieren Tafel VI. Die Sandsteine der Vogesen sind deatscherseits stets als ein Aeqaivalent des banten Sandsteins angesehen worden. Diese Ansicht wurde zuerst von P. Mkriah, Hausmai«!! und KsffiBSTElH*) vertreten und durch ihre Autorität in Deutsch- land für immer gesichert. Die Conglomeratscbichten an der Basis der Sandsteine deutete man wegen ihres Reichthums an Purphjrgerölien and ihrer Verbindung mit Porphyren als Roth- liegendes; da aber der Zechstein als Zwischenglied fehlte, wiesen schon die Herren VOK Dechbk, G. von Obtühaussn und H. voa LA Roche in den „geognostischen Uorrissen der Rhein- länder^^ 1825 auf die Schwierigkeit einer scharfen Trennung des Rothliegenden und bunten Sandsteins in den Vogesen hin. Wegen dieser schwierigen Trennung nämlich hatten die fran- zosiscben Autoren das Rothliegende nnd die unteren Sand- steine, welche sie als ^^Vogesen-Sandstein^' (gres des Vosges, gres vosgieu) von den oberen, ihrem „gres bigarr4^% abschie- den, zu einer Gruppe zusamroengefasst: den Vogesen-Sandstein sahen sie als eine dem Zechstein Deutschlands analoge Abla- gerang an ; den gres bigarre dagegen betrachteten sie als ein- zigen Repräsentanten des bunten Sandsteins. Diese Auffassung der Sandsteine in den Vogesen war zuerst von Elie de Beau- xoaT**) angegeben worden und hat trotz mancher Ein- *) P. MeiiAM, Beitrage snr Geognosie 18*21. - Hausmann, Göitin- ger gelehrte Anzeigen 18^23. ~ KBPBrtsTEiN, in Band V. der Corresp. des wärttemb. landwirihacb. Vereins 18*24. **) EuE dK BeAVXofiT, Terrains seoondaires du sym^me des Vosges. Annale« des Mines 1827. 6* 84 sprücbe*) ihren FUtz in der fraozÖBiscbea Literatur be- hauptet. Die (uiDdesteiiB «beoso schwierige TrenoBog tdii Vugusen-äaDdatein und dem gree higarre glaubte jener Trau- zosische Geologe aus straligrapbiacben Oriindeu rechtrertigen SU können; eine UnterBucbang der Lagerung dieser Sandsleine uamlicb veranlasste ihn in der Äunabme, dasa nach der Ab- lusArniiD dp« Vngesen- Sandsteins die Hebung der Schwan- d die Entatebung der Bheinspalte eingetroffeu ung, welche er in seiner Arbeit über die Erd- iiejenige des „sjBleme du Rbin'^ bezeichnete.") )ei) Namen von L. v. Buch, welcher wenige ie dritte Gruppe seiner Qebirgsrichluogen thein - System" benannt hatte."*) Elie de päter an die Spitie der geologischen Karlen- reichs: die mnBlergühige Beschreibung in OS, wie der ganze vortrefHiche AbschaiU aber Texte zDr französischen Karte , in den vier- jrausgegehen , Sossen aas seiner Feder. t) a allen französiscben Werken ff) die Slellnng Idstein neben dem Rotbliegenden als Endglied dagegen erbeben z.B.: Voltz, G^ogaosi« de l'AUsce r Ie gr%B bigarr^ de Sonltibad. M^m. enn die Arcose • artigen Sandsteine des Rothliegenden gehen meist ohne wesentliche Aenderun| noch über den Dolomit - Horizont fort'); sie enthalten ontei *) Slk DK Brauiiuit, Eiplic. vert par le gr%« rtos Voigpi, äint il n'eet qa'ane modilicalian". Anrl D^iiiiHti! niid die anilercn französischen Geoltigen iegcn grotses üeuiiti anf tlieee innige litliulugiicbe uml stratiKrapliiB^b« Vi^ibindung uniicbei Rolhliegenilem und Vogesen -6 and mein , da »ie der ersle AiiEto»B lu de Annnhme war, den Vogeaen-Sandilein inr Dyni za rechnen Wenn ki nun den Vogeser -Sanilatcin als unteren bunten Sandituin aasehrn , 'i bleibt iroiner noch die schwierige Trennung zwischen Bothl legendem nci Vugeseti- Sand stein bestehen; oder vielmehr man moHG einrännicn , ilai die Sandsteine und Canglomerate (Ich Ruthlieg«nden hiet ddf eine Vui Btufe, etna die ersten zusamniengeschweminleD Strand bildungeo zn de nachrolgenden mäthtigen Sanditeinnblagernng gciveien einil. Der Zech stein fehlt; wenn wir daber diese antcralen Sandsteins über den Fui phjren uqd Parphjr-TrBiDinergeiteiaen wegen ihrer Forphyrgeröll« noc bis mm Doloniil-HorJEont als Rolhliegendc« ansehen vollen, mUaaen wi 87 dieser Zone freilich einen grosseren Reicbtbum an Porpbyr- (ieroUen, sodass sie local suweilen coogloroeratiscb werden; doch findet miln noch aber den Dolomiten genug Stucke von Porphyr, krystalliniscbem Schiefer, Gneiss und anderen Ge- steinen im Sandstein eingelagert. Erst in der oberen Stufe des Vogesen-Sandsteins, weiche jedoch von der unteren dareh keine scharfe Grenze getrennt ist, herrschen die QuafzgeröUe allein. Trotz solcher Uebergänge zwischen den Sandsteinen des Rothliegenden und des Vogesen-^Sandstein müssen wir uns daher an diesen Dolomit - Horizont als Grenze halten ; man findet ihn allenthalben im oberen Rothliegenden i im Becken von Beifort haben die Bänke mit Dolomit-Knauern sogar eine Mächtigkeit von 7,6 M. (siehe Parisot I. c. pag. 8. u. Dblbos I. c. I. pag. 214.)« Doch ist es unmöglich, diese Dolomit- Ausscheidungen etwa als Aeqnivalent des Zechsteins anzusehen, wie es von maochen Geologen geschehen ist*), da niemals Versteinerungen darin entdeckt wurden , noch der unmittelbare Zusammenhang dieser Dolomite mit den charakterisirten Zechsteinbänken bei Heidelberg wegen der zwischenliegenden Rheinspalte erwiesen werden kann. Ueber dem Dolomit-Horizonte beginnen wir den unteren bonten oder Vogesen^Sandstein. Die tiefere Stufe desselben, welche noch nicht mit den für den Vogesen-Sandstein charak- teristischen glitzernden Quarzsandsteinen beginnt, sondern tbonreiche, dunngeschichtete Bänke enthält, ist nicht so gut als die obere Schiebten folge aufgeschlossen, weil sie, un- braochbar als Baumaterial, nicht in Steinbrüchen abgebaut wird. Am besten werden diese Schichten sichtbar in dem Hohl- wege 9 welcher vom Bergstädtchen Saales bei St. Die den Voymont hinauffuhrt, hart an den neuen Grenzsteinen entlang. In der Tbaleinsenkung zwischen dem Voymont und dem Climont stehen Felsit - Porphyre und deren Tuffe an; daiiber lagern sich bis zur Spitze des Voymont folgende Schichten: 1. Grobkörnige Sandsteine des Rothliegenden ; darin zahl- reiche Porphyr - Gerolle , auch Stucke von krystallinischen Sohiefern, von Gneissen and anderen Gesteinen; starke Bin- . *) i, B. Qliibbl. 1. c. pag. 43. I r lagerungen vnn dünngeschichleten, dunkelrothen Tb on schiefern. Etwa 80 M. mäcblig. 2. Dolomit - Horiiont. Dieselbeo SaDdsteine wie in 1. Von Dolomit - Kaaoern oad schwachen Dolomit- Banken darrh- sogen; in den Hohlräumen Dolomit-Krystalie. Daneben viel SiO^ angeschicdeu, meist als Chalcedon, laweilao als Qnari. 4 bia 5 M. mächtig. 3. Die grobkörDigen Orusssandsteine von 1. seteen über den Dolomit-Horizont noch etwa 70 M. im unteren bunten Sandstein fori. Das Kom deredben besteht aoe wenig abge- rondetcD Quarz- und Feldspathslückcbeo , welche durch ein thoniges Bindemittel in uit regelmässig geschichteten Banken lose vereinigt sind; dazwischen fügen sich häufig dönngeschicb- tete Thonschiefer ein. Häufig zeigen sich noch ForphjT ntid Qoarz in Gerollen und eckigen Stücken. 4. in den nächsten 50 Meiern werden die Sandsleine feinkörniger und fester, häufig sind sie durch daokle Mangao- flecke getiegert'); viel thoniges Bindemiltel und T hon schief er- einlagerungen. Glimmer in grosser Menge, besonders auf den ScbichtSächen angehäuft. Porphyr- Ein sc blässe werden seilen, meist Quarigerölle, Diese Schichten gehen ohne bestimmte Grenze über in di« 5. obere Stafe, den typischen Vogeeen-Sandatein. Glitaem- des Quarzkorn, dickgeschicbtete Bänke; nur Kieselgerölle. Etwa 120 M. 6. In den mächtigen Quadern auf der Spitze des Berges häufen sich die Quangerölle zu einem conKlomeraUecben Sand- 89 des Vogesen - Sandsteins gut zu beobachten am Schlossberge Wiodstein im Jagerthale bei Niederbronn. Am Eisenhammer im Thale steht Sjenit an. Darüber folgt: 1. Syenit-Grass mit eingemischten Porphyrstucken. 1 M. micbtig. 2. 1,5 M. rothliegender conglomeratischer Sandstein mit Arielen Gerollen. 3. 0,5 M. Dolomit -Bank, eine durch Dolomit und dolo- mitiscbeo Kalk cementirte Breccie von Porphyr-, Quarz - und anderen kleinen Oesteinsstucken. In den Hohlräumen Dolo- nn't-Krystalle. Dolomitknollen bis kopfgross. 4. Unterer Vogesen-Sandstein , 100 M. Zuerst grobkör- niger Sandstein mit vielen Manganflecken ; dann feinkornige Tboo- ond Kaolin - reiche matte Sandsteine, dünngeschicbtet mit Tfaonscbiefer-Zwischenlagen. In den Felsen der Ruine und in losen Blocken am Ab- hang treten neben den thonreichen Bänken schon glitzernde Qaarzsandstcine auf, den Beginn der oberen Stufe des Vo- gesen-Sandateins anzeigend. £rst weiter westlich ins Gebirge bioein trifft man die hoherliegende Conglomerat-Zone an. Im Breuschthal, wo die oberen Sandsteine ihre bedea- teodste Mächtigkeit erlangen, tritt diese untere Stufe des Vo- geaen - Sandsteins mehr als im Norden und Süden zurück. Daselbst sieht man diese Schichten etwa 50 M. oberhalb des Porpbyrkessels der Niedeck an der Strasse nahe dem Forst- haos. Dann drüben am Kappelhof unterm Katzenberg; hier zeigt der Quellenreichthnm die Grenze zwischen beiden Stufen an: denn durch die porösen Schichten des oberen Vogesen- Sandateins sickert das Wasser leicht hindurch bis auf die tbooreichen Bänke der unteren Abtheilung, auf denen es berTorqnillt. Diese Stufe des Vogesen - Sandsteins schliesst sich also in litbologischer Hinsicht mit ihren unteren Bänken an die grobkörnigen, lose aufgeschütteten Sandsteine des Rothliegen- cb in einem Qaarzgcröll auf secnndärer Lagerstätte gefunden hat. **) In den M^m. de la soc. du Museum d'hist. nat. de Strasbourg, ^mti IS35. VoLTz, Notico snr la gr^ bigarrd de Sonltz-les-Bains, «0 er pag. -2 sagt: „le gr^ vosgien, pue je consid^re comme dtaut le %^u bigsrr^ inf^rieur. 96 4. Gr^s bignrre inferieur = gras vusgien.*) Mo. 3 und 4 etullen unsere untere Stufe des Vultzien • SandsUin dar, da sie über dem Conglomerale liegen; es sind ebeu dies in petrographiscber Beziebang UobcrgaDgaacbicbten von dem Quan- eaudsleiu des uuleren lam ThoDsandatein des oberen bunten Suadsteina. Im gleichen Horiionte wird der Steinbruch am Berg- abhaoge aördliuh des Flecken Hutiig gebrochen; es sind Schichten, welche über dem Konglomerat dea Muttiger SteiLS lagern und nur durch eine NS.-Verwerfung Ju eine tiefere Lage versetzt sind. Zu unterst an der Strasae befindet sich: 1. I M. gelber Sandstein, mit Kieselsänre - Aussoheiduu- gen, besonders viel Karneol; kleine Quarzkryalalle allenlhalbeu in den Hokiräumen.**} 2. 0,15 M. Schlammaaiidacbicbt; grauer feiner Thonsacd mit kleinen Glimm erblätlchen. 3. 2,4 M. sehr feinkörniger, mürber, rolber Sandstein in uiiregelniässig dünngeschichteten Bänken mit Zwischonlagen von grauem Schlammsandstein. i. 0,08 M. Scblammsandsteiu. 5. 0,1 M. rotber Thonschiefer. 6- 1 M. grobkörniger Sandstein mit kleinen ^Darsgeröllcn, etwas Kieselaäure-Cement. 7. 0,7 M. derselbe Saudslein ebne Gerolle. 8. 1,2 M. feinkörniger Quarz Sandstein, zuweiJen gliliernd mit wenig Thoncement. 9. 0,4 M. rolher Tbonscbiefer. 10. 1,3 M. döongeschicbCeter, feinkörniger, mörber Thun- Sandstein mit viel weissem Glimmer aaf den SchichlfläcLeo. 11. 1,7 M. Quarzsand^tein, jedoch feineres K.orn als im Vogeseu'Sandatein die Regel ist, selten eiuige Qnarigerolle. 12. 1,2 M. wie No. 10. i *) DAtinEE (I. V psg. 10*2) rvchnel Nu. 4 noch tnm gr^s bigarr^. ; jedoch bI« lIeber|;aiigiai;hicfatcD znm gr%» Tu-gienj ev kcnnl eben lt«iD< j beBtiminlc Grenze zwiechea beiden Formationeo. **) DiMO Schicht mit Karneol bat uichtB zu thun mit der Eatneol- 1 gchicht TOD SiiNDRr.nuen und Scimlch; diese liegt im Schwanwald lief; unten im Vogeien- Sandstein und i»t vielleicht der Dolomitnone der Vo-, gesen , an der Qrenie de* Bothljegenden zum bunten Sandilein, an die, Seits lu »teilen. 97 13. 1 M. feinkörniger Quarzsandsteiu ; darüber folgen anaufgeschlossen die Sandsteine und die dolomitischen Bänke des oberen Voltxien-Saodsteins bis hinauf zum Muschelkalk. Der Wechsel von Thon - und Kieselsäure -reichen Sand- sleioen charakterisirt die untere Stufe des Voltzien - Sandsteins als Uebergangsschichten ; aber bald walten die feinkornigen ThoDSundsteine vor; häufiger und mächtiger stellen sich reine ThoQBchichten ein; vor Allem sind die Bänke durchsäht mit weissem Glimmer, welcher im Vogeaen-Saodstein nur ein sel- tener Gast war; dabei sind Quarzgeroile spärlich und nicht mehr mit einem Kieselsäure-Ueberzuge bedeckt. Die Mächtigkeit der einzelnen Sandsteinschichten ist oft eioe bedeutende, daher aus diesem Horizonte die besten Bau- sieiue in zahlreichen Steinbrüchen gewonnen werden : der Vogesen-Sandstein ist zu hart und spröde für feine archite- ktonische Ausarbeitung, er wird nur in rohen Stucken für Strassenbau und Fundamente, sowie für die Festungswälle ver- wandt. Der obere Voltzien«Sandstein aber ist zu dunnschichtig, m thonreich, um brauchbare Steine zu geben.*) Der obere Voltzien - Sandstein , welchen man dem Roth Norddentschlands gleichstellen kann , ist von den Sandsteinen der Vogesen die am Besten charakterisirte Abtheilung: der grosse Pflanzenreichthum seiner unteren Bänke gab ihm den Namen, die darnberliegenden Wellendolomite vermitteln durch ihre reiche Fauna den unmittelbaren Anschluss an die Muschel- kalk-Formation. Der grosse Steinbruch oberhalb Diensheim im Breuschthal entblosst wohl auf 25 M. Höhe die Schichten des oberen bunten Sandsteins: der Mangel an glitzernden Qoarzsandsteinen , die zahlreichen Pflanzenreste, der Reich- tbiim an Glimmer, die matten Thonsandsteine lassen erkennen, dass wir uns schon bedeutend über den Conglomerat-Horizont erhoben haben. Indess erst in der Hohe am oberen Rande des Steinbraches finden wir die dunngeschichteteu Thone des *) Beim Ban des Strasiburger Münsters gebrauchte man Anfange für die Fnodamente and den romanischen Theil den spröden Vogesen-Sand- ütein*; die Gothik mnsste for ihre Ornamente an zarterem Material grei- fen; daher igt das Münster grösstentheils mit dem unteren Voltaien- Sanditain erbant worden, der am linken Ufer der Mossig oberhalb Waaselnheim gebrochen wurde. Z«iu. a. D. g0»L G«f . ZX VII. 1 . 7 98 Rötb , welche aber den anteren mächtigen Bänken bIb ud- braucbbareB Material weggeränrol werden ; ein eben ange- brochener AnfacbiDBS zeigte hier folgende Scbicbleu dea Rötb, b. Wellendolomit, 5 M. DoJomitiscbe wulstige Sand- steine von 0,7 — 1,&M. Mächtigkeit, dazwischen Thon- sebiefer und Thone, 0,3 — 0,5 M. 4. Muschelkalk. Schon im Roth, besonders aber im Wellendoloroit finden sich hier zahlreiche Mu8chelkalk«Versteinerangen , deren Liste Dadbr^b (I. c. pag. 114 a. 115) angiebt. Wenn wir die Reihe der vorgefahrten Sandstein - Ablage- roogen iberblicken, so lenken wir die Aufmerksamkeit beson- ders darauf, dass in petrographischer Hinsicht keine scharfe Grenze zwischen dem Vogesen - und Voltzien - Sandstein ge« zogen werden kann : der Uebergang aus dem einen in den an- deren geschieht ganz alimäblich in den unteren Hohen des Voltzien - Sandsteins. Denn auch der Congloraerat * Horizont bildet nur eine künstliche Grenze, da er ohne eine Umände- rnog in der ununterbrochenen Folge der Sandsteine zu be- wirken sich accessorisch und fast zufallig gerade an dieser Stelle ein fugt. Trotzdem bedingte bisher nur der petrogra» phische Umschwung des glitzernden Quarzkornes in die fein- körnigen Thonsandsteine die Grenze zwischen beiden Sand- steinen. Die Folge davon war, dass diese Grenze in einem Spielraum von etwa 100 M. Höhe bin und her schwankte und im einzelnen Falle durch die stratigraphische Lagerung ent- schieden wurde: so kam es, dass durch den Zeitpunkt der Hebung der Schwarzwald- Vogesen die beiden petrographisch QDtrennbaren Sandsteine getrennt, der Zeitpunkt der Hebung aber durch die petrographische Grenze beider Ablagerungen bestimmt werden sollte. Ohne diesen Cirkelschlass zu be- merken, berief man sich bald auf die eine bald auf die andere Ursache der Grenzbestimmung, obwohl doch die eine genau ebenso unsicher war, als die andere, weil sie gegenseitig von einander abhingen. Ebensowenig wie die Lithologie giebt die Stratigrapbie der Sandsteine der Vogesen einen Grund für die Trennung des Vogesen- und Voltzien-Sandsteins ab, obgleich gerade ihre eigeutbnmiiche Lagerung die erste Ursache zur Aufstellung der ,,r^volution du Systeme de Rhin^* war. J^lib de Bbaumoivt erkannte nämlich als der erste die Existenz zweier grossen Verwerfungen am Ostfnsse der Vogesen und am Westfusse des Schwarzwaldes. Er glaubte aber, diese Verwerfungen 100 Beien — sogleicti mit der Hebung der Gebirge — entatknden vor der Ablagerang deB Voltcien-SsDdateiuB, veil der Vogeseo- Saadstein nlleio den Abhang der Gebirge, die jängeren Für- mationen nur die Hägelketten am Fasse derselben couBli- tnirten. *) Gani abgesehen davon, dass bei dieser Annahme die Wirkungen der Denndation vern ach lässig^ werden — denn die AtmoBphärilien würden seit den Zeiten der Trias ver- gebeds an der Zerstörung des VogeBen-SandsteinB gearbeitet haben") — streitet augenfällig gegen diese Theorie der Um- 101 bigsrre (Yoltsien - Sandstein) paraft reposei" 4 stratification discordante sor le grda des Vosges^ (Annal. den Mines 1827 pag. 435). Trotzdem beweisen alle Profile £lib br -Beaumoi9T*9, wie aller seiner Nachfolger, gerade das Oegentbeilf* selbst in seinem Diagramm der Lagerung der Trias (Fig. 1) liegen die drei Formationen coneordant abereinander« *) Wie solMe es auch möglich sein, eine Discordanz nachcoweisen zwischen 2wei Ablagerangen, welche nicht dorch eine bestimmte Grenze. sondern durch ein machtiges Schicbtensystem getrennt siitd» Nar eia einziges Mal zeichnet Elib ds Bbaümort ein discor- daotes Profil (Fig. 6^, das er im Chausseegraben zwischen Forbacb nnd Saargemind aafgenommen bat.**) Abgesehen dsfoo, dass dieser Ort ansserhalb des Hebungssjstems der Scbwarzwald- Vogesen liegt, und dass die Grenzbeslimmnng iwiacfaen Yogesen- und Voltzien - Sandstein hier wie äberall eine beliebige ist, darf der Thatsache gegenober, dass im übrigen sadwestlicben Deutschland noch niemals eine solche DiBCordans nachgewiesen worden ist, auf diese einzelne Beob- acbtang kein Werth gelegt werden. Die CoDCordanz der Lagerung aber von Vogesen- und Voltziea-Sandstein spricht selbst am meisten dagegen, dass die Hebong der Schwarzwald«Vogesen, die Entstehnng der Rhein- Spalte und die Bildung der Verwerfongen zwischen beiden Ablagerungen erfolgt sei. Ferner aberlagern die jüngeren Formationen in der That den Vogesen - Sandstein auf der Hohe der Gebirge sowohl in den Vogesen wie im Schwarz walde: coneordant ruhen sie über dem Rothliegenden und dem Vogesen-Sandstein and fallen mit derselben geringen Neigung, wie diese nach Westen vom Kamme der Vogesen, nach Osten von dem des Scbwarzwaldes aoter die Jorabildungen ein; sie sind also mit dem Vogesen- *) Daher i^agt ifciJE dk Bkaumont selbst einmal in der Explication tom 12 p«g. 1*2: le gr>^ bigarr^ repose, en g^n^ral, sar le gr^s des Voigea i stratification concordante. *^) Dieses Profil bat Ei.ie de Bbaumort zuerst in den Ann. des Mines lSi7 pl. I. f. ö. abgebildet, dann wiederholt in der Exptic. tom. II. V^g. 15. Die Zwischenschicht mit Dolomitknollen fehlt in den Vogesen; tritt aber nach Jacqcot (l. c. pag. 136) aberall im d^partem. de la Moselle anf. 102 Sandalein geböben, niclit imch deeaen Hefiong um Fdbic des- selbe D abgelagert. Allef^Dgä fehlt der Voluien- Sandstein auf dem System derBelalitnV der böchMen Vogeaen-Erbebung. Wenn man aber siebt, 'via scboo der Vogesen • Sandstein auf diesetn Systrir nur'-iu kleinen Koppen und Spitcen erhalten ist, ao kann man ai'ob nicht wundern, dsBS der viel weichere und leichter ler- - sfpirbare Voltxien' Sandstein durch die Wirkungen der Deoa- ''^Ition über demselben verschwunden ist. Werden doch «ach ■'bald die wenigen Reste des Vogesen - Sandsteins anf dem Beleben • System der Zerstörnng erlegen sein, wie man scbon jetit an den grossen Schutthalden, welche diese letzten Kup- pen umlagern, die Stärke der Denudation ermessen ksDo. Aber in den uhrigeo Tbetlen des Gebirges, wo auch die Decke des Vogesen^Sandsteins zusammenhangender ist, breiten sich die jüngeren Formationen überall concordani über denselben aus. Au dem Profil Figur 5, welches bis an den Pass des kleinen Uebweiler Beleben vordringt, kann man sehen, wie selbst mitten im höchsten Theile des Gebirges noch Reste der alten Bedeckung durch die jüngeren Formationen der serstö- renden Wirkung der Denudation entgangen sind: denn vom Vogeaen - Sandstein hinauf dnrch den Voltxien- Sandstein, den Muschelkalk und Keuper bis cum Lias sind Schichten dieser Formationen in regelmässiger concordanter Ueberlagerung aaf dem Granit des (>rundgebirg«s snrück geblieben. Im nördlichen Tbeile der Vogesen (Profil Fig. 3) bedecken die jüngeren Formationen über dem Vogesen -Sandstein selbst den Kamm des Gebirges: nach Westen fallen sie concordani Übereinander nnter die Juraformution der lotbringischen Hoch- ebene ein, am Ostabhange sind sie an der Verwerfung her- untergebrocheti und bilden hier in dem Uügellande von Zabern und Wörth in ebenso concordanter Ueberlagerung des Vogeseii- Sandsteins eine Vorstufe des Gebirges, dessen tiefster Abstuii erst weiter nach Osten in der Rheinebene auf der Linie Barr-Weissenburg liegt. Im mittleren Theile des Gebirges, im Gebiete der Breusch (Profil Fig. 4), würde es wohl am schwierigsten sein, die Wir- kungen einer Oebirgsbebung nach der Ablagerung des Vogesen- Sandstoioa nachzuweisen. Denn trotz der vielen Verwerfungeu Überlagern hier die jüngeren Formationen überall concordant 103 den Vogesen - Sandstein. Denselben Congloroerat - Horizont^ weichen wir auf der Spitze des Scbneeberges in einer Hohe von 963 M. antreffen, finden wir wieder am Fasse desselben in den Vorbergen von Mutzig, concordant aberlagert vom Voiuien-Sandstein , Mascbelkalk und Keoper. Es durfte demnacb wohl aus allen angefahrten Thatsacfaen die Ansicht hervorgehen, dase sowohl die auf den äusseren Abdaehangen der Vogesen und des Schwarz waldes, als die in der Rheinebene liegenden Schichten der Trias und des Jura nur Reste sind von den durch eine nach jurassische Hebung der Schwarzwald-Vogeseu zerrissenen Formationen, und dass vor diesem Zeitpunkte diese Ablagerangen aber den ganzen Rsam des südwestlichen Deutschlands in concordanter Lage- rong and in unooterbrochener Reihenfolge ausgebreitet lagen. 105 Trimmerhalden schon von ferne durch ihre blaagraae Farbe aaffiilleD. Sie sind es, welche vielen Mitgliedern der Deatseben geologischen Gesellschaft von unserer gemeinsamen Bzcursion izn Anfang September 1874 in Erinnernng geblieben sein werden. Der petrographische Charakter dieses Cordieritgneisses ist bekannt, nnr rooss nochmals betont werden, dass der neben Orthoklas, Cordierit und Quarz auftretende Glimmer in dem frischen Gesteine stets schwarzer Magnesiaglimmer ist. Die eingetretene Verwitterung hat das Gestein zerklüftet und seine ursprunglich schön blaugraue Farbe mit einer schmutzig braunen, grünlich gefleckten vertauscht, hat den Feidspath mürbe und erdig gemacht, dadurch der ganzen ober- fliehlichen Gesteinsmasse ihre Festigkeit genommen, und den Cordierit anscheinend ganz aufgezehrt, aus wel- (bem nun Glimmerschuppchen von weisser oder grün- lichgrauer Farbe hervorgegangen sind, die das Gestein in dun- oen Membranen durchziehen, schuppige Partieen oder blätte- rige Trümer bilden oder endlich in einzelnen Blättchen wirr zwischen den übrigen Gesteinsbestandtheilen eingelagert sind. Ein zweites Zersetzungsproduct ist Bisenoxydhjdrat, wel- ches sich überall in dem verwitterten Gesteine in Form zarter Incrostate von gelber oder branner Farbe ausgeschieden hat Qod die bereits hervorgehobene schmutzigbraune Färbung des aas der Verwitterung hervorgehenden Gesteins bedingt. Nach einzelnen Individuen von Cordierit sind Pseudo- morphosen von Glimmer längst bekannt. An den Lunzenauer Cordieritgneissen aber sehen wir ganze Gebirgsmassen von diesem Zersetzungs- und Neubild ongsprozesse ergriffen, sehen das Ausgehende stundenlanger Gesteinszüge im Zustande dieser pseudomorphosirenden Verwitterung.*) Die Bildung des Kaliglimmers geschieht dabei auf Kosten der beiden Haupt- gemengtheile des Cordieritgneisses,"* indem die Zersetzung des Orthoklases das kieselsaure Kali, diejenige des Cordierits die icieselsanre Thonerde lieferte, welche zu Kaliglimmer zusammen- traten. Eisenozydul aber und Magnesia wurden gleichzeitig sls Carbonate weggeführt, von denen jedoch ersteres bald wieder als Eisen oxydhjdrat zur Ausscheidung gelangte. *) Siehe auch ▼. Lasaqli, N. Jahrb. 187'2. pRg. 834. 106 Recht interess&nt , wenn auch nur Behanntes beitätigend, sind die raikroskopischen Erscheinungen, welebe der Spaltung des Cordierils in Thonerdeiilicat and Magnesiacarbonat , sowie der Verbindung des ersleren mit Kalisilicat vorauegingen. Unter dem Mikroskop erweisen sich die grossen wasserhellen Cor- dieritkörner anseres Gneissee ansserordentlich reich ao den farb- losen, Bcblanksäulen- oder nadelFörmigen MikroiitheD, welche ZiRKBL und T. LaBadu*) eingehend beschrieben baben. Si« bilden wirre, oft filzige Haufen oder stromartig sieb windende Nadetguirlanden in der Cordieritmasse. Unabhängig von ihnen Stellt sich nun jene von Zibkbl, neaerdings ron Wichxah!« an CordieriteD von Haddam in Connecticut**) geacbildert« Aederong des klaren Minerals durch ein sieb mehr and mehr ausbreitendes Netiwerk von schmalen, sich kreuianden Zer- setiungSKOnen ein, welche sich auf Kosten der in ihren Bläschen liegenden frischen Cord ieritb rocken immer mehr verbreitern and toletit das gesammte Cordieritkorn in eine Substani von grünlicbgelber Farbe, in Chlorophyllit, umwandeln. Diese Pseudomorphose besteht in der Aufnahme von Wa«aer von Seiten des Cordierits und repräsentirt eins seiner üebergaogi- Stadien in Ei^iglimmer. In diesem Ohloroph^lltt stellen sieb nun ohne jede weitere Uebergänge als Endprodact des Um- wandlungsprocesses liebte Tafeln von Glimmer ein. Aocb WiCHKAltN, der suletit die Fseadomorpbosen des Cordierits mikroskopisch untersncbte, gelang es nicht, den allmäligen Uebergang des rbloropbjrllits in Glimmer zu beobacblen. Als Endresultat dieses ganzen schliesslich auf Erzeognng von Olimmer gerichteten Vorganges sieht man dos Aasgebeode des Cordieritgneieses bis lur Tiefe von mehreren Metern in ein verworren-schappigee , kuraflaseriges Gestein umgewandelt, welches einem im Zustande der Verwitterung begriffenen tilimmergneiss gleicht, und welchem der Nicht eingeweiht« kaum seine Abstammung von Cordieritgneiss ansehen dürfte. Zo- weilen erbalten sich grössere rundliche Blocke in verhättniss- mäseig frischem Zi^stande innerbslb des glimmerreiofaen Zer- *) Siehe Zibkkl, Mikroib. Beschaff, d. Uin. pag. '-. 107 seteuDgsprodactes. Da nan dieses letztere dorch vollstindige Verwesaog des Orthoklases so (^ros serfallt und von den Tageirassem weggefahrt wird , so entstehen , ahoHoh i«vie bei der VerwitteroDg des Granits, freiliegende aufeinander gethormte, wollsackartige Blocke and felsen meerartige Blockanhaufungen, wie sie for die Cordieritgneiss - Regionen des sächsischen Orsnalttgebietes, im Gegensätze su den scharfkantigen, schroffen FelsbildoDgen des Granolits so charakteristisch sind und c. B. im Thale der Chemnitz bei Schweizerthal and in dem der Malde zwischen Rocbsburg und Oöhrener Brücke auftreten. Kein Punkt aber des gesammten Granulitgebirges liefert eine deotlichere Illogtration der in Folge der Verwitterung eintre- tenden WollsackbildoDg des Cordieritgncisses als der Galgen- berg bei liitweida. Der Scheitel dieser flachen Erhebung ist gekrönt von einem kühnen Haufwerk gewaltiger rundlicher Blocke Ton ausserordentlich festem und zähem Cordierit- fels, an ihren Abhängen aber, da wo das stattliche Tech- oicom sioh erhebt, ist ein mürbes, ja mit der Hand aerreib- liches Gestein aufgeschlossen, das sich durch seinen ganzen Habitus, seinen geringen Zusammenhalt, seinen Reichthum an ockerigem Eisenozydhydrat direct als ein Zersetzongsproduct aotweist. Es besteht ans sehr viel Glimmer, sowie Schmitaen und Körnern von Quarz und fiisenoxydhjdrat, hat eine schief- rige Strocftor und ist augenscheinlich die nämliche Masse, in welche am Gohrener Viaduct der Cordieritgneiss an seiner Oberfläche zersetzt ist. Und in der That liegen in ihr am Pnsse des Galgeoberges kleine Knollen und grosse Blocke von noch onaersetztem festem Cordieritfels umschlossen. Wie beut noch die Gehänge und der Fuss, so bestand froher auch u seia, in das anseheiDeoii vollstäDdig frische Gestein fortsetsen. !>ie8e Gänge besitzen der Natur ihrer ElnlsUbuDg nach einen sehr nnregelmassigen Verlauf und eine sehr schwankend« Mächtigkeit. Es sind schmale Trümer von 2—5 Cm. Dick«, welche sich zu 25 bis 35 Cm. Mächtigkeit aufblähen können, sich auch wohl hier und da verzweigen und dort, wo sie bIcIi zu mehreren treffen, ein unregel massiges Nest bilden. Die Hauptausfüllungsmasse dieser Gänge ist Kaliglinmer und Quarz, ibueu gesellt sich Eisennxyd und Tutmalin zu. Die Vergesellschaftung , die Wachs Ib um 8 Verhältnisse dieser Mineralien bieten manches Interessante. In vielen Fällen nnd zwar namentlich bei weniger mäch- tigeu Trümern bildet Kali glimm er, ein blätteriges Aggregtl von wirren oder huschelig - strahlig verwachsenen Individnen, das ausschliessliche Gangmineral , mit dessen weissen oder gelblichen Blättern sich nur hier und da ein Bündel von Tnr- malißsänlen, oder einige Tafeln von schwarzem Mngnesis- glimmer, sowie Körner von Quarz verwachsen zeigen, in den meisten Gängen aber gesellt sich Quarz und Eiseuoxjrd in sehr beträchtlicher Menge dem (ilimmer zu. In der Art nnd Weise der Aggregation dieser drei Mineralien herrscht jedoch wiederum sehr grosse Ter schieden heil. In manchen Fällen liegen die hellen Olimmertafeln wirr nnd angeordnet durch- einander, so dasB iwischen ihnen kleine eckige Hohlräume offen bleibet! nnd ein nur wenig compacles lelliges Aggregst entsteht. Alle diese Hohlräume sind nnn drasig ausgekleidet oder fast vollständig ausgefilll von einer Unzahl meist nnr einige Millimeter grosser, trüber, bräunlich rother Quari- krystäUcben. Sie sind sämmtlich laogsäulenlörmig ausgebildet, tragen an beiden Enden Pyramiden flächen and liegen entweder kreuz und quer durcheinander, wie auf einen Haufen geworfene Scheite Holz, oder bilden stachelige Büschel und kettenförmige 109 Reiben. Tarmalin in schwarzen Strahlenbandeln tritt luweilen mit Glimmer and Qoarz in VergeselUchaftang. Sie alle sind schliesslich bedeckt ron einem Ueberzng von ockerigem Eisen- oxyd. Dieses ist es zugleich, welches die nur lose verban- denea Qemengtbeile des Qaarz-Glimmer- Aggregats verkittet. Id anderen der dortigen Gänge waltet nicht der Kali- giimmer, sondern der Quarz vor. Dieser ist dann grob- splitterig, derb, glasig, milchweiss und omfasst in der Centriü- zoue des Ganges nicht selten parallel den Gangwandnngen gestellte Bändel von schwarzen Turmalinsäulen, während sich an den Salbändern, oder wenigstens an einem derselben ein scbappig-biätteriges Aggregat von weissem Kaliglimmer ein- stellt. Diese symmetrische Anordnung der Gangmineralien gestaltet sich in manchen, wenn auch weniger häufigen Fällen fast so deutlich wie in den ähnlichen zinnsteinfuhrenden Quarz- Glimmergängen von Zinnwald. Wie dort sind auch an der von aos besprochenen Localität die beiderseitigen Salband- zonen zuweilen ausschliesslich von rechtwinklig auf den Oang- grentflächen stehenden lichtgrauen Glimmerblätteru zusammen« gesetzt, während der mittlere Theil des Ganges nur weissen Qoarz enthält« Diesen sämmtlichen Gängen des Cordieritgneisses von Loczenau ist die Neigung zur Drusenbildung gemeinsam, eine ganz naturgcroässe Erscheinung, wenn man in Erwägung zieht, dsss sie ins Gesammt durch allmälige Auskrystallisirung ihrer ffiiueralischen Bestandtheile von den Salbändern aus zuge- wsehsen sind and daas an Stellen, wo die Spalten sich aus- deboen und der Stoff zur Ausfüllung nicht hinreichte, Hohl- räume offen bleiben mussten , deren Wandungen die Krystall- eoden der im Wachsthum begriffenen Gangmineralien bildeten. Wie aus Obigem hervorgeht, sind dies Quarz, Kaliglimmer Qod Tarmalin. , Vom Qnarx dieser Drusen ist nichts weiter zu bemerken, als dass er trabe, von einer röthlichen Eisenoxydhaut über- zogen ist und nur die gewöhnlichsten Formen, aber keine Rhomben- und Trapezflächeu aufzuweisen hat. Seine Krjstalle Heben nicht alle senkrecht auf den Seitenwandungen der sptlteoförmigen Drusen , sondern sitzen z. Th. in deren Hintergründe fest und ziehen sich den seitlichen Wänden fast parallel der Länge nach durch den Drusenraum. Dann ist die II« Pjrramidenspitie gewöhnlicli zu einer KaDte Tsnogen, womit eine (Bfelförmige Venerroog Hand in Hand geht. Die brei- teren SäulenBücbon nud die aas der Spitze bervorgelieode Kante stehen dann meist parallel der Läagaerstreckung der Drusen spalte. Von allen drei (> angin ineralien ist augeDBcbeio- lich der Turmalin tntetzt lur Ausbildung gelangt, iadem selue säolig-bäscbeligen Aggregate die aus den Wandungen hervor- ragenden Krystallenden verbinden. InleressMter als diese offenen Drusenräame sind di« von losen Krystallen und Krystalls chatt ansge- fällten, meterlangen Ausweitungen einzelner jener Gänge. Auch sie sind frübiir nichts anderes genesen sli grosse Drusenräame und deshalb wie diese ausgekleidet lou Glimiuer and Quarzen, leUtere im Vergleiche init den übrigen bäum zollgrossen Vorkemmnissea von sehr bedeutenden Di- BMDsionen; besaasen doch manche der herausgebrochenen ludi- viduei) bei einer Breite Ton 15, eine Länge von 20 Cm. Auch ihre KrysUllgestalt bescbränkt sich auf die Auebildaag von Säule und Pyramide, wobei sieb ebenfalls die oben er- wähnte lafelartige Verzerrung in der Richtung der Drusenspalle einstellen kann. AufFällig ist der ausserordentlich geringe Zusammenhang dieser grossen Quarze mit den Drosenwan- duogen und er erklär! es, dass die Krystalle bei forlgeseuter Gewichtszunahme oder in Folge von Erscbütterongea, denen das Nebengestein ausgesetzt war, sich loslösen, herabstärzen und sich auf dem Boden der Weilnngen anhäufen konnleo. So ist denn der , eigentliche Drusearanm ionerlialb derarligec linsenförmiger Erweiterungen der Quarz-Glimmer- Gänge wm grossen Theil ausgefüllt von einem wirren, vollkommen loee" Haufwerk von Qnarxen, Glimmertafeln, TurmalinfragmeoleD and Eisenrabm,8o lose, dass mau es ohne Mühe mit der Haud aus den Drusen anszuräumen vermochte. Die Quarze walten in ihm vor. Unter ihnen man man unterscheiden 1) grosse, von den Wandungen Larabge fallen«, wohlerfaalteue Krystalle, 2) ganz frisohe und ältere fens deren Loslrennung und Herabsturz entstandene ScherWn, 3) kleiat, nur wenige Millimeter grosse, meist allseitig ausgebildete, eril innerhalb des schüttigen Haufwerks selbst entstandene Kr;- stätlchen. Die erstgenannten erreichen 5— 10 Cm. Länge, sind stets von Eisenrahm überzogen und haben deshalb zwar ebene, 111 aber maite F)acben, die sich naturlich wiederum auf diejenigen von 8ftale und Pyramide beschranken. Die Corobinationg- kanten der beiden leUteren sind zuweilen durch eine spitzere Pyramide abgestumpft. Die einzige Abwechselung besteht iu der nicht seltenen nngleicbwerthigen Aasbildung der beiden Rbombo^der oder in der tafelartigen Verzerrung der Saale, lüteressaot ist eine auch von G. yom Rath von gewissen Quarzen der Insel Elba beschriebene*) auffallend topasartige Gestaltnng mancher Krystalle unseres Fundpuoktes, welche dadurch erzeugt wird, dass zwei parallele Flächen des Prismas ond die entsprechenden beiden Pyramidenflächen fast vollkom- men verschwinden. An ihrem unteren Ende tragen die Quarz- krystalle GlimBNrpartieen und Turmali nfragmente, die sie von den Drusanwandungen mit losgerissen haben; sind sie jedoch geborsten nnd nur theilweise herabgebrochen, so sind die Brochflächeu mit Neubildungen von Quarz versehen und zwar eutweder wie mit einem glänzenden Firniss aberzogen, oder bereits von deutlichen Anfängen neuer Krystallbildungen be- deckt. Letztere haben sich dann parasitisch auf jedem kleinen Vorsprang des .muscheligen Bruches angesiedelt, dabei jedoch eine gesetzmässige Stellung za dem Mutterkrystall einnehmend. Ist nämlich die Bruchfläche ungefähr paraPel oR, so trägt sie mehr oder weniger verzogene Flächengroppen , welche solchen der Pyramide entsprechen und bei fortgesetztem Wachsthum aagenscheinlicb das den alten Krystallen fehlende Pyramiden- Ende ersetzen worden. Ist jedoch die Richtong der Brach- fläche mehr der Hauptaxe parallel oder läuft unter spitzem Winkel durch diese, so zeigen sich der Horizontalstreifang der intakten Prismenflächea entsprechende, flacbleistenforroige Ansätze, welche sich wellig-treppen förmig übereinander wieder- bolen können und Gombinationen einer Prismen- und einer Pyramidenfläche sind. Nicht selten ist ferner die Erscheinung, dass grosse zerbrochene Qoarzkrystalle durch die beschrie- beoeo Neubildungen wieder verwachsen, nachdem sich die Brochflächen durch einen mehrere Millimeter breiten Riss gegeneinander verschoben haben. Die neben solchen ziemlich vollständigen Quarzkrystallen vorkommenden zahlreichen Quarzscherben nnd -Splitter sind *) Diese Zeiuchrift 187*i. pag. 6dü. 112 z. Th. weiss, ju wnsserhell und dsnu so frisah and scbarfkaalig. als stammteu sie von eben erat lerscblagenen Quimeti ftli, während andere, jedenfalls viel älteren Ursprungs, durch (.-iaen Uebenug von Eisenrahm braun gefärbt und mit parasitischen Neubildungen von Quant und Ansiedelungen voa Güminer- blättchen versehen sind. Hat man die grösseren Kryglalle und die Scherben aas dem Hanfwerke entfernt, so bleibt ein feiner Schott anrück, ans wek'bem iwar die gläncenden Olim merblättc heu am meisten hervortreten, der jedoch vorwaltend von neu gebildeten kleinen Quarzkrystäl leben znsammengeselEt wird, von denen die grosse Mehriahl nur wenige Millimeter misst und ans regelmässigen dünnen Säulcben mit beiderseitiger Pyramide besteht. Die bereits xu 1 — 2 Cm. Grosse faerungewachsenea Kristalle haben die Tendene, sich durch Ausdehnung xweier paralleler Prismen flächen zu flachen Tafeln in geataltbo. Aus den oben beschriebenen Ausledelungs- und Aasbei- lungserscbeinungen an den grossen Quarzen, aas der Neubil- dung der kleinen Qaarikrj' Stallchen geht hervor, dase eine constante Zufuhr von Kieselsäuresolutiou siattgefnnden hat. Aus dieser werden sich gleichieilig mit der io dem Hanfwerke vor sich gebenden Quariausscheidung auch ab den Wandnngea an Stelle der berabgebrocbeuen Kristalle neue Quarze ab gesetit haben, die bei fortdauerndem Wachsthum wiederum hersb- stünten und die Scbuitansammlnng auf dem Boden der Wei- lung vergrosserten. Daraus erklärt sich auch das augeascbeio- liuh ganz verschiedene Alter der Kryslall Fragmente innerhalb dieses Haufwerkes. Dasselbe besteht neben Qnari ans Tafeln nnd Schuppen von Kaliglimmer, aas Säulen brach stücken und kleinen bösche- ligen Aggregaten von schwarcem Tnrmalin und endlich sehr beträchtlichen Mengen von schuppigem Eisenoxyd, also Eisen- rabm. Zugleich aberfüllt erdiges Eisen oxyd die dem Glimmer- Quari-Gaug benachbarten Klüfte und Spalten aus und bildet dann ziunoberrothe Bestege und Trümer, welche im Verein mit den bvchriebeueu Gängen den Cordieritgneiss des Mulde- thales durchsetzen. Sie alle aber sind Producte eines Zeraetzungs- und Aus- lauguugsprocesses des Nebengesteins und stehen in demselben Verhältnisse zu dem verwitterten CardieritEneissscbime . wie 113 die Olimoierädercheii, die einen ao8 Zersetzung eiues Curdierit- kr^rstalls hervorgegaugenen Pinit durchziehen, zu diesem Mi- nerale. £s sind grossartige Wiederholungen des nämlichen Vorganges, welchen HAiDUfOBB, Blum und Bischof an den Pseodomorpbosen von Chloropbyllit, Pinit und Glimmer nach Judividuen des Cordietits kennen lehrten, und auf welchen wir bei Besprechung derartiger Pseudomorphosen in den Pegma- titen von Rochsbnrg zurückkommen werden. An und für sich schon lehrreich, beweist das beschriebene Gsogvorkonimen innerhalb eines in Zersetzung begriffenen Gesteibs mit Bezug auf unsere später anzustellenden Betrach- tungen über die Genesis der echten granitischen Gänge im Granulitgebirge, dass: Quarz, Kaliglimroer und Turma- lin, drei wesentliche Beatandtheil e dieser grani- tischen Gänge aus durch Zersetzung einzelner Ge- mengtheile des Nebengesteins entstehender mi- neralischer Solution innerhalb Gesteinsspalten ZQ krjstalliniscber Ausscheidung gelangen, also gangförmige Secretionen bilden können. 1 lime TM Q«an mit •rtkaklas. Am Wege von Penig nach der Fabrik Amerika, am rechten Ufer der Mulde gegenüber der Carlseiche wird der dortige typische Granolit von einigen Quarzgängen durchsetzt. Ihre Mächtigkeit ist nur unbedeutend und beträgt kaum mehr als 8 Cm. Sie besteben aus glasigem, sprödem, grobsplitterigem Qaarz von weisser bis rauchgrauer Farbe. Hier und da stellen sich Drusenräume ein, deren Wandungen von den Pyramiden der augenscheinlich von beiden Salbandflächen angeschossenen, jetzt aber nicht mehr gesonderten, vielmehr zu einer homo- geoen Qnarz- Gangmasse verschmolzenen Quarzkrjstalle gebildet «erden. Innerhalb dieses glasigen Quarzes treten vereinzelte Biosprenglinge von fleischrothem Orthoklas in körnigen Aggregaten oder in Einzelindividuen mit ausgezeichnetem Blätterdurcbgang und in manchen von diesen wiederum kleine Blittchen von weissem Kaliglimmer auf. Von ihrem Nebengestein werden diese Gänge durch ein zartes Salband von dunkelgrünen Chlori tschuppen getrennt. Auch bei Wolkenburg und Etzdurf treten im Granulit ^eiu. d. D. geel. Gm. XX VU. 1 . 8 114 schmale Oäoge von hornsteioartigem Quarz mit hellrothlichen Feldspatheiosprenglingen auf. Das schönste Vorkommen der Art ist darch einen Bahneinschnitt diroct oberhalb der Tfaier- bacher Eisenbahnbr5cke aufgeschlossen. Dieser Gang ist über einen Meter mächtig und besteht aus prachtvoll glasigem, schneeweissem , in dünneren Splittern wasserhellem Quarz mit lauter isolirten Einsprengungen von blassrothem Orthoklas und vereinzelten Tafeln von schwarzem Magnesiaglimmer.* Der Quarz wird etwa |, der Orthoklas aber nur { der Gangmasse betragen. Ganz ähnliche und zwar ebenfalls im normalen Granalit aufsetzende Gangbildungen sind an der Hängebrücke bei Krieb- stein und im Bahneinschnitt nördlich von Walüheim aufge- schlossen. An ersterem Orte bilden auf ihrem Bruche glän- zend glasige, hellrauchgrane Quarze ein kornig-stengeliges Aggregat, in welchem vereinzelte Tafeln von schwarzbraunem Magnesiaglimmer und wohlausgebildete, vollkommen isolirte weisse Ortboklaskrystalle inne liegen. Auf dem scharfom- grenzten sechsseitigen Qnerbruche mancher dieser Krjstalle zeigt sich ihre Natur als Carlsbader Zwillinge. Der Quarz- gang in dem erwähnten Bahneinschnit nördlich von Waldbeim ist ebenfalls durch innige Verwachsung und Verschmelzung grosser Quarzindividueu entstanden, was sich darin ausspricht, dass sich in der sonst compacten und homogenen Quarsmasse zahlreiche eckige Hohlräume zwischen den gegeneinander ge- wachsenen Quarzsäulen offen erhalten haben. Die Wandungen derselben sind bedeckt von kleinen, wohlausgebildeten Quarzen und von Gruppen zierlicher fleischrother Orthoklase, welche von den Flächen x>F und oP begrenzt, flachen Rhomboädern ähneln. Bemerkt sei hier noch , dass in manchen Pegmatitgängeu local der Quarz so vorw.altet, dass sie als Quarzgänge mit eingesprengten rothen Orthoklasen und schwarzen Turmalinen bezeichnet werden konnten , innerhalb welcher ^ oder mehr der («angmasse auf Rechnung des Quarzes zu setzen ist. Schliesslich sei noch einiger Feldspath • führender Quarz- gänge gedacht, welche im Granulit direct oberhalb Rocbsburg durch die Erdarbeiten der Muldethalbahn aufgeschlossen wurden. Dieselben sind so drusonreich, dass die Structur ihrer Aus- füllungsmasse eine grosszellig* drusige genannt werden moss. 115 , Aus den DraseuwaDdangen rageo bis lollluuge , uieist Iräbe QutnkryBlBlIo hervor, deren gewöbniiche <>estall zwar die einfache CombinatioD von Säule und Pjrramide ist, vou deaeu tWr einzelne ludividnon die bereits oben beschriebene topas- ilmlicbe Form durch Verküoiaierung iweier paralleler Prismen- eod der entaprechendeo Pyramidenflacben erhalten babeii. Zu Tinea dieser Kristalle treten aus den Drasenwandangen kurie ürlhofclaae einfachster Form hervor, welche dem Drusenranm At Flächen P und x zuwenden. Zwischen beiden Mineraliea iteilt sich hier und da eine strahlig-blatterige Rosette von leisjem KaligUmmer ein. Die Erscheinungsweise der beiden Daaptbeslandtheile dieser Ginge ist jedoch nicht immer so einfach, vielmehr geben so- »obt Quart wie Feldspatb Veranlassung zu coraplicirlen Be- i^liachlongen. Während letzterer der Ausgangspunkt einer Reibe rnn latereasanten Zerselzungsproduclen geworden ist, "igen einzelne fndiridnen des Qaarzes eine höchst unge- "öhDÜcbe Ausbildungaweise, welche durch das Auftreten einer raahen gbasiscbeu" Flache and eines in Verbindung damit iiebeoden treppenföroiigen Aufbaues bedingt wird. Auf die l'riimeDOäcbeD einer Anzahl dieser Kristalle sind nämlich kbisale Pyramiden Bächen aufgesetzt. Diese werden von einer TFisben, matten, «basiscben" Flache abgestampft, ganz ähnlich wie 'dies M. Baiibr von einem Raachtopas aus Wallis beschrieben hat.*) Ebensowenig jedoch wie an dem Wdliiser Krjstall ist dies die wirkliche Basis, da sie gegen die Hanpiaxe schwach geneigt ist. Einige etwa 2 Cm. lange Krjsialle scbliessen mit dieser eigenlhümiichen Fläche ab, — Wien von 2 bis 3 Cm. Grösse tragen in der Mitte dieser 'eUtfreo knopfanig eine verzogene Quarzpyramide mit kurzem Prisma, -^ auf noch zwei anderen erheben sich iu treppcn- förmiger Aufeinanderfolge vier kurze tafelförmige Prismen, vou ■Icoeu jedes obere einen kleineren Durchmesser besitzt, als iu «eine Basis bildende. Dieselben sind wie die untersten lUapikr^stalleCombinationen einer kurzen Priameiifläche, einer 'cbmalen Pyramiden fläche und der rauhen basischen Fläche. ^on diesen liegen die einander entsprechenden Pyramideu- dächen in einer Ebene, — denkt man sich dieselben über die ', Dicic Zeitichril't 187) pag. Itf4. ' I 116 einspringeDden Winkel des treppenformigeD Aufbaues verlaogert, 60 wurden sie sich zu einer vollständigen Pyramide vereineD. Endlich ist ein Exemplar von 2 Cm. Höhe in der Weise thurmformig aufgebaut, dass acht immer kleiner werdende Prismen, jedes auf der rauhen basischen Flache des vorigen aofsitsen. Es entsteht also hier eine sechsseitige, oben grade abgestumpfte, in diesem Falle jedoch sehr steile and hoch- stufige Treppe. (Siehe Taf. VII. Fig. 29.) Weniger auffällig als sie es auf den ersten Blick ist, gestaltet sich diese Erscheinung, wenn wir andere benachbarte Krystalle in Vergleich ziehen. An ihnen treten Flachen aof, welche ganz ähnlich , wie die beschriebene „Basis^, nur schräg und zwar unter bald mehr, bald weniger spitzem Winkel die Quarzprisraen abschneiden. Auch auf ihnen erhebt sich eine Anzahl nach oben zu jedesmal kleiner werdender tafelförmiger Prismen, so dass schräge Treppen entstehen. Es geht daraus hervor, dass diese Endflächen eine geseu- roässige krystallographische Lage nicht besitzen, sondern in ihrer Richtung, wie in ihrem Auftreten überhaupt, durchaus von ZuAlien abhängig sind. M. Bauer erklärt 1. c. die Entstehung der basischen Fläche an dem von ihm beschriebenen Ranchtopas durch Anstosseo des im Wachsthum begriffenen Erjstalls an eine ihm gegen- über liegende Krystallfläche irgend eines Minerals, den treppen- förmigen Aufbau aber des betreffenden Exemplars durch spä- teres nach Auflösung' des hemmenden Minerals eintretendes Fortwachsen des Rauchtopases. Diese Deutung acceptiren wir auch für unsere Treppenquarze mit dem Zusätze, dass es bei letzteren Täfelchen von Kaliglimmer waren, weiche sich an- fänglich den wachsenden Quarzen als Hindernisse in den Weg stellten, dann zersetzt und dadurch entführt wurden und als einzige Merkzeichen ihrer einstigen Existenz die heschrxebeneD Endflächen der Quarze hinterliessen. Dass dem so ist, wird durch den Umstand bewiesen, dass in einem ganz analogen Quarzvorkommen innerhalb granitischer Drusen bei Markers* dorf, sowie in einzelnen solchen bei Penig Reste jener Kali- glimmer-Tafeln innerhalb und an jenen Quarzen noch sichtbar sind, während die Hauptmasse des zersetzten Kaliglimmers, durch dessen Entfernung das unterbrochene Wachsthum sieb fortsetzen konnte, verschwunden ist. 117 Nicht «eiliger ioteressBot siDd die Resolute gewisser ilöroDgi- und Um wftD dl ongs v orgänge des Feld- iba t'iaa dieser fiänge. Man denke sich zwischen den t^Dirigrappen einfelne OrthokUsindiTidaeD nor so weit bervor- ripto, dus P nnd x, sowie der in dem Winkel twischen leiden Fischen liegende Tbeil ron M , seltener kleine P»r- licen der Sinle sichtbar sind. An die beiden Klinopinakoid- iltbta der meisten dieser Orthoklese unserer Uandstncke legt iJcli iDD je ein Ufeirörmiger Albitswilling in paralleler Axeo- siFJlDDg sn. Sehr eigentbömticbe Verbällnisse zeigt der swi- Kbea je iwei AlbitUfein liegende Orthoklas. Statt wie or- iprDDglich aus einer fleiacbrotben bomogenen Hasse , besteht " ans lauter dönnen , eng oebeDeinander stefaeoden wellig- buchigeQ Lamellen von brännlicher Farbe, welche dnrcb carte ipiJtearörmige Zwischenräome getrennt werden. Diese La- ■»eilen stehen senkrecht anf M, also auch anf den angrenieo- ien Albittsfeln und ebenso auf P and z, liegen also parallel d«r Baoptaxe nnd der Ortbodiagonale. Basis und Hemidoma skd demnacb wie mit earteu , aber tiefen horizontal verlau- lenden Einscboitten eng liniirt, während das Kliifopinakoid ver- teil gestreift erscheinen wurde, wenn die daranf liegenden Albiltafeln entfernt werden könnten. Nun ist ja einerseits der Procees der Albitextraction ans r i'tronbaltigen Orthoklasen, andererseits die Thatsacfae bekannt, ^» gewisse Peldspäthe aas einer parallelen Vernachsang von abwechselnden Orthoklas- und Albitlamellen bestehen, wie wir diu ancb von vielen Feldspätben der granitischen nnd peg- losiitiscben Gänge des (iraoalitgebiela nachweisen werden. Ouielbe ist uun, nach diesen Analogien la scbliessen, auch ti«i dem eben beschriebenen Vorkomranies ursprünglich der tili gewesen. Die leichter lerstörbaren Lamellen von Albit werden aasgelaugt, am sich anfänglich in (>estalt einzelner Krysikllchen auf den Klinopinakoidflächen des theitweise zer- i'örien Mottcrkrystalls antusiedeln nnd bei anhaltender Sab- tfossafühmog allmatig su einem tafelförmigen Individuum za 'erwacbsen, während von dem das Material liefernden Feld- •paihe nur die reinen Ortboklaslamellen surückblieben. ''. TOM Rath beschreibt ans den granitiscbeo Gängen von Elba*), auf deren Analogie mit den nnsereo wir noch öfters *) Siehe di«M Zeiuchr. 1870 pag. 656. 119 Kaliglimroer Quars Albit Orthoklas Hatronhaltiger Orthoklas fiD Laufe QQserer späteren Betrachtungen werden wir auf die an dieser Stelle karz angedeutete Abstammung gewisser ^a/ig/iffimer und vieler Albite von perthitartigem Feldspath Docb aosfuhrlicher einzugehen haben. Auf unsere genetischen Betrachtungen über die graoltischen Gange des Granulitgebirges istdasVor- kommen orthoklasfuhrender Quarzgänge von bedeutsamen Ein- flQ98. Vergesellschaftet mit Ganggebilden von vollkommen reinem, derbem oder an Erystalldrusen reichem Quarz stellen sie selbst nur Modificationen derselben dar, die sich durch accessorisch eingesprengte oder in Drusen auskrystallisirte Feldspäthe von jeacD unterscheiden, — gleichwerthig denjenigen Quarzgängen, welche local Schwefelkies - oder Plussspath - Einsprengunge fobren, und deren Entstehung durch Absatz aus wässeriger Lösung über jeden Zweifel erhaben ist. Das accessorische Vorkommen von etwas Feldspath in ein oder dem anderen derartigen Gange wird die Allgemeingnltigkeit dieser gene- tiBchen Anschauung nicht beschränken ; weiss man doch längst, dass Feldspath so gut wie Quarz auf nassem Wege umkrystal* hslrtj von einem Orte nach dem anderen umsiedelt, — ein Vorgang, der so trefflich durch die Quarz-Orthoklas-Incrustate &üf den Porphyrgerollen des Euba^er Kohlenconglomerates illu- strirt wird.*) Von den Feldspath- und oft auch etwas Glimmer -fuhrenden Quarzgängen des sächsischen Granuli tgebietes unterscheiden sieb aber die granitischen Ganggebilde des genannten Ter- ritorii allein durch das so wie so weder bei den einen, noch bei den anderen constante Mischungsverhältniss ihrer ^ Khop, N. Jahrb. für Min. 1859 pag. 595. — Volobr, ebendort 1661 pag. 1 ff. Oemenglheile. Es stehen Bomit keine minerogenetischeo Ein- würfe dem entgegen, die granitiachen Oänge des Granalil- ireLirffea. in denen der OuRrz Reine vnrwaltende Rolle mit dem 121 aocb sehr reichlich aaftretendeo, glänzenden, weissliehgrauen Schoppen fon Kaliglimmer, bilden derartige A Ibite ein wirres Krystallaggregat, welchem in Folge nur stellen weiser, gegenseitiger Berfibrung und Verwachsung der einzelnen Indi- ridaen keinen sehr festen Zusammenhalt besitzt und deshalb dm Eindnick mancher künstlicher krjsCaliinischer Niederschläge äüi wasserigen Liosungen macht. Local ist das Korn dieses Albitaggregats ein so feines, dass man an ein locker-körniges Dolomitgestein erinnert wird. Andere Handstucke dieses Oangvorkommens bestehen ans einem Aggregat von vorwal- teodeo Albitkrjstallen ood Quarzen, während der Glimmer zoröcktritt. Die Deutung der Entstehung dieser Albit-Kaliglimmer- Quarz - Gänge fallt nieht schwer , wenn wir , ganz abge- geben von zahlreichen anderen wohlbekannten Albitvorkomm- aisseo auf Orthoklas und abgesehen von anderweitig beschrie- beoen Psendomorphosen von Kaliglimmer nach Feldspath, nur die von uns oben dargelegten und später noch eingehender za rer/oJgeade Abstammung gewisser Albite, Kaliglimmer und Qoarze von albithaltigen Orthoklasen ins Auge fassen. Einem ibnlichen Zersetznngs - und Auslaugungsprocess, wie er dort im Kleinen innerhalb des engen Rahmens eines Drusenranmes ^or sich ging, verdanken auch die eben besprochenen Gänge ihren Ursprung, nur waren es hier nicht einzelne perthitartig rerwacbaene Albit-Orthoklase, sondern die gesammten Massen des weseDtlich aus natronhaltigem Orthoklaa bestehenden nor- malen Granulits, welche ganz cutsprechend dem oben ent- worfenen Stammbaume durch Auslaugung den Albit und durch Zersetzung des Orthoklases den Kaliglimmer und Quarz lie- ferten. Daaa wir von „natronhaltigem Orthoklas^^ des granu- litiscben Nebengesteins jetzt und später sprechen dürfen, geht eioerseita ans STBLZflsa's und Zirkbl's mikroskopischen Unter- fiQchungen der Gran ulite*) hervor, nach denen der feldspathige Gemengeheil jenes Gesteins ausschliesslich Orthoklas ist, anderereeits aas den von Schbbrbr veröffentlichten Ana- lysen**), denen zufolge die sächsischen Granulite im Durch- *) Stelzaeb, N. Jahrb. 1871 pag. 246. — Zirkül, Mikroskop. Beschaff, pag. 466. ••> JH. Jahrb. 1873 pag. 5. 122 schnitt 2,5 pCt. Natron enthalten, welches demnach nur als Vertreter des Kali im Orthoklas aafgefasst werden kann. In den ohen beschriebenen Gängen haben wir ein koroig- krystallinisches Aggregat von Feldspath, Qaara nnd Qlimmer, also eine Art von Granit vor nns, weicher unbedingt eine wässerige Entstehung zukommt, die ihr kein Geologe abcnstreiten willens oder im Stande sein wird. 4. Craaftiscke «äuge im «nuiillt Nebengestein und Gangverhältnisse. Zu den gewöhnlichsten Erscheinungen des sächsischen Granulitgebietes geboren granitische Gänge von rothlichem Orthoklas, gruo- liebem OHgoklas, grauem Quarz und schwarzem oder weissem Glimmer, welche bald in grosserer Anzahl vergesellschaftet, bald vereinzelt fast in jedem Aufschlüsse dem Beobachter entgegen treten und noch mehr Mannigfaltigkeit in diese schon an und für sich hochinteressante Gegend bringen. Erscheiut nun auch das gesammte Granuli tterritorium von solchen Granit- gängen dtirchschwärmt , so ergiebt doch eine etwas eingehen- dere Beobachtung, dass sie sich wesentlich auf daa Gebiet des eigentlichen Granulits beschränken, in den letzterem eingela- gerten Serpentin-, Eklogit-, Gordieritgneiss - und Granatfels- partieen jedoch nur selten auftreten und ebensowenig in die das Granulitgebirge überlagernde Schieferzone hineinsetzen. Das Nebengestein unserer granitischen Gänge ist demnach in bei Weiten den meisten Fällen Granulit in allen seinen durch Fehlen oder Erscheinen von Glimmer bedingten Varie* täten, als deren extreme Glieder normaler, fast weisser, ferner gneissartiger grauer, sowie granitischer röthlicher Granulit zu nennen sind. Von ganz verschiedenem petrographischem Cha- rakter sind diejenigen granitischen Gänge , welche in anderen Gliedern des Granulitgebirges und zwar namentlich in ein- zelnen Vorkommen des Hornblendeschiefers, des Augitschiefers und Eklogits aufsetzen und deshalb in einem besonderen Ab- schnitt behandelt werden sollen. Die Form der zu besprechenden granitischen Gänge ist eine ausserordentlich abwechslungsreiche. In vielen Fällen sind ihre seitlichen Begrenzungsflächen so parallel und eben- flächig wie nur denkbar, in anderen nähern sich dieselben 123 allseitig allmälig, bis sie sich schneiden, so dass sie linsen- forinige, jedoch die Oranulitschichten durchsetzende Nester umschJiessen. Hier bilden sie wellig - zackig gewundene Scfamitze, welche sich stellenweise bei unbedeutender Längen- Aosdehnang zu unverhältnissmässiger Dicke aufblähen, dort machen sie treppen form ige Sprunge, indem sie den sich kreu- zenden Kluften des Gesteins folgen, schneiden auch wohl an diesen plötzlich ab oder zersplittern sich in zahlreiche Trumer. Ihre Mächtigkeit ist eine sehr schwankende, jedoch ini Durchschnilt unbedeutende; in bei Weiten den meisten Fällen beträgt sie nur 3 bis 15 Cm., znweilen noch weniger, oft aber auch 15 bis 30, selten 30 bis 60 Cm., während mir kaum ein Fall einer i M. mächtigen granitischen Oangsecretion bekannt ist, obwohl ich mehrere Hundert derartiger Vorkom- men an Ort und Stelle besichtigt habe. Aocb das Anhalten, also die Längenerstreckung dieser Gänge ist kein beträchtliches; als sein Maximum konnten 20 M. festgestellt werden , jedoch ist die Gelegenheit zur Ver- folgung der Gänge xtf ihrer Horizontalausdehnung so selten geboten, dass die Existenz längerer Gänge nicht unwahr- srheiolicb ist. Die beiderseitige Begrenzung zwischen Gängen und Neben- gestein ist in vielen Fällen eine sehr scharfe, z. Tb. wie mit der Feder gezogene, und erhält oft durch Ablosungsfläcben oder durch chloritisch • glimmerige Salbänder einen noch bestimmteren Ausdruck. Dann trennt, besonders bei eintre- tender Verwitterung, ein Hammerschlag Gang und Neben- gestein durch eine spiegelglatte Begrenzungsfläche, so dass es bei gewissen Vorkommnissen schwer hält, beide in einem Handstack zu erlangen. Oft freilich sind auch die Mineral- iodividoen der Gangmasse unmittelbar auf denen des Neben- gesteins so fest aufgewachsen, dass die Ganggrenze durch nicht die geringste Discontinuität, sondern ausschliesslich durch plötzlichen Wechsel der Structnr und Farbe bezeichnet wird. Fragmente des Nebengesteins sind in diesen gra- nitischen Gängen eine ziemlich gewohnliche Erscheinung. Nicht selten läset sich die Stelle, von der sie losgebrochen sind, mit Sicherheit nachweisen, was namentlich dort der Fall i®^ wo durch Gabelung oder Zersplitterung des Ganges oder durch Scbarnng mehrerer Gänge znngenformig in die Gang- 124 spalte Tuende Keile oder schftrre Ecken entstnndeD sind. Bei der dem Gesletn eigenthämlicben ZerkiünuDg ■did Ab- brechen besonders geeignet, 6nden aicli dieselben jetit, leicht I erkennbar an ihren dreiseitigen Umrissen, inmitten der Oang- | masee darch einen Streifen der leliteren von der Stelle ihres I einstigen ZossminenhangeB getrennt. Taf. VII. Pig 2 a- 3 , illuslriren dieses Vorl(ommen. Ferner kann der Fall eintreten, dass eich eine Oangspalte im Verlaufe ihres Ausföllungspro- | cesaes durch localea Nacbbrechen ihres kinfligen Nebengesteins I an einer höblennrtigen Weilung ausbildet, in welcher sich jeUt ' nach erfolgter Ausfüllung durch die Oaagmineralien die narh- ^ gestSriten Trümmer als Einschlösse in der Oangmasse prä* I Bentiren, wie dies z. B. Kig. 1 auf Taf. VII. zeigt. Die | Bröchigkelt des Nebengesteins und das Loslösen seitlicher 1 Schollen desselben kann auch zur Folge gehabt haben , daas ; sich der Gang local in zahlreiche schwache Trümer zerscbla- ' gen oder ein breccien artiges Aussehen erhalten hat. Derartige i Vorkommen von Nebengesteinsbrnchatncken mit einer eruptiven , Bntstehungs weise granitischer ßänge in unbedingte Abhängig- j keit za bringen, wie dies früher wohl geschehen, ist selbst- verständlich nnstatthafi, wiederholen sie sich doch u. A. und ganz abgesehen von fast jedem Erzgange aof ähnliche Weise in den das Granalitgebiet in grosser Zahl durchs eisenden Schwerspathgängeo. I Was die äch icbtenlage des den granitischen Gingen i benachbarten Granulits betrifft, so ist dieselbe durch die Ge- sammtheit der mechanischen U an gbildungs vorwöge ooberührt i geblieben: die firannlitachicbten schneiden scharf an den Oang- j wänden ab, ohne ihre allgemeine Richtung zo verändern^ Nur | selten machen sich Ausnahmen von dieser Regel in der Weise geltend, dass die dem einen Salbende des Ganges engewen- deteo Scbicbtenendeii auf 6 — 8 Cm., sehr selten an f grössere Entfernung in schön geschwungener Krümmung nach oben, am anderen Salbande aber nach unten gebogen sind, wie dies Fig. 5 Taf. VII. zeigt. Nicht die besondere mächtigen, son- dern im Üegenlhei! nur wenige Ceutimeter starke Qranitgänge sind es, an denen diese Erscheinnog zuweilen wahrgenommen wurde. Und es entspricht solches der genetischen Deutung dieser SehicbtenstÖrungen. Sind diese doch nicht etwa eine, vidleieht sogar als Beweismittel für Eruptivität za betrachtende Folge 125 der Gangbildong, sondern derfieJben Jange voraasgegangen und waren bereits ermöglicht durch dag Aufreiesen der Spal- teu. In Folge der Zerstörung ihres Zusanunen banges verloren gewaltige Partieen des Oranulits ihren Halt und rutschten auf einer Kloftfläche langsam in ein etwas tieferes Niveau, wobei durch die enorme Reibung die «Schichtenenden der sich be» wegenden Felsmasse nach oben, diejenigen des die festlie- liegende Bahn abgebenden Gesteins nach unten geschleift und gekrammt worden, — ein Vorgang, der sich besonders deutlich dort verkörpert findet, wo, wie durch Fig. 10 Taf. VII. illastrirt, Granitgang, Schichteubiegung und Verwerfung com- bioirt sind. Letstere tritt in dem abgebildeten, mir von Herrn Dr. Datbb mitgetbeilten Profile dadurch so klar hervor, dass sie die Schichtenenden einer Ansahl sehr glimmerreicher und deshalb dunklerer Zwischenlagen des lichten Normalgranulits verbogen und gegeneinander verschoben hat. Bei breit klaf- fenden, ihre anfangliche Weite bis zu ihrer Ausfüllung beibe- haltenden Spalten konnten derartige Reibungserscheinungen na- türlicherweise nicht eintreten, und das ist der Grund, weshalb die beschriebene Schichtenstörung, wo sie überhaupt beobachtet wurde , meist an schmale Trümer gebunden , bei mächtigen Gängen aber selten ist. Dass, wie übrigens selbstverständlich, Verruckungen und Rtttschungeu des durch die Spaltenbildnng zerklüfteten Gra- nalits stattgefunden, zeigt das in Fig. 4 Taf. VII. abgebildete GsDgprofil, welches einem Einschnitte der Muldethalbahn ober- halb Rochsbarg entnommen ist. Der dortige plattenförmige, graue, glimmer führende Grannlit wird von zwei einander etwa rechtwinklig schneidenden Rluftsystemen durchsetzt. Dem einen derselben entspricht ein einige 20 Cm. mächtiger Granit- gang a mit haarscharfen Salbändern und wunderbar eben- flächiger Begrenzung. In das Liegende dieses Ganges läuft von letalerem aus unter ungefähr rechtem Winkel ein 3 Cm. mächtiges, dem zweiten Kluftsjsteme entsprechendes Trum b ab. Auf ihm ist nun dessen Hangendes c um einige Zoll herabgerutscht, so dass nicht nur eine Verwerfung seines Nebengesteins, sondern zugleich auch eine sprungartige Er- weiterung des Hauptganges a stattgefunden hat. Unterhalb dieser Rutscbung misst letzterer 24, oberhalb derselben 29 Cm. Weder nach ihrem Streichen, noch nach ihrem Fallen 126 balten diu gr*iiUiBcheii Gäuge des OrannlitgebietB ein be- atiminUB QeseU eia, gebÖrea vielmehr den verschiedenartigsten Himmets- und Fallriclitungeii a» und schneiden sich deshalb im Falle ihrer Vergesellschaftung sehr genöhnlicb. Abgesehen von vieJen anderen Beispielen vrar es eine jettt leider darch den Bau der Moldebaba verschütlete Felswand direct unterhalb der Spinnerei Amerika bei Penig, wo das wirre Durcbeinander dieser Gänge in schönem Profil anfgescbloasen war. Ausser vielen kleinen, oft wellig gebogenen Trümern kamen hier ein auf dem Kopf stehender, zwei horizontale, ein unter 45 Grad fallender aod ein kuppeiförmig gewölbter Granitgang von 18 bis 50 Cm. Mächtigkeit zum gegenseitigen Durchschnitt. Jedoch sind eigentliche Dnrchsetiungen oder wirkliche Verwerfun- gen eines älteren Ganges durch einen jüngeren nur selten zu beobachten. Ein solcher Fall ist mir von der Etzdorfer Mühte im Striegis-Thsle bekannt, wo ein 4 Cm. mächtiger Gang too glasigeoi, sprödem Quarz mit röthüchen Feld Späth -Ein spreng- i lingen von einem echt granitischen Gange scharf durcheelil und um seine Mächtigkeit verworfen wird (siebe T&f. Vll. Fig. 6), so dass hier sicher eine ältere und eine jüngere Gaog- bildung vorliegt. Im Allgemeinen jedoch scheint die AnsföllDiig der verschiedener Richtung angehörigen Gänge in den nebm- licheu Zeiträumen vor sich gegangen >n sein. Hierfür spricht namentlich noch die Erscheinung, dass sieb bei vorbandeiiem, petrographisch von der Hauptgang masse versebiedeneoi Sal- band dieses ununterbrochen aus einem Gang in den ihn krea- zeuden umbiegt and in ihm weiter forterstreckt. Mit wirk- lichen Verwerfungen dürfen die kleinen Gangauslenkungen nicht verwechselt werden, welche dadurch hervorgebracht wor- den sind, dass entstehende Spalten bereits vorhandenen eine Strecke weit folgten, ehe sie in ihrer alten Richtung weiter fortsetzten. Die wesentlichen mineralischen Gemengtbeile dieser Gänge sind Feldspath , Quarz und lilimmer. Der Orthoklas kommt einerseits als Gemenglheil des granitischen AfjgregaCs , andererseits ans diesem in Druaen- räume hineinragend in tbeit weise entwickelter Krystallform vor. In ersterem Falle ist er zuweilen scbneeweias, meist aber lichlfleischroth oder bellröthlichgelb, seltener dunkelblut- roth gefärbt. Zwillingsverwacbsungen nach dem Carlsbader 127 Gesell aiad nicht selten. Seine in Draaen cor Entf^ltang gebncbte KryaUllgestalt ist eiDförmig and fläubenarm. Säule, KliDDpiaakoid , Bmis ond Hemidom« sind bald zu tarelförmi- ftm, liald aa rectangnlü lau len förmigem Habitas entwicbelt. ZnweileD tritt nach das RliDOprisma z, ferner das seltene Orthopinakoid k als schmale A bstatnpfungsfiächen der rerti- cileo Kanten biniu, — bei anderen Krystallen hingegen fehlen DJcbl nur diese, sondern anch das Klinepiaakoid. Igelten ist Am toatt so gewöhnliche Hemidoma j. Wie es in Elba der Fall ist*), SU «enden auch in unseren (längen die aae dem Grinitaggregate in die Drnsen ragenden Ortboblase die End- fläcb« o P meist den Drosen Wandungen la, so dais sie häufig gu» verdeckt wird, während die Uemidomen x und, wo vor- baadeu, j die freie, der Beobachtung am betten zug^ngige j Seite des Kryslalleudes bilden. Eine fernere Uebereinstim- I mnag mit den Orthoklasen von Elba seigt sich darin, dasa iu roQ G. TOH Rath") beschriebene silbergiäntende Schim- ! mer auch an manchen unserer Orthoklase zn beobachten ist. Er beschränkt sich hier auf die Kanten x;T und T:z, die , dann silberglanaend gesäumt sind. Dieser schone Schimmer ! icbeinl daher an rnhren , dass auf den der Verwitterung am I n eilten aus gesetzten Kanten bereits aasserordentlich zarte : Scfaüppcheo von Ksliglimmer inr Ausbüdang gelangten, wäh- tntä der Rest der Flächen noch ganz frisch und deshalb glas- glinzend ist. f Der Oligoklas kommt nur in wenig Gängen mit dem Orihnklas grob-krystallinisch verwachsen vor. Er besitzt dann eiae liehlgrüne Farbe, einen ansgezeichnelen Glasglanz, der in d. 133 nische Stnictor dieser Gänge erscheint, so neigt sie doch be- reits dadurch zu symmetrisch - lagenformiger Ausbildang hin, äMs das Korn der granitischen Gangmasse nach den Sal- bändern za nicht selten bedeatend grober ist, als in der Ceotralzone. 2) Stengelige Structnr nehmen die granitiscben Gänge dadurch an, dass sich ein oder mehrere ihrer Bestandtheile un- gefähr rechtwinklig oder wenigstens quer auf die Salbänder stellen. Namentlich häufig ist dies beim Magnesiaglimmer der Fall (siehe Fig. 14, 15 u. 18), der ganz gewöhnlich ?on den Oangwandungen aus nach der Mitte zu angeschossen und dann fast stets in dieser Richtung bandförmig verlängert ist. Bei Gängen von geringer Mächtigkeit erreichen und be- gegnen sich die beiderseitigen Glimmerlamellen, wie dies z. B. bei einem in Fig. 14 Taf. VII. wiedergegebenen Gange des Cbemnitzthales unterhalb Diethensdorf der Fall ist, — bei solchen von bedeutender Mächtigkeit hingegen beschränken sie sich aaf die randlichen, dem Salbande zunächst liegenden Zonen, während die mittlere Gangzone echt granitisch-kornige Stroctar besitzt In allen diesen sehr häufigen Fällen haben die Glifflmertafeln eine zwar auf der Gangwandung ziemlich rechtwinklige, aber unter sich ordnnngslose und wirre Stellung ione, — es zeigt sich jedoch auch die interessante Erschei- nung, aaf die mich zuerst Herr Dr. Lehmanm aufmerksam machte, dass dieselben nicht nur unter sich, sondern auch mit den Glimmerschuppchen des benachbarten Gneiss - Granulits parallel stehen , ja auf letzteren in der Weise aufgewachsen siod, dass sie deren Fortsetzung bilden (siehe Fig. 15 Taf. VII.). Man hat sich dies so zu erklären, dass die im Gneissgranulit aufgerissene Spalte mit diesem auch die for ihn charakteristi- schen, parallel gelagerten Glimm erblättchen durchsetzte, welche QQn im Querschnitte auf den Spalten Wandungen sichtbar wurden QDd beim Eintritt von Mineralsolutionen den Impuls und die Basis for eine neue Glimmerbildung gaben, mit anderen Worten IQ der Richtung ihrer früheren Ausdehnung weiter fortwuchsen. l^iese Parallelität der Gangglimmertafeln sowohl untereinander, wie mit dem G ran ulitgl immer hat zur Folge, dass man beim Zeraehlagen des Ganges in der Richtung der Nebengesteins- schicbten wie auf diesen letzteren lauter Glimmer, aber wenig Feldspath and Quarz, hingegen auf dem Bruche rechtwinklig 134 darauf wie beim Nebengestein nur die zarten , linienformigeD Queracbnitte der Glimmertafeln und zwischen ihnen viel Quin und Feldspath erblickt, wie dies in Fig. 15 Taf. VII. dar- gestellt ist. Bei vielen anderen nur wenige Centimeter mächtigen Gän- gen, weiche vorwaltend oder ausschliesslich aus Feldspath und Quars bestehen, sind diese in langen* parallelen und deshalb stengeligen Individuen unter ziemlich rechtem Winkel auf den Spalten Wandungen angeschossen. Inmitten der Gangspalte mnssten sie gegeneinander stossen und bilden hier nicht selten eine so ausgesprochene, im Querschnitt schwach sicksackfor- mige Verwachsungsfläche , dass solche Gänge leichter auf ihr zerkluften, als sich auf den Salbändern vom Nebengestein los- lösen. In einzelnen Fällen sind die in stengeliger Aggregation gegeneinander wachsenden Quarz - und Orthoklas > Individoeo in der Symmetrie-Ebene zusammengestossen, ohne miteinander zu verwachsen. Dann läuft die Mitte des Ganges entlang eine Fläche vollkommener Discontinuität, durch welche der Gang in zwei gleiche Hälften zerfällt, deren Mineralindividuen nach der Centralnaht zu mehr oder weniger verdruckte Krjstallenden tragen. Solche Aggregate von ausgezeichnet stengeliger Strnetur besitzen die auffälligste Aehnlichkeit mit den Quarz-Orthoklae- Incrustaten auf den Forphjrgerollen des Kohlenconglomerats von Euba bei Chemnitz. Diese bestehen gleichfalls aus lauter stengelig gestellten Orthoklas- und Quarz-Individuen und kön- nen auf dem Querbruche nicht unterschieden werden von den oben beschriebenen querstengeligen Granitgängen des Oranulit- gebietes. Sollten die Incrustate zweier einander zugewandter Porphyrgeröll-Flächen in Folge fortgesetzten Wachsthams zu- sammenstossen , so wurde genau die eben geschilderte Gang- erscheinung (nämlich Quarz- Feldspath -Ausfüllung, stengelige Structur und mittlere Zuwachsnaht) hervorgebracht werden. An der hydrochemischen Entstehung der Euba'er Orthoklas- Quarz-Aggregate zweifelt heute kein Sachverständiger mehr, warum soll man zögern, die vollkommen analogen Verhältnisse in den Spalten des Granulitgebirges in gleicher Weise zu deuten ? Wie dort die Porphyrgerölle, so lieferte hier das gra- nulitische Nebengestein die Quarz- und Feldspath-Substanz. Die gewöhnliche Zuwachsnaht der granitischen Gänge wird dadurch noch viel auffälliger, dass ihr zuweilen eine 135 dänoe Lage tod oft aber Quadratsolt grossen schwftral) raunen >l>£DeaiBglimmer-Tafe)D entspricht, welche sich annDterbrocben, IMratlel den Salbändern die Mitte des Ganges entlang lieht (siebe Fig. 8 T«f. VII.). Im Querschnitt eine schwane Linie anf meist licbtgelbücfa - rolbem Grnnde, spaltet auf ihr der Ging nnler dem Schlage des Hammers und leigt die glänzend- scbwarse Zusammenwachsungsääcbe der beiden Oangionen. Nicht immer ist es dunkler Magnesisglimmer, sondern caweilen ucb heller Kaliglimmer, welcher sich als centrale Scblass- bildong solcher siengeligen Gänge vorfindet. 80 riss neulich ein Sprengscbnss einen nur 4 Cm. mächtigen Oranitgang «nf dieser Fläche seines geringsten Zusammenhaltes in iwei BjtnmetriBcbe , natürlich an ihrem Salbande mit dem Neben- geiteia verwachsene Hälften auseinander, deren yollkommen ebene Oberflächen bei einer Breite von 1 U. eine Länge von 1,S M. besassen und dicht mit grossen, licbtgelben, metallglän- itadeo Tafeln von Kaliglimmer belegt waren , so dass sie, obwohl im Querschnitt nur als sarte Linie ergcbeinend, wie Scbicbtsn flächen eines gross blätterige d Glimmerschiefers aus- ubeo. Neben Glimmer können in der Ebene der Cenlralnaht BDch nocb Turmalineäalen liegen, wie dies beispielsweise Fig. 9 Taf. VII. zeigt. Eine sehr häufige E(rs''heinung innerhalb unserer grani- tiacben Gänge ist die sofariftgranitiscbe Structnr, wenn lie aoch in ihrer typischen Ausbildung auf die Pegmatite be- ■cbränkt ist. Wo vorwaltender Orthoklas in Vei^esellscbaf- tnng mit Qnarc aasscbliesslich einen Gang oder eine Oangtone Mummenaetf t , stellt sich sehr gewöhnlich eine scbriflgra- mtiicbe Durchwachsung des ersteren von Seilen des letzteren «in uad xwar meist so, dass die Quarzprismen und Lamellen qaer auf deu Gangflächen stehen. Bndlich können auch die geaamroten mineraiischen Be- lUadtbeile der granitiseben Gänge lamellare oder stengelige Form besilien und sämmtitch quer auf die Salbänder gerichtet Kin; es ist dies bei sehr vielen Orthoklas-, Oligoklas-, Quarz-, "tgnesia- und Kaliglimmmer - haltigen Gängen von geringer, ■elteoer bei solchen von grösserer Mäbhtigkeit zu beobachten. Sehr iDBlruclive Beispiele der letzteren liefert der Bahneinscbnitt w der Carls-Bicbe bei Penig. Hier wird der Granulit von mehreren g bis 10 Cm. mächtigen Gängen durditelzt, welche 137 ksDD sieb eine derartige ADsamtiiluug parallel oder langflBBerig ge]«geTler GlimmeTblätter auch beiderseitig nacb den Salbäii- deni in vollzieheD. Complicirter geelaltet sieb diejenige Structurform, wo sym- melriscbe Oangconen darcb Wecbsel der Textur, ver- scbiedene KorngrÖese, Vorwalten bald des einen, bnld des anderen iq den übrigen Lagen schwach vertretenen Oemengtheils erieogt werden. Der ein- bcbste Fall ist der bei Besprechung der granitiacb • massigen Gingstnictar bereits erwähnte, wo sich in einem massigen GftDge schmale randlicbe Zonen mit stengeiiger , durch die Kichtang der Qlimmerblittcbeu bedingter Struutar einstellen. Nahe damit verwandt ist die Erscbeinong, dasB die seitlichen Zonen vollkommen glimmerfrei sind und ausscbliesBlicb ans tinem grobkrystalliniscben Aggregat von rötblichem Peldspatb nod etwas , oft schriftgranitisch mit ihm verwachsenen Quarz bestehen , während die bei Weitem mächtigere Centralione «inen ecbt granitiscben Habitus besitat und ausserordentlich reich an schwarzem Glimmer ist. Von zahlreiubeu solchen Vorkoram niesen sei der Felswand unterhalb Amerika in fig. 7 TtC. Vil. ein Beispiel entuommen. Während, wie gesagt, Gänge, bei denen die Anzahl der in ibrer Structnr verschiedenen parallelen Gangzonen auf drei beacbränkt ist, ziemlich häufig anzutreffen sind, kommen solcbe TOD fünf- und selbst siebenfacher lagenförmiger Gliederung s«llener vor. So dnrchsetct im Chemnitzlhale , gegenüber der Dielhensdorfer Spinnerei ein graoitiscber Gang von 40 Cm. iUühtigkeit den Granulit, Fällt seine haarscharfe , eben- Üchige Begrenzung bereits beim ersten Anblick auf, so zeigt sorg^tige Unlersucbnog, daae er aas folgenden, freilich gegen- einander nicht scharf begrenzten Gangionen besteht: awei raadliehen von 2 Cm. Dicke, reich au den Salbändern sn- nihernd parallel gelagerten schwarzen Glimmerblättcben; zwei DMfa Innen an darauf folgenden Zonen von äusserst feinkörni- gern, rötblichem Granit und einer Centralzone von sehr grob- ^7Btallioiachem , fleiscbrotbem Orthoklas mit grossen echwar- HD Glimmertafeln. Siebe nfacbe Zonen bil dang weist ein fast einen halben Meter nächtiger Gang im Granulit an der Strasse nach dem BahDbof von Wittgeosdorf anf (siehe Fig. 21 Taf. Vif.). Seine ISS an die Salbänder grenzenden Zonen, also a, bestehen aos einem mittelkörnigen granitiBchen Aggregat von weJBalicheni Orthoklas, Quarz, weisBem Knli- und schwanem Magoeaia- glimmer. Auf sie folgt (b) eine Zone von grosaen »cbwarien Glimmertafela in vorwaltendem rälfalichein Ortboklae, wetebe erstere strahüg nach Innen divergireo und aagenaoheinticb auf der Oberdäcbe der älteren granitischen Lage a angeschossea sind. Die dritten Zonen (c) zeicboen licb durch Orappen von radialBtrahligen, weissen Raltglimmertafeln aus, die ebeufallB auf der Oberfläche der vorigen Lage wurzeln, während die Centralzone d durch ein echt g ran itisch- körniges Qemenge von Qaarz , Feldspatb und weissem Glimmer gebildet wird. Kann man schon bei den oben beschriebenen PälleD nicht daran zweifeln, dass diese granitischen Oäuge voUkominea analog jedem Erzgange dnrcb Auskryataltisiren der bis dahin in Lösung befindlichen Mineralsubstanzen an den jeweiligen Wandungen der allmälig zuwachsenden iSpaltenräume enlatanden und nicht etwa aus GlutbBass erstarrte Injectionen sind, so 139 dorchficbossen too grossen schwarzen Glimmertafelo. Dies« beiderseitigen wesentlich aus Feldspath bestehenden symme- triscben Zonen haben jedenfalls längere Zeit hindurch die WandoDgen eines spaltenförmigen Drusenraumes gebildet, denn ihr Feldspathmaterial ist nach dem Innern 2U in grossen Indi- Tidoen auskrystallisirt, welche sich jetzt, nachdem die Drusen- spalte ?on einem dunklen, feinkörnigen Granit ausgefüllt ist, io bellen Flächen mit scharfen Conturen aus dem dunklen Grande hervorheben. Diese ihre Ery stallenden der Central- zooe zuwendenden OrtBoklaskry stalle besitzen ziemlich be- trächtliche Dimensionen; so maass an einem derselben P im Qoerbrnch parallel dem Klinopinakoide 4 Cm. Die zwischen den beiden Krystallwänden von c befindliche mittlere Qang* zoDe d wird von einem düsteren , feinkörnig - granitischen Aggregat von rötblichem Orthoklas, grauem Quarz und ver- hältnissmässig viel schwarzem Glimmer gebildet. Die Täfel- cheu des letzteren zeigen zuweilen das Bestreben, sich in Flachen anzuordnen, welche denen der hervorragenden Ortho- klaskrystalle parallel liegen und deren P und x haubenförmig überscbirmen, wie solches in unserer Zeichnung im Quer- schnitt wiedergegeben ist. Verwandt damit ist die Erschei- nung, dass sich nahe jeder der beiderseitigen Grenzen dieser granitischen Centr^Izone ein besonders glimmerreicher und dadurch dunklerer Streifen hinzieht, dessen welliger Verlauf den durch hervorspringende Orthoklaskrystalle bewirkten Un- ebenheiten seiner Grenzflächen entspricht. Durch diese zwei dunklen Streifen gliedert sich die Centralzone wiederum in drei Felder, so dass sich auf dem'^Querbrucbe dieses interes- santen Ganges im Ganzen 11 Zonen und zwar 4 sich jeder- seits wiederholende paarige und eine centrale unpaarige unter- scheiden lassen. Während die bisher betrachteten Gangvorkommen symme- trisch-lagen förmige Gangstructur nur der zonenformigen Ver- änderung der Textur und den wechselnden Mengungsverhält- nissen des Gangmaterials verdanken, kann diese Structur- erscbeinung in noch deutlicherer Gestalt durch totale Sub- stanzverachiedenh^i t einzelner Lagen hervorgebracht werden. Der einfachste der hierher gehörigen Fälle ist der, dass die beiden randlichen Lagen aus Feldspath mit einzelnen Glim- merscbäppcheD b glasigem Quarz bereits oben gesc gerichteten hnar Booen die Quersc Taf. VII.), also dass wir hier ii WiederboJapg de Beheneo geschl BtoBseD. Äehnlic sitzen gewisse ( bürg (siehe Fig. 4 bis 6 Cm. glii und eine miUlere getrennte Lagen, Orthoklas, hellgr zein Glimmer, d schössen sind an Zonen bervorbrin Ganggrenzen, sin grössere Tafeln t in die Cenlralzoi derbem, spliltrig< gebilde sind nocli gebiet bekannt, bürg, gebt die b( nehmen des Qaa Solche Vorkomm) mische Genesis. Dem Quarze Gangmitte ein siel echt granitischer, häufige Brach ei ou einzelne Strahlen deren Hauplansdt dies in ähnlicher kennen gelernt hi Turmalin in Fora *) V. QnuDDacK, 141 ereifnet es sich wobl, dass diese darch eine Medianebene wiederum in zwei Lagen getheilt vrird, deren radial faserige Strnetor darauf hinweist, dass das Wacbsthum der Tnrmalin- indifiduen von der Drnsenwandnng aus nach der Mitte in vor sieb ging, wo sie bei eTfolgendem Zusammenatoss die erwähnte Ceoirainabl erzengten. Nicht nnr jedes fnr sich allein, anch vereint treten Qgari nnd Tnnnalin inmitten zweier echt granitischen Rand- lagcD auf and bilden hier entweder eine zasammenbängende parallel wandige Zone, in welcher der Turmalin wiederum auf die Uilte beschränkt ist (z. B. Fig. 16 und 17 Taf. VII.), oder sie bilden ein System von in der Symmetrie- Ebene des <änge an einem Promenaden wege MD Fasse des Schlossbergee von Rochsburg. Hier lauft von eioem 0,3 M. mächtigen granitischen Gange ein liegendes Trum boriiontHt ab. In directer Nähe des Hanptganges ist dsMelbe Tollkomnien and swar seitlich (also bei der horizon* lalen Lage dieses Trnais oben ond unten) stengelig, in der Uitte körn ig-grani tisch ausgefüllt; in seinem weiteren Verlaufe jedoch verkümmert die centrale Aasfällungsmasse und es blei- ben nur die randüchen Zonen vnn quer anf den Salbändern aogetchoesenem weissem Qaare, röthlicliem Feldspalh und Olimmer tafeln, welche nach der offenen Centralspalte za, wenn uich cor in der Grösse von 1 bis 1,5 Cm. nnd in einförmigen, so doch sehr schonen und scharfen (gestalten auskrystallisirt iiad, so dass man tief in eine enge glitzernde Drosenspalte biaeinblickt. Wo sich die nicht ganz ebenen, soadern welligen Kr/stallwandaiigen nübern, sind atrahüge Parti een von schwar- lem Turmaliu als locale Aaefnllnng des 8pall«nraames cor AoBbildung gelangt. 162 Geaesia der Kranitiseliea Ofing« des Oru»tU^abi«U and analoge Oangfrebilde aas anderen Gegenden. Ueber die Ge- nesis DüBerer graDitischen Gänge käiiDeii nach alleoi dem oben Gesagten Zweifel nicht mehr obwalten: sie sind hydrochemischen Ursprungs, so gat wie Kalkspath-, Baryt- nnd Qaarc^nge, denn eines Tbeils Steht es fest, dass ihre mineralischen Beetandtbeile Qoter Be- tbeilignng des Wassers von einem Orte sum anderen wan- dern and sich dort neu ansiedeln können, anderen TbeUs be- siUen unsere granitiscben Gange nicbt nur die nlroUcfae Strnctnr, wie die oben genannten Mineralgänge, sondern haben sogar Reste ihres einstigen Lnsnngsmiltela in Form von Flnssigkeitseinscb lassen sufbewnbrt, während von solchen eine« etwaigen glntbflässigen Magmas (also Glaseiern, glasiger oder eniglaeter Zwischendrängnngsmasse) nicht die geringste Spnr vorhanden ist, ebensowenig wie von gewissen Structnr ersehe! - nangen innerhalb eruptiver Gesteinsarten (also von Hikroflii' ctoation nnd spinnen form igen oder farnwedel artigen Mikro- lilhen): sie verdanken ihr Material der Änslangong ihres Nebengesteins, denn sie sind erstens an gaiu be- stimmte Qesteinsarten nnd zwar an den echten Grannlit ge- bunden, während andere Gesteine andere Oangansschei- dungen erteugen; und besitien zweitens sehr ^ewöbnlicb nesterartige Gestaltung, keilen sich mit anderen Worten nach allen Richtnngen aus, können also in genetischer Beaiebang tu aus der Tiefe emporsteigenden Mineralquellen nicht ge- standen haben ; ihre Büduog ist von den Wandungen der Spal- ten ans vor sich gegangen nnd swar durch Aas- krystaltisiren der in Lösung tu geführten GaDg- mineralien und deren nach der Mitte gerichtetes Wachathum, denn wir sehen alle Stadien dieses AnsfaHuogs- 153 rigen Drsprang trotzdem keio Geologe zu bezweifeln wagen därfte. Den unseren ahnlicbe Beobachtungen über granitiacbe Gange sind bereits von anderen Geologen gemacht worden, ond haben diese sn ähnlichen genetischen Schlussfolgerungen gefohrt Nach LosssN*) werden die Sericitgneisse und Schiefer des h'nksrfaeinischen Taunus von Adern , Trumern und fuss- mächtigen Gängen von Quarz, Albit und Glimmer, Serioit oder Chlorit durchschwärmt. Ebenso die palaeozoischen Schichten des Ostharzes**) von gangartigen Rluftausfullungen mit Peldspatb, Quarz und sericitischem Glimmer, welche nicht selten grossere Fragmente und Splitter des Nebengesteins omschliessen, und welche Losbbn naturgemässer Weise als ÄQSScheidungsproducte aus wässeriger Lösung ansieht, Stbbut Hust beschreibt in seinen ^Notes on granitic Rocks^***) zahlreiche, die lanrentischen Gneisse der neueng- liscben Staaten und Canadas durchsetzende Granitgänge z. Tb. mit aasgezeichnet symmetrisch-lagen formiger Anordnung ihrer Gemengtbeile. Manche derselben bestehen aus reinem wasser- bellem Quarz mit eingesprengten zollgrossen Orthoklaskrystallen, andere an den Salbändern oder in der Gentralzone aus Quarz, während Orthoklas entweder eine mittlere oder zwei seitliche Lagen bildet. In ähnlicher Weise kommt Perthit mit Quarz vor. Sehr gewohnlich ist die Combination von Orthoklas, Qoarz, Magnesiagliromer und schwarzem Turmalin, denen ^ich »weilen Zirkon, Granat oder Chrysoberyll zugesesellen , — ferner die von rothem Orthoklas und dunkelgrüner Hornblende mit etwas Magneteisen. Feldspath, Quarz, Glimmer, Horn- blende und Turmalin bilden fast überall die vorwaltende Gang- masse, in dieser stellen sich jedoch mehr oder weniger häufig noch folgende Mineralien ein: Amblygonit, Spodnmeo, Beryll, Zu-kon, Rotil, Columbit, Idokras, Granat, Apatit, Bpidot, Ti« tanit, Allaoit, Sahlit, Yttrocerit u. a. Für die Quarze dieser Gänge sind ihre abgerundeten Kanten und Ecken charak- •) Diese ZeitBcbr. 1867. pag. 567, 578; 662. ♦*) Diese Zeitachr. 1869. pag. 312, 313, 314, 315, u. 1872. pag. 731. •^•) Americ. Journ. 3* Series. 1871. Vol. I. pag- 82 u. 182; sowie 1871 VoL m. pag. 115. 154 teriatiscb, eine Erscheinung, die sich in den analogen Gang- gebilden Elbas wiederholt. Als interessante Beispiele symmetriscb-lagenformiger Glie- derung der nordamerikanischen Gänge mögen neben dem be- reits erwähnten zonenweisen Wechsel von Quart und Orthoklas hier folgende Vorkommnisse angeführt werden: Beiderseitige Lagen von gelblichem Orthoklas mit quer auf den Wandungen stehenden Bändern von schwarzem Glimmer, Centralzone aus Schriflgranit (Biddeford); — randliche Zonen von Apatit und Kalkspath, Gangmitte rother Orthoklas und grüner Apatit (Burgess); — Salbänder von Hornblende, mittlere Hauptzonc von Apatit, in dieser eine Centrallage von Orthoklas und Quarz (Ontario). Apatit sowohl wie Glimmer sind oft an den Salbändern angeschossen und reichen nicht selten durch die randliche Gangzone bis in die Gangmitte, ähnlich wie wir es vom Gangglimmer des sächsischen Granulitgebiets beob- achtet haben. Centrale Drusenspalten sind gleichfalls nicht selten. HüHT kommt, wie bereits in der Geology of Canada*), zu dem naturgemässen Schluss, dass diese granitischen Gänge wässerigen Ursprungs und wie die Erzgänge in Spalten- räumen durch allmälige Auskrystallisirnng aus Losungen zur Entstehung gelangt seien. Zur Unterscheidung von den erupti- ven Graniten nennt er sie „endogen*^ Ebenso wie die nordamerikanischen, so ähneln die gra- nitischen Gänge von San Piero auf der Insel Elba in vielen Beziehungen denen des sächsischen Granulitgebiets. O. vom Rath beschreibt sie in seinen „geogn ostischen Fragmenten aus Italien"**) in gewohnt trefflicher Weise. Diese nach Tausenden zählenden Gänge von Turmalin- fuhrendem Granit setzen in normalem Elbagranit auf, laufen indessen zuweilen in die Schieferzone hinein, welche das Granitraassiv umgürtet. So lange letzteres ihr Nebengestein bildet, sind sie mit diesem fest verwachsen und zeigen nur in ihrem Innern unregelmässig gestaltete Hohlräume, — von den Schiefern jedoch sind sie z. Tb. durch Klüfte getrennt, auf deren Wänden Sphen, Albit und Turmalin auskrystallisirt *) Geology of Canada 1863. pag. 476 u. 644. **) Diese Zeitachr. 1870 pag. 644 flf. 155 erscheiDeo. Sie streichen bei steilem Pailen ziemlich constant von N. nach S. oder von SSW. nach NNO« and bestehen im Wesentlichen aus Orthoklas, Quarz, Magnesiaglimmer und Lithionglimmer. Allen gemeinsam ist ihr Reichthum an Tur- maliD von den verschiedensten Farben. Biseoglauz, Granat, Beryll, Zinnstein, Petalit, Castor, Pollux und Pyrrhit sind die übrigen , mehr oder weniger seltenen Gangmiueralien. Worauf aber ihre Analogie mit den granitischen Gängen des fticfaaischen Oranulitgebiets beruht und was G. vom Rate zu ähnlichen Schlüssen über die Genesis dieser Turmalingranit- gäoge von Elba fuhrt, sind ihre Structurverhältnisse und die Wachathuroserscbeinungen der gangbildenden Mineralien. So stellt sich gewohnlich eine mehr oder weniger deutliche sym- metrische Anordnung der Gemengtheile ein, welche Herrn yom Rate ao die Mineralgruppirnng gewisser erzführender Gänge erinnert, und welche sich darin ausspricht, dass an den Sal- biodern gewohnlich schwarzer Turmalin auftritt, auf welchen Dach der Mitte zu ein grobkörniges Gemenge von weissem Orthoklas and Oligoklas mit Quarz, fast immer in scfariftgranit- artiger Verwachsung folgt, dem sich ebenfalls schwarzer Tur- malin zugesellt. Ein 16 Gm. machtiger Gang zeigte an beiden Salbändern ein Gemenge von weissem Orthoklas, Quarz und viel schwarzen Glimmerblattchen ; weiter gegen das Innere des Ganges zu nimmt der Glimmer die Form linearer Bänder an, 'Welche quer gegen die Gangfläche gerichtet sind. Auf diese raodlicbe, 8 Cm. breite Lage folgt jederseits eine etwa 2 Cm. dicke Zone von weissem Schriftgranit, den inneren 2 bis 5 i-'m. mächtigen Oangranm erfüllen ganz oder theilweise Krystalle ^on Feldspatb, Quarz, Turmalin und Lithion - Glimmer. Bei gröaserer Mächtigkeit der Gänge wiederholen sich derartige Zonen symmetrisch zu mehreren Malen. Zeigen sich, wie gewöhnlich, in der l'entralzone des Ganges spaltenartige Klüfte oder Höhlungen , so erscheinen die obengenannten Mineralien io prachtvollen freien Krystallgebilden. Nach G. VOM Rath ist die Erklärung dieser Granitgänge von Elba als instantane Injectionsgebilde, als „Nachgeburten (ierselben Oranitformatiou, in derem Bereiche sie vorkommen'^ (Naükabb) auf das Bestimmteste ausgeschlossen. Er deutet fiie vielmehr als Absätze aus Losungen, welche aus der Tiefe der Erde emporgefnhrt wurden , nicht aber aus dem 156 Nebengestein stamnien sollen. O. vom Rath verhehlt sieb jedoch nicht die Bedenken, welche sich gegen eine Verallge- meinerong der zweiten Hälfte dieses Schlosses z. B. an solchen Punkten erheben, wo wir ringsgeschlossene, mit der Erdtiefe also nicht in Zusammenhang stehende Nester aod Drosen von gleichem mineralogischen Charakter, wie die oben beschriebenen antreffen. Der Bonner Geologe bezeichnet die Granitgänge von S. Piero, deren kurze Schilderung wir gegeben, als zu den wichtigsten und schwierigsten Problemen der Geologie gehörig und constatirt die grosse Analogie, welche zwischen ihnen und gewissen Gängen von Ghesterfield und Ooshen in Masss- chosetts, sowie solchen von ßrevig und Oulsvik im südlichen Norwegen herrscht. An letzt genannter Localitat wird der dort herrschende Gneiss von unzähligen Gängen des herr- lichsten , grobkörnigen Granits durchsetzt. Dieselben haben einen ausserordentlich unregelmäasigen Verlauf, sie winden sich bald hier, bald dorthin, schwellen an, schnüren sich zu- sammen, umschliessen Fragmente des Nebengesteins and sen- den Apophysen in letzteres. Viele von ihnen erhalten dadurch einen symmetrischen Bau, dass glimmerreiche Zonen mit solchen von Schriftgranit abwechseln, während andere eine sphärische Structur besitzen, indem sonnenartige Glimroer- roassen von kreisförmigen Zonen von Schriftgranit hofartig umgeben werden. Auf Grund rein theoretischer Betrachtungen, also auf ganz anderem Wege wie vom Rate und Huht, gelangt Pfaff in seiner „Allgemeinen Geologie als exacte Wissenschaft^^ t^ gewissen die Granitentstehung betreffenden Schlüssen *), welche einige Berührungspunkte mit den unsrigen haben. Nachdem Pfaff in naturgemässem Anschluss an die Auffassung vieler Geologen die sedimentären Lagergranite (Granitgneisse) der laurentischen Schichtenreihe von den durchgreifenden Gang- und Stockgraniten getrennt hat, macht er eine Anzahl Einwarf« sowohl gegen die rein pyrogene, wie gegen die hydatopyro- gene Entstehungsweise des Ganggranits geltend und unterzieht die Auffassung dieses Gesteins als Spaltenansfnllung durch Absatz aus wässerigen Losungen einer Kritik, ohne jedoch ■ ■ . I. Li* •) 1873 pag. 179. 157 mit den einschlägigen Arbeiten von Hunt (1863, 1864, 1871) Qod VOM Rath (1870) bekannt zu sein. Bratens habe diese bydrochemische Theorie weder chemische noch physikalische Bedenken, da es ein Factum sei, dass die Mineralgemenge des Granits sich aas wässeriger Lösung bilden können, 2) die sonst nicht erklärliche Granitbildung in feinsten Aederchen sei dann sehr natürlich, 3) die bald vorhandene, bald fehlende der Ein- wirkung des Granits zugeschriebene Contactmetamorphose be- reite dieser Theorie nur geringe Schwierigkeiten, 4) wir seien im Stande, die Bildung der vom Granit eingenommenen Spalten- riame auf die wegführende Thäiigkeit des Wassers zurncksu- führen, während eine gluthflussige Masse durch Druck sie nicht erzengen könne, — letzteres eine Theorie, gegen deren Zu- mutbung sich viele Geologen mit Recht verwahren werden. Sind wir auch entfernt davon, uns den Ansichten Pfaff's IQ dieser Verallgemeinerung ansuschliessen, so viel geht doch aus Beobachtungen auf deutschem, italienischem, scandina- Tiachem and amerikanischem Boden hervor, dass gewisse Granitgänge wässerigen Ursprungs sind. S. ttage vra tepuAt In Vergesellschaftung mit den granitischen Gängen durch- schwärmen solche von Pegmatit den normalen Granulit. Obwohl nach der mineralischen Beschaffenheit ihrer wesent- lichen Gemengtheile nichts anderes als grosskornige Modifica- tionen Kaliglimmer- führender Granite, bieten sie doch in ihrem Reicbthom an accessorischen Bestandtheilen, in ihren Structur- verbältnisseo und Wachsthnmserscheinungen Abweichungen von den beschriebenen Graniten, welche es wänschenswerth machen, sie gesondert von diesen zu behandeln. Trots ihrer Häufigkeit stehen sie doch an Zahl den gra- nitischen Gängen stark nach, jedoch nur um sie an Mächtigkeit bei Weitem zu übertreffen. Diese kann 2,5 bis 3 Meter er- reichen, wenn sie sich auch meist auf etwa 0,5 bis 1 M. beschränkt. In der Richtung ihres Streichens und Fallens herrscht keine Gesetzmässigkeit, — ihre Längenansdehnung scheint meistentheils keine sehr beträchtliche zu sein. Die wesentlichen Gemengtheile dieser Pegmatitgänge sind Orthoklas and Quarz, denen sich fast stets Turmalin, Kali- glimmer und Albit zugesellen. 158 Orthnklaa and Albit. Der Ortho Uu lüs pegmati- tischer G«meDgtheil beaiUt fast stets fleiBcfarothe Farbe, in sehr gewöliDlich vod Quan scbnftgraDitiBcb durcbwacheen and bildet eatweder unregel massig geatattele , dann bis kobikfoBa- grosse, oder dick tafelförmige bis 10 fm. lange lodindaen. welche nicht selten nach dem Carlsbader Gesette rerwachsen sind, und deren Form , ebensowenig wie die Spsltbarkeit der uoregelmiesigen Ortboklasklumpen, durch die sie achriftgrani- tisch da rcbscbi es senden Qnane gestört wird. Die Formen der Kristalle, in Qeatalt welcher der Drthoklaa ans der pegmati- tiachen Gesteinamasse in die Drnaenränme hineinragt, sind aaaserordentlicb einfach; meist sind nar T, Itl, x und P rer- (retea, ähnlich wie es bei den Peldapatben der graniliacben Gänge der Fall ist. Das Ortbopioakoid triit verbällitiaamäsaig aiemlich bänfig auf. Die Endfläche y hingegen ist unr eelten neben x «ngedcatet, bei Carlsbader Zwillingen gar nicht ent- wickelt. Von solchen nach dem Barenoer Geseta li^ nnr ein einiiges etwa 7 Cm. hohes Exemplar Tor, desaen eigen- tfaSmltche OberflächeDbeachaffenbeit uns später beschäftigen soll. Ebenso wie die als Beslandibeile dea Pegmniits auftre- tenden Orlboklaapartieen , sind auch die in Druseoräame ra- genden und bier aar Krystallbildang gelangten Feldapätbe fust Biets in ihrem Innern schriftgranitisoh ron Quaralamellen durchwachsen; jedoch reichen diese nur selten bia aur Ober- fläche, beschränken aich vielmehr auf den Kern, so daas in der Nähe der Flächen meist reine Feldspathaubstani vorhanden iai, — gans äbolich wie es s. B. -Stbrno*) von Harabnrger Orthoklasen beschreibt. Schon bei Besprechung der granitiscben sowie der Ortho- klas - Quan - Gänge des Granulitgebietes haben wir (Seile 117, 128 u. 146) aof einen gewissen ZereetenngBprocess des Ortho- klaaea aufmerksam gemacht, dem zu Fojge der letalere aich schliesBlicb in lauter der Hauptaxe und Ortbodia- donale parallele Lamellea trennt, während gleich- seitig Albitneubildungen vor sich gehen. Die näm- liche Erscheinung tritt ans noch viel deutlicher und häufiger an den grossen Orthoklasen der Pegmatitdrusen entgegen. Dann ist ibre Basis und ihr Uemidoroa mit tiefen, der ') N. Jahrb. fBr Miner. 1871. psg. 719. 159 RiDte P:x parallelen, furche d artigen £inBcbnitt«ii retBeh«a, ihre .Seitenflächen erscheinen vertical gereift, kleine Schuppen tmi Kaliglinimer, D&menllich aber Kryatällchen von Albit wacliaeD iwiachen den auf diese Weise entatehenden Lamellen hervor und erheben sich kammförmig über die urspruDglicben KIkhen ihres Mutterkrystalla. Um SU coQBtatiren, ob diese mit Albilbilduug verbundene lunellare Zerseliuug des Feldspatba durch eine parthitäbn- liche Verwachsung von Orthoklas- und Albit- lamellen und eine später eintretende Auslaugung der letiteren bedingt sei, warde u. a. aus einem der Basis parslleleu Spaltungsstück eines auf seiner Oberfläche bereits lief gereiften Orthoklaskrystalls aus der Druse eiues fegmatits cao Göppersdorf ein Dünnschliff gefertigt und untersaobt. ! Bereits bei Betrachtung mit der Lupe zeigte dieser eine Zu- sammeu Setzung aus abwechselnden zarten klaren und breiteren I Irüben Streifen von schwach welligem, im Wesentlichen anter sieb ond der Uorizontalkante von oP parallelem Verlauf. L'nler dem Mikroskop ergab es sich, dass die Undurchsicbtig- . keit des einen Theils dieser Lamellen davon herrührt, dass . sie eine Unzahl ausserordentlich kleiner, unregelmässig gestal- ' teier Einschlüsse bergen, die in lauter der P:x-Kante parallele ' ZoaeQ angeordnet sind. Ziekbl beschreibt*) streifige Ortho- klase, deren anscheinend perlbitartige Verwachsnng mit Albit iich hei mikroskopischer Untersuchung auf eine derartige lonenweise Trübung durch mikroskopische Poren und Läpp- chen redncirte. Sind nun auch die abwechselnden Feldspatb* luQeo unserer Schliffe durch solche fremde Einschlüsse ver* nDreiaigt , so ergiebt sich doch bei Anwendung der Nipols direct, dass die dazwischen liegenden klaren Feldspathzonen iaäetB gefärbt erscheinen als die getrübteo. Da sie gegen ielaiere an Breite zurücktreten, erblickt man das Gesichtsfeld auf einfarbigem Grande von zarten, schwach welligen, bald käneren, bald längeren anders gefärbten Scbmitzen und Bän- lierD gestreift. Wir haben es demnach hier mit einer Ver< vacbsuQg von verschiedenartigen Feldspalhlamellen zu tbuu. Dui es die klaren schmäleren Zonen sind, die aus Albit 160 MOS der Uebereiustimmung ihrer Gestalt und ihres VerlaofeB mit den oberflächlichen Auswitterungsrurvheo des betreffenden Feldspalhkrjstalls hervor. Vollkommen sicher gestellt wird die Albitnatur der eiu- gescbalteten larten Lamellen durch einige andere Vorkomm- oisse. Die Drusen innerhalb eines dorch Babnbauten auf- gegcblosBeuen metermächt igen PegmalitgangeB an dem linken Gehänge des Muldelbals Ewiacben Friedemanns Klippe ond Rochsburg waren ausgekleidet von grossen Ortho kl askrystallen, deren P:z-Kaute 8 bis 12 Cm. maass. Sie ragten unter spitzem Winkel aus den Dm sen Wandungen und swar wiederum in einer solchen Stellang, dass die Basis den letiteren, x hin- gegen dem offenen Drusenraom zugewandt war, wie wir dies bereits an den Orthoklasen der granitiscben Gänge als Regel kennen gelerot haben. Ausser den genannten beiden Gnd- ßäcben ist nur noch das Klinopinakoid und das Prisma aus> gebildet, so dass wir Feldspäthe des einfachsten Habitus vor uns sehen. Ihre Oberfläche bietet uns die Erscheinung lamel- larer .Auslangung in einer aussergewÖhnllcbeu, der Grösse der Individuen proportionalen Deutlichkeit dar. Bis sur Höhe von mehreren Millimetern ragen die stehengebliebenen Ortbo- klaslamellen über das Niveau, bis zu welchem die Zersetxong der übrigen Substanz bereits vor sich gegangen ist, hervor, so dass die 50 bis 100 Cm. grossen Flächen von einer tiefen und dichten, schwach welligen Furchung bedeckt sind, welche, wie immer in solchen Fällen, in ihrer Hauptrichtung parallel den Kanten des Orthopinakoids verlänft. Dünnschliffe von S pal tun gs stucken parallel oP zeigen zwischen den Orthoklas in orthopinakoidiscber Lage eingeschaltete, langgezogene, flach- wellige Streifen , kurze Schmilzen und spitzkeilförmige Bänder von Albit in überraschender Frische, welche zugleich die deut- lichste Erhaltung deren Zwillingsstreifnng bedingte. Natürlich ist diese in rechtem Winkel auf die Längen erstreckung der einzelnen Lamellen - Querschnitte gerichtet, da jeder dar letz- teren einer schmalen, uarerbältnissmäesig in die Breite ge- zogenen P-Fläcbe entspricht. Diese plagioklastlscbe Streifuog tritt im Dünnschliff des oben beschriebenen kleineren Ortho- klases von Göppersdorf aagenscbeinlicb deshalb nicht hervor, weil derselbe von seiner allseitig der Verwitterung exponirten »* 161 Oberflache aas bereits bis in sein looeros bineio von dieser gelitten hat. Herr Dr. yon Mbtbr hatte die Gefälligkeit, durch Herrn ScHWABTZ eine Analyse des im Dannschliff perthitartige Ver- wacbsQDg seigenden Feldspaths von Rochsborg aasfähren zu lassen. Dieselbe ergab folgende Resoltate: b. Mittel*) SiO, Ai.O. CaO K,0 MgO a. 64,65 19,82 0,41 19,44 0,20 14,15 2,05 64,65 19,63 0,30 14,15 2,05 Ca = 0,214 K -=. 11,72 Na=: 1,52 Dividirt durch die Atomge- wichte . . 0,0054 . . 0,3005 . . 0,0661 Spur — — 100,78. Eutsprechend dem Atomverhältniss Ca : K : Na 0,0054 : 0,3005 : 0,0661 oder 1 : 55,6 : 12,2 ttärden mit 13 Molekülen kalkhaltigen Natron feldspaths etwa 56 Molekale Kalifeldspath verbunden sein.« Halten wir dies Ergebniss zusammen mit den Resultaten der mikroskopischen Unsersuchung, so geht daraus hervor, dass unser „Orthoklas*^ ADS einer pertbitartigen Verwachsung von etwa 4 Theilen Orthoklas und 1 Theil Albit besteht. Ausser den beschriebenen Krjstallen wurden noch Feld- »pätbe aus dem Rochsburger Pegmatite selbst, also nicht frei ausgebildete Individuen, sondern eigentliche Gemengtheile dieses Gesteins mikroskopisch untersucht. Auch bei ihlien zeigte sich eine perthitartige Verwachsung von Orthoklas und Aibit, sowie ebenfalls eine sehr deutliche Zwillingsstreifung der Albitlamellen. Eine weitere interessante Erscheinung, welche diese sämmt- iichen Schliffe, jedoch nur stellenweise bieten, ist die der netz- artigen Durch wacbsung des Orthoklases von Seiten des AI- bits in einer an die von Krbischeb und Stblzrbr beschriebenen Pegmatolithe von Arendal erinnernden Weise. An einzelnen *) 8iebe Anmerkung auf Seite 148. 2«iu. d.D. |mL Gm. XXVIL l. 11 163 dem Nebengedtein tritt eine Spaltung und ludivi* daalisirong des kalkhaltigen Natron fei dspathea und des Kalifeldspathes und bei gleichzeitiger Wiederausscbeidung eine gegenseitige Dnrchwach- SQog beider ein. Ferner ergiebt es sich, dass dieFurchnng aof der Oberfläche dieser Feldspätbe das Resultat beginnender Auslaogung der ktmellar zwischen den Orthoklas eingeschal- t«teD Albitsubstanz ist. Noch muss hinzugefügt werden, dass die sich einstellende Fnrchung zugleich die Zersetzung des zarnckbleibenden Orthoklases einleitet und beschleunigt, wes- halb die ursprünglichen den Albitschmitzen entsprechenden larten Einschnitte sich auf Kosten der Orthoklassubstanz bald verbreitem. Derartige Auslaugungs- und Zersetzungsfnrchen auf den Flächen der Feldspathkry stalle geben vorzuglich bei Zwillings- bildnngen der letzteren Veranlassung zu recht auffalligen und der Erwähnung werthen Erscheinungen. So sind an dem oben erwähnten, etwa 7 Cm. langen Bavenoer Zwilling, wenn man die vier Flächen P und M vertical und zwar die beiden P nach hinten stellt, die beiden letztgenannten Flächen horizontal ond die beiden vornliegenden M - Flächen schräg nach vorn geneigt gereift, während das obere Ende des Erystalls da- durch kastenartjg aus lauter zarten Lamellen aufgebaut er- scheint, dass die jeder Zwillingshälfte angehörigen, naturlich rechtwinklig aufeinander stehenden Reifen auf x und T, in der Zwiliingsnath aneinander stossen. Daaa die zarten, fast lineai'en Flächen, welche die der Basis eines einfachen Feldspaths zugehörigen Lamellen nach oben begrenzen , mit dieser , also mit o P spiegeln , ist selbst- Terständlich , sind sie doch nichts als durch Einschnitte ge- trennte Partieen dieser letzteren. Dahingegen fällt es im ersten Aagenbliek sehr auf, dass die Lamellenendflächen, welche dem Uefflidoma z angehören , ebenfalls in der Richtung der Basis oP liegen und gleichfalls mit dieser spiegeln, also keine stehen- gebliebenen von der Zersetzung verschonten Theile der Fläche x «ind, wie man es hätte erwarten sollen. Es ergiebt sich viel- mehr, daas diese zarten glänzenden Flächen nur Spaltungs- flachen und dadurch entstanden sind, dass die scharfen hori- zontalen Endkanten der Lamellen, gebildet von der durch Aaslangung des Albits hervorgebrachten Orthopinakoid- und 11* der UTsprnD glich eo HemidomaSicbe x, aof dem Huiptblitter- darchgang abbrachen. lo Folge davon trat aa Stell« ihrer 165 von Kaliglimmer, welche sich ausserdem bereits in den von diesen Hohlraamen ausgehenden Rissen angesiedelt haben. Eodlieh kann auch die Albitsubstanz verhältnissmässig grossere Wanderungen antreten und sich in Drasenräumen oder KluflLeo ganz unabhängig von den das ursprüngliche Material liefernden Feldspäthen in Form mehrerer Millimeter bis Centi- meter dicker Krystallkrusten auf der Oberfläche von Quarzen oder frischen Orthoklasen ansiedeln. Die auf solche Weise gebildeten Krystalle übertreffen den parasitisch auf seinem Muttermineral wuchernden Albit sehr beträchtlich an Grosse und sind nicht selten mit Quarz schriftgranitisch verwachsen. Aus der Nähe von Rochsburg liegen Albitkrystalle von 1,5 bis 2 Cm. Hohe und Breite vor, an welchen die Flächen oo P, >:Pao, oP, Poe und P in grosster Schärfe entwickelt sind. Die Zwillingsbildung hat immer nach dem JSrachypinakoide stattgefunden. — Zuweilen haben sich auf den frischen Bnd- flächen oP des Orthoklases kleine Albite angesiedelt. Die- selben besitzen dann in Folge nnverhältnismässig starker Aus- bildung von oP eine ausserordentlich flache Tafelform, deren Umgrenzung von den sehr zarten Flächen des Prisma, Brachj- pinakoid und der hinteren Endfläche z bewirkt wird. Diese Täfelchen sitzen nun auf oP des Orthoklases in der Weise dachziegelartig auf, dass die Px - Kante der kleinen Albite derjenigen des grossen Orthoklaskry Stalls parallel läuft, soweit dies bei der Ungleichheit der Axenwinkel überhaupt mög- lich ist. Die Zersetzung des pegmatitischen Feldspaths kann jedoch Doch in einer anderen als ausschliesslich auf Extraction und Neubildung der Albitsubstanz hinzielenden Richtung vor sich gehen, indem sie auf .eine Umwandlung des Ortho- klases in Kaliglimmer hinwirkt. Wir haben zwar bereits diese beiden Vorgänge vereint an einzelnen Krystallen der Orthoklas-Quarzgänge beobachtet (Seite 118), ja gesehen, dass Albitextraction und Zersetzung des Orthoklasresiduums zu Glimmer und Quarz Veranlassung zu selbstständigen Gangbil- dongen gegeben hat (Seite 120); ans dem Pegmatit jedoch liegen besonders instructive Fälle vor, an denen man die Psendomorpboairung des Orthoklases zu Glimmer und Quarz ZQ verfolgen im Stande ist. Das unserer Beschreibung zu (irunde gelegte Orthoklasindividuum, durch Vorwalten von P and M zd einer repUmgulireo Saale gesUJtet, b^l eioe Länge von gegen 6 und eine Breite und Diche von 3 Cm. Der 167 auf dem oberen rbomboedrischen Bude eines 2,5 Cm. starken und gegen 5 Cm. langen, scbwarsen Turmalinprismas aufsitzt. Erbalten ist nur wenig mehr als der in der Turmalinmasse iDDesitiende Tbeil des Feldspatbs, der Rest hingegen in Folge xersetzender BinflSsse verschwanden. Letztere haben sich selbst bis in die noch nbrig gebliebene Partie des Orthoklases hioein geltend gemacht, so dass diese ein zerfressenes, löche- riges Aussehen erhalten hat. Die verschwnndene Orthoklas- 8abstaqs aber ist an Kaliglimmer geworden. Dieser aberzieht die vollkommen onverletsten, stark glänzenden Turmalinflächen in einer so charakteristischen Weise, dass seine genetische Abbangigkeit von dem Feldspathindividaum unverkennbar ist. Der Kaliglimmer ist nämlich auf denjenigen Theil der Turmalin- flachen beacbrankt, welcher den zerfressenen Orthoklas un- mittelbar umgrenzt, zieht sich aber von hier aus noch in die- jenigen durch Verwachsung mehrerer Prismen entstandenen Vertikalrinnen hinab, welche anf den sich zersetzenden Feld- spatb treffen. Man kann sich hieran ganz deutlich vergegen- wärtigen, wie der aus der Zersetsang hervorgehende mineralische •Saft, ans welchem sich der Kaliglimmer bildete, in jenen Rinnen an dem Tarmalin hinabgelanfen ist. Derartige Qlimmerbildungen auf Kosten der Orthoklas- substanz stellen sich nun nicht nur bei frei ausgebildeten Krystallen, sondern noch viel hanfiger bei den unregelmässig umgrenzten Feldspathpartieen des pegmatitischen Aggregats ein. Jede Spaltungs - und Kluftfläche solcher Orthoklase er- scheint von einem Deberzug zarter Kaliglimmerschüppchen wie angebaucht, — auf den Sprüngen, von welchen jene durch- zogen werden , haben sich lichtgrane glänzende Glimmerblätt* cheo und radialblättrige Rosetten dieses Minerals angesiedelt, — die schmalen Klüfte haben sich gangartig mit blätterigem Glimmer ausgefSllt. Von ihnen aus hat sich die Zersetzung beiderseitig weiter ausgebreitet, so dass quer durch den Ortho- Uas oder bis tief in denselben zellig • löcherige Zersetznngs- lonen von Glimmerbläitcben und mulmigem Bisenoxydhydrat, dieses mit kleinen Körnchen und Krjställchen van jungem Quarz hineinreichen. Hier finden wir demnach die den Alkali- silikaten durch Zersetzung zu Carbonaten entführte Kieselsäure als Quarz, sowie den Bisengehalt des Orthoklases als Bisen- ocker wieder. 168 Von dem Qaars als eigeatlichem Oemengiheil des Peg- matits lässt sich nur erwähnen, dass er entweder milch weisse, raacbgraue oder fast ganz wasserhelie Partieen von Noss* bis Kopfgrosse bildet, welche reich an mikroskopischen Flassig- keitseinschlüssen sind. Stellenweise kann er ancfa als bei Weitem vorwaltende Ansfallungsmasse der Gänge auftreten^ in welcher dann Orthoklas und Tarmalin als isolirte Indivi- daen eingesprengt sind« Seine Krystalle e. Th. tief raocbgrau, z. Th. tief schwarz gefärbt, erreichen Centnerschwere ood mehr als Fasslänge, sind jedoch meist von ziemlich einför- miger Gestalt und besitzen vorwiegend nur die Flächen von Prisma und Dihexaeder, seltener ausser diesen noch diejenigen eines sehr spitzen Dihexaeders. Sämmtiiche Flächen sind sehr häufig von Eisenoxjdbydrat oder jüngerem Quarz-, Feld- spath- oder Glimmergebilden überzogen, oder sonst rauh und matt. Nicht ungewöhnlich und zwar dann fast stets in Combi- nation mit den Flächen eines sehr spitzen Rhomboeders treten grosse, matte und zwar bald linke, bald rechte Trapez- flächen auf (so in den pegmatitischen Drusen von Waldheim, Goppersdorf, Friedemanus Klippe, Wolkenburg, Penig), ja es kann vorkommen, wie bei Goppersdorf, dass von zwei be- nachbarten Quarzen der eine linke, der andere rechte Trapez- flachen aufzuweisen hat. Gewöhnlich sind die beiden Rhom- bo€der R ziemlich gleichmässig, sehr selten nur die Flächen des einen entwickelt. In einem solchen Falle treten unter den drei R- Flächen und den drei dazwischen liegenden Kanten 6 matte Flächen zweier sehr spitzer RhomboSder und 6 grosse rauhe Trapezflächen auf. Das Vorkommen der letzteren am Quarze turmalinfuh- render Pegmatitgänge ist keine besonders auffällige, ja voll- kommen normale Erscheinung, wenn wir in Betracht ziehen, dass die Paragenesis des Quarzes mit Turmalin, Kaüglimmer, Apatit und Topas an vielen anderen Fundpunkten ganz regel* massig das Auftreten von Trapezflächen bedingt. Aus dieser Constanten Verknüpfung zog Stblznbr*) den Scbluss, dass wenn Quarz in Gegenwart von fluor-, chlor- und borhaltigeo Verbindungen auskrystallisirte, diese letzteren die Veranlassung *) N. Jahrb. f. Miner. 1871. pag. 4d u. 49. 160 2Qr Eotwicklong des trapezoSdrischen Habitos des Quarzes gewesen seien, — eine Folgerung, welche ich um so freudiger acceplirie, als ich durch Experimente dargethan hatte, dass die Ktystallgestalt des kohlensauren Kalkes durch gewisse fremdartige Beimengungen zu ihrer ursprünglichen Losung beeinOnsst werde.*) Nach den Beobachtungen Stblzner^s an analogen QaarzTorkommnissen war die Folgerung eine gerecht- fertigte, dass auch die stets mit Fluor- und Borsäure- haltigem Turmalin, mit Pluor-haltigem Kaliglimmer, zuweilen mit Topas aod Apatit vergesellschafteten Quarze der Pegmatitgänge des sächsischen Granulitgebirges unter dem Einflüsse des Fluor-, Bor- und Chlorgehalts der Mineralsolutionen , aus welchen ausser dem Quarze die genannten Drusenmineralien anskrystal- lisirten, ebenfalls Trapezflächen entwickelt hätten. Im AlJge- meinen betrachtet, entsprechen die Kr jstall Verhältnisse der Quarze innerhalb der beschriebenen und noch zu beschreiben- den Gänge diesen Schlussfolgerungen. Die Quarze der Ortho- klas - Quars - Gänge zeigen keine Trapezflächen, ebensowenig diejenigen der turmalinfreien Granite, dahingegen sind die betreffenden Flächen vorhanden an dem Quarze des turmalin - führenden zelligen Granits von Markersdorf, sowie an dem Rauchtopaa und lichten Quarz der turmalinreichen Pegmatite. Fassen wir jedoch statt dieser Gruppen Einzelindividuen ins Auge, so stellen sich Abweichungen von der anscheinenden Regel ein. Es ergiebt sieh nämlich, dass in den Pegmatit- gangen neben den trapezoMrischen Quarzen solche ohne Trapezflächen viel häufiger sind, ferner dass selbst an mit Turmalinkrystallen verwachsenen und augenscheinlich mit ihnen gleichalterigen Quarzen die betreffenden Flächen nicht immer, vielmehr aar in vereinzelten Fällen zur Ausbildung gelangt sind. Schliesslich sei noch einiger interessanter Wachsthums- erscheiaaogen des Quarzes gedacht. So wuchsen eine Anzahl von Qnarskrystallen von einer Drusenwandnng aus auf die gegenüberliegende zu und stiessen hier auf die Prismenfläche eines grossen Orthoklases. Die Pyramiden der Quarze, in ihrem Fortwachsen in der Richtung der Hauptaxe verhindert, verwendeten nun die ihnen zuströmende Kieselsäure-Solution zu ihrer allmäligen Ausdehnung in die Breite, indem sie zu *) Jonrnal für practische Chemie 1870 Bd. II. pag. 1. 170 einer Saale anwuchsen , welche sobrag an der Prisoienfläcbe des Orthoklases abschneidet. Diesen Vorgang siebt man sehr deutlich an zwei in ihrem Wacbsthum etwas zornckgebliebeneo Quarzen illustrirt, welche mit ihrer Spitze gerade gegen die Feldspathflache stossen und bereits begonnen haben, den Raum zwischen ihren Fyramidenflächen und dem quer davorliegenden Orthoklas auszufüllen und dadurch die Pyramide zur Säule za gestalten. Ganz analog ist die Erscheinung, dass eine Anxabl Quarze einen Ortboklaskrystall palHsadenartig umstanden haben und dann seitlich zu einem einzigen Individuum miteinander ver- schmolzen sind, dem die Spitze noch fehlt und dessen centrale Axe von dem Feldspath eingenommen wurde. In Folge ein- getretener Kaolinisirung ist letzterer fast volUtändig ver- schwunden, so dass man in eine seinen einstigen Umrissen entsprechende Höhlung hinein blickt. Von der Ansiedelung jüngerer Quarzgebilde auf alteren Quarzkrystallen liefern einige grosse dunkele Rauchtopase von Friedemanns Klippe instructive Beispiele: Durch Ver- witterung des Orthoklases, auf dem sie froher festgesessen hatten, waren Tbeile dieser ihrer A ufwachsfläche frei geworden, auf welchen sich nun ein Inctustat von weissem, gelblich irisirendem jungem Quarz ansiedelte. Obwohl nun dieses die Form eines ununterbrochenen Ueberzuges von homogener Quarzmasse besitzt, ist es doch an seiner Oberfläche zu lauter unter sich parallel stehenden KrystalJ flachen und Flächen- gruppen ausgebildet. Wo die unregelmässig verlaufende, jetzt blossgelegte Aufwacbsfläche zufälliger Weise fast senkrecht steht, ist sie durch den Quarznberzug zu einer Prismenfläcbe ausgebildet; wo sie schräg zur Hauptaze des alten Uanpt- krystalis verläuft, ist die incrustirende Lage von jungem Quarz zu lauter gleichzeitig spiegelnden Pyramidenfiächen oder Flächen- paaren ausgebildet; schneidet sie die Axe flach, so erheben sich auf ihr treppenformig oder dachziegelartig übereinander emporragende Pyramidenspitzen, — kurz das Incrustat ist als ein im Wacbsthum begriffenes Quarzindividuum zu betrachten, welches schliesslich einen normalen, von geschlossenen Flächen begrenzten Krystall bilden wurde, trotzdem es augenblicklich in gegen hundert Krystallspitzen ausläuft. Die Abstammung der jungen Krystall Substanz ist offenbar in den durch Kohlen- 171 saore theiiweise ca Carbonaten xerseUteo benachbarten Ortho- klasen au soeben. Der T u r m a 1 1 n beeitat als Qeroengtbei) des Pegmatita 8teta eine achwarae Farbe. In bleiatift- bis an mehreren centimeter-, ja armdicken, glänzend schwaraen Säulen durch* scbieaat er den Qoara und Feldapath , ist also eher als beide zur Anakryatalliairuog gelangt und bildet fast ateta radial- atrahlige Bunde]. Zuweilen sind die Säulen gebogen, geknickt oder in aahl reiche Querglieder gebrochen, welche durch weiaaen Qoara wieder anaammengebeilt aind. In Druaenräumen ist der Tormalin anakrjetalliairt, zuweilen an beiden Enden frei aus- gebildet und zeigt dann die gewöhnlichen, auch von Fbbrzsl*) aufgezählten Combinationen. Die Kaliglimmer mancher Fegmatito , sowie einiger Turmalingranite und grobkryatHlliniachen Granite unaerea Ge- bietea aind nicht selten dnrch die eigenthumliehe Feder- streifung anageaeichnet , welche bis dahin ao gewöhnlich als ein Beweis Yon Zwillingabildung aufgefaaat, erat von M. Bausb ala Wirkungen dea Drucka , welchem aie innerhalb der granitiachen Gesteine auagesetat waren « richtig gedeutet wurde.**} Die in unseren Gängen eingewachsenen Tafeln von Kaliglimmer beaitaen meist unregelmiissige Umrisse, an denen nor zwei sich unter spitaem oder unter atumpfem Winkel achneidende Flächen des Priamas und eine solche des Brachypioakoides zur Ausbildung gelangt sind. Von ihnen geht in senkrechter Richtung die erwähnte zarte Streifnng des ba- sischen Blätterbruebes aus, und zwar erstreckt sich die auf ao P oo stehende, also makrodiagonale Streifung aber die ganse Fläche, während die vom Prisma ausgehenden Linien nur bis zu dem eben beschriebenen Uauptsystem reichen, an ihm ab- scbneideo und so eine federartige Streifung der SpaltungsJfläche bewirken. Zuweilen fehlt jedoch die makrodiagonale Streifnng, dann erscheinen nur die beiden anderen Streifungssysteme, werden Jedoch mit ihrer Entfernung vom Rande undeutlich uod verlieren sich nach der Mitte zu gana, so dasa dieser ihre orspronglicbe Qlattbeit erbalten bleibt. Also die nämlichen BracheiDOogeo, wie sie Baukr von den uraliachen Mnacowiten *) Min. Lex. von Saehsen, pag. 3*29. *•} Diese Zeitscbr. 1874. pag. 159 ff. 172 ]. c. beschreibt und Taf. II. Fig 8, 9 and 11 abbildet. Aaf den Wertb , den diese Streifung für die krystallographiscbe Orientirung bei Glimmertafeln von regelloser Umgrensong oder unvollständiger Ausbildung haben, ist von Baübb 1. c. pag. 162 und 163 hingewiesen worden. Am zierlichsten gestaltet sich die beschriebene Brschei- nnng auf den Spaltnngsfiächen gewisser Olimmertafeln aus dem Granit von Markersdorf, welche gewohnlich nur von drei Flachen, nämlich von zwei den stumpfen, seltener den spitzen Prismenwinkel bildenden Säulenflächen und einer des Brachy- pinakoids begrenzt werden. Diese äusseren Contoren onserer Tafeln wiederholen sich nun im Abstände von 1 bis 2 Mm. in einer tiefgrunen, zarten, aber haarscharfen Linie, bis zu welcher die äussere Umgrenzungszone etwas dunkler gefärbt erscheint als der centrale Kern; sie ist es zugleich, welche die rechtwinklig auf den Flächen stehende StreiAing in solcher Deutlichkeit und Dichtheit zeigt, dass diese wie eine asbest- artige Faser ung erscheint. In viel geringerem Grade setzt sie in die lichte Partie der Spaltnngsfläche fort, und hier ist es namentlich die makrodiagonale Streifung, die sich durch ihre Eigenschaft, quer über den ganzen Blätterbrnch fortzusetzen, kenntlich macht und zu sofortiger Orientirung dient. Diese Faserung tritt besonders schon bei Anwendung des Polarisa- tions-Apparats hervor. Zugleich ergiebt das Mikroskop, dass zahlreiche sechsseitige Täfelchen von Eisenozjd in den Dgieich Tnrmaline mit Quarz-AIbit-Kern beschrieben, welche den einfacheren unserer Kernkrystalle vollkommen entsprechen. MsD hat längst aufgehört, derartige Kernkrystalle als begin- nende Psendomorp hosen aufcufassen, vielmehr ist es äugen- Kheinlicb, dass sich die KrTSlallisationskraft des anschiessen- den TormaliDB der sich in gleicher Zeit aassch eidenden Qnarz- nnd Feldspathmoleknle bemächtigte nnd sie in dessen Formen twaiiv. — sin VnroBnff. Anr mit Anwpnrliinir Hak Mikroskops nat- ,l>ie igen eitig 184 in derselben Flüssigkeit in Lnsung gewesen eein, nm gleich- leilig jedes einielue Individuum mit homogener Substao« näh- reu zo können. Es gehöre» deshalb alle eu Kerolcry stallen verbundenen Mineralien derselben Bildungsieit an, in weichet lugleich auch alle anderen Mineralkörper desselben Ganges ausgeschieden wurden. Die Kernkrystalle aber sind Penetra- tionen verschiedener Mineralkörper mit Behauptung je ihrer Individualität durch den stetigen Zusammenhang ihrer in dem- selben Sinne krystallograp bisch orienlirten M ass e -The i leben.'* Unter den von Herrn Dr. Lbhhash gesammelten Hand- atücken herand sich eine Aniahl solcher, in denen der Tur- malin in basisch • hl äti erigen Pioit umgewandelt war. Die- selben stammen direct von den Salbändern des Turroalingranil- ganges, auf welchen die atmosphärischen Wasser Oelegenbeil fanden, einzusickern und die erwähnte Paeudomorpbasirung vorsunebmen. Die aus ihr resultirenden Pinite haben eineu Durchmesser von 0,5 bis 3 Cm. und bilden meist lange Säulen, welche das scbriflgranitiscbe oder körnige Aggregat von Or- thoklas und Qaars kreuz und quer durcbapicken. Die äusseren Couturen sind diejenigen ihres Urminerals, des Turaalins, geblieben. Dahingegen hat sich eine au sgei ei ebnete basische Blätteruog eingestellt, der zu Folge die Säulen aus lauter borizonlalen Tafeln aufgebaut erscheinen. Di« Farbe dieser Pinite ist ein trübes Oelgrün, welche auf den basischen Ah- sonderungsBächen einer dnnkelrauchgrünen Platz macht. Jede lieser Flächen ist von einem tarten Glimm erbäntchen bedeckt, wodurch sie den ausgezeichneten Glanz dieses Minerals erhall. Der Querbruch des Pinits ist, seiner basischen BlatteruDg wegen, treppenförmig , zwischen je zwei horizontalen Abson- Jerungsflächen matt, aber geradfläcbig und zwar rechtwinklig %at der Basis. Durch die Querschnitte der zwiscbengelagcrtea Blimmerhäutchen erscheint er wie von glänzenden Linien ho- rizontal gestreift. Auch di,e benachbarten Feldspäthe sind bereits in Zersetznug begriffen, denn das Gestein ist bröckelig, im Orthoklas trübe und glanzlos und auf seinen Klüften von Bisen ozydhyd rat überzogen. Die Umwandlung des Tnrmalins in Pinit ist keine häufige Erscheinung, wenigstens führt Bluk in seinen Psendomor- pfaosen kein Beispiel derselben an, — BiscBOr erwähnt nar 185 gaoz kars, dass Tamnau*) die theilweiae Zersetzang eines grosaeo TurmaliDkrystalls zu einer pinitartigen Masse beob- achtet babe, — Fbbnzbl giebt**) die kurze Notiz, dass bei Penig Pioit als Pseudomorphose nach Cordierit, aber auch nach Turmalin vorgekommen sei , dass ferner der sogenannte Pioit eines Schriftgranits bei Neustadt-Stolpen als aus Tur- malin hervorgegangener Glimmer aofzufassen sei, während WicHMAtiN***) zeigte, dass der angebliche Turmalinkern nicht aas diesem , sondern aus einem mit keinem anderen iden- tificirbaren Minerale bestehe, der Neustadter Micarell deshalb nicht aus der Umwandlung von Turmalin abgeleitet werden dürfe. Dahingegen beschrieb Oghbbl f) gigantolithähnliche Pinite mit ausgezeichneter basischer Spaltbarkeit, welche stellenweise von Glimmerblättchen bedeckt sind und, wie die genau stimmenden Winkel beweisen, als Psendomorphosen nach Tormalin aufgefasst werden . müssen. Hier liegt also ein dem Wolkenburger ganz ähnliches Yorkommniss vor. Altersfolge der Gemengtheile des Turmalin- granits. Wenn auch nicht bezweifelt werden kann, dass die Ausscheidung der zum Turmalingranit aggregirten Gangmine- ralien eine ziemlich gleichzeitige war, so ist doch andererseits nicht zn verkennen > dass die Erystallisation des Turmalins und des mit ihm verwachsenen Quarzes der Bildung der Feld- späthe und Glimmer stets um einen Schritt voraus war, und dass letalere, jenen im Wachsthum folgend, die von ihnen leer- gelassenen Räume ausfüllten. Nur so lässt es sich erklären, dass der Turmalin in fusslangen Strahlen die übrige Gang- masse darchschiessi Dieser Vorgang kann uns nicht über- raschen, da wir ihn bei der Entstehung jedes Schriftgranits sich vollziehen sehen. Hier sind es die Stengel und Lamellen des Quarzes, welche voraus wachsen, während das Wachsthum des sie umhüllenden Feldspaths direct nachruckt, jene an Zu- oabme in die Breite hindert und sie zur Ausdehnung in der Richtung der Längenaxe zwingt. In unserem Gange folgten der Turmalin- und Qnarzansscheidung diejenige des, wie er- *) Diese Zciischr. 1848. pag. 1'2. ♦♦) Min. Lex. von Sachs, pag. 23'2. •^ Diese Zeitschr. 1874. pag. 698. i) Ofltbayer. Grensgeb. L pag. 319. 186 wäbot, ebenralls oft mit Quarzlamellen verwachsenen Kali- gliromers, dano diejenige des von Qaari durchschoaseDeo Or- thoklases und endlich die des wiederam mit Qoarcliömeri) aggregirlen Oligoktases. Aas dieser constanteo Vergesellschaf- tDDg des Qaaraea mit dem Tarmalin , dem Glimmer and den 187 MoimeDbahes , wichen Aggregate von vorwaltenden Olimmer- ufelo stets besitzen, serbrockeit dieses Mineralaggregat siem- iieh Jeiebt. Zwischen dem Litbtonglimmer nnd dem Quarze stellen sieb niebk selten kleine Drasenräame ein, deren Wandungen dann toweilen bedeckt sind von den zierlichsten, freilich meist oor 1 bis 3 Mm. grossen A patitkryställcben. Dieselben sind licbtweieslicbgrau gefärbt, theilweise durchscheinend und besitzen durch starke Bntwickelung der Endfläche einen tafel- nder korzsäulenformigen Habitus. Neben oP ist das kurze seefasseitige Prisma mit durch die zweite Siule abgestumpften Kanten vertreten, ferner die sehmalen, oft nur linearen Flächen der ersten und die ausgedehnteren der zweiten Pyramide. Diese sehr scharfen glänzenden Kryställchen bilden tranben- formige Ansiedelungen auf Glimmer und Quarz. Gewisse von den in früheren Jahren ausgebeuteten Fund* stellen bei Penig stammende Handstucke von vorwaltendem Lepidolith nnd Quarz gleichen den onserigen zum Verwechseln ond erhalten dadurch besonderes Interesse, dass sie Ambly* gooit in nnregelmässig conturirten, mit dem Glimmer innig verwachsenen und von demselben durchzogene Partieen um- fassen. Die bekannte Neigung des Quarzes, sich in Krjstallform aaszDScbeiden, kommt auch hier zur Geltung. Er bildet trübe, kurze Säulen mit Pyramide, welche jedoch nur selten frei hervorragen, sondern meist in dem schuppigen Glimmer- sggregat verborgen stecken. Im Innern lichtgrau und glasig, besitzen sie dünne äussere Umhüllungen von milchweisser Farbe nnd sind ansserdem stellenweise bedeckt von noch JDDgeren Qoarzkryställchen , welche auch die mit den grossen Quarzen verwachsenen Glimmertafeln und Turmaline mit einem dichten Incrnstate überziehen. Ein besonderes Interesse er- halten diese Quarze dadurch, dass sie sehr gewohnlich von ndialstrabligen Säulenbundeln eines dunkelrosa- bis car- moisinrothen Turmalins durchwachsen sind, dessen dun- kele Farbentone fSr diese Art seines Vorkommens geradezu charakterialiscb sind. Zuweilen ragt das Ende eines solchen Turmalins aus einem Quarze hervor, oder es liegt ein solcher in einer Pyramidenfläche des letzteren. Dann hat er sich an dem berrliebsten Krystall entwickelt, dessen oberes finde in den Tortiegeaden Fillen tod _der gläoteaden Bodfliche oK mit kteiaen rindlicbeii Abstampfnogea durch dsa HaoptriioiD- bnÄder irehildel wird. Smeirelnder (ilanc der (re«unfBt«n 189 fiilberweisser Färb« und dem prachtigsteo Perlmotterglans, darcbMUt von Boschelo sarter Nädelcben, von Strahlenbondeln zo}lhügw SäaleD und voo soblankeo EiDzelprismen eines bald licbtroia, bald tiefrosenrothen oder carmoisinfarbigen Tarma- iinsl Wu sich swischen den silberweisaon Blättchen des Le- pidoliths ein kleiner Hohlraom seigt^ da ragt nicht selten das Eoäe eines Turmalios hinain und trägt hier eine glänzende, aiio obere Bndfläche mit schmalen randlichen Abstompfungen dank daa Haoptrhombo^der and — 2R, oder aber die glän* xenden Fliehen von R. Eiae dritte Varietät der Bosaturmalin führenden Gesteins« bildong entsteht dadurch, dass Quarz, Peldspath und Lithinn- giimmer sehr stark in den Hintergrund treten, ja fast gänzlich Terscbwioden. Dann setzt sich das Mineralaggregat fast aus* scfaliesslicfa aus rothen Turmalinen zusammen, die in einer Grondmasse eingebettet liegen, welche in frischem Zustande SOS einem feinkornigen, innigem Gemenge von Quarz und lichtgraulichweissem Orthoklas besteht. Jedoch tritt dieselbe meist in einem solchen Grade zurück, dass nur etwa ein Drittel oder gar nur ein Fünftel des Volumens des gesammten Mioeralaggregats von ihr eingenommen wird. Man hat also im Wesentlieben ein Aggregat von Rosaturmalinen vor sich, von welchem eine Anzahl über fanstgrosser Belegstücke, an deren Oberfläche man Hunderte von Turmalinindividaen zählen kann, diesen Beobachtungen zu Grunde liegen. Die betreffen- den Turmaline sind nicht etwa, wie man es von ihnen als Hauptbestandtheilen eines gesteinsartigen Aggregats erwarten sollte, trSbe und sich gegenseitig in ihrer Formausbildong gehindert habende krystalliniscue Individuen , — vielmehr sind es zum grossen Theile die klarsten , schönsten Krystalle mit glänzenden Prismenflächen , sehr häufig auch mit Endflächen, erreichen 4 bis 6 Cm. Länge bei einem Durchmesser von einem Centimeter und liegen kreuz und quer übereinander, jedoch ohne sich gegenseitig zu berühren , da die erwähnte Quarz - Feldapath - Masse sie von einander trennt. Nicht etwa SOS Drusen, sondern fast allein aus diesem wenig festen Aggre- gate stammen die später zu beschreibenden Krystalle und konnten demselben mit ziemlicher Leichtigkeit entnommen werden. Wir haben oben bereits betont, dass der junge Or> thoklas dieser turmalinreiehen Centralzone sehr leicht ver- 190 vriUert; so auch hier. Es verwandelt eich deshalb das fein- körnige Qaarz-Feldspath- Cement unseres Aggregates in eine erdige, kaolinartige Substane, welche im Wasser ihren Zu- sammenhalt verliert, so dass das ganse Tarmalin - Aggregat zerfallt. Leider bleiben dabei die Turmalinkry stalle nur selten in ihrer ganzen Länge erhalten, losen sich vielmehr, wie dies die zahlreichen Querrisse bereits vorher ahnen liessen, in eine grössere oder geringere Anzahl von Qnergliedern aaf. Solche zuweilen am oberen oder unteren Ende, seltener beiderseitig ausgebildete Krystalle, namentlich aber bis zu mehreren Centi- metern lange, z. Th. prachtvoll klare Säalenbrnehstocke von farbigen Turmalineu lagen ons über Tausend vor. Herrschten unter diesen auch die rosarothen bei Weitem vor, so fanden sich doch neben ihnen auch solche von dunkelkirschrother, gelblicher und lichtgrnner Farbe, sowie, fast vollkommen wasserhelle und andererseits mehrfarbige Krjstalle. An den rosa Turmalinen sind alle Farbtöne vom blassen bis zum intensiven Rosenroth vertreten. Die Länge der freien Exemplare schwankt zwischen 0,5 und 2, ihr Durchmesser zwischen 0,1 und 1,5 Cm. , ein solcher von 0,5 Cm. ist sehr gewöhnlich. Von mit oberen oder unteren Endflächen verse- henen Kry stallen liegen etwa 250, von beiderseitig aasgebil- deten Individuen 12 Exemplare, ausserdem zahlreiche pris- matische Bruchstucke vor. An allen ist die zweite Säule 3cP2 vorherrschend, deren alternirende Kanten durch das mehr oder weniger entwickelte trigonale Prisma oo R abge- stumpft werden. Zuweilen sind die Prismenflächen durch das Auftreten dibexagonaler Säulen gewölbt, noch gewöhnlicher io Folge prismatischer Parallelverwachsung gereift und nicht seltea von tiefen einspringenden Verticalrinnen unterbrochen. Bei der grossen Mehrzahl der mit einseitiger Endfläche versebenen Exemplare ist das untere Ende ausgebildet und weist entweder ausschliesslich die matte Basis oR oder, und das ist das Gewöhnliche, letztere vorwaltend und in Combi- nation mit — -j R, seltener auch noch mit R, in einem Falle ausser mit diesen beiden Rhombo6dern noch mit — 2 R auf. Eine Anzahl dieser Krjstalle wurde auf ihr thermoölectrisches Verhalten geprüft und erwies sich bei sinkender Temperatur als negativ. Bei einigen 70 Exemplaren ist das obere, nach ther- 191 moSiectriftcher Prifang posilive Ende zur Ausbildung gelangt and 2war meist in Form des glänzenden RhomboSders fi; dazu gesellen sieb ziemlich häufig die schmalen, oft fast linearen Flächen des Skalenodders t, ebenso oft — 2 R. Auch kann die glänzende Basis oR ausschliesslich oder nebst R, — 2R ond — -^R das obere Krystallende abschliessen. Bei der rhomboßdrf sehen Ausbildung des letzteren kommt die, wie schon erwähnt, nicht seltene prismatische Parallelverwachsung der Tormalino zu einem deutlicheren Ausdruck, als bei Tor- waltender Basis. Während nämlich die o R - Flächen sämmt* licher verwachsenen Individuen naturlicher Weise in eine Ebene fallen, befinden sich die RhomboSder-Enden der Eiuzeiprismen swar in paralleler Stellung, sind aber in einer Mehrzahl vor- handen , 8o dass derartige Krjstallenden den Eindruck des Unfertigen, des noch im Wachsthum Begriffenen machen. Die vorliegenden beiderseitig ausgebildeten Rosaturma- line zeichnen sich sämmtlich durch scharfe, glatte und glän- zende Prismenfläehen aus, an denen die sonst so häufige ver- (icale Reifung nicht vorhanden ist. Im einfachsten Falle ist am oberen Ende das glänzende Rhomboeder, am unteren die matte Basis, oder statt deren — j R entwickelt. Ein anderer Krjstall zeigt oben glänzend R, unten die matte Basis nebst — ~R,- no^h ein anderer oben R und — 2R, unten oR nebst R, und die letzten zwei oben R und das vSkalenoäder t, unten die Basis nebst — j- R und R. Turmaline von dunkelkirschrot her Farbe, die dann an den Kanten prachtvoll purpurn durchschimmern, sind selten, von den fünf Exemplaren, welche vorlagen, erreichte der grösste bei einem Durchmesser von 0,7 Cm. eine Hohe von 1,0 Cm. Sie waren sämmtlich mit dem oberen Ende und zwar mit dem glänzenden Rhomboeder R, einer ausserdem mit dem ^alenoöder t ausgebildet. Häufiger ist die blaasolivengrune Färbung der Tur- maliokrystalle. Dieselben sind bei einem Durchmesser von 0,3 bis 0,4 Cm. vollkommen klar und sehr scharf ausgebildet. Durch Vorwalten des trigonalen Prismas ist der Habitus ihrer Säulen ein mehr dreiseitiger; oben tragen sie glänzende Rhom- boeder-, unten matte Basisflächeu. Von zwei beiderseitig aus- gebildeten Krystallen weist der eine am oberen Ende neben R zarte Flächen des SkaleuoSders t, das untere neben oR noch 192 — -^ R auf. Nach den beiderseitigeti Enden za nehmen die Krjstalle eiueu Stich in^a Rothliche an, der direct an den End- flächen am intensiysten ist. Eine Anzahl anderer Tarmaline besitzt eine weingelbe Farbe, welche jedoch durch Uebergange mit der eben erwähnten in Verknüpfung steht. Deshalb ist auch ihre krystallogra- phiscbe Ausbildungsweise genan dieselbe. Einige licht- nelkenbranne Krystalle sind an ihrem oberen Ende von R begrenzt. Vollständig farblose, wasserhelle Tnrmaline sind meist nur 0,5 Cm. lang, ausnahmsweise bis 0,4 Cm. dick, zeichnen sich durch Schärfe ihrer Krystallform und Glanz ihrer Flächen aus. Gewöhnlich ist das obere Ende von glänzendem R, zuweilen mit den zarten Flächen des Skaleno§ders t und eines spitzen Rhomboeders, das untere durch mattes oR, in- weilen mit — ^R gebildet. Mehrfarbige Tnrmaline geboren zu den Seltenheiten des Wolkenburger Granitganges. Von den hierher zu zählen- den Funden sind vier bis 1,5 Cm. lange Krystalle in ihrer oberen in R auslaufenden Hälfte rosaroth, in ihrer unteren weingelb oder fast farblos und werden hier sämmtlich von der matten Basis begrenzt. Die Grenze beider Farbtone liegt in der Mitte der KrystaiUänge. In ganz ähnlicher Weise ist bei einem 1,3 Cm. langen, dreifarbigen Tnrmalin an die matte Basis eine untere Schiebt von weingelber Farbe ge- bunden , welche nach der Mitte zu einer intensiv rosenrothen Platz macht, welche nach dem oberen Pol zu wiederum einer olivengrunen weicht. Ueberhaupt tritt an allen der vorliegen* den , mehrfarbigen Tnrmaline mit lichtgelblicher Endschicht diese an dem negativen Ende auf und bat die Bildung eines matten oR im Gefolge. Ein anderes 0,6 Cm. starkes Prisma ist rosafarbig, nur eine oberste scharfabsetzende, haubenartige Schiebt ist dankelcarmoisinrotb gefärbt und zu einem glif- zenden Rhomboeder ausgebildet. Endlich ist die Erscheinung nicht selten , dass der Kern der Turmalinsäulen eine andere Farbe besitzt als deren äossese Zonen. So kommen licht- kirschrothe Kerne mit rosenrother Umhüllung, hyacinthrothe Kerne mit lichtcarmoisinrother Umhüllung, rosafarbige Kerne mit gelblichgruner Umhüllung, licbtrosarothe Kerne mit na- mentlich an den prismatischen Kanten intensiv hyacinthrother Umhüllung vor. 193 Die mineralischen Schätie der alten, jetzt längst aasge- beoteten and verscfantteten Churadorfer, Peniger nnd Lim- bacfaer Fnndpankte bunter Tnrmaline sind das Object vielfäl- tiger mineralogischer, physikalischer und chemischer Unter- lucbaogen gewesen.*) Mit Besag aber anf ihr geologisches Auftreten gestattet die Analogie mit dem eben beschriebenen Alinemlvorkommen den Schlass auf gaos ähnliche Verhältnisse. Genetische Betrabhtnngen. Nachdem wir an un- zweideutigen, dem sächsischen Granalitgebirge entnommenen Beispielen dargethan, dass sich Feldspäthe, Kaliglimmer, Quarz und Tarmalin , jedes fSr sich allein oder zu mehreren , Ja sämmtlich vergesellschaftet ans wässerigen Solutionen ausge- schieden und, sobald dies in Spalten geschah, gangförmige Mineral aggregate gebildet haben, ist die nämliche Möglichkeit aacb far den eben beschriebenen Tnrmalingranit gegeben. Diese Möglichkeit gestaltet sich zur Wahrscheinlichkeit, wenn wir folgende Erscheinungen in's Aage fassen: 1} Die symmetrische Structur des Ganges (beiderseitig wirres Aggregat der Gemengtheile , dann beiderseitige Zonen mit radial-strahligen schwarzen Turmalinen, Gentralzone von booten Tarmalinen und Lepidolith), eine Structur, die für Bildung aaf nassem Wege , also von beiden Seiten nach Innen zu erfolgte Ansfüllang spricht. „Sie ist, um Bischof's Worte**) zn gebrauchen, eine Schichtung, nicht aber eine ho- rizontale, wie aus stehenden Gewässern auf ebenem Boden, sondern eine solche in mehr oder weniger geneigter Lage, wie sie statthaben muss, wenn Gewässer an Spaltenwandnngen langsam herabsickern und das Aufgelöste absetzen.'^ 2) Die eben eryf&hnie radial-strahlige Stellung der Tur- maliDe, des Kaliglimmers and der Quarze zu Bündeln, deren Individuen von beiden Seiten des Ganges aus nach der Mitte ZQ divergiren, eine Aggregation sform^ welche voraussetzt, dass <^er Centralraom des Ganges offen war und einer mineralischen Losong den Zutritt verstattete, wodurch einerseits das An- sebiessen der Krjstalle an den jeweiligen Gangwandungen, andererseits ihr fortgesetztes Wachsthum ermöglicht warde. *) Frbkzel, Min. Lexik, v. Sachsen pag. 328 ff. ~ Jbntzsch, Min. u* geol. Literatnr v. Sachsen pag. bo u. 66. **) Bischof, Lehrbuch der chem n. pbys. Geologie II. pag. 551. Uii», a. D. {••!. G«s. XXVII. 1 13 194 3) Die mineralogische Verschiedenheit der aasseren Gang- Zonen und der local entwickelten Centralsone, welche in die- sem gegebenen Falle darauf hinweist, dass das von beiden Salbandern aus nach der Mitte zu wachsende und sich in einer centralen Symmetrie * Naht treffende Gangmaterial hie nnd da centrale Klüfte offen gelassen, also sich nicht vollständig ge- schlossen hat und dass in späterer Zeit eine von der bishe- rigen verschiedene Mineralsolntion die schliessHcho Ausfulloog dieser Centraldrusen mit Rosatnrmalin und Lepidolith be- wirkt hat. 7. CraMidiehe fiaigaisseheidogen im AagitscMefer tm Sehweiierdial. Am linken Ufer des Chemnitzflnsses , eine kurse Strecke unterhalb der grossen Garnspinnerei Schweizerthal tritt zwi- schen den Granuliten, welche die dortigen Felsgehänge bilden, eine 15 bis 20 Meter mächtige Einlagerung von im Zustande bereits weit fortgeschrittener Verwitterung befindlichem, schwäre- lichgrnnem sogenanntem „Trappgraniilit^^ auf. Durch Anlage einer Ghansse, welche stromabwärts nach Stein nnd Gossen fuhrt, ist dieses Gestein ziemlich tief angeschnitten und in einer steilen Wand blosgelegt worden , an deren weniger ver- witterten Stellen in Folge regelmässig lagen weise abwechseln- der hellerer und dunklerer Färbung eine deutliche, mit 45 Grad gegen Sud geneigte. Schichtung hervortritt. Das Gestein besitzt eine grauschwarze Färbung mit einem Stich in's Grüne, ist sehr zähe, höchst feinkörnig und besteht, mit blossem Auge oder mit der Lupe betrachtet, aus einem gleichmässigen Gemenge von glänzenden, hellen Feldspath- pnnktchen, dunkelgrünen Körnchen von Angit und fein ein- gestreutem Magneteisenstein. Es ist eines der der Grannlit- formation untergeordneten Gesteine, für welche bisher der Name „Trappgranulit^^ gebräuchlich war, von denen jedoch durch einschlägige Arbeiten der geologischen Landesunter- suchung von Sachsen gezeigt werden wird, dass sie einer Anzahl von durchaus verschiedenen , nur durch ihre düstere Färbung einander ähnlichen Gesteinsarten angehören. Die mikroskopische Untersuchung der Dünnschliffe des scbweizerthaler Trappgran olits lehrt, dass das Hauptgemeog- 193 ibejj dieses (Gesteins Plagioklas ist Derselbe bildet vollkom- meo klare, durchsichtige Partieeo, welQbo durchaus frei von (iJas- nnd Flnssigkeitseinschlussen sind and sich bei Anwen- dung des Polarisationsepparats als sehr kleinkörnige Aggre- ^le Ton durchweg zwiUingsstreifigen Individuen erweisen. Zwischen diesen Feldspäthen tritt hier und da ein Körnchen foD Qaari auf, welches dann nicht selten von Flussigkeits- eioBchlDSseu strotzt, deren Libellen sich mit grosser Leb- Wugkeit bewegen. Nur wenig steht dem Plagioklas der Aagit an Menge nach und bildet unregelmassig rundliche Hau- fea oder kettenartige Zonen kleiner, stark durchscheinender Köroer, welche eine vollkommen reine , blassgrunlichgrane Firbe besitzen und von unregel massigen Sprüngen durchzogen werden. Sie polarisiren grell und zeigen kaum eine Spur von Dicliroismus. Wie der Plagioklas ist auch der Augit frei von fremden Binscblnssen. Zu diesen dreien gesellt sich als viertes Gestefoseiement Magneteisen in Körnern, die, wenn auch bei Weitem nicht an Zahl, so doch an Grosse denen des Augit g/eiehkommen und eine unregelmassig verzogene und verzweigte Gestalt besitEon. Sie sind in der Oesteinsmasse nicht gleich- massig vertheilt, sondern halten sich mehr in der Nähe der A ogitaggregate. Dem Feldspath oder dem Augit beigemengte staabartige Magneteisenpartikelchen sind nicht vorhanden. Die Mikrostructur dieses <«esteins ist eine ausgezeichnet krystaiiinisch - körnige, ohne jedoch einen typisch - granitiscben Habitus za besitzen. Die einzelnen Feldspathkörner sind nämlich nicht direct mit Augitindividuen zu einem feinkörnigen Aggregat verwachsen , vielmehr bilden im Allgemeinen zahl- reiche Individuen dieser beiden Bestandtheile untereinander aoregelmäasig conturirte Gruppen, und diese spielen die Rolle iodividaeller Gemengtheile , Aggregate vertreten also Einzel- krjstalle, wenn sich auch hie und da eine individuelle Men- gung ejDStellt. Eine derartige Aggregationsform ist nicht die den Broptjvgesteinen eigenthnmliche, vielmehr charakteristisch für gewisse krystallinische Schiefer, was mit den Lagerungs- formen uod der geschichteten Strnctur des Gesteins überein- stimmt. Eine analytische Untersuchung des letzteren führte Herr Alfb. Scbwabz im Universitats- Laboratorium des Herrn Prof. WiEDJUiAXili aus und erzielte folgende Resultate: 13* 8iO, . . . 53,23 Al.O, . . 11,83 CO. . . 11,43 MgO. . . 7,41 p.,o. . . 7,80 FeO . . . 6,95 Nft^O . 2,34 K,0. . . 0,21 ZaR&mmenBe 100,20 tlDDB DDBet«T Die cbemisebe Zasftm Schiefer ist somit deijeoigen der Basalte ähnlieh, ifar faöberer Kieaelsänregehftlt erkürt sieb «ob der Gegeowkrt von etwas freiem Qnvs. Wir werden »nf diese ÄDklyse Doch larnckiD- kommen haben. Im ZnsUnde der Yerwittemng wird das nrsprÜDglicb fast Bcbwarse Gestein rostgelb, röthlicbbraan gefleckL Indem die Verwitterung den Klüften folgt, die Ecken ond Kanten dtt polyedriscben Oesteinsstncke am intensivsten angreift ond dann gleicbmässig in deren Inneres vorscbreiiel, enlsleben mndtiche Blöcke von ansgeceicbnet concentriscb-scbaliger Stmctor. Die- selben sind oft so dicht aneinander gedrängt, dass einiebe Stellen der betreffenden Oesteinswand dea Anblick bieten, als wenn sie besetst wären mit eng aneinander gestellten, gröaaerMi und kleineren eben im Begriff des Anfbrecbens befiadlicbea RoBeaknospeo. Hier sind die einselnen Kngelo noss - bis faastgross nnd beslebeo aas laoter nnr 1 bis 2 Hm. dicken Schalen, welche nach der Fläche des Anfschlasaes so, also nach der Seite, wo die Atmosphärilien am kräfügsten wirken konnten, anfgeplalit sind, so daas man in den concentriacb- scbaligen Aafbao der KngelD bineioblickt , wie in eine eben aufgebrochene Rose. Ad derartigen ellipsoidischen Ksollea Ton 5 bis 6 Cm. Länge kann man anf diese Weise 15 bis 16 Schalen von je 1 Mm. Dicke lählen. Diese Verwitlemnga- schalen sind äassersl mörbe ond lösen sich dnrch fortgesetate VerwitiernDg in einen gelblichbrannen , feinköroigen , eckigen Grna anf, der sehr bald zn einem molmigen Sande serfällt. Bei dem Mangel an Analysen , an welchen sich diese tJmwandlnngSTorfptnge verfolgen liessen, ist es gestattet, die- selben nach analogen, wissenschaftlich erforacbtan Zersetzangs- processen äbnlicber Mineralaggregate zu deuten. Es ist na- 197 meollicb der Feld epatfabss Hit , der, «enn wir BusBcblieaBlich , Sfine mineraÜBcbe ZusammeDBetzuDg io'a Auge fassen, in aeioer CoasIilDlion eine grosBe Aehntichkeit mit anseren Augitscbie- fera beaitst. In beiden treten Plkgiokliis, Angit and Magnei- eiieo als Hkaptgea engt heile auf. Man tat deahalb la dem ifchluis berecbtigt, dws die unter dem Binflnaae der Atinospbi- nlten ror sieb gebende Z«8etsung dieser in den geoannlen beiden (lesteinen vergesellschkf toten Hineralien eine voUkom- mea analoge ist. Beim Basalt aber besteht dieselbe in einer AiulaDgung des friseben GeateinB aud xwu in der Entföbrang TOD mebr oder weniger Kieaelsänre, Tbonerde, Magnesia, BiHQOxyd and -ozydul, Kolk, Kali ond Natron, in Folge deren bei verbal tniaemaBsig geriogerem Verloste von Tbonerde und Kseat'Xjrdol eine relative Anreicherung dieser beiden Sub- sUaien nnd bei gleichseitiger Anfnabine tod Waaaer scblieaa- licb ein wasaerbaltigea , eiaenacknasigea Tbonerdesilicat als Eetidnom sDrückgelasBen wird.*) Anr das Plagioklas-Augil- Migneteisen-A^regat, ale welches wir unsere Schiefer erkannt htbea, werden die Atmosphärilien in der Dimlichea Weise ein- gewirkt haben, wie auf das baealtiscbe Flagioklaa - Augil- MsgDeteisen-Aggregat, mit anderen Worten ebenfaÜB beatrebt •ein, denselben unter Zurnoklassnng von wasserhaltigem Tboa- erdeailicat die obengenannten Snbstansen an entführen. Die nnserem 'restein entaogenen Bestandtheile sind jedoch Dicht aporloa verscbwiinden , sondern babea nur eine geringe OriBTeränderung Torgenommen: in den Spalten und Elüf- len des verwitterten Mnttergeateina findeo wir sie 199 Gange« darcb eio Aggregat von t, Tb. rein weissen, c. Tb. Hcbtfieiscbfarbigen gläni enden Ortboklaskornern gebilde!: wird, weicbe Ton dfinnen Qaarenadeln and -iamellen scbwacb schriftgranitiscb darcbwacbsen sind. Glimmer febk in dieser mittleren Zone fast gans. Von den Ergebnissen der mikrosko- piscbea Untersacbnng ist fnr unsere Zwecke der grosse Reich- tbom des Quarzes an mit beweglicber Libelle versebenen FlossigkeitaeinscblSssen , sowie die Beatätignng der plagto- klastiseben Natur der Feldspätbe der seitlicben Oangconen bervonubeben. 4) Zollmäcbtige Oangtrumer von aasgeseicbnet symme- triicber Anordnung ibrer Bestand theiie, indem die beiden seit- lieben Zonen von 1 Cm. langen, stengeligen, grunlicbgrauen zwiUiDgsstreifigen Oligoklasindividuen, grauen Quars- sislen und eioaelnen Glimmertafeln gebildet werden, weicbe tiemlich rechtwinklig auf den Salbandern steben, was na- menüicb bei letztgenannten Gemengtbeilen besonders deutlicb hervortritt. Die beiderseitig scharf abschneidende, bis 2 Cm. micbtige Centralione hingegen besteht aus einem sehr fein- körnigen, echt granitischen Gemenge von rothlichem Ortho- klas and grauem Quarc und stiebt grell von den traben seit- licbeo Oligoklasionen ab. Noch deutlicher wie im Handstuck tritt die ausgezeichnet combinirt stengelig - symmetrisch - lagen- formige Structur dieser Gänge am Dünnschliff bereits ohne Aawendung des Mikroskops hervor. Zwischen den Qaer- scboitten der grossen, von beiden Seiten quer naoh der Gang* mitte gerichteten fast wa*sserhellen Quarze und durch Zer- setzung leicht getrübter und geäderter Plagioklase erscheint die Centralcone im zartesten Mosaik äusserst feiner grani- tiscber Stmctur. Bei mikroskopischer Untersuchung der beiden seitlicben Gangtonen erweisen sich zwar manche der Plagio- klase in Folge beginnender Zersetzung bereits von zahlreichen Sprangen durchzogen, längs deren die Peldspathsubstanz trübe Dod kornig geworden ist, viele andere jedoch sind vollkommen klar and haben ihre Zwillingsstreifang noch nicht verloren. Im Gegensatz zu ihnen strotzen die Quarze von Flussigkeits- einschlassen der verschiedensten Grosse und Gestalt, fast alle mit meist festliegenden, zuweilen zitternden, aber durch schwache Erwärmung in Bewegung zu setzenden Libellen, welche in reibenformigen Zügen voreinander liegend, in formlichen Schich- ten die Quarze durchziehen. Während die Querschnitte der 201 1) Die graoitiscben Gänge von Scbweizertbal beatehen aud den Dämlicben Stoffen, wie die dem Gestein entführten, nämlicb aus Kieselsäure, Tbonerde, Magnesia, Eisenoxydal, Ka]i und Natron, wäbrend ein Tfaeil des Kalkes entfub^'t worden, ein anderer vielleicbt im Plagioklas- enthalten ist. Diese Sobstanzea lieferten das Material sur Neubildung yon Feldspatb, Qnars und Magnesiaglimmer, wäbrend die in an- deren benachbarten Gängen mit abweichendem Nebengestein vorkommenden Titanite, Zirkone, Apatite, Tarmaline, Lepi- dolitbe und Topase hier fehlen. 2) Im Gegensats zu dem Orthoklasreichthum der Granit^ ond Pegmalitgänge, welche in dem benachbarten normalen, im V«rhältnis6 zu Kali wenig Natron haltenden Grannlite auf- setzen, waltet in den scbweizerthaler Gängen bei Weitem der wahrscbeioHch kalkhaUige Oligoklas vor, weil, wie die oben angeführte Analyse zeigt, der Natron- und Kalkgehalt des Nebengesteins ein viel bedeutenderer ist, als der an Kali (Na:K = 2,3:0,2). Die mineralische Beschaffenheit der Ginge steht somit in einem Abhängigkeitsverhältniss von der petrographiachen und substantiellen Zusammensetzung des Nebengesteins. Durch Entführung des grossen Magnesiagehalts des arsprooglichen Gesteins bei dessen Umwandlung zu einem wasserhaltigen Thonerde- Silicat erklärt sich zugleich der grosse Reichthom der Gänge an Magnesia gl immer, während dar für die im Oranulit aufsetzenden Gänge so charakteristische Kaliglimmer vollständig fehlt. 3) Die mineralischen Bestandtheile mancher dieser Gänge von Scbweizertbal sind wie diejenigen gewisser Erzgänge symmetrisch zu nach ihrer mineralischen und chemischen Con- stitution verschiedenen Lagen angeordnet oder stehen quer aof den Salbändern, — Erscheinungen , welche wir als un- triglicbe Kriterien für eine Ausscheidung aus wässeriger, an deo Spaltenwandungen hinabsickernder Lösung erkannt haben. 4) Die betreffenden gangartigen Ausscheidungen setzen oicht in die Tiefe fort, sondern keilen sich wenigstens zum Theil allseitig aus, haben also keinen Zasammenhang mit irgend einem Eraptionsheerde oder einer aus der Tiefe emporsteigenden Mineralquelle. 202 8. Ciige ?•!! ZirkM-fiilureiiiem Syenitgraiit ta Ekl«glt tm WalAelM. Der Hofraum der Restaoraüoo «Zur Erholuog* io uo- mittelbarer Nähe des Waldheimer Bahnhof 8 ist io dea anste- bendeo Fels des dahinter liegenden Hagels in der Weise ein- gesprengt , dass eine stei) absturtende Gesteinswand den Hof nach hinten abgrenst. Mit ihr ist sogleich ein höchst interes- santer Aofschlossponkt geschaffen. Wie ein grosser Theil des Hagels selbst, so besteht die Oesteinswand aus £klogit, ond swar einem mittelkdmigeo Aggregate von vorwaltendem, kursstengeligem , dankellauch- grünem Aogit nnd kleinen rothlichen Qranatkornero. Im All- gemeiuen den Bindrock eines massigen Gesteins machend, erhält dasselbe durch das Auftreten einer schwachen, band- artig abwechselnden helleren nnd dunkleren Färbung die An- deutung einer nach Norden einfallenden Schichtung. Dieser entspricht, wie solches namentlich am Dünnschliff schon den blossen Auge sichtbar wird, eine Abwechselung graoatreicber und fast granatfreier Eklogitsonen. Die mikroskopische Unter- suchung dieses Gesteins seigt, dass sein Torwaltender Bestand- theil in der That ein im Donnschliff iichtlaochgroner, sehr wenig dichroitischer Angit ist, dessen Korner von Sprüngeo und diesen folgenden gelfoliobbrannen , z. Th. wolkig - gekÖr- nelten oder faserigen Bändern durchzogen sind. Zwischen diesen Augiten, an Zahl jedoch bei Weitem geringer als diese, liegen blassrosaroth durchscheinende Granatkorner von un- regelmässiger, s. Tb. rundlicher, z. Th. verzogen-eiförmiger Gestalt) sowie Korochen und lappige Partieen von Magnet- eisen eingestreut. Eine sehr zierliche Stroctur wird dadoreb erzeugt, dass viele der Granatkorner rings umgeben sind von einer Zone radialgestellter, im Querschnitt wellig oder wurm- förmig gebogener, blassgruner Angite und zwischen ihnen ge* lagerter, opaker Körner und Stäbchen von Magneteisen. Dies Gestein ist nach allen Richtungen im höchsten Grade durchkluftet und dadurch in rondliche Blöcke ond poIyMrische Stucke von unregelmässiger Gestalt ond Grösse zertheilt. Mit dieser Zerklüftung, welche den Tagewassern ihren Weg und ihre zersetzende Thätigkeit erleichterten , ist nun eine Um- wandlung des Eklogits Hand in Hand gegangen, welche sieb 203 bereits der Torwaiieoden Masse des aofgescblosseaen Gesteins, wenn aocb in verschieden weit fortgeschrittenem Grade be^ macbtigt und nnr den geringeren Tbeii des Bklogits in seinem arsprangKchen Zustande geJasaen bat. Schon ausserlioh macht sieb diese Zersetsnng durch die Bleicbung des Gesteins kennt- lich. Seine dunkelgrüne Farbe weicht einer Jiobteren und wandelt sich scbliessHcb in ein gan2 heiles Grünlichgrau um. Haod in Hand mit dem Verluste der urspriinglichen Farbe gebt derjenige der Festigkeit in dem Maasse, dass ans dem dunklen, läbeo, schweraersprengbaren Bklogit enletst ein lichtes, mür- bes, leicht zerbröckelndes, zu mulmigem Grns zerfallendes Zer- setsuogsprodnct wird. Wie oben gesagt, ist dieser Bklogit und der aus ihm bervo^ebende mulmige Gras von aasserordentlicb zahlreichen Klöften durchsetzt. Diese aber sind heute ausgefüllt von in inerali sehen Substanzen und zu einem unregelmässi* geo, I. Th. engmaschigen körperlichen Netz von Mineral- gangen geworden. In schwer verfolgbarem Gewirre dnrcb- ädern dieselben das Nebengestein (siehe Fig. 27 Taf. VII.), bald voUkooDmen geradlinig dasselbe durchsetzend, bald in uoregelmassigen Biegungen sich zwischen den rundlichen Gesteinsbloeken hindurch windend, sich gabelnd und wieder vereinend, verknüpfende Ausläufer von einem Hanptstamme oacb dem anderen sendend, sich knorrig verdickend und dann wieder zur grossten Zartbeil zusammenziehend, hier nur so •tark wie ein Messerrücken, dort 0,3 bis 0,5 Meter mächtig. Ihrer mineralischen Ausfüllung nach sind diese Gänge und Schnure 1) solche von Hornblende, 2) solche von derbem Granat, 3) solche von vorwaltendem Feldspath. Die erst- genaonten sind meist nur 1 bis 2 Cm. dick und bestehen ans »^bwärzliehgruner, verworren faseriger Hornblende, lassen in ihrer Centralzone zuweilen kleine Drusen offen, in welchen S&nlenOäehen von Hornblendeindividuen fireiliegen , oder um- Bchliessen eine mittlere, nur wenige Millimeter mächtige Lage ▼on körnigem, rStblichgelbem Feldspath. Anders etwa finger- breite SchnSre besteben ans derbem, kleinmnscheligem Granat von brauner Farbe, dem hier und da Korner von Pistazit bei- gemengt sind. Noch andere mehr nesterartige, unregelmässige Scbmitzen werden wesentlich von körnigem Pistazit ge- bildet, dem sich etwas fleischrotber Orthoklas und einzelne 204 rothliche Granatkoroer sageseilen , an denen eämintlich glän- zende Fläcbengruppen auftreten. Eine viel wichtigere Rolle spielen die feidspatbreichen, granitiechen Gange, sowohl was ihre Zahl und Machtigkeii, wie ihr Reich tham an interessanten mineralischen Gerne og- theilen anbetrifft. Sie sind es , die dem Beschauer xonächst in^s Ange fallen,, wie ein fleiscbrothes Geäder treten sie ihm grell aus dein grfioliclien Nebengestein entgegen (Fig. 27 Taf. VII.). Auf sie bezieht sich deshalb auch wesentlich die vorbin gegebene Beschreibung der äusseren Formen der dort überhaupt aufsetzenden Gänge. An ihrer Zusammensetzung nehmen folgende ilineralien Theil: Orthoklas von. fleisohrother bis lichtrothlichgrauer Farbe, der vorwaltende Gemengtheil, bildet in Form eine« mittel» bia grobkörnigen Aggregats die HauptansfulluDgsmasse der Gänge, in welcher die übrigen Gangmineralien in grosserer oder geringerer Häufigkeit eingesprengt sind. Oligoklas in wenigen, trüben^ zwillingsstreitigen Individuen. WasaerlieJier bis lichtrauchgrauer Quarz, mit diesem in kleinen, sehr ver- einzelten, silberglänzenden Blätteben verwachsen Kaliglim- mer, noch seltener Lamellen von braunem Magnesia- glimmer. Dunkelgrüne Hornblende, gewöhnlich in 3 bis 6 Cm. langen, säulenförmigen Individuen mit ausgezeichneten, sehr stark glänzenden, prismatischen Spaltungsflächen und dann in Gestalt vereinzelter Binaprenglinge den Feldspatfa durchschiessend , zuweilen jedoch auch in kleineren Koroem als gleich werthiger , Ja vorwaltender (jemengtheil der dauD syenitgranitischen Gangmasse. Die qualitative Analyse dieser Hornblende ergab einen nicht unbedeutenden Kali-, namentlich aber Natrongehalt, wodurch sie sieh der arfvedsonitähnlichen Hornblende des norwegischen Zir- konsyenita nähert. Titanit in ausserordentlich zahlreichen, bis 1,5 Cm. grossen, fast diamantartig glänzenden Kcystallen von rothbrauner bis hyacinthrother Farbe, durch starkes Vor- walten der Hemipyramide nlangsäulenformig^ ausserdem mit P, r und y , wie Figur 5 ' in Naumasjü^s Mineralogie pag. 530. Nach einer Analyse, welche Herr Schmögbr in Prof. Kolbb^s Laboratorium ausführte, hat dieser Titanit folgende Zusammen- setzung: an» TiO,. . . 37,45 SiO,. . . 31,87 A1,0, . 4,79 F.,0. . . 3,13 Tuererde . 0,88 CO . . . 22,38 100,00 Du KDKlyairle Uineral ist demn&ch kein reiaer, sandera eiu Tbonerde, Yttereide und Eisenoxjd hkltiger Titanit, wel- cher den Yttroliunit von Arendal uud dem GrolhU*) dei Pljiuenicheti Grundea nahe steht. Epidot in grellgräDen, küroigen , bis erbsangrosBeo EiaapreDglingeo. Apatit iu uttea, WMBerhelleii oder licbtwtingeiben bexagonalen Nu- deln, welche Qaarx, Peldspath uud Hornblende durcbspicken. Ortbil in sehr vereinxelteu, bis linsengroasen unregelniBBsig geiulieieti, kleinnuscheligeu EioBpreogliDgeu, a. Th. amgebea 'OD einem brsnurotfaeD Hof. Zirkon in allseitig, auaser- <'rdenilich scharf uud ebenfläcbig ausgebildeten, bia 2,5 Mm. gruBieo Kryatältcheu , welche entweder isolirt im Feldspathe eiDgevachsen sind, oder als aelbalständige (ieroenglheile dea in diesem Falle kleinkoroigeu Aggregats dea übrigen Oaog- ntlerials auftreten, die besitzen eine röt hl ichbraune bis uelken- braaae Farbe uad einen so slarkeo diamantartigeo Glana, daaa iie sich darcb dieaen auch an grösseren Handstückeu leicht kcDDilich machen und ana dem sq grobem Sand termalmten ti eilein, trota der glänx enden Orthoklasapaltanga Stückchen, dorch ihr Funkeln hervorscheinen. Der Habitus der Krystalle iai ein mehr oder weniger langsä nie n förmiger. Gewöhnlich lit dann aoaschliesslich das Frotnprisma, xaweilen das D( uropriima als schmale AbstumpfungsflÜcbe, selten im Gleich' gewicht mit dem ersteren, lur Ausbildung gelangt. Von Pyra' miden treten P und die ditetragonale 3P3 auf, letalere meisl nur als Znachärfung der Cumbinatiouseoken , seilen so herrschend, dass die Frolopyramide daneben stark nrncktritt. Den im Bereiche Sauhaens bekannten Fan da teilen dea Zirkone im Granit von Bozdorf bei Dreaden, des Malakons 208 und aqsserordentlich zart zwilliogsstreifig, Granat von rothlich nelkenbrauuer Farbe ist entweder in Stecknadelkopf- grossen Krystalleu (oc O. 202) im Bpidot, Oligoklas oder Kalkspath eingesprengt, oder aber bildet far sich oder mit Kalkspalhindividuen ein korniges Aggregat. In letzterem Falle sind beide Mineralien zuweilen zu kernkrystallartigen Formen verwachsen, indem glänzend weisse Kalkspathkorner von brau- ner Granatmasse rings umgeben und wiederum von Lamellen derselben durchzogen sind.*) — Der Kalkspath ist weiss bis wasserhell, füllt die Spaltchen, Ecken und Drosenränme innerhalb der übrigen Gangmasse aus oder bildet mit ihnen ein kry stallt nisch korniges Aggregat. Mit dem Epidot ver- wachsen treten säulige Partieen dunkellauchgruner Horn- blende auf. Die seltenen Titanitkrystalle von hori- zontal-säulenförmigem Habitus besitzen eine licbtgel blichgrüne Farbe und fallen durch ihren ausgezeichneten Diamantglant in^s Auge. Schwefelkies kommt hier und da derb einge- sprengt vor. Was die Structur des kurz beschriebenen Gangmaterials betrifft, so ist dieselbe z. Th. zwar eine granitisch • körnige, meist jedoch eine symmetrisch - lagenförmige. Dann bildet stellenweise Epidot die beiden äussersten , Quarz die beider- seitig darauf folgenden, Granat, Kalkspath und Oligoklas die centralen Zonen, ohne dass diese Reihenfolge constant bliebe, die sich sogar zu der umgekehrten gestalten kann. Die kurze Darstellung dieses>Oangvorkommens hat deshalb hier Platz gefanden, weil letzteres eine gewisse Bedeutung für unsere Betrachtungen über die Genesis der granitischen Gänge *) lu seinem dem kgl. sächs. Oberbergamte za Freiberg erstatteten Berichte über die von ihm im Sommer I8b5 aasgeffihrteD Untersuchungen im üüdwestHcben Theile des feäcbsischen Granuli tgebietes giebt Srsi.z^Ett u. a. eine Beschreibung dit^scr Gangvorkommnisse, sowie gewisser, den letzteren angehörigcr „Granatperimorphosen, die unter einer ausserordentlich dünnen, aus Granatsubstanz bestehenden Hülle ein Gemenge Ton Pistazit« Granat und Kalkspath als Ausfüllung des Rrystallraumes erkennen lassen." Zugleich gestehe ich dankbar ein, dass die eingehenden Vorunter- suchungen und kartographischen Aufnahmen des sächsischen Grannlit- gebiets von Heiten des Herrn A. Stelznkr sowohl den diesem Anfsatte zu Grunde liegenden geognosti sehen Beobachtungen, wie den Aufnahmen dar geologischen Landesuntersuchung in dem von Stblznhr behandelten Gebiete einen wesentlichen Vorschub geleistet haben. » 209 des Graaalitgebirges hat. Aas Obigem gebt nämlich Folgendes hervor : 1) Qaarz, Epidot, Kalkspatb, (Granat, Hornblende, Oli- gokJas nnd Schwefelkies fahrende TrSmer gehören zu den ge- wöhnlichen Vorkommnissen innerhalb der Hornblende - gesteine vieler Gegenden. 2) Dahingegen sind dergleichen Gangvorkommen in dem oormalen and glimmerfahrenden Oranalit, im Gordieritgneiss and Trappgranalit des sächsischen Granulitgebirges nicht bekannt, ebensowenig wie auf der anderen Seite die Pegmatite, Tarmalingranite oder granitischen Gänge des Grannlits in den ihm auflagernden Hornblendefels hineinreichen. 3) Die oben beschriebenen Epidot - Granat - Gänge sind somit gebunden an ein bestimmtes Nebengestein, in welchem sich die Bedingungen zu ihrer Entstehung gegeben finden, nämlich an die Hornbleudeschiefer, die umgekehrt nicht im Stande waren, das Material zu .den kalireichen Granitgängen, wie sie an den Grannlit gebunden sind, zu liefern. Dahin- gegen haben unter allen übrigen Gesteinen des Granulitgebirges die Eklogite die meiste Aehnlichkeit in ihrer chemischen Con- stitution mit den Hornblendeschiefern von Thierbach. Die- selbe oflPenbart sich namentlich in dem Reichthum beider Gesteinsarten an Kalkerde und in deren Armuth an Kali und Natron. Deshalb sind auch die aus der Zersetzung beider Gesteinsarten hervorgegangenen Mineralvergesellschaftungen von allen mineralischen Gängen des Granulitgebiets am nächsten miteinander verwandt: in jeder derselben spielen Epidot, Hornblende, Titauit und Granat neben Feldspath und Quarz «ine Hauptrolle. Bedrängter Rüokbliok. !• Indem sächsischen Granulitgebirge treten Hunderte von granitischen, syenitischen und peg- o>ati tischen Gängen auf. Ihre Mächtigkeit ist unbedeu- tend, ihr Verlauf unregelmässig, ihre Ausdehnung unbeträcht- lich, ihre Streichrichtnng gesetzlos, ^iii. d. D. ifl G«f . XX VU, 1 . 14 210 II. Ad ihrer ZassrameDsetsting nebrnso fol- gende MineralieD Theil; Metalloxj'de: Qaan, Haloide: Amblygonit, Apalit, Kalkapatb, BrauuBpatb, Geolithe: OrlhoklsH, Perthitartiger FeldapaEh, Oligoklas, Albit, An dal u Bit, Topas, Zirkoa, A mpboterolitbe: TarmBÜn, OraDat, Ortbit, Epidot, Hornblende, s. Tb. arfvedeonilartig, Magnesiaglimmer, Kaliglimnier, Lilbionglimmer, Cblorit, Pinit, Tantaloide: Titaoit, K. Tb. yltererdebalttg, Uetallozyde: EiBflnglanz, Bisenrabm, EiBenocker, Kiese: Eisenkies. III. Einige dieser GangmineralieD waisen aussergevöbnliche oder sonst intereieante Er- scheinungen auf: Der Qaari in seiner Kr^stal Ig estalt meist auf PiiemB and Pyramide beschränkt, ist laweilen durch das Auftreten 211 TOD SboDben- and Trapezflächeo aaigeieichu«t und iwar. rälli die Eatwickliuig des tnpeioSdriachen Habitus meist mii derVergeBellgchaftoDg vonTornialin ■Dsammen. Es scbeiat bierio eine Bestäti gang des Satxes lu liegen, dass die Krystall- piMt des Qaanes durch dea Bor- und Flnorgebalt der Mineral- solDiioD beeinflnset worden sei, ans welcher eich neben Quarz gitiebieitig Tarmalin ansgeschieden bat. Jedoch ergiebt es »icb, dus in den an Tnrmalinen reichen Drusen neben trape- iwdritclien Quarsen solche von einfacbster Form viel haa* liger sind, ja dass mit Turmalin verwachsene und sicher mit ihm gleichaltrige Quarie die erwähnten Trapeiäicheo nur in rereioielten Fallen aufweisen. Bei geringem ZueammeubaDg grosser Qnarie mit den ffandaagfln der Gangspallen konnten sich dieselben durch rArlgesetites Wachstfanm and damit verbundene Oewichts- lUDfthoe, oder in Folge von Erschütterungen, welchen das Ncbeogestein ansgeeetzt war, loslösen, berabstärsen, zu Frag- m«aieD zersplittern nod ein loses Haufwerk auf dem Boden d«r WflitDOgen bilden. Dann stellt sich die Erscheinung ein, itt die Bmchflächen der von den Wandungen herab gestürzten Krritalle sich mit Neubildungen von Quarz bedecken, welche sieb auf jeden kleinen Vorsprung des muscheligen Bruches iDiiedeln, dabei jedoch sowohl untereinander wie zu dem Hmptkrystall eine parallele Axenstellnng einnehmen nod äugen* scbeinlich bestrebt sind, das fehlende Krystallende zu ersetzen. Die Terstömmelten , ja oft zu dünnen Scherben zersplitterten Qoane suchen demnach ihre Verletzung anssagleichen and 213 liebes Mittel zo krystallographiacher Orientirang besondere Aofioderksainkeit verdient. Gewisse Hornblenden nähern sieb dnrcb ihren Gebalt an Natron ond Kali dem Arfvedsonit, gewisse Titanite durch ibreo Gebalt an Ttter- nnd Thonerde dem Tttrotitanit; beide sind vergesellschaftet mit Zirkon^ Apatit nnd Orthit und erinnern dadurch lebhaft an nordische Mineralcombinationen. IV. Gewisse der oben anfgeiäblten Gangmine- ralieo sind Psendomorpbo sen oder anderweitiger secnndirer Entstehung: Die Albitkrystalle innerhalb der Drusenraame ver- danken ihren Ursprung der Auslangung des Natronfeldspaths aus dem perthitartigen Orthoklas, in welchem derselbe zarte, fiacbwellige Schmitzen und Lamellen bildete. Die ersten Sta- dien dieser Albitextraction offenbaren sich in einer dem Ortbo- pioakoide parallelen Streifnng und dann allmälig immer tiefer und tiefer werdenden Furchnng der Krjstallflächen des pertbi- tischen Orthoklases. In Folge fortgesetzter Vertiefung dieser Forchen verfällt letzterer einer lamellaren Zersetzung , welche noch dadurch beschleunigt wird, dass die stehenbleibenden Ortboklaslam eilen den zersetzenden Einflüssen mehr Angriffs- punkte bieten wie bisher. Derartige auf oP horizontal, auf den Fläeheo des Prismas und Klinopinakoides vertikal gereifte nnd gefurchte Orthoklase sind innerhalb der granitischen Gänge des Qranulitgebiets sehr häufig. Bei Carlsbader, Ba- Tenöer und nach o P verwachsenen Zwillingeu giebt die gesetz- massig verlaufende Purchung der Flächen zu ebenso zierlichen, wie interessanten Oberflächenerscheinungen Veranlassung. Die aos dem perthitartigen Feldspatb extrahirte Albitsnbstanz sie- delt sich in anfänglich kleinen, allmälig wachsenden Krystallen ood Krjatallincrnstaten entweder auf der Oberfläche, am Fnsse oder in der weiteren Umgebung des Mutterminerals, in ersterem Falle in paralleler Stellung zu diesem an. Ein Tfaeil des Kaliglimmers ist aus der Zersetzung des Orthoklases hervorgegangen und bildet dann auf der Ober- fläche oder in der Nähe der in Zersetzung begriffenen Feld- späthe radialschuppige oder rosettenformige Gruppen, — auf den Spaltungs- nnd Kluftflächen oft nur hanchartige, z. Tb. aber auch derbere Ueberzuge von zarten Schüppchen, innerhalb der mürben Feldspatb Substanz silberglänzende Punkte, in Rissen 214 und Sprüngen feine blätterige Aushollungen , and endlich bei im Zustande weit fortgeschrittener Umwandlung begriffeneo Individuen eine vollständige, radial blätterige UmhuUaDg, deren Schuppen in die mürbe, «ersetzte Feldspathmasse parasitisch eindringen. Bei dieser Umgestaltung des Orthoklases in EaÜglimmer wird gleichzeitig Kieselsäure frei, welche zur Bildoog tod Quarzkrjställchen Veranlassung giebt. Der Pinit, welcher in einigen granitischen Gängen des Granulitgebirges auftritt, ist z. Th. aus der Umwandlang von Cordierit (so bei Penig), z. Th. aus der von Turmalin (so bei Wolkenburg) hervorgegangen. V. Die unter II. aufgezählten Mineralien ver- gesellschaften sich zu folgenden Gangformationen: 1. Quarz — Orthoklas; 2. Quarz — Kaliglimmer — Turmalin ; 3. Albit — Kaliglimmer — Quarz; 4. Orthoklas — Kaliglimmer — Quarz; 5. Oligoklas — wenig Orthoklas — viel Magnesiaglimmer — Quarz; 6. Orthoklas — Perthit — Albit — Oligoklaa — Kaligliro- mer — Magnesiaglimmer — Quarz — Granat — An- dalusit — Cordieritpinit — schwärzer Turmalin — Apatit ; 7. Orthoklas — Quarz — Lithionglimmer — Amblygonit — Apatit — schwarzer und bunter Turmalin — Topas — Turmalinpinit; 8. Orthoklas — Oligoklas — Quarz — arfvedsonitähnlicbe Hornblende — Pistazit — Apatit — Orthit — Zirkon — yttererdehaltiger Titanit; 9. Oligoklas — Pistazit — Hornblende — Granat — Quarz — Kalkspath — Titanit — Schwefelkies. VI. Die verschiedenartigen Hauptgruppen der eben genannten Mineralassociationen setzen nicht in gegenseitiger Vergesellschaftung, auch nicht in jedem beliebigen Nebengestein auf, sind viel- mehr an bestimmte Gesteinsgruppen gebunden, und zwar: 215 1) di« CombinalioDeo, io denen Orthoklas, Perthil, Kali- glimmer, LithiongUmmer, Magnesiagliaimer ond Tor- maÜD eine ÜaoptroUe Bpielen, an die echten und an die glimmerföhrendea Orannlite; 2) die Combioationen, in denen Magnesiaglimmer nnd Oligokloa rorwaltea, an die PlagioklaB-ADgitschiefer; 3) die CoDibinatioaen , an denea wesentlich Hornblende, Ptstazit, Orauat and Titaoit theilnebmen, an die Ekto- gite und Hornblendeschiefer; 4) die Combination von Qnara, Kaliglinmer und Tor- malin an die Cordieritgneisae. Vll. In der Aggregirnng der genanoten Mine- ftli en lur Anafällungsmasse der Gänge zeigen lieh folgende Structarformen: 1) Massige, feinkörnige bis pegmati tische ätrnctur ; 2) eteogelige Stmctor, die stengeligen Individaen reichen TOD Salband in Salbaud; 3j Btengelige Individuen etossen in einer centralen Ver- «achsongsnaht aasammen; 4) radial strahlige Slractnr, die Säoleabnndel divergiren in der Richtung nach der Medianebene dos Ganges ; 5) symmetriscb-lagen förmige Structur, in Folge: a. lagen form igen Wechsels der Textur, b. lagenförmig verschiedener Korngrösae, c. lagen förmigen Vorwaltens bald des einen, bald des anderen Oemenglheils, d. lagenfÖrmiger totaler Sab staue Verschiedenheit; 6] conceotriscb-lagenförmige Structur; 216 anschicBseadea HiDeraliea dadnrcb, dass sie sich gegeaB«ittg in ihrer nonnden Ansdehnting io die Breite hioderlea, in 0 D verbal IniasmäBaiger Eotwicklnng in die Lioge, aleo cn sieo- geligen Formen. Dieselben müssen hei fortdauernder Zofobr der otiaeraiiscben Lösung io der Mitte gegen einander atossen und bilden dann hier, ohne miteinaader in verwacbsea, eine centrale Nabi (also steogetige Stmctar mit centraler Naht). Znweilen aber hörte der Zufluss der Löanng auf, ehe die roe beiden Salbändern aas anfeinander en wacfasenden Mineral- individaen sn gegenseitiger Berührung gelangten and lassea dann eine von den Erjstallendea der graDitiscbsD Beatand- tbeile gebildete Drasenspalte offen , — oder es ändert sieb die BobstaDlielle Beschaffenheit der lUiaerolsolulion, dann nird die centrale Drasenspalte von einer anders beschaffenen Mineral- masse aasgefüllt, in welche die Erystallenden der bisherigeD Centraldrase hineinragen, es entsteht die geschlossene Drasen- structnr (z. B. Fig. 12 u. 24). Die sjrmme tri seh 'lagen förmige Stractur ist nichts Anderes, als eine der Unterlage der sich ansBcheidenden Beslandtbeite parallele, in diesem Falle geneigte oder vertikale .'SchicbtaDg und für Gänge das nämlicbe Krite- rium wisBerigen Absalzea, wie für die aedimenlären Schichten- reihen. Jede Lage entspricht einer periodischen ZnBtrömnng von mineralischer Lösuug, jeder Wechsel in der Stroctar und in den Gemenglheiten dieser Lagen einer Aenderung der la- fliesBenden Lösung. Nor als eine HodiGcalion der sjiDDie- (rischen ist die concentriach-lagenförmige Structur aufinfassen; — es ist überall dae Nebengesteio , auf welchem die Gang- mineralien anschössen, mochte dasselbe nnn seine ebenen Spaltenwandongen oder in den Spaltenraum hineinragende, sich später lostiehende Ecken als Basis für die Ery stall bildnog bieten. Hierbei belhäligt sich zuweilen die nämlicbe firschei- nuug, die wir an verletzten küastlicben Kristallen wahmehmeD, nämlich die energische Tendenz, die erlittene Verletzung ans- cubeileo und deshalb an der betreffenden Stelle beBonders reich- lich Masse anznbäufen, Inaarbalb unserer Gangspalteo wieder- holt sich dieser Vorgang in der Gestalt, dass die von den Spalten geschnittenen Gl immer bläUchen als Ansgaogapttiikle für eine neue Glimmerbildung dienten, also nach langem Zu- stande der Ruhe in den aufgerissenen, mit mioeralischea Lö- snogeo angefüllten Spaltenraum hinein fortanwacbsen bepnoen. 217 Aebnliob ^ie die erwähnten, nur an den Salbändern mit einer granitischeo Krjetallkraste bedeckten Spalten, reprä* sentiren sowohl die aahlreichen mit kleineren oder grosseren Mediandrasen Tersehenen, wie jene sellig-drosigen Qänge eine noch nicht abgescblosaene, mehr oder weniger unfertige Gang* bildang. Jede dieser Krjstalldrusen stellt die Waehsthums- fliehe einer Granitpartie vor, — ihre Krystalle sind nichts als die noch freien, vorgeschobenen Enden der weiter hinten sn graoitischem Aggregat verbundenen Gesteinsbestandtheile , sie sind nichts als die granitxschen Keime, welche in die nährende Mioeralsolotion der Drnsen- and Spaltenränme eindringen. Werden letstere in Folge des nach Innen vorscbreitenden Waehsthams so eng, dass die am weitesten vorgeachobenen Krjstalle anf solche der gegenober liegenden Seite siossen, 80 werden aie in ihrem Fortwachsen gehindert und erhalten abnormale Elndausbildung, so z. B. die Quarze „basisclie^' oder schräge Endflächen. Die sämmtlichen, oben aufgeführten Stractarformen der granitischen Gänge weisen demnach darauf bin, dass letstere nur als Producte einer allmäligen, von den Spaltenwandaogen aus vor sich gehenden Ausscheidung aus wässeriger Losung betrachtet werden können. 2) Reste dieser letzteren sind uns in Form zahlloser Flössigkeitseinschlnese innerhalb der Bestandtheile der gra- nitiscben Gange überliefert worden. Der nicht nnubliche Schluss: „der Granit iat reich an Flussigkeitseinschlussen , folglich sind bei seiner Eruption Wasserdämpfe oder überhitzte Wasser be- tbeiligt gewesen^, dieser Schluss ist durchaus ungerechtfertigt, so lange nicht auch Reste des Schmelzflusses, also Glaseier Qod glaaige Zwischendrängungsmasse nachgewiesen werden, was bis jetzt noch nicht der Fall gewesen ist. Für unsere Gange läset sich nur die Gegenwart von Wasser bei deren Entstehung beweisen. 3) Zugleich aber ist durch anderweitige Eiuzelvorkommen von fast sämmtlichen Bestandtheilen der granitischen Gänge dei sächaiacbeo Granulitgebirges constatirt, dass sie sich in der That aus wässerigen Lösungen auszuscheiden im Stande sind, — haben sich doch z. B. die Porphyrgerölle des Kohlen* ^nglomerata von Eoba mit einer Kruste der Hauptbestand- tbeile dea Granits, also von Orthoklas, Quarz und etwas Glimmer bedeckt. 218 IX. Das mineralische Material anserer graoi- tischen Gänge stammt nicht von ans der Teofe empor dringenden, vielleicht sogar heissen Mi- neralquellen, sondern von partiell er Zersetzang und Auslaugung des Nebengesteins durch sich all- mälig SU Mineralsolution umgestaltende S icker- wasser; und swar aus folgenden Gründen: 1) Viele der granitischen Gänge keilen sich nach unten, oder wenn sie schwebende Lage besitsen, beiderseitig aus, stehen also mit Quellcanälen in keiner Verbindung. 2) Viele der granitischen Gänge (z. B. Fig. 26) schmiegen sich an die Verwitterungsformen ihres Nebengesteins an, neh- men also Räume ein, deren Entstehung mit der theilweisen Zerstörung des Nebengesteins verknüpft war. 3) Binzelne der beschriebeneu Gänge sind grossartige Wiederholungen der an den individuellen Bestandtheilen des Nebengesteins vor sich gehenden Pseudomorphosen. So wan- deln sich die Cordieritkorner des Cordieritgneisses von Lun- aenau durch Aufnahme des von der Zersetzung des Orthoklases herrührenden kieselsauren Kalis in Kaliglimmer um, wobei gleichzeitig Eisenozydhjdrat und Kieselsäure ausgeachiedeo werden und Magnesiacarbonat entfuhrt wird. Wie an Stelle der durch Zersetzung theilweise entfernten Orthoklas* und Cordieritindividuen , so haben sich die Producte des paeudo- morphosirenden Pjrocesses auch in den das Gestein durch- ziehenden Spalten angesiedelt und bilden jetzt Gänge von Kali- glimmer, Quarz und Eisenozyd. Ferner wissen wir, daaa aas natronhaltigem Orthoklas albitische Substanz ausgelaugt, der übrig bleibende reine Kalifeldspath aber in Kaliglimmer und Quarz umgewandelt werden kann. Die aus dieser Metamor- phosirung resultirenden Mineralsubstanzen können aber auch eine etwas grossere Ortsveränderung vornehmen, Spaltenräu- men zugeführt werden, diese allmälig ausfüllen und zu Gängen von Albit, Kaliglimmer und Quarz umgestalten. 4) Jede als selbstständiges Glied des Granulitgebirges auftretende Gesteinsart hat im Allgemeinen ihre besonderen Gangformationen : der normale und glimmerfuhrende Granulit: echte Granit- und Pegmatitgänge, sowie Quarsgänge mit Ortho- klaseinsprenglingen ; 219 der Aogitscbiefer: an Magoesiaglimmer und Oligoklas 8ehr reichen Granit; der Bklogit: Epidot, Titanit, Zirkon baltigen Syenit- granit ; der Hornblendeschiefer: Epidot, Granat, Kalkspatb- gaoge; der Cordieritgneiss : Quarz, Ealiglimmer , Tarmalin- gänge ; der Glimmerscbiefer: Quarzgänge. Aasnahmen sind selten und lassen sich meist auf eine locale Ursache Euruckfuhren. Dahingegen ist nicht ein ein- ziger Fall beobachtet worden, wo Gänge einer Mineralcombi- nation von solchen einer anderen durchsetzt werden. 5) Der mineralische Inhalt der Gangspalten steht in einem gewissen Abbängigkeitsverhältniss zu der chemischen Zusammensetzung des Nebengesteins: Der Kalireichthum , der geringere Natrongehalt , die Magnesia- und Kalkarmuth des Granulits finden darin ihren Aasdruck, dass die Hauptbestandtheile der in ihnen auf- setzenden Gänge Kalifeldspath und Kaliglimmer sind, während Natron feldspath und 2 bis 4 pCt. Natron haltiger Perthit, in vielen Fällen auch Magnesiaglimmer, zurScktreten und endlich Ralkmineralien wie Hornblende und Epidot gar nicht, andere wie Granat und Kalkspath nur in seltenen und geringfügigen Mengen vorkommen. Dahingegen sind die Plagioklaa - Augitschiefer verbältniss« massig reich an Natron, sehr reich an Magnesia, aber arm an Kali, deshalb enthalten auch die in ihnen aufsetzenden Gange im Gegensatz zu denen des Granulits sehr viel Magnesia- glimmer, viel Plagioklas, weit weniger Orthoklas und gar keinen Ealiglimmer. Ferner beträgt bei den Eklogiten der Gehalt an Magnesia 7 bis 8 pCt., an Kalk 10 bis 13 pCt. und ebensoviel der- jenige an Eisenoxjden, deshalb fuhren seine Gänge die Kalk- Eisen-Mineralien Hornblende, Epidot, Granat und Titanit. In ähnlicher Weise wiederholt sich der Reichthum der Hornblendeschiefer an Kalkerde und Eisenoxjden in den eiseokiesfuhrenden Epidot, Granat, Hornblende, Kalkspath, Titanit-Tramern, welche dieselben durchziehen. Aus dem Obigen (snb VIH. und IX.) ergiebt sich, dass (ond«ri dauÜM^ ditrch di« WtchMllaKernng glüaHerfi«iw uod gllnmer- rcichtr SchkbtMi. lAoenbuDer Mahle. Seite 1%. Fig. 11. GraDJÜBchei' Oang mit leitiicben Zonen von Torir*Il«nden rDihlirben Feldipsth aod Ceatral*ane von weJMem Qiuri mit ichw«nein Tannaiin. 1& Cm. michtig. Oogeti&ber dem Bochibarger SchloM. Seite Ut. fig. 12. Qranitiacher Qang mit *ymiaetriicli-lageaförniig;er nnd iwu |{tuliloMen-driiMii(5rmig«r Slmclnr. 'i Cm. mftcbtig. Unterhalb Wolken- bare Seite 140, Fig. ■■). OranitiKher Oaog mit b^erieillgeT Zone von dnnkel- Heitch farbigem, too Quan durch «aduenem Orthokloi. In der Ceatralione Nuter Ton (CbneeweiEiem Quan und achwanam TarmaÜD. 30 Cm. Diirhtig. Bochabnrger Schloaipark. Seil« Hl. Fig. 14. QranitjKher Gang mit »tongcliger Slnctnr. Lamellen ran MagDiiiaglimmer aind aul den beiderieiiigeii Spallcnwan dangen ange- iibouan nnd begegnen sich in der Ccuiraliona. Chemoitithal nnlerhalb Ditiheudurr. Seit« 133. Fig. Ib. Grauitigcher Gang. Die Lamellen dea Oangglimmera bil- den die FurtactiODg der van der Gangipalte geecbnitlenen Glimmer- Khnpptn des NebengCBteina. Bei Wolkenbarg, Seite 133. Fig. 16. Gang mit beiderseitiger granitiaclier Zone, die breite CiDitalxone an« Quart mit itrablig - bäicbeligem Turmalin. IS Cm. DJichtig, Oberhalb Oöbrener ViaJuvt. Seite 141. ' Fig. 17. Acbnlicber Gang, nur mit eeititcbea Zonen von lichigelb- licliein Orthuklae nnd Qnari. Unterhalb Wolkenbnrg. Seite 141, Fig. 18. Granitiicher Gang ebeafallt mit lymnelriach-lagenßrmiger Stmctar, and iwar mit »eHlicben Zonen von vorwaltendem Orthokia«, QuR and viel qnergeitellten Gl immer tafeln. Ute centrale Zone reiner Quii. 4 Cm. michtig. Unterhalb Wolkenburg. Seile I4U. Fig. 19. Granitiicher Gang mit aymmetriich-lagenfllrmiger Sttnctur nnd iwar Zone a =• itengeliger Feldsfiath nnd Quari, qnor auf Sal- band geitellli b = feinkörniger Qranit mit viel schwarzem Glimmer; c =: ■; d = b; e = breite Ceniralione mit groiieii rötblicheu Ortbo- kliHn, wetuem Qnatz, lehwariem Turmalin, »ehr grobkrj'ttalliniicb, in der Hedianebene mit ipallenfurmigem Umienrnnm. '20 Cm. mächtig. Kuchtbnrgei Schloiaberg. Seit« 141. Fig. '20. Qianitiscber Qang mit lagenfOrmiger Strnclnr und iwar twidcTMiiiger iSone a = hellrother ilengeliger Ortboklsi mit wenig Quarz; t> = iDIhlicher Feldepath, Qaar«, grünlicher Glimmer grobkörnig aggre- i"X\ c = Scbriflgranil nach innen in airahlig: d = Cenlralzona mit "•tiutut Glimmer, Quarz, «chwarzem Turmalin, rCthliebem Ortbokla«; in ^" Hedianebene mit ipalten form igen Dmienraumen. Uieae mit ,.ge- uptm" Quarz nnd grouen Glimmertafeln, 15 Cm. m&cbtig. Oberhalb Mirkeridotf. Seite 141. Fig. 91. Granitiechor Gang am Bahnhofe zn Wittgenedorf mit •jmaetriKh- tagen förmiger Btrucinr und iwar Hsbenfacher Zonenbildnng. '' Cm. mlrhlis. Seite 137. Fig. a. Coeaidtmjügt Gaogitnictiir; « = OrMHÜitfraKinent, nm- gebeo lonühst van einer Zone aten^ligcn QraoiM, desHD GÜmmcT- Ulttcben quer auf d«r Oberäicbe dec GiannlitbrocIutDCke «tahea. Witt- gentdorf bei BargtUedl. Seite 143. Fig. 33. Gug TOD TormalingriDit bei Wolkenbni^. 4 H«ter mächtig. Beideneitig mit ichwanea TnnnalimiiileD , wtleb« lich nach der Hitte lU radiftlitraUig gmppireii. In der icbmalen CentrelioDe mit Mettern ron Lepidolitb nnd bnnlen , nunenUich roten farbigen Tormalinen. S«ite 186. Vig. 34. Granitiicfaer Qeng im Miüdetbal noUrhaib Amerika. 45 hit 50 Cm. mfcchtig, mit tTnunetriHb-lagenf&rmiger Btmctu nnd iwar elf- fecber Zonentüldnng. Seile 138. Fig. '25. Pegmatitgang oberhalb Bocbiburg. 1,3 H. mEcbtig , mit combinirt aymmetritdi-Ugenrömiiger nnd itrahlig-itengeliger Straclnr. B = Sehriflgranii ; b ^= röthlicber Ortfaoktai mit AndalneitbOachelQ, c = *ei«Mr Qnan. Seite 177. Fig. 3t>. Oianitiiche, sehr glimm erreiche Gaogiecretionen im block- 223 • Inhalt Seite. Einleitende Bemerkung 104 1. Gänge von Qaars, Kaliglimmer nnd Tnrmalin im Cordierit- gneiM von Lunsenaa 104 i. Gänge von Qaarz mit Orthoklas 113 3. Gänge von Albit, Kaliglimmer und Quarz im Granulit . . 120 4. Granitische Gänge im Granulit 122 5. Gänge von Fegmatit 157 6. Gang von Tnrmalingranit mit bunten Turmalinen .... 180 7. Granitiflche Gangansscheidungen im Augitechiefer von Schweizertfaal 194 S. Gänge von zirkonführendem Syenitgranit im Eklogit von Waldheim 202 9. Granat nnd Epidot führende Quarz - Feldspath - Trümer im Homblendeechiefer von Thierbach 207 Gedrängter BäckbUck 209 Erklärung der Tafel VII 220 L tnOAt I- Ekt: f. H.L^c*a«iv aa. rnm El «:■» Husias^ «»a» HJi; . Ma» Eor ??t.c f. ^•»rirfHBCiiuc uc. ant iiM» ■»C X. F. 226 von vornherein erkannt und ihn von Anfang an im Ange ge-- habt habe. Ein Irrthum hierin oder ein Uebersehen ist bei der leichten Unterscheidbarkeit und der Grösse der betreffenden Formen undenkbar. Auch die Lagerung war durch die zwischen die Sandschichten geschobenen Kalkbänke völlig klar. Da ich Don etwa 2 Monate in den Sandgruben gesteckt habe und fast Tag for Tag diese Schichten, die durch das stetige Wegfuhren des Sandes immer erneute Profil -Oberflächen zeigten, beob- achten konnte, so habe ich viele tausend Exemplare des PL wdüf. dUecideus darin in situ gesehen und auch Tausende in sorgfaltiger Weise für spätere Beobachtung gesammelt, jedoch nie darunter ein einziges Stuck der kegelförmigen Varietät angetroffen. Die zweite Orube am ostlichen Abhänge lieferte eioen ganz gleichen Befund. In jeder Sulcatus - Schicht oder in einer Tennis-Schicht fehlte der trochiformis ebenfalls absolut. Es könnte mir daher ebenfalls ganz unbegreiflich sein, wie Herr Sardbbrgbr finden kann, dass in den tiefsten Bänken schon alle (?) Formen meiner Hauptreihe nebeneinander liegen. Wie es scheint, hat Herr Saadberoer auch keine Oxystomus- Lage, d. h. eine ausschliesslich oder doch fast ausschliesslich mit oxystomus gefüllte Schicht ohne irgendwie wesentliche Beimischung von trochi/ormis oder discoideus sehen können, und auch die Tennis - Zone ist ihm unbekannt ge- blieben. Was folgt nun aus diesen Widersprüchen? Ich denke einfach das, dass Herr Sandbbrger ein anderes Material unter- sucht bat, als ich. Und dies ist mir auob von vornherein höchst wahrscheinlich. Ich selbst habe während meiner Ar- beiten den Verlust verschiedener Schichten zu beklagen gehabt; äü z. B. war die Schicht mit dem PI. multif. denudatus schon ZQ meiner Zeit *vollig verschwunden. Eine einzige Düte Sand hatte mir 1862 wenigstens 20 Stucke dieser Form geliefert, <)ie einzigen Exemplare die ich erhalten habe; später habe ich trotz wochenlanger Bemühung nie ein einziges Stuck wie- als stellvertretende Vorsitzende, Herr Websxt, J Herr Lossen, rr nr * ) bIs Schriftführer, Herr Wbiss, ' ' Herr Baubb, Herr HAüOHBOOBirB, als Archivar, Herr Lasabd, als Schatzmeister. 230 Der Gesellschaft ist als Mitglied beigetreten: Herr Bergassessor Vibdbnz von Beuthen i. O.-Scbl., vorgeschlagen durch die Herren Hadchecorne, LossBH und Bauer. Herr Haucheoorne legte die von Herrn vom Rate ver- fasste und der Gesellschaft eingesandte Erinnernngsschrift au Dr. Fr. Hbbsenbseg vor und besprach deren Inhalt. Herr Max Bauer legte eine Stufe von Kjerulfin vor, die Herr Kjbrulf in Christiania der Gesellschaft eingesandt hatte. Dieses neue Mineral wurde von Herrn Apotheker Rode zq Porsgrund in Norwegen benannt, der es bei Bamle auffand und eine Probe davon an Herrn von Eobell in München sandte , welcher eine Analyse davon machte , die in den Sitzungsberichten der mathematisch - naturwissenschaftlichen Klasse der königl. bair. Akademie der Wissenschaften in München, 1. März 1873 pag. 106 publicirt ist. Das Miner«! ist derb und zeigt zwei Blätterbruche, von denen der eine leichter darstellbar ist, als der andere. Beide Blätterbrucbe machen ungefähr 90 ° mit einander und sind nicht beson- ders deutlich. Der Bruch ist splitterig. Der Glanz gebt etwas in^s Fette, auf dem deutlicheren Blätterbrnch in's Perl- mutterartige. Die Farbe ist eine blassrothe oder gelbe« dünne Stucke sind durchscheinend. G=-3,15, H=r4 — 5 (diese Be- stimmungen nach YOH Kobbll 1. c, nach dessen Angaben beim Erwärmen schwache Phosphorescenz mit weissem Schein ein- tritt). Vor dem Lothrohr schmilzt der Kjerulfin ziemlich leicht, etwa wie der rothe Granat des Zillerthals (3. (^rad der EoBELL^schen Schmelzbarkeitsskala) mit etwas Blasenwerfen zu einem kleinblasigen Email. Das feine Pulver wird von warmer Salzsäure leicht, von warmer Salpetersäure etwas we- niger leicht aufgelost. Durch Schwefelsäure erfolgt keine vollkommene Losung, sondern Entwicklung von Flusssaure und Abscheidung von schwefelsaurem Kalk. Bei der Analyse, bei welcher das Fluor direct bestimmt und auf die Bestimmung der Alkalien besondere Aufmerk- samkeit werwendet wurde, fand von Kobbll: 231 Pbosphoniare .... UftgoesU Kalk Natron mit wenig Kali . Plaor Kiea«lwure Thon«rde and Eisenoxid . Spur von ScbwefeUänre . 42,22 , 87,00 7,56 1,56 ■ 4,78 1,50 5,40 100,02. Bei dieser ADulyse ist ea anflEaU«ad, data keia (Jeber- scboRB vorbanden ist, da ja ia der Verbindung offenbar das PI mit einem Tbeil des Mg etc. vereinigt ist, welcfaer Tbeil eich erst nachher bei der Zersetsang durch die Analyse mit eioer dem Fl äquivaleoten Menge O verbindet, die vorher gar sieht in dem Mineral vorbanden war, die aber doch neben dem PI mitgewogen wird und dann bei der Aufstellnng der Formel mit in der Rechnung berücksichtigt werden muss. Sieht man aber davon ab und bedenkt ferner, daas die EiHetsäare nebst Eisenoxj'd und Thonerde wahrscheinlich als Veranreinigung in dem Mineral vorhanden ist, so bat man als wahre Znaammeosetzung : 42,22 M^„..U . S7,00 E>lk. . . 7,56 Nuton . . 1,66 Ploor. . . 4,78 93,12. Bere^'bnet man daraus die Menge jedea eioselnen Ele- neDts, lieht die der Menge des Fl äquivalente Menge O ab und redacirt auf 100, : 0, so hat mal Pho.phor . . 20,23 . 24,86 Caicinm. . . 5,93 Natrium . . . 1,27 Saaenloff . . 42,96 Flnor. . . . 5,25 i woraus sich dann weiter die Formel des Minerals berecbnen tässt. Diese ist: 2 (3 EO. P.O.) + RFl,, oder 2 E.P, O, + EP1„ worin R=Mg, Ca, Na,, und wobei sich die Aosahl der Atome tod: Mg:CB:Na, = 34:5!l Terbäit. Die Ueberein stimm nag von Analjae nud Formel leigt die folgeode ZusammeastelliiDg: Analyao. Formel. Phosphor . . . 20,23 20,53 M&goesiDm . . 24,36 23,66 Calcium . . . 5,93 5,80 Natrium . . . 1,27 1,33 Saaerstoff . . . 42,96 42,39 Flpor . . . . 5,25 6,29 100,0 100,0. Eine bedentendere Differenz ist nur beim PInor, wo di«* Formel ca. 1 pCt mebr giebt. Diese Differens kann aber nicht auffallen, wenn man bedenkt, dass bei der Bestimmang des Flnors in der Analj'se leicht ein Verlast entsteht. Bei Betrachtung der Zuaammeasetzang des EJeralfins wird mau an ein anderes Mineral erinnert, das eine ganz ähnliche Zusammensetzung zeigt, nämlich an den seltenen Wagnerii vom Radelgraben bei Werfen im Salzborgi sehen, welche Aehn- lichkeit aach ton Eobll (1. c.) hervorbebt. Annh vnn ili«i)pni Minpml hnt Hprr vnN RnnRi.i. f>ine neue bt«t gen ieb> »ibe 234 von Mg, Na^ und Ca io dem b«im WagiMrit angegebenen Verbältniss stehen. Diese Formel giebt die ZcaammenseUung, welche in der Reihe IIL aufgeführt ist. Vergleicht man nun die Zahlen der Reihen II. und 111. mit den Zahlen der Reibe I., so sieht man, dass bei P die zweite Formel eine fast vollkommene Uebereinstimmnng mit der Analyse zeigt, während die erste eine nicht nnerhebliche Abweichung (1,90 pCt.) erkennen lässt. Bai Mg zeigt die zweite Formel eine Abweichung von 1,17, die erste von 1,95 pCt., die zweite Formel also eine geringere Abweichung, als die erste, wenngleich auch die bei der zweiten Formel vorhandene Abweichung schon eine nicht unerhebliche ist Bei Calcium und Natrium stimmen beide Formeln fiuc gleich gut mit der Analyse uberein. Ganz betrachtlich ist aber die Abweichung der zweiten Formel von der Analyse im O- und Fl-Gehalt (bei Fl : 5,23 pCt.), welche beide in der ersten Formel eine fast vollkommene Uebereinstimmnng mit der Analyse er- kennen lassen. Ich nehme darnach keinen Anstand, mich vor- läufig für die erste Formel: 3 RO. F,0, + RFl., deren Ergebnisse in der Reihe II. dargestellt sind, zu ent- scheiden, soweit die vorliegende Analyse einen sicheren Schluss erlaubt. Denn wenn auch der Mg-Gehalt der zweiten Formel besser mit der Analyse stimmt als der der ersten, so ist doch auch für diese noch eine starke Abweichung vorhanden, welche auf eine nicht ganz genügende Beschaffenheit der Ana- lyse oder des Materials deutet; wenn auch beim P - Gehalt dasselbe der Fall ist, so wurde doch bei der zweiten Formel bei dem Fl-Gehalt eine Differenz sich herausstellen, welche gewiss unzulässig ist. Bei der Fl-Bestimmung, die hier direct geschah , sind Fehler nicht zu vermeiden , aber 5 pCt. und darüber dürfen diese doch wohl nicht betragen. Auch giebt die Analyse stets weniger, nie mehr Fl als in Wirklichkeit vorbanden ist. Dazu kommt, dass alle Wagnerit - Analysen RA3UfSL8BBaQ's ebenfalls den hohen Fl-Gehalt von ca. 10 pCt. geben» der also sicher annähernd richtig und eher etwas zn klein ist, wie sich auch schon Rammslsbbrq für die hier an- genommene Formel 3 RO. P, O5 -f RFl, oder R, P^ O^ + RFl,, 235 t aof die alle früheren Analysen fahren, eniaehieden hat. v. Kobbll bat (Sitinngsber. d. kgl. bair. Ak. 1873 pag. 158) die andere, mit der Kjerulfinformel übereinstimmende Formel angegeben; nach den a« a. O. angegebenen Yergleichungscahlen meint er wohl aaeh die andere hier angenommene Formel. Sind die angegebenen Analysen nuxweifelfaaft und unan- tastbar richtig und für die Beurtheilung der yorliegenden Mi- neralien genügend, so hat man also für diese beiden folgende zwar ähnliche, aber nicht übereinstimmende Formeln, and zwar far: Wagoerit: 3 RO. P. O, -f AFI, od. R, P. O. + RFl, Kjerulfin: 2 (3 RO.' P, O J + RFl, od. 2 R, P, O, + RFl, Es ist aber doch zo bezweifeln , ob die bis jetzt vorlie- genden chemischen Untersuchungen der beiden Stoffe, and besonders des Kjerulfin zur Aufstellung von definitiven For- meln hinreichen, vielmehr erscheint es gar nicht unmöglich, dass sich eines Tages für beide Mineralien dieselbe Formel herausstellt and dass dann beide unter dem alteren Namen „Wagnerit^ vereinigt werden müssen, wenn nicht bedeutende Unterschiede im Verhältniss von Mg : Ca : Na doch die Tren- nung beider wunschenswerth machen sollten. Für die Gleich- heit der beiden Stoffe spricht jedenfalls das specifische Gewicht, da« bei beiden gleich ist. Für Wagnerit ist G = 3,0 — 3,15, far Kjerulfin 6 = 3,15. Dagegen ist in der Härte ein kleiner Unterschied ; für Wagnerit H = 5 — 5,5, für Kjerulfin — 4 — 5. Es kann somit über die Verschiedenheit oder Identität der genannten beiden Mineralien nicht definitiv entschieden wer- den, ehe nicht neae Analysen die Zusammensetzung beider vollkommen klar gelegt haben. Vielleicht hilft auch der Zufall znr Losung dieser Frage, indem er gut messbare Krystalle ton Kjerulfin, der bisher bloss in derben Massen vorgekommen ist, den Mineralogen in die Hände spielt, die dann mit den Wagneritkrystallen verglichen werden können. Mit dem Kjerulfin zusammen kommt ein anderes interes- santes Mineral vor, nämlich ein Feldspath. Dieser findet sich in ziemlich grossen derben Stacken, ist graulichweiss , an der Oberfläche mit einer grünen Schicht bedeckt und hat auf dem Haoptblilterbnioh P sehr deutlieh die Zwiflingsstreifntig der triklken Feldspäthe. Nach yok Kobrll und Hawbs (siehe 236 unten) ist P/M = 94^ H = 6, O = 2,64. Das Mineral pbosphorescirt beim Erwärmen mit weisslichem Licht Vor dem Lothrobr schmilst es rahig wie der rothe Qranat (3. Scbmelzgrad der ton KoBBLL'schen Skala) an einem dorch- scheinenden Glase nnd wird von Siiaren nicht angegriffen: Die Analyse ergab folgendes Resultat: Kieselsäure Thonerde . Magnesia . Natron Wasser 66,57 15,80 8,00 6,80 (mit einer Spur von K^O) 2,70 99,87. Dieser Feldspath seichnet sich darnach durch einen be- deutenden Mg -Gehalt aus, neben welchem das sonst in den triklinen Feldspäthen das Na begleitende Ca vollständig fehlt. Ein kleiner Mg -Gehalt ist auch sonst den Feldspäthen nicht fremd, er tritt aber gegen den Ca -Gehalt doch stets sehr zurück. Wir hätten es also hier mit einem ganz neuen und sehr interessanten Glied der so zahlreichen Feldspathgruppe zu thun, das der Entdecker, Herr von Eobbll, mit dem Na- men ,,Tschermakit^' belegt hat. Geht man näher auf obige Analyse ein und sucht den vorliegenden Feldspath nach der TsoHBBMAK^schen Theorie als eine isomorphe Mischung zweier Glieder, eines Na - hal- tigen (Albit) und eines Mg - haltigen zu berechnen, so ist zunächst zu sehen, welche Formel dem Na-frei$n ^g-haltigen Glied zukommen wird, das man selbstständig noch nicht kennt. Analog dem reinen Barjtfeldspatb wird es wohl am natar- gemässesten sein, anzunehmen, dass auch der reine Magnesia- feldspath die allgemeine Formel des Anorthits haben werde. Er wäre dann = Mg AI Si^^ O^. Dann wäre der Tschermakit nach der TscHBRMAK'schen Theorie, die bisher sich überall bewährt hat: I m (N., M Si. O, J \ n (Mg AI Si, O.) Es lassen sich aber keine zwei Werthe für m aod n be- stimmen, für die die Formel auch nur anniLharnd mit der 237 Aniljae im Einklang wire, da für das Verbältni« MgO : Na,0, wie «• die Analye« angiebt, ein viel za grosser SiO^-Oebalt gefonden norde oder umgekehrt, da der hohe Kieselsänre- g«ball einen bedeatend höheren Natrongehalt erfordern würde, oeben viel weniger HagDesia. Ebensowenig erhält man eine Uebereinsliminung zwiicben dtr Analyee und der Theorie, wenn man die a priori höchst ODwabracbeinlicbe Annahme macht, der Magnegiafeldspatb habe die dem Albit entsprechende Formel: Hg AI Si, 0,,. Der Umstand nnn, dass dieser Feldspath sich in keiner Weise der TsOHlBUAl'schen Theorie fügen will, die sich bis jeut immer als richtig erwiesen hat , wenn auch scheinbare Ansoahmen snweilen vorkamen, führt zn einem gewissen Zwei- (el an der Richtigkeit der Ergebniese der von KoBBLL'scbea Aoaljse : In der That haben auch andere Analysen von der er* wäboien ganz abweichende Resultate ergeben. Diese Analysen »tsmmen von W. Hawes (Am. Joum. Sc. Arts. III. VII. p. 579 1874) nnd von Fisam (Comptes rendus LXXX. 1875) nnd tlimmen gans befriedigend überein, so dass man nicht zweifel- haft sein kann, dais der Feldspath, der diesen beiden Analy- tikera vorgelegen bat, wirklich die von ihnen angegebene, nn- sbhäogig von einander gefundene Zusammenaetiuog habe. Hawu sagt ansdrücklicb , dass der von ihm analysirte Feld- spath mit Kjerulfin vorkommt, alle die von von Kobbll für seinen „Tscbennakit" angegebenen Eigenschaften besitze und dass er von ihm in grossen reinen Stücken zar Analyse ver- wendet worden sei, so dass also an eine Verwecbselang der Paadorte und des Vorkommens nicht zu denken ist, und auch Das Cloizbadx, auf dessen Veranlassung Pisani seine Analyse machte, spricht ansdrücklicb das Zuaammenvorkommen mit Kjemlfin in Bamle ans, wie Hawks. Die Ergebnisse dieser Analysen sind nnn die folgenden: I 238 Kieael säure Thonerde Biseuoxyd Kalk . . . Magoeaia Kali . . . Natron . . Qlührerlust Spez. Gew. I. 66,04 20,33 0,29 1,29 1,11 0,21 10,01 0,95 II. 66,05 20,41 0,28 1,30 1,08 0,21 9,81 0,96 III. 66,37 22,70 1,40 0,95 9,70 IV. 66,15 21,15 0,19 1,33 1,04 0,14 9,84 V. 66,06 21,24 2,78 9,9-2 0,70 (H.O) 0,87 — 100,23 2,67 100,10 101,82 2,60 100,71 100,00 2,635 I. und II. Analysen von Hawbs; III. von Pisabi; IV. das Mittal ans diesen 3 Analysen; V. dieses Mittel nach Weg- lassnng des Wassers und Umrechnong des FeO,, MgO and KgO in die äquivalenten Mengen von AlO,, GaO und Na.O, auf 100 berechnet. Was die Deutung dieser Analysen anbelangt, so sagt Hawbs (1. c), dass das Mineral jedenfalls dem Oligoklas .nahe stehe, wenn es nicht mit dieser Species ident sei, Dbs Cloi- ZBAüX erklärte es auf Grund von optischen Erscheinungen für Albit, beide machen nicht den Versuch, die Zusammensetsung nach Tsohbbhak's Theorie zu berechnen. Fphrt man dies aus, so erhält man nach BüirsBif's Tabelle (Ann. Gh. Pharm. VI. Sppl.-Bd. 188) eine Mischung von 1 Gew. -Th. Anorthit mit 9 Gew.-Tfa. Albit, und man hat dann swischen der hieraus berechneten Zusammensetzung und der obigen Analyse V. folgende Uebereinstimmung: Kieselsäure Ttionerde . Kalk . . . Natron . . Analyse 66,06 21,24 2,78 9,92 Misch ungsformel 66,01 21,35 2,01 10,63 Differenz + 0,05 — 0,11 + 0,77 — 0,71 100,00 100,00 Der Feldspath ist also ein echter Oligoklas , der sich allerdings der Grenze nach dem Albit hin ziemlich nähert, da er 4 Moleküle Albit mit 1 Molekül Anorthit gemischt enthält, was nach Tschehhak's Annahme die Mischung des natron- reichsten Oligoklases ist. Dazu stimmt auch sehr gut das 239 spee. Gewicht, das im Mittel = 2,64 ist, was dem berechneten Gewicht des natroareichsten Oligoklases gerade entspricht und was TOK KoBBLL bei seinen Versuchen direct beobachtet hat. Dbs CiiOiZBAUX giebt auch die optischen Verhältnisse dieses Feldspaths an, die nach ihm genau dieselben sind wie beim Albit. Wegen der Details verweise ich auf Ds8 Cloizbaux's Abhandlnng, C. r. 1875 Bd. LXXX.*) Es ist also nach Allem dem wohl der Tschermakit aus der Reihe der Mineralspecies tu streichen, wie schon von vornherein wegen der Widersprüche mit der Tsohermak^ sehen Theorie lu erwarten war. Denn jedenfalls ist es sehr un- wahrscheinlich, dass swei chemisch verschiedene, aber ganz gleich aossehende trikline Feldspäthe mit dem Kjernlfin zu- sammen vorkommen, von denen der eine Tschermakit, der andere Oligoklas wäre. Dass die Analysen von Hawbs und PiSASi richtig sind, folgt aus der Uebereinstimmung derselben antereinader und mit der TsoHBRMAK'schen Theorie. Es ist also die to5 EoBELL'sche Analyse zu beanstanden, bis weitere Aufklärungen darüber vorliegen« Ferner folgt, dass es nicht möglich ist, nach den von Herrn Des Cloizsaux angegebenen Kennzeichen die verschie- denen triklinen Feldsputhgruppen, wie sie die TsCHBBMAK'sche Theorie annimmt, von einander zu sondern, welch letztere Dbs Cloizbauz allerdings dieser optischen Differenzen wegen nicht annehmen will. Da aber die sämmtlichen guten Ana- lysen von triklinen Feldspäthen sich nach der TsoHBRMAK'scben Theorie als isomorphe Mischungen der Endglieder Albit und Anorthit berechnen lassen , wie es jetzt Pisaki's und Hawbs's Analysen aufs Neue bestätigen, so kann man nur schliessen, dsBs eben die von Dbs Cloizbacx beobachteten optischen Unterschiede bei den Gliedern einer isomorphen Mischungs- reihe vorkommen können, wie das eben die triklinen Feld- späthe sind. Uebrigens sind diese Unterschiede in der Haupt- *) Die Resultate der Untersuch angen von Des Cloizbaux wurden zwar erst in der Märzsitzung vorgetragen, da aber das Protokoll der Janiursitzang noch nicht gedruckt war, so wurden sie hier mit aufge- nomn^n, um die Bemerkungen Aber den Tschermakit nicht zu lerreiseen, sondern sie im Znaammenhang zu geben. D. Red. 240 sftcbe §o]cbe, wie sie sogar bei rencbiedenen Erjstftllen üaer nnd derselben Mioeralspecies vorkommeD und kÖanen dabei gegen die TsCBBRHAK'scbe Theorie umsoweuiger in's Gewicht falleD. Ueberbaapt läest sich diele rein chemiscbe Frage wohl schwerlich Bnf optischem Wege entscheiden. Herr TOH RlDHTBOFKH gftb eine üebereicbt der lebtea Farschangeo des betrauerten l>r. Stoliczka in Ost-TarkeiUn, and hob die Bedeutnog hervor, welche diese neaest«o und CDgleicb vollkommen xaverlässigea BeobachtnngeD in den grossartigstea Oebirgslindern der Welt für die Kenntoias dei Baaes von Central - Asien überhaupt haben. Der Vortngeod« resuinirte kari die von ihm in einer fraberan Sitsnng milge- Iheilten Resultate von Stoucisxa's Reisen vom Indos-Tbal über den Karakornm and das Kwen • lun - Gebirge nach dem grossen Becken von Ost • Tarkestan. Es hatte sich dabei beraasgestellt : 1. daes in dieser angebeoren Mossenanscbwel- Inng eine bestimmte Altersfolge herrscht, indem der Kwäa-lnn, dessen Formationen nicht über die ältesten paläocoischea hinanegeben, das älteste ist. Der Karakorum, in welchem die alpine Trias repräsentirt ist, im Alter folgt, und der Bimals^s, dessen Gebirgebaa mit Tertiärschiebten am Indus -Thal endet, das jüngste Glied und gewissermassen den älteren Gebirgi- massen später angewacheeu ist; 2) dasB die Gesteine in dem Becken von Ost - Turkeslan von denen des Eweu-lan onsb- häogig sind. Denn dort beginnt in einem tiefen Niveau die Anlagerang der Steinkoblenformation, und in einem noch tie- feren das Auftreten von Ereide-Sandateinen, welche das we- sentliche Material xa den .Sandmassen der Wnsle Takla Maksn gegeben lu haben scheinen. — Nachdem Stouczka mit der Expedition von Herrn Forbttt in Enabgar angekommen war, nDternahm er zunächst mit einigen Herren derselben einea Ausflog nach dem Tshatyr- Kai-See im Tien-shan-Gebirge, und i später über die Pamin-Pässe hinweg nach Wakhan am Ober- | lanf des Amu Darja. Der frübseitige Tod des ansgeieicb- neten deutschen Gelehrten bat genauere Berichte über den letzteren Ausflug verhindert; aber über denjenigen nach dem TshatjT-Eul sind höchst werthvolle Anfzeichnnngen vorhanden. Nachdem Redner die von Stoliczka entlang dem Weg beob- achtete Gebirgsstractnr geschildert hotte, hob er die wesent- lichen Ergebnisse anter den folgenden Gesichtspunkten bervon 241 1. Das Vorkommen von Vulcanen jüngster Perioden in Tieo-sbau ist von Stoliozka mit Sicherheit erwiesen worden. Humboldt hatte dasselbe aus chinesischen Berichten gefolgert Qod stets an seiner Ansicht festgehalten, trotz des energischen Widerspräche , den sie insbesondere durch die russischen For- scbuogsrelsenden erfahren hat, und der bis in die neneste Zeit haafig wiederholt worden ist. Zwischen den Ketten des Koktan and des Terek-tagh, der einen Wald von Gipfeln von 16,000 bis 17,000 Pubs Hohe bildet, ist eine mit erloschenen, aber wohierbaltenen Vulcanen besetzte Hochfläche von un- gefähr 12,000 Puss Hohe. 2. Den Antheil, welchen die Triasformation am Oebirgs- bao des Tifio-shan nimmt, indem die Koktan - Kette daraus besteht. Nach den vorhergehenden. Untersuchungen hatte es gesehieneu, als ob Steinkohlenformation das jüngste Gebilde in diesem Gebirge sei. 3. Die Zusammensetzung des südlichen Ti€n-shan aus Par&llelketten , welche von Wz S nach Oz N gerichtet sind, und dadurch in ihrer Richtung von derjenigen des Kwen-lun (Wz N — Oz S) abweichen. Von Kashgar aus verqnert man bis zum Tsbatyr^kul drei solche Ketten (Artush-, Koktan-, Terek-tagh-Kette) , welche allmälig an Hohe zunehmen, und denen als höchste die Hanptkette des Ti€n-shan jenseits des Sees folgt. 4. Das Auftreten jugendlicher Ablagerungen, welche Stoliczka für neogen hält, im Becken von Ost-Torkestan. Es sind sehr machtige Schotterbänke, welche die Anwesenheit des Meeres in der centralasiatischen Depression in einer ver- hiltnissmässig jugendlichen Zeit erweisen und Pumpbllt's weiter östlich gemachte Beobachtungen ergänzen. 5. Den Umstand, dass durch alle drei Parallelketten ein Einfallen der jüngeren Schichtgebilde unter die älteren statt- findet, welches Stoliczka dadurch erklärt, dass das ost-turke- staoische Becken sich an der Seite des Ti€n-shan allmälig eingesenkt habe. Als ein ferneres Rjesultat der Untersuchungen von Sto- uczxA und seiner Co! legen folgert der Vortragende, dass, wie schon die Porschnngen von Fedschbnko und anderer Reisen- den in dem Becken des Syr-darya und des Amu-darya schlie- fen Hessen, die Ketten, welche die Pamir-Pässe einachliesseu, ^titf . i. D. |tt 1. 6«f. XXVII. 1 . 16 242 und welche Humboldt als ein Meridiangebirge betrachtet and mit dem Namen Bolor-tagh beseichnet, ganz und gar dem System des TiSn-shan angehören ^ and dass dasselbe für den Hindukush gilt. Herr A. Sadbbbck sprach sanächst aber Resal täte, welche sich beim Stadiom der Krystailotektonik des regulären Systems ergeben haben. Erläutert wnrde der Vortrag durch eine mit bekannter Meisterschaft von Herrn Laub lithographirte Tafel, welche für den demnächst zu publicirenclen IL Theil der Ele- mente der Krystallographie angefertigt wurde. Naumann hat in seinem Lehrbuch der reinen und ange- wandten Krystallographie gezeigt, dass sich rein theoretisch die Formen mit einfachen Parameterverhältnissen als Qrenzaoneo solcher mit complicirte» Axenabschnitten betrachten lassen. Eine nothwendige Folge dieser Erwägung war, dass bei den hemiSdrischen Formen die mit ihnen zusammen auftretenden holoedrischen Formen auch als Orenzgestalten zu betrachten sind, mithin nur scheinbar holoädrische Formen und zwar solche 1. oder 2. Stellung sind. 6. RoSB hat zuerst beim Boracit nachgewiesen, dass diese Au£fassung der holoedrischen Formen in hemißdrischen Krjstallreihen eine praktische Be- deutung hat, indem die scheinbar holoedrischen Formen eine verschiedene Oberflächenbeschaifenheit haben, je nachdem sie Formen 1. oder 2. Stellung sind; dies Verhalten wnrde vom Redner beim Kupferkies, Fahlerz und Blende bestätigt, und von G. RosB beim Eisenkies. Die Unterschiede in der Oberflächenbeschaffenheit beruhen auf der Tektonik der Erystalle; daraus folgt, dass auch For- men in holoedrischen Krystallreihen derartige Unterschiede zeigen müssen, wenn sie Orenzgestalten verschiedener Formen sind. Dies bestätigt sich in der Natur vollkommen. Beispiels- weise dind die auf den Hexa^derflächen hervortretenden Sub- Individuen verschiedene, je nachdem das Hexaeder die Grenz- gestalt eines Ikositetragders oder eines TetrakishexaSders ist. Die Hexaeder des Flussspaths und Steinsalzes erweisen sich als aufgebaut aus Tetrakishexaädern, die des Bleiglanses aas Ikositetraädern. Was vom Hexaeder gilt, ist auch beim Oktaeder und Dodekaeder der Fall. Eine genauere Betrachtung der Subindividuen lehrt ferner, dass die Flachen gebrochen sind, dass es also im Grunde ge- iti nommen Hesakisoktagder sind und zwar so lebe , welche Wrbsst Ticinale geoaDot but. Die vioinalea HexakiaoktaSder sind die eigentlichen Grandgestalten der Subiodifidoen. Sind sie nur in Bezug anf eine Kante vicinal, bo entstehen Formen, nelche dem Ikositelraeder , TetrakiahexaSder oder Triakis- nfetafder im Aussehet] ausserordentlich nahe stehen. Aue die- ita dreierlei Formen, als Zwischengeetalten, bauen sich dann di« letilen Grentgestalten , He;tBeder, Oktaeder und Dode- kaeder, auf. Durch diese drei Formen sind die dreierlei ^rystallographischea Axen gegeben, nach denen äberbaupt, nie icboD Ksop gexeigt hat, der Aufbau der Kristalle vor lieh geht. Ferner sprach Kedner über Zwillings streifen beim Eisen- I gl»o«. lo der Binnernng an die mannigfaltigen und schatibaren Btobach langen, welche (*. Rose hei den Vorbereitangen an den Vorlesungen und nach denselben anaadeaten pflegte, tbeilte er mit, dass ti. RosE anf diese Streifen beim Eisenglani innier besonderes Gewicht gelegt hatte. Es war dessen Ab- wirbt, diese Streifen genauer lu bearbeiten und in Folge dessen bsi er, da er Torlinflge Mittbeilnngen nicht liebte, bei der Beicbreibong des Eisenglances von Beresowik in seiner Reise Dich dem Ural derselben keine Erwähnung getban. Herr BtDBR bat knrslich in dieser Zeitschrift die Streifen beschrieben, 'obei er sagt, dass sie 0. Ross niabt erwähnt hat, obgleich »ie aasBerordenllich deutlich wahrzunehmen sind. Der Grand, "Hrani G. R06B dies nicht gelhan hat, ist nun leicht aus dem Gesagten eraichllich. Auch beim Titaneisen, von welchem BicRE angiebt, dass die Streifen nicht oder Jedenfalls nicht denihch wabnanebmen sind, hat sie O. Ross schon beob- •ebtet und einzelne Kiystalle von .Snarum lo Norwegen lassen tie suBserordentlicb deatlich wahrnehmen. Schliesslich wurde oocb erwähnt, daas sie auch bei einem Krystall Ton Elba im Btriiner Unsenm vorbanden sind. Hieraaf wurde die Sltiung geschlossen. • Bbibioh. Dahss. Bavbr. 244 2. Protokoll der Februar- Sitzung. Verhandelt Berlin, den 3. Febroar 1875. Vorsitzender: Herr Bktrigh. Daa Protokoll der Januar - Sitzung wurde vorgelesen und genehmigt. Der Gesellschaft sind als Mitglieder beigetreten: Herr voif GBLLHORif, konigl. Bergmeister in Neustadt- Eberswalde, vorgeschlagen durch die Herren Lindig, Hikoc^E- corub und Dames; Herr Carl Gottschb aus Altona, z. Z. stud. min. in Wurzburg, vorgeschlagen durch die Herren Sabdbbbgbb, A. Streng und A. von Kobnen; Herr Gustav Pohlitz aus Schwenda bei Stoiberg (Harz), z. Z. stud. min. in Wurzburg, vorgeschlagen durch die Herren von Kobnbh,! Stbbng und Bocking. Herr Bbtbioh verlas eine briefliche Mittheilung von Herrn Nbumatb in Wien über seine Reise in den griechischenl Archipel. Herr Weiss legte die für die Bibliothek der Gesellschaft eingesandten Schriften und Karten vor. Herr Lepbius gab eine Uebersicht über die Schichten der Trias und des Jura im Elsass. Herr Dambs legte einige Exemplare von Eophyton Linnea- num Tobell aus den cambrischen Schiefern von Lnganäs in Westgothland vor, welche Herr Lundgrbbn dem hiesigen Mineraliencabinet geschenkt hat. — Die von Tobbll und LiNNARSSON behauptete organische Natur dieser Abdrucke ist neuerer Zeit durch Nathorst in seinem Aufsatz: Om nigra formodade växtfossilier*) durchaus in Abrede gestellt worden. Nathorst fuhrt die auf der Unterseite der Schichten er- *) Öfversigt af kongl. Vetenakapg-Akademiens Förhandlingar 1873 No. 9. 246 scheioendeo Erhabenheiten mit längsgestreifter Oberfläche auf die AnafSliong von Yertiefongen aurSck; diese sollen darch Facoiden, die durch FJnthen aaf dem Strande hingesogen werden, hervorgebracht werden. Er erläutert seine Ansicht darcb mehrere Abbildnngen, welche derartige Eindrucke, wie er sie an den Küsten beobachtet hat, cur Darstellung bringen. Herr LüBDORBBN, der übrigens die NATHORST^sche Ansicht ober Eophjfton theilt, richtete nun brieflich an den Vortragen- den die Frage, ob demselben auch aus anderen Formationen derartige Eophytan'BhnViche Dinge bekannt seien, denn selbst- Tersrindlich mussten sich, die Richtigkeit der NATHOBST'schen Behauptungen Toransgesetzt , fiberall derartige Abdrucke, resp. Ausgösse derselben bilden, wo dieselben petrographischen Yer- hältoisse, nämlich ein Wechsel von sandigen Schiefern und Letten, vorhanden seien. Es lag nun nahe, derartige Gebilde im bunten Sandstein aufzusuchen, und in der That besitzt die Sammlung der hiesigen Bergakademie mehrere Stucke aus der oberen Abtheilung des bunten Sandsteins, welche mit Erhaben- heiten bedeckt sind, die durchaus mit Eophyton ident sind. Der i. J. 1865 mit der geologischen Kartirung der Gegend von Artem beauftragte, leider verstorbene Bergassessor Giebblhadsbn bat in dem Steinbruche nahe bei der sogen. ^Kneipe^ an der Strasse zwiacben Bottendorf und Ziegelrode, ostlich von Artern, in den oberen Lagen des unteren bunten Sandsteins Stucke gesammelt, welche von Eophyton ununterscheidbare Erhaben- heiten tragen. Auf der Scbichtfläche der dünn seh iefrigen Sand- steine liegen ca. 60 Mm. lange, 10 Mm. breite Erhabenheiten nit Längsstreifen, von denen der Streifen zunächst dem einen Rande der stärkste ist, während die anderen schwächeren Qnter sich beinahe gleich sind. Dieselben stimmen gut mit Tobbll's Abbildnngen von Eophyton und ebenso mit der von Nathobst (I. c. t. XVI. f. 6) veranschaulichten Fucoidenspur im Strandsande, naturlich als Ausguss des letzteren. Dadurch, dass sich nun auch in der Trias derartige sogen. Eophyton gefunden haben ^ gewinnt die NATHORST^sche Behauptung noch mehr Boden, and die nichtorganische Natur der Eophyton, Pa- ^choria, Butotrephis etc. genannten Dinge steht danach wohl »nsser Zweifel. Herr Baübb sprach über die Krystallform des Speisskobalts Folgendes: 247 1. c. t. 5. f. 1. abgebildet ist. Diese zeigt n. a. Flachen des Pjritoßders 1 — ^ — 1 und eines Diploßders von onbestimmtem Aosdrack. Die Neigung der Flächen des Fyritoeders gegen die des WSrfels sind mit dem Anlegegoniometer bestimmt. Die Diploßderflächen liegen in einer bekannten Zone nnd machen mit den Pjritoederflächen stumpfe Winkel, aus denen [8 0—1 '■[ ergeben durfte. Man sieht also, dass die sämmtlichen angeführten Beob- acbtangen keine deutlichen und scharf messbaren Formen des pjritoödriscben Systems mit völlig klar nnd unzweideutig be- stimmten Ausdrucken ergeben haben, sondern es sind nur Flachenkrummungen und Knickungen nebst Streifungen , deren Richtungen auf jene Formen zur Noth gedeutet werden können. Diese Flächen selbst macheu mit den Wurfelflächen sehr stampfe Winkel, und die Messungen, die alle ganz annähernd sind, ergeben meist complicirte Ausdrucke, die zum grossten Theil nicht sehr wahrscheinlich sind. Auch die erwähnte Figur ist wenig beweisend, da man nicht ersieht, ob es eine ideale Zeichnnng oder eine getreue Abbildung des betrefifenden Krjstallft sein soll, da sie in einigen nicht unwesentlichen Paukten jedenfalls falsch ist. Ehe nicht weitere Beobachtun- gen von deutlicheren Formen des pyritoädrischen Systems vor- Uegeu, halte ich die hier beschriebenen für bloss scheinbar diesem System angehorige. Betrachtet man nämlich die Speiss- kobaltkrystalle, wie sie z. B. im hiesigen mineralogischen Mu- seam in grosser Anzahl vorliegen, so sieht man, dass nur die kleinsten davon ebene Flächen und scharfe, gerade Kanten besitzen, alle grosseren Krystalle sind Verwachsungen von hypoparallelen Subindividuen, und es entstehen dadurch auf dcQ Flächen unregelmässige Krümmungen und Knickungen. Besonders die Wurfelflächen sind bei einigermaassen ansehn- licheren Krystallen stark gekrümmt nnd stets ganz matt, schuppig und nnregelmässig gestreift. Wenn auch die OktaSder- flsehen, wo sie nicht sehr ausgedehnt sind, meist glänzender Qnd ebener sind, so knicken und runden sie sich doch auch, wenn sie etwas grosser werden und zeigen ebenfalls nicht sehen unregelmnssige Streifungen. Die unebenen Wurfelflächen teigeu meistens eine Abrundung nach den anderen Warfelflächen ' 248 biOf fieltener nach den OktaSderflächen, and es entstehen da- durch oft Formen, die an flache Pjramidenwarfel erinnern. Ist die Krfimmung nach zwei gegenüberliegenden Worfelflachen grosser als nach dem anderen Paar von gegennberliegendeu Wurfelflächen, so entsteht ein scheinbares Pjritoäder und bei einer Messung in einer solchen Wurfelkantensone kann es nicht schwer sein, ans den bei längerer Drehnng fast fortwährend erscheinenden Lichtreflexen einige Schimmermaxima heraas- zugreifen, aas denen sich dann auch immer ein Ansdrnck far eine solche scheinbare Pyritoederfläche berechnen lässt. Es durfte sich demnach empfehlen, auch ferner noch vorläofig den Speisskobalt für holoedrisch regulär krjstallisirt za halten. Dem widerspricht durchaus nicht das thermoelektrische Verhalten des Speisskobalts, wie es von Groth festgestellt und oben angegeben worden ist. Zwar sollte es nach den interessanten und wichtigen Untersnchungen von G. Rose am Schwefelkies und Glanzkobalt, von denen er leider vor seinem Tode nur die allgemeinen Resultate, nicht aber die Details veröffentlichen konnte, scheinen, als sei allgemein mit diesen thermoelektrischen Unterschieden eine krystallographische Dif- ferenz in der Art verbunden, dass die Hemiäder der einen Stellung positiv, die der anderen Stellung negativ sind, aber weitere Untersuchungen haben ergeben , dass dies , jedenfalls allgemein, .nicht richtig ist, denn unzweifelhaft holoedrische Krystalle haben dieselben thermoelektrischen Unterschiede ergeben. So hat schon 1865 Stsfah nachgewiesen, dass der Bleiglanz theils positiv, theils negativ ist, und neuerer Zeit haben Schrauf und Dana dasselbe vomKJlaukodot und Danait^ Arsenkies, Selenkupferblei und Tesseralkies nachgewiesen, ganz abgesehen vom Tetradymit, dessen rhomboSdrische Form ja vielfach auch als hemiSdrisch gedeutet wird (Sitzungsber. der Wiener Akad. 12. März 1874). Alle oben erwähnten Mineralien haben noch keine Anzeichen von hemiädrischer Ausbildung erkennen lassen, und es folgt somit, dass auch beim Speisskobalt das thermoelektricche Verhalten keineswegs notb- wendig auf ein hemißdrisches Ery Stallsystem hinweist. Was endlich die chemische Zusammensetzung der unter dem Namen „Speisskobalt" hier zusammengefassten Mineralien betrifft, so ist es noch zweifelhaft, ob ihnen wirklich allen die Formel: R As^ (wo R = Co, Ni, Fe, alle in den wechselndsten 249 VerbällDJuen) zabomint. Nach dem Obigen fällt jeder theo- reijicbe Zwang tu dieser Annabme weg, da die Glieder der Pjrilgmppe nicht to aweifelloB mit Speiiskobalt isomorph siod. Die vorhandenen Analysen sind dieser allerdings sehr finfacben Formel eher ungün§tig, da sie in ihrer Mebriabl mehr oder weniger Arsen ergeben , als die Theorie erfordert, und mar sind diese Unterschiede oft aiemlicb beträchtlich. Dibei findet eich nicht selten ein kleiner ■Schwefel geluklt. Die 1. Tb. beirmchtlichen Unterachiede in der Menge des vorbaa* deoen Arsen« sncht Orotb durch fremde Beimiscbnngen in erklären, ood awar soll bei arsenarmen Speisskobalten Eopfer- njckel (Ni Aa) oder das angeblich von Ksmao-rr beobacbtele Einfacb • Araenkobalt (Co Ab) beigemengt aein. Der Araeu- überscliiua aoll von einer Beimischnng von Teaseralkies (CoAs,) herrühren. In der That aieht man den Knpfernickel hiofig in grösserer Menge in dem Speieskobalt eingesprengt, uod sich durch seine kupferrotbe Farbe von dem letzteren ucb in kleineren Flittern acharf abheben, Ea ist ana diesem leuteo Grunde nicht aniunehmen , daaa ein aorgrälliger Che- miker gröaaere Menden dieaea so leicht erkennbaren Briea mit iDsIjsirt habeo sollte. Kleine Unterschiede mögen aber imroer- I l>ia eingesprenglem Kopfernickel ihren Ursprung verdanken, tber nur bei Ni-haltigen ■'Speisskobalten, bei Ni-freieii liest »Den der Kapfernickel gani im Stich, da kommt als Retter in d« Nolh das von Kbhuoott angegebene Einfacb-Arsenkobalt. Di«ae Beobachtung von Einfach - Araenkobalt (vergl. Viertel- jahrtschr. der naturf. Ges., Zörich 1869 pag. 704, und daraua WiMhe wörtlich ; Jahrbuch 1869 pag. 753) iat aber eine der nuge] hafte B ten , die man sich denken kann, und «a fehlt na- meiitlieh eine Analyse; nur das Löthrobr hat bei der hier- iitTg«Btelhen Snbstans (die ich für nichts anderes als Speiss- tobdl balte, soweit man nach der Beschreibung nnd Verglei- '^■Dg mit anderen Stöcken urtbeilen kann) Reactionen auf Co and Ai ergeben. KimGOTT hat sich anch änsserat verklau- . «qlirt ansgesprocben und hinter „Einfach - Arsenkobatt" ein : dicke« Prageieicben gesellt. Das alles hindert aber Obotb ; luthi, diese Verbindung als wirklich existirend anEunebmen I^oi als dem Speisskobalt beigemiaofat darsustelleR', bloss um '(" At-Haagel Ni-freier Speisskobalte dnrcb Vernnreinignng iillwea ni könueD. Das heisst doch wlrklicb in mehr als 250 kahner Weise Hypothesen auf Hypothesen stellen, am weitere Hypothesen sa stutzen. Aehnlich ist es mit der Einmengung des Tesseralkieses, der allerdings an Farbe etc. wenigstens den eisenarmen, minder den eisenreichen Speis skobalten gleicht. Der Tesseralkies hat sich bis jetst nar bei Skutterud gefunden, und zwar nicht mit Speisskobalt, sondern mit Glanzkobalt zusammen. Es ist also eine zum mindesten willkorliche Annahme, ihn als eingesprengt in die sämmtlichen arsenreicheren Speisskobalte aller Fundorte voraussetzen und dadurch den Deberschuss an Arsen erklären zu wollen, wenngleich bei metallischen Substanzen natürlich für vollkommene Reinheit keine Gewähr geleistet werden kaoD, besonders bei den zur Analyse meist verwandten derben Massen. Es sind aber doch nicht bloss solche analysirt wer- den, sondern auch Krystalle, die man jedenfalls als reiner voraussetzen darf, da man häufig beobachtet, dass der die derbe Masse durchziehende Kupfernickel nicht oder jedenfalls lange nicht so reichlich in die darauf aufsitzenden Krystalle hineinreicht, welches Verhalten man wohl auch für die hypo- thetisch eingewachsenen unsichtbaren Verunreinigungen Arseo- kobalt und Tesseralkies annehmen darf. Um nur beispiels- weise eines zu erwähnen, so hat Raukblsbbbo Krystalle von Speisskobalt vom Markus Rohling bei Annaberg ond von Usseglio in Piemont analysirt, und zwar mit der speciellen Absicht, die Zusammensetzung dieses Minerals festzustellen, so dass man jedenfalls annehmen muss, er habe auf Verao- reinigungen scharf und sorgfaltig geachtet. Er hat dabei resp. 76,26 und 76,55 pCt. As gefunden, staU 71,8 pCt., wie die Formel RAs^ verlangt, *eine Differenz, die schon bedeutende Mengen von verunreinigender Substanz voraussetzen wurde. Es zeigt sich somit kein Verhalten des Speisakobalts, weder in krystallographischer, noch in physikaliseher ood chemischer Beziehung, was dieses Mineral der Pjrritgruppe zu- weisen wurde, und er wird deshalb wohl zunächst noch ge- trennt davon zu halten sein, bis einst bessere Krystalle ao- zweifelhaft pyritogdrische Formen und weitere Analysen oder sonstige Beobachtungen die Richtigkeit der Formel R As, dar- gethan haben. Das thermoelektrische Verhalten kommt däb^i gar nicht in Betracht. Herr Katskb. sprach über Versteinerungen, welche Herr ^ 2B1 .Stilheb TOD Sädftmerika mitgebracht bat, und die der Pri- monlialfaDDa nod der FaaDa des Untersilnr aDgchören. Herr Laskad legte eiD darcfa Grosse ausgeseicbDetes Stack Bemstoiu vor, welches im AlinTialsuDd aaf dem im Neastetliner Kreise gel^eoeo Onle Bacbwald des Baoqnier von Kradbb gefoDdeD and von diesem der geologischen LandeaaDStall als (icachenk überwiesen worden ist. Hierauf wurde die Sitsuag geschlossen. V. w. o. Bbtrkib. Wbbbkt. BADia. 3. Protokoll der März - Sitznog. Verbandelt Berlia. dm 3. Uärz 1S75. Voraitaender: Herr Bbtrich. Das Protokoll der Pebraar-Sitanng wurde vorgelesen und genehm igt. Der Gesellecbaft sind als Mitglieder beigetreten : Herr Kreisvicar Brordki in Beuthen i. O.-Scbl., vor^BcblageD durch die Herren Virdbiiz, Katbbb nnd LoesBs; Herr Dr. von Tsohaehbr ans Bern, vorgeschlagen durch die Herren Bbtbicb, Roth and Daus; Herr AcavST ParaziL, Hättencbemilier in Preiberg i. S., vorgeschlagen durch dJe Herreu 6. vom Bath, von Dbcbxh und Dahbb. Der Voraitaende verlas nachstehendes Schreiben des Herrn G^lKT in BreaJaa : Hochgeehrte Herren! Die freundliche Erinnernng and Bberaos gntigen Olückwonsche, welche Sie Ihrem alten Mit- {^iede an seiaer Fromotionsfeier widmen , bat mich sehr erfrent, aber aacb sehr nachdenklich gemacht über alles das Schöne, was Sie von meinen etwügen Leistungen sagen, die, gana aidricbtig gesprochen, während der Arbeit selbst vwigar, aber nscb der Fealigitdlnng stets biiMr meinen Wäauthea snräcbgebliaben , also sLaber von Ebnen als an i 252 nachsichtig beartheilt worden sind. Empfangen Sie meineo herzlichen Dank for diesen Beweis Ihrer Aufmerksamkeit und genehmigen Sie den aufrichtigen Wunsch, mich noch recht oft in Ihren stets für mich belehrnngsreichen Kreisen bewegen zu können. Unter hocbachtungsvollsten Empfeh- lungen ganz ergebenst Göppbrt. Breslau, den 8. Februar 1875. Sodann tbeilte derselbe aus einer brieflichen Mitthcilung des Herrn v. Pritsch in Halle das Vorkommen einer Cyrena, wahrscheinlich consobrina oder ßuminalis bei Ltbll im Dilu- vium von Teutschenthal bei Halle mit und fugte bei, dass ihm auch von Bromberg einmal eine Cyrena aus dem Diluvium zugekommen sei. Derselbe legte dann die eingegangenen Schriften vor und besprach besonders das Werk aber die geologische Beschaffen- heit von Oesterreich von Fb. von Hauer. Herr JuL. Sohmidt aus Athen gab eine kurze Uebersicht über die Hergänge während der Eruption auf Santorin, 1866 bis 1872, wobei die Orte der Ausbruche seit 20 Jahrhunderteo und die Terrainänderungen während der letzten Eruption durch Zeichnungen an der Tafel erläutert wurden. Der alte Ring- wall der Insel, in unbekannter Vorzeit entstanden, besteht jetzt aus den drei Abtheilungen : Santorin oder Thera, The- rasia und der sehr kleinen westlichen Insel Aspronisi. Der Schauplatz der bekannten Eruptionen seit dem Jahre 200 vor Chr. war im Mittelpunkte des alten Kraters, in der Mitte des jetzigen Golfes von Santorin, und. nur ein sicher bekannter submariner Ausbruch ausserhalb des Golfes hat gegen 1650 stattgefunden. Ungefähr 200 vor Chr. ward die sudlichste der centralen Eajmenen oder „verbrannten^^ Inseln gebildet, die Paläa Kajmeni; 1570 — 1573 entstand Mikra Kaymeni, die nordlichste, und 1707 — 1711, zwischen den Vorigen, die Nea Kaymeni. Am SSdrande der letzteren haben sich die Eruptio; nen von 1866 — 1872 ereignet. Sie begannen zu Ende des Januars 1866 mit wenig lebhaften submarinen Erscheinungen. Zu Anfang des Februar traten solide, schon sehr abgekühlte Lavamassen, Blocke und Trümmer über die Seefläche hervor, und zwar in dem kleinen sudlichen Hafen, dessen braunes Wasser vormals die Eigenschaft hatte, die Kupferbelegung der Schiffe zu reinigen. Um diesen kleinen Hafen, besonders an 253 der OstaeUe, lag die 50 oder 60' Häaser and 2 Kirchen zäh- Unde Ortschaft Valcano, die jetzt bis auf geringe Trommer gioilich Terschwondefi ist. Verlassen ward der Ort von den Bewohnern schon am Anfange des Februar 1866, als wegen Senkung des Bodens ond wegen anderer drohender Erschein ouogen es nöthig ward, diese Gegend zu meiden. Der neue LsTabogel im Ynlcano-Hafen erhielt den Namen „Oeorg*^; der meite am 13. Februar ober See erschienene Hngel, südwestlich roffl vorigen, ward „Aphroessa^^ genannt, nach dem Schiffe der Athener Commission, welche von der griechischen Regie- raog nach Santorin beordert ward. Bis 19. Februar waren alle Erscheinungen ohne lebhaften Charakter. Das Aufsteigen der submarinen Lavamassen geschah langsam und ruhig, bei missiger Entwicklung von Wasserdämpfen und mit nur ge- ringem Oetose. Nach Maassgabe der Entfernung von der Lava fand man das Meer von 80^ bis 20° Celsius erhitzt. Ein- zelne Explosionen des Georghugels forderten wenig glühende Schlacken, Steine und Asche zu Tage, und zwar aus der Gipfelregion, welche keinen Krater zeigte. Mit dem 20. Fe- bruar begannen die grossen , oft furchtbaren Aschen- und Steineruptionen, mehrfach bis 8000 Fuss hoch gemessen, und der Vulkan trat nun in die zweite Phase seiner Entwicklung, der zn Folge sich ein normaler Aufschüttungskegel mit 30° geneigten Flächen bildete, stets ohne eigentlichen Krater, und mehr und mehr sich vergrossernd , bis er 1872 mehr als 300 psr. Fuss H6he erreicht hatte und den ganz ähnliqhen Conus Ton 1707 wenig überragte. Seit 1868 ward oft wahrgenommen, wie das Terrain des Gipfels sich abwechselnd hob und senkte, wenn die Eruptionen nicht mächtig genug waren, um eine all- seitige Sprengung zu bewirken. — Durch den Erguss der sub- marinen Lava wurden grosse Strecken des Meeres ausgefüllt, Qod nach fünfjähriger Wirksamkeit waren im Osten, Süden und Westen der Nea Kaymeni sehr ausgedehnte rauhe Lavafelder aber See getreten , deren . Ränder schroff gegen die See ab- fallen. Da die Ausfüllung des Meeres die Hundertfaden-Linie oberschritt, und die Seehöhe des sichtbaren Lavagebiets (ab- gesehen vom Georg-Conus) gegen 100 Fuss beträgt, so kann man die Dicke der Lava im Maximo zu 700 Fuss annehmen. Ueber dem Lavaterrain steigt der Georg-Conus noch gegen 254 I 200 Pau ftn, ledigltcb »aa Asch«, Blöcken asd BimtteiDen, SD sehr geringem Tbeile aut geiosseacr Lara Imstebend. Noch im Herbat 1873 sah man doa Oipfal des Geor^- hägvls daropren, und an ihm, sowi« im Daheu Meere fand mm noch hohe Temperataren. Die fröhesten Beobachtnngea verdankt man dem Dr. in«d. Dbkicala auf Santorin. Am 11. Febraar begannen die Uil- glieder der Athener Commission ihre Baobacbtangen. Spiier kamen die fransosiachen Gelehrten FoUQnll ood DB VBBliEiriL, die deutschen Geologen voq Sbibaos, Rkus, StOul ood TOD FftiTSCH. . Fotii)D^ besuebte Santorin später nochmali, nnd ebenso war der Vortragende cnm iweilen Male anf Sso- torin im Jannar 1868. Durch Miitheilongea der Capilioa nnd Officiere von Kriegsschiffen ward die Sammlang von Docd- menten über BeabachtDngeii und Messungen sehr anaehnlich. Das jöngst erschienene Werk des Vortragenden, „Vnlkao Stadien", giebt darüber nähere Kunde. Herr Katbib legte eia Exemplar von GoniatiUt inlu- metcen» von ca. 60 Mm. Durchmesser vor, welches sieh in einer grossen von der Bergakademie vor Kariem aagekanfleo ^Sammlang von Bifeler Vcrsteio orangen geranden hatte. Der Erbaltnngaatt nach kann das Stück — ein aas weisalicbeiii, zerreiblicben Dolomit bestehender Steinkeru — wohl nur sai den hellfarbigen, t. Tb. stark dnlomitisirtan Mergelkalken stammen, welche bei Bödeabeim im Hangenden der Slringo- cepbalenkalke auftreten und eich durch Lagerung und Fauns (Spiri/er Vemeuili, Bhffnokonelia cuboidti, Camarofhoria /or- rwia etc.) als ein Aeqnivateot der belgischen sogen. Cuboldei- schiohten (Ibergerkslk) erweisen. Üo viel dem Vortragenden bekannt, ist es daa erste Mal, daee sich in diesen Schichten in der Eifel auch Gon, intumetcetu gefunden bat, bekanntlich der typische Repräsentant der für die ältere Oberdevoa-Fanoa so beseichnenden crenaten (oder primordialen) Goniatiten. Derselbe Redner legte weiter einen kleinen, aber sehr wohl erhaltenen verercteo Steinkeru eines sehr dicken Gonia- titen mit überaos weitem und tiefem Nabel und einer mit der von Gon. lateieptatiu fast genau übereinstimmenden Sntnr vor. Auch dies Stück war der Akademie mit der vorerwähntcD Sammlung sagegangen und hatte sich in einer Schachtel mit BSdesheimer Goniatiten vorgefunden. Diese Qoniaüten kom- 265 men bekanntlich in graulichen MergeUcfaicfern vor, welche im Haogeoden der oben genannten Caboideekalke liegen. Sollte der in Rede stehende Steinkern in der That ans den Bodes- heimer Goniatitenschiefern stammen — wofür die Erhaltnngs- art allerdings sa sprechen scheint*) — und nicht etwa von einer noch unbekannten Eifeler Localiiat, so wäre derselbe von grossem Interesse. Denn wahrend es Regel ist, dass die Daatilioen Goniatiten nicht über die obere Grenze des Mittel- devon hinausgehen, die crenaten aber sich auf das untere Oberdevon beschränken, so ist ein Zusammenvorkommen beider dorcbaas ungewöhnlich. Ja, obige Regel hat im grossen (laoaen eine so allgemeine Geltung, dass der Vortragende noch im vorigen Jahre Angaben, die mit ihr im Widerspruch stehen, in Zweifel ziehen su müssen glaubte. Solcher Angaben sind iodess nur wenige. Nach den Brüdern Sardbbrqbb ist Gon. tubnautümus bei Madfeld nnweit Brilon (nach y. Dbohbn's Karte das gleiche Niveau wie Nehden) gefunden worden (Rhein. Schichtensjstem in Nassau pag. 117). Weiter kommen Dach Herrn v. Grodobck in der Gegend von Clausthal crenate and naotiline Goniatiten in ein und derselben Schicht vor, and neuere, sorgfältige Untersuchungen des Herrn Halfab scheinen jene Angabe in der That zu bestätigen. Darf nun der in Rede stehende kleine Goniatit wirklich als von Budes- heiiD stammend angesehen werden, so würden wir bereits drei Locaiitäten haben, wo die im Uebrigeo für die Verbreitung des Goniatiten im Devon geltende Regel eine Ausnahme erleidet Herr K. A. Lo8SB5 sprach über eigenthümliche , theils makro- theils mikroskopische Trümer, welche Quarz- und Feldspathkrystallkörner in den Porphyroiden des Harz schein- bir durchsetzen und ein Mittel an die Hand geben zu der oft sehr schwierigen Unterscheidung krjstallinischer und klastischer Mioeralkorner in den Gesteinen, besonders in den normalen oder metamorphen Sedimentgesteinen. Diese meist kaum 1 Mm. bis 0,1 Mm. und darunter weiten Trnmec bestehen wie die erwähnten porphyroidischen Einsprengunge, aus Quarz und *) Dem Msteri&l nach könnte der fragliche Steinkern anch von Nehden sUmmen, soweit aber bis jeut bekannt , kommt dort ein ahn- iicher Goniatit nicht vor. 256 Feldspath. Beim ersten Anblick mit der Lape oder anler dem Miiiroskop im gewöhnlichen Licht rufen sie häofig den Ein- druck von nachträglich in dem festen Gestein entstandenen und wieder ausgefüllten Spältchen hervor, was, abgesehen voo der trumartigen Form, oft noch besonders darin seinen Grund hat, dass ihre Mineralsubstana klarer ist, als diejenige der scheinbar durchsetzten Einsprengunge. Hiernach konnten diese letzteren ebensowohl krystalli nischer als klastischer Natnr sein. Dass dem indessen nicht so sei, dass vielmehr eine genauere Untersuchung dafür spricht, sowohl die Substanz der TrSmer, als die der dem Gestein eingesprengten Korner seien an Ort und Stelle in dem nach der Sedimentation in der Verfestigung begri£fenen Gestein erfolgte Krystallisationsbilduogen wesent- lich ein und desselben Bildungsprocesses , dafür bringt der Redner folgende Grunde bei: 1. Spricht dafür der Umstand, dass die Körner wie die Trümer aus derselben Mineralsubstänz , Quarz und Feldspatb, bestehen, und in der Regel, wenn auch nicht stets, ein Trum innerhalb der Grenzen eines Quarzkornes Quarz, innerhalb eines Feldspathkornes Feldspath enthält. 2. Ist eine bestimmte Grenze zwischen der Trumsubstanz und der Substanz der Korner innerhalb dieser letzteren selbst bei starker Vergrosserung und bei verschiedener Klarheit der Substanz nicht wahrnehmbar, 3. Die Verschiedenheit der Klarheit der Substanz an- langend, die am meisten die gegen theilige Auffassung befür- wortet, 80 ist hervorzuheben, dass, wenn auch vorzugsweise eine klare Bahn innerhalb der Mineral körn er der Fortsetzung des Trumes ausserhalb entspricht, meistens %ogar ohngefahr in gleicher Breite mit diesem letzteren , es dennoch nicht an klaren Stellen in den Krystalikörnern auch neben dieser fort- gesetzten Richtung oder an unregelmässigen seitlichen Erbrei- terungen der klaren Bahn, oder endlich an ganz klaren Krj- stallen fehlt, wo also jener Unterschied in der Klarheit ausser Betracht fällt. 4. Die ganz klaren Krystalle rufen denn auch schon beim ersten Anblick den Eindruck hervor, als seien sie nur seit- liche Erweiterungen des Trums und leiten so unmittelbar auf die Vorstellung der einheitlichen Bildung von Krystallkorneru und Trümern hin; dieselbe Auffassung befürworten solche 257 KrjBUUe, in welche von zwei Seiten die zugespitzten Bnden zweier sich begegnenden, aber in ihrer Richtung nicht genaa aafeinander treffenden Trümer einmanden und in der Krystall- sobstans aufgehen. 5. Weiterhin iet aber auch die Substanz der zumeist wuserklaren Trümer keineswegs allerwärts klar, vielmehr an einzelnen Stellen ebenso licht bräunlich oder graulich gefärbt, wie die meisten Krystallkorner zum grössten Theil. 6. Ganz besonders aber befürwortet ein bereits an an- derer Stelle (cfr. diese Zeitschr. Bd. XXI. pag. 316 — 819, wo jedoch die Beschreibung in mancher Hinsicht zu verbessern ist) mitgetheiltes Vorkommen die vom Redner vertretene Auf* fsssang: Es giebt bei Rnbeland Porphyroide, welche dunkel- graa bis tintenfarbig pigmentirte Quarz- und Orthoklas - Ein- sprengunge neben den helleren Krystallkornern besitzen und in diesen sind auch die bereits makroskopisch deutlich sicht- baren Trumer theils klar, theils ebenso dunkel pigmentirt, wie die Einsprengunge und es verhalten sich die dunklen Trumer IQ den dunklen Krjstallen ganz ebenso, wie die klaren Tru- mer zu den vollständig klaren Krystallen. Dabei nimmt man DDter dem Mikroskop deutlich wahr, dass das noch näher zu profende, höchst wahrscheinlich kohlige und der dunklen Sobstanz in den Couseraniten , C hiastolilhen und anderen Mi- neralien vergleichbare Pigment, da wo es weniger dicht ver- theilt ist, nur eine schwache Bräunung hervorruft, wie sie die helleren Krystalle meist, nur in noch geringerem Maasse, zeigen. 7. Zu allen diesen Momenten tritt der wichtige Um- stand, dass bei Anwendung von polarisirtem Licht fast an allen Stellen, wo ein solches Trum einen Quarz - oder Ortho- Maskrystall scheinbar durchsetzt oder in ihm endigt, die Pola- riiatJocsfarbe des Krystalls und des Trums bei gekreuzten Nicols und jeglicher Drehung des Schliffs in seiner Ebene dorchaus dieselbe ist. Während im polarisirten Licht die Tromer da, wo sie die Grundmasse durchlaufen, aus einem sehr bunten Mosaik kleinster Kryställchen bestehen , herrscht ftat stets mit einem Male bei dem Eintritt in das porphyroidische Ktystallkorn auf die ganze Erstreckung ein und dieselbe Farbe, wie schon gesagt, diejenige des scheinbar durchsetzten Kry- stalle. Ja man sieht gar nicht selten, dass die Farbe der Krystallkorner nicht nur innerhalb des normalen Krystall- 2«itt. u* Am Labrador dagegen seigt sich die optische Mittellinie stets positiv nnd die Axenierstreaung in den Farben p > o. £8 wird hieraus gefolgert: 1. dass gewisse Mineral- varietäten, wie der Mondstein von Mineral Hill, der Tscher- makit vom Bamle in Norwegen auf den Albit, der KalkoJigo- klas oder QafneQordit auf den Labrador zoraekzofahren seien ; 2. dass die TscHBUiAX^sche Theorie mit Bestimmtheit für den Labrador zurückgewiesen werden müsse, insofern bei dem Zusammentreten zweier Minerale, deren Mittellinie negativen Charakter und deren Axenzerstreuung den Index p < ü habe, nicht ein anderes Mineral resnltiren könne, welches eine Mittellinie von positivem Vorzeichen und einer Axenzerstreanng p > u aufweise. Herr Baubr besprach die Analyse des Tschermakits von PiSANi, die in derselben Arbeit von Dbs Cloizbaux angefahrt ist, und die mit der Analyse von Hawbs vollkommen überein- stimmt und ebenso mit der TscHBRMAK^schen Theorie, nach welcher der Tschermakit ein Na- reicher Oligoklas ist. Dbs Cloizbuax erklärte ihn auf Grund seiner optischen Unter- suchungen für Albit. Diese Untersuchungen durften aber kaum geeignet sein, die TscHBBHAK'sche Theorie als unzutreffend zu kennzeichnen, da diese Frage wesentlich vom chemischen Stand- punkt aus entschieden werden muss, und da hat man doch gefunden, dass bei allen guten Analysen Theorie und che- mischer Befund durchaus übereinstimmen. Herr Schmidt legte einige Blätter der photographischen Copie seiner Mondkarte vor. Hierauf wurde die Sitzung geschlossen. V. w. o. Bbtrich. Dambs. Baubr. Druck von J. P. Starcke in Berlin. Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft. 2. Heft (April, Mai und Juni 1875). A. Aafs&tze. 1. A» den Thüriiigischeii Sehiefergebirge. Von Herrn R. Richter in Saalfeld. Hiersu Tafel VIU. Nachdem es gelangen, die von dem konigl. bajer. Ober- bergrath Herrn Dr. C. W. Gombbl zuerst bei Gräfentbal und bei Steioach nnterscbiedenen graptolithenreichen Schiefer im Hftogenden der obersiloriacben Kalklager Thoringens (yergl. diese Zeitschr. XXIII. pag. 782) aaf der ganzen Strecke von Saalfeld bis Hämmern als ein constantes, wenn aach mehrfach bis zum Verschwinden verdrucktes Glied des obersil arischen Systems im Tharinger Walde zu erkennen , zerlegt sich das ganae System am einfachsten in eine untere graptolithenreiche Abtheilang (Graptolithenschichten) , welche aus den basalen Kiesel • und Alaunschiefern (3. des umstehenden Profils, welches dem sudlichen Theile der Umgegend von Saalfeld entnommen ist), den mittleren Kalklagern mit Orthoceras hohe- mom Babb. und Cardiola interrupta Bbod. (4. des Profils) Qod aas den hangenden Kiesel- und Alaunschiefern (5. des Profils) besteht; und in eine obere tentaculitenreiche (Tenta* *) Vergl. diese Zeitschr. XIH. pag. 231 ff. * ^iti. a. D. ge«l. G«s. XXVII. S. 18 262 culiteDBchichteu) , welche aus den EnoteakalkeD mit KteD&- kanthasBtacbelD , Tentaeulites aouaritu und Favoritei gotüandka GoLDF. (6. des Profils), ferner den N ereilen sc hicbten (7. d« Profils) und den Schiefern mit Tentaculile« cancellatu» {S- des Profils') , endlich den alauoschiererartigen Grenzachiefero , iu denen bis jetzt Petrefacten tiicbl anTgerundeH sind (9. des Profils), sieb aufbaut. 1 13. 8cboiieT. II. Zechetein. 10. CypridinenBchiefer. 9. GrensBcbiefer 8. CancellatDucbichten (Ten liienKhIerer). "*) 7. NereiKnichichMii. 6. Klenaksnth Dachich ten (Tenltca- Ute nach lebten (Oiin.)*). 5. Oberer OrnptoliihenKhierer. .1. InTBrruptalialk, ") 3. Cnlere Oraptolithenichfefar. ■2. CaieriUor. 1. PhycodoBchichteii. Ihrer petrographt Beben BeBehafTenheit nach sind die in Rede stehenden oberen Oraptoütbenscbiefer, die eelbauer- ständlich mit den liegenden Interrnptakalken nnd den hangen- den Ktenakanthneschichten in vollkommener Concordani Bicb befinden , mit den unteren Ora ploli theo ach ie fern fast gani gleichartig nnd HandstÖcke auB beiden Horizonten lassen Bi nur bei genauer Vergleichnng unterscheiden. Wie die anleren. so constitniren die oberen Graptolithenschiefer in ihrem tiefeiea Theile einen KieselBchiefer, der nach aufwärts mehr and mehr mit AlaunsohieferlBgen abwechselt und endlich gans nnd gar Eurücktriit; wie jene, gestatten sie dem unbewaffneten Aog« *) Der Name ist gewäblt worden , am das Formationiglicil t^ daa liehte, in welchem WJrbelthicrrcice vorkommen, BnEZDieichncn. •*) Der in dieaer Zeitacbr. Bd. XXIII. pag. 782 gebrauchte Name Ockerkalk würde ebenao den Zecbtlciiikiilken zukommen, aai denen hier Ocker in weit grösserer Menge gewonnen wird, als am dem InterropM- kalk. "*) Nach dem vorbcrrscbeuden Tenlaaililti eancetl«hi>. eiae Duterscbeidung der Gemeogtheilo nicht; wie j«ne betitsan sie eiae regelmässige Schieferung , die eich vod ceDtimetar- iiuken Tafeln liia zu papierdünneo Blättern verfolg«!! läist; wie diese siud sie tiefBchwari und oeboien erst nach längerer Einwiricung der Atmosphärilien graue und weissliche Nuancea ■D aod naterscfaeiden sieb nur dadurch, dass ihr Korn etwa« Heiliger raah und ihre Härte etwas geringer ist, wag auf eiaeo grössereo Oebalt von Thouerde hinweist, vermöge dessen sie an (Daneben Panktea , wie bei Steioaeb und Oeberidorf, bd der Verwitterung in thonige Blätter und Splitter »rfalleo. Fast scheint es, als ob Enoslhabdt das Vorkommen dieser Schiefer iu der Partschengasae lu Steinscb meine, wenu er [diese Zeitschr. Bd. IV.) gewisser Thonschiefer gedenkt, die ia Folge von Anfeuchtung plastisch werden. Auch ist die Beimengung von Eisenkies eine geringere, weshalb diese oberen Graptolitbenschiefer, obgleich auch ihre Pelrefactea nicht selten verkiest sind, doch wenig Neigung zur Erieugung jener Efflorescenzen zeigen , die in den nnleren U rap toi itheu schiefern so häu6g und nutzbar, der Erhaltung der P«lrefBcten dagegen so uacbtbeilig sind. Nur an einem Punkte, im Rolheobach anweit Saalfeld, sind sie eine Zeit lang inr Vitriolbereitung verwendet worden. Dagegen sind ebenso wie dort die Abdrücke der Petrefacten mit einem Pyropbyllit- bäutcben aberzogen und die Verkiesungen von diesem Mineral nmhälJt. Ein mehr als nur gradueller Unterschied scheint der sa sein, dasB die oberen Graptolitbenschiefer fast überall und am meisreu bei grösserer Mächtigkeit eine Streckung in der Rich- long des Streichens und eine .Stauchung in der Richtung des Ftllena wnbraebraen lassen, die am deutlichsten in der Be- schaffenheit der Petrefacten cum Ausdruck« gelangt, indem di«ae in der ersten Richtung länger und schlanker, in der iweiten kürzer und breiter erscheinen, als In den zwischen- liegenden Richtungen, in denen allein sie die mittleren nalür- licben Dimensionen beibehalten. Die paläonto logischen Unterschiede lassen sich vorläufig nuch ni(;ht mit Sicherheit bezeichnen, da die Untersuchung pflD , die gegeo den Rand bin durch Einschiebacg sieb ver- mehren, und einigen liemlicb entfernt stehenden Anwachi- Btreifen versehen. Der Rand scheint leistenartig verdickt ge- wesen zn sein, da oß nur der vertiefte Eindruck desselben erhalten ist und bei Erhaltnng der ganeen Schale diese immer innerhalb der Randleiste eingedröckt ist , so dass swischen diesem Rande und dem Scheitel eine ringförmige Verllefang entsteht, in welcher die Radialrippen selten erkennbar bleiben, nnd in diesem Falle es den Anschein bat, ale ob ein glattes Band iwiscben Rand und Scheitel liege. In den obersten Lagen nnseres Horiionls die Schicht- flächeo dicht, wie ein Pflaster bedeckend, so daes kaum ein Tentaculit oder Oraplolith dazwischen Raum findet. Dicranograptus Hua. t. Tb. Der kane verkehrtkege] förmige Fass verbreitert sieb nach oben und bildet so die Basis für die «wei monoprionidi sehen Arme des Stockes, welche in einem weitgeöffneten Winkel divergiren nnd einander ihre Dorsalseiten cnkehren, während die Ventralseite mit den Zellen nach aussen und anten ge- wendet ist. Nach diesen Charakteren gebort hierher ausser dem typischen D. divaricatu» Hall nur noch die nnten so beschreibende Form, denn CladograpWt Forchatnmeri Geir., den Hall mit der (>attang vereinigt, hat in der Abbildung bei Gbiwtb ((iraptolilben Taf. V. Fig. 29 — 31) einen Fuss, nach dessen Stellung die Arme einander die Veniralseite sokehren und gehört demnach in Didymograpttu. Von der Bescbaffenheit der Zelten, die Hall als blosse Einsenknngen in den Canal ohne becherförmigen oder anders- gestalteten Rand charakterieirt , wird um so eher abgesehen werden dürfen, als auch in anderen Gattungen, namentlich in der Gattung Monograptut Formen wie M, chorda nnd die übrigen Rastriten (diese Zeitscbr. Bd. XXIII. p. 240. Taf. V. Fig. 2 — !■) vorkommen, deren Zellen auch bloss in den Canal eingelaseen und nnr durch Ornamente oder Bewaffnungen ansgeaeicbnet sind. Die nnmittelbar aas dem Fasse entspringende Diver- gena der beiden Arme des Stockes ist an der Basis nicht durch den Scheitel eines Winkels, sondern darcfa eine ziemlich weile und völlig glatte Anirnndong markirt und acbliesst 267 deshalb Formen, wie D. sextans Hall, D, ramosus Hall, D, /urcatuB Hall und D, Clingani Carb., die am Grande des Stockes diprionidisch erscheinen and dann erst in zwei mono- prionidiscbe Aeste zerfallen, aas der oben, definirten Oat- toDg aas. 7. 2>. poBthumus n. sp. Taf. Vm. Fig. 2. 3. Foss einfach , wenigstens lässt sich bis jetzt keine Spar der Nebenfasse des Z>. divaricaiuB Hall erkennen. Canal eng mit einer Axe, die in dem normalen Verhältniss za demselben steht. Die Linien, die in der Sabstanz des Fasses zum Vor- schein kommen, sind nicht bei allen Exemplaren dieselben ond lassen sich deshalb nicht mit Sicherheit anf die Anfange der Axe beziehen. Bei dem vorliegenden Erhaltungszastande sind am Canal weder die gewohnlichen schiefen Qaerranzeln, Doch aach die Knötchen nachzuweisen , welche bei D, divari- catus Hall erscheinen , obgleich einzelne Andeotangen der- selben vorhanden sind. Die Zellen entspringen in solcher Batfernong von einander, dass die Basis der folgenden Zelle mit der Spitze der vorhergehenden aaf gleicher Hohe steht; legen sich eng an den Canal an, von dessen Richtung sie nur om ca. 20° abweichen, haben die vierfache Länge des Quer- dorchmessers and stellen enge Becherchen dar, deren Aussen- wand etwas schneppenformig vorgezogen ist. Die Mündung Hegt zwischen dieser Schneppe und dem Canal und scheint mit einem verdickten and abgerundeten Saume versehen zu sein. Der Fyrophyllituberzug, der sich ohne Verletzung des Petrefacts nicht abheben lässt, verbirgt manche Details. Haaptsächlicb im mittleren Theile des Horizonts. 8. Monograptus eolonus Babr. QrapioHikMt cohnus Barrandk, Oraptol. de Boh. pag. 42. PI. II. f. 1-5. 9. M, nuntiu» Babb. Grapt, nuntius Bahr. 1. c. pag. 45. PI. II f. 6—8. 10. M, cf. aagittarius His* Prionoius $agitiarnii Hisingbr, Leth. enec. Sappl. p. 114. t,35. f. 6. Monograpius tagiitariui Eis., Qbinitk, Graptol. t. 2 f. 3. 4. nnd t. 3 f. 9. 10. 268 11. M. Nil$9oni Barb. Grapl. Niisioni Bar». 1. c. png. 51. PI. II. f. 16. 17. Neben der echten Form Barbakdb's findet sich auch die robustere, die Nichoi^on (Quart. Journ. of the Geol. Soc. 186ä PI. XX. f. 20. 21.) aU var. major unterscheidet. Abgesehed von den Dimensionen bleiben die Relationen der eiozelneq Theile zu einander gleich, da die Stärke des Canals jener deff Zellen gleich ist, die Stellung der letzteren um 15^ von der Richtung des Canals abweicht und die Länge der Zellen, deren jede mit ihrer Spitze nur die Basis der nächstfolgenden er- reicht, 2,5 mal grosser ist, als ihr Querdurchmesser. Die Axe, die auch in vielen Abdrucken aus Eisenkies besteht, zerfallt öfters in ganz kurze cylindrische oder kugelförmige Fragmente. 12. If. microdon n. sp. Taf. VIII. Fig. 4. 6. 6. Schlank und sehr langsam an Stärke zunehmend. Der einfache Fuss ist meist, wie bei den monoprionidischen For- men überhaupt, aufwärts zurückgeschlagen. Der nicht selteD leicht hin und hergebogene Canal ist stärker als die Zellen mit einer Axe von normaler Stärke und an den Seiten da, wo der Boden der Zellen zu vermuthe» ist, mit einem Orna- ment, das bald als eingedrückter Punkt, bald als Knotehen erscheint. Die schiefen Querrunzein des Hautskelets, die anderen Formen selten fehlen, lassen sich hier vielleicht in Folge der Pjrophyllithülle nicht erkennen. Die Zellen be- schreiben mit dem Canal einen Winkel von 15*^, stehen om ihre eigene Länge von einander ab, so dass die Spitze der uo-- teren Zelle nur wenig über die Basis der darüber stehenden hinaufreicht, sind am Grunde bauchig, nach oben fast hals- artig verengt und der Mund säum tritt nur sehr wenig nach aussen und unten aus dem Umrisse der Ventralseite hervor. Vermöge der verbältnissmässigen Stärke des Canals nnd der damit zusammenhängenden Abplattung der Zellen scheint der Stock eine gewisse Rundung besessen zu haben, was auch daraus hervorgeht, dass scalariforme Exemplare oder solche, deren Axe in der Medianlinie liegt, ziemlich häufig vorkommen. 269 13. M. priodon Bbonh. Lfmaloctrai priaJan Biunn, Leth. geogn. I. p^g. 56, t. 1, f. 13. Grapl. prhJon Bari., Grapt. pag. 38. Fl. I. f. t — 14. T»f. VlII. Fig. 7. Häafig nar im oberen Theile des Horizonts und zwar mntt verkiest in Gesellschafi der Tentacaliten , der Pterinaea lintalula d'Orb., der (hrdiola ttriata Sow. und der Discinen. Bios dieser verbiesten Exemplare zeigt an dem stärkeren Tli eile des mröckgesch lagen en Pusses eine deutlich erkennbare Zelleu- inäodDDg und unterstützt somit die Ätiscbauung, dass der Fufia eigeoilich nur das erste Individuum des Oraptolilhenstockes »i, welches nach Bildung der ersten Knospe zu Gründe geht Diid fortan nar uocb znr Befestigung der Colonie dient. 14. M. Ludentis MDRCHtson. .Cr. Ludeniu Hobch., Sil. Sjit, pag. 1)94. PI. XXVI. f. 1. la. Taf. VIII. Fig. 8. 9. 10. 11. Die Artbeslimmung beruht zunächst anf der fast vollkom- nrnen Uebereinstiiamung des hiesigen Petrefacis mit der Ab- biJdntig bei McRCHison. Die einzige Abweichung besieht darin, ilus in der vergrösserlen Figur la die Zellenmünduugen nicht iDgedealet sind, ein Maugel, der 1S39| zu einer Zeit, in der BABKAnDs's bahnbrechendes Werk über die böhmischen Gra- ptolilhen noch nicht erschienen war, wohl Entschuldigung finden "ird. Eine weitere Stütze für unsere Bestimmung gewähren E\eitiplare aus nordischen Geschieben, die in der Umgebung Ton Rostock gesammelt worden sind. Der Stock erreicht eine ansehnliche Länge und ist im JngendzQStande leicht rückwärts gekrümmt, wachst aber dana in gerader Richtung fort. Der Canal erscheint im Profil we- niger siark, als die einzelne Zelle und zeigt eine nur sehr langsame Zunahme. Die Axe ist von Dorraaler Beschaffenheit und conservirt sich oft noch auf eine bedeutende Länge, wenn «ich die jüngsten Zellen des Stockes gänzlich aerstört and mschvDDdea sind. Die di eh lansto säenden Zeltes, deren Reibe 0,6 von der Profilbreite des Petrefact« einnimmt, atehen um 30° vom Canale ab, haben die doD[>elte Lanse ihres Ooer- 270 nach vorn za einer abwart« geneigten Spitze verlängert. Die zahlreichen scalariformen Exemplare lassen aaf eine gewiese Rundung des Stockes oder auf Abplattung der Dorsalseite schliessen. Der häufigste Graptolith des Horizonts, aber so vielfach auch alle Schichtflächen völlig von demselben bedeckt werden, so gehören doch längere Individuen zu den Seltenheiten, wäh- rend die Stucke bis zu 3 Cm. Länge (Taf. VIII. Fig. 4) die Hanptmenge des Vorkommens ausmachen, ganz in ähnlicher Weise wie in den Handstucken nordischer Kalkgeschiebe , in denen zugleich M. tenuU Portlook (sicher von M, Nüssoni Barr, verschieden)*) sich findet. 15. M* convolutua Hisingbr. Prionolus eofwoluhu Hi9., Leth. snec. Snppl. p. 1 14. t. 35. f. 7. Graplol. spiralis Baar., Grapt. pag. 54. PI. IV. f. 10—13. M, contolulus Gbin., Grapt. pag. 45. t. 4. f. 30 35. Nach einigen Kieskernen von leider unvollkommener Er- haltung scheinen die Zellen auf dem bandförmigen Canal eine ähnliche Stellung zu haben, wie bei JH. tunriculatus Barr. 16. M. gemmatus Barr. Grapt. gemmatus Barr., Grapt pag. 68 PI. IV. f. 5. - — diese Zeitsehr. V. pag. 462 Taf. XII. Fig. A4, - — diese Zeitachr. XXIII. pag. 240. Taf. V. Fig. 2. 17. M. fugax Barr. Rastrites fugax Barh., Grapt. pag. 66. PI. IV. f. 1. M. jpiiuf, diese ZeiUchr. V. png. 462. Taf. XII. Fig. 32. 33. - — diese Zeitsehr. XXIII. pag. 235. Taf. VIII. Fig. 12. Wie die vorhergehende Art ein echter Rastrit, dessen Zellen als kleine umgekehrt kegelförmige Becher mit weiter Mündung gleichsam in den Achseln stehen, welche die hier ziemlich geradlinigen appendiculären Theile des äusseren Zell- randes mit dem Canale bilden. ^) Vergl. dazu Damks, Beitrag zar Kenntniss der Gattung DictgonemOj diene Zeitsehr. XXV. pag. 383. 271 Aas dem einfachen meist zortickgescblagenen Fusse ent- springt der sehr enge, entfernt qaergeranzelte Cana] mit einer Axe von entsprechender Feinheit und beschreibt eine ziemlich weite Spirale von nur wenigen Umgängen, die aber meist etwas in die Lange gezogen ist and den Anschein hat, als ob »ip nicht in einer und derselben Ebene gelegen , sondern sich io amgekehrter Eegelform erhoben hätte. Die Zellen befinden sich auf der Aussen- und Oberseite der Windungen des Canals, sind wie bei M. gemmatuH in den an diesen Stellen verdickten Ganftl eingelassen und am die Länge ihrer appendiculären Spitzen von einander entfernt. Wo die Krümmung des Canals starker ist, stehen diese Ornamente rechtwinklig ab, je flacher dagegen die Krümmung ist, desto steiler richten sie sich auf Qod liegen am Canal an , so dass solche Stacke ' wie Theile des M. NUstoni erscheinen. Sie lassen sich jedoch leicht, am besten in den Verkiesungen von diesem unterscheiden, da sie spitz sind, während die Zellen des M, Nilssoni bis an^s obere Ende gleich stark bleiben oder sich sogar etwas verdicken. Mit den beiden vorigen Arten besonders im mittleren Theile des Horizonts, wo centimeterstarke Lagen von Kiesel- schiefer mil solchen von Alaunschiefer wechsellagern. Taf. VIII. Fig. 13. In den Alaunschiefern des Schwefellochs bei Schmiedefeld li&t sich einmal ein Petrefact gefunden, das nach Krümmung Qod Verästelung des Stämmchens sich nur mk Cyrtotfraptus Mwchiioni Carrothras (Brit. Graptol. Geol. Mag. 1868. p. 72. ^^- V. f. 17.) vergleichen lässt, sofern dabei von den Zellen, die ao dem britischen Fossil so ausserordentlich scharf aus- geprägt sind, abgesehen wird. Denn beide Bänder des bie- sigfco Petrefacta sind vollkommen glatt, und auch die minutio« teste Untersuchung zeigt weder hier eine Spur von Zellen, i>ocb auch innerhalb dieser Ränder eine Andeutung, dass ein scalariformer Erhaltungszustand vorliege. Allerdings ist die Untersuchung dadurch erschwert, dass die beiden Spaltflächen ^<^8 Stackes, welches nicht so flach, wie die Abdrucke der. Riitvorkommenden Graptolithen auf dem Schiefer liegt, son- dern ungefähr 0,5 Mm. in das Gestein eingedruckt ist, mit klei- nen Bisenkieskrjstallen bedeckt sind. Die vertiefte Mittellinie, die durch einen Theil des Stuckes hinläuft, scheint Folge davon 272 za sein, dass dio an den Wänden des Hohlraams, der nac Zersetzung des nrspranglicb vorhanden gewesenen Korp« zurackblieb, sich bildenden Kristalle den Raum nicht voUkon men ausfüllten. Die an der Aussenseite des Stammes befinc liehen Aeste stehen in regelmässigen Entfernungen von 9, 2 . > und (in der Verlängerung des Stammes, welche die Ikbbildut^ nicht mehr wiedergiebt) 3X9 Mm. von einander ab. Taf. VIII. Fig. 14. 15. Ungleich dem unteren Oraptolithenhorizonte , in welcbei bisher ausser den Graptolithen nur ein kleiner Nautilus (JV. vei^ vergl. diese Zeitschr. XXIII. pag. 243.) und neuerlich ein O^ thoceratit als grosse Seltenheiten gefunden worden sind, entha^ der obere Horizont gar nicht selten Formen, die den Graptoi lithinen nicht angeboren , aber freilich ihres unvollkommene Erhaltungszustandes wegen vorläufig incertae sedis bleibe müssen. Manche derselben gestatten einen Vergleich mi| Hinterleibssegmenten und Steuerapparat von iJeratiocarü y ao dere mit Conutanüf wieder andere sind wnrmförmig und mi starken auf der concaven Seite der Abdrucke gespaltenei Rippen versehen, noch andere schlauchförmig mit äassersj feinen Querrunzeln, deren Zwischenräume mit Pyrophjllit aus- gefüllt sind und in Folge davon ein eigenthumliches flimmemdef Aussehen darbieten. Etwas deutlicher, aber trotzdem unbestimmter sind Ab^ * drucke, wie Figur 14 u. 15 unserer Tafel, welche innerhalb eines spatelformigen Umrisses mit kleinen nach aussen dicb^ gedrängten, nach innen entfernter stehenden Furchen bedeck^ sind, die meist nur eine hakenförmige Gestalt zeigen, bei bes^ serer Erhaltung aber als scharf eingeschnittene geschlossen« Ovale erscheinen, deren Ipnenraum von quincuncial geordneten Knotehen oder Spitzchen eingenommen wird. Ein Vergleich mit lebenden Formen lässt sich kaum finden. 273 ErUaraig 4er Tafel ¥111. Figur 1. OtBcina dititinilU n. ap. DorealkUppe, \ n. Gr. OtMera. Figur :2. Dieranograpius posthumus n. sp. \ d. Gr. Kreunitz Figur 3. Oenelbe f d. Gr. Figur 4. Monographu microäon n. sp. 4^ n. Gr. Kreunitz. Figur 5. Deraelbe. f n. Gr. Figur 6 Derselbe, Fussstöck. f n. Gr. Figur 7. M, priodon Bboj^ii, KuBastflck. \ n. Gr. Adrianstbal. Figur 8. M, Ludetitis Mdrch., mit entblösster Axe. \ n. Gr. Jagd- Kiegelwand. Figur 9. Deraelbe, gewöhnlicbea Vorkommen. | n. Gr. Gräfenthal. Figur 10. Deraelbe, halbacalariform. -f n. Gr. Kreunitz. Figur 11. Deraelbe. f n. Gr. Figur VI, M. fttgax Barr. } n. Gr. Rothonbach. Figur 13. ? Oyriograptus, } n. Gr. Schmiedefeld. Figur 14. Inc. aedia. -f n Gr. Kreunita. Figur 13. Hakenfurchen deaaelben Stücka. V* °* ^'* 274 2. Berieht Aber eine Reise naeh den ^ilotaa ud deji^ Cerro heniM« in den eeud^risekei C^rdillem. Von Herrn W. Rbiss aus Mannheim. (Aus dem Spanischen*) übersetzt von Herrn G. yokBath.) Nachdem ich den Ilinisa untersucht und meine BeobAch^ tungen über den Cotopaxi abgeschlossen hatte, bot sich mir als fernere Aufgabe meiner den Vulcanen Ecuadors gewid- meten Studien die Untersuchung zweier sehr berufener, aber wenig bekannter Berge dar. Den Quilotoa, über dessen Eru- ptionen der Pater Vblasco einen so seltsamen Bericht gicbt) musste ich in der westlichen Cordillere aufsuchen, während in gleicher Weise meine Aufmerksamkeit auf die Gebirge von Llanganates in der ostlichen Cordillere gelenkt wurde, da die- selben verschiedenen Berichten zufolge sowohl reich an Gold als auch an thätigen Vulkanen sein sollten — eine sehr un- gewöhnliche Vereinigung geologischer ThatsacHen. Zunächst beschloss ich, mich nach dem Quilotoa zu wen- den, von welchem nur bekannt war, dass er der Westcordillere zwischen Sigchos und Tigua angehöre, über dessen genaue Lage aber Nichts zu erfahren war. Von Toacaso führt bis zum Dorfe Sigchos ein leidlich guter Weg, welcher über das nordliche Gehänge der Cordillere von Guangaje und Tsinlivi in einer ansehnlichen Höhe aber dem Flusse Hatuncama hinzieht und Gelegenheit bietet, sowohl die geologische Beschaffenheit jener Cordillere, als auch die Gestaltung des Thals zu beobachten. Viele kleine Bäche rinnen von den Schneeflächen des Iliniza (10 Wegestunden SSW. von Quito) herab, sie vereinigen sich in einem tiefen und breiten Thal und bilden den Fluss *) Carta del Dr. W. Bstss k S. E. el Presidente de la Bepüblica, sobre aus viajes k las montanas del Sar de la Capital, Quito, 1873. 275 Hatuoeama, welcher bis za seiner Vereinigoog mit dem Rio Toache unfern des Fleckens Sigcbos von Ost nach West durch Gebirge älterer Formationen seinen Lauf nimmt. Von Sigchos bilden die vereinigten Gewässer einen grossen Fluss (Toaebe), welcher gegen NW. strömt und alle von den west- lichen Gehängen des Corazon , Atacatzo und Pichincha herab- kommendeo Rinnsale sammelt, um sich schliesslich unfern der Kaste des Stillen Oceans mit dem^ Rio Guaillabamba, welcher das Hochthal von Quito entwässert, zu vereinigen. So verbinden sich die Abflüsse beider Wasser durch die lockeren Fels- und Tuffmassen und tritt )tD äasseren Fuss des Kegels als laue salzige Quellen wieder l^error, in deren Wasser die Pre&adillas (Piroelodes Cyclopum) aiii Vorliebe leben. Kein anderer Vulkan Ecnador's besitzt eine so eigen- ■ttämliche Lage wie der Quilotoa, und von keinem ist es so leicbt, eine Vorstcltnng seiner Bildung so gewinnen. Ohne Zweifel hat das Wasser das tiefe und breite Tbal ^»Toacbe in der aas alten sedimentären und aus plulonischen 'Mteinen gebildeten Cordillere ausgehöhlt, bevor die valka- niicben Kraft« in diesem Gebiet hervorbrachen. Die ersten '■i^^.D.(Ml«».XXVU. 3. 19 278 EroplioaeD r»De- stehen, denn ich erblickte einmal vom Antisana aas gegen Osten , and wiedemm vom Cerro hermoso aas gegen Nord- osten scboD weit abwärt* am östlicheB Crdillerengebiage , «o schon die niederen Hügel beginnen, einen Kegel von gleich r^elmässiger Gestalt, wie die des Cutopoxi oder des Sangaj, sich völlig isolirt erbebend über die waldbedeckten Höben, welche ihm inr Basis dienen. Es wurde mir versichert, dau der Weg von Papallacta lum Napo am Fasse jenes Kegelt, welcher Cnyafa heiase, vorbeiführe. Es ist befremdlich, dass ViLLAViTBHOio , ob|^eicb er ünige Zeil am Mapo lebte, Jen« Kegelberg* io seiner Geographie keine Erwähnung tbat, «cdd derselbe nicht etwa identisch ist mit dem Berg Samaco, nnfeni San Jos^ de Uote. Dem sei indes* wie ihm wolle, seine UBteraacbong wird immerhin grosses Interesse darbieten, deoa er scheint von vulkanischer Bildung an sein. Die Schieferberge, namentlich diejenigen östlich des Flosse« Topo, sind sehr steil, schneidige Formen bildend, mit nackUu Gehäogen. Die Seh ieferungs flachen stebui fast «ertical und erglänxen unter den Strahlen der Sonne in Folge der die Schiefernngsebene bedeckenden Olimmerblälter wie Silber. Doch erreichen jene jiUien Berggestalten keine grössere Höhe als 4200—4300 iM. und überragen den hohen Kamm der Cor- dillere nicht. Nur der Cerro b«iDoao steigt au grösserer Höbe empor*), was mit seiaer besondereo geologischen Bil- ■) Nach deo UObemcu Dogen von Ras» nnd Silbil beirigt i Qipf«lbäbe tlu Ctrro hermuao (Irigoiiometriache Heaaung) 457(>. L SchncegreoM liegt auf der WeitMita de« Bergei in 434:1 U. Höhe. 287 dong xtuammenhingt. Dar onCere Theil des Sehneebergs be- steht gleichfalls aas OHmmerscbiefersehichleo. Aastatt aber mit einem sägeformigeo scharfen Kamm aa gipfeln , tragt der Berg aber den aufgerichteten Schief erstraten horizontale Schichten. Wenn schon der untere Theil des Berges kaum ersteiglich scheint, so stellt sich die Gipfel masse — wenigstens auf der westlichen Seite — in Folge des Abbrachs der hori- zontalen Schichtea wie eine Maaer dar, ober welcher ein grosser (iletscber herabbangt, der sich mit den Firnmassen am Fasse der scbwaraeo Felsen vereinigt. Die horizontalen Schiebten beateheo aas bituminösen Kalkschiefern, welche in dem Maasse nit Eisenkies imprägnirt sind, dass man die glantendea Krjstallkorner — nach den Worten meiner Begleiter — wie Gold glaoaen sieht. Vielleicht sind die berofenen grossen (foldscbatze von Llanganates nichts Anderes als Massen von Eisenkies 9 welcher den anerfahreuen Erzgrabern Ecuador's seien so viel Geld gekostet hat. Wenn man den Cerro hermoso nur von der Westseite be- trachtet, so begreift man nicht, wie auf dem Gipfel sich ein Oletscher bilden kann. Derselbe nimmt seinen Ursprung in deo grossen Pirnmassen, welche sieh auf einem etwas gegen SSd geneigten Plateau anhäufen. Der Gipfel ist nämlich von West nach Ost aasgedehnt, wie man deutlich von einem mehr sädlicb gelegenen Punkte, z* B. von Mooha sehen kann. Schon Dr. StOBBl hob die interessante Tbatsache hervor, dass die Schneegrenze in der Cordillere tiefer hinabsinkt in dem Maasse als man gegen Ost fortschreitet. So erreicht der Cerro her- moso die Hohe von 4600 M. nicht, welche die allgemeine Schneegrenze in der westlichen Cordillere beaeiofanet, und deoDocb ist jener Gipfel nicht nur mit ewigem Schnee bedeckt, sondern ein grosser Schneeberg, weicher wahre aus kom^ paktsm Firn und Eis bestehende Gletscher erzeugt. — Vo« jeneo feuchten und kalten Hohen zurückkehrend, beschleu- nigten wir unseren Marsch und erreichten in 2:^ Tag Pillaro, ▼on wo ich mich ohne Aufenthalt nach Ambato und dann auf der fahrbarea Strasse nach Latacunga begab. Ich verwandte nun drei Wochen zu trigonometrischen Operationen, überstieg dann die westliche Cordillere sodlioh ^ Plosses Toaohe« wandte mich dann von Angamarca zurück aach Ambato (21. Februar), wo ich mit Dr. Stobbl, welcbeo 288 ich ein volles Jahr nicht gesehen, zosammentreffen sollte. , Ueher diese letctere Reise habe ich bereits oben einige An- deutungen gemacht, als ich von der Cordillere von Zambagoa und Angamarca sprach. Noph bleibt mir übrig, meine Reise aum Acuay aiid oacb Cuenca zu schildern. Am 7. Mars brach ich xum Sangay auf. Während eines schrecklichen Schneegestöbers gestattete mir in Calcitpungo das Wetter dennoch, einige Male den Bei^ zo erblicken. Indess störte das überaus schlechte Wetter and namentlich die starken Winde meine Reise nicht wenig, so dass die gewonnenen Resultate der Hohenbestimmungeo einem Zweifel Raum geben, weil sie nur auf schmaler Grundfläche mit bedeutender absoluter Hohe gewonnen sind. Fcb hoffe, meine Messungen bald unter günstigeren Bedingungen wieder- holen EU können. Da die gute Jahreszeit, welche in diesem Jahre ange- wohnlich lange angedauert, sich bereits zum Ende neigte, und ich des Lebens in den Paramos müde war, entschloss ich mich, einen Ausflug nach Cuenca zu machen, um zu untersachen, wie weit in jener Richtung die vulkanischen Bildungen reichen. Wenig südlich von Riobamba endet die deutliche Thei- lung, welche die Cordillere in nordlicher Hälfte von Ecuador erkennen lässt, und tritt erst in der Gegend von Cuenca wieder hervor. Der ganze Zwischenraum zwischen Riobamba und Guamote wird von Gebirgen eingenommen, welche aas krj- stallinischen Schiefern (pizarros), Syeniten, Dloriten und an- deren plutonischen Gesteinen bestehen und vielfach von vul- kanischen Massen bedeckt sind. Die Fahrstrasse benutzt eine im westlichen Theile des Gebirges befindliche Senkung um dasselbe — welchem Dr. Stübbl den Namen Gebirge von Yarnquies gegeben hat — zu überschreiten. Mehrere andere Wege fuhren über dies Gebirge, welche sich sämmtlich im Flecken Guamote vereinigen. Unter den vulkanischen Formen dieses Gebirges sind wegen ihrer charakteristischen Gestaltuug namentlich die Kegel Tulabug und Aulabng hervorzuheben, während unter den Gesteinsarten die losen Blöcke von quarz- fuhrendem Trachyt in der Gegend von Pnlncate besonders be- merkenswerth sind. Im Süden des Flusses von Guamote, welcher sich mit dem Flusse von Cebadas vereinigt, beginnen Gebirgshohen, 289 welche aos Sdiieferb und alten Gesteineo beateheo. Dieee steigeo empor so den Pdramos von Zola und bilden die Baeie des Afoay. Es giebt zwei Wege nach Cuenca: der eine fuhrt aber die Höhe des Asaaj, der andere, längere, zieht ani west- )icb«u Oebinge desselben Gebirges hin und verbindet sich, ohne 10 bedeutenden Höhen anzosteigen, mit der königlichen Strasse bei dem Flecken Cafiar. Auf der Hinreise wählte ich die letztere der erwähnten Strassen, welche die Flecken Tigsan Dod Alaosi berührt, dem Thale des Sncus- Flusses bis zu seiner Vereinigong mit dem Flusse Chanchan folgt, sich dann nach Cbonchi erhebt, wo der Uebergang durch Waldterrain beginnt. Bei jeder Jahreszeit ist dieser Weg schlecht; doch fast oogaugbar im Winter, so dass ich mehr als 20 Stunden gebrauchte, um die zehn Wegestunden zwischen Chunchi und Tanar zurockzolegen. Aof der Rockreise wählte ich die könig- liche Strasse, so dass ich auf diesen beiden schnellen Reisen doch eine allgemeine geologische Uebersicht des Azuaj ge- winnen konnte. Zu einem gründlichen Studium dieses Ge- birges wurden mehrere Monate erforderlich sein, eine Zeit, welche mir jetzt nicht zur Verfugung steht. Doch wage ich 20 hoffen, daas die wenigen Andeutungen, welche ich geben konnte, andere Reisende veranlassen werden, jenes bis jetzt fast ganz nnbekannte Gebirge eingehender zu untersuchen. Der grosse Gebirgsknoten Azuay besteht in seiner nörd- lichen Hälfte aus alten Gesteinen: Schiefern, Porphyren, Die- nten 0. s. w. , während die Sndhälfte durch Sandsteine gebildet wird. Diese Massen sind von vulkanischen Bildungen bedeckt. Die Schiefer and Sandsteine, die letzteren häufig als €on- glomerate entwickelt (Nagelfluh), treten in fast senkrechter ScbicbtenstelluDg nnd mit nordsudlichem Streichen , unbedeckt von der vnlkauischen Ueberschuttung auf den Höhen und in den Schlncfatea bis zu einer Höhe von 3600—3800 M. auf. Von diesem Niveau beginnend bis zu den Gipfeln trifft man aof dem südlichen Gehänge nur Laven , vulkanische Breccien, Conglomerate und Tuffe auf der Sudseite. Im Centrum des Gebirges werden diese Massen von Lavagängen durchsetzt. Trzchytische Conglomerate und Bimsteintuffe sind in der Um- gebung des Aasnay weit verbreitet. Sie bilden mächtige Schieb* teo in den P&ramos von Zula, gegen West bis zur Waldregion lieh hinabsenkend und erfüllen auch das ganze Thal des Mo- 292 mehr sehr heftig; indem sie sich indess beständig wieder- holten, brachten sie allmälig viele Häuser zu Fall. In Tigaan erblickte ich die Wirkungen dieser Erschütterungen : der grossU Theil der Kirche war eingestürzt, sowie viele Mauern; eine ansehnliche Zahl von Häusern wurde beschädigt. Gleiches beobachtete man in Alausi. Die ärgste Verwüstung bot sich mir in der Meierei Bugnac dar, nahe der Vereinigung der Flusse Sucus und Chanchan, woselbst die Zuckermnhlen voll- ständig zusammengestürzt waren. Die merkwürdigste That- 'sache ist, dass einige Meiereien, welche etwas hoher über dem Flusse liegen, aber näher bei Bugnac, nicht bemerkbar gelitten haben und ebensowenig der Flecken Chunchi, welcher in der Hohe auf der linken Seite des Flusses Chanchan liegt. Grosseren Schaden litt der Flecken Pallatanga, wo die Er- schütterungen — wie mir erzählt wurde — mit grösserer Ge- walt auftraten. Jenes Centrum der Erschütterungen habe ich bis jetzt nicht selbst besucht, ho£fe aber bald dorthin zo kom- men. In denjenigen Landstrichen, welche ich bis jetzt durch- wandert habe, bemerkte ich keine grosseren Bergstürze oder Abrutschungen gleich depjenigen, welche durch das Erdbeben von Imbabura verursacht worden sind. Doch ist es wohl möglich , dass einige Felsblöcke von den hohen Wänden des Cerro Patarata bei Alausi herabgestürzt sind. — Von beson- derem Interesse sind diese auf ein enges nichtvulkanisches Gebiet bejschränkten Erdbeben. Jenes Gebiet ist wegen seiner hohen und steilen Berge nur schwer zugänglich; während in den Thalgründen bereits Zuckerrohr cultivirt wird, erheben sieb die hohen Berggewölbe bis zur Region der Gräser (des Fajonals). Es ist begreiflich, dass man in einem Lande, welches den Erdbeben so sehr unterworfen ist, wie Ecuador, Alles mit Interesse aufnimmt, was sich auf die Theorie der Erdbeben bezieht. So kann es auch nicht Wunder nehmen, dass selbst) nachdem die Folgerungen des Herrn Falb sich als trügerisch erwiesen , man den scheinbar wissenschaftlichen Darlegungen desselben Glauben beigemessen hat, jenen Folgerungen, welche ein allmäliges Sinken der Cordilleren beweisen sollten, und welche sich auf den Vergleich neuerer Messungen mit den- jenigen älterer Reisenden gründen sollten. Indess , trotz des Verlockenden, welches diese Vorstellung für die Bewohner der 293 raabeo Hochebenen haben musste, wurde es mir doch nicht schwer, dies^ben davon zu überzeugen, wie hinfallig jene FoJgerangeu sind. Bevor ich diesen Bericht schliesse, sei es mir noch gestattet, eine Tbatsache zu erwähnen, welche ich glaube aaf den wenig zahlreichen Ausflügen beobachtet zu haben, welche ich in solche P&ramos unternahm, die noch nicht von Menschen betreten waren. Die höheren Theile der Gordilleren sind von unermess- lieheD Piyonales (gleichsam Alpenwiesen ; indess nicht gebildet durch niedere Rasen und Krauter, wie in den europaischen Alpeo, sondern aus 3 bis 4 Fuss hohem Bnschelgras — An- dropogon, Stipa etc. — bestehend, welches erhöhte Rasen und Polster bildet; nach Th. Wolf) bedeckt, welche man fiir die DrspruDgliche Vegetationsdecke der Cordilleren halten könnte. Indess wo auch immer ich mich ans den Gebieten der Meie- reien und der Viehzucht entfernte und in solche Hochebene Tordrang, welche niemals weder von Hirten noch von Jägern beaocht waren, fand ich fast undurchdringliche Jucales*) oder *) Ueber die oben genannten Pflanzen Jacalea , Achupallns und Chigqae erhielt ich durch die Ofite des Herrn Consnl Carl Ochscnus in Mtrbarg folgende Mitthei long: lucales. richtiger zu schreiben Yncales, kommt her von Ynca. Das angedeutete 1 deutet an, dass sich die Pflanxe in grosser Menge bei einander findet; i. B. trigo Weizen, trigal Weizenfeld etc., also auch Yucal — plur. Yucales = grosse Flecken, bedeckt Ton Ynca, lat. yucca. — Die hier gemeinte Species ist wahr« Mbeinljoh Y. aeauh$ oder eine verwandte Species (Familie der Liliaceen) Wildwachsend im nördlichen Südamerika, schwertförmige Blätter, sehi harter Blattrand, Spitzen sehr scharf. Wurzel von den Eingeborenen zu Mehl benutzt. — Achnpalla, plur. A — s. Er'mgium aquaticum (Um- bellifere) , aber wohl nicht Er, aguaiicum , welches Cavanilles aus Chih iogicbt. Dieses ist nach HuuKsa Er, peniculaium Labocu, welches von ^^3* südlich geht; wird seinem ecuadorianischen Verwandten aber schi ihnlif b sehen. Er. penic, gleicht ohne Blüthen ganz einer kleinen Agav( oder einer BromeÜacee. Stachlich starr, rauh, auch grosse Flächen be- deckend, sogar vom Vieh gemieden — Landplage. Bl&thenstengel bii 1.^ M. hoch. Pflanze ohne denselben etwa 0,5 M. — Cbusque Wahrscheinlich der südamerikanische Namen, welcher Ku.ntu veranlasHte dal Genus der hierbin gehörigen Pflanzen Chusquea zu nennen , da iharakteristiach fQr Südamerika ist. — Astgrftser, von strauchartige Species bis zn solchen, die bis zu den höchsten Bäumen gehen und yoi da ftberhängen. — Arge Plage für den Beisenden; undurchdringlich* Dickichte. Dnrchgehauene Wege gefährlich für Menschen und Pferde. Aa kalten Hochflächen niedrig, ja kriechend und dann sich sehr ausbreitend Zeito. 4. D. (Ml. Gm. XXVII. 2. 20 »0 lobog-Flasses anfern CsiTar, so dass es oft schwierig isl, sich ober das anstehende Gestein tu vergewissern. Vielleicht kön- nen die Eraptionen ?on Ticsan als Vorboten und Ausläufer des grossen vnlkaoiscben Centrum Assaay gedeutet werden; und vielleicht sind von derselben Art die trachytiscben Toffe und Breccien von Deleg, Sidcay und Tnri unfern Caenca. Auf dem Wege von Caiiar und Ingapirca nach Cuenca habe ich keine anstehenden Lavafelsen oder Berge valkaoischer Bildung beobachtet, wohl aber an den beseichneten Orteu Trachyttuffe und Bimsteinsande. Der District von Caenca, wenigstens der von der königlichen Strasse darchachnitleoe Theil unterscheidet sich sehr von den nordlichen Landschaften der Republik Bcuador: die Thäler sind breit, die Hohen niedrig, nicht steil und ohne ausgeseichnete Gestalten. Schon auf den ersten Blick erkennt man , dass hier sedimentäre Schichten herrschen« Einige Porphyrgipfel oberragen die sanften, ans leichter verwitterbaren Gesteinen bestehenden Hohen. Die Flussgerolie deuten an, dass auch plutonische Gesteine an der Zusammensetzung des Landes theilnehmen. Unter den Porphyr- bergen verdient namentlich der Cerro Molobog Erwähnung, an dessen Fuss ein Weg von Canar nach Aaögues vorbeifuhrt Mit dem Porphyr verbunden findet sich nämlich an jenem Berge Pechstein in grosser Verbreitung. Nur in dem weiten Thale von Cuenca scheinen sedimeu- täre Gebilde zu herrschen, denn die von der westlichen Cor* dillere herabströmenden Flusse fuhren nur Quarsite und viele Varietäten platonischer Gesteine. Die fahrbare Strasse nach Guayaquil überschreitet bei Sayausi die Schiefer und tritt dann sogleich in das Gebiet jener plutonischen Gesteine ein. Die Umgebung von Cuenca ist reich an warmen Quelleu, deren Kalktuffbildungen bei Guapan und Banos die Gebirgs- abhänge bedecken. Ich zweifle nicht daran, dass die bunten Marmore von Banos uud diejenigen von Tejar bei Cuenca Bil* düngen gleicher Art sind. Ich besuchte die alte Quecksilbergrube bei Huaishun , un- fern des Fleckens Azigues (Quecksilber), doch war es mir nicht möglich, Anzeichen des Erzes zu entdecken, obgleich mehrere Einwohner des Fleckens mich versicherten, dass sie bei Bestellung ihrer Felder oftmals bedeutende Quantitäten von flüssigem Quecksilber fänden, und die bedeutenden Aus- 3. Beitrige nur Petr«gn|iUe. Von HerrD G. vom Rath id Bodo. HieiD Tft&l SS., and X. ' L Üeber einige Andeageateiiie, nil bMonderer BtröckaicbUgotig der in ihnea aaftretenden tri- Uiam Felds pathe. Darch die Gate des Herrn Theodor Wolf, Professor der Geologie in Quito, erhielt ich eioe Sammlang von Oeateinen, wetcfae mehrere der «asgexeicba eisten, theils erloschenen, theils uocb tbätigen Volkone des HochUndes von EcQodor zDSBmmen> leueo. Diese wertbvolla SBminlong, von Herrn Wolf mit grouer Uingflbnug anter vielen Mühen nnd Gefahren cusammen- gebracht, hot mir Ventulassnng, die Kenntnias einiger dieser Gesteine durch Untersuchung der sie konstituirenden Peldspathe H fördern. Die meisten Felanrten jenea erhabensten Schan- plUiea vulkanischer ThEtigkeit aind zwar in solchem Orade relakornig nod dicht, dasa es uicbt gelingt, den Ptagioklas mm Zwecke der gesonderten Analyse auszusuchen. Bei einigen Andesiten indess war es möglich, wenngleich meist Dor mit grossem Zeitaufwand, den ansgeachiedenen Plagioklae von der Grnndmaaee in trennen, der gesonderten Analyse lu unterwerfen uod so eine sichere Grundlage für die Deutung •ler ecuadoriachen Gesteine zu gewinnen. In solcher Weise konnte ich die ZasammeoBetxnng der Plagioklase aus der Spbärolithlava dea Antisana ermitteln, sowie der Andesite vom »ödlicben Abhänge des Valkana Mojanda, des Eratera Pu- Inlagna, des Gaagua Pichincba, dea Tungaragna, ■owie einea trachytiechen Einschlusses ans den sogenannten Cslicaliluffen von Pomasqui, endlich dea grossen Lava- ■iromes von Langlangchi (swischen lUobamba und dem Tangnragua). Der Untersnchung dieser Plagioklase reihen sich . _ . _ . .^^ lel 296 Die Sphärolithlava des Antisana. Der xVntisana erhebt sich ober der Ostcordinere, 6-7 d.M. gegen Südost von Quito entfernt, bis sar Meereshöhe voq 5756 M. (nach Dr. Reiss), 2906 M. über der Hauptstadt Dieser gewaltige Vulkan steigt nicht auf der östlichen Cor- dilierenkette selbst empor, sondern bildet ein gegen Osten der- selben angelagertes, gewaltiges Plateaugebirge, welchem gleich einer ungeheuren silberweissen Kuppel der hohe Vulkaogipfel aufgesetzt ist. ^Unter den Vulkanen der ecuadorischen Anden, sagt Wolf in Briefen an seinen Vater, Herrn Oberlehrer Wolf in Altshausen, muss man sich nicht einfache Bergkegel vorstellen. Jedes dieser Vulkansysteme bildet eigentlich ein ganzes Gebirge, welches sich meilen- und tagereisenweit aus- dehnt und aus vielen hohen Bergen , ausgedehnten Paramos, grossen Lavaströmen n. s. w. besteht; im Centrum erhebt sich dann gewöhnlich der Hauptkegel als hoher Schneeberg. So ist es besonders am Antisana. In der Hacienda Turac (unfern des Dorfes Pintac) war ich vom eigentlichen Antisana -Kegel noch eine ganze Tagereise weit entfernt, aber doch schon auf seinem Vulkangebiet. Schon hier an seinem Fusse waren grosse Lavaströme ausgeflossen und hohe Andesitlavaberge aufgethurmt, welche dem geologischen Studium reichlichen und interessanten Stoff bieten. Ich machte gerade hier (am Berge Achupallas, s. Neues Jahrb. f. Min. von Lbonhabd und Geinitz 1874 pag. 380) einige für die Vulkanologie wichtige Entdeckungen in den Obsidian- und Perlitlaven, ganz besonders die Entdeckung merkwürdiger Quarzlaven, — Von der Ha- cienda Pinantura (3142 M. Rbiss) am westlichen Fusse des Antisana ritten wir von Morgens früh bis Abends spät immer aufwärts steigend durch rauhe trostlose Paramos, die an vielen Stellen sehr sumpfig und schwer zu passiren waren. Grosse Ausdehnung und sumpfiges Terrain ist für die Paramos der Ostcordillere chaffakteristisch im Gegensatze zur Westcordillere. — Wenn man sich, an diesen Gebirgen emporsteigend, müh- sam durch die Wald- und Buschregion durchgearbeitet hat, betritt mau in der Höhe von ungefähr 120(X) Fuss das Ps* jonal oder den Pdramo; Alpenwiesen, wenn man so sagen darf, welche in einem breiten Gürtel bis zur Höhe von 14(X)0 F. die Gebirge umsäumen. Aber denken Sie nur nicht an jene 597 lieblichen Triften und Malten, welche in den enropäiscben Alpeu dos Aage des Wanderers darcb ihr frisches Grün oiid des Scfameli ihrer Blumen ergÖlseu. Statt eines gleicbmÜssi- gee, von niederen Gr&sarten und Alpenkreutern gebildeten KtueDB, üher den man leichten Fusses hinwegscbreitet, steht man hier bis an die Höften und oft bis an die Arme zwiacbeu dem groben, 3 bis 4 F, hohen Böschelgras, welches erhöbte Rasen and Polster bildet. Zn Pferde and zn Foss kommt man nnr sehr langsam und immer straucheind voraii. Nacb Erdbeben, welche den Boden dotch tansend Risse und Spalten lerklüfteo, wird eine Wanderung im P&ramo sogar gefäbrlieh und gleicht dann etwa der über einen zerklüfteten, mit frischem Schnee bedeckten Oletacher. — Bei der Besteigung der ecua- dorianischen Tolkaoe wandelt man gewöbalich 2 bis 3 Stunden dorch diese Paramos, bevor man in die vegetationalose Schnee- re^oo kommt; doch auf denjenigen Gebirgen, welche die Höbe TOD 13500 F. nicbt nbersteigeo, irrt man tagelang in diesen troallosen Einöden und Oraswästen umher, in welchen kein Baum oder Strauch dem Auge eine Abwechselung bietet, und woselbst man keine Spar des animaliscbeu Lebens, ge- Bcbweige denn eine menschliche Aasiedlnng entdeckt. Das Wort P6r«ino ist selbst für den Eingeborenen der Inbegriff aller Mnbsale und alles Elends. — Nirgends erschlieest sich hier dem Geognosten durch anstehendes Gestein der Bau des Gebirges. — In der Höhe von ca. 12500 F., wo ich nun in einen Hata (Hirtenwohnung) für acht Tage mein Standquartier oabm, hat dies Aotisanagebirge eine gana eigene Physiogno- mie und stellt sich als eine besondere abgeschlossene Welt du: es befinden sich da stundenweit aosgedebute Ebenen, grosse mit merkwürdigen Sumpf* und Schwimmvögeln bevöl- kerte Seen, eine Menge kj7Slall heller Quellen und Bäche , die nicht wild ober Felsen etärien , sondern sich sanft dahin- schlängeln and erst am Rande dieser breiten Zone sich in Witdbäche verwandeln. Dann wieder ganz gesonderte kleine Gebirge für' sieb, welche Ebenen und Seen unaschliessen , oder iiolirte Vulkane nnd Krater, welche ganz bedeutend sind und nur an der Seite des gewaltigen Centralkegels klein erscheinen, — es nnd die Seiteneruptionskegel des Antisana. Dieser hebt 300 zasammenbäogenden Lagen and das Gestein besteht aas wech- selnden Straten von sphärolitbischer Masse nad Obsidiao. In mancben Handstacken werden die Obsidiankorner dem Quarz so äbnlicb, dass icb sie in der Tbat Anfangs dafür hielt und mich erst ibre Scbmelzbarkeit in Betreff ihrer wahren Natur belehrte. Spec. Gew. 2,320 (bei 20" C). Glubverlust 0,24. Die Analyse ergab: Kieselsäure . . . 77,76 Thonerde .... 13,14 Kalk 0,63 Eisenoxyd. ... 1,47 Alkalien (Verlast) . 7,00 100,00 Diese Obsidiankorner ans dem Antisana-Sphärolith xeigen demnach eine fast gleiche Zasammensetsung, wie jene quarz- ähnlichen Qlaskorner aas dem Trachyt des Monte Amiata (s. diese Zeitschr. Jahrg. 1865 pag. 413). — Ein Vergleich der Obsidiankorner mit den Sphärolithen ergiebt, dass beide sehr nahe die gleiche Zasammensetsung besitzen. Es konnte demnach die Obsidianmasse durch Krystallisation ohne Rest- aosscheidung völlig in Sphärolith sich umwandeln. Der Pla- gioklas der 8phäroIithlava ist weiss. Die Krystalle 1 — 3 Mm. gross liegen theils im Innern der Sphärolithe, theils zwischen denselben und den Glaskörnern. In letzterem Falle sind sie zuweilen fast ringsum ausgebildet und haben sogar messbare Flächen. Es macht nicht den Eindruck, als ob die Krystalle sich aus der Lava ausgeschieden hätten. Spec. Gew 2,603 ; 2,594 (in zwei Versuchen bei 18^ C). Glubverlust 0,11 pCt. Analyse I. wurde durch Schmelzen mit kohlensaurem Na- trium, II. mittelst Fluorwasserstoffsäure ausgeführt. I. II. Mittel Kieselsäure . 64,27 — 64,27 Ox. 34,277 Thonerde . . 22,19 22,41 22,30 10,412 Kalk 3,01 3,23 3,12 0,891 ) Kali — 2,11 2,11 0,358 1 3,288 Natron .... — 7,90 7,90 2|039 j 99,70 Sauertoffproportion 0,947 : 3 : 9,876. 301 Torateheade Mischung gebort demoach eioem Oligoklas aa und kann im Sinae der TsCHKRMAs'scheu, steta neo bealä- ligt«n Tliearie aurgef&ast werden als eine Uischnng von 3 Mol. Albil and 1 Mol. Anorthit, för welche sich folgende Zosammen- setrang berechnet: Kieselsäure 64,75, Tbonerde 22,30, Kalk 3,02, NalTQU 10,03; in naher Uebereinslimmung mit dem Re- taltai der Analjae, weoQ wir eine kleine Ueuge dea Natrons dareh Kali vertreten denken. Durch vorstehende Analyse iat wohl EQm ersten Mal in den trachy tischen Gesteinen der Ändea Oligoklas nachgewieaen. Ka ist bekanntlich nur sehr «elten möglich gewesen, die Kryatalirormen der Kalknatron- Peldspathe genau in bestimmen. AU einen besonders glnck- lieben Zufall musste ich aa demnach ansehen, dasa ich in der Aou'iana-L«v« einen 3 Mm. groasen, ringsum ausgebildeten messbaren Oligoklaskrjstall anffand. Die nebeoBtebende Figur giebt ein Vorstellung des interessanten Kryatalls*), eines Doppel- iwillings nach zwei Gesetzen: 1) Dre- huDgsaxe die Normale zum Bracbypina- koid M (resp. Zwillingsebene M) nnd 2) Dre> bnogsaxe die makro diagonale Axe b oder (was hier identisch) die Normale zur bracby- diagonalen Axe a in der Basis (s. Pooa. IB. Bd. 138 pag. 473). Ich beobachtete folgende Flächen: P = (ooa:oob:c), oP M = (oc a : b : CO c), co P oo y = (a':oob:2c), 2p,ao e = (■x.a:b:2c), 2^cc n = (ooa:b':2c), 2'P,oo 1 = (a : b : oo c), oo F T ^ (a-.b'jooc), oo'P t = (a:|b:ooc), ooP'3 I = (a:Jb'!00c), 00*^3 m = (a:b:c), V ^'xr't Fmcaiu^a ^t. Nm« Jüri. i, Kx. 1S74 fag. 3TT) Enigt^-igtyt i«K üe •««.fecji.ue Bkü. axf vcäcker neb joM r : r L^fS. Ah* fco.^ = 303 der fast 1000 M. tiefen engen Schlacht des Rio Onallahamba*), welcher in seinem Unterlaafe Rio Esmeraldas beisst, und die Valkane Mojanda und Yana Urcu („Schwarzer KopP^) im Norden von dem Volkan Palnlagna im Süden trennt. Die Entdeckung des Oacits im ecnadorischen Hochlande durch Herrn Wolf ist nm so wichtiger, als dies durch die Association von Quars ^und Plagioklas charakterisirte Gestein bisher fast allein aas Siebenbargen und Ungarn bekannt war. Der Dacit von Puellaro enthält in einer rauhen oder fein- porosen braunlichgrauen Orundmasse sehr zahlreiche, schnee- weisse PlagiokJaskorner (meist bis 5 Mm., selten bis 10 Mm. gross), welche anf der vollkommenen Spaltungsfläche stets deatlich die Zwillingsstreifung zeigen; ferner weniger zahl- reiche gerundete DihexaSder von wasserhellem Quarz (bis 5 Hm. gross). Nach Wolf besitzt der Quarz zuweilen auch einen gelblichen oder rosenrothen Farbenthon. Zuweilen ist er milchig getrübt, irisirend und erinnert etwas an Opal. Als mehr untergeordnete Gemengtheile sind zu nennen: sehr spär- liche kleine Prismen von schwarzer Hornblende und bexa- goaale Täfelchen von schwärzlich-braunem Biotit, sowie fein zertheiltes Magneteisen. Unter dem Mikroskop lost sich das Gestein zum allergrossten Theil in ein korniges Mineral- Aggregat auf. Diese weissen rundlichen Krystallkomer, welche sich nur unrein aus dem glasigen Magma ausgeschieden haben and kaum farbengebend anf das polarisirende Mikroskop wir- ken, haben eine gewisse, wenn auch nur entfernte Aehnlich- keit mit Leucit. Es muss dahin gestellt bleiben, welchem Mineral sie angehören. Plagioklas scheinen sie nicht zu sein, da sie keine Zwillingsstreifung im polarisirten Lichte zeigen. In diesem kornigen Aggregat liegen nun porphyrartig einge- mengt Plagioklase, von denen selbst die kleinsten deutliche Zwillingslamellen zeigen, ferner Quarzkorner, welche theils sich auf Darcb schnitte gerundeter Dihexaöder parallel der Haupt- axe beziehen lassen, theils ganz unregelmässig gestaltet, theils offenbare Brochstocke sind. Zuweilen bemerkt man an den Qnarzkornern die scbSnsten Anwachshullen. Gewohnlich wird *) Bei dem l>orf« Gnftllabamba (648*2 p. F. h. nach Humboldt), 3 Wogettnnden fl&döatlich von Pn^llaro fand v. Humboldt bis 68 F. hohe, 3 F. dicke Basal ta'anlen. 304 der Qaarx von Sprangen durchsetzt, in welche nicht selten die Qrnndmasee eindringt. Der Quarz in diesem Dacit gleicht in seinem mikroskopischen Verhalten in hohem Grade dem Quarz mancher Porphyre. — Die feinen Magneteisenpunkte sammeln sich vorzugsweise um die Hornblendekrystalle. Der Kieselsäuregehalt dieses Gesteins betragt, nachdem die grosseren Oemengtheile ausgeschieden waren, =* 69,78 pCt. Der Plagioklas, welcher einen konstituirenden Bestand- theil dieses Dacits ausmacht, besitzt folgende Zusammen- setzung: Spec. Gew. 2,666 (bei 15 " C). Glnhverlust 0,04. L II. Mittel Kieselsaure . . 60,48 — 60,48 Ox.= 32,256 Thonerde . . . 25,07 25,63 25,35 11,836 Kalk 7,80 7,20 7,25 2,071 Kali — 0,08 0,08 0,014 Natron .... — 7,28 7,28' 1,879 100,44 Sauerstoffproportion 1 ,005 : 3 : 8, 1 75. Der Plagioklas vom Mojanda ist demnach ein Andesin und kann im Sinne der TscHBBXAK^schen Theorie durch eioe Verbindung von 1 Mol. Albit mit 1 Mol. Anorthit dargestellt werden. Derselben wurde folgende Zusammensetzung ent- sprechen : Kieselsäure 59,73, Thonerde 25,59, Kalk 6,97, Natron 7,71. Der Andesit vom Vulkan Pnlnlagua. Der erloschene Vulkan Palnlagua liegt 2 bis 3 d. Meii. nordlich von Quito, unfern des Ortes ^. Antonio de Lulnbamba'), auf der linken oder südlichen Seite des Bio Guallabamba. *) Etwas Genaaeres über diesen Vulkan, welchen ich sonst nirgends erwähnt finde , konnte ich bis jetzt nicht in Brfahmng bringen , ds ein Brief von Prof. Wolp mit n&heren Nachrichten über diesen nnd andere Yolkanische Pnnkte leider verloren gegangen ist. Prof. WoLV schlag dies Oestein „von grossen Blöcken, welche von den Kraterwänden herabgestörit sind", onfern des Ortes Niebli. Dieser Äadesit, gleicbfells voa schön porphjr- urltgem Geßge, äbniich dem MojaDda-GesteiD (also ein Sara- Itarai der Indianer), enthalt in einer rauhen, bald rötbllchen, bald bellgrauen Grandmaase sebr zablreicbe, scbneeweisse, mit deotlicher Zwillingsatreifung versehene Flagioklaskörner. HorDblende, Biotit, Magneteisen sind in derrötblichcn Gesteins- Tsrietäl in etwas geringerer Menge aasgeschieden, während die Varietät mit licbtgrauer Orundmasae lablreiche überaus deutliche schwarze Hörn blendepri amen zeigt und demnach als eis eigentlicher Hornblende- Andeait bezeichnet werden kann. Unter dem Mikroakop erscheint die Ornndmaase der grauen Varietät wesentlich als ein Gemenge kleinster Plagioktaae, welche von einer amorphen Grundmaase amschlnssen sind; dann sind grössere Plagioklase ausgeacbieden, sowie die zier- licbstea grüaen Hornblendekry ställchen , welcbe stets von feiosten Magueteisenköracben umsäumt werden. Diese graue Varietät ist nach WoLP das anstehende Goatcin des Pululagoa. Die DÖrdJicheu and westlichen Kraterwände (besonders da, wo der Krater gegen Niehli offen ist) bestehen daraus. Es ist in dicke, gegeu das Innere des Kraters anfgerichtete Bänke ab- geiondert. — Die (irundmasBe der röthlichen Varietät ist der vorigen ähnlich ; doch ist die Hornblende von brauner Farbe, such Biotit und einzelne Augite sind vorhanden. Die grösseren Plagioklase zeigen bei polarisirtem Lichte eine pulysyntbetiacbe ZasammensetzDng: neben der gewöhnlichen Zwilüngsstreifung, entsprechend den Zwillingslamellen parallel dem Bracbypina- koid (M), bemerkt man häufig auch Slreiren, welcbe jene erste Richtung aDnähernd nnter rechtem VPtnkel schneiden und wahr- scheinlich auf eine Verwachsung nach dem Gesetze: Zwillings- ue die in der Basis (P) liegende Noroiale der Brachydiago- Dsle zaräckzufübren sind. Zahlreiche concentrische Anwachs- iireifen zeichaea gleichfalls diese Kristalle aus. Aosser deo genannten Gemengtheileo weist das Mikroskop auch sehr ver- einzelte Qaarzkönicben auf, welche, wenn sie auch sehr viel spärlicher sind, wie in dem oben geschilderten Dacit des Mo- jsnda, doch beweisen, daea beide Felaarten nicht durchaus Den Eieaels&nregebftlt der GrandmasM de* röthlichea AndesiU vom Knter Pulalaga» bestinunt« ich - 65,16 pCt. Der Plagioklas ans derselben röthlichea GeBteinswieUt ergab: Spec. Gew. 2,659 (bei 16° C.)- GlSbverlast 0,12. I. 11. HitMl Riesetsäare . . 59,39 — 59,39 Ox.^ 31,675 Thonerde . . . 25,88 26,27 26,08 12,177 Kalk 8,11 8,29 8,20 2,325 Kali — 0,22 0,22 0,037 Natron — 6,74 6,74 1,739 100,63 Saaerstoffproportion 1,010 : 3 = 7,804. Aach dieser Flagioklas ist demnach ein Andesin, desseo ZaB&mmensetiuog annähernd durch die ubige UischoDg von 1 Mol. Atbit nnd 1 Mol. Anorthit dargestellt wird. Im Palalagna- Krater sammelte Prof. Wolf anch dunkle, Bchlackeaähnliche A adesitvartetäten mit aehr kleinen weiesen Andesinen und grSnen Angiten. Ferner besitzt die Sammlang Andesit-Bimstein aus der Gegend von S. Antonio, J Stande vom Kraterrande entfernt, ein Prodokl des Vulkans. Grössere QDd kleinere Blöcke dieses Piagioklas- nnd Hornblende- täh- rendeo Bimsteins bilden mächtige Schichten. „Die grösaerea Blöcke werden als vortrefflicher Baastein benntrt." — Von Polalagua stammt ferner einer der schönsten, darch schnee- veiese Andesine and scbwarie Hornblendeprismen aosgeieicb- neten Andesite der WoLP'schen öammlnng. In liemlich spär- licher dunkler Gmodmasse liegen in grösser Menge die ge- nannten beiden Bestandlheile. Während das Gestein selbst in schwarzer, scheinbar dichter, kry stall in i scher Grundmasse An- desin und Hornblende leigt, sind die obere und uniere Placbe des Handstäcks mit hellgrauer, fast bim stein ahn lieher Masse bedeckt. „Diese stammt von Gängen , einige Linien dick, welche das Gestein durchsetsen." 307 Der Andesit des Goagua Picbincba. Die beiden Gestein syarietaten , deren Plagioklase der ge- sonderten Analyse unterworfen wurden, sammelte Prof. Wolf theils auf der äusseren Sndostseite des Gipfels in 4600 M. Höbe (rotblicbe Varietät), tbeils im unteren Krater des Gnagua Picbincha (dunkle Varietät). Wolf bemerkt, dass y. Hum- boldt in allen seinen Scbriften die Namen Ruccu- und Gua- gua-Picbincba verwecbsle. »Der Ruccu-Picbincba (der Vater oder Alte) ist der erloscbene nordlicbe Kegel (4737 M. Reibs), Guagua Picbincba (das Kind) der nocb tbätige sudlicbe Krater (4787 M. Rbiss). Bei Humboldt stets umgekebrt/^ Es darf hier auf die scbone Ansiebt und Karte des Picbincba ver- wiesen werden, welcbe wir dem grossen Reisenden und Natnr- forseber verdanken (y. Humb. Atlas zu den kleiner. Scbriften Taf. 1 and 10). Der Picbincba bildet eine 2 d. Meil. lange Mauer, in welcber man von Poingasi (3104 M. Reiss) aus in dem Hobenznge, /welcber das Hocbtbal von Quito in swei Tbeile trennt (einen ostlicbeu mit den Tbalebenen von Puembo (2484 M. Rbiss) und Cbillo; und einen westlicben mit den räuberen Grasflnren von Inaquito und Tnrabamba), bauptsäcblicb vier von Nordost nacb Sudwest aneinander gereibte Gipfel onterscbeidet: 1) einen ungenannten Kegelberg, von Humboldt „Condorgipfel*^ genannt*); 2) Ruccu Picbincba (bei v. Humb. Goagua P.), ein kastellartiger Fels; 3) Picacbo de los La- drillos (Ziegelberg); 4) Guagua P. (bei v. Humb. Ruccu P.). Dieser letztere trägt den grossen nocb entzündeten Krater and den bocbsten Gipfel des ganzen Gebirges. In y. HuM- boldt's scboner Ansiebt ist der Guagua Picbincba der mit Scbnee bedeckte Gipfel. Nur einige wenige Male ist der ge- waltige fi[raterboden von Menseben betreten worden : zuerst 1845 darcb Sbb. Wissb und seinen „ausgezeicbnetsten Scbuler'^ Gaecia Mobbno, den jetzigen Präsidenten der Republik, dann 1870 darcb die Herren Reiss und Stübsl, endlicb in demsel- ben Jabre darcb Wolf. — Bououbb und La Coitdamike, welcbe 7 Jabre mit den Arbeiten der Gradmessung bescbäftigt auf *) Im Kosmos IV. Band pag. *i85 nennt v. Humboldt offenbar irr- thoffllich den Cnntnrguachana (den Condorgipfel) den südwestlichsten in der Reihe. ao8 dem Hochlande Ton Quito lebten , gelaDgten 1742 nacb rielen BemühuDgeu bis zddi hohen Kraterriinde uod blickten in den- gelben hinab. Als Hdhboldt 60 Jahre später (14. April 1802) den Versuch machte, an den Krater za gelangen, war jede ge- nauere Kennlniss über die Lage desselben verloren gegangen, so dass der grosse Reisende bei seiner ersten Besteignog gegen den mittleren kastei lartigea Gipfel emporstieg, von wo er den noch mehr als 4Kilom. entfernten, dnrch nnnberschreilb&re Schlacb- ten getreonlen Krater nicht erreichen konnte. Bei seinen beiden anderen Expeditionen (s. kleinere Schriften pag. 55 u. 66), am 26. n. 28. Mai 1802, erreichte er einen AI tan -ähnlichen Felsen des Eraterrandes. „Das furchtbare, tiefe, schwane Becken war 309 der 85dlicb8te der drei Oipfel, ein abgeatampfter Kegel, zeigt gegenwärtig valkaoiscbe Thätigkeit und tragt einen der inter- esMoteateo Krater der Welt von kolossalen Dimensiooen, ans welchem weisse Wolken von Wasserdampf, gemengt mit an- deren volkanischen Gasen, aufsteigen. Dieser Valkan, dessen SOQjihrige Geschichte ich voriges Jahr grandlich la studieren Gelegenheit hatte, als ich die Chronik der Valkan - Ausbruche ond Brdbeben for das Programm *) unserer Hochschule schrieb, ^) Cronica de los fenomenoi volcanicoB y terremotae en el Ecnador con «Ignnas noticias sobre otros paices de it America central y meridional desde 1533 batta 1797. QQito 1873. Im Verfolge seiner vulkaniscbon Studien im äquatorialen Amerika konnte es Herrn Wolp nicht verborgen bleiben, dass die bis- herigen Angaben Aber valkanische Phänomene and Erdbeben in Ecnador illxosehr der Zuverlässigkeit entbehren (compilados sin critica ningana). El stellte sich heranSi dass Mittheilnngen über den caosalen* Zusammen- bsng rnlkaniscber Phänomene, welcfae die weiteste Verbreitung gefunden bsben, ohne jeden thatsächlichen Anhalt sind, dass andere Angaben aasMrordentliche Uebertreibungen aufweisen. So entschloss sich Wolf ans den Originalqnellen, und zwar vorzugsweise aus den Archiven Quito's ond anderer ecaadorischcr Städte, alle Nachrichten über jene Ereignisse XDMnmenEustellen , bei welcher mShevollen Arbeit er sich der Unter- »täuung eines mit der Landesgeschichte genau vertrauten Mannes, des Dr. Pablo Herrbba, erfreute, welcher ihm viele alte Handschriften zur Verfügung stellte. Diese verdienstvolle und wichtige Arbeit wurde da- durch möglich, dass die Archive Quito's von allen politischen Revolu- noneo, welche seit der Unabhängigkeit des Landes einander gefolgt sind, anberührt geblieben sind. In einem Appendix sind die Originalanszüge tu den alten Geschichtsch reihern des Landes, Ovibdo v Vald^s, Loprx Ds GoiARA, CiBZA DB LsoN, Agustiv DE Zaratf, Ant. DP. Hp.RneiiA, sowie aas den Archiven mitgetheilt. Es mögen bier einige wenige Ergebnisse der WoLp'schen Forschun- ^0 mitgetheilt werden, aus denen hervorgeht, wie vieler Berichtigungen die bisher allgemein verbreiteten und geglaubten Schilderungen und An- gaben bedürfen. Viel verbreitet in den Büchern ist die Angabe vom Einsturs des Altar oder Capac-Urcu (Königs der Berge), welcher 14 Jahre vor der Inruion Hnayna-Capac's des Sohnes Tupac-Tupanqui's (also ungefähr im Jahre 1461) soll stattgefunden haben. Ueber ein solches Ereigniss existirt indess weder eine allgemeine Sage der Indianer, noch berichtet dsröber ein alter Geschichtschreiber, namentlich auch nicht der mit den Traditionen der Eingeborenen so vertraute Pat. Vblasco. „Parece que sqai HüHsoLDT conii<5 con demasiada credulidad en las palabras de un sol individno, del Indio Zefla en Rtobamba/' Nach allgemein geglaubten Angaben soll der Vulkan Imbabura Z«iU. a. D. i—i, Ges. XXVII. i. 21 310 4 befindet sieb gegenwärtig im sogenannten Znetande der Robe und von ferne scheint er in der That gans barmlos. Besteigt man aber sum ersten Male seinen Kraterrand, so ist der den Blicken entgegengäbnende Schlund wohl geeignet, den Zustand der Gemuthsrnhe etwas zu erschüttern. Man vernimmt eia dumpfes Getöse wie von fernem Donner oder von einem grossen Wasserfall, und der Wind trägt von Zeit su Zeit die Schwefeldämpfe empor. In der Tiefe wogen grosse weisse Ballen von Wasserdampf hin und her und vertheilen sieb dann aufsteigend als Gewölk an den dnstern fast senkrechteD Eraterwänden. Nur hin und wieder erblickt man dorch eine Wolkenspalte ein Stnck des eigentlichen Kraterbodens , der dann der Phantasie noch tiefer erscheint als er wirklich ist. Ich hatte an einem wunderschönen Septembertage den höchsten Gipfel des Kraterrandes erreicht. Das Hinabklettern in den Schlund ist äusserst mühsam und an den meisten Stellen nur mit Hülfe der Hände möglich : theils geht es über steile Hal- den von Bimsteinschutt , der jedem Tritte nachgiebt, theils über abschüssige Eisflächen , in die erst mit dem geologischen Hammer Stufen gehauen werden müssen, um einen sonst sicheren Fall zu vermeiden; jetzt muss man einem vom Frost losgesprengten Felsblock ausweichen, der donnernd von oben (ca. 8 d. Mejl. nordöstlich von Qatto) in den Jahren 169t und 17b5 grosse Schlammeruptionen gehabt haben, bei welchen eine solche Menge kleiner Fische (Prenadillas) Pimehdet Cycloffum, amgespieen warde, dass sie faulend die Lnft verpesteten und unter den Umwohnenden bös- artige Fieber erzeugten. Aller Wahrscheinlichkeit sufolge bat indess der Imbabura in historischer Zeit niemals weder einen Feuer- noch einen Schlammausbrach gehabt. Nicht ganz selten ereignen sich indess — ns- mentlich in Folge von Brbeben — am Imbabura Erdschlipfe seiner steileo Ge- hänge. Die RegenstrOme führen die gelockerte und aufgehäufte Erde fort und erzeugen die „Schlamm ströme**, welche mit den fischreichen Bächen und Flüssen sich vereinigend wohl den Tod von Fischen hervor- rufen können. Ganz unglaublich und unverbürgt ist es aber, dass ihre Menge hinreichend gewesen sein soll» um bei der Verwesung Krankheiten zu erzeugen. In gleicher Weise sind die bisherigen Berichte Über das grosse Erd- beben von Riobamba (4. Febr. 1797) ausserordentlich übertrieben. Nicht 40|Ü00 Menschen verloren dnrcb dies schreckliche SreignSss ihr Leben, sondern 5000 bis 6000. Zu den Erscheinungen bei diesem Erdbeben, welche durch übertriebene Berichte eine unverdiente Berühmtheit erlangt haben, gehört auch die „Moya" von Pelileo. 311 rolll and lavineoartig Anderes Oeroll in Bewegnag eetit, jetct »ich d«m in Bewegung geruhe neu Bimeteiiisand mit dem BöckcD entgegen stemmen. Nacb swei Standen hatte ii^, von daero einaigen Indianer begleitet, einen hreiten Abeatc, den sog. oberen Krater erreicht, welcher von dem nntereo allein noch ibätügen darcb einen FeUgrat geschieden ist. Wir übei'stiegeD den Grat an seiner niedrigiten Stella und standen noa Anfangs gSBi ralhlos vor dem fast senkrechten Abgrund; aber was begonnen war, sollte vollendet werden. Dieser iweile TheJl des Hioabsteigens war viel schwieriger als der erste, nicht Dor wegen der Steilheit der Felswände, an denen wir hie und da wi« an den Zacken eines gotbiacben Xhurmes hingen, son> dem ancb, weil wir meist schon in die Dampfwolben gehnllt waren and so haam ein paar S<.-hritte weit sehen konnten. Das Getöse verstärkte sich immer mehr, die Schwefeldämpfe «nrden beschwerlicher and nach abermals swei Stunden grosser Aottreagung befanden wir nna auf dem Kraterboden , einer iosgedehnten , wenig geneigten Ebene, die einen fnrchtbar wilden und chaotischen Anblick bietet: grosse and kleine LsTablöeke liegen in grausiger Unordnung umher, Bimsleine and Bimsteinsand, mit Schwefel gemischt, bilden kleine Hagel, die dann wiedttr durch tiefe Scblncbten von einander getrennt ■iDd. Selbst am Mittag herrschte in diesem beinahe 2500 Fuss liefen, von bimmelhohen schwarzi'n Felswänden eingeschloS' teaen und beständig von Dampfwolken überdeckten Kessel «in DDheiinliches Halbdunkel. Obgleich ganz mnde und er- echöpft, eilte ich iwiscben rauchenden und dampfenden klei- neren Schlünden, aus denen mir eine starke Hitie wie aus glahenden Oefen entgegen webte, dem Punkte der Hauptthätig' keil zu, von wo ich das stärkste Getöse vernahm. Ich gelaugte >iD Rande des Kraterbodens an eine breite und tiefe Felsen- tpalte, die eich auch nach oben zwischen zwei senkrechten Felswänden fortsetzt. Dies ist gegenwärtig die stärkste Fu- narole; aus ihr werden die Dampfballen mit furchtbarer Ge- walt ausgeatossen. Der Boden ringsum zittert wie bei einem Erdbeben, und der verarsacbte Höllenlärm ist so stark, dass man iwiscben dem Tosen , Krachen , Zischen sdn eigenes Wort nicht mehr vernimmt. Von den Felswänden träufelt 312 AlannB äbenogen. Dnterdess fäbll« idi nifliiie FasMohlen aebr beiss werden; ieb konnte den Boden ond die FelswäDde nicbt mit den Händon beröbren. Zwei Tage nnd eine Nacbi verweilte ich im Krater, — Di« kleineren Famairolen aind aebr aablreicb and gruppenweise rertheilt, beaondera mi eineoi kleinen Kegel mitten im Krater, weleber oboe Zweifel der beim letzten grosaen Anabmcb des Volkans gebildete Eniptiont- kege) ist. Die DampfÖffnangen sind oft mit wnnderacbönen zolllangen Scbwefelkryalallen aaageh leidet, die dann, wenn sich die Hitie steigert, acbmelseo ond abflieasen ond ringsam kleine Schwefel bögelcfaen bilden. Eigentliche Fener- oder Licbterscbeinnngeo habe ich nicht beobachtet, selbst nicbt bei Nacbt, wo sie sich dentlicber hätten «eigen müssen." Das rÖtblicbe Qipfelgeatein des Ooagna Picbincba zeigt in einer fleiacbrothen Gmndmasse sehr kleine bis 1 Hm. grosse weisse Plagioklase, sehr dentlicfae brinnlichscbwsrze Hornblendeprismen. Unter dem Mikroskop erkannte ieb ansser den genannten von einer amorphen, dnrcb feinste MiknJilhe unreinen Grundmasse amhällten Gemengtbeilen auch kleine .^ogite, in weit geringerer Menge als Hornblende. Der Kieaelaäuregebalt des Gesteins = 62,99 pCt. Von dem Plagioblas dieses Audesits konnte onr 0,3525 Cr. zur Analyse aasgesncbt werden; es musate deshalb von einer Bestimmung der Alkalien abgesehen and der Verlust der durch Anfscbliessen mit kobleasaurem Natrium aasgefährten Analyse als Natron in Rechnung gezogen werden. SpecGew. 2,647 (bei Z^'C.)- t^iahrerlast 0,27. Kieselsäure .... 58,15 Ox. = 31,01 Tbonerde 26,10 12,20 Kalk 9,05 2,69 Natron ■ . 6,70 1,73 100,00 SaueratolTproportion 1,06 : 3 : 7,62. Die dunkle AodesJ t- Varietät aus dem unteren oder westlichen Krater des Gaagua Picbincba bildet dort das herr- ■Bcbende Gestein. Die geschlossene, nicbt poröse Grundmasse Ton einem pechsteinäbniicbeo Ansehen ambälll sehr cahlreicbe 313 weias« Plagioklaae (1 bis 2 Mm. gross), schwane Hornblende, bräoatiehe gerniidete Körnchen von Angit und Magneteisen (vietleicbt anch elwas Olivin). Unter dem Mikroskop gewährt du Gestein einen sehr schönen Anblick. Die glasige, im hnDOBcbliff dorcli sichtige Gmodmasse besitst eine durch feinste scbwane Punkte angedeutete Flui daist ructnr. Bei sehr starker VergrnsBemng offenbaren sieb diese schwarzen Punkte als sternförmig oder dendritisch aneinander gefügte MikroUlhe, wahrscheinlich von Usgneteisen. Letiteres bildet ansser diesen kleinsten Gebilden auch grössere Krystallkörner. Jene amorphe Grundmasse umschliesst nun sehr lablreicbe Plagioklase mit leböntteo concentrischeD Anwachsstreifen und polysynlhe- lischer Znaammeaselzong. Neben vorherrschend er Hornblende sind aueb Angite sehr deutlich zo erkennen; nicht ganz sicher OÜTin. Sebon hier mag bemerkt werden, dass eine Trennung der Andes-Tracbyte in Hornblende- und Augit- Andesite nicht dnrehlabrbar ist, da nicht nur an denselben Vulkanen beide Varietäten, sondern auch hänßg in ein and demselben Gesteine Hornblende sowohl als auch Angit Torkommen. Der Eieselsäaregehalt des dnoklen Andesits aus dem Pichincha - Krater = 64,55 pCt. Die geringe Grosse der ausgescbiedenen Plagioklase ge- atstlete auch hier nur eine kleine Menge auszusuchen ; zu jeder der beiden folgenden Analysen wurde ca. 0,5 Or. verwandt. Spec. .Gew. 2,620 (bei 16° C.). Oläbverlost 0,01. I. II. Mittel Eieselaänre . . 59,1 — 59,1 Ox. ^ 31,54 Tbonerde . . . 25,9 26,3 26,1 12,20 Kalk 9,0 8,7 8,85 2,53 Kali — 0,5 0,5 0.08 Natron — 5,5 5,5 1,42 100,05 Sauerstoffquotient 0,99 : 3 : 7,75. Beide unters nchten Plagioklase sind demnach Andesine von der Zusammensetzung, welche man durch eine isomorphe Mischung von 1 Mol. Albit und 1 Hol. Anorthit erhält, — gleich den Plagioktasen des Mojanda und des Pululagua. l 314 Noch von einigen anderen Punkten des Pichincba-Gebirges verdanice ich Herrn Wolf Cvesteinsproben: Vono Gipfel des Racu-Piohincha, Sndostseite, in 4500 M. Höbe : ein schwarzes^ feinkorniges, fast dichtes Gestein, in welchem nur bin and wieder ein deutlicher Piagioklas- und Angitkrystall erkennbar ist. Es ist dies wohl daiBselbe (oder ein ähnliches) Gestein, dessen T. HoMBOLiyr in den kleineren Schriften pag. 26 u. 27 erwähnt nnter Herrorbebnng der Kastell- und Pfeiler-ähnlicben Felsgestaltung. Das von Humboldt mitgebrachte schwane ^pechsteinäbnliche^' Gestein wurde von Abich analjeirt (Ueber d. Natr. u. d. Zusammenhang d. vulk. Bildungen 1841 pag. 58): Kieselerde 67^07, Thonerde 13,19, Eisenoxjd 4,74, Mangan- oxyd 0,32, Kalk 3,69, Magnesia 3,46, Kali 2,18, Natron 4,90, Gluhverlust 0,30. Diese Analyse, welche durch ihren Riesel- sänrereichtfanm die trachytisebe Natur des Gesteins beweist, bewahrheitet nicht die Worte „Wir haben am Pichincba wie am Aetna ein Dolerit - Gestein mit vorwaltendem Labrador' (a. a. O. pag. 27)*). Vom Gipfel des Bucu - Pichincba, Süd- seite, 4520 M. Höhe: ein lichtgelbliches Gestein. Die sehr aablreichen kleinen Plagioklase heben sich nur wenig deutlich aus der feinkörnigen Grundmasse ab. Zahlreiche äasserst zierliche, 1 bis 2 Mm. grosse, schwarze Augite zeichnen das Gestein aus. „Andesit aus der Gantera (Steinbruch), in unmittelbarer Nähe der Stadt^, nahe bei dem Panecillo (Javirac), ,|einer freiste- henden rundlichen Kuppe, unter der die Inca's einen Stollen (Durchgang) nach Turabamba gesucht haben.' (a. a. 0. pag. 37.) Nach Wolf scheint dieser Hügel durch eine Seiteneruption des Rucu-Pichincha gebildet. Dem blossen Auge fast körnig erscheinend, zeigt das lichtgraue Gestein unter dem Mikroskop in einer nur spärlichen amorphen Grundmasse sehr zahlreiche, bis 1 Mm. im Maximum grpsae Plagioklase und — weniger zahlreich — grüne Augite. Dieser Andesit dient als Bau- uud Pflasterstein für die Stadt Quito. Die drei erwähnten Gesteine des Rucu-Pichincba enthalten demnach Augit (keine Hornblende), während diejenigen des Guagua Pichincba Horn- blende (und sehr wenig Augit) enthalten. *) Eine neue Analyse eines von Humboldt am Pichincba in '2430 Toisen geschlagenen Gesteins (mit 6'2,35 pOt. Kieselsäare) gab Artop^ (N. Jahrb. 1874 pag. 9J). 316 Id Bezug aaf den Fddspath • Gemengthei) der Pichincha- Oesteine sind die beiden obigen Analysen wohl geeignet, die frohere Ansicht xn berichtigen, zufolge welcher der Trachyt des Piehincha Oligoklas enthalten solle (s. Kosmos Bd. IV. pag. 471). BeTor wir die Betrachtung der Piehincha - Gesteine ver- lassen, wird es von Interesse sein , die Eruptionen dieses Vulkans nach der Cronica von Wolf aufzuzählen. Historisch beglaubigt sind nur drei Ausbruche des Berges: 17. n. 18. Oct. 1566, 8. Sept. 1575, 27. Oct. 1660. Die Eruptionsprodncte des Piehincha bestehen wesentlich in ungeheuren Massen von vul- kanischem Sand und Staub. — Die bisher in den Schriften angegebene älteste Piehincha • Eruption 1534, durch deren Staubregen der M srsch des Conquistadors Pbdro db Alvarado von den Küsten der Südsee zum Plateau von Quito gehemmt worde, beruht höchst wahrscheinlich auf einem Irrtbum. Nach Wolf war es der Cotopaxi , oder einer der zahlreichen an- deren Vulkane des ecuadoriscben Hochlandes, welcher jene Asche aoswarf. Der Andesit des Tunguragna. Der Tunguragna (4927 M. hoch nach StI^bbl) gebort der östlichen Cordillere an und liegt dem Chimborazo gerade gegen- über. Vor Kurzem haben wir über diesen merkwürdigen Berg neue Nachrichten erhalten durch den verdienstvollen Reisenden Dr. St(^bbl (s. Zeischr. für die ges. Naturwissenschaften Bd. XLI. 1873 pag. 476), welcher den Vulkan von ßanos (1800 M. hoch), vom Pastazathal aus, erstieg. Nach St(Tbbl liegt das Eigenthumliche der Lage des Tunguragna vorzugs- weise darin, dass er mit seinem Nordgehange ein enges Thal begrenzt, dessen gegenüberliegende Wand nicht zur vulkanischen Formation gebort, sondern aus sehr altem Gestein (Glimmer- schiefer) besteht. *) Durch dies malerische Thal, Namens Valle *) V. HoasoLDT gebührt das Verdienst, snerst das von den ecna- dorisefaen Ynlkanen dorebbrochene Grundgebirge erkannt xn haben. „Da in der Tnlkanischen Hochebene von Quito alles mit Trachyt. Trachyt- CoDglomerat und Tuffen bedeckt ist, so war es mein eifrigstes Bestreben, irgend einen Pnnkt zn entdecken, an dem man deutlich erkennen könne, auf welcher ülteren Qebirgsart die mächtigen Kegel und Qlookenberge sofgesetzt sind, oder um bestimmter an reden, welche sie durchbrochen 316 de Banos, nimmt swischen beidon verscbiedeoen Bildangen der Pastazafluss seinen Lauf. Den ebenen Boden des Pastazatbals bildet ein einziger Lavastrom , welcher seinen Ursprang un- gefähr 700 M. ober Baiios am Gehänge des Tunguragoa hM und 3 bis 4 Leguas (1 ecoador. Legua = 5573 M.) tbalabwärts bis zum Fluss Verde grande reicht. Der Pastaza massle sich auf der Grenze zwischen Lava und Glimmerschiefer ein neues Bett suchen; an anderen Stellen durchbrach der Flosa den festen Lavafels. Gegen den Rio Verde hin hat der Pastaza den im Mittel 30 — 50 M. mächtigen Lavastrom so zerstört, dass davon nur an den Einmündungen der kleinen Nebenthäler Plateau- reste sich erhalten haben. (Dies erinnert vollkommen an den Strom von Bertrich). Jener grosse Lavastrom hat am Fasse des Tunguragua stattgefunden, während die letzte Eruption am Ende des vorigen Jahrhunderts aus dem Qipfelkrater erfolgte (Stübbl). Die Form des Kraters ist fast kreisrund, er hat einen Durchmesser von ungefähr 500 M. and eioe Tiefe von einigen 80 M. Nur im nördlichen Theil des Kraterrandes bemerkt man eine — und zwar recht beschränkte — vulkanische Thätigkeit, indem hier an vielen Punkten Wasser- dampf-Fumarolen, mit schwefeliger Säure geschwängert, empor- steigen. Bei dem hohen Interesse, welches dem Vulkan Tungu- ragua und seinen Lavastromen, die zuerst keinen Zweifel an ihrer wahren Natur als geflossene Laven , übrig Hessen, innewohnt, war es mein Bestreben, auch die chemische Zu- sammensetzung des constituirenden Feldspaths zu ermitteln. Es schien dies um so wichtiger, da neben Plagioklas und Augit in den Tuuguragua-Laven auch Olivin zur Ausscheidung gelaugt, welches Mineral den bisher betrachteten Andesiten entweder ganz fehlt, oder in ihnen nur in geringster Menge vorhanden ist. Es musste die Frage beantwortet werden, ob in den Andesiten neben reichlichem Oiivin sich auch Andesin ausscheiden könne, oder ob der constituirende Feldspatb La- brador sei. Für fast alle in der Sammlung befindlichen Tungaragoa- haben. Einen solchen Ponkt bin ich bo glücklich gewesen anfsafindeD, als ich im Monat Jani 1802 von Riobamba naevo ans eine Ertteignug des Tonguragna versnebte", etc., s. Kosmos IV. pag. 462. 317 Laven war eine gesonderte Analjge des Plagioklaa ganz an- moglich; nur bei einem einzigen Handstocke ^ durch Wolf geschlagen ^von grossen Blocken im Bette des Rio Puela bei BsDos, Tom Bache hernntergefnbrt (System des Tongnragoa)^ gelang es, zu einer Analyse das Material (0,336 Gr.) mit Aufwand vieler Zeit und Geduld zu sammeln. Der Andesit von Rio Puela (Tuoguragua) enthält in einer 8cbwarsgraaen, dichten oder fein schlackigen Grundmasse zahl- reiche, im Mittel kaum 1 Mm. grosse Plagioklase, kleine dookelgrune Angite, sowie, spärlicher, Qlivin. Der Gegenwart des letzteren Minerals in den Tungoragua - Laven erwähnen nach bereits die Herren Wolf und Stübvl. — Der Kiesel - Säuregehalt dieses Andesits wurde bestimmt = 61,48 pCt Der Plagioklas des Tungnraguagesteins ergab: Spec. Gew. 2,627 (bei 26^ C.)- Gluhverlust 0,15. Kieselsäure 57,8 Ox. ^ 30,84 Thonerde 26,75 12,49 Kalk 9,05 2,59 Natron (Verlust) . . 6,4 1,64 100,00 t Sauerstoffproportion 1,016 : 3 : 7,408. Auch dieser Plagioklas ist demnach ein Andesin, wenn- gleich in demselben die Mischung des Kalkfeldspaths etwas mehr überwiegt als es bei den Andesinen des Pichincha, des Palulagna und des Mojanda der Fall ist. Der Andesin des Tonguragua stellt sich dar als eine Mischung von 2 Mol. Albit und 3 Mol. Anorthit, welcher Zusammensetzung folgende Zahlen entsprechen: Kieselsäure 57,26. Thonerde 27,26. Kalk 8,91. Natron 6,57. Die Gesteine des Tunguragua sind bereits mehrfach Gegen- stand der Untersuchung gewesen. Abich bestimmte den Kiesel- aänregehalt eines homogenen, durch zahlreiche kleine gestreifte Plagioklaskrystalle porphyrartigen, rothbraunen Andesits von diesem Vulkan = 57,40 pCt. Dass die am Tunguragua vorkommenden vulkanischen 319 ^^Albit - baltigeiD Andesit^^ aufgebaut wären. Als 6. Ro8« später den gestreiften Feldspatb vieler Gesteine als Oligoklas erkannte (in Besag auf den Qranit des R lesen gebirges geschah es 1842} nnd das YorkAmmen des Albits als Gemengtbeil von Gesteinen aberhaopt in Frage stellte, schien der Andestt in der von v. BüCB gegebenen mineralischen Definition seine Begrondong ca verlieren, in dem Maasse, dass Humboldt im Kosmos von der „nun schon veralteten Mythe des Andesits'* spricht and anfuhrt, dass auch er „das Unrecht begangen habe, sich swei IVIal dieses, viele Verwirrung anrichtenden Namens bedient zu haben/' (Kosmos Bd. IV. pag. 634, 636). Jetzt ist der v. BucH^sehe Name Andesit allgemein wieder anr Geltung gekommen , um diejenigen Traehyte au beceichnen, weiche des Sanidins enibehren and statt desselben einen Kalknatronfeldspatb enthalten. — Ein ähnlicher Wechsel der Ansichten hat anch aber dem Andesin gewaltet. Fünf Jahre nachdem T. BvOH die neue Oebirgsart aufgestellt, beseicbnete Abioh den Feldspalh eines Gesteina von Marmato bei Fo- pajao (Colttmbien) mit dem Namen Andeain. Abich's Analyse ^rgab annähernd die ^auersloffproportion 1:3:8 und wies dem neoeo Feldapatb seine Stellung xwischen Oligoklas und La- brador an. Dieser Beseicl»nong Andesin lag indess die irrlhamltehe Voransaetzung so Grunde, dass jenes Gestein von Marmato ein Andesit sei, während es in Wahrheit ein Diorit- porphyr ist. Doch aoch abgesehen von diesem Irrthum, wel» eber die Wahl des Namens als nicht zotreffend erscheinen Hess, wollte es lange nicht gelingen, die von Abioh ange- gebene Mischnng ausser Zweifel zu ateüen. Erst durch die schone, leider noch in der allerjnngsten Zeit verkannte (6. Neues Jahrb. f. Min. 1874 pag. 89) Theorie Tsohbrmak's gewann der Andesin ein neues Borgerrecht, wenn anch nicht als Mineralspedea, so doob als eioe Sobspecies der Kalk- oatronfeldspathe. — Die oben mitgetheilten Analysen beweisen oon, dass Id mehreren der aosgezeiohnetsten Andesite des Hochlandes von Quito Andesin -— nieht Oligoklas, wie man bisher glaubte *) -^ als constitoirender ^jemengtbeil vorhanden *) Für das ChimboTaso-Gestein wurde bereitB früher durch Dbvillb ^tr Kieselsäuregebalt des Plagioklafl = 58,26 bestimmt, und hierdurch die Zugehörigkeit desselben tum Andesiki bewiesen. Koemos Bd. IV. p. 629. »t. Der von Auch in Dioritporphjr voa Popayao ntni \ nacbgewiesene Plagioklaa, welchen er — eioer irrtbömlicbcD VoraDsaetsODg tafolge — Andeain nannte, ist also in der Tbil daaielbe Mineral, welche« die wichtigsten Andesmlkane laius- meusetit, nud jener Name erweist aicb somit aar Grand ätt | oben mitgeth eilten Analfsen als vollkommen intreffend. Dasa in dem aDsgedehnlen äqnatorialen Vnlkangebiet Arne- rikaa aasaer dem herrschenden Andesin, dem bisher nur in den Ferliten des Anlisana nachgewiesenen Oligoklaa auch nebr basisobe Plagioklaas, namentlich Labrador, vorkommen, wird durch die mineralogischen Untersuchangen in anderen VnlkiD- gebieten wahrscheinlich; wie denn auch die Gegenwart dei Labradors als constitnirenden Plagioklases in der Lava dei Vnlkane von Parace dnrch DiniiLB (Kieselsäarebeslimmong des anagesohiedenen Plagioklases =55,40; des Gestein e 60,80} nachgewiesen worden ist. — Der Labrador constitnirt im Uoch- lande von Ecuador theils AnawürfliDge, welche des Toffen inoeliegen, theils Laven. Ein Beispiel des ersteren Vorknm- mens bietet ein trachytischer Auswürfling aas des „Tuffen von Calacali", nnfern Pomasqoi, 2 d. Ucil. nördlich von Quito. Die Bimsteintaffe von Calacali (4 d. Heil, nördlich der Hauptstadt, auf der linken südwestlichen Seile des Rio Bameraldaa gelegen), welche sich bis in die Gegend von Pomasqni verbrulen, acUiessen fanst- bis kopfgrosse Blöcke, Bomben jenes Andesits ein, ans welchem die nntersucbteD Plagioklase stammen) — ein schönes Gestein, welches in einer feinkörnigen lichtgrauen Grnndmaase weisse gestreifte Plagio- klase (bis 6 Hm. gross), lahlreicbe schwarse Homblende- prismen und Magneteisenkörnchen enthält. KieselSBoregebalt des Gesteins = 62,03 pCu Es wurde nur eine Analyse ausgeführt und das Natron au dem Verloste bestimmt. Pla^oklas aus dem Andesit von Pomaaqoi: Spee. Gew. 2,644 (bei l&i< C). Oläbverlnst 0,11. Rieselsäare . . 55,86 Ox. i= 29,79 TboQenle . . . 28,10 Kalk 10,95 N^lroii 5,09 18,13 3,13 1,31 100,00 SHeratofiproportioD 1,014 : 3 6,807. 321 Oiese MiscbiiDg eotspricht eiDem aas 1 Mol. Albit ood 2 Mo). Anorlbit gebildeten Plagioklas , d. b« eioem Labrador, deeaeo bereebnete Miscbang die folgende sein worde: Kieselsäure 55,53. Tbonerde 28,49. Kalk 10,35. Natron 5,73. In der von Wolf mir verehrten GesteinsBammlang befindet sieb aoa denselben tracbytiscben Tuffen von Calacali ein recht merkwBrdigee Traehytgestein mit der Etiquette „BinschlaBS io einem Trachjtblock aus den Tuffen (in einer Que- brada-Scblaeht) ostiieb von Pomasqni.^' Es ist ein 6e- steinsstSck, welches gleich den vesuviscben Auswürflingen von 1872 swar nicht dem ersten oberfläcfalicben Blick, wohl aber der genauen Betrachtung mittelst der Lupe eine sehr inter- essaote Mineralassociation darbietet. Das Gestein, von rothlich- graaer Farbe, ist von kornig-dnisiger Beschaffenheit, hiedn den Auswürflingen anderer Vulkangebiete, z. B. des Laacher Sees verwandt. Das Pomasqni- Gestein ist feinkornig, sodass die einzelnen krystaIHnischen Theile nur etwa 1 Mm. Grosse erreichen , und besteht ans Plagioklas, Sanidin, röthlichbraunen, nicht glanzenden kleinen Prismen von Hornblende, Eisenglanz ond Tridymit. Letzteres Mineral ist, zwar vorzugsweise deut- lich ausgebildet in den kleinen Drusenräumen, doch auch in der Grundmasse vorbanden, von schneeweisser Farbe und zier- lichster Bildung in einfachen, Zwillings- und Drillingstafeln, öberaus häufig, so dass es einen wesentlichen Theil der Masse coDfltitnirt. Die Bestimmung der röthlichbraunen Prismen ist schwierig, da eine scharf begrenzte äussere Form nicht vor- banden, vielmehr durch Rundung undeutlich. Deutlich kann man schon mit. der Lupe wahrnehmen, dass die rothlichbraune Färbung nur der ia unzählige feinste Fasern sich auflösenden, mit Magneteisen - Punkten innig gemengten Hülle der Hörn* blendekrystalle angehört, während das Innere dunkel und glän- zend im Broch erscheint. Unter dem Mikroskop erkennt und unterscheidet man leicht den Sanidin und den Plagioklas, wäh- rend der Tridymit und die Hornblende unser besonderes Interesse aof sich ziehen. Nachdem ich das mikroskopische Verhalten des Tridymita an losgelösten Täfelchen beobachtet, fand ich ihn leicht allenthalben in der Grundmasse auf. Der Tridymit stellt sich unter dem Mikroskop bei 450facher Vergrösserung 322 als eiu feinmascbiges NeU dar, deasen einselne Maschen ge- roodet, xiemlich anregel massig, nur zuw eilen einen hexagooalen Umriss erkennen lassen. Die einseinen kleinsten Täfelcbeo, welche als Maschen des Netzes erscheinen, sind zuweilen gleich Schuppen übereinander gelegt. So bestätigt sich hier in oberraschender Weise die mikroskopische Charakteristik des Tridjmits, welche wir Zirkbl verdanken (F. ZibkbIj, die mi- krosk. Beschaffenh. d. Min. u. Gest. pag. 111). Einen recht eigenthnmlichen Anblick gewähren unter dem Mikroskop die Hornblendekrystalle. Sie besitzen nur einen kleinen, durch* scheinenden, brannen Kern, welcher beim Drehen des Nicols einen lebhaften Farbenwechsel zeigt, während die äussere Hülle, an Masse den Kern mehrfach übertreffend, schwarz und undurchsichtig ist und sich als ein Aggregat kleinster Magnet- eisenkornchen (vielleicht mit Eisenglanz gemengt) darstellt. Diese Verunreinigung der Hornblendekrjstalle mit Magnet- eisenp unkten ist nach Herrn Prof. Zirkbl, welcher die Oute hatte , das in Rede stehende Präparat zu prüfen , zwar eioe gewohnliche Erscheinung in den Trachyten , doch in dem Maasse, wie es hier in dem Tridymit - führenden Einschlufis vorliegt, wohl noch nicht beobachtet. Nicht auf diesen Block aus den Calaealituffen ist der Tridjmit beschränkt (wenngleich das Mineral hier in grosster Menge vorkommt), vielmehr fand Wolf ihn (1872) gleichfalls in einem Trachytblock im Thal von Tumbaco auf {2^ d. Moil. ONO von Quito). Auch enthält ein rother Andesit vom Chimbo- razo in Poren sehr kleine weisse ans Täfelchen bestehende Zu- sammen hänfnngen, welche — bereits durch Wolf verrauthuogs- weise als Tridjmit bestimmt — durchaus an die Erscheinungs- weise dieses Minerals in .vesuvischen Auswurtlingen vom Jahre 1822 (Poeo. Ann. Bd. 147 pag. 280) erinnern. An den Plagioklas von Pomasqui reiht sich in Bezog aaf seine Zusammensetzung sehr nahe an derjenige aus einer „andesitischen Lava von einem grossen Lavastrom zwischen Biobamba nnd dem Tungnragua, linke Seite des Rio Chamba, von Langt an gchi; Strom säulenförmig zerklüftet, die Säulen in dünne Platten abgesondert^. (Jeher das Vorkommen giebt Wolf in einem Briefe folgende nähere Nachricht. ^Wo der Weg von Riobamba nach dem Tnnguragua sich in dem vulka- nischen Tuffe stark abwärts nach dem Rio Chambo neigt, S23 Bteht plotslicb liükB ein« hohe seakreohle Lftvawancl «iv, dae Ende eines Stronies, der sich als langgezogener, mit Tu£P be- deckter Röcken weit gegen Westen auf das Plateau von Rio- bamba hinanf verfolgen lässt« Die Aasbruchsstelle ist mit Tuff bedeckt, aber der Strom scheint von keiqeni der hohen Berge der Gegend herzukommen, sondern in der £bene aus- gebrochen zu sein. Der gewaltige Strom hat in der Mitte die Hohe von wenigstens 30. M. and eine sehr bedeotende Breite (fast j Stunde); er ist unten in 2 bis 3 M. dicke Pfeiler ab- gesondert, die sich nach oben in dünnere Pfeiler spalten. Die Oberfläche des Stroms ist ganz nnregelmässig in kleine Stacke zerklüftet. Er zeigt mit einem Worte die Absonderung der Niedermendiger IVluhlsteinlava. Unten und noch in der Mitte hat der Andesit porphjrartige Textur, nach oben wird er immer dichter und damit dunkler (mit sehr kleinen Feldspathen), bis er zuletzt an der Oberfläche in poröse schlackige Lava übergeht. Der ganze Höhenzug auf der linken Seite des Rio Chambo, von dem grossen Lavastrom an bis eine Stunde weiter onten, heisst Langlangchi, die Felswand selbst nannteTi die Indianer Pungaltuz.*^ Die Lava enthält in einer schwärslichgrauen Orandmasse sehr zahlreiche wasserhelle, tafelförmige Plagioklase, welche mit der Fläche des Brachypinakoids M annähernd parallel liegen. Die Gesteinsmasse schliesst nicht unmittelbar fest an diese Plagioklase an, sie lässt vielmehr einen feinen Zwischen- raam, welcher mit fasriger, fast bimsteinähnlicher Masse erfallt ist. So liegen auch die Sanidine in der trachyti sehen Lava des Arsostroms, Ischia. — Ausserdem ist brännlichschwarze Hornblende (fest von der Grandmasse amscblossen) vorhanden Qod fein zertheiltes Magneteisen; weder Aagit noch Olivin. Unter dem Mikroskop löst sich die Grundmasse in ein äosserst feinkörniges Gemenge von Piagioklas neben nur wenig amor- pher Grandmasse auf. Plagtoklas aas der Andesitlava von Langlangcbi: Spec. Gew. 2,604. Kein Glohverlast. I. II. Mittel KieselBänre . . 55,64 — 55,64 Ox. == 29,67 Thonerde . . . 28,23 28,15 28,19 13,16 Eiscnoxydul . . 0,82 0,92 0,87 0,19 Kalk 10,07 9,52 9,79 2,80 Magnesia. . . . 0,19 nicht best. 0,19 0,07 Kali — 0,63 0,63 0,11 Natron — 5,48 5,48 1,41 100,79 Wenn wir vom Eisen absehen, welches von eingemengtem Magneteisen (vielleicht nebst etwas Eisenglanz) herrührend der Constitution des Plagioklas nicht angehört, so ergiebt sich die Sauerstoffproportion 1,00 : 3 •' 6,76* Es stimmt die gefundene Zusammensetzung sehr nahe überein mit einer isomorphen Mischung von 1 Mol. Albit -f* 2 Mol. Anortbit. Der Plagioklas von Langlangchi ist dem« nach ein Labrador, fast genau von der Zusammensetzung des- jenigen von 'Pomasqui. Die beiden letzteren Analysen liefern den Beweis, dass auch Labrador in den ecuadorischen Ande- siten als constituirender Gemengtheil auftrete. Es bestätigt sich demnach für diese Gesteine die von Prof. J. Roth ge- äusserte Ansicht (s. Beiträge z. Petrogr. der pluton. Gesteine, Sep.-Abdr. pag. 192), „dass eine stetig fortlaufende Reihe (zwischen Andesit und Dolerit) vorhanden ist.'^ Die Verbrei- tung des Labradors in den Andesiten und in den Daciteo oder Quarz - A ndesiten ist vorzugsweise durch Dr. Döltsb io seinen mühevollen und wichtigen Arbeiten über die quarzfüh- renden Andesite in Siebenbürgen und Ungarn (Miner. Mittbeil., ges. von TscHERMAK, 1873 2. Heft) und über die Tracbjte des Siebenbürgischen Erzgebirges (ibid. 1874 1. Heft) nachgewiesen worden. Die Frage liegt nahe, weshalb wir die dunkle Labrador- führende Lava von Langlangchi nicht gleich den Aetnalaveo zu den doleritischen Gesteinen rechnen? Indess durch die 325 xahlreichen HornblendekrystaUe, sowie das Fehlen too Aagit uod Oiivio, welche neben Labrador die Aetnalaven charak- terisireo, onterscheidet sich die ecuadorische Lava sehr we« seaüicb von der ätnaischen. Der Andesit von Tolnoa in Mexico. Das Valkangebirge von Tolnca mit seinem Kratersee and seineo beiden in die Schneeregion anfragenden Gipfeln — der Pico del Fraile erreicht nach v. Humboldt 4620 M. , nach BüBXART 15,262 engl. Fuss — liegt in der Mitte jenes durch von Hümboldt's Arbeiten so bernbmten „Parallers der mexika- oischeo Valkane^^ etwa 10 d. M. SO. von der Hauptstadt, (lieber den Nevado de Toluca, vergl. Jos. Bubkabt, ^ Aufenthalt und Reisen in Mexico in den Jahren 1825 — 1834^ Bd. I.; sowie PiESGHBL, „Ueber die Vulkane von Mexico'^ in Zeitscbr für allgem. Erdkunde Bd. VI. pag. 80 — 91 ; v. Humboldt, Kosmos Bd.IV. pag. 313, 470.) Das Gestein, welches mir zur Unter- SQchang diente, stammt nicht vom hohen Vuikankegel selbst, sondern ans dem Thale von Tolnca, woselbst es von dem ver- ewigten, verdienstvollen Geh. Bergrath Dr. BüSKAbt 2 Stund. östl. voü Istlahuaca , am Wege nach Mexico geschlagen wurde (s. BuBKABT a. a. O. pag. 179). — Das Gestein ist ein An- desit Ton ungewöhnlicher Schönheit. In der lichtgrauen dichten Orondmasse heben sich die schneeweissen, bis 5 Mm. grossen Plagioklase vortrefflich ab; sie tragen eine deutliche Streifung; aasaerdem schwarzer Biotit und brännlichschwarce Hornblende; eiocelne gelbe Olivinkorner und gans vereinzelte rundliche Qoarzkörner. Schon O. RosB erkannte, dass der Feldspath des Tolnca- Gesteins gestreifte Spaltungsflächen darbietet und stellte dasselbe su seiner dritten Abtheilung der Trachjte, Mwelche viele kleine Oligoklas-Krystalle mit schwarzer Horn- blende und braunem Magnesiaglimmer enthaltenes Kieselsauregehalt des Gesteins «= 66,85 pCt. Zfiu.d. D.gMl. G«fl. ZXVII. 2, 22 9S» PliigioUaB aus dem Andeaii voa Toiuc»: Spec. Gew. 2,615 (19 ° C). GlSfaverliut 0,06. Kieselaäare Tbonerde . Kalk. Kali . Natron • » I. 59,79 25,54 7,37 IL 25,33 7,46 0,64 7,24 Mittel 59,79 25,43 7,41 0,64 7,24 Ox. 31,888 11,406 2,117 0,109 1,869 100,51 SauerstofiFproportion 1,077 : 3 : 8,387. Dieser Plagioklat ist demuach als ein Aadesio sa be- trachten, dessen Miscbaog sehr nahe durch eine Verbindung von 1 MoL Albit mit 1 Mol« Anorthit dargestellt wird. Siehe oben Plagbklas von Mojanda. Der Obsidian-ähnliche Andesit von Conejos am Rio graude del Norte, Colorado. Wo der Bio grande den 37. Grad nordlicher Breite, d. b. die Grenze zwischen den Territorien Colorado*) und New Mexico überschreitet, dehnt sich ein Gebiet vulkanischer Ge- steine aus, von denen ich mehrere Proben durch die Gefällig- keit des Herrn G. Juho jnn. aus Köln erhielt. — Der Rio grande, etwa unter 37^ 40' nordl. Breite und 106® 35' westl. Länge vpn Greenwich entspringend, flieset zunächst ca. 15 d. Meil. gegen Sudost, wendet sich dann, nachdem er in eine weite Thallandschaft, den San Luis Park, eingetreten, gegen Süd bis zur Grenze der Republik Mexico, um dann in länder- scheidendem Laufe gegen Sudost den mexikanischen Golf zo erreichen. Etwas unterhalb jener iSirom Wendung, noch im Gebiete des San Luis Park nimmt der Strom drei von Ostes kommende Nebenflüsse auf, den Rio Trenchera, Culebra und Costilla. Vor ihrer Vereinigung mit dem Rio grande treten diese drei Flusse in das Gebiet der vulkanischen Bildungen ein , ein Territorium, welches vorzugsweise aus Trachjt io meist vertical stehenden , mehrere Fuss bis wenige Zoll im Durchmesser haltenden Säulen besteht. In diesem eigenthüm- lichen Gebiete versinken die genannten Flusse, so dass nur *) Anmerkung bei der Correctar: ,ijetst ein Staat". am ihre CaDoos — FelaenschlucbtaQ. *^t welqb^ Vk\t Au^pahme einiger Tage im Frühjahr waMfirJeer sind, zu dem mehrere baodert Pass io die Ebene eingeschnittenen Thale des Rio grande ziehen. Das Gestein dieser 8äulenf5rmigen Trachyt- bildang ist Andesit^ A^bnli^e valkf^^ische Qest^ioe finden sich zwischen der Sti(4^ Ja Costilla, welche den neuesten Mes- SQDgeo infolge gena^ ^qf der Orense zwischen Colorado und New -Mexico liegt, und Elizabethto wn , einem Städtchen, in dessen Nähe reiche, von eiqer englisjQb^'i Gesellschaft betrie- bene Goldwaschen sich befinden. An dem bezeichneten Punkte bildet der Andesit einen 300 bis 400 Fass hohen, in senk- rechte Säulen abgesonderten Kegel, den Comanche Rock, an dessen Fnss sich zwei Bäche vereinigen und den Rio G)sti]la bilden. Einige Meilen weiter in der Riehtung auf Elizabeth- t()wn erscheint der Andesit in äusserst zierlichen, nur 2 bis 10 Cm. dicken Sänlqu. — Der obsidianähnlicbe Andesit, dessen aosgeschiedene Plagioklaskrystalle eine gesonderte Analyse gestatteten, steht an auf der rechten Seite des Rio de) Norte, 4 engl. Meilen von der Mündung des Rio Cul^bra entfernt, unfern des Städtchen Sant* Antonio. Dies Gestein zeigt in schwarzer, obsidianartiger Orundmasse zahlreiche weisse, deut- lich gestreifte Oligoklase, 2 bis 3, selten bis 10 Mm. gross. Aosserdem sind wenig zahlreiche, 2 bis 8 Mm. grosse bräunlich- schwarze Bioliiblättchen wahrnehmbar. — Unter dem Mikro- skop zeigt die Grundmasse dieses Gesteins in ausgezeichneter Weise Jene Bewegungs - Erscheinungen , welche zuerst von E. Wjnss an einem Perlstein von Ungarn erkannt und dar- gestellt (s. Beiträge zur Kenutniss der Feldspathbildung. Ge- krönte Preisschr. Harlem 1866. pag. 142. 143, Taf. I. f. 15.), dann selbstständig von dem früh vollendeten Prof. U. Vogblsahg aafgefnoden and unter dem Namen Pluidalstrnctur ausführlich l^esehrieben wurde (s. Philosophie d. Geol. u. raikrosk. Ge- steinsstudien, 1867 pag. 138 Taf. I — IV.). Die bräualiobe amorphe Gruodmasse, welche durch kleinste Mikrolithe und Magneteisenpuakte eine fiuthende und stromende Bewegung andeutet, umschliessi ausser Piagioklasen mit deutlichster ZwilliogsbilduDg Biotit, Augit und Hornblende. Die Associa- tion dieser beiden letzleren Mineralien (hier mit vorwiegendem Augit) reiht sich demnach den oben mitgetbeilten Beobaoh- tangen aber ecuadorische Andesite an. 22* Kieselsäaregehalt des Gesteins = 63,73 pCt. Plagioblas aas dem obaidianähDliubeo Andegitvoo Conejos: Spec. Gew. 2,631. GläbverlDSt 0,16- Kieselsäure ThoDerde . Kalk. . . . Kali .... Natron . . 4,96 II. 24,41 4,62 2,50 6,95 MitteJ 61,88 Ox. = 33,003 24,18 11,290 4,79 1,369 2,50 0,424 6,95 1,794 100,30 Sauer* toffproportion 0,9 t ; 8,77. Dieser Plagioklae ist demnach ein Otigoklas , welcher allerdings sieb etwas dem Andesin (1 Mol. Albit -|- 1 Mol. Anortbit = I;3:8) näbert. Wir erhallen eine der gefundenen ähnlicbe Miscbung durcb eine isomorphe Verbindaug von 3 Hol. Albit -|- 2 Mol. Anortbit = Eieselsänre 61,915. Tbonerde 24,12. Kalk 5,25. Natron 8,725. Wie Vieles wird die Keuutuias der vulkanischen Oesteinc : gewinnen, wenn die Trachyle New Mezico's, NsTada's, Cdli- ' foroien's and Oregon'a einer eingebenden mineralogiscben and i cbemiscben Untersuchung dereinst anterworfen werden, för | welche die wichtigen Arbeiten t. Riobthopbh's (s. diese Zeit- | Schrift Bd. XX. pag. 663—726) den Grnnd gelegt haben. j Anmerkeng. Wenig bekannt dürfte es sein , dass der 1 granitiscbe Pike's Peak in Colorado (14216 F.), einer der ' hnnhutnii nnd km WnitflKtnn nuai'n Hat vnFananhnhniiAn l^infel . 329 Diesen lehn Plagioklaten aas amerikaniscben Tracbyten reiben wir iwei andere an: ans dem Trachyt der Perlenhardt im Siebengebirge and aas einer hauynfabrenden Lava von Palma (Canarische Inseln). Tracbyt der Perlenbardt. Nachdem far eine Beihe von Tracbyten aas fernen Lan- dern die cbemiscbe Natar des constitoirenden Plagioklases ermitteU war, schien es geboten, die gleiche Aufgabe, wenig- stens far eine der ansgeseicbnetsten Varietäten der Sieben- gebirgsgesteine 2a losen, damit nicht das Ferne genaaer be- kannt sei als das Heimische. Bisher war darch gesonderte Analyse noch far keinen Plagioklas, welcher als wesentlicher Gemengtbeil eine Tracbytvarietat des Siebengebirges bildet, die chemische Mischung erforscht worden. Die Annahme eines sogen. „Kali-Albits vom Drachenfels^^ durch Abioh*) beruht nämlich nicht auf der Analyse ausgesuchter Krystallkorner, sondern der mit Chlorwasserstoffsäure zuvor behandelten Brandmasse. Besondere Schwierigkeiten bieten sich allerdings bei dem Versuche, die Plagioklaskorner unserer Trachyte mechanisch zu sondern. FSr die Andesite von der Wolken- borg and dem Stencelberg erscheint wegen ihrer Feinkornig- keit die Aufgabe fast unmöglich. Günstiger liegt die Sache bei dem so ausgeseichnet porphyrartigen „Sanidin - Oligoklas- oder Drachenfelser Trachyt^% welcher ausser dem berühmten, borggekronten Fels am Rhein den Gebirgskamm vom Schallen- berge bis zum Lohrberge und ^namentlich den ostlichsten Vorhngel des Gebirges, die Perlenhardt, bildet. Die liebte Brandmasse des Tracbyts vom Drachenfels, von welcher sich die weissen Plagioklaskorner nar wenig abheben, macht aach for diese Geateinsvarietat die Aussonderung schwierig. Leichter ist es bei der Varietät der Perlenbardt, aus deren graner Braudmasse die Plagioklase deutlich hervortreten. Durch aoaserordentliche Grosse der Sanidine (bis 6 Cm.) ist zudem dies Gestein das ausgezeichnetste unter den Tracbyten unseres Gebirges. Die Plagioklaskorner erreichen zuweilen eine Grosse ▼OD 5 Hm. nnd lassen nicht selten eine deutliche Streifung *) Abich, „Ueber die Katar and den Znsammsnhang der valkaniichen Bildungen", Tabelle zu psg. 7. (Braanschweig 1841.) SSO erkehnen. Neben 8iö— jB. Eb sind diu iit»i roa Daa Cloi»4PX aatii- ftindeae Fornen, nnd swar 4R = e' an awei Er7>taUen Toa Trarar. Bella, einem ans Braiilien und einem Ton Ala; — )R := e|. an vielen KrjitaDen von Traveraella nnd ana dem Wallii. — Die Aotbildtiag die- ser Erjatalle ans dem Trachyt der Perlenhardt ist sehr ähnlich derjenigen der kleinen Qnane in Btbmelid reisen einiger Ldicn des Lancher Gebiet», wekfae voa Dr. Jim, Lobhim «ns Sanigsberg anfgefnnden, beitIBitnt nnd in seiner wichtigen Schrift .,U«ber die Einwirknogen eine« fearigfliinign basaltiachoD Magma'a auf Gesteins- und MineraleinscM&asc" (s. Verhaadl. d, natnrh. Vereins d. prensa Bheinl. n. Wealf., 31 . Jnhrf . p. 1— lü) beschrieben worden. Anch jene kleinen LaTCD-Quane bieten das spitze durch dicRhom- boeder ±$B gebrldele Uibexagdei dar. Sehr treffend sagt Jon. LmiAn ■ber ihre Bildang: „An eine Inflicration kicielsKar^aliiger Wauer in diese DraMnrfaime ist hier nicht in deaken , da die Qnane in engster Verbindung mit g:rünen AagitnUalcben Turhomtnen, inm Theil von ihnea überlagert werden nnd in diesen Drnaenr&nmen lieh Bbertiaapt keint Sptir der gewöhnlichen Infiltrationaprodncte Sodet." Auf die Analogie der Laactaer Laven-Onarae mit denjenigen an« dem Tracbyt dar Perlen- hardt weist bereits Herr Jon. LxaaiHN bin. 3S1 Plagioklas^ aos dem Trachyt der Perlenfaardt: Spec. Gew. 2,576. Glühverlust 0,44. Kieselsäure .... 62,18 Ox. » 33,16 Thooerde 23,52 10,98 Kalk . : 5,33 1,52 Natron . . . • . . (8,97)**) 2,31 100,00 Sauerstof^roportion 1,048 : 3 * 9,065. Dieser Feldspath ist demnach ein Oligoklas von nahe gleicher Mischung wie derjenige aus dem ohsidianahnlichen Trachyt von Conejos (s. oben pag. 328). Der Trachjt der Perlenbardt und so ohne Zweifel auch das durchaus ahnliche Gestein des Drachenfels sind demnach in der That „Sanidin- Oh'goklas-Trachyte". Hanjnfuhr ende Lava von der Insel Palma. Unter den Oesteinsprobea der Canarüchen Inseln, welche das natarbisteatein mit folgenden Worten: „In einer schwanken , glasigen , von vielen kleinen Poren durch- logenen Ornndmasse liegt eine grosse Menge tafelförmiger Krystalle eines gestreiften Feldspath^s (Labradorit oder Oligo- klas?); viel Haujn in kleinen Kornern und Hornblende finden sich eingesprengt, selten Titanit. Die Grundmasse dieses Gesteins gleicht vielen Tenerife - Laven ; — sollte es vielleicht eine OHgoklaelava sein, die ja Dbvillb auf Tenerife nachge- wiesen hat?^^ Dies Gestein findet sich in losen Blocken in grosser Menge auf den basaltischen^ Strömen, welche von der Combre vieja, dem bis 6500 Fuss emporsteigenden, den sud- lichen Theil der Insel durchziehenden Gebirgsrücken herab- **) Ans dem VertHste. 332 stSrien. D&s Oestein dieser LKVftströme enthält okcb Dr. Rbiss in poröser etwas glesiger Grandmasse: Olivin, Hörn- blcnile and Megneteiaen. Ueber die hauynfäbrenden Lavea von Palma s. ferner T. Fhitbcb nnd Rbisb, Geolog. Beschreib, von Tenerife pag. 367 — 370. Die PI agio kl askrj stalle mil deutlich gestreiften Spaltnngs fliehen erreichen eine Grösse bis 3 Mm, Die HaaTnköruer, bis -^ Mm. gross, teigen eiofelnt 1 lebbaft gläntende Krjrstallflächen (ooO). Besonders gerne scheiden sie sich innerhalb oder in Beröhrung der Plagioklase ans. Unter dem Mikroskop stellt sich die Oraedmasfie der Lava we- sentlich &DS Plagioklas-Mikrolithen gebildet dar, welche schöne Fluidalstrnctnr zeigen. Darin liegen grosse zwillingsgostreirte Plagioklase nnd prachtvoll lichtblaue Hanjoe, Hornblende and Magneteisen. I>!e Haa^ne verhallen sich im polarisirten Lieble ganz wie amurpbe Körper; keine Spnr von Strich Systemen (nie sie von Rosbhbdboh als charakteristisches Kennieichen der Noseane nachgewiesen wurden ; s. Dessen vortrefBicbe „Mi- kroskop. Pbjfsiograpbie" pag. 177) ist sichtbar. Die Haujoe sind im Gegensatz zn den anderen Gerne ngth eilen dieser Lata sehr rein von mikrolitbiscfaen EiDBChlüssen ; sie selbst aber finden sich als kleinste, nnd danu beinahe farblose Ktyställ* eben in den anderen Oemengdi eilen, so in der Hornblende. Der Eies elsänregeh alt des Gesteins = 54,11 pCu deutet schon ao, dass der eonstituirende Feldspath nicht den kiesel- säorereiehen Varietäten angehören kann. Dea Schwefel Säure- gehalt der Haa^nlava fand ich = 0,46 pVt. Da die Menge der Sobwefelsäare im Hanjro etwa 12 pCt. beträgt, so ergiebt sich ans dem gefundenen Schwefel Säuregehalt der Lava, dass 333 Dieser Plagioklas ist demnach, gleich demjenigen des Trachjts von Pomasqui und der Lava von Laoglanohi, La- brador and kann als eine isomorphe Mischung von 1 Mol, Albit mit 2 Mol. Anorthit betrachtet werden. — Die in der Lava von Palma vorliegende Association von Labrador mit HsQjn verdient wohl eine besondere Hervorbebnog. Eines der aasgezeichnetsten Haoyngesteine erscheint unter den Ans* wurflingen des Laacher Sees, ein Aggregat von Hauyn und Saaidin. Nosean, ein dem Hauyn nahestehendes und iso- morphes Mineral charakterisirt eine andere sehr gewöhnliche Art von Laacher Sanidin-Aoswurdingen , sowie Sanidin - fah- rende Gesteine des Laacher Gebiets. In gleicher Weise ist Sodalith (ebenfalls dem Haayn verwandt und isomorph) be- zeichnend für mehrere Sauidin - Trachyte des phlegräischen Gebiets. Nach diesen älteren Erfahrungen hätte man ver- mathen können, dass die Haujn-Mineralien sich nur mit ortho- klastischem Feldspath vergesellschaften. Da wies Dr. Reiss in jener Palma -Lava zuerst auf die Association von Haujn mit einem Plagioklas hin. Aehnliche Gesteine wurden in grosserer Verbreitung durch die Herren v. Fbitsgh und Rbiss aaeh auf Teneriffa aufgefunden und beschrieben (in ihrem treff- lichen Werke über diese Insel pag. 367 — 370). Es sind die banyoreichen Phooolithe des Gu^jara-Gebirgsstocks. Dieselben oder ähnliche Gesteine kommen auch in den Canadas - Bergen vor „besonders beim Espigon, auch in den Gängen beim Tiro de] Qaanche und unter den von der Maja aus in das Taoro- Tbal ergossenen Lavastromen/' Trikliner Feldspath , Hauyn, Hornblende) brauner Glimmer, Magnetit und — accessorisch — Titanit wurden durch die genannten Forscher als Gemeng- tbeile dieser Gesteine erkannt. — Auch aus dem rheinischen Vulkangebiet (im Sengelberg beim Dorf Salz, 1 d. M. sndsudwestl. Westerbarg in Nassau) wurde vor Kurzem ein wesentlich aus triklinem Feldspath und Mosean nebst Nephelin, Hornblende, Magoeteisen etc. I)estehendes Gestein durch Dr. G. A. Bkbtbls geoaa untersucht und ^auf Wunsch des Hrn. Prof. Sandbjbbgbb^ mit dem Namen Isenit belegt. Es gelang Herrn Bbbtbls, den coostituirenden Plagioklas dieses Gesteins mechanisch zu tren- nen. Die Analyse ergab die Labradormischung (vergl. Würz- burger phjsik.-medic. Ges. N. F. YHI. Bd,)* Noch sei er- iffahnt, daas Prof. Rosbnbvsoh in Augit-Andesiten von Grad- S34 Jak&D und von Widodarin aaf Java, welrhe Herr B. &t8hb Bammelte, Noseaa oder ein anderes Mineral der Haa^n-Oroppe neben Sanidin nnd Plagioklas nncbwiea. Indess schien es Herrn RobbhbuSch, dass in den anterSDchten javaniaehen Oe- Steinen das regnläre Mineral der Hanyit-Oroppe weaentticb an das raassenbafle AoFtreten des Sanidina gebunden sei and sofort da verschwindet, wo die ptagioklaatiscben Peldapalhe entscbieden vorherrschen (s. RoBBnsuaOH, üb. einige vdIc. Gest. von Java, Sep.-Abdr. ans d. Ber. d. oatnrrorsch. Gesellacb. *a Preibnrg i. B. 1871). Die folgende Tabelle enthält eine Zniammenslellong der analyeirten Kalbnalronfeldspathe, geordnet nach abnehmendem Gebalt an Kieselsäure, iDnebmendeni Gehalt an Thonerde and Kalb. Den belrefFenden Analysen ist stets das Verhältnis! der Holecöte von Albit and Anorlhit beigefägt, welche in ihrer Terbindang eine dem antersacbten Plagiokiasc ihnlicbe Mi- schung ergeben. Diese berechnete Miachong ist, darch kleine Zahlen bezeichnet, lur Vergleichang mit den gefundenen Wer- then der Analyse hiniugefägt. (Siehe die Tabelle nmstehend.) RrwRirt. man . dsaa itip Bna)vair)<>n PlainnklAMi nieht M«a Aodeain nur eio zersetzter Oligoklas sei „comme Tont soppos^ quelques geologoes , et notamment M. Gh. Saint-Glairb De- TiLLB^S Herr Dsfi Cloizbaüx neigt im Gegensatz za der TsGHBRMAK^ sehen Theorie zu der Ansicht mehrerer franzo- sischer organischer Chemiker, dass die triklinen Fisldspathe in folgender Weise sich aas einander ableiten : Anorthit >f- 1 SiO, = Labrador. Labrador -f- 1 SiO^ = Andesin. Andesin -f 1 SiOf = Oligoklas (far welchen, dieser Ansicht zufolge, die Saaerstoffproportion 1 : 3 : 10 anzaoehmen wäre). Oligo- klas 4~ 1 SiO, = Albit. „Chimiquement les denz explica- tioos peuvent rendre compte des faits; naturcllement je penche- rais plutöt pour celle des chimistes organiques, qui semble mieux approt>ri6e k la ftxet^ des earacteres crystallograjihiqaeB et op- tiqaes de cbaque 6sp^e.^' (Briefl. Mitth.) — In vollkommener WertbscbätzQQg der durch Dbs Cloizbaüx jetzt gegebenen opti- schen Feldspath-Untersuchungen glaube ich doch, dass sie das PoDdameot der TscHBRUAK'schen Theorie nicht erschüttern kön- nen. In dem Vierteljahrhundert, welcheiB verstrichen, seit Dbvillb die Andesine von Marmato untersuchte und dieselben für mehr oder minder v^Miderte Oligoklase erklärte, sind, namentlich io Deutschland, sehr viele Plagioklase mit Andesin -Mischung nnlersacht worden, weiche nicht als bloss veränderte OH- goklase angesehen werden können. £ine langsam gereifte Pracht dieser Arbeiten ist die Kenntniss der Thatsache, dass » in den Kalknatron - Feldspathen mit dem steigenden Oehalt an Kieselsäure auch das Natron steigt, während die Kalkerde aidkt, dass mit sinkender Kieselsäure die Kalkerde zunimmt, das Natron sich hingegen vermindert; es ergab sich ferner, dass die Saa^rstoffpropöKlon (CaO -f l^A^Oy.Al^O^ stets = 1 : 3 je nach der Genauigkeit der Anal jse und der Reinheit der Substans, während die Proportion der Kieselsäure, selbst bei tadelloser Arbeit , einem einfachen Verhältniss nicht ent- spricht Es wurde ferner bewiesen, dass es einen kalkfreien Oligoklas ebeb^owenig gebe wie ernen natronfreien Labrador. Mit diesen unbez weife! baren Thatsachen, auf welchen die TscHBRMAK'sche Theorie beruht, ist jene oben angedeutete Ansicht der wachsenden Kieselsäure-Moleküle ganz unvereinbar; denn Anorthit -f- 1 SiO, ist eben nicht Labrador; und La- brador 4~ S^iOj ist nicht Andesin u. s. w. In chemischer Hinsicht ist die TscHBRMAK'sche Feldspath - Theorie durch Ealknatron-FeldBpathe aas Spec.Oew. KfeMUnra Tboncrde OligoklM Antiaans 2,598 64,27 22,30 SphKroUthUH M.t3 M,6-2 „ PerUahardt .... 2,576 62,18 23,52 im Sicbeogebirge 61,9t 34,11 Conejoa »m Rio. . 2.631 61,88 24,18 grude del Dorte ADdesio Uojanda 2,666 60,48 25,35 BcnaAoT r»9,73 25,59 „ Pulnlagoa 2,659 59,39 26,08 Benador Toloca 2,615 59,79 25,43 „ Ooagna Pichincha. 2,647 58,15 26,10 TMktt QipfaIgMUia 58,48 Ä,49 Goagaa Picbiocha . 2,620 59,1 26,1 dnoklei Kratergeftein „ Tangoragn« .... 2,627 57,8 26,75 Ecuador 58,00 36,75 t I^brador Pomasqni 2,644 55,86 28,10 EJokUdh in Tnflf 55,43 ^tö „ Langlancbi 2,604 55,64 28,19 Ecuador iDsel Palm« .... 2,694 55,64 28,89 r 337 Traehyten und Andesiten. Molektile KieaeUüure Kalk Kali Natron AJbit Anorthit des Gesteins 3,12 2,11 7,90 6 2 77,01 3^2 9,74 5,33 niehtbeat (8,97) 3 2 64,56 5,35 8,73 4,79 2,50 6,95 3 2 63,73 7,25 0,08 7,28 1 1 69,78 6,97 7,71 8,20 0,22 6,74 1 1 65,16 7,41 0,64 7,24 * 1 1 66,85 9,05 aichtbest. 6,70 4 5 62,99 8,02 7,01 8,85 0,5 5,5 4 5 64,55 9,05 nicht best. (6,04) 3 4 61,48 8,33 6,92 10,95 nicht best. 5,09 1 2 62,03 10,35 5,73 9,79 0,63 5,48 1 2 niehtbeat. 10,92 0,71 5,09 1 2 54,11 hundert Analysen so vobl begrändel, daas wir ibrem Urheber zaatimmen mSssen, weao er aie eine „Tbatiacbe*' nnd oicbt eine blosae „ExplicatioD' nennt. — Diese Bemerkungen würden kaum nölhig erBchienen sein, wenn nicht ein so nnsgeieich- neler Forscher wie Herr Dn CuiUiSADX flieh gegan ciue Theorie, welche nach vielem Kampfe in Dentscbland zu all- gemeiner Annahme gelangt ist, in so sehr bestimmter Weise ausgesprochen hätte. Bin Vergleich dea Kieselaänregc halte der verschiedenen Gesteine mit der Hiachang der in ihnen anagescbiedenen Pla- gioklase ist nicht ohne Ihterease. Wir «rkeanen awar, dass im Allgemeinen einem seiden Gesteine auch ein acider Peld- spatb entspricht, daas die SpbärnlitUava des Aattsan^ mit 77 pCt. Kieselaänre auch den saaersten Plagioklas nnd die Lava von Palma mit nur 54 pCt. Kiesclsäare noch den ba- sischesten Plagioklas enthält; iia Einzelnea sehen wir indess diese Abhängigkeit nicht überalt lutreffeo. So amschliesst das Mojanda- Geste in mit fast 70 pCL KieadsEare einen nicht gant so säurereichen Plagioklas als daa Gestein von Conejca mit 6S,7 pCt. Kleselaäare. Unter den constitnirenden Plagioklasen der ecoadorischen Andcsite waltet demnach der Andeain vor. Wahrend die überaus Kieset säure -reiche Sphärulitblava des Antisan.i Ottgo- klas führt, hoimnen an demselben Vulkan aacb Gesteins Varie- täten vor , welche wesentlich Andesin fuhren cnfolge einer Anaijse Ca. St. Cu-Dbvillb's, Compt«s rendns 18. 16. 1859. In Gesteinen des Cbimboraxo wiesen sowohl Ramiulsbkbo als Dbvillb Andeain nach. Die in der WOLF'schen SamiolnDg befindlichen Chimboracogeateine gestatten keine mechanische Sondeiaog des Plagioklas. Unter dem Mikroskop seigen drei mir vorliegende Cbimborazo- Audeaite kleinste Mtkrolithe von Plagioklas , welche wesentlich die Orundmasse constitoiren ; dieselbe nmsohiiesat etwas grossere, daalJicb gestreifte Ande- sine sowie Augite und — viel seltener — Hornblenden. Peinate Magneteisen - Körner sind bald spärlicher, bald häufiger ein- gesprengt. — Nicht ED unterscheiden vom Chimboraxo sind die vorliegenden Gesteine und Dännscblifie des erloschenen Vulkans Imbabara. Diese Andesile sind bald lichter bald dnnkler und lassen makroskopisch unr spät liehe Angile und 33§ ooch seltener Plagioklase erkennen. Unter dem Mikroekop zeigen sie ein nur durch wenig itmorphe Grundmaese Yorbun- denea Aggregat von kleinsten Plagioklasea^ welehe alle überaus deoUicb die Zwillingsstreifung besitzen ; Angit und Magnet* eisen. Auch von dem wenig bekannten Vulkan Cunru bei Ibarra liegen Gesteiusproben vor; sie sind etwas grosspor- pbj^rischer unteV dem Mikroskop als die vorigen. Die Qrnnd- masse tritt surnck vor den sahlreichen und grossen Piagioklaa* Aasscheidungen ; daneben Augit, etwas Hornblende und Magnet- eisen. Der Cunru liegt nach Wolf's Angabe gegen Sudoat neben dem Imbabura. Seine Hohe 8338 M. Zwischen seinen drei Gipfeln liegt ein kleiner Kratersee, 3317 M. hoch. Noch ein zweiter Kratersee, die Francisco - Cocha, findet sich in 2836 M. Höhe am Fusse des schonen Vulkans. Wenn ich aus der vorliegenden Sammking ecuadorischer Andesite einen Scbluss ziehen darf — derselbe wird auch be* stätigt durch briefliche Mittheilungen WoIjF's — , so fehlen den ecaadorischen Vulkanen fast ganz jene krystallinisch*k6rnigen Aaswurflinge, welche den Laacher See und in noch höherem Grade den Vesuv auszeichnen und dem Mineralogen ein so auerschopfliches Feld der Forschung bieten; ja es ermangeln die ecuadorisehen Andesite fast ganz der Drusenmineralien. In Humboldt's Kosmos Bd. IIL pag. 462 lesen wir die Worte: „Da in der vulkanischen Hochebene von Quito Alles mit Trachjt, Trachytconglomeraten und Tuffen bedeckt ist, so war es mein eifrigstes Bestreben, irgend einen Punkt zu ent- decken, an dem man deutlich erkennen könne, auf welcher älteren Gebirgsart die mächtigen Kegel und Olockenberge auf- gesetzt sind oder um bestimmer zu reden, welche sie durch- brochen haben.^^ Die voD Wolf mir verehrte Sammlung bietet mehrere Gesteine dar , welche augenscheinlich von höherem, vorvulka- Discbem Alter zu denjeoigen Formationen geboren, welche von den Vulkanen durchbrochen wurden. Zunächst verdient Brwähnung der Syenit von Punio zwi* scheu Riobamba und dem Chimboraao, aus vorwaltendem Pla- gioklas, wenig Orthoklas, aus Quarz, Biotit, Hornblende ber stehend. Die Plagioklas - Körner bis 1 Cm. gross, sind von 341 Alte Gesteine finden sich , wie die WoLF^scbe Sammlang ]ehrt, auch iu den valkaniscbeu Tuffen von Calacali: grosse iUocke von scheinbar fast dichtem GrSnsteiu „zwischen An- desilblocken im TnlksDischen Tuff, auf der linken Thalseite des Rio Bsmeraldas. Anf der rechten Seite des Thals ist gao2 iu der Nähe der Grunstein bereits anstehend und boren die valkaniscben Tuffe auf.*^ In dem sehr gleichartigen Ge- steine erkennt man einige grüne Augite sowie sehr kleine rundliche Korner von Plagioklas. Es scheint demnach ein Diabas vorzuliegen. Schliesslich mag noch ein Gestein hier hervorgehoben werden, welches in zweifacher Weise unsere Aufmerksamkeit erweckt, einmal da es aus einem fast ganz unbekannten Districte stammt, und dann wegen seiner petro- graphischen Beschaffenheit. Den sphärolitbischeu Pechstein von Ojacachi fand Wolf „am Fusse der Ostcordillere, auf der Grenze der Vulkan- gcbilde mit Chlorit- und Glimmerschiefer; das Gestein kommt von einem Vulkan zwischen dem Antisana und Cayambe, naher dem letzteren als dem ersteren. Den Namen konnte ich nicht erfahren." *) Das Gestein ist von lebhaft branner Farbe mit kleinen eotglasten sphärolitbischen Kornern. Die braune amorphe ^Vuodmasse ist nicht ganz gleichartig. Aus der herrschenden Masse losen sich rundliche oder linsenförmige Partien heraus, welche dem Gestein eine Anlage zu eutaxitischer Structur geben. Neben den Sphärolithen bemerkt man einige Piagio- k)as-Korncben. Unter dem Mikroskop stellt sich die Grund- masse dar als gemengt aus etwas dunkleren und lichten Par- tien, welche vielfach gewunden innig mit einander verflosst sind. In dieser amorphen Masse treten Sphärolitbe mit charakteristisch faserig - krystallinischer Structur auf. Auch *) „Jene Gegend ist noch gans unbekannt, von hohem Interesse. Dr. Baiss nnd Dr. Stüsil konnten nicht bis dorthin gelangen. Zwei Tage irrte ich in Schnee und Regen anf den ausgedehnten endlosen Pärunos in der Nähe des Sara Urea (dieser ist kein Vulkan, wie man gewöhnlich glanht. sondern hesteht aus Gneiss und Glimmerschiefer) amher and kam endlich in die Baumregion des Ostabhangs hinunter, wo ich einige Hfitten von Indianern traf, die ihre Ansiedelung, welche an einem reigfienden Zuflnss des Rio Napo rcsp. des Amazonas liegt, Oyacachi nennen. Vor mir undurchdringliche und gans unbewohnte Wildniss, hinter mir die frisch beschneiten Fdramos, um mich Wilde, deren Sprache ich nicht rerstand/* (Wolf.) Ztiu.4. D. gMl. G«s. XXVII. 8. 23 ceigen sich im Schliff lahlreicbe Einechlfisae von Aodeait, aoi- gezeichnet durch sebr viele Plagioktas - Mikroliihe. — Der Waseergebalt des Gesteins wurde durch Glülieu bestimmt. Andeaitischer Pechstein von O^ncachi: Sp«c. G.W. 2,360 (bei 15 4- C). Eieselsäare . . . 73,61 Thonerde . . . . 12,05 Eiseaoxyd. . . . 2,27 KJk . . 0,89 Magnesia . . . . 0,20 Kali . . 3,82 Natrou . . . . . 4,34 Waaaer . . . . . 8,35 100,53 besitzt demnach die ZusammeDsetsaDg 343 Ad den Landstrich au« welchem diese Gesteine stammen koopft eich noch ein besonderes Interesse, da in demselben der noch anbekannte Vnlkan Guacamayo liegt, von welchem es nicht anwahrscheinlich ist, dass aas seinem Krater die Asche geschlendert warde, „welche am 7. December 1843 au Qnito in grosser Menge fiel, so dass sie die Dächer 1 Zoll hoch bedeckte. Die Aschenwolken kamen aber die Ostoordillere hergezogen, und es ist mir wahrscheinlich, dass dieselben vom Guacamayo herrährten, einem noch nie untersuchten, 3 Tage- reisen hinter der Ostoordillere unten (gegen Napo zu) gele- genen Vulkan , dessen schonen Kegel man bei klarem Wetter von den P&ramos des Antisana sehen kann. — Sicher ist, dass sich damals alle bekannten Vulkane des Hochlandes ruhig verhielten/^ (Etikette Wolfes zu einer Probe jener grauen Asche.) n. üeber die Gesteine des Honzoni. Wenige Berge der Erde nehmen in gleichem Maasse das Interesse des Geologen in Anspruch, wie der Monzoni im süd- östlichen Tyroi. Der Berg ist trotz seiner Hohe von 8573 F. (2786 M.) etwas versteckt, indem höhere Gebirge, namentlich Dolomitgipfel mit ihren charakteristischen kühnen Felsformen ihn umringen, sodass man von kleiner Stelle der Thalsohle des Avisio den berühmten Berg erblickt. Um des Monzoni ansichtig zu werden, muss man das Hauptthal von Fassa ver- lassen und in die ostlichen Seitenthäler, in die Val S. Pelle- grino oder in Val dei Monzoni eindringen. Das erstere, bei Mogna sich mit dem Haupttbal vereinigend , begrenzt das Monzoni- Massiv gegen Süd, wahrend die Val dei Monzoni am oördlichen Felsabstnrz ihren Ursprung nimmt. Wählen wir dies letztere, welches etwas oberhalb des Fleckens Vigo, bei Pozsa, mundeL Zunächst erblicken wir aber den sudlichen Thalgehängen ungeheure Dolomitgipfel emporragen, unter denen dareh aasserordentliche Gestaltung der Sasso di Mezzogiorno (die Mittagsspitze), ca. 1000 M. jäh über die Thalsohle empor- steigend, sich hervorthut. Es ist dieselbe flammenförmige Fels- bildang , welche wir, gegen Nordwest zurückgewendet, am Rosengarten erblicken, einem Dolomitkoloss , welcher sich in einen gewaltigen Büschel von rothlichen Felsenspitzen und 23* 344 Felsflammen auflöst Das nordliche Tbalgebange zeigt in der Tiefe (wie auch das südliche) geschichteten Kalkstein (Bacheo- steiiier Schichten, Trias), darüber eine mächtige Bildung von Augitporphjrtuff. Bs ist der hohe sudliche Rand des plateaa- ähnlichen Gebirgsstocks , welcher den eigenthumlichen halb- kreisförmigen Lauf des oberen Avisio bedingt and meh- rere allbekannte Mineralfundstätten umschliesst: rother Stil- bit (Haut) und Analcim bei Drio le Falle *); rother Car- neol, Alpe Oiumella; schwarser Augit — ausgeseichnet darch das Auftreten einer etwas gewölbten, faat geraden Endfläche — am Bufanre; Pseudomorphosen von Grnnerde nach Aogit eben- daselbst etc. Wie man beim weiteren Anstieg bemerkt, ist die Auflagerungsfläche des Tuffs aber dem Kalkstein nicht eben, vielmehr ragt letzterer knppenformig in den dunklen Taff hinein. Während der Kalkstein schroffe nackte Abstane aeigt, tragen die runden Hohen des Tuffplateaus eine schone Raaen- decke. Bald, j Meli, oberhalb Pozza, gabelt sich das Thal, gegen Ost zieht die Val di Dam (Adamo), während das Mon- zonithal, plötzlich um etwa 100 M. ansteigend, sich gegen Sudost und Sud wendet. Hier bei der Thalwendang betritt der Pfad zuerst anstehendes Gestein; es sind senkrechte Kalk- steinschichten. Indem die Felsen des Rosengartens verschwin- den, öffnet sich die Aussicht aaf die dunkle Felsenmaaer des Monzoni. Das enge Thal erscheint hier, an seinem Ursprung, *) Zu dieser FnndBtatte steigt man von CAmpitello darch einen Felsen- riss am steilen Gehänge des Colpellc-Bergs empor. Man erreicht einen weiten Circns , eine fdr dies ans geschichtetem Angitporphyr - Tnff be> stehende Gebirge besonders charakteristische Gestaltung. Horizontal ziehen ringsum die dunklen Bänke hin. In einer Höhe von etwa ÜZOO M. ist auf eine in horizontaler Bichtung weit fortsetzende Strecke der Taff mit netzförmig verzweigten Trümern von Ealkspath und Analcim erfüllt Wo die Trümer sich zu einer Art Gangkluft verbinden, werden aus einer in den Fels gebrochenen Höhle (am Berge Ciamol) die Analcime (Haut's Varidt^ tripoint^e) gewonnen. An diesen ersten Circns reiht sich gegen Südwest ein zweiter von ähnlicher Bildung. Hier senken sich die mäch- tigen schwarzen Schichten unter 30^ gegen 0»t. In der Mitte dieses Circus, fast genau in derselben Höhe, in welcher wir die Fundstätte des Analcims fanden, wird der Tuff wieder von einem Ademetz durchzogen, in dessen Spalten der rothe Stilbit (Heulandit) vorkommt, in Begleitung von Analcim, dessen Kristalle hier indess nur das Ikositetraeder zeigen. Die von dem rothen zeolithischen Netzwerk durchzogene Tuffmasse hat eine Längenausdehnnng von etwa 150 M. bei einer Mächtigkeit von 3-4 M. 345 za einem hohen Felscircas erweitert, von welchem gegen Oet und West, schnell aber die Baam Vegetation sich erhebende, FeUentobel emporziehen. Der Anblick des Monzoni von dieser Tbalweitang (dem Piano dei Monzoni) aus ist, trotz der ver- gleichsweise nicht allzu bedeutenden Hohe, einer der erstaun- lichsten in der ganzen Alpenkette. Bine scheinbar durchaus unersteigliche über 1000 Meter hohe dunkle Felsenmauer (s. Taf. IX. Fig. 1) sperrt den dunklen Thalhintergrand ab. Die Mauer ist theils sägeforroig gesackt, theils zn Kuppen gewölbt; eine solche ist der Riccobettaberg der Generalstabs- karte, einer der höchsten Gipfel des Monzonistocks. Von dieser Maner springen, gleich riesigen Strebepfeilern, kurze Felsgratbe vor; sie sind umgeben von wildem SteingeroU und Felsmeeren, welche von tiefen Rinnsalen der Regen bäche zer- schnitten, steil gegen die Bergmaner emporziehen. Trotz aller Verschiedenheit erinnert dieser nordliche Absturz des Monzoni mit coalissenartig vorspringenden Felsen an gewisse Theile der oberen Val Bove am Aetna. Diese vorspringenden Fels- ricken sind in der landschaftlichen Zeichnung sichtbar, in welcher die umrisse möglichst naturgetreu, einiges Detail aber Dach der Erinnemng ausgeführt wurde. Figur 2 stellt einen solchen vorspringenden Felsgrath von West gesehen dar. Zwischen den einzelnen Fels vorsprangen dehnt sich wildes, steil geneigtes Gerolle aus. Die etwa 50 M. hohe, ausgezackte Qod zerbrochene Felswand (Figur 2) wird von Gängen durch- setzt. Mehrere derselben steigen vertical empor und ragen nach Zerstörung des Nebengesteins frei iiber die zerbrochene Mauer. An einer Stelle laufen von einem verticalen Gange horizontale Aeste aus, deren Theile durch Verwerfungen etwas gegen einander verschoben sind. Am linken Abbruche des Profils erscheinen zwei horizontale Gangtheile, welche vielleicht ehemals mit demselben verticalen Gange in Verbindung waren sod nur in Folge der Verwitterung isolirt wurden. Ausser den in der Figur gezeichneten Gängen zeigt die Felswand noch viele andere kleinere Gangversweigungen , deren Verlauf indess, da sie sich nur wenig vom durchsetzten Fels abheben, schwierig zu verfolgen ist. Bine genaue und anhaltende Be- trachtung lehrt, dass unregelmässige Gänge und Adern in grosster Zahl die Felsen des Monzoni durchsetzen. Doch konnte ich die Ueberzeugung nicht gewinnen, dass jene ge- »4« «altigea FelBvorspränge selbBt — gleich den Lavaniaiiern der Tal Bove am Aetna — Gänge sind; denn ihr Gestein iii wesentlich dasselbe nie dasjenige der angrenEenden Qebitgs- theile. Die Südseite des Honinni, welche gegen Val S. P«)legTiao hinabsinkt, ist cwar ancb stei I geneigt , doch nicht in gleicher Weise felsig wie die Nordseite, sondern meist rasenbedecki bis snm Kamme hinauf. Mehrere Tbalschlucbten , welche io weiten Kesseln ihren Ursprang nehmen und gegen das Pelle- grinothal hin in halb trichterförmigen Tobeln (Toal) münden, gliedern das südliche Gehänge. Von West nach Ost sind et die Thäler Pesmeda, della Foglia mit Damasson , du Rissoni and Atlochet. — Während das Honioni - Uassiv gegen Nord nnd Süd in tiefe Thäler abstürst, wird «s gegen West nnd Ost nicht gleich deutlich durch eine orographische Greaae ge- schieden von den Dolomitmassen des Sasso di Loch im Westen nnd jenem hohen schmalen Gebirgskamm im Osten, welcher, voraugsweise aas veränderten Sedimentärschicbten bestehend , gegen den Sasso di Val Fredda und die venesis- niscbe Grenxe sieht. Kehren wir wieder auf die nördliche Seile des Gebirge« mm Piano dei Monsoni curöck, von welchem gegen West nnd Ost Thaläste emporsieben. Die westliche Sctilucht bebt sieb mit breiler felsiger Fläche schnell zo den DolomithÖheo em- por, während der östliche Thalast eine Reihe merkwürdiger Slnfen bildet, deren kesselförmige Verüefnngen mit kleinen Seen erfüllt sind. An diesen vorbei Steigt man za deu hoben Pass le Seile (etwa 2600 M.) empor, über welchen man nach Campsgoaiio und S. Pellegrino gelangen kann. Auf dieser Höhe, welche, wohl 1000 M. über dem Piano dei Uonsoni, gegen Kordost vom Hauptgipfel liegt, erkennt man dentlicb) dass der Monaonberg einen kolassalen, von West nacb Ost sich verscbmäiernden Gang darstellt, und dass die nach Nord gewandten üteilabstürse dieser Masse die ursprünglichen Greni- flächen gegen die durchbrochenen Grenigebirge — Kalkstein und Dolomit— sind. Von jenem erhabenen Standpunkte aus ist es nicht schwer, die durch die Tbalbildung serstörten nnd fortge- führten Oebirgstheile iro Geiste wieder hersnsletlen. Die beiden im Piano sich vereinigenden Thäler entblössen auf eine Strecke von etwa 4 Kilom. die Grenze ewiscben den) Ernptivgesteiü 347 des MoDfoni ood den voi^elagerteii Kalk- und Dolomitmassen. Voo Stafe su Stufe sinkt sie, deotlicb erkennbar, wird im Piaoo dareh angeheores Geröll überlagert, erscheint dann wieder, durch verschiedenartige Oesteinsfarbung bezeichnet, gegen die Ponta di Pallaszia hinziehend. Vielleicht war es von le Seile aus, wo v. BuOH jene treffliche Anschauung über deo Bau unseres Gebirges gewann, welche er in einem Briefe BD T. Lbonoard (1824) aussprach: „Sie können sich die wunderbare Lagerang dieser Monzonmasse nicht dentlicher, Tielieicbt auch nicht richtiger denken, als wenn Sie sich einen Kegel vorstellen von der Hohe, Schroffheit und Steilheit des Langkofels, der nicht wie dieser frei in der Luft steht, sondern riogs umher in Dolomit eingesenkt ist.^ (Miner. Taschenb. von y. LsoHHARD , 1824, pag. 360.) — Naturgemässer noch wird ansere Vorst^Uung, wenn wir uns statt des Kegels eine etwa 5Kilom. lange, 1^ — 2 Kilom. (nach Dr. Dölter) breite Gang- masse vorstellen. Auch wird nur in der nördlichen Hälfte das Moozonigestein durch Kalk und Dolomit begrenzt, während in der sidlichen Hälfte A ugitporphyr und Quarzporphyr angelagert sind, und der Kalkstein nur untergeordnete Massen bildet. Die Gesteine des . Monzoni haben schon vielfach das Interesse der Geologen auf sich gezogen. Vortrefflich schildert T. BvcH (a. a. O.) sein ^^gerechtes Brstaunen*^ als er in der Enge von Posza 5jene unglaubliche Menge von Syenitblocken*^ sah. Nichts habe bisher im Fassathale auf die Vermnthung solcher Gesteine geführt. Der grosse Geologe wird beim An- blick der Monzongesteine an den norwegischen Sjenit erinnert. Ais wesentliche Gemengtheile glaubt. v. BücnFeldspath und Hornblende zu erkennen, ausserdem fuhrt er Eisenkies und Tormalin an. Die Felsblöcke in der Thalmnndung von Pozza, io denen t. Buch Feldspath zu erkennen glaubte, enthalten indess wesentlich an Stelle desselben Plagioklas. „In diesen Krystallea wechselt unzählige Male eine rechte und eine linke Seite; im Granite bilden die Krystalle nur Zwillinge, aber so oft wechseln die Seiten nieht.^ Zur Zeit als T. Buch den MoDzoni besuchte, kannte man noch nicht die Unterscheidung des OKhoklas von den triklinen Feldspathen, welche wir ^* &0SB verdanken. Dieser Forscher besuchte am 31. August 1832 daa Monzonithal und gewann die Ueberzeugung, dass ein Tbeil der Mon>zonigesteine dem Hypersthenite angehöre. 349 Epocbe'S 1869 pag. 110—121. Nach ihm besitst der Mou- lonit eine wechselnde Zasammensetcang, wenogleicb er in seioem Auftreten als eine einzige Masse erscheint. Das eine Endgliecl in der Reihe der Abänderungen sei ein eigentlicher Sjenit, bestehend ans Orthoklas, Hornblende und Biotit, das iweite Endglied enthalte die Oemengtheile des Diorits: Pla- gioklas, Hornblende und Biotit. Während aber db Lapparbht die beiden von T. Richthofkn als Sjeiiit and Hjpersthenit getrennten Gesteine vereinigt hatte, scheidet Tsohbbmak den Hjpersthenit aus dem Monzonit aus and bezeichnet denselben als Diabas, indem als Oemengtheile des Oesteins erkannt werden: Plagioklas, Augit, Biotit, Magneteisen, ein ohlorit- artiges Mineral und Spinell. Tsohbbmak sohliesst sich in Beiag aaf das geologische Verhalten des Syenits und des Diabas wesentlich an y. Richthofbit an und widerspricht der Ansicht db Lapfabbkt*s, dass jene beiden Oesteine darch allmälige Uebergänge verbanden seien. Nur bestreitet Tschbr- XAK die Ansicht y. Riohthofbn's , dass eine enge Beziehung zwischen dem Hjpersthenit and dem Aogitporphjr stattfinde. — Diese abweichenden Ansichten beweisen wohl zur Oennge, dass hier ganz besondere geologische and petrographische Schwierigkeiten vorliegen. Za denjenigen, welche in der Sache selbst liegen, treten anch örtliche Verhältnisse der Beobachtong. Vom nächstliegenden Orte in Fassa wandert man zwei Standen bis zum Piano^ dem Beginne der wilden Felsenmeere, welche sich mit zunehmender Neigung gegen die prallen , dunklen Monzoni - Wände emporheben. Nicht alle Theile derselben entsenden in gleicher Weise ihre Trfimmer za den grosaen Oerollmassen. Ein einzelner leicht verwit- ternder Felskopf bildet einen weit sich ausdehnenden Schatt- kegel, während andere Theile der zerrissenen danklen Wand wenige oder keine Trümmer ausstreuen. Um sichere Beob- achtungen za machen, muss man durchaus empor zam an- stehenden Fels. Immer grosser, scharfkantiger, beweglicher werden die Blocke in dem Maasse, als man sich den Felsen nähert. Hat man endlich an einem einzelnen Punkte die hohe Wand oder einen jener maacrartigen Felsvorsprange erreicht, 80 starrt dem auf schwankenden Blocken emporsteigenden Wanderer nor za oft eine mit cfaloritischer oder serpentin- abnlicher Substanz aberzogene Ablosungsfiäche entgegen, welche ri britanlichg«lber Farbe, oft sehr reichlich, rielleicht nie guii fehlend. Die Horobleiide erscheint, wo sie antritt, meist mit dem Ansehen des Uralits, d. li. ans feinsten parallelen Fasern ■naamm enges eUt, seidengläuxend. Den Apaütlässt da« Mikro- sitop wohl stete -in sehr kleinen Prismen erkennen. Die schönste Varietät dieses Gesteins traf ich im oberen Tbeit des Toal dei Riuoni: ein grobkörniges Gemenge tod Torherrschendero lichigranem Feldspath in ^ bis 2 Cm. grossen Körnern, wenig schwancem Angit, wenig Titanit Aach Pla- gioklas ist vorhanden, wenngleich in geringer Menge; nnter dem polari sirenden Mikroskop deatlicb dnrch seine Streifnng erkennbar. Nicht selten ist der Plagioklas io kleinen Körnern dem Feldspath parallel eingewachsen. Sorgsamst mit der Lupe ausgesncble Ortho klasköroer, an denen keine gestreiften I*ar- tieen oder Binmengangen von Plagioklas mit der Lupe an er- kennen waren, ergaben folgende Znsammensetanng; Feldspatb aus dem Augit-Sfenit des Toal dei Riisooi.*) Spec. Gew. 2,565. OlöhTerlust 0,89. Kieselsäure . 63,36 Oz. = 33,74 Thonerde . . 21,18 9,89 Kalk 1,66 0,47 Kali 8,89 1,51 Natron. . . ■ 4,91 1,27 100,00 SauerstoffproporttOD 0,986 : 3 : 10,251- Wir können die gefundene ZosammensetcuMg darsteltea durch eine Verbindang von 5 Mol. Orthoklas, 4 Mol. Albit, 353 80 bobe Beimischang von PlagioUaa oicht verratfaen haben. Der Sjenit ao8 dem Rizzoni-Thal ist kaum za aotersebeiden von einem Syenit, welchen ich aaf Arröen anfero Langesand im sSdlichen Norwegen schlag. Bin diesem gans ähnliches Gestein von Lanrvig (s. Pogg, Ann. Bd. 144 pag, 379) ent- hält neben vorherrschendem perlgraaem Feldspath (xaweilen mit einem lichtblänlichen Farbenschein) und Biotit auch — infolge der Untersachangeu des Prof. RoaESBDSCB (briefliche Mittheilang) — ein angitisches Mineral und zwar „ganz ty- pischen Diallag, wie die Oabbro's von Volpersdorf, absolat oicht von diesem zn anterscheiden , optisch ausserordentlich gat charakterisirt,^^ Schon früher wies ich darauf hin, dass der Feldspath des Gesteint von Laurvig demjenigen des Monzon« Syenits sehr ähnlich zusammengesetzt ist. Gewisse Varietäten des berahmten Gesteins der norwegischen Sudkuste und na- mentlich das Vorkommen von Laurvig durften demnach viel- dem Augit-Syenit zuzuzählen sein. Noch einen zweiten Orthoklas aus Augit-Syenit des Mon- zoni unterwarf ich der chemischen Analyse. Das Gestein, von einem grossen Blocke im Piano dei Monzoni geschlagen, wahrscheinlich vom hohen westlichen Gipfel herabgestürzt, besteht vorherrschend aus graulichweissem Orthoklas, grunlich- Bcbwarzem Augit in 1 bis 2 Mm. grossen, deutlich in ihrer Form erkennbaren Krystallen, ans sehr viel braunem Titanit, 1 bis 2 Mm. gross, Eisenkies, Magnetetsen, Apatit. Letzteres Mineral in haarfeinen kleinen Prismen vorzugsweise den Feld- spath durchsetzend. Dies Gestein gewinnt dadurch ein ganz eigenthnmliches Ansehen, dass der Feldspath zuweilen in sehr grossen Krystallen, 4 bis 5 Cm., ganz erffillt mit Augit ond Titanit in dem scheinbar kleinkörnigen Gestein weit fort« setzende Spaltungsflächen bildet. Dieser seltsame Gegensatz des kleinkörnigen Gemenges und der zwischen diesem Aggregat sofleuchtenden Spaltungsflächen verleihen dem Gestein eine besondere Schönheit. Plagioklas ist in diesem Syenite mittelst der Lope gar nicht, durch das Mikroskop nur in äusserst geringer Menge zu erkennen. Unter dem Mikroskop erscheint der im Gemenge vorherrschende Orthoklas durch Mikrolithen verunreinigt. Die langen schmalen Apatitprismen treten nun anf das Deutlichste hervor. Sie scheinen zuweilen in ihrer Axe eine feine hohle Rohre zu bergen. SS4 Feldepatfa am dem Aagit-Sfenit d«a Piaao d«i Monsooi. Spec. Oew. 2,536. GlühTerlugt 0,57. I. II. Mittel EieeslBäore . . 68,45 — 63,45 Ox. = 33,84 Tbonerde . . . 19,65 19,97 19,81 9,25 Kalk 1.62 1.41 I..S1 O.iA Kali N«tr vir dnrc 1 Mol. j Ki Di« 36,5 pC va oben Gl Beobach in daran j der Feld ist der g der Einn Genieng< poUriair rioger U eine feig» leicht VC Bcheiat Orandmi abheben, von feil Angita ii pisch du 355 Angit 60 charakterifttisefa sind, erkannt. Die 1 bis 2 Min. grossen groalichschwarsen Aagitkörner haben vier Spaltangs- richtangen, von denen zwei den Prismenfläcben parallel sieben, die beiden anderen den Abstumpfnngsfläcben der stumpfen and der scharfen Kante des Augitprisxnas entsprechen. Neben dem granlichscbwarzen Augit ist auch, in geringerer Menge, dunkelgrüne Hornblende von Uralit-äbnlichem Ansehen vor- banden; Magneteisen fehlt nicht. Prof. Rosbhbusch, welcher die Qüte hatte, gleichfalls dies Gestein ans Val S. Peliegrino unter dem Mikroskop su untersuchen, bestiitigte die reichliche Menge von Plagjioklas und das Vorhandensein von Angit neben Hornblende. Aehnliche Abänderungen wie die eben geschilderte bilden den westlichen Theil des Montonikammes, namentlich die Palla verde, eine schwache Einsenkung zur Rechten (W) des westlichen Gipfels und setaen die grossen Gerollmassen su« sammen, welche vom Piano gegen Westen emporsiehen. Die Gesteine , welche man in diesem westlichen Theile des Mon- xoni erblickt, lassen den Orthoklas neben dem Plagioklas meist deutlich durch seine schwach rothliche Farbe erkennen, während die gestreiften Korner graulicbweiss sind. Denselben Gesteinen begegnet man im oberen Pesmeda - Thal , sowie im oberen Damasson und Bizzoni. Plagioklas -reiche Augit-Syenite bilden die ganze ostliche Gebirgshälfte, sie erscheinen im Hochthale von le Seile, sowie in der obersten Tbalmnlde von AUochet, an welchen beiden Orten die Grenze von Kalk und Eroptivgestein durch merkwürdige, später zu schildernde Con- tactgebilde bezeichnet ist. An manchen Orten, -z. B. auf dem Joche der Palla verde (nach einem schwachen Rasenbande in der Felsnmgebung so genannt) ist der Syenit in verticale Tafeln zerklüftet. An letztgenanntem Orte laufen die Tafeln parallel dem von Ost nach West streichenden Qebirgskamme. (Jeher die ganz scharfe Passsenkung streicht ein etwa 0,3 M. breiter Gang von serpentinähnlichem Gestein. Der Augit - Syenit des Mouzoni ist wesentlich dasselbe Gestein, wie dasjenige, welches in verschiedenen Varietäten die Berge von Predazso zusammensetzt und zwar einen Theil der Sforcella mit der berühmten Oertlichkeit Canzacoli, sowie Theile des Mulutto und die Hauptmasse der Margola (oder 366 Malgola). Eioe x^oalyse des Aogit-Syenits der Margola Ter* dankea wir Herrn Prof. Kjsbulf (s. Tschbrmak, Porphyr- gesteiDe Oesterreichs pag. 112): Kieselsäare 58,05. Thonerde 17,71. Bisenoxydai 8,29. Kalk 5,81. Magnesia 2,07. Kali 3,24. Natron 2,98. Wasser 1,34. Ueber die Varietäten von Predaczo and namentlich ihre Contactbildungen besitzen wir eine vortreffliche Arbeit von J. Lbmbbbo in Dorpat (Contactbildungen bei Predacso, Zeitscbr. d. d. geol. Ges. 1872 pag. 187 — 264). Obgleich eine syste- matische Classification des „MonzonitU'^ (Angit- Syenits) nicht im Plane seiner Arbeit lag, so theilt Lbmbbbg doch wichtige Thatsachten in Betreff dieses Gesteins mit^ namentlich in Bezog aaf die chemische Zasammensetznng desselben sowie die Veränderang seiner Mischung in der Nähe der Kalkgrenze. Lbmbbbo erkannte schon den Angit neben der Hornblende und dem Glimmer. Ausser Orthoklas wies er in dem normal zusammengesetzten Gesteine vom Sndabhange des Monte Mn- latto (Kieselsäure 57,66 pCt.) Oligoklas nach; während statt desselben nahe der Kalkgrenze Labrador vorhanden ist und dem entsprechend der Kieselsäuregehalt des Gesteins fast um 10 pCt. herabsinkt, bei steigender Menge des Kalks. Auch Auorthit wurde im Monzonit theils in grosskrystallinischen mattweissen Kornern am Fusse der Margola nachgewiesen, theils auf sein Vorhandensein im feinkornigen Gestein vom Fusse der Canzacoli, nahe der Kalkgrenze, ans dem geringen Kieselsäure- (48,15 pCt.), dem hohen Kalkgehalte (11,44 pCt.) des Gesteins geschlossen. — Unter dem Mikroskop läset der Augit - Syenit der Margola auf das Deutlichste vorwaltenden Plagioklas neben etwas zurücktretendem Orthoklas erkennen; ausserdem Augit und Magnesiaglimmer. Letzterer oft in m Quadratcentimeter grossen, trotz vielfacher Unterbrechung stets wieder in einer Flucht einspiegelnden Blättern. Das Studium des Monzoni lehrt uns demnach , dass — früheren Ansichten entgegen — mit Orthoklas sich Augit associiren könne. Diese Verbindung, welche in den tracby- tischen Gesteinen bereits längere Zeit bekannt ist (eine der ersten Wahrnehmungen dieser Art boten die Auswürflinge von Laach, welche meist ein korniges Gemenge von Sanidin und Augit sind), finden wir nun auch unter den plutonischen 367 Gesteioeo wieder. Es ist bei der schwierigen Dnterscheidaog TOD Aogit und Hornblende wohl kaam ca bezweifeln, dass dieselbe Mineralassociaiion auch bei anderen Syeniten vorliegt, ia denen man bisher nnr Hornblende sah. £ine ausgezeich- nete Varietät des Aagit-Sjenits scheint an einem leider noch nicht näher bekannten Punkte der Pyrenäen vorzukommen. Dies Gestein, welches der verewigte Dr. Kbantz vor mehreren Jabriefanten unter der Bezeichnung Dolörite granitoide von Herrn Boubeb in Paris mit der Ortsangabe „Pyrenäen^' er- hielt, ist ein Gemenge von vorherrschendem weissem Feldspath io 5 bis 10 Mm. grossen Kornern und grünem Augit in bis 10 Mm. grossen prismatischen Krystallen, dazu spärliche kleine Titooite (s. PoGG. Ann. Bd. 144 pag. 378). Die uDgewobnliche Association Hess die chemische Analyse dieses Feldspaths wSnschenswerth erscheinen: Feldspath aus dem Augit-Syenit derPyrepaen: Spec. Oew. 2,549 Gluhverinst 0,04. Kieselsäure 64,86 Oz. ^ 34,59 Thonerde 18,78 8,77 Kali 9,23 1,57 Natron . 5,37 1,38 98,34 Sauerstoffproportion 1,009 : 3 : 11.882. Dieser Orthoklas zeichnet sich demnach durch seinen bohen Natrongehalt ans. Von Kalk Hess sich keine Spur nachweisen. Wenden wir uns nun zu denjenigen Gesteinen des Mon- zooi-Massiv*s , welche O. RoSB und, ihm folgend, v. Richt« B0FB5 als Hypersthenit bezeichneten, und für welche wir den Too TscHBRMAX (Porphyrgesteine Oesterreichs pag. 113) ge- wählten Namen Diabas beibehalten. Die Diabase des Monsoni bestehen ans Labrador, Orthoklas, Augit, Magnesiaglimmer, Hornblende, Titanit, Magneteisen, Eisenkies (nach Tsohebmak und Lbm- BBKO tritt auch Spinell hinzu. ♦) Nicht nur durch seine mine- ^) Der Spinell bezeichnet wohl immer ein durch den Contact des Zciu. d. D. |mL Gm. XXVII. 3. 24 358 ralogische Constitation, soodern io gleicher Weise durch seine Lageniogsform and den Uebergang in ein OrthokiASgesteio unterscheidet sich der Diabas des Monaoni von den typischen Gesteinen dieses Namens, welehe, nieroala ein so gross- ond deutlich korniges Gemenge darstellend, Lagergänge im DoTon des rheinischen Gebirges und des Harzes bilden. Aas Monzoni-Diabas besteht namentlich der mittlere Tfaeil des nördlichen Berggebänges, der Riccobetta^'Gipfel, sowie die ungeheuren TrfimmorsSge, welche von dieser ragenden Höbe und von der Monzonscharte (Baco) in den Piano hinab* geführt werden und bis hinab nach Pera in Fassa in Bezug auf Zahl der Blöcke vor denen des Augit-Sjenils sehr überwiegen. Durch dies Vorherrschen der Diabaablöcke in der Val Monzoni erklärt es sich, dass manche Besucher, welche, durch dies Thal wandernd, nur bis zum Piano oder an den Fuss des Riccobetta gelangten , die Ansicht gewannen , dass das ganze Monzongebirge aus augitiscben Grunsteineo be- stehe. — Das in dem angedeuteten Gebiete unter den losen Blöcken herrschende, bald porphyrartige, bald körnige Gestein lässt auf den ersten Blick £wei Bestandtheile erkennen: weissen Plagioklas und ein dunkelgrünes bis schwärzliches Mineral, dessen Bestimmung, ob Augit, ob Hornblende? in der That nicht ganz leicht ist. Man erblickt vielfach die Hornblende- Spaltbarkeit, aber dieselbe ist faserig, unterbrochen, seiden- glänzend, von Uralit-ähnlichem Ansehen. Längere Zeit glaubte ich Hrn. db Lapparsnt beipflichten zu sollen , welcher im herrschenden Gestein wesentlich oder ausschliesslich Hornblende sah; es schien mir, dass das in Rede stehende Gestein am Zutreffendsten als ein Diorit (Labrador-D.) zu bezeichnen sei. Auch TSGHBRMAK (a.a.O. pag. 112) betont, dass das Monzon- gestein in Diorit übergehe, und hat dabei ohne Zweifel die- selbe Gesteins Varietät vor Augen, von welcher y. Buch sagt: „Die Hornblendekrjstalle erscheinen darin deutlich und schön.*^ Da war es ein glucklicher Fund des Mineraliensammlers G. Batt. Bsrmaed cu Campitello: wohl ausgebildete Angit- krystalle auf einer drusenähnlichen Fläche des von mir an- Kalks, sei es an der Grenze, sei es in nmschlossenen Massen, modifi- cirtes Mineralgemenge. 359 faoglicb for Diorit gekaltenen Oeateias, wodurch ich sa einer eroeoten PrSfoog veranlasst wurde und erkannte, dass die meiste Hornblende der Monzonigesteine den Charakter des Uralits besitzen, weoogleicb neben dleseoi räthselhaften Korper auch echte Hornblende yorkommt. Bevor wir indess die herrschenden Diabasvarietaten ge- nauer betrachten, wollen wir gleichsam als Schlüssel cu den- selben zwei Gesteine kennen lernen , von denen das eine ein typisches Angit - Labradorgestein, gleichsam ein Dolerit der miUlerea geologischen Epoche, ist, während das andere, ein prachtvoll grosskornig^s Gemenge ans Labrador, Angit, Horn- blende, Magnesiaglimmer und Ms^neteisen , ups die überaus ionige Verbindung von Augit und Hornblende kennen lehrt, welche in den Diabasen des Monzoni stattfindet. Das Angit - Labradorgestein (Diabas), geschlagen von mächtigen Blocken im Piano, wahrscheinlich gangförmige Massen im Monzoni-Massiv bildend, besteht aus vorherrscheu- dem schwarzem Angit in ^ bis 1 Mm, grossen, deutlich aus- gebildeten Krjrstallen der gewohnlichen Form (verticales Prisma 3L P nebst Ortho - und Klinopipakoid ooF oo und ( oo P oc ) und der Hemipjramide s, P), — und weissem Plagioklas. In einzelnen Partieen des Gesteins tritt dieser Plagioklas in grosseren, doch nicht regelmässig begrena^ten Kornern und in flachen linsenförmigen Ausscheidungen auf, während in anderen Partieen Augit und Plagioklas ein kleinkörniges Gemenge bilden. Als accessorische Gemengtbeile erscheinen: gelber Titanit nod Apatit. Letzterer, in dünnen fettglänzenden Pris- men , findet sich besonders dort , wo der Plagioklas etwas grossere Ausscheidungen bildet. Hornblende fehlt nicht ganz; .sie erscheint theils in schwarzen Prismen von etwas bedeu- tenderer Grosse als der Augit, theils mit dem Ansehen von grünem, aaf den Spaltungsflächen seidenglänzendem Uralit. Das polarisirende Mikroskop lehrt, dass neben sehr vorherr- schendem Plagioklas eine sehr kleine Menge von Orthoklas vorhanden ist. 24 360 Plagioklas des Aagit-L*bradorgeBtein8: Spec. Gew. 2,707 Glahverlast 0,56. Kieselsäure Thonerde . Kalk .... Magnesia . Kali . . . . Natron. . . I. II. Mittel 51,81 — 51,81 Ox. = 27,63 30,46 30,26 30,35 14,17 12,33 11,84 12,08 3,45 0,05 0,15 0,10 0,04 — 2,63 2,63 0,45 — 2,85 2,85 0,735 99,82 Sauerstoffproportion 0,989 : 3 : 5,849. Dieser Plagioklas ist demnach als ein Labrador mit hohem Kaligebalt zu bezeichnen. Mit Rücksicht auf die mikrosko- pische Analyse ist es nicht unwahrscheinlich, dass selbst das sehr sorgsam ausgesuchte Material eine kleine Menge von Orthoklas beigemengt enthielt, und dass sich hierdurch we- nigstens ein Theil des Kaligehalts erklärt. Eine mit dem Ergebnisse der Analjse vergleichbare Mischung erbalten wir, wenn wir eine Verbindung von 1 Mol. Orthoklas, 3 Mol. Albit und 12 Mol. Anorthit berechnen: Kieselsäure 52,59. Thonerde 30,03. Kalk 12,27. Kali 1,72. Natron 3,39. Auf Gewichtstheile berechnet, wurde jenem Molecalar- Verhältniss entsprechen : 10,2 pCt. Orthoklas, 28,7 pCt. Albit, 61,1 pCt. Anorthit. Nach Abzug des als mechanisch beige- mengt zu betrachtenden Orthoklases, bleiben demnach fast genau 90 pCt. eines Labradors übrig, welcher (im Sinne der TscHBBBfAK'schen Theorie) als eine isomorphe Mischung von 1 Mol. Albit 4~ 4 Mol. Anorthit zu betrachten ist, für welche sich folgende procentlsche Zusammensetzung berechnet: Kieselsäure 51,22. Thonerde 31,34. Kalk 13,66. Natron 3,78. Dieselbe entspricht einem Plagioklas, welcher eine Zwischen- stellung zwischen dem typischen Labrador und dem Anorthit einnimmt. Von ähnlicher Zusammensetzung ist der „etwas verwitterte weisse Labrador aus dem Monzonit in der Nähe des Kalks von Canzacoli^^, welchen Lbmbbbq analysirte 361 (Zeitschr. d. d. geol. Ges. 1872 pag. 189), sowie der von Dahoub oDtersDchte Labrador aus einer Lava vom BernQord in Island, und der von Ludwig, Rammblsbbbg and mir analysirte Labrador ans dem Norit des Närodal's. Jenes oben erwähnte grosskornige Gestein, in den Block- meeren des Piano sich findend , welches eine so merkwiirdige Yerwachsnng von Hornblende mit Augit darbietet, beatebt aus weissem Labrador, Angit, Hornblende, Biotit nnd Magneteisen, sowie etwas blättrigem Ealkspath. Der Augit, von dunkel- groDer Farbe, bildet bis 4 Cm. grosse Erjstallkorner; die Hornblende ist gleichfalls grün , doch mit einem Stich in*s Braune, durch den stumpfen Winkel und die Vollkommenheit der Spaltnngsrichtungen leicht vom Augit zu unterscheiden. Die in geringerer Menge vorhandene Hornblende ist nun auf das Innigste mit dem Augit verwachsen. Erystallkorner des letiteren Minerals (2 bis 3 Cm. gross) bestehen tbeilweise aus Hornblende in paralleler Verwachsung. An einem 1 Cm. grossen Erjstallkorn war auf der einen Seite die Hornblende- spaUong auf das Deutlichste ausgesprochen ; als ich nun das Korn um die verticale Axe drehte, fand ich auf der Hinter- seite den Hornblendebruch nicht mehr, sondern statt desselben die unvollkommenere unterbrochene Spaltbarkeit des Augits. Bei der nur geringen Farbenverschiedenheit beider Substansen trat die Grenze wenig auffallend vor. Im Querbruche verlief sie anregelmässig, das Eorn in zwei Hälften theilend. Augit QDd Hornblende sind beide gleich frisch und glänzend; nichts wurde hier die Annahme einer secundären Bildung der einen aus der anderen Substanz rechtfertigen. Die innige Verbin- doDg, in welcher hier die beiden so nahe verwandten und fast als heteromorph betrachteten Mineralien erscheinen, for- derte dazu auf, auch ihre chemische Constitution wenigstens insoweit za erforschen,* um eine Vergleichung beider zu er- möglichen. Es war in diesem Falle von besonderem In- teresse, die Frage zu beantworten, ob beide Mineralien eine wesentlich gleiche oder eine verschiedene Zusammensetzung besitzen. S«2 Aügit, Hornblende, mit einander verwachsen. Spec. Gew. . 3,317 3,112 EieseUaore . . 49,60 49,25 Thonerde . . . 4,16 5,83 Eisenoxydnl. . 9,82 16,97 Kalk 21,86 18,03 Magnesia . . . 14,42 13,13 99,86 98,21 Augit und Hornblende besitten also hier trotz ihrer innigen Verbindung und bei gleichem KieBelsäuregebait dennoch eine verschiedene relative Menge der Basen. Recht bcmerkens- werth ist aoch, dass der Augit trotz seines viel geringeren Eisengehalts ein wesentlich höheres spec. Gewicht besitzt Es dentet diese Thatsache auf eine verschiedene molekulare Con- stitution und widerlegt die mehrfach ausgesprochene Ansicht^ dass Augit und Hornblende lediglich als dimorph verschiedene Mineralien zu betrachten seien. Der Augit gebort der Varietät des Fassaits, dem thonerdehaltigen Kalk-Magnesia-Eisen^Aagit an; während die Hornblende dem Pargasit (Dana), der thonerde; hahigen Kalk-Magnesia- EisensHornblende zuzuzahlen ist. — Aehnliche innige Verbindungen von Augit und Hornblende, wie wir sie bei jenem grosskörnigen Augit -Labrador -Gestein er- kannt haben , walten nun auch bei den herrschenden Diabas- varietaten. Der Diabas des Monzoni (Monte Riccobetta etc.) besteht wesentlich aus Labrador (neben welchem, wie schon eine recht sorgsame Betrachtung mittelst der Lupe und noch deut- licher die Untersuchung durch das polarisirende Mikroskop erweist, gewohnlich etwas Orthoklas vorhanden ist), Augit, ' Hornblende, Magnesiaglimmer, Magneteisen, Titanit, Apatit. Als accessorische Gemepgtheile, theils in der Grandmasse, . theils in Drusen, sind zu nonuen: Turmalin, Granat, Zirkoo, Epidot, Axinit; Chabasit, Prehnit, Kalkspath. — Das Ge- stein besitzt ein sehr verschiedenes Korn; bald grobkörnig, bald feinkörnig, auch porphyrartige Varietäten sind häufig; in ihnen bildet entweder der Plagioklas in körnigem Gemenge eine Art Grundmasse, in welcher die Augitkörner inneliegen, oder es besteht die Grundmasse aus körnigem Augit reap. Hornblende, iq weldier isolirte Piagioklase ausgeschieden 8ind« Aach Bchiefrige Abänderangen kommen vor, in denen die Plagioklas- Tafeln eine angenüfaert parallele Lage haben. Ueber das mikroskopische Verhalten der Diabase des Mon- zoDi verdanke ich Hrn. Prof. Rosshbusoh folgende wichtige Ifittbeilang: „Sämmtlicbe Proben .sind vorwiegend Gemenge aus einem triklinen Feldspatbe, neben welchem aber cweifelsofane aoch ein moBokliner Feldspath vorhanden ist in einfachen Krjstallen a»d Carlsbader Zwillingen, welchen bisweilen die triklinen poijsjntbetischen Individuen eingelagert sind. Doch überwiegt entachieden der Plagioklas. — Neben dem oft recht frischen Augjl, der ganx demjenigen der Diabase des rheiaischen Devons oder der Harzer Diabase ähnelt und! sich nur in manchen Durchschnitten (zumal normal zur Hauptaze mit deutlich erkennbarem Spaltwinkel von 87°) starker dichroi- tisch zeigt, als dies gewöhnlich der Fall ist — etwa mit Aus- nahme des Angits in den Nephelin- und Leucitgesteinen , bei denen sieh gleichfalls recht oft ein deutlicher Pleochroismus einstellt — findet sich ein branner, rhombischer Glimmer, der wohl zum Phlogopit gebort und ferner als ursprungliches Mi- neral auch Hornblende , sehr deutlich erkennbar durch ihre BlätterdmrchgaDge und durch die Lage der optischen Gon- stanten. Weit interessanter aber als dieses Vorkommniss ist das Auftreten der Hornblende in der Form des Uralits. Zu- weilen fasert sich ein grösseres Angit-Individuum an einem Ende in (Jralitprismen aus. Dies ist eine in älteren Angit- gesteinen so überaus häufige Erscheinung, dass ich es nicht fir der Mibe w«rth gebaHe« haben wurde, sie zu erwähnen, wenn ich ntebt in dem Modzonigestein zum ersten Male damit verknüpft ein Phänomen wahrgenommen 4(i^^9 welches ich froher nie beobachtete. In allen bisher nu meiner Beobach- tung gelangen Fällen waren Dämlich die parallel liegenden Uralitsänlcheo auch optisch ^enau parallel orieotirt. Hier ist das an einigen Stellen anders, ^n6 es liegen die Ausloscbungs- nchtungen oder Blasticitätsaiceii in benachbarten Uralitfasern, die durchaus parallel erscheinen, wie sie in den Hälften eines normalen Amphibol - Zwillings liegen müssen. Die Erschei- AtHig ist durchaus nicht zu verwechseln mit der in meiner I^hjrsiografAte pag. 816 angedeufteten, wo ursprüngliche Augit- 364 Zwillinge in iwei Complexen za unter sich parallelen üralit- krystallcben verwandelt sind. Bei den in Frage stehenden Uraliten aus dem Monzoni-Oestein ist ein einheitliches Angit- Individuum in parallele Uralit - Aggregate verwandelt , deren einzelne Säulchen zu einander in der Amphibol- Zwillings- stellung sich befinden. Freilich findet sich die Brscheinang nur in einem der Präparate, und ich bin in Bezug auf die ehe- malige Augitnatur insofern nicht absolut sicher, da die in Rede stehenden Uralit - Aggregate keinen Augitkern mehr enthalten, und die äussere Umgrenzung nicht als Beweis dienen kann. Indessen liegen so mannigfache Uebergänge aus diesem Falle durch ganz normale und unzweifelhaft als solche nachweis- bare Uralite in die frischen Augite vor, dass mir kaum ein Zweifel bleibt.'' Eine besonders schone Varietät des Diabas wurde ge- wählt, um den Plagioklas auszusuchen und zu analjsiren. Das Gestein besitzt ein porphjrartiges Oefuge; weisse, tafel- förmige Plagioklase liegen in einer wesentlich aus innig ver- wachsener, Uralit - ähnlicher Hornblende bestehenden Orund- masse. Die Plagioklase, bis 2 Cm. gross, 5 Mm. dick, sind sämmtlich Doppelzwillinge, indem zunächst zwei oder meh- rere Individuen nach dem Carlsbader Gesetze des Orthoklas d.i. „Drehungsaxe die Verticale'' verbunden sind; jedes dieser Individuen dann wieder aus zahllosen feinsten Lamellen be- steht, welche nach dem Albitgesetze „Drehungsaxe normal zum Brachypinakoid M'' verbunden sind. Plagioklas aus dem Diabas des Monzoni. Spec. Gewicht 2,690. Gluhverlast 1,36 pCt, Kieselsäure . . 55,83 Ox. ^ 29,78 Thonerde . . . 27,57 12,87 Eisenoxydnl . . 1,29 0,29 Kalk 7,03 2,29 Kali 3,56 0,605 Natron . . . . . 4,09 1,055 99,37 Sauerstoffproportion 0,988 : 3 : 6,942. Suchen wir, wie es auch oben geschehen, eine Verbin- dung von Orthoklas, Albit und Anorthit zu berechnen, in wel- 365 cbem der erfitere mechanisch beigemengt, die beiden triklinen FeJdspatbe als in isomorpher Mischung in betrachten sein wurden, so gelangen wir zu weniger nbereinstimmenden Resul- taten als oben (die Ursache werden wir alsbald durch die mikro- skopische Betrachtung erkennen). Eine Verbindung von 1 Mol. Orthoklas, 2 Mol. Albit, 4 Mol. Anorthit ergiebt nämlich: Kieselsäore 57,32. Thonerde 26,44. Kalk 8,23. Kali 3,46. Natron 4,55. Es gelingt offenbar nicht, durch eine Verbindung nach anderem Verhältniss Werthe zu erhalten , welche sich den Zahlen der Analyse mehr nähern. Nehmen wir in der Ver- biodang mehr Anorthit an, so. nähert sich zwar die berech- nete Kieselsäure mehr dem gefundenen Werthe,- doch gleich- zeitig wird die Abweichnng in den Zahlen der Thonerde noch grosser. Im mikroskopischen Schliffe zeigen die Labradorkorner (aU deren ideale Mischung wir 1 Mol. Albit -1- 2 Mol. Anor- thit annehmen dürfen) eine meist unreine Beschaffenheit. Es gewinnt den Anschein, als ob dieselben sich aus der Grund- masae nicht völlig abzusondern vermocht hatten. Die Pla- gioklaskorner sind gleichsam verschleiert, sodass partieenweise der krjstallinische Charakter zurücktritt und die Substanz aus einem unreinen Gemenge von Grund masse und Mikrolithen besteht. Interessant ist es, zu beobachten, wie die Plagioklas- streifang sogleich deutlich dort wieder einsetzt, wo die Ver- Qnreioignngen und Wolken etwas zurücktreten. Man gewinnt die Oeberzeugung, dass hier eine unvollkommene Ausscheidung krystallinischer Korner aus einer widerstrebenden Grundmasse vorliegt, in welcher die Elemente von Plagioklas und Orthoklas zom Theil noch nicht getrennt sind. Diese Ansicht stutzt sich auf die oben angegebene Thatsache , dass viele Diabas- varietaten , welche unter dem Mikroskop als ein reineres kristallinisches Gemenge erscheinen, neben sehr vorherrschen- dem Piagioklas auch etwas Orthoklas erkennen lassen. — Die Bomblende des in Rede stehenden porphyrartigen Diabas zeigt unter dem Mikroskop ein verworren fasriges Gefuge; sie ist zu strahlig - bnschligen Partieen gruppirt. Augit fehlt iiicht. Stets sind Glimmer and Magneteisen vorhanden. Nachdem dieser porphjrartige Diabas , indem er eine Qiechaniscfae Anssonderung gestattete, uns die chemische Mi- schang des oonatitnirenden Plagioklas kennen gelehrt, wenöeo wir ans la dem «weiten wesentlichen Oemengtheil der Hon* soni-Diabase, dem Augit. Im Diabas des Monsoni tritt zaweilen der Plagioklas fast ganz aurack, nnd das Gestein Terwandelt sich s6 in einen fast reinen Aogitfels. Solcher Art ist die Varietät, welche saweilen in Drasen dentlich avsgebiidete Aogtte fihrt. Diese von Bbrnabd aufge- fundenen Krystalle sind von dunkel- hmcbgroner Farbe bis 1 Cm. gros«. Ihre Form (s. nebensiebende Figur, eine grade Projection aaf die Ho- risontalebene) , ähalteh deijenigeo mancher Aogite von Trarersella, ist eine Combination folgender Pliicbeo: 8 n o z P m a c := (a':b:c), P = (a:b:c), — P = üa:-ib:c), 2P = (ooa:^b:c), (2Poc) = (a' : oo b : c), -}~ P '^'»^ = (a:b:ooc), ooP = (a 2 cx) b : oo c), ooP co = (ooa:oob:c), oP Einer dieser Krjstalle war glattfläcbig genng, um die Messung mehrerer Winkel mit dem grossen Goniometer zu gestatten : m:m' = 87^^ 16' 87° 10' (Winkel des gelben m:z = 131 51 131 54 Augits vom Vesuv) Das Gestein, welches diese Aogite fuhrt, bat ei«e etwas drusige Structur; in den kleinen Hohlräumen finden sich Körner von Kalkspath. Auch jener porpbyrartige Diabas, aas welchem die Plagioklaskorner zur Analyse ausgesucht wurden, enthalt — wie das mikroskopische Studium lehrte — etwas Kalkspath, kleine drusenähnliche Bäume erfüllend. Polari- sirtes Licht läsat eine .grx>sse Zaiil von ZwiUingslameHexi, parallel — 7R, erkennen. — Nachdem man einmal von dem Vorhandensein des Angita in diesen Monco«i - Diahaaeo sich iiberzeugt, erkennt man ihn überall wieder. Seine Parbe ist S67 9 gewobolich fichwardicfagriii, doch auch saweilen faet «ehwart. ßi«w«iien wird man durch glänzende «chwarxe Flächeo aaf dem Gesteinabruch überrascht; sie entsprechen dem Ortho- pinakotd (Qnerfläobe). Neben dem Augit tritt in den Moneon- Diabasen meietens Hornblende deutlich hervor; viele Varietäten laasen keinen Augit erkennen , sondern nur Hornblende von donkelgrSner Farben mit seidenglänEenden Spaltflächen. Diese HorDblende besitet ganz den Charakter des Uralits. Kleinste Magnetedsenpunkte, welche diese Uralit- ähnliche Hornblende erfnileo, erinnern daran, dass auch der Uralit von Arendal (Hornblende in Augjtfonn) von Magneteiaen gewohnlich be- gleitet ist. Selten nur lasst der Uralit in unsern Diabasen deutlich die Aogitform erkennen. Erst allmälig gelangt man demnach za der UobenEengiing, dass man es nicht mit echter Hornhleode zu than hat. So erklären sich die Worte y. Bdoh's (1824): ^ie Hornbleadekrjatalie des Monson - Syenits sind deutlich «od schon; ihr blättriger Brach läset sie fast an Jedem Broefa gar deutlich erkennen; sie sind gewöhnlich nicht schwarz, sondern lanchgrua.^ Vierzig Jahre später glaubte auch DB Lafcabsst (a. a. O. pag. 258) dieser Wahrnehmung durobaaa «latimmen zu müssen, indem er von dem Hjperathe- oite RoSB^a und v. Riohthofbh's sagt: ^je n'ai pu y voir autre cfaoae que de Tamphibole avec mioa, fer oxydul^ et py- rite aa snilieu du labradorit. Partoat ob la mati^re fibreuae verte, aar laq«elle il pourrait y avoir doute, se pr^eate en cusnres nettes, xin y reoonaait le double clivage de Tamphi- bole.^' Die Frage, ob diese uralitiache Hornblende wirklich ans Augit entetanden ist, wage ich nicht ^u entscheiden. Häufig ergläncen aof den vielfach unterbrochenen Spalt- Aicbeo der Hornblende kleine Glimmer- Täfelchen. Die .grosse- res Glimmer - Talein bildea häufig aaterbrochene oder auch getrennte Partieen, welche trotz vielfacher Unterbrechungen dorch Plogioklas and Hornblende stets wieder in denselben Bbenen einspiegeln. Noch ausgeeeichneter wie am JMonxoai ■eigt sich diese Erscheinung an dem Gesteio der Margola bei Predacxo. Bio «QgewohBiiclMr Bestandtheil der Diabase ist der Tnr- malin von schwarzer Farbe, dessen schon y. Buch Erwähnung thnt: ^Quarz sehe ich nie, wohl aber Turmalin in ansehn- lichen, aus einem Mittelpunkt sich verbreitenden Rrystallen.^ 3fi8 Die büschelförmig grappirten Tarmalin- Nester erionera sehr ao das gleiche Vorkommen im rotben Tarmaliograoit von Predazzo. Der Diabas des Monzoni fuhrt ausser den genannten oocb folgende Mineralien, weiche nicht sowohl im Gemenge, als in Drusen und auf Kluftflachen sich finden: Granat, Epidot, Axinit, Chabasit, Prehnit Der Granat von brauner Farbe, in der Gombination des Dodekaeders mit dem Ikositetraßder 202, ist selten, die Krystalle nur klein, in Begleitung von £pidot Kluftfläche bedeckend. Derber branner Granat bildet zuweilen zollmächtige unregelmässige Gangschnure. Den Axinit vom Monzoni kannte bereits v. Sbkgbr in seiner „Oryktognosie Tyrols^S welche Angabe in viele Lehrbucher ubergegangeo ist. Doch wurde in dem verdienstvollen Werke „Die Mineralien Tyrols^^ von Libbbubb und Vobhausbb jenes Vorkommen nicht anerkannt, „weil in keiner Sammlung Tjrols ein Exemplar zu finden war und deshalb eine Täuschung vermuthet wurde." Ich fand dann den Axinit nahe dem höchsten Kamm, oo- mittelbar unter der Monzonischarte (Nordabhang) wieder aof (s. PoQO. Ann. Bd. 128 pag. 44). Er bildet in Begleitung von braunem Granat und Kalkspath zollmächtige Gangachnnre im Diabas. Bis jetzt ist er nur in krystallinisch blättrigen Massen, nicht in ausgebildeten Krystallen vorgekommen. Der Axioit ist ein in den Alpen immerhin seltenes Mineral, indem es wohl nur zu Saint-Christophe en Oisane, im Medelser Thal (Gras- binden) am Monzoni, sowie (nach Dbs Cloizbaux) am Montan- vert vorkommt.*) Den Zirkon beobachtete ich nur ein einziges Mal in Begleitung von Epidot und Albit in einer Druse des Diabas von AUochet, welcher daselbst untergeordnete Partieen im Syenit zu bilden scheint. — Bereits v. Buch kennt den Chabasit vom Monzoni: „Zu den Sonderbarkeiten dieses Ge- steins, sagt er, gebort es, dass mau nicht selten Klüfte des Gesteins auf beiden Seiten mit sehr schonen vollkommenen RhomboSdern von Chabasie besetzt sieht.'^ Das Vorkommen der genannten Mineralien beobachtet man am besten, wenn man vom Piano zur Monzoni -Scharte, ca. 800 M., emporsteigt, auf welchem Wege sich auch die *) y. Zbpharoyicb liihrt Axinit auch Tom ViUanderer Berg bei Klaiuen an (Min. Lexicon f. Oeaterreich II. Bd. 1873). 369 Terschiedeaen Varietäten des Diabas vortrefflich darbietea. Voa der Fassaitlagerstatte (dereu Schilderang weiter anten) steigt man steil aüd steiler'in einer scbmaleD, sich endlich su einer Scharte verengenden PeUschlucbt empor. Das Gestein ist im Anaehen sehr wechselnd , bald reich an Plagioklas und licht, bald reich an Angit oder Uralit - ahnlicher Hornblende, dann dunkel. Die Ablosungsflächen der Felsen sind vielfach mit Serpentin aberzogen. Chabasit überkleidet streckenweise alle Gesteinsklnfte. Ich sah anf der Pelsenwanderang labl« reiche anregelmässige Gänge verschiedener Gesteinsvarietäten : liebte Gänge aaf dunklem Grunde, auch gangähnliche Serpentin- massen anf lichterem Grande. Auch fand ich kobikfussgrosse blocke von braunem derbem Granat, mit Kalkspath gemengt; zuweilen beide Mineralien in Zonen geordnet. Prehnit sah ieb in zerfressenen Quarzgängen, welche oben auf der Kamm- bobe erscheinen. Auch im Toal dei Rizzoni soll das Mineral vorkommen. Zahlreiche Gänge einer serpentinreichen Gesteins- varietät setzen auf der schneidigen First des Kammes auf, welcher in schnellerem Wechsel aus lichteren und dunkleren Massen besteht. Man glaabt zu bemerken, dass es diese serpeotinisirten, leichter verwitterbaren Massen gewesen, welche ZQ den Brechen-ähnlichen Einbrüchen der First Veranlassung boten. Vom Diabas , dem Augit - Labrador - Gestein, mochte ich trennen einen Gabbro, Diallag- Labrador -Gestein, welches, wenngleich nur untergeordnet, am Monzoni vorkommt. Diese Pelsart, welche ich in losen Blocken unmittelbar vor dem Aastieg vom Piano zu den Seile fand, zog durch seine Schön- heit Qtid Grobkornigkeit (1 bis 2 Cm. Korngrosse) meine Auf- merksamkeit auf sich. Dieser Gabbro ist ein Gemenge von Labrador, Diallag-ähnlichem Aagit, Olivin, wenig Magnesia- glimmer. Magneteisen. Der Labrador zeigt unter dem pola- risirenden Mikroskop deutliche Zwilliogsstreifung. Der Diallag, von schwarzer Farbe, bildet unregelmässig begrenzte Korner, &n welchen drei deatliche Spnltnngsrichtungen gemessen wer- den konnten. Von diesen sind zwei gleich deutlich und schneiden sich unter ca. 9^7 ^ ; sie entsprechen dem verti- kalen Prisma des Augits. Die dritte Spaltbarkeit, vollkom- mener als die beiden erstgenannten, stumpft die scharfe Kante derselben ab, gehört also dem Orthopinakoid an, « — Im Dnnn- S71 Dieser PJagtoklas sthumt demnach nahe fiberein mit einem Labrador ans dem Diorit^ des Veltlin, welcher mit Hörn* blende associirt ist (s. Poea. Ann. Bd. 144 pag. 246). Kieselsäare 55,15. Tbonerde 29,56. Kalk 9,58. Kali 0,80. Natron 5,23. — entsprechend einer Mischang von 1 Mol. Albit -{- 2 Mol. Aoorthit. Herr Prof. Wbbskt hatte die Oute, sich der optischen üotersacbung des schwarzen Diallags zn unterziehen. Der- selben zofoige liegen die optischen Azen in der Sjmmetrie- Ebene. „Die Biasectrix ist positiv nnd bildet mit einer Nor- malen anf die Basis (ca. 74 '^ geneigt zur Verticalaxe) einen Winkel von 2° 54' nach vorne geneigt. Die Axenapertur 2 7= 45° 42'. Die optische Normale bildet einen Winkel von 18* 55' mit der Normalen znr Qaerfläcbe (dem Ortho- pioakoid). Nach Des Cloizbaux giebt Pyroxen: positive Bissectrix 22° 53' gegen die Normale anf die Basis, gleich- falls nach vorne geneigt. 2 1^= 58° 59'; die optische Nor- male bildet 38° 54' mit einer Normalen anf die Qnerfläche. — Dagegen macht beim Acbmit die optische Normale einen Winkel von 7^ mit der Normalen auf die Querfläche und lie- gen von ihr die optischen Axen weit ab.^' (s. auch Rosenbüsch, Mikrosk. Phjsiographie pag. 294, 303). Von Herrn Prof. Websxt rührt auch die Bestimmung dieses Minerals als Diallag her. — Durch den Nachweis des schwarzen Diallags am Mon- zoai erhält die Angabe Q. Rosb^s über das Vorkommen des Hypersthens daselbst wenigstens eine gewisse Bestätigung (gegenüber der Behauptung de Lapparent's, dass nur Horn- blende in jenen Gesteinen sich finde), wenn man erwägt, dass man damals kein Mittel besass, die schwanen Diallagvarie- taten vom Hypersthen zn scheiden. Schwarser Diallag vom Monaooi: Spee. Gew. 3,365. Kieaelsänre . . 45^88 Ox. ^ 24,47 Tbonerde . . . 5,10 2,38 Eiaenozydnl. . 12,62 2,80 ' Kalk 20,30 5,80 Magnesia ■ . . 13,81 5,52 97,71 372 Diese Analyse ist leider, wie der Verlast ergiebft, nicht gaoB befriedigend. Die Kieselsäure scheint etwas eu gering bestimmt su sein. Ob der Verlust hier stattgefunden , oder ob durch fein beigemengten Olivin der Kieselsäuregehalt herab- gedrnckt erscheint, wage ich nicht zu entscheiden. Der schwarze Diallag vom Monzoni erinnert an den braunen Diallag aus dem schwarzen Gabbro von Nenrode, welches Gestein auch dadurch dem Gabbro des Monzoni gleicht, dass es Olivin als wesentlichen Gemengtheil enthält (s. diese Zeitschr. 1867 pag. 281). Lernen wir nun einige der Minoralfundstätten*) des Mon- zoni kennen, welche an den Gontact von Eruptivgestein und Kalk gebunden sind. Eine der ausgezeichnetsten ist das Fassaitlager auf der Nordseite des Berges, unterhalb der Scharte. Dasselbe wurde von Bbrnard aufgefunden; es hat viele treffliche Krjstalle geliefert. Die Lagerstätte ist eine ellipsoidische Masse von krystallinischem Kalkstein, rings um- schlossen von Diabas. Die Kalkscholle ist auf einer Strecke von etwa 50 M. im Streichen entblosst, während ihre verti- cale I^ächtigkeit etwa 5 M. beträgt. Diese Kalkmasse wird indess durch eine schmale Diabasbank oder -lagergang in zwei Theile gesondert. Der Diabas ist in der Nähe des Kalks zu Serpentin verändert, und auch der Kalkstein ist von Ser- pentin durchzogen; er ist eine Art von Ophicalcit. Im an- mittelbaren Gontact beider Bildungen fanden sich die berühmtes lichtgranen Fassaite, deren Drusen — ursprünglich von spä- thigem Kalk erfüllt — erst durch die Verwitterung biosgelegt wurden. Diese Fundstätte liegt etwa 2100 M. hoch. — Das Kalklager, welches die Fassaite fuhrt, setzt, auf weite Strecken durch Felsgerölle unterbrochen, sowohl nach Ost als nach West fort. In letzterer Richtung hebt sich das Kalklager oder der Zug an einander gereihter mächtiger Schollen erst allmälig) dann schneller am felsigen Gehänge bis zu einem der höchsten Monzonigipfel empor. Einige hundert Schritte südwestlich von der Fassaitfundstätte ragt aus den Diabasfelsen ein wohl 12 H. in jeder Richtung messender lichter Kopf von krystallinischeoa *) Die Entdecker der Monsoni - Mineralien waren — soviel ich er- kundete — die beiden Brüder Augustin aus Fassa. Ihnen folgte im mühevollen Berufe des Krystallsachens G. B. Bernard in Campitello. 373 Kalk hervor. Derselbe verrath durch seine kornige Beschaffen- heit den metamorphischen Einflass des Eruptivgesteins; Con- tactmineralien finden sich indess hier nicht. Weiterhin bedecken wilde Steinhaldeu den anstehenden Fels, sie lehnen sich an pralle anersteigiiche Wände, welche anmittelbar unter dem westlichen Monzonigipfel , umgeben von dunklem Diabas oder Sjenit, lichtere Ealkstreifen erkennen lassen. Als ich zur Palla verde (über welche man den Ursprung des Pesmeda- thals erreichen kann) , westlich des genannten Gipfels, empor- stieg, erblickte ich deutlich unterhalb des Gipfels eine mäch- tige Ealkmasse. Sie erschien in Straten gesondert und von Gängen durchsetzt. Es ist unmöglich, an diese Stelle zu ge- langBD, doch finden sich in der Biockhalde, welche von dort gegen das Piano herabzieht, Massen von kornigem Kalk mit gelbem Vesuvian*) in schonen Erjstallen zugleich mit kleinen Fassaiteo. Auf diesen Punkt beziehen sich die Worte von Bdch'b : „Mau sieht von unten recht deutlich, wo der Vesuvian anstehend ist; aber noch hat ihn Niemand dort auf seiner Lagerstätte in der Nahe gesehen. Es ist ganz oben am Gipfel ein oberes Lager von grosser Mächtigkeit, doch von geringer Brstreckong. Es fallen dort beständig Blocke herunter, ein Gemenge von blauem Kalkspath mit Vesuvian, eines der schönsten Gemenge, welches die Gebirge aufweisen können.*^ — Gegen Osten von der erstgenannten Fassaitfundstätte findet sich das Ealklager am Fusse jenes vom Riccobettaberg gegen Nord vorspringenden, zerbrochenen Felsruckens wieder (siehe Taf. IX. Fig. 2) , sinkt dann aber zum Piano hinab , unter dessen Felsmeer sowohl jenes Lager als auch die Gesteins- grenze sich verbirgt. Während am Nordabhange des Ricobetta- berges die Fundstätten der Mineralien rings umschlossenen Ealkschollen angeboren, liegen sie am nordostlichen Ende des Gebirges bei le Seile auf der Grenze zwischen Sjeoit und den das Eruptivgestein umschliessenden Ealkmassen. Eine eigen- thämliche Gestaltung besitzt der vom Piano gegen Osten ziehende Tbalzweig, durch welchen ein hoher Debergang nach S. Pellegrino fuhrt. Man steigt von der Monzoni-Ebene eine *) In der Sammlnng des Ferdinandeum zu Innspruck sah ich einen Vesoyiui-Kryatall vom Monzoni von 8 Cm. Grösse, breit, niedrig, die Basii untergeordnet. £eiU. i. D. {e«l. Ges. XXVIL 2. 25 874 steile Stufe binaD, nun breitet sieb eine ebene Terraase mit kleineu Teicben aus. Wieder bebt sieb eine steile Siafe and zum zweiten Male folgt eine ebenere Fläcbe mit Wasserbeckeo. Endlicb ziebt sich der wilde Tbalhintergrund steil and grausig zum boben (ca. 2600 M. boch) Kamm empor. Die erste Fund- stätte, welcbe icb, ca. 200 M. über dem Piano, erreichte, war diejenige des Geblenits und des Granats. Das Eruptivgestein ist hier Syenit, welch' letzterer eine keilförmige Masse in den Kalk hineinschiebt, welcher in einen herrlichen grosskornigen Marmor bis in eine Entfernung von 20 bis 30 M. von der Oreuze um- gewandelt ist. Weiter folgt grauer Kalkstein, dann gelber Dolomit. Es hat zuweilen das Ansehen, als ob zunächst der Sjenitgrenze der Kalkstein gänzlich in eine dunkle Silicatmasse, vorzugsweise aus Gehlenit bestehend, umgewandelt ist. Ausser dem Gehlenit tritt hier anch gelber Granat in Krystallen und mit korniger Zusammensetzung im Contact des Kalksteins uod des Syenits auf. An keinem anderen Punkte im Umkreise des Monzoni schien mir die umändernde Wirkung des Eruptiv- gesteins so überzeugend hervorzutreten, wie an den Seile, wo ein herrlicher gross blättriger Marmor sich in schrittweisem Uebergang aus dichtem Kalkstein entwickelt. Der kleine Thalkessel von le Seile ist zwar mit Gerollen bedeckt, doch beweisen die in einer ostwestlichen Richtung geordneten zahl- reichen Contactstucke, kornige Aggregate von Granat und Kalk- spatb, dass die Grenze, stets von Contactbildungen begleitet, mitten durch das kleine Hochthal streicht. Weiter über Kalk- felsen emporsteigend, fand icb zwei ungefähr ostwestlieh strei- chende, fast senkrechte, j bis j M. mächtige Gänge eines dem Augitporphyr ähnlichen Gesteins. Die Gänge scbliessen ein 80 Cm. breites mauerformiges Stuck des Kalkfelsens zwiscbeo sich. Keine krystallinische Metamorphose des Kalks oder Bildung von Contactmineralien ist an diesen Gängen zu beob- achten. Beide Gänge steigen an der jähen Wand zunächst gleichartig empor, der eine endet früher, während der andere noch etwa 6 M. hoher fortsetzt, Sie enden beide, in ihrer ganzen Breite von 40 Cm. gleichsam plötzlich abgeschnitten. Weiter zur Passhohe fortschreitend traf ich bald noch einen dritten, viel mächtigeren (6 M.), gleichfalls sehr nahe ostwest- lich streichenden, verticalen Gang von Augitporphyr. Auch hier war keine Veränderung des Nebengesteins wahrzunefamea. 375 Diese Gäoge eioea dem Augitporphyr ähnlichen Gesteins, nahe der Sjenit-Ralk-Grenze, erinnerten mich an die durchaus ähn- liche Erscheinung im Marmorbruche von Canzacoli und an der Margola bei Predazzo. Die später hervordringenden schwarzen baaischen Porphyre fanden offenbar gerade auf der Grenze von Sjeuit und Kalisstein einen leichteren Durebbruch. In einer Hohe von etwa 600 M. Ober dem oberen Theil des Piano erreichte ich eine besonders ausgezeichnete Contactfundstätte. Ans dem wilden steilen Trümmerfeld erhebt sich ein flach- gewölbtea, von Ost nach West streichendes FelsrifP, dessen sadliche Hälfte aus Kalkstein besteht, während die nordliche darch Syenit gebildet wird. Das Eruptivgestein bildet hier dem Anschein nach eine über 30 M. mächtige gangähnliche Apopbjse der weiter gegen Sud befindlichen Gebirgsmasse. An der Grenze ist der in weiterer Entfernung dichte Kalkstein io schonen grobkörnigen Marmor verändert. Zwischen Marmor and Syenit liegt eine ^ bis 1 M. mächtige, übrigens sehr un- regelmässig bald anschwellende, bald sich wieder verschmä- lernde Bildung von grossblättrigem Kalkspath erfüllt und ge- mengt mit Contactmineralien : Granat und strahligem Augit. Der grossblättrige Kalkspath, aus welchem man 8 bis 10 Cm. grosse, von schönsten Zwillingslamellen durchsetzte Rhom- boeder herausspalten kann , schneidet merkwürdig scharf am Marmor ab. Unmittelbar an der Grenze gegen den Syenit liegen körnige Aggregate und bis 10 Cm. dicke Platten von gelbem und braunem Granat, welche auch vielfach den gross- blättrigen Kalkspath, durchziehen. Auch wohlgebildete Granat- krystalle (ocO, 2 0^) liegen im Kalk, zuweilen in grosser Meuge, schwarmweise. Zum Granat gesellen sich (ausser Eisenkies) Zonen und Bänder von strahligem Augit, welcher eine vollkommene Analogie darbietet zu den Massen strahligen Augits von Campiglia marittima und am Cap Calamita sowie bei Torre di Rio auf Elba. Die Augitstrahlen ordnen sich zu Rosetten and diese zu Bändern, welche, durchschwärmt von Grauateu, den grossblättrigen Kalkspath durchziehen. Wie wurde ich überrascht, als ich die Berührungsebene vT>n Syenit Qad den Contactgebilden entblösstel Ich fand sie bedeckt mit quadratzollgrossen Blättern von Eisenglanz. Wäre nicht die landschaftliche Umgebung in der Felswildniss am Monzoni nahe dem ewigen Schnee so durchaus verschieden von den 25* 376 milden Gestaden Blba's, so hätte ich glauben können, auf deo Felsen Calamita^s oder der Torre di Rio in stehen. Die geschilderte merkwardige Contactmaase gehört, wie bereits oben bemerkt, der sadlichen Grenze einer Sjeoit- apophyse gegen Kalkstein an. Die nordliche Grenxe jener etwa 30 M. mächtigen Gangmasse, welche an der Oberfläche des Felsriffs sich deutlich darstellt, entbehrt der Contactgebilde, indem das Eruptivgestein unmittelbar an den zu Marmor ver- änderten Kalkstein grenzt. Das Eruptivgestein verändert in diesem und anderen in der Nähe befindlichen Apophyseo und Gängen seinen normalen Charakter und ähnelt einem wenig ausgesprochenen Orunsteinporphjr. Zuweilen hat es den An- schein, als ob das Eruptivgestein isolirte Partieen im Marmor bilde, welche indess wohl unzweifelhaft nach der Tiefe hio mit der Hauptmasse zusammenhängen. — Von der geschil- derten Fundstätte des Granats und des strahligen Augits zieht sich die Schlucht le Seile, einen stets wilderen Charakter ao- nehmend, noch hoher empor. In den gelben Dolomitfelseo, welche gegen Ost den Felskessel schliesseu, bemerkt mao gangförmige Massen von schwarzem Eruptivgestein , deren Zusammenhang durch die Zerstörung des Bergprofils unter- brochen, und deren Fortsetzung zur Tiefe durch Gerolle ver- deckt ist. Wir versuchten, gegen Sud gewendet, am trichter- förmigen Gehäuge des hoben Thalcircus hinschreiteod, den Uebergaog nach Allochet zu gewinnen. Das hier herrschende Gestein ist Buchensteiner Kalk, ein farbigstrei- figer Kalkschiefer mit verticaler Schichtenstellung, von West nach Ost oder von WSW — ONO streichend, der unteren Trias angehorig. Dieser Kai k schief er , welcher mich an die in der Granitnähe veränderten Schichten Norwegens erinnerte, scheint gleich der Marmorzone auf die Nähe des Syenits hinzuweisen. Bald wurde das Gehäuge so jäh, dass wir nicht, in horizontaler Richtung fortschreitend, die Kamm- senkung von Allochet erreichen konnten. Wir stiegen also jäh empor, den verticalen Frofillinien der veränderten Kalk- schichten folgend, überschritten den Kamm im Angesicht der dolomitischen Falle di S. Martino, der erstaunlichsten Berg- formen der Erde, wandten uns dann gegen Sudwest, zur Fund- stätte Allochet. Es herrscht auf dem genannten Wege ein mehrfacher Wechsel von theils unverändertem, theils körnigem 377 Kalk. Wiederholt trafen wir entblosste Massen von grauat- erfölltem Marmor, welche vollkommen den betreffenden Felsen von le Seile gleichen. Auch zeigten sich im Diabas viele schmale Gänge eines rolbeu Augit-Syenits. Etwa 100 M. unter dem Kamm, unmittelbar im Contact von lichtrothlichem Augit- Sjenit and Kalkstein, im sSdostlichen Theile des Monzoni liegt die Epidot-Fundstätte Allochet. Dieser Epidot, welcher froher theils for Akmit, theils für Malakolith gehalten und zuerst dorch Y. RiCHTHOFBH richtig bestimmt wurde, ist von grünlich- schwarzer bis schwarzer Farbe und bietet eine Combination folgender Flächen dar (s. Naukanv, Min. pag. 423): 0 « (a':b:c), F z = (a:b:ooc), ooP M = (oc a : oo b : c), o P T = (a ! oo b : 00 c), ooFoo r = (a' : 00 b : c), P oo 1 = (a:^b:2c), 2Poo Nebeo dieser schwarzen Varietät kommt in Drusen eines Dia- bas, welcher in unmittelbarer Nähe der Fundstätte des schwarzen Epidots erscheint, auch eine grüne feinstrahlige Epidot-Varietät vor. Begleiter des Epidots sind : Granat in der Combination de9 Dodekaeders mit untergeordnetem IkositetraSder 2 02, Sphcn^ sowie kleine weisse Krystalle von Albit. Zu Allochet finden sich in Begleitung von grünem Epidot 1 bis 2 Cm. grosse rötblichweisse Krjstalle von Anorthit. Es sind dies wohl die- selben Krjstalle, welche von Libbbhbb und Vorhaüser, sowie von V. Zbpharovioh als Labrador angesprochen wurden. An diesen in der Verwitterung vorgeschrittenen Anorthiten von Allochet wurden folgende Flächen bestimmt: T=oo'P; l^ooP'; z = oo'P3; f = ooP'S; M = QoPoo; P = oP; n = 2'P,a); e = 2,Foo; p = >; o = P/, y = 2^,oo. Das spec. Gew. dieser Krystalle == 2,787. Ihr Gluhverlnst - 5,38. In Folge der vorgeschrittenen Verwitterung sind sie in eine weiche, mit dem Messer leicht ritzbare Masse umgewandelt. Der Zirkon, welcher bereits oben als ein ganz seltener Oemengtheil des Diabas genannt wurde, ist von rothlich- S78 gelber Farbe, rou prismaliscbem Habitos, 3 Mm. laog, 1 Mm. dick, eine Combination aesOktagder P, des HiokliißderB 3P3, sowie des Prismas oo P. Dies Zirkon - Vorkoinmoa erinnert AD dasjenige im Hyperathenit des Radautbals bei Rarzburf, welcbcB G. RoSR beschrieb (s. diese Zeiiacbr. 1870 pag- 754J sowie BD den Zirkon im Diorite des Veitlin's (s. Poao. Ana. Bd. 144 pag. 250). — Das Hultergesieia des Bpidots von Allo- chet ist genöholich zersetzt, zuweilen eq einer braanen brüchi- gen Masse aafgetost , in wetcber man kaum nach den ur- sprÜDglichea Charakter des Gesteins erkennen kann. Der Dnfern anstehende frische Avgit- Syenit ist vor deu meisten anderen Varielälen dieses Gesteins dadarcb ausgezeichnet, das» Feldspath nnd Plagioklas sich deutlich durch die Farbe unter- scheiden. Letzterer ist weiss, Sehr vorherrschend, in 4 bis 6 Mm. grossen Kristallen; der Peldspatb duukelfleiscbroth, tu spärlichen kleinen Körnern. Viel Brotit, wenig Äugit. In Val .Mlochet herrscht ein mannicbfacher Gestein swcclisel: Augit- Syenit, Kalkstein, Qnarzporphyr. Letzteres (icstein bildet, wie scboa Döltbb hervorhebt, einen ansehnlichen Tbeil der Süd§cite des Gebirges, sodass die nordsüdlicbe Verbreitun;; des Monzongesteins eine geringere ist, als es zufolge der vu> RicuTHOFEN'schen Karte zu sein scheint. Etwa 400 M. unter der Epidüt- Fundstätte sieht in Val Allocbet ein recht Triscber Quarzporpbyr an.* Die ausgeschiedenen Körner von Quarz und fleischrotbem Feldspath (sehr wenig Plagioklas) erreichen nur eine geringe Grösse (5 bis 6 Mm.). Von besoaderem In- teresse ist die böchst unregelmässigc Form der Quarsköreer, wie sie sich im Dünnschliff darstellt. Neben rundlichen sieli man eukige, keulenförmige und andere (leslalten. Die (iniod- masse dringt zuweilen zungeiiartig in die Quankörner ein od«! wird in isolirten Fartieen von derselben umschlossen; lutii Beweise, dasB die Quane wirklich sich aus der Masse abge- schieden haben müssen. Eine noch reichere Fundstätte als Attochet ist Toal dei RizioD), in welchen inan hinabsteigt, nachdem man die Monion- scbarte von Norden iier überschritten bat. In dem circa»- ähnlichen Ursprung des genannten Tobeis herrscht Augit- Syenit, in welchem fortsetzende Schichten und Schollen voa Teräodertem Kalkstein anftreten. Es sind dies wohl un- Eweifelbaft losgerissene und emporgehobene Theile des dnrcb- 379 brochenen Gebirges. Der Kalkstein, dessen Schichtung dentlich erkennbar ist, ist meist zu Marmor verändert und vielfach mit Cootactmiocralien imprägnirt: Anorthit, Adniar, Fassait, Mag- nesiagJimmer, Monticeilit oder Batrachit, Titanit, Ceylanit oder Pleonast, Apatit, Magneteisen. Der Anorthit (Labrador bei Libbbner nnd VoBnAüSER, denen zufolge die Krjstalle dieees Minerals hier die bisher nirgend beobachtete Grosse von 6 Cm. erreichen und in Gängen des Syenits mit MaguesiRglimmer, Magneteisen, Passait nnd Sphen vorkommen) wivde von Tsobbrmak bestimmt (Verb. d. geol. Reichsanstalt 18.74 pag. 37). Letzterem Forscher zufolge sind die grossen Anorthite stellenweise von Orthoklas in paralleler Verwachsung überzogen. Als beibrechende Mineralien werden genannt: Biotit, Apatit, Augit, Titanit. — Eine mir vorliegende Stofe zeigt in einer Druse eines Aggregats von grünem Biotit Ädalar - Krjstalle, 1 bis 3 Cm. gross, in der Combination T = xP, P = oP, x = Poo, y = 2Pcx. Dieselben sind gleich deu sie begleitenden Qaarzkrystallen schneeweiss , mit einem kaolinäfanlichen Ueberzug bedeckt; Apatit fehlt nicht. — Die Sammlung des Ferdinandeum zulnnspmck bewahrt neben grünem aach schwarzen Biotit in zollgrossen Tafeln aus Toal Rizzoni. Eines der merkwürdigsten Monzoa-Mineralien ist der Ba- tracbit Brbithauft^s (1832), welcher nach Liebbmbb und Vor- HAuasR in groaakornigem Gemenge mit Cejlanit und blau- grauem Kalkspath eine 0,3 bis 0,6 M. mächtige Bank im Sjenit bildet. Der Batrachit fand sich bisher in Rizzoni nur derb oder in Krjstallkörnern, deren Formen nur unvollkommen ausgebildet sind. Dennoch bestimmte Breithaupt das System in xutreffender Weise als rhombisch, wenngleich es mir nicht gelang, das von Bbbithaupt angegebene Prisma von nahe 115°, welchem aocfa eine sehr unvollkommene Spaltbarkeit parallel geben soU, auf die flächenreichen deutlich ausgebildeten Kry- Btalie von Pesmeda zu beziehen. Nachdem nun Ramuelsbebg 18i0 für den Batrachit die gleiche chemische Zusammensetzung wie for den vesuvischen Monticeilit (Bbookb 1831) erwiesen l^Ät, und — wie alsbald nacbzuweisen sein wird — die vor Karzern entdeckten Batracbit-Krystalle von Pesmeda vollkom- men übereinstimmen mit den sehr seltenen vesuvischen Mon- tieelliten, so ist au der Identität von Batrachit und Monticeilit nioht mehr zu zweifeln ; von welchen beiden Namen dem letzteren die Prioritit gebSbrt. UnUr die ADelyee tod RAinfILSBne !■ stelle icb cwei von mir aosgefBhTte ADalysen II. o. IIl., deren Melerial ich bereite 1862 scblog, ele icb durch die Schaut den MoaeoDÜcaniiii öberklellerte. Hoiiticellit ana dem Toal Riazoni: Spec Gew. 3,033. Oläbverlast 1,27. I. Kieselaäare. . 38,49 Oz. = 20,53 Eiaenoxydol . 3,05 0,68 Kalk 36,21 10,35 Uagnesia . . ■ 22,25 8,90 100,00 Spec. tie^. 3,054. Gläbverloat 1,31. EieaeleäDre . Biaenoxjdel . Kalk Magnesia. . . U. 38,35 4,29 84,76 23,15 Hl. 38,15 4,31 34,75 22,94 Mittel 38,25 4,30 34,75 23,05 100,55 100,15 10035 Es beträgt för Analyse 1. das Ox.-Verbältniss RO:SiO, . . II. «111. : 20,40 1,10 9,93 9,22 1,03 1,007 Dai«ns die Formel 2 CaO, SiO, + 2 1 MgOl FeO I SiO, Der Hooticellit, bisher nur bekannt in den AnswürfliDges des Vesnrs und am Monzoni, iat einea jener interessantes Mineralien, durch welche die in so vieler Hinsicht noch räthselhaften Contacterscheinongen an die vnlkaoiscben Pro- cesse geknöpft werden. An die hohe Thalmulde tod Riasoni reiht sieb geges West dityenige von Dnmaason. Diese halbtricbterfönDiogen, überaos ateilen (30') OebirgsausscbDilte werden dar«b scharfe Rücken getrennt. In Damasson beobachtete ich wellenfonnig gewundene Marmorscbicblen (im Mittel h. 3 streichend, 80° 381 gegen Weat fallend), welche zwischen Sjenit lagern. Cejlanit Qod Fassait sind an vielen Punkten dem Marmor eingewachsen. Unmittelbar auf der Grenze von Kalk nnd Syenit sah ich ein schönes Vorkommen von Fassait, Grossniar, Vesovian, nmhullt von blaDlichgraoem Kalkspath. Der Vesuvian aus Dammasson ist theils von gelber, theils von brauner Farbe, eine Combi- nadon der Formen P, ocP, ex Poe, oP, cxP2. Der Dachstliegende Circus ist Toal della Foglia (das Laub- thal). Dasselbe besteht vorzugsweise aus Sjenit, doch reicht vom Monte Riccobetta her auch Diabas in das Hochthal hinein. Im Laubthal liegt die Hauptfundstätte des Ceylanits und Brandisits. Ein korniges Gemenge dieser Mineralien nebst Kalkspath, in Drusen und an seinen Grenzflächen schone Krystalle umschliessend , bildet im Syenit ein spharoidisches, etwa 3 M. im Durchmesser haltendes Nest, vermuthlich eine metamorphoeirte Kalkmasse. Die Oktaeder des Ceylanits sind meist an den Ecken zugespitzt durch das IkositetraMer 303. Durch Verwitterung geht die fast schwarze Farbe des Ceylanits in Grün über. Das Muttergestein des Ceylanits im Toal della Foglia ist überaus hart und zähe. — Unfern des genann- ten Fundorts findet sich auch Fassait (Pyrgom) von besonderer Schönheit. Mit dem Namen Pyrgom^ bezeich- nen die fassanischen Mineralien- sucher die Fassait - Zwillinge von nebenstehender Ausbildung*) eine Combination der Flächen: 8 = (a':b:c), P z = (ooa:|b:c), (2Poo) m = (a:b:ooc), ooP a = (a: cx>b: Qoc), ooPoo 0 = (QOa:3ob:c), oP p = (a'roo b:c), Poo Die Krystalle, 1 bis 3 Cm. gross, aufgewachsen in Drusen eines derben lichtgraulichgrünen Fassaits, sind fast immer Zwillinge nnd in letzterem Falle stets aufgewachsen mit dem- jenigen Ende , an welchem die basischen Flächen c c einen *) Die gestrichelten Linien bezeichnen einspringenüe Kanten. 382 einspringenden Winkel bilden worden. Zuweilen finden sich anf denselben Drosen auch zollgrosse rhombische Krjstall«, welche gänzlich in ein Haufwerk kleiner Fassaite umgewandelt sind — Pseudomorp hosen von Passait nach Monticcllit^ wie die Untersnchnng der Mineral fundstatte von Pesmeda lehren wird. Im T. della Foglia finden sich auch Pseadomorphosen von Serpentin nach Ceylanit (in 5 Cm. grossen Oktaedern (s. V. Zbfqarovioh, Min. Lex. pag. 425.), nach Fassait sowie nach Glimmer. Die westlichste Tbalschlucht , welche ihren Ursprong im MoBZoni-Massiv nimmt, ist Pesmeda, deren hoher nordlicher Felscircus die Palle rabfose heisst. Auf dem scharfen Joche der Palla verde (Augit - Syenit) stehend , überblickt man die hohe Thalmiaide von Pesmeda, welche in der Tiefe durch eine cerbrochen« Dolomitwand, die gegen Nord mit dem Sasso di (Loch Eusanmeuhängt, durchsetEt und abgeschlossen wird; es ist .der Sasso d^la Rooca. Ich durchschritt, von der Palla verde kommend, den obersten Theil von Pesmeda^ ond erstieg den scharfen Orath, welcher den genannten Thalciroits von Bamasson scheidet (T. d. Foglia dringt nicht soweit nacb Norden vor). Hier sah ich eine jener veränderten, mit Con- tactmioeralien erfüllten Kalkmassen, rings von Augit -Syenit umschlossen. Die metamorphischo Lagerstätte stellt sich als ein Gemenge von Granat (derb ond krystallisirt), Fassait, Cey- lanit and blaugrauem grosskoroigem Kalkspath dar. Die erst- genaooten dcei Mineralien sind nicht selten zu sphärischen Zonen geordnet, deren inneres Kalkspath einnimmt. So ent- stehen Aggregate, wdcbe oicfai nur durch gleiche Mineralien, sondern auch durch ihre Anordnung an manche Auswürflinge des Vesuvs erinnern. Die Grenze des Augit-Syenits ist ganx scharf; die losgerissene, umhüllte Kalkmasse ist im unmittelbaren Contact in derben Granat verwandelt; auf der Gesteinsscbeide liegen Titanite, deren Kalk wohl dem ursprünglich sedimen- tären Gestein entstammt, während die Kieselsäure durch das Eruptivgestein, die Titansäure speciell aus dem titanhaltigen Magneteisen des Augit - Syenits geliefert wurde. 'Trotz ihrer Metamorphose lässt die Kalkscholle noch Spuren der Schich- tnng erkennen. — Ich folgte nun abwärts dem schmalen Felsen- grath, welcher zuoberst Pesmeda von Damasson, weiter hinab das erstgenannte Thal von Foglia trennt. Jener Felsenkamo 383 entblosst mehrere rings von Augit-Sjeoit amschlossene Mineral- fundstatten, nmgewandelte Kalkschollen oder -nester, wie sie in grosser Zahl aber das Sadgehänge des Monzoni verbreitet sind. Wo der Felsengratb in einer Hohe von 2300 M. altan* artig endet nnd plötzlich zar Tiefe starzt, liegt die Fundstätte jener merkwürdigen Mineralgebilde, welche seit mehr als 20 Jahren bekannt nnd in den Sammlungen verbreitet, bisher nicht die richtige Dentung gefunden haben, welche freilich erst darch neuere Auffindungen möglich wurde. Es sind Drusen, auf denen kleine Passaite in regelloser Gruppirung grosse Rrystalle zusammensetzen , deren For- men nicht ganz sicher wegen Unregel- mässigkeit der Fläcßen zu erkennen waren und deshalb, wenngleich mit einiger Unsicherheit, gleichfalls als Fas- saite gedeutet wurden. Selir anscbau- lich werden diese Pseudomorphosen in der verdienstvollen Schrift: die Miner. Tyrols von Libbenrb und Torhausbr, 1852 geschildert, p. 241 : „Ganz eigen- thumliche bis '3 Zoll im Durchmesser haltende Rrystalle nach Fassait, zusammengesetzt aus ganz kleinen, selten eine Linie breiten, oft unverhältnissmässig in die Länge gezogenen , ebenfalls nach Fassait kry stall isirten Serpentin-Pseudomorphosen. Eine deutliche Vorstellung dieser in jeder Hinsicht höchst merkwiirdigen Krystalle kann man sich dadurch machen, wenn man annimmt, es wäre mit den kleineren Krysta'llen ein Teich gemacht, dieser duon und platt gewalzt, dann zusammengerollt and daraus die grossen K17- Rtalle mH 'einem sefarneidigen Werkzeug geschnitzelt worden; denn es lassen sich die einzelnen Blätter des aufgerollten und zur Bildung der Krystallflächen durchschnittenen Teiges an vielen derselben 'and selbst an der derben Masse deutlich w«Lhroehmen. "Die kleineren Krystaille, die an der Oberfläche oder in den nicht selten vorkommenden Hohlräumen der grossen sitzen, erseheinen vollständig ausgebildet, lagen weise gelegt ond oft fest ziYSammengepresst ; sodass wenn einer mit seiner Länge über eine Kante der grosseren Krystalle hätte vorstehen wollen, er um diese umgebogen ist. fKe Oberfläehe ist daher rauh; aber die Krystallwinkel und Kanten vollkommen regelrecht.*^ 384 Diese Pseodomorpbosen erröchen mweBm ciae aaswr- ordentliche Grösse: in FenünandeaBi sn Inasprock sah ick (1862) ctn^D solchen paendoBorphen Bieaeakijsull tod etwa 12 Cm. Grösse, dessen Oberfiäcbe, nah wid löeberig, ein Aggregat ans sablloseD kleiaen friscbcD Fsseailea erkenaeo liess, wÄbrend das iDnerc ihdiweise hohl wjir. Die Fesneds - FoDdatitte hat aatecr den eben erwslmiea. ans kleinen Fassaileo aafgebaolen Kijaullen «och andere Ton ideotiseher Form geliefert, wdcfae ans Serpentin bestcheo. Diese ieUtercn Gebilde sind im Jahre 1873 in gröaserer Yoll- kommeabeit Torgekommen als früher; anch haben steh ut beiden Enden ansgebildele Kr^slaile gefiinden, welche eo^cicfa er- kennen Hessen , das« ihre Form mit deijenigen des Angits bd- vereinbsr sei. Diese Serpentin -Psendomorphoaen werden la- nächsl den G^enslKod nnserer Cntovnchnng bilden; an die- selben werden sich jene riUbselbaflen Gebilde reihen , welcbe den Fsssait in einer ihm fremden Krjstaltrorm darbieten. Das llallergeatein der Serpentin-Psendomorpbosen ist ein Gemenge von scbwänlicfagrnnem Spinell, welcher ram grossen Theil bereits in Serpentin umgeändert ist, von lichtgrünem 385 den Mooücellit vom Vesov (8. Pogo. Ann., ErgaasaDgsbd. V. pag. 434) geschehen, so erhalten wir folgende Formeln: k? ^ A i • \ 1 ^-^ y^^ ^^C\ K ^ \ f = (a : b : c), P e = (a:2b:c), P2 8 = (a : b : Qc c), oc P D = (a:^b: occ), c»P2 k = (qo a : b : c), P c» b =r (ooa:2b:c), ^Poo b = (oo a : b : oo c), oc P oo Trot£ der Aehnlichkeit der Formen mit denjenigen des Olivios, konnte doch sogleich eine wesentliche Verschiedenheit in den Winkeln der Prismenzone nachgewiesen werden. Die matte Oberfläche der Krystalle hinderte zwar eine unmittel- bare Messung am Beflexionsgoniometer; doch wurde mittelst vielfach wiederholter Messungen durch aufgelegte Olastafelchen die brachydiagonale Endkante des Prismas s : s' gemessen := 98°, während dieselbe beim Olivin 94^ 3' beträgt» Dieser Unterschied ist so bedeutend, dass man ihn sogleich auch mit dem Anlegegoniometer wahrnehmen kann. Weniger bedeu- tende Differenzen stellen sich in den Werthen der Kanten e : e' oder h:h' heraus. Nachdem nun die chemische Analyse dieser veränderten Krystalle zwar im Allgemeinen die Zusammen- setzoDg des Serpentins, doch neben der Magnesia und dem Eisenozydnl einen ansehnlichen konstanten Gehalt an Kalk- erde nachwies, wurde ich darauf gefuhrt, die Formen dieser merkwürdigen Krystalle mit derjenigen des Monticellit vom Vesuv zu vergleichen, welchen ich früher (s. PoQQ. Ann. a. a. O.) be- schrieben habe. Es zeigte sich nun alsbald , dass die an dem Krystalle vom Monzoni auftretenden Flächen genau dieselben sind, wie diejenigen des vesuvischen Monticellits (s. Fig.), und dass die Winkel beider Vor- kommnisse so genau übereinstimmen, wie es nur die Messungen der matten 386 MoB20jiii - Kryalalle nachzuweisen gestatten. IMUt Hälfe feiner Deckgläachen worden folgende Kanten an den KrystaUan des Monzoni gemessen: s : s' (brachydiagonal) = 98". Beim Monticellit^ 98'' 7^' 8:b =13r. vom Vesuv J 130 56^ Diese Uebereiostimmong ergab sich auch für alle übrigen Kauten , sodass wir den Krjstallen vom Mobzoni dieselben Axen zu Grunde legen können, wie jenem Monticellit vom Vesuv: a (Bracbyaxe); b (Makroaxe); c (Verticalaxe) = 0,867378:1:1,15138. Aus denselben berechnen sich folgende Winkel: ii:n' = 133» 6{' e:e' = 141« 47' (brachydiagonal) (brachydiagonal) 8:s' = 98 7| e : e' = 82 0 (brachydiagonal) (makrodiagonal) n : 8' - 162 30} e:n = 145 21 n:b =113 26| f : f = 110 43A 8:b = 130 56i- (brachydiagonal) d : d* = 73 59 f : f = 97 55| h:h'= 120 8i (makrodiagonal) k:k'= 81 57 f:8 = 150 21| (in Axe c) e:8 = 141 41 e:k - 128 19 Wie bereits oben angedeutet, worden unsere Krjstalle früher, als man nur unvollkommene und nur an einem Ende ausgebildete Exemplare kannte, für Fassait- Zwillinge gehalten. Um die Aebnlichkeit resp. Verschiedenheit beider Mineralien lo übersehen, habe ich in nebenstehender Fi- gur einen der mit den Monticellitkrystalleo vorkommenden, aufgewachsenen, meist oar mit einem Ende frei ausgebildeten Fassait- zwilling in derjenigen Stellung gezeicbDet, in welcher eine gewisse Vergleichbarkeit mit unsern Krystallen hervortritt. Es worde zu dem Zwecke der Zwillingsebene die Stellung einer sogen. Längsfläche (Axen- ebene ac) gegeben. Der Krystall ist eine Combination folgender Formen: 387 m = (a:b:QOc), oo P o == (ja:^b:c), 2P z » (oo a : I b : c), (2 P d den Flächen m und o. Diese kleinen, bisweilen gerstenkornähn- lichen Fassaite bilden theils deutliche, bis 3 Cm. grosse Pseu- domorphosen nach Monticellit, theils durchbrochene Hobl- formen, ruinenäbnliche Gestalten, in denen man, einmal darauf aufmerksam, leicht die Monticellitform wiederei kennt. — In anderen Drusen fehlen die selbstständigen grossen Fassaite, sie bestehen ausschliesslich aus Pseudomorphosen von Fassait nach grossen Monticelliten. In einer Druse beträgt ihre Grösse sogar 5 Cm. Die Form dieser in Fassait umgewandelten Monti- oellite ist trotz der durch die vorragenden kleinen nengebil* deten Krystalle bedingten Rauhheit der Flächen deutlich er- kennbar, eine Combinatiou von e=:P2, s=::X)P und, mehr untergeordnet, b«BOOpoo, k=:Poc. Die Figur pag. 373 versucht, die seltsame Oberfläche dieser Krjstalle darzustellen, welche aus einem regellosen Aggregat kleiner Fassaite bestdien. Durchbricht man diese seltsamen pscudomorphen KiystHÜe, 391 80 bemerkt inäo, daas ^ie eine scbaleo«* oder rindenäbnliebo ZutacDfnenseUoDg bttben. Bs sind kloflabnliobe IlobJl*Hüiiie vorhaadeu , welcbe anoäbernd deo änsaerea Coolooreu des grosien urepruDglioben MontkellUa parallel gebeu« Der Kern dieser Pseudomorphoseti bestehl bänfig ans SerpSotin« welcber aoch vielfttch das F'assaitsggregat derobdtingt. Zoweilea stellt das Innere der Krystalle eine mit körnigem Kalk erfaUte kleine Druse dar. MontioeUil war in all diesen Draseo die aluste Bildung, spater bildete sieh Fassait theils in grossen selbststindigen Krystallen, tbeilft in den Formen des Monti'» cellits. Die Fassaite sind ganz friscb In und neben den om- geirandelteo and raineoariig zerstort^ti Montioelliten. Offenbar liegen hier an derselben Fundstätte zwei Elrsebeioungen ver* scbiedener Art vor. Die Bildung des Serpentins ist ein all- mälig fortsobreitendor durch Verwitterung «nd Wasseraofnabme bedingter Prozess. D«n Aagit (Fassait) aber kennen wir nicht aaf Lagerstatten, welche die Annahme einer secnndären Bil- dung aof nassem Wege gestatten. Die Znsamraensetzang des in der Form des MonticelUt^s auftretenden. Fassait^a lebrt folgende Analyse: Spec. Gew. 2,960 (bei 13' C.)« Kieselsänre . . 47,69 Thonerde . . . 7,01 Eisenoxydnl . . 3,62 Kalk 24,67 Magnesia ... 16,10 Glüh verlast . . 1,05 99,94 Dieser Fassait stimmt demnach am nachBten uberein mit demjenigen ans dem Zillertbal, für welchen Barths (s. Daiva, Mineralogy) folgende Zusammensetzung fand: Kieselsäure 48,47. Thoaerde 8,22. Eisenosjdnl 4,30« Kalk 21,96. Magpesia 15,59. Glubverlnst 0,73. Eine gewisse Aehnlicbkeit der chemischen Znsammen- Betzung des Mooticellits und des Fassaits ist unverkennbar: beide sind wesentlich Silikate der Magnesia und des Kalks, jener ein Halbsilicat, der Fassait ein normales Silicat. Das 26* 392 VorkoDiinexi des Aoorthits aaf der Pesmeda-Alp, sowie im Toal Rissoni verdient insofern ein besonderes Interesse, alt dies Mineral in ausgebildeten Krystallen froher in den AJpeo noch nicht beobachtet wurde*), anch sein Auftreten inConUct- Lagerstätten bisher nar auf wenige Paukte beschränkt war (s. B. als sogen. Amphodelit cu Lojo in Finland). Der Anor- thit findet sich theils in demselben kleinen Scharfe, welcher die Monticellitkrjstalle liefert, theils, und zwar in noch aas- gezeichneterer Weise, wenige hundert Meter weiter gegen Nor- den , auf demselben , die Schluchten Pesmeda und della Foja trennenden, schmalen Kamme. Der Anorthit von Pesmeda besitst ein angewohnliches Ansehen, sodass, da zudem die Flächen matt und die Kri- stalle stets mehr oder weniger verwittert sind, die krystallo- graphische Bestimmung einige Schwierigkeit bot, und erst ge- lang, nachdem durch die Analyse die Mischung als Anorthit nachgewiesen worden war. Die Krjstalle, welche 20 bU 25 Mm. Grosse erreichen, bilden gewöhnlich rhombddiscbe Prismen durch Vorherrschen der Flächen P und y. Meist sieht man nur das eine Ende dieser rhomboidischen Prismeo, indem sie mit dem anderen, einer Fläche M, aufgewachsen sind. Die am Anorthit von Pesmeda (s. Figuren) beobach- teten Flächen sind die folgenden: (Siehe nebenstehende Seite.) Viele Krystalle bieten nur die Combination P, y, M, 1, T, p, o dar (s. obere Fig.), und erinnern, mit einem Ende der Makroaxe aufgewachsen und mit verwitterter Oberfläche , gar nicht an Anorthit. Die Erkennung der Krystalle wurde auch dadurch sehr erschwert, dass in Folge beginnender Verwitte- rung die Spaltbarkeit wenig deutlich hervortritt. Es wurdeo an den Anorthiten von Pesmeda durch aufgelegte Glastäfelcbeo etwa hundert annähernde Messungen ausgeführt. Mit Unlfe der- selben wurden jene nebenstehend angegebenen Flächen bestimmt. Die Unvollkommenheiten dieser Messungen und der Flächen- bildung gestatteten indess keinen Schluss in Bezug auf etwaige *) DasB vor Kursem durch Tscbbrmak ans dem Toal dei Rizzoni Krystalle, welche bisher für Lsbrador galten, als Anorthit bestimmt wurden^ ist bereits -oben erwähnt. 393 P h M t X 7 e n I T f I P 0 w Y (qo a : QO b : c) , o P (a:oob:QOc}, ooPoo (ooa : b : Qoc), QoPoo (a:aob:2c), 2'P'qo (a':oob:c), ,P^oo (a':aob:2c), 2,P,oo (ooa:b:2c), 2,?co (Goa:b':2c), 2'F^cc (a:b: x>c), ooP* (a:b':QOc), oo 'P (ar|b:aoc), ooP'S (a:lb':x)c), oo'P3 (a':b;c), ^ (a:b:c), P^ (2a':b:4c), 4 P2 (2a';b':4c), 4P,2 3»4 Winkel - BigeDthämlichkeiten dieses Anoithit - Vorkominei». Deallicbe Zwillinge habe ich an diesen AnortbitCD nicht wahr- genommen, wohl aber an mehreren Krystalleo eine dorcb ein« Streifnng anf der FlÜcbe M — ihnlicfa gewissen Zwillingen des Anortfaits vom Vesav nacb vom steiler abwärts neigend als die Kante F : H — angcdentete poljrsjrnthelische Zasammen- setanng erkannt. — Es worden awei Analjsen des Hinerali RiCHTHORs's Melaphyr bestehen, aber grosstentfaeils in einen serpentinabnlichen Zustand versetzt siod^. Die petrographiscbe ond chemisehe Beschaffenheit dieser Gange wurde durch die tre£Bichen Arbeiten Lsmbebo's (a. a; O. pag. 213 — 224) genan erforscht« Per Marmorbrnch , dessen Sohle in der Skizze mit a a bezeichnet ist, liegt ungefähr WO M. über derThalehene von Predazao, in uninUtel barer Nähe der Gesteinsgrense , welche hier mit etwa 45° von Sud gegen Nord einsinkt« Ans der Tiefe steigt niun, am Fusse des Berges sich unter ungeheuren Gerollmasaen verbergend, der ca» 3 M. mächtige Melaphyrgang empor, durch Kalkstein und den brucitführenden Marmor (Pre- dszzit). Dieaer fast senkrecht und geradlinig emporsteigende Gang erreicht nicht völlig das Niveau des Marmorbrochs, sondern endet etwa 5 M. unterhalb mit einer stumpfen Run- dung, genau so wie wir oben einen ähnlichen Gang im Hoch- thale le Seile enden sahen. Ich bestimmte das Streichen des CanzacoU-Gaoges an seinem oberen Ende h« 9; die Mächtig- keit betragt dort — nahe dem Ende — nur noch 2 M*. VoA diesem Uauptgang nun zw^gt sich gegen Nord ein horizon- 400 taler Qoerast ab, welcher xuoächst gegen die Oesteinegrenie läuft, dann aber, bevor er ftie erreicht, in swei stark gebog- nen Windungen bis zur Steinbrucbssohle emporsteigt. Diese Absweigang des verticalen Ganges darchsetat eine verlicale, annahbare Felswand. Man erblickt aber diesen Gangtbeil ans dem Thalboden oder noch dentlicher, von der Margola aas. — In der Steinbrachssohle selbst entzieht sich anf eine korze Strecke der Gang unserem Blick. Es scheint hier ein Zer- schlagen desselben stattzufinden; denn im Steinbruch selbst erscheinen statt Eines vier Gänge oder Gangtrfiner. Von diesen stellt sich der nordostliche auf das Deutlichste als «ine Fortsetzung des schleifenformig gekrümmten Oangtbeils dar, während die Verbindung der beiden anderen nicht gleich deutlich hervortritt. Das nordliche Gangtrum (höchst wahr- scheinlich dem Gang IV bei Lbmbbbo entsprechend, a. a. 0. pag. 218), welches offenbar mit dem aus der Tiefe aufsteigenden Gang zusammenhängt, ist 1 bis Ij M. mächtig, streicht h. 9. Gegen die Stein bruchssohle hin spaltet sich dieses Tram nnd umschliesst eine linsenförmige, |- M. breite Marmormasse. Der Melaphyr dieses Trums ist gegen die Grenzen hin stark ser- pentinisirt. Einige Schritte weiter folgt ein zweiter Gang (bei Lbmberq III), 0,8 bis 1 M. mächtig, h. 8 streichend, 55*^ gegen Nordost fallend. Gehen wir wenige Schritte gegen West, so treffen wir einen nur 0,3 M. breiten Gang (Gang 11 Lbmbbbo*8), welcher sich gegen Sud neigt und offenbar ein abzweigendes Trum des westlichen und mächtigsten Ganges ist, 1,6 M. (1 Lembbrg's), Fallen etwa 70® gegen Nordost. Dieser am meisten gegen West liegende Gang von den über der 84eio- bruchssohle hervorragenden , ist im Gegensatz zu den anderen seiner Hauptmasse nach unverändert bis auf schmale Greut- zonen, welche serpentinisirt sind. Wir verdanken Herrn Lbbibbro die Kennlniss der Zusammensetzung aller 4 Gänge, sowohl ihres mehr unzersetzten Gesteins, als ihrer Contact- Zonen. In Bezug auf diese vier Gänge oder Gangtrumer unterliegt es keinem Zweifel, dass sie die Ausläufer des grossen, ober 330 M. vertical emporsteigenden Ganges sind. Früheren Beob- achtern blieb dieser Zusammenhang, zu dessen Wahrnehmung von der Thalsohle aus ein gutes Auge nöthig ist, verborgen, wie die Worte db Lappabbnt^s bezeugen: ^on ne voit pas 4 401 qnelle oiaade vieDoent se reuair les filoaa de CaozAColi.'^ Da er ihre Verbinduog mit jenem typischeo Melaphyrgang oicbt beobachtete, so neigte Herr ns Lapparbvt au der Ansicht, da«8 die durch den Steiubroch entbloaaten Trumer in Wahrheit schmale Syenit (^Monsonit*^)- Oänge wären, „qui se sont trou- m dana des. conditiona exceptionellement favorablea a la con- ceotration de l'^lement magneaien*^. Denn es wäre selUam, fahrt der fransosiscbe Geologe fort, dass in allen Predaxait (Marmor)- Brüchen in unmittelbarer Nähe der Syenitgrenae Melaphyrgänge auftreten sollten, Dass wir diese gewiss sehr merkwürdige Thatsache' im Uochthale le Seile fanden , wurde bereits erwähnt; ein Gleiches beobachtet man indess auch an der Margola. Schreitet man nun von den sum Theil serpentinisirlen Melaphyrgäügen gegen die Syenit- Grenze, so beobachtet man ein äberaua merkwürdiges Gebilde von schwach S formig ge- krümmter Form, 6-^ M. hoch, 1^ M. im Maximum breit, oben Qod unten sich auskeilend. Diese Masse ist ein nnreiner Serpentin. Von ihrem unteren Ende zieht sich eine kaum 3 Cm. breite Kluft zu der nur wenige Meter fernen Syenit- grenie hin. Es ist dies dieselbe Apophyse, welche Cotta in den geolog. Briefen Taf. IV. darstellte und als eine Abzwei- gung des Syenits in den Marmor erklärte, eine Ansicht, wel- cher man wohl zustimmen muss. Der Syenit ist bis auf 1 j M. Abstand von der Grenze völlig zu Grus zerfallen. Im Can- zacoli-Brncbe bewährt sich also, wie am Monzoni, die That- sacbe, dass auf der Gesteinsgrenze zwischen Syenit und Kalkstein eine Imprägnation mit Serpentin (und Brucit) statt* gefnoden hat. Möge diese Mittheilung über den jetzt wohl nicht mehr logängHchen Marmorbruch Caozacoli eine kleine Lncke in der wichtigen Arbeit von Hrn. Lembbro ausfüllen, namentlich mit RBcksicht auf die jenen Untersuchungen beigegebene, mehr eigeothnmliche als anschauliche Darstellung auf Tafel XL, 8. Zeitschr. 1872. Anmerkung 1. Herr Prof. Schrauf bat die Gute, mir Folgendes in Bezug auf die pag. 384 erwähnten Serpentin- Pseodomorphosen mitzutheilen : ,fQuB58TBDT fuhrt in der 2. Aufl. der Min. pag. 247 Psen- domorphosen vom Monzoni an. Ich finde für seine Angabe 404 Wenige Tage nach anaerem Zaeammentreffen in Freiberg besuehte ich die Lageretaite des merkwardigen Geateioa. Die- aelbe befindet sich faat genau halbwegs swiachen Anerbach io Sachsen und Graslita in Böhmen, 1~ Kilom. sSdweaÜich von der Häusergruppe Tannbergsthal, 2 Kilom. gegen Nord Tom berühmten Topasfelsen Schneckenstein entfernt Tanobergs- thal liegt auf Granit, etwa 2 Kilom. (infolge der Naumahs^ sehen Karte) vom nordwestlichen Rande der Eibenstoeker Granitpartie entfernt. . Die Umgebungen bestehen aus flachgewolblen, wald« bedeckten Bergen. Der Granit, von weisser Farbe, sehr auf- gelost und SU Grus lerfallen, besteht aus einem grobkörnigen Gemenge von weissem Feldspath und Flagioklas, grauem Quarz, schwarzem und weissem Glimmer. Der Plagioklas ist in weit geringerer Menge vorhanden, als der Feldspath. Es gelang leider nicht, den Plagioklas zur Analyse ans dein Ge- menge auszusuchen, so innig war er mit Feldspath verwachsen und beide bereits verwittert. In der Nähe von Tannbergathal fand ich als Strassenbau-Material einen Basalt mit vereinzelten Einsprengungen von rothem Orthoklas, weissem Plagioklas und Quarz. Obgleich die meisten Stucke einem typischen Augit- Olivin « Basalt angehorten, so war es doch offenbar, daaa jene Varietät mit den vereinzelten Einsprengungen den Uebergang vermittle zu dem früher als Porphyrit bezeichneten Gestein. Schon hier konnte kein Zweifel mehr bestehen, dass der „Por- phyrit^ ein mit vielen fremdartigen Einschlüssen erfüllter Basalt sei. Diese Wahrnehmung wurde durch den Beauch des anstehenden Gesteins vollkommen bestätigt. Ansteigend gegen Sudwest von Tannbergsthal fand ich auf dem sanftgewölbteo, mit hohem Tannenwald bestandenen Granitgebirge einen von Nordwest gegen Südost streichenden , südwestlich mit etwa 40° fallenden, 1^ M. mächtigen Basaltgang. Auf der Nau- das ebenfallB röthlichen Orthoklas ^ wasserhellen bis weissen Plagioklas in grossen Krystallen führt. Dies Gestein ist ein — — Diabos, dessen Quanikörner theils secnndär [?], theils neben dem Orthoklas, wie im Basalte, fremde Einschlüsse sind. Jedenfalls auch ein Oanggestcin/' Dieser Diabas findet sich indess in demselben Oangraume wie jener Basalt; beide Gesteine sind aaf das Innigste durch Uebergänge verbunden. Der „Diabas" unterscheidet sich vom Basalt wesentlich nur durch die grössere Menge der Einschlüsse and einen mehr fortgeschrittenen Zu- stand der Zersetsoog. 405 HAiia^schen K«rte ist dies VorkoinmeD genau angegeben, wenngleich in dem die Karte erklärenden ausfubrlichon Texte nicht erwähnt, — offenbar, weil ea damals an Aufschlüssen fehlte. Der Gang, welcher sich mehr als 1 Kilom. verfolgen lässt, ragt nicht merkbar über den ihn umgebenden Granit empor. An drei Punkten ist derselbe durch Steinbruche auf- geschlossen snm Zwecke der Gewinnung von Strassenbau- Material, was zum Theil durch unterirdischen Betrieb geschieht. In dem von mir besuchten nordwestlichen Bruche zeigte sich das Gestein in unmittelbarer Nähe der Saalbänder platten- förmig, in der Hauptmasse sehr unvollkommen säulenförmig abgesondert. Die Einschlüsse von grossen Feldspath- und Plagioklaa - Krystallen , sowie von Quarzkornern zeigten sich vorzugsweise am liegenden Saalband und waren hier onregel- mässig vertheilt, bald dicht gedrängt, bald nur sehr vereinzelt. Da mein Besuch nur ein fluchtiger sein konnte, so bat ich Bm. Bbn90 Wapplbr um einige Mittheilungen über die merk- würdige Lagerstätte. Hr. Wapplbr begab sich zu dem Zwecke nach Tannbergsthal und hatte die Gute, in folgenden Worten mir das Ergebniss seiner Untersuchung mitzutheilen. „Der Gang des eigenthnmiichen Gesteins streicht von Nordwest nach Südost und fällt 35° bis 45° in Südwest, ist dabei in seiner aufgeschlossenen Erstreckung 1 bis ly M« mächtig. Nach meinem Dafürhalten besteht dieser Gang eigentlich aus zwei Gängen, welche dicht aufeinander liegen Südöstlicher Bruch. Granit \ Eihfällen ges'en SW 27 406 uod zwar ist der liegende Oang, welcher ineiat vom UaDgen> den durch eine sichtbare Kloft getrennt ist, 20 bis 25 Cm. mächtig, wahrend der hangende Gang 1 M. und aneh wobl etwas mächtiger erscheint. Im liegenden Gange treten die schonen fleischrothen Orthoklase, die Quarze, die Labradore auf. Im südöstlichsten Brache erleidet das Gestein eine Niederdruckung (Verwerfung) und dort (-]-) hat der Berg* arbeiter Voigtmaitiv ein Stuck Granit vollkommen in Basalt eingeschlossen gefunden (s. Figur). Im hangenden Gang fand ich dergleichen rothe Feldspathe nicht, wohl aber Labrador, Quarz, Olivin, Hornblende und Kalkspath, welch letzterer auch im liegenden Gange sehr häufig vorkommt, besonders im nord- westlichsten Bruche. Die Orthoklase treten im liegenden Gange am meisten gegen Nordwesten auf; in der Gang- erstreckuug gegen Südost kommen sie nur spärlich vor. Im Hangenden des Ganges findet sich mehr Olivin und weniger Quarz, im Liegenden findet das umgekehrte Verbältnisa statt." Beide Gesteinsvarietäten, diejenige mit grossen Ortho- klasen und vielen Einsprengungen von Labrador und Quare vom Liegenden des Ganges und jene ohne oder nur mit gaaz spärlichem Orthoklas und wenigen kleinen Plagioklasen und Quarzen vom Hangenden, sind , wenngleich durch allmälige Uebergänge mit einander verbunden, dennoch in ihrer tjpischco Ausbildungsweise verschieden. In der Varietät mit vie- len Einsprengungen dominirt stets der Plagioklas in prachtvollen, wasserhellen Krystallen; der schon rothe Ortho- klas tritt mehr vereinzelt, wenngleich in noch grösseren Krj- stallen auf. Der Orthoklas bildet einfache Erjstalle uod Zwillinge nach dem Carlsbader Gesetz, wie im Granit. Doch erscheinen die Krjstalle von gerundetem Umriss. Nur die grosseren lassen die Krystallumgrenzung wahrnehmen, wah- rend die kleineren völlig sphäroidisch erscheinen. Das spe- cifische Gewicht des Orthoklases := 2,551. Die PI agio kl askrystalle zeigen meist wohlerhaltene Um- risse, zuweilen erscheinen sie auch wie Fragmente. Beide Feld- spathe bilden (nur selten) regelmässige Verwachsungen. Um einen 2 Cm. grossen Plagioklaskrystall beobachtete ich eine etwa 1 Mm. dicke Hülle von Orthoklas. Häufiger sieht man dem Orthoklas kleine Körner von Plagioklas 'eingewachsen. Die einspringende Zwillingskante P:p roass ich ^ 172" 0' 407 (8. a. a. 0.). Spec. Gew. - 2,711. Qluhverlust 0,65. Die ZusammeoseUaog des Piagiokias ist aas folgenden Analysen zu ersehen , von denen I. schon früher veröffentlicht warde. Daa Material za II. wurde einem HandstScke entnommen, welches Hr. Wapplbr im vorigen Herbste schlug und mir verehrte. I. Kieselsaure . . 53,61 Ox. -•= 28,592 Thonerde . . . 29,68 13,858 Kalk 10,96 . 3,131 Kali 1,15 0,195 Natron . . . . . 4,36 1,125 99,76 Sauerstoffproportion 0,964 : 3 : 6,190. II. Kieselsäure .... 55,24 Ox. = 29,461 Thonerde 28,32 13,223 Kalk 10,63 3,037 Natron (Verlust) . 5,81 1,500 100,00 Saaerstoifproportion 1,029 : 3 : 6,684. Während die Analyse I. im Sinne der TsOHSRMAK'schen Theorie annähernd durch eine Mischung von 2 Mol. Albit -}- 5 Aoorthit dargestellt werden kann (Kieselsäure 54,02. Thon- erde 29,45. Kalk 11,46. Natron 5,07), so entspricht II. sehr nahe der Mischung 1 Alb. -j- ^ ^^' (Kieselsäure 55,43. Thonerde 28,49. Kalk 10,35. Natron 5,73). Beide Mischun- gen entsprechen einem Labrador. Die Quar 2 korner sind fettglänzend von ganz lichtroth- iicher Färbung namentlich in ihrer peripherischen Zone, von Sprüngen durchsetzt, von kleinmuschligem Bruch, stets auf dem Gesteinsbruche durchreissend. Ihr spec. Gew. == 2,612« V^'enig Aogit und Olivin; Herr WapfIiKR entdeckte auch Diallag (oder Bnstatit?). Ausserdem umschliesst die Grund- nasse zahlreiche, doch sehr unregelmässig yertheilte Kalk- Bpatbkorner (bis 1 Cm. gr.}, theils von kugliger, thells von ge&ireckter Form. Eisenkies in kleinen Kornchen, zuweilen 27* 408 sich um die Labradore anBainmelod. Die Orondmasee afaoelt einem dichten Diabas, in welchem bereits eine Serpentin- bildung begonnen hat. Spec. Gew. dieser Varietät = 2,770. Das Gestein des hangenden Ganges mit wenigen Ein- sprengungen von Labrador, Quars and Kalkspatb (sehr kleine rundliche Orthoklaskornchen fehlen nicht gant); ist reich an Olivin, in isolirten Körnern nnd kornigen Aggre- gaten, bereits zum Theil in Serpentin umgeändert. Zollgrosse Augitkorner und vereinzelte kleine Hornblenden. Kalk- spatb kÖrner und wenig Eisenkies. Die Grundmasse istj einem typischen Basalt ähnlich. Spec. Gew. des Gesteins = 2,830. Das höhere Gewicht entspricht dem reicheren Ge- halt an Augit und Olivin, im Vergleiche zu dem Gestein des liegenden Gaogtheils. Unter dem Mikroskop verhalten sich beide Varietäten etwas verschieden. Zwei mir vorliegende von Hrn. Pubs mit grosser Kunst aus dem Gestein des liegen-j den Gangtheils geschliffene Platten, 50 Mm. lang, 35 Mm. breit, bestehen mehr als zur Hälfle aus grossen (bis 2 tm.),j im Dünnschliff farblosen Krystalleinschlnssen , welche deu Platten ein sehr ungewöhnliches Ansehen geben. Unregel- mässig vertheilt liegen in der Grundroasse grosse Korner von Labrador, Orthoklas, Quarz, Kalkspatb. Die Labradore zeigen unter dem Mikroskop eine herrliche Streifung, zuweilen sindj zwei annähernd rechtwinklige Streifensjsteme an demselben Krjstall zu beobachten, zum Beweise einer Zwillingsbildnngl nach zwei Gesetzen („Drehungsaxe die Normale zum Brachj- pinakoid'^ und „Drehungsaxe die Normale zur brachydiagonaleo Axe in der Basis*^}. Nicht selten endet ein Streifen oder ein Streifensystem plötzlich, ohne dass ein anderes eintritt« Man erkennt so, dass auch die ungestreiften Partieen des Krystall* korns plagioklastisch sind. Recht eigenthumlich sind die Ver- witteruugserscheiuungen des Labradors; es zeigen sich uaregeU massige Sprunge und von diesen aus beginnt eine feine Zer- faserung der Masse, welche schliesslich den Krjstall trabt und in eine nicht homogene Substanz verwandelt. Der OrthoklaSv wenngleich im Schliffe farblos, ist dennoch leicht vom vorigen zu unterscheiden: durch die fehlende Streifung, sowie durch gewisse Sprunge, welche annähernd dem Orthopinakoid pa- rallel sind. Der Quarz bildet gerundete Körner, welche im polarisirten Lichte die für dies Mineral charakteristischen, leb- 409 laften, namentlich blauen Farben zeigen. Schwärme und Zuge roD kleinen Bläschen mit Flussigkeitseinschlnssen und Libellen inden sich zahlreich im Qnarx. Die Grundmasse dringt in angen Zangen in den Quarz ein, eine Erscheinung, wie wir ue 80 ausgezeichnet bei vielen Qnarzporphyren kennen. Der f^alkspath bildet spharoidisehe Korner aus einem oder we- ligen Krystallen zusammengesetzt. Man unterscheidet den- selben unter dem Mikroskop leicht an den Zwillingslamellen, velche stets in zwei, zuweilen auch in drei Richtu|^gen sich ichneidend das Korn durchsetzen. Sie brechen nicht ab , wie es beim Labrador vorkommt, sondern scheinen hier stets bis m die Orense des Krystallindivids zu laufen. Diese Streifen geboren den bekannten Zwillingslamellen an, welche parallel einer Ebene — ^ R liegen. Wo sich zwei Streifen kreuzen, bemerkt man die bekannten, yon O. RosB so meisterhaft ge- schilderten Canäle (Abhandl. d. Berl. Ak. d. Wissensch. 1868). Hie Kalkspathkörner sind gewohnlich von einer Serpentin- ähnlichen Substanz eingefasst. An diesem lichtgrunen Serpentin ist die Orundmasse reich ; derselbe ist theils in unregelmässigen Kornchen und Partieen vor- banden, theiis zeigt sie noch die Formen des Olivins, seltener diejenigen des Augits. Die Grundmasse besteht wesentlich MS Plagioklas-Mikrolithen, welche verwittert und unrein er- Mheinen. Ausser den Magneteisen - Krystallen bemerkt man sehr zahlreiche schwarze sogen. Trichite, lineare, zuweilen zu dendritiachen Formen zusammengefügte Gebilde, welche An- eintnderreihuogen kleinster Magnetite zu sein scheinen. Das mikroskopische Bild des hangenden Gangtheils zeigt einen ziemlich grobkörnigen Flagioklas- Basalt, mit sehr zahl- wichen, sehr deutlich gestreiften Plagioklasen , wenig hervor- tretendem, bräunlichem Angit , viel Olivin , welcher bereits ttwss der Zersetzung anheimgefallen , viel Magneteisen , meist iQ qaadratischen Umrissen. Trotz der angedeuteten Verschiedenheiten stellen sich ^och beide Gesteine als wesentlich identisch und nur sich jinnterscbeidencl durch den Verwitterungszustand und die Menge •^er Biosprenglinge dar. Bs bietet sich uns nun die Frage nach der Herkunft dieser grossen porphyrartigen Krystallkorner von Orthoklas, Labrador, Qaarz. Dass sie Einschlüsse sind, kann in der 41U Thit kagm bezweifelt werden. Es spricht fär diese Deotang ihre sehr an regelmässige Vertheilnng, ilire meist gernndele oder verbrochene Gestalt, auch das darchans Premdarligc der bis 50 Mm. grossen Orthoklase in einem basaltischen Ge- steine, sowie die von Sprüngen durchselzleo QoarzkÖrncr. Noch öbenengender sind die (freilich gant seltenen) Ein- schlüsse von Oranlt in Basalt. Ein solches fanatgrossea GranilBtnck , von der basaltischen Oangnasse omschlosseo, befindet sich in unserer Sammlnng; es ist jenes oben bereits im Berichte ron Hrn. Wipflbb erwähnte Vorkommen aoa dem bangenden Gangtheil. Der Granit dieses Einschlusses besteht ans licbtröthlichem Orthoklas, weissem bis gelblicfa- weissem Plagioklas, Qoars und Biotit. T>ieses Granitstück, fest mit dem Basalt verwachsen, wird umacbwärmt von kleinen Plagioklas-, Orthoklas- und Quartkörnern, welche offenbar durch Zertrümmeroog eines Theils des Eiaachlnssea in die umhüllende Basaltmasse hineingerathen sind. In ähnlicher Weise dürfen wir ans auch die grossen Einsprenglinge des liegenden Gangtbeils durch Zertrümmerung des granitiscbea Nebengesteins, bewirkt heim Empordriugon des Basalte er- klären. Einige Schwierigkeit bietet diese Auffassung dennocb dar. Aus den der Beobachtung tugänglicben, der Oberfläcbe nahen Theilen des Oranitgebirges können die grossen pracht- voll wasserhellen Labradore nicht herrühren. Denn Labrador wurde als coustitairender Gemengtheil des Granits bisher noch nicht nachgewiesen; audem bildet der Plagioklas des Granits der Oangumgebung keine solche grossen und waaserhellcD Kristalle, Wir werden demnach au der Annahme gedrängt, dasa diejenige G ran itvari etat , ans welcher die Kristalle des liegenden Gangtbeils stammen, in grösserer Tiefe anstehe uod . wohl eine besondere locale Modification darstelle. Wie dorrlij Lbhbkro nachgewiesen , enlbätt der Sjenit von Predai der Nähe der Eatkgrenie statt des Oligoklas Labrador. Sol wäre vielleicht die Annahme gestaltet, dass in der Tief« e Kalkmaase vorhanden und der Granit im Contact Labrai^oi führe. Bemerkens wer tb ist die Frische sowohl des OTthoklnf als des Labradors, wenn wir sie mit den Feldspaihea < granitischen Nebengesteins vergleichen. Wir erblicken b fest vom Basalt umschlossen und durch denselben vor W Witterung geschälsl die Mineralgemcngtheile der Tiefe vi 411 io eioem mehr arspranglicbeo Zustande. Glimmer ist unter den EinscblasafD nicht wahrzonebmen , auch nicht unter den das oben erwähnte Granitstuck umschwärmenden Alineral- kornern. Wohl ist die Annahme gestattet, dass der Glimmer bei seiner weit leichteren ^chmelzbarkeit eingeschmolzen und von der Baaaltmasse aufgenommen wurde. Das innige Umschlossensein der fremden Mineralien im basaltischen Magma verdient eine besondere Hervorhebung, oamentlicb im Vergleiche zu der Art und Weise wie die Lava fremde Mineral-Einschlüsse umhüllt. Unsere Laven, z. B. der Strome von Majen und Nieder m endig, umscbliessen viele fremde Mineralien, darunter auch Plagioklas und Quarz. Diesen liegt die umhüllende Lava nie fest an; feine Klufträume, theils mit Glasschmelz, theils mit sartesten Augitnadeln, oder auch mit vereinzelten Tridymiten bekleidet, trennen den Binschluss von der Lava. £^ deutet dies auf ein ganz verschiedenes Verhalten des Basaltes einerseits nnd der Lava andererseits, auf einen bei aller Analogie zwischen beiden Gesteinen doch sehr verschie- denen molekularen Zustand bei ihrer Eruption hin. Der Basalt umgiebt die ihm fremden Einsprenglinge in derselben Weise wie er die aus ihm auskrystallisirten Mineralien um- scbliesst. A^nhajig. Die weisse Asche von Vnlcano, ausgeworfen am 7. September 1873. In seiner vortrefflichen Arbeit „Geognostisch - chemische Mittheiiungen über die neuesten Eruptionen auf Vulcano und die Producte derselben^* (s. diese Zeitscbr. Jahrg. 1875) be- richtet Dr. Baltzbr über die Eruption einer weissen Asche, welche — „einem nordischen Schneefall gloich^^ — die Insel Valcano mehrere Centimeter hoch bedeckte und bis nach Li- pari niederfiel. Dr. Baltzee wies durch chemische Analyse nach, dass jene merkwürdige weisse Asche wesentlich aus Kieselsäure bestehe, indem er in zwei Proben 93,2 u. 95,8 pCt. SiO, fand, berechnet auf geglühte Substanz. Den Gluhverlust der Aschenproben, welcher vorzugsweise in Schwefel bestand. 413 aaf. ffüeber die jnngsten Eruptionen anf der Insel Vulcano^^ (Vierteljahrsscbr. d. Zarch. naturf. Oes ). Gerne untersog ich mich einer solchen, als Hr. Baltzbr die Gate hatte, mir eine Probe der weissen Asche zu über- senden, mit dem Bemerken, dass dieselbe von einer cweiten Sendung berrahre, indess derselben Eruption (7. Sept.) ange- höre — wenn auch nicht sn gleicher Stunde wie die Ton ihm nntersacbte gefallen. „Im Aussehen stimmt sie mit der von mir analjsirten ersten Sendung uberein. Es ist mir nicht ent- gangen, dass unter dem Mikroskop weder Tridymitformen noch überhaupt Krystallflächen wahrnehmbar sind, doch ist die Substanz cum grosseren Theil doppelbrechend. Meine An- nahme, dass Tridymit vorli^e, beruht nur auf der Unlöslich- keit in kohlensaurem Natrium (nur ca. 6 pCt. sind loslich) und dem geringen spec. Gew.^^ (Briefi. Mitth. ▼. 2. Febr. 1875). In Betreff dieser mir vorliegenden Ascbenprobe (meine Unter- suchnng beschrankt sich nur auf diese) kann ich die Ueber- zeogung nicht gewinnen, dass sie Tridymit sei. Sie entbehrt der „ausserordentlichen Rcinheit*% welche Baltzbr von der- jenigen Asche rühmt, die seiner Bestimmung zu Grunde lag. Vielmehr gleicht meine Probe durchaus einem reichlich mit Schwefel imprägnirten erdig zersetzten Rhyolith. Auch kleine dunkle Lavapartikelehen sind der Masse eingemengt. Der Tridymit besitzt unter dem Mikroskop sehr bestimmte Kenn- zeichen. Ich verglich zunächst mit der weissen Asche den von C>. RoSB kunstlich durch Zusammenschmelzen von ge- pulvertem Adular mit dem dreifachen Volumen geschmolzenen and gepulverten Phosphorsalzes dargestellten Tridymit, sowie denjenigen, welchen G. Rose durch Schmelzen eines Deber- schusses von Kieselsäure mit kohlensaurem Natron erhalten hatte (s. diese Zeitschr. 1869 pag. 830). Diese Tridymit- pnlver bilden die herrlichsten Präparate, indem sie in ihrer ganzen Masse unter dem Mikroskop die zierlichsten hexago- nalen Formen zeigen. Der natürlich vorkommende Tridymit ist bekanntlich eines der durch mikroskopische Kennzeichen am schärfsten bezeichneten Gebilde, kenntlich an dem dach- liegelformigen oder schuppigen Bau der übereinander liegenden hexagonalen Täfelchen, wie derselbe oben im Auswürfling von Pomasqni (s. oben pag. 815) geschildert wurde. In der weissen Asche von Vuleano konnte ich nun — 414 in vollkomineaer UebereiDStiininang mit Dr. Baltzbr's brief- licher Mittbeilong — Nicbta von TridymitforroeD erkenneD. ebenBowenig eine Spur jenes dachEiegc] förmigen Bftues. Mau sieht ausschliesslich gestaltlose Partikel , wie sie durch Zer- trummeruog eines in hohem Grade sersetcten und aufgelösten Gesteins entstehen müssen. Die chemische Analyse bestätigte vollkommen das Er- gebniss von Dr. Baltzbb. Ich fand den Kieselsaure -Gebalt der geglühten Masse = 94,09 pCt. Der Glühverlust, welcher vorzugsweise aus Schwefel bestand, ergab sich ^ 4,77. Diese Werthe liegen in der Mitte swischen den von Baltzbb eroiit- telten. Ausserdem fand ich einen Thonerde- und Eiseogehalt von 2,58 pCt. Zu diesen Bestimmungen waren aus der weissen Asche soviel wie möglich alle unreinen und ungleich- artigen Theile entfernt worden. Um nun die Frage au ent- scheiden^ ob diese so höchst kieselsiLnrereiche weisse Asche nicht etwa dennoch, entgegen der Ansicht von Dr. Baltzkr, ein blosses Zertrummerungsproduct einer Lava sein könne, untersuchte ich eine jener von mir bei meinem Besuche des Vnlcanokraters (6. April 1869, s. N. Jahrb. 1874, briefl. MiUb.) gesammelten weissen, durch die Fumarolen aersetzten rbjo- lithischen Bomben, welche in grosser Menge den Kraterboden bedecken, und deren Gestein vollkommen gleicht demjenigeo der aersetsten Kraterfelsen. Beim Glühen serspringen linien- grosse Partikel dieses Gesteins mit solcher Heftigkeit, dass dadurch der Deckel des Porcellantiegels herabgeschleudert wird. Zur Vergleichung setse ich die Mischung der Asche daneben. Auswürfling, Asche ges. 1869 7. Sept. 1873 Gluhverlust (vorzugsweise Schwefel) 6,78 4,77 Kieselsäure 89,60 88,61 Thonerde -f Eisenoxjd . 2,62 2,58 Von Kalk war eine geringe Spur vorhanden. Der Ver- lust der Analysen rShrt wohl von den nicht ermittelten Alkalien her. Der Vergleich obiger Zahlen zeigt eine sehr grosse Analogie in der Zusammensetzung der weissen Aache und der ausgeschleuderten Bhyolithbombe, resp. dem Gestein 4es Krater- 415 Schlots, — genau so Mrie Baltzbr eft far die graoe Asche fom 15. September 1873 erwiesen bat. Dorcb die bisher Torliegenden Untersuchungen scheint demnach weder jene neue Art vulkanischer Aschen (deren Wesen in wirkliehen chemischen Neubildungen bestehen sollte), noch weniger aber „eine Tridymitascbe^^ mit Sicherheit er- wiesen zu sein. Inhalt. Seite I. Ueber rtnige Andesgesteina 295 Die Sphärolitblaya des Antisana 296 Der Qaarz-Audesit (Dacit) des Ynlcans Mojanda .... 302 Der Andesit vom Vulkan Palolagoa 304 Der Andesit des Guagaa Pichincba 307 Anmcrk. Cronica de los fenomenos Tolcanicos y terre- motoB en cl Ecaador etc. von Prof. Tu. Wolf . . . 309 a. das rOthliche Gipfelgestein des Gnagnn Pichincha . . 3t*2 b. die dunkle Andesitvarieiät ans dem westlichen Krater Der Andesit des Tnnguragna 312 Trachytischer Auswürfling aus den Tuffen von Calacali, un- fern Pomaspui 315 Die Lava von Langlanchi 322 Der Andesit von Tolnca 325 Der Obsidian- ähnliche Andesit von Conechos am Bio grande del Norte, Colorado 326 Trachyt der Perlenhardt im Siebengebirge 329 HauynfQhrende Lava von der Insel Palma 331 Uebersicht der analysirten Plagioklase 336 Aeltere platonische Gesteine auf dem Hochlande von Ecuador 339 6ph&rolithiscber Pechstein von Oyacachi 341 d üeber die fiestelne des Monxoni . . . . i 343 Frübere Arbeiten: v. Buch, G. Bosk, v. BiCUTacPEN, db Lap- PAREHT, TSCUBBMAK, DÖLTKR 347 Angit-Syenit. Varietät aus dem Toal dei Bizzoni, Ana- lyse des Feldspatbs 341 Varietät von Blöcken aus dem Piano, Analyse des Feldspatbs 344 Angit-Syenit (Dol^rite porphyroide) aus den Pyrenäen 347 Diabas. Augit - Labradorgestein aus dem Piano, Analyse dea Plagioklas 349 Verwachsung von Augit und Hornblende, ihre Zusammensetzung 351 Mikroskopische Constitution des Diabas nach Prof. Bosbnbusch 353 Zusammensetzung des Plagioklas ans dem Diabas .... 354 416 8ett« Angitkrystalle in Drasen des Diabas 35b Turmalin, Granat, Epidot, Axinit, Zirkon, Chabasit .... 35S OliTinfahrender Gabbro 359 ZuBammcnsetznng des Labradors and des schwarsen Diallags 361 Mineralfnnds tätten des Monzoni. Fassaitlager am nördlichen Abhänge des Monte Riccobetta 36^^ Gehlenit und Granat, strahliger Augit nnd Eisenglanz bei le Seile 364 Epidot zu Allochet .- . • . 366 Derber MonticcUit (Batrachit) im Toal dei Rizzoni .... 370 Ceylanit, Brandisit, Pyrgom im Toal della Foglia . . . . 371 Die Mineralfondstätte Pesmeda. Psendoroorphosen Ton Ser- pentin nnd von Fassait nach Monticellit 37'2 Mikroskopische Untersnehnng der Serpentin-Pseudomorphosen 378 Chemische Zosammensetznng derselben 379 Fassait-Psendomorphosen, deren Analyse 391 Anorthit ron Pesmeda 39*2 Der Melaphyrgang von Canzacoli bei Predazzo . 397 111. Der Basaltging von Tannbergstlial im aicilsiseheii YoigtlaBde. 40-2 Anhang. Die weisse Asche von Vulcano, ausgeworfen am 7. September 1873 411 417 4. Die Parphyre des Luganersee's. Von Herrn B. Studbr in Bern. Die werthvolle Arbeit der Herren Nbgri und Spreafico*) über die Umgebungen von Varese and Lugano veranlasste die schweizerische geologische Gommission, die Verfasser an- snfragen , ob sie vielleicht geneigt wären , die geologische Colorirang des Blattes XXIV., Dufour, von seinem Westrande bis an das westliche Ufer des Comersees zu abernehmen, and diesem Wunsche wurde auf die verbindlichste Weise ent- sprochen. Nur in Betreff der in dieser Gegend auftretenden Porphjre wurde von uns eine von der in der erschienenen Karte abweichende Behandlung gewünscht. Als y. Buch im Jahre 1825 mit MoüSSON und mir meh* rere Tage der Geologie des Luganersee's widmete und, 2 Jahre später, diese reizenden Gegenden wieder besuchte, glaubte er daselbst eine Bestätigung seiner kurz vorher in Sud-Tirol ge- wonnenen Resultate gefunden zu haben: einen rothen, quarz- fabrenden Porphjr als Grundlage und einen Jangeren quarz- freien, schwarzen Porphjr, den er dem die Kalkgebirge empor- hebenden und sie in Dolomit umwandelnden Augitporpbjr Tirols gleichstellte. Da indess im schwarzen Porphyr des Loganersee's Augit nicht deutlich zu erkennen war, zog er für denselben die Benennung Bpidotporphyr und später, nach Brorohiart, Melaphyr vor.**) Im Jahre 1833 besuchte ich wieder diese Gegend und sah zwischen Melano und Maroggia deutliche Gänge des rothen Porphyrs im schwarzen aufsteigen, sowie ich früher bei Predazzo, am Abfall des M. Mulatto, Gänge des rothen Tarmalingranits im aufliegenden Melaphyr gesehen hatte.***) Ich glaubte daher den rothen Porphyr als junger *) Mein, del Istit. Lombarde 1869. ^) Akad. V. Berlin 1827 p. 193. Ann. des sc. natur. 1829 Vol. XVIU. ) Leüku., Zeitschr. 1829 pag. 259. 430 wenn dia Haoptmoue ein trikliaer Folö&patb wäre, rnla Por- pbyrit gelten inisste. Schwane Körnchen in den SchliS- slöcken erwiesen sich im gepol vertan .Stein als Migaetit, messinggelbe, durch die Lnpa erkennbare Striemcheo mögen Magnetkies sein. Um diAa Steioarten näher lu prüfeo , baben die Heireu Nbqbi und Sprbafigo durch ihren Preond G^RaABTiKi Pum in Hailand sieben Abändernngen derselben chemisch analy- siren lassao. Zwei derselben, die entschieden den iwei in Frage stebendeo Pnrphyren angehören, ergaben Tulgende Be- aollate : Bother Quartporphyr Schwaraer Porphyr roa Valgana zw. Melano u. Roriu Kieselerde 84,10 69,57 Thonerde 10,50 12,30 Eisen 1,10 aU Pe 14,0S alsFe Magnesia 0,03 0,49 Kalkerde 0,04 1,50 Kali nnd Natron . . 1,10 0,25 Wasser 1,93 3,25 98,80 101,41 Diesen Analjrsen infolge hat auch Dr. JnSTUS Both des schwarEen Porphyr von Lagano nicht weiter als Melaphjr betrachtet, sondern mit den Felsitporpbyren vereinigt.*} Auffallend war mir bei diesen Analysen vorberrscbeod ans Feldepalb bestehender Steinarten der nnr anf Sparen beschränkte Gebalt an Alkalien. Ich vermatbete, sie mÖchtea nicht mit frischen -Stücken vorgenommen worden sein , amei)- mehr, da fast überall der Stein bis tief anter die Oberfläche verwittert ist. Als daher au der Oolthardbahn, 1873, bei Maroggia beide Porphyre mit einem Tannel von 543,5 M. in durchbrechen waren, liess ich mir, mehrere Monate Dach An- fang der Arbeit , möglichst frische Stücke kommen , deren Analyse gefälligst unser Professor der Chemie ScbwabzbhbaCU übernahm. Ks ergaben sich folgende, mit den ia Hailand erhaltenen für Bausch aoalysen nahe nbereinstimmeDda Zahlen: 421 Rother Porphyr Schwarser Porphyr Kieselerde . . . 74,706 65,471 Thonerde. . . . 11,267 15,154 Eiaenoxyd . . . 4,345 10,642 Magnesia .... 0,360 0,340 Kalkerde .... 1,641 1,611 Kali und Natron 3,894 3,647 Wasser 3,690 3,101 99,903 99,966 Im vorigen Herbst, als ich durch Maroggia kam, liess ich mir aas dem inzwischen weiter vorgeschrittenen Tunnel wieder zwei Stucke geben und in der Hoffnung, dass eine schärfere Trennung der Alkalien Anhaltspunkte zur Unterscheidung der Feldspathe gewähren werde, ersuchte ich den mir befreun- deten, durch seine Mineral - Analysen rühmlichst bekannten Hrn. T. Pellshbbro ihre Bausch- Analyse zu übernehmen. Zur Vergleicbung mit den früheren Ergebnissen will ich nur das Haoptresultat beistellen, die Arbeit nebst den daraus gezogenen Folgerungen vollständig folgen lassen. Kieselerde . Thonerde . . Bisenoxyd . Kalkerde . . Magnesia . . Mauganoxydul Kali Natron . . . Glnhverlust . Rother Porphyr 71,74 12,60 2,45 2,30 1,24 0,84 4,14 3,41 3,50 102,22 Schwarzer Porphyr 61,67 16,38 6,31 2,57 3,02 0,30 4,22 3,65 3,31 101,43 Berücksichtigt man das Vorkommen von freiem Quarz im rotbeo Porphyr und freiem Magneteisen im schwarzen, be- sonders aber die beinahe vollständige Uebereinstimmung der Alkalien, so gewinnt die Ansicht, dass, ungeachtet der. grossen Verschiedenheit der äusseren Charaktere, die chemische Mi- schung beider Porphyre dieselbe sei, sehr an Wahrscheinlichkeit. 2ci(i.4.D.gMi.Ges. XXVII. 8. 28 422 5« Aaalysei zweier Porphyre aus dem Maraggiateaiei Tessin* Von Herrn L. von Fellenberg in Roseabühl. Die eine der beiden tessinischen Eisenbahaen musste einen Berg durch einen Tunnel durchbrechen ; d&s zu Tage getretene Gestein waren zwei Porphyre, ein helUiegeirother und ein dunkelgrauer, aber gemeiniglich als schwarzer be- zeichnet. Beide unterscheiden sich petrographisch auffallend von einander. Der rothe Porphyr, in welchem zahlreiche farblose und durchsichtige, bis mehrere Millimeter messende Körner von glasigem Quarze eingesprengt sind, scheint aus zwei ver- schiedenen Feldspathen zu bestehen: einem durchscheinenden röthlichen , von welchem keine Krystalle sichtbar sind , und einem weissen, mit feinen Streifen versehenen, welcher au die Zwillingsbildungen von Oligoklas erinnert. Im benetzten Zustande sind die drei Gemengtheile des rothen Porphyrs am deutlichsten wahrzunehmen. Vor dem Lothrohre ist der roth- liche Bestandtheil kaum schmelzbar, indem sich die dünnsten Kanten der Probespiitter nicht abrunden, dagegen oberflächlich wie verglast aussehen. Der weisse, streifige Bestandtheil schmilzt vor dem Lothrohre zu einem weissen, undurchsich- tigen Schmelze, unter Gelbfärbung der äusseren Lothrohr- flamme. Der schwarze Porphyr zeigt im trockenen Zustande, kaum ein (Jemenge an; im nassen Zustande lassen sich unter der Lupe hellere, durchscheinende, grünliche Korner und eine dunkle Grundmasse erkennen , aber keine Quarzkörner. Die helleren Theile schmelzen vor dem Lothrohre zu weissem Schmelze, in welchem schwarze unschmelzbare Korner oad Nadeln sichtbar werden; die Lothrohrflamme ist gelb gefärbt; die dunklen Theile geben vor dem Lothrohre keine aulTallen- den Reactiouen und schmelzen nicht, mögen also mit dem 423 rotben BeaUodtheile des rotheii Porphyrs eiuige Aebnlichkeit babeo. Gegen Beagentien verhaiteu sich beide Porphyre folgender- maassea : Der rothePorphyr, als feines Pulver während 24 Stun- den bei gewohnlicher Temperatur mit 2procentiger Salssäare io Berührung gelassen, entwickelt während vieler Stunden einzelne Bläschen von Kohlensäure und giebt eine farblose Lösang, in welcher neben Spuren von Eisenoxyd: Kalk er de aod Magnesia vorhanden sind; der rothe Porphyr enthalt also 10 seiner Masse Kalk - und Magnesiakarbonate , gewisser- maassen Dolomit, wahrscheinlich als Infiltrationsr uckstand von dolomitischen Tagewassern. Der schwarze Porphyr gleich behandelt, verhält sich gleich, er entwickelt ebenfalls Kohlensäure, nnd der Auszug enthält neben Eisenoxyd: Kalk er de und Magnesia in oabezn gleichen Mengen als der des rotben Porphyr. Wird der schwarze Porphyr, nach Behandlung mit ver- dünnter 2procentiger Salzsäure, während mehrerer Tage kalt mit concentrirter Salzsäure digerirt, so wird er entfärbt, and der Rückstand , unter der Lupe besehen , erzeigt sich als ein Gemenge von weissen , hellgelben und dunkelrotblichgelben Koruern, ohne Spur von schwarzen Kornern; das Färbende i8t in Losung übergegangen und bildet eine hellgelbe Flüssig- keit, von Eisenoxyd gefärbt, aber Kali-Perman- gaoat-losnng entfärbend, also Eisenoxydul enthaltend. Das Färbende des schwarzen Porphyrs ist also Eisen- oxyduloxyd oder Magneteisen. Dieses scheint im schwarzen Porphyr einfach mechanisch eingesprengt zu sein, da es auch aus grobem Pulver vollständig durch warme Salz- aaore in einer Stunde Zeit ausgezogen werden kann. Durch diese Beobachtung war die Hauptschwierigkeit der Analyse des schwarzen Porphyrs überwunden. Durch directe quanti- tative Bestimmungen konnte sowohl die Gesammtmenge des Eisens, bJ% diejenige des Eisenoxyduls im Magneteisen direct bestimmt werden. Bausch - Analysen der beiden Porphyre. Für jeden der beiden Porphyre musste die Zusammen- setzung durch je zwei Analysen gefunden werden, in deren 28* 424 einer A. die EieseUäare nebst den Basen mit Aasechloss der Alkalien 9 in deren anderer B. die Allcalien and die andereo Basen mit Ausschluss der Kieselsäure zur Bestimmung kamen. Folgendes war in kurzen Umrissen der Gang der Analysen: A. Aufschliessung durch Alkalicarbonate. Bin Gramm feingepulverten Minerals wurde im Platintiegel mit 5 Gramm eines Gemenges nach gleichen AequiFalenteo kohlensauren Kalis und Natrons geschmolzen, die Schmelze mit Wasser aufgeweicht, durch Salzsaure zersetzt, und Losung sowohl als auch die abgeschiedene Kieselsäure zur Trockne verdunstet. Nach Behandlung mit Wasser wurde filtrirt und die Kieselsäure gesammelt und ausgewaschen, dann nach dem Gliihen gewogen und durch Verdunsten mit Flusssäure aof Reinheit geprüft. Das Filtrat wurde nach üblicher Weise analysirt; erst Thonerde und Bisenoxyd gemeinsam gefällt, und dann diese durch Schmelzen mit Kalihydrat getrennt. Das Filtrat der Thonerde wurde durch oxalsaures Ammoniak gefallt, unter Zusatz von Schwefelkalium, zur gemeinsamen Abscheidung von Mangan und Kalkerde, welche dann in essigsaurer Losung durch Chlorwasser leicht und genau getrennt werden. Bndlich wurde im Filtrate der Oxalsäuren Kalkerde die Magnesia durch phosphorsaures Natron gefällt und bestimmt. B. A ufschliessung durch flnsssaures Fluor- Ammonium. Bin Gramm feingepulverten Steins wurde mit 2 Gramm frisch ' sublimirten flusssauren Fluor- Ammoniums und etwas Wasser zum dicklichen Brei angerührt und im Wasserbade zur Trockne verdunstet, und unter jeweiligem Zusätze von einigen Tropfen Wasser diese Operation noch mehrmals wiederholt, dann die trockne Masse mit 2 Gramm geschmolzenen und erstarrten Ammoniak - Bisulfates vermengt, erhitzt, viel Fluor- silicium verjagt und erhitzt, bis sich aus der trocknen Masse keine Schwefelsäuredämpfe mehr entwickelten. Nach Zusatz von Salzsäure und ca. 50 Th. Wasser und Brhitzen zum Kochen, wurde die von etwas kohüger Materie getrübte Lo- sung filtrirt; es blieb kein Rückstand unzersetzten Minerals. 425 Id der Losang waren alle Besiandtheile des GefiteinB mit ÄDsschloss der Kieselsäure entbalten. Aas dieser worden nun der Reihe nach: Thonerde nnd Eisenozyd durch Ammoniak , dann aus dem Filtrato Kalkerde Qod Mangan durch oxalsaures Ammoniak und Schwefelammo- niom ausgefällt. Die beiden ersten wurden durch Schmelzen mit Kalibjdrat, die beiden letzteren durch Chlorwasser getrennt. Das Filtrat der Kalkerdc wurde zur Ansammlung der Alkalien zum Trocknen verdunstet, die Ammoniaksalze weg- geraucbt, und die ruckständigen Alkalisulfate in Wasser gelost, auf ein geringes Volumen eingednnstet und, zur Abscheidung der' Magnesia mit viel neutralem kohlensaurem Ammoniak ver- setzt, einen Tag lang stehen gelassen. Die abgeschiedene Magnesia wurde gesammelt und bestimmt und das Filtrat evaporirt und mit kohlensaurem Ammoniak bis zum constanten Gewichte der neutralen Alkalisulfate erhitzt. Deren Oehalt an Kali und Natron wurde nach Bestimmung der Schwefel- säure in denselben durch die indirecte Analyst berechnet. Die Bestimmung des ^luhverlustes mit Einschluss der den Erdcarbonaten entsprechenden Kohlensäure wurde durch Erhitzen bei Gelbgluht von je 1 Gramm Mineralpulver aus- geführt. Die ausgeführten Analysen ergaben folgende Resultate; I. Bother Porphyr. II. Scbwarser Porphyr Kieselsäure .... 71,74 pGt 61,67 pCt. Thonerde 12,60 16,38 Eisenoxyd 2,45 6,31 Kalkerde 2,30 2,57 Magnesia 1,24 3,02 Manganozydnl . . 0,84 0,30 Kali 4,14 4,22 Natron 3,41 3,65 Gluhverlost . . . . 3,50 3,31 102,22 101,43 Diese beiden Analysen haben noch eine Correctur nothig io Bezug auf die in denselben versteckt enthaltenen Erdcarbo- nate. Diese wurde vorgenommen, indem je 1 Gramm der beiden Porphyre während 24 Stunden mit 25 Th. 2procen- 426 iiger Salisäure kalt in Berobrnng gelassen worden, anter zeit- weiligem Umrabren. Nach Filtration warde darch Ammoniak etwas Eisenoxyd abgeschieden, dann die Ealkerde darch oxalsanres Ammoniak und die Magnesia durch phospbor- saures Ammoniak abgeschieden ond bestimmt. Es wurden erhalten: 1. Beim rothen Porphyr 1,91 pCt. Kalkerde = 3,40 pCt. Carbonat 0,97 Magnesia = 2,03 ^ 2,88 = 5,43 Erdcarbonatc. 2. Beim schwarzen Porphyr 1,94 pCt. Kalkerde = 3,45 pCt. Carbonat 0,50 Magnesia = 1,05 „ 2,44 ~ 4,50 Erdcarbonate. Corrigiren wir mit diesen Daten die obigen Resolute, und berechnen wir sie auf 100 Theile, so haben wir: I. Rother II. Schwarzer Porphyr Porphyr Kieselsaure 70,18 pCt. 60,80 pCt. Thonerde 12,33 16,15 Eisenoxyd 2,40 6,22 (Magneteisen) Kalkerde 0,38 0,62 Magnesia 0,26 2,48 Manganoxydnl 0,82 0,30 Kali 4,05 4,16 Natron 3,34 3,60 Wasser als Oluhverl. . 0,93 1,23 Erdcarbonate . . . . . 5,31 4,44 100,00 100,00 Bestimmung des Magneteisens im schwarseu Porphyr. Um diese mit Sicherheit aaszufahren, wnrde 1 Oramm des Pulvers des schwarzen Porphyrs in einem mit einer Kohlensäure - Atmosphäre angefüllten Glaskolben, anter be- ständiger Zuleitung von Kohlensäure, durch starke Salzsäure 427 DDter Erwarmaogf bis cur Entfärbung des Rackstandes dige- rirt, dann rasch filtrirt and durch frisch auf seinen Titre geprüftes abermangansaares Kali ^as Eisenozjdul bis znr stehenden Rosafarbong anstitrirt and dieser Versuch zweimal wiederholt und bei einem vierten Versuche die Gesammtmenge des durch Säure ausgezogenen Eisens bestimmt. Das Mittel aas allen vier Versuchen ergab 6,51 pCt. Magneteisen, ent- sprechend 6,28 anstatt 6,31 pCt. Eisenozjd. Wir haben also in obiger Summe anstatt 6,31 pCt. Eisenoxjd, nur 6,22 pCt. Magneteisen zu schreiben, ohne einen merklichen Fehler zu begeben. Wollen wir nun aus den obigen Resultaten versuchen herauszurechnen, was für Peldspathe in den beiden Porphyren neben einander vorhanden sein konnten, so mSssen wir die Alkalien als Ausgangspunkte nehmen, und nämlich das Kali, als Basis des Kalifeldspaths oder Orthoklases, und das Natron als Basis des Natronfeldspa ths oder Oli- goklases, und müssen wir vorerst die Sauerstoff-Verhältnisse obiger Analysen in's Auge fassen. Wir finden die Berechnung der Sauerstoff - Verhältnisse I. Sauerstoff II. Sauerstoff Kieselsäure . . . 70,18 pCl. 36,44 60,80 pCt. 31,57 Thonerde .... 12,33 5,76 16,15 7,55 Eisenoxyd .... 2,40 0,71 0, 0,00 Kalkerde 0,38 0,11 0,62 0,18 Magnesia .... 0,26 0,10 2,48 0,99 Manganoxydul. . 0,82 0,18 0,30 0,07 Kali 4,05 0,69 4,16 0,71 Natron 3,34 0,87 3,60 0,92 Wasser 0,93 — 1,23 0,00 Carbonate .... 5,31 — 4,44 0,00 Magneteisen . . . 0,00 — 6,22 0,00 Stellen wir aus diesen Elementen mit Kali nach den Verhälniasen R:R: Si = 1 : 3: 12 einen Ealifeldspath, mit Natron mit den Verhältnissen R : R : Si = 1:3:9 einen Natron feldspatb zusammen, so finden wir für den rothen Porphyr; 10,69 K =1 4,05 K 0,18 Mn = 0,82 Mi 0,10 Mg =. 0,26 Mg 8 " 2,91 Äl = 6,23 Äl 11,64 Si = 22,42 Si Orthoklas 33,78 pa 1-098 "•'' "'•= ä'ä*"'* 0,11 C. = 0,38 C. 3 = 2,94 AI = 6,29 AI 9 = 8,82 Si = 17,00 Si Oligolilu 27,01 pCt. Der ganze rotbe Porphyr aber besteht aos . Orthoklas . . 33,78 pCt. oder ohne Car OligokUs . . 27,01 B. Orthoklas . Qaan .... 30,76 Oligoklas. . Eisenoxid. . 2,40 Qoar Wasser . . . 0,93 Eisenoxyd . Brdearbonale 5,31 Waejer . . . bonale aus . 35,67 p< . 28,53 . 32,39 . 2,63 . 0,98 100,19 100,00 Fähren vir die gleichen Berecbnnngen beim echwKrte PorphjT aoB, eo erhallen wir folgende ZosammenstelliiDg: 0,71 K = 4,16 K 1 - 1,77 0,07 Mn = 0,30 Hn l 0,99 Mg = 2,48 Mg 3 - 5,31 AI = 11,36 AI 12 = 21,24 Si = 40,91 Si Orthoklas . = 59,21 pCt. - 8,60 Na = 0,62 0. 1 = 1,1 0,92 Na 0,18 Ca 3 = 3,30 Äi = 7,06 AI 9 = 9,90 Si - 19,07 Si Oligoklas = 30,35 pCL 429 Der ganze scbwarse Porphyr besteht ans: A. Orthoklas . . 59,21 pCt. oder ohne Cai 'bonate aus: Oligoklas . . 30,35 B. Orthoklas . . . 61,03 pCt. Magneteisen . 6,22 Oligoklas . . . 31,29 Wasser . . . 1,23 Magneteisen . . 6,41 Carbonate . . 4,4i Wasser. . . . . 1,27 101,45 100,00 Berechnen wir noch aas diesen Elementen nach RoTH^s Vorschrift die specifischen Gewichte ans den Dichtigkeiten Qoarz = 2,65, Orthoklas = 2,56, Oligoklas = 2,66, Magnet- eisen = 4,9, Carbonate = 2,71, so finden wir für den rothen Porphyr: A = 2,642, B = 2,641; für den schwarzen Porphyr: A = 2,713, B = 2,721. Die bei 6 ° Reaum. direct bestimmten specifischen Ge- wichte der beiden Porphyre wurden gefunden: für den rothen Porphyr = 2,645 fiir den schwarzen Porphyr =« 2,6598 aiso oicht bedeutend von obigen al^reichend. Znm Schlüsse noch die Bemerkung, dass der schwarze Porphyr als ein weit basischerer, welcher sogar 6 pGt. freie Basen im Magneteisen enthalt, ein geologisch weit jüngeres Gestein zu sein scheint, als der mit Kieselsaure übersättigte mtbe Porphyr, welcher für \ seines Kieselsänregehalts keine Verwendung hatte, so dass dieser als Quarz sich ausscheiden maaste. I 1 Heber C 8. ton Saei's B«s Pallasii au im DitiriiH ▼•■ Dauig, Von Herro Ferd. Robhbr id Breslau. Uicna Tmfel XI. In der 1823 eracbieneoen tweiten Abthtnlung der kleioeo akademischen Schrift äbtr die TossileD Wirbelthiere der Pro- vJDi Freii8seii*) hat der berShmte Neslor der deat«cbeD Phy- siologen aad Anatomen C Ebkst v. Bark den Enochentaprca etaes Homs aaa dem Dilaviiim bei Daasig pag. 27 mit fol- genden Worten beschrieben: „Rathkii nostri benevolenlia aliad exarainandnm corno ^comroanicatom est, qnod anno 1762 arando invenerat rasticns „ad (pagum?) Wonnebergnm, 5000 paasos a porta Oedaaensi „Hengartentbor in coltinm eerie, cnjoa mentionem jam in pro- „oemio fecimus. Inferior tantnm corno pars saperslea, 7 pol- „lices longa et cranii parom, salie tamen ut videre liceal „cristam Iransveraam occipitis a cornn diatare , qoo differl a „taaro. Cornn radice non (erete, aed depreasa (altitudo enira „2; potl., latitado 4 poll-, circnmferentia 11) anperSdea tres „exhibente , auperiorem convezam , inferiorem conrexinacDlaiD „et posteriorem angustiorem itidem fere plaoam nee in cranii „anperficie excnrrentem, quod de Uro bene obserraTit Cstikms- ,A bove moschato toto coelo diTersum, desideratnr enim corno „baaeoa inlnmeacentia. Restat qnartas bonm foasiliiim, qoem „PALI.ABIDS ad crania ex Siberia translata deecripsit. „Higaaepeciei nostmm esse credirnns qnia enndem animad- „vertimns angulnm obtusnm frontem in daa« partes dividentem. *) De foMilibai mammaliDin TeliqnÜt in Prauia repertia diis^r- tatio. Sectio alUira coDBCnia illutriB med. ordinis in Academia Atber- liiia pro receptiooe in facnltatem die XVI. Septbr. MDCCCXXIÜ pq- Uice defendenda ab anctore Caiiii(.i> Erristu t Btii, Dr. med. F. P. 0. dN. BegiomoDÜ. 431 „qoarom posterior magig declivis est, quam in Uro qtiia porro „eadem cornn radicis directio observatnr. De bac radice de- ^preasa Pallasiüs qaidem noD loquitur, ex icone talis vero ^nobis videtar, eosdemque angulos animadTerttmua qnamquam ,ob raginaro corneam minus conspicaos. Vagina corna uostro ,deerat uti in sabterraneis nostratibas solet. „Servatnr in museo Societatis naturae coriosorum Oeda- ^nensiaro. Ut cognosci possit hoc specimen memorabile qaia ^anicom est qnod in Europa repertum sciamus non sopervaca- ^neom videtar adjicere, in cornu insertione instromentis aper- „toram factam et superficiem inferiorem rasam esse. Garet ^haec species e terrarum fando reviviscens nomine proprio. ^Divini Pallabii nomen immortale proponimus.^ Bei der Bescbreibung eines in dem Dilayiam Schlesiens gefondenen Schadeis des Moschosochsen (Ovibos mo8C?iatu$J^) war es mir von Interesse, aoeb von den übrigen bisher in Deatscbland gefundenen Resten dieses Thieres durch eigene Anscbaoang eine zuverlässige Kunde au erhalten. Da nun W. BoTD Dawkinb**) und andere Autoren den Bos PaUasii T. Babr als ein Synonym von Ovibos moschatus Blaimv. auf- fahren, 80 war es von Wichtigkeit, auch den durch i\ £. vor Baib beschriebenen Hornzapfen von Danaig zu sehen. Eine nach Dancig gerichtete Anfrage hatte einen uner- wartet günstigen Erfolg. Herr Dr. Bail, Director des Mn- seams des naturhistoriscben Vereins in Dancig, ein werth- geschatater ehemaliger Zuhörer von mir, hatte die Gute, mir oiebt nur den durch C. £. von Babr beschriebenen Horn- zapfeo, sondern noch einen zweiten offenbar derselben Art angehörenden und vor einigen Jahren ebenfalls im Diluvium bei Danzig gefundenen Hornzapfen zur Ansicht zu schicken. Die nähere Untersuchung dieser beiden Exemplare hat zu dem Ergebniss geführt, dass sie zu keinem der aus dem deut- schen Diluvium bisher bekannten Wiederkäuer gehören , son- dern von einer selbststandigen neuen Art herrühren. Die beiden Stucke sind hier nacheinander in ihrem besonderen Verhalten zu betrachten. *) Vergl. Bd. XXVI. Jahrg. 1874 dieser Zeitachr. pag. 600 ff. **) The British pleistocene Mammalia Part V. Brit. pleistocene Ovidae. Ouibot moMckalus Blainv. London 1872 (Palaeonto^. Society) VH 17. 432 1. Das HorD, aaf welches sieb die Besebreibang G. E. y. Babb's bezieht. Taf. XL Fig. 1—3. Dasselbe entspricht durcbans der darch v. Babb gege- benen Beschreibung. Es ist ein am Ende abgebrochener Hornsapfen nebst einem Theile der Stirn. Der Qoerschnitt des Zapfens ist fast rechtwinklig and breiter als hoch (an der Basis 10 Cm. breit, 7j Cm. hoch). Die obere Fläche des Zapfens ist ganz flach gewölbt, die untere eben und selbst etwas concay. Die vordere Fläche ist gewölbt und geht mit alimäliger Rundung sowohl in die obere als in die untere Fläche über. Dagegen fällt die hintere Fläche des Zapfens senkrecht ab und steht fast rechtwinklig gegen die obere uod und untere Fläche. Nächst dieser subrektangulären 'Form des Querschnitts ist die gerade Richtung des Zapfens mit Be- ziehung auf die obere Fläche des erhaltenen Theile der Stiru besonders bem^rkenswertb ; die obere Fläche des Hornzapfeos liegt nämlich in gleicher Ebene und in der Fortsetzung der Oberfläche des betreffenden Stirntheils und erst gegen das Ende neigt sich die Oberfläche etwas nach abwärts. Das fast gerade Hörn war in gleicher Höhe mit der SUrn rechtwinklig gegen die Seitenfläche des Schädels diesem angefügt. Der mit dem Hornzapfen zusammenhängende erhaltene Theil des Schädels ist ein IO7 Cm. breites und gegen 16 Cm. langes Bruchstück der Stirn. Der mittlere Theil der Ober- fläche stellt eine ganz flach gewölbte fast ebene Fläche dar. Nach vorn neigt sich die Oberfläche allmälig, nach hinten steil nach abwärts. Sie ist mit nnregelmässigen randlichen Höckern und Runzeln bedeckt, welche gegen die Wurzel des Hornzapfens hin am stärksten sind, gegen die Mitte der Stirn hin dagegen schwächer werden. Diese Rauhigkeit ist von ganz ähnlicher Beschaffenheit, wie diejenige auf der zwischen den Hörnern liegenden Oberfläche der Stirn bei Ovibos mo* achatuSy bei Bubalus caffer und anderen Arten von Wieder- käuern , bei welchen die Hornscheide der Hörner nicht blos die Knoehenzapfen überziehen, sondern vom Grande derselben sich erweiternd einen Theil der Stirn bedecken. Es darf daher mit Wahrscheinlichkeit geschlossen werden, dass auch bei der hier in Rede stehenden Art eine ähnliche Erweiterung der Hornscheiden am Grunde der Hörner vorhanden war. Freilich entsprechend der geringeren Stärke der Warzen und 433 dereo Verschwiodeo gegen die Miite bin in viel anbedeu- teoderer Dicke and Aosdebnuog, als z. B. bei OviboB moschattts ufld BubaUu caffer. Die antere Flache des erhaltenen Stirnibeils wird zum Tiieil durch die obere Wand der Hirnhöhle gebildet. Sie ist glattflichig ond mit an regelmässigen den Unebenheiten der Gebiromasse entsprechenden Vertiefungen versehen. Ein Ab- t»tai)d von 4 Cm. trennt diese antere Fläche von der oberen oder Aossenfläche. Der Zwischenraum wird durch eine aus Doregelmässigen grossen Zellen bestehende Diploe gebildet. Endlich ist noch zu erwähnen, dass das Stuck an meh- reren Stellen die deutlichen Spuren von Axtschlägen oder die Einwirkungen irgend eines anderen schneidigen Instruments an aicb trägt. Namentlich au Grunde des Hornzapfens sind dergleichen bemerkbar. Hier ist namentlich an der Vorder- seite eine 4 Cm. lange und 1 Cm. breite Kerbe durch die ganie Dicke der Stirnwand gedrungen. Auch auf der Unter- seite sind am Grunde des Knochenzapfens mehrere glatte ^chuittflächen eines schneidenden Instruments vorhanden. Wahrscheinlich röhren diese Verletzungen von den unkundigen Findern des Stucks her, welche sich durch diese Schnitte ober die Natur des ihnen unbekannten Körpers aufzuklären versuchten. Uebrigens bieten diese Verletzungen den Vortbeil, dass sie jeden etwaigen Zweifel in Betreff der Identität des vorliegenden Stacks mit dem von C. E. y. Babr beschriebenen beseitigen , da diese Verletzungen durch den genannten Autor ganz in gleicher Weise erwähnt werden. 2. Das bisher nicht beschriebene Hörn. Taf. XI. Figur 4 — 6. Dasselbe ist ebenfalls ein Knochenzapfen mit einem Tbeile der Stirn. Es ist grosser und vollständiger als das vorher beschriebene und namentlich ist auch das Ende fast unversehrt erhalten. Die eigenthümlich plumpe bolzschuhähnliche Gestalt des Knochenzapfens tritt hier noch deutlicher hervor, als bei dem anderen. Er ist gana& gerade gestreckt und die bei dem anderen bemerkte leichte Krümmung nach abwärts ist hier nicht vorhanden. Die Abplattung von oben nach unten und das Ueber- wiegen der Breite über die Hohe ist hier noch grosser. Die obere Piäcbe ist ganz flach gewölbt und erst an der Spitze nach abwärts 424 geneigt. INe ual»n Flicbe iat guis ebeo wie da BreU. Die Bbenhei: der Fläche iat ao groaa, da«a maa Gut «o etoe kiau- licbe Abreibnog denken möchte, &lleia bei genauerer Pfäfnug nberzengt maii aicfa, daas aie darcbaDS natörlich ist. Wie bti dem anderen Born ist die roidera Fläche gerasdel*), die Ud- tere hat eben ond aenkrecfat abfalleDd. Bei einer Länge tod 23 Cm. beträgt die gröaate Breite am Grande 13 Cai. und die grösate Höhe 5| Cm. Diea« grösaeren Dimensioaen in Ver- gleich mit denjenigen des anderen Horna aiod wohl deite, während daa erste ein Uokea iai. Auch dieses nreite Bora ist gans in der Nibe >on Dauig gefanden worden, und swar nach der angeklebten Btiqnette ia Jahre 1869 beim Anagraben der Fundamente fnr die Oliia" Brücke. Die Erhaltongsait iat auch dnrahaas die bei Wirbel- tfaierrcaten des norddeotaeben Dilnrioms gewöhnliche. Es lui die herrschende branngrane Färhnog solcher Knochen, frischt Brnchstellen kleben an der Znnge nnd die inneren H<'>1>- Inngen des Borns sind noch «nm Theil mit schwärslicb gnoei sandiger Erde erfoIlL Ton dem ersten dnrcb t. Baeb i>t- scbriebenen Home gilt rncksichtlich der Erbaltang ga^ii au Gleiche. Dieses warde, wie in der Bescbreibnng *. Baebi angegeben ist, in eioer Högelreibe bei dem Dorfe Wonneber) an einer etwa 5000 Schritt vor dem Neugartenthor in Dauuf entreraten Stelle durch einen Bsaer beim Pflögen In Jatm 1762 anfgefnoden. Entsteht ono die Frage, welcher Tfaiersrt die beid«! Börner sotorecfanen sind, ao iat snnäcbst Rath. Pkris, 8. Jnoi 1875. Die Entdeckung des Lencils in amerikaniechen GesUineD darch Prof. Zibkkl hat mich nicht überrascht. Ich kaonle diese Tbatsache schon. Vor einiger Zeit »beigab mir Herr CoAPBR , Mitglied uuserer geologiscbea Gesellschaft , ein« Sammluag valkauischer Gesteine aas Colorado, Ton denen mehrere Leacit Id der Graodmasse enthalten. — Ich seUe meine Stadien über die alteren Gesteine von Santorin fort. Uit Bestimmtheit kann ich sagen, dass Anortbit der cooiti- tairende Gemengtheil dieser Gesteine isL Ich anaijsire der Reihe nach die Feldspäthe der haoptBÜcblicbst« Gäage, 445 welche am innero Steilabsturs der Insel emporeteigen. Diese Arbeit inieressirt mich sehr. — Ich beabsichtige im September wieder nach Santorin za reisen, um einen genauen Plan der Laven der letiten Ernption aufsunebmen. Bevor ich ein Resom^ meiner Untersuchungen über Santorin veröffentliche, will ich von Neuem eine Menge von Thatsachen prüfen, welche bei meinen früheren Reisen nach Santorin meine Auf- merksamkeit auf sich gezogen haben^ Auch hoffe ich, neue SublimatioDSproducte zu finden. Vor Kurzem habe ich in einer alteren Lava sehr merkwürdige Gebilde dieser Art beobachtet, aber ihre Bestimmung noch nicht vollendet. Die Zahl und Mannichfaltigkeit der Producte dieser Art und das mit ihnen sich verbindende Interesse wird stets grosser. 3. Herr M. Scholz an Herrn Bebendt. Eldena, im Jnni 1875. In den Bd. 26 pag. 823 d. Zeitscfar. von Ihnen beschrie- benen Jura-Thonen von Schonwalde in der Nähe von Qrimmen kommen ausser den bereits genannten noch einige andere Versteinerungen vor und zwar: Inoceramus gryphoides Sohloth., in einzelnen Schalen am Rande kleinerer Concretionen sitzend, und Ämmonites cornucopiae Toimo and Bird. — Das ge- fundene Stnck ein Theil der Wohnkammer eines sehr grossen Individuums (Abstand zwischen Bauch- und Ruckenseite ca. 15 Cm.) und in Schwefelkies versteinert. Herr Fbbd. Roembr hatte die Gute , diese Funde zu be- stimmen. — Ausser ihnen fand sich noch ein grosseres, frei im Thon liegendes Stuck gut erhaltenen Holzes von etwa 0,5 Meter Lange, wahrscheinlich von einer Conifere und von derselben Art, wie das früher entdeckte. Concretionen von der Grosse der durch Sie an Ort und Stelle gesammel- ten und im Besitze der geologischen Landes • Anstalt be- fiodlichen wurden an der Stelle, welche ich unter gefalliger Mitwirkung des Herrn Bahn - Ingenieur Wbbkb in der Sohle des Eisenbahn -Durchschnitts bis auf 2 Meter Tiefe aufgraben lieu und an dar Doch bis so 5 Heier Oeuminttiefe gebohrt wurde, cwftr nicht gefaudeo , und scheinen dieMlbeo d^er vortugsweise ia den schon früher abgegrabenen knppeaartigan Hervorragongen des Tbonee gelegen lu haben. Oagegen sind den jetzt aufgegrabenen Schiebten lablreicfae kleinere, merglig- thonige, tum Theil Schwefelkies-Kerne führende Conoretionen von Hasel oDasgrösse bis zu etwa 15 Cm. Längen durcbmesier eingelagert, welche, meistens sehr flach gestaltet, an die Fonn der Imatrasteine erinnern und auch wie diese nicht selten mii einem scharfen Rande versehen und wie sa je aweien mit- einander Terwai^sen erscheinen. Diese Co&cretionen fübrcD viele kleinere Opo/iniM-Exemplare, sowie die genannten Inoce- rofflM-Beste, Jedoch kommt in je einer Concretioii meist anr der eine oder der andere vor. Immerhin ist aber anch dnrch sie für dieselbe Ablagerung das gemeinschaftliche AnftreteD sweier sonst verschiedenen Niveauos angehöriger FossUieo coDslatirt. Wahrscheinlich ist die Breite des gegen Nordost laufenden JuraiDges nicht unerheblich, wenigstens deuten die eigentböm- lieben Fe nchtigkiits Verhältnisse der östlich und südöstlich von Einschnitte liegenden Ländereien anf eine weitere seitliche Erstreckong der Thone hin. Die bei der südlich liegenden Ziegelei bis lu 25 Meter dancbsnnkeuen, nach der Beechrei- bong den Scbönwalder gleichartigen, Thone liegen augeblich anf einer wasserführenden SandschichL 4. Herr ton Thibolbt ao Herra Dimes. Nencbttel, 19. Jnui 1875. Iqgi ersten Hefte dieses Jabt^anges der Zeitschrift habe ich die Geologie der südlich vom Thnnersee sich befindenden Gebirgskette anseinanderiDsetten versucht. Die grossartigeo stratigrap bischen Ueberstürzungen , welche schon von des Herren B. und Ta- Stddbh erwähnt worden sind, erschwereo bedeutend die Unters och nngen und sind deswegen lange ver- kannt geblieben. In dieser Arbeit gab ich eine ausführlicher« Beschreibung davon und versuchte etwas au ihrer ErkläroDg 447 beiiutragen. Ich weiss nicht, ob ich fnr meine ÄDSicfal An- häogergefanden; nur weiss ich, dass sie einigen etwas gewagt scbien. Die wenigen bis jetst erkannten Thatsachen lassen sie iwar nicht als wohl begründet existiren , sprechen aber auch Dicht dagegen. Weiteren Untersuchungen bleibt es unterdessen vorbehalten, ihre Richtigkeit zu bestätigen oder nicht. Nur wäre, glaube ich, eine andere Erklärung dieser anomalen Ver- baltaisse schwer zu finden. Im Allgemeinen ist die Geologie des Berner Oberlandes keine so einfache und einförmige; denn die Bildungen, die io ihm auftreten, zeigen hier theilweise einen ganz eigen- tbämliehen und speciellen Habitus, sodass noch die Ansichten ober sie sehr verschieden sind. Ich hatte in dieser Arbeit aach mehrmals die Gelegenheit, meine Meinung darüber aus- tosprecben. Sie kann vielleicht hie und da ein wenig verfrüht gewesen sein; aber ich hoffe, dass ich sie in der Folge werde aufrecht halten können. 5. Herr F. Sandbbbger an Herrn K. A. Lossbn. Warsburg, 1. Jnli 1875. Io einer briefliehen Mittheilnng vom 29. November 1874 (Zeitschr. d. d. geol. Ges. XXVII. pag. 224) versucht Herr HiLOBsnoKP die von ihm ausgesprochenen Ansichten bezuglich der Steinheimer Flanorbiden neuerdings su vertheidigen and lüet vermothen, dass es sich bei meiner und Prof. Hyatt's Uotersnchung um anderes Material gehandelt habe, als ihm su seiner Arbeit gedient. Dem ist aber nicht so. Was die Re- sultate meines sweimaligen Besuchs von Steinheim betrifft, so geben darnber pag. 630 — 655 meiner in kursester Zeit au Ende gedmekten „Land- und 8us8wasser*Conchylien der Ver- weh^ an der Hand dort gemessener Profile und sorgf<iger ÜQtersuckong des Inhalts der betreffenden Schichten hinläng- lichen Anfsebluss, aber au Gunsten der HiLGBUDORF'schen Hy- pothesen fiUlt er nicht aus, da diese auch auf unrichtiger Beob- achtung der Lagemngs - Verhältnisse beruhen. Prof. Htatt war weit länger in Steinbeim als ich. Da er als begeisterter Darwinianer dort bin kam, war seine Enttänsehnng eine sehr 448 ichmenlicbe, and hat er weder Zeit noch EoitcD gescbeat, ai den wahren Tbatbestand bis in die minaliÖBetten Details fcal- iDBtellen. Seine Arbeit wird wobl nicfat niebr lange anf titb warten lassen; ich weiss davon einstweilen nnr so viel, da« sie mit meiner AaSassung der Haaptsache nach äbereinstimmt. Nor solche Personen, welche sieb die Mnhe nehmen, in' Steinbeim selbst Stadien cn machen, können eine entscheidende Stimme in dieser Frage haben. Das ist aacfa die Heinoog C. Yoot'b in seiner Besprechong dieses GegenBlandes (Frank- furter Zeitnng vom 17. Febrnar 1874, Fenitleton), welche Hrn. HiLOBUDOBT wohl nicbt in Gesicht gekommen sein wird, da er sieb noch Jetzt auf ihn bemft. Ich glanbe dentlich ge- sagt cn haben, dass ich mich mit der Stetnheimer Frage nur beschäftigt habe, weil dies fnr mein Werk anerlässlich wir und nicht etwa aus Behagen an literarischer Polemik, das mir durchaus fremd ist. i 6. Herr K. A. Losrbn ao Herrn Bbtuch. | Treiebnrg i. Han, 4. Jtdi 1875. Ich habe meine Erfahrung über den Lagerort der Oraptolithen im Hart, im unmittelbaren Liegen- den des Haopt-Qnarait im Wieder Schiefer, nach welcher mir es gelangen ist, die froher nor sporadisch and | incertae sedis im Unter-Han bekannten Graptolitheo «vf der Sädostseite des Ramberg stondenweit im Kord- and SödAügel der Selke>Malde in diesem festen Nivean nachs nw eisen , noo- mebr aaeh mit Erfolg nördlich dar Sattotaxa der Tanner Qranwacke angewandt in einer Gegend des Han, wo noch niemals Graptolitbea anfgefanden worden sind. Es ist dies die Gegend bei Thale am Nordrand des Oebirgt. Dort hatte ich diesmal meine Untersuchnngen eröffnet, od mich des Näheren ober den Zusammenbang swisohea den Schichten an der onteren Selke and denen an der ontereD Bode sa orientiren, wie ich hier aunäcbst anfahren will. Bei Gernrode, in der Uitte awiscfaen Thale and BaJIen- stedt, endet die Sattelaxe der ältesten Sehicbteo de« 449 Harx, der Tanner Graawacke, die von Siptenfelde aber Alezisbad , MägdeBprang , Sternhaua , Haberfeld concentriech die sodliehe and fiodostliche wie östliche Partie des JRamberg- Graoit umzieht, stets jedoch getrennt davon durch die Ealk- silicat und Diabas fahrenden Hornfelse der an- ter en Wieder Schiefer, welche zwischen Granit and laoner Grauwaeke gelegen , bereits der Schichtenhälfte nörd- lich der Symmetrieaxe angeboren. Es taacht der Sattel, so- weit das Vorantersachangen in so verwickelten Lagerangs- Terhältnisaen za beartheilen gestatten, bei Gernrode anter, ond eft treten die dorch ihn geschiedenen Schichtenhälften am diese Endigaog vereint sasammen. Wie so oft im Harz, tritt aber aocb hier der Fall ein, dass mit der Beagang der Streich- , lioien eine Verdrackong in Folge derselben verbanden ist. Der ganze Nordwestflagel der Selkemulde steht, wie ich das scboo anderwärts ausgesprochen, offenbar in Folge der Bin- zwaogQug des Granit - Massivs , auf der Linie zwischen Selke- mBble und Rieder, ostwärts Gernrode, unter starkem Druck. Gleichwohl lassen sich, wenn auch local häufig fehlend, alle wesentlichen Schichteoglieder in demselben nachweisen. In der Quedlinburg - Harzgeroder Fabrstrasse zwischen Gernrode Dod dem Haberfeld dagegen liegt als einzige trennende Masse zwischen der Tann er Grauwaeke oben am Abbang und der DQteo am harzwärts gekehrten Eingang von Gernrode an- stehenden Eibingeroder Grauwaeke nur ein mächtiges Diabas- Lager aphanitischer Beschaffenheit , dasselbe , welches den Gipfel des herrliche Rundschau gewährenden Stuben - Berg zasammensetzt. Dieser Diabas, der Zone der dichten Diabase ftngehorig, vertritt hier die Gesammtmäcbtigkeit der Wieder Schiefer mit-Kalken, Grauwacken, Graptolithenschiefern, Haupt- Qoarait u« s. w., sowie der Hauptkieselschiefer und Zorger Schiefer. Dass meine Anschauung einer äusserst gesteigerten Dmckwirkung an gerade dieser Stelle, für die nicht nur das Untertauchen der Sattelaze der Tanner Grauwaeke, sondern zugleich auch die Wendang der Granitgrenze aus SWS--NON io OSO — WNW in Betracht kommt, wesentlich die richtige ist, scheint mir daraus hervorzugehen, dass ost- wie westwärts dieser Stelle sehr rasch die Schichtenreibe wieder vollstän- diger wird. In dem Schmalen Saum, welchen das hercynischo Schiefer- 450 gebirge närdlicb des Bamberg - Or&oit Ewisohea Oerorod«- Suderode über L&ueoburg - Stecklenberg oAcb der BlecbbÖUe bei Tbkle bildet, findet mait als FortseteODg der weiter ■fidlicb zwiscbeD Granit und Tanner Qraawacke getegeaen Sebicbtcn der aDteren Hälfte der Wieder Scbiefer mit Kalk- bornreis and körnigen Diabasen- die aoalogeo Vor kommen swiseben dem Uaberfeld und dem Saalslein, sovie Ewiechen dem lelcteren and der Or. Lauenburg, die aaf ]tÖT- nigem Diabaa erbaut ist. Im Hangenden daron — oder nel- mebr in Folge der barceinvtlrts gekebrten Ueberstürsong iti Scbicbten im Liegenden — folgt gaos ansgeteiobnet ent- wickelt der Haapt - Quanit, der vom Forstbaas Neu Schenke bei Sadernde xwiscben den Rainen Lanenbnrg aai Siecklenberg bindnrcb nördlich der Geotgsböbe vorbei bis ■■■( die södlicb des Lindenberg bei Tbale gelegene Kappe verfolgt wurde nnd am besten io der tiefen Scblucht beobachtet wird, die von Oeorgeböbe nach dem dnrob Gyps mit Speoketein- knollen and neuerdings aacb dnrcb Dilavialaängelbierreele') (Mammatb n. s. w.) bekanoteo Elzeberg herabzieht. — Weitet gogen den Rand bin fotgeu gana wie in der Selke • Mulde dichte und körnige Diabase mit sehr starker Entwicke- lung von Kalkspatb, Chlorit, Epidot als Zersetiun^mineralien and zuweilen von ganz aasgeceichneter Maudelsleinstroctur. — Der Haoptkieselschiefer, der nnn folgen sollte, ist nur sehr schwach angedenlet, wogegen ein hartes Thon- bis WeU- schiefersjBtem mit Kiesel schiefer - Ginlageningen awiscbeo Stecklenberg und den Sloppenbergen nördlich der Oeoi^shöhe sich breit macbt, das wobl am riobtigsten als Zorger Schiefer gedeutet wird, dazwischen ihm und dem Flötxgebirge die bei Oernrode in der Verdrückiing vorhandene Blbinge- roder Grauwacke in antadelfaaft charakteristischer Weise auftritt. Sie setzt zwischen Stecklenberg and dem Thaler Bahnhof mehrere selbstständige Bergkegel, besonders di« Kuppen der Stoppenberge und den Lindenberg BDsammeii. dessen grosser, dem Bodetbal zugekehrter Steiobrncta Ibrei Aufmerksamkeit gewiss nicht entgoagea ist. *) Freiherr von hkh Busche tu Thale war lO ÜebcnBikürdig, die i •einem Gmnd und Boden anfgcCaDdeDeD, von Hra. Gisbil bereits udm ■nebten auMbnliehtn Beete rair pertOnlich ed leigen. 45 t So ist der ZosammenbaDg zwischen Selke and Bode ein ganz normaler, viel weniger von Granit gestört, als man denken sollte. Graptolitben konnte man hier höchstens «wi- schen Saderode nnd Stecklenberg aufsuflnden erboffen, im ADgemeinen sind die Verbältnisse bei der grossen Granit- Nabe weniger gSnstig. Aaf dem linken Bode -Ufer setzt das Sebichtenprofil des Nordraodes znnachst Thale ganz in derselben Weise fort QDd ist in dem Pfad, der von dem Rosstrappe -Wirthshans nach dem Dorfe Thale auf der Uferkante harzabwärts fuhrt, Doch yollstandiger im Zusammenhang entwickelt, weil der Granit auf dem linken Bode - Ufer mehr znrackweicht, als auf dem rechten. Unmittelbar bei dem Rosstrappe - Wirtbs- haos am Pfad nach der Rosstrappe stehen die Kalkborn - felsachiebten ganz wonderschon an, hart dahinter der sogen. Winienbarger Diorit, der, wie mir der verstorbene O. Sohil- URO ganz richtig hervorgehoben zu haben scheint, nichts weiter lien dorfte als ein in der Granit-Nähe etwas metamorphisch veränderter korniger Diabas; kornigen Diabas gewöhnlicher Beschaffenheit sieht man dann auch wieder, nachdem man den schmalen Saum von schwach gneissartigem Hornfels passirt hat, der, nochmals von Granit unterbrochen, nordlich Bnlow's Altan im zu Thal fuhrenden Pfad sich zeigt; gleich darauf steht der normale Kalk an und hier wurden die Graptolitben zn suchen sein, da sie, wie gleich zu erwähnen, 10 Minuten weiter westlich genau unter denselben Verhältnissen gefunden »od, nur dass ein Hohlweg das Auffinden dort erleichtert Dann folgt unmittelbar der Haupt-Qnarzit, kurz ehe der Pfad sich gabelt nach dem Dorfe und nach der Blecbhütte. In der Gabel steht ein dichter oder nahezu dichter Diabas an; dann wenige Schritte Kieselscbiefer , die als Uauptkieselschiefer gelten müssen; es folgen dickscbiefrige Grauwackenschiefer bis Wetzschiefer mit Grauwackeneiolagernngen, also Zorger Schiefer, die Grauwackeneinlagemngen herrschen alsbald vor, d. h. Bllnngeroder Grauwacke tritt auf, entsprechend der des Lindenberg gegenüber. Die hängendsten Schiebten kann man ebenso deutlich unten im Thal in einem längs der Bode, etwa 40 — 50 Fuss über ihrem Spiegel, fuhrenden Weg an- stehend finden und in^ der Bode selbst die Elbingesoder Granwacke von dem einen sum anderen Ufer übersetzen sehen. 452 Zu allemicbat dem Flötigebirge fiadel aber Doch eine Dopü- catioD statt, iadem noch eiaaial Zorger Schiefer mit Eiea«l- schiefer erocbeint. GaDi analog ist das 10 Hiooten weiter gegen Weit gele- gene Profil durch den alten nad darcb den n«aen Fabrvej swischen Thale aad der Rosslrappe. Im oatereo AaMeg liegen die hangenden Schichten , lomal Blbingeroder Gran- wacke and Zorger Schiefer, weiter anfwarls folgt Wieder Schiefer mit Haapt - Qoarsit und im Liegenden daron der Gn- ptolithenfnndpunkt. Man gebt tod der Stelle, wo die alle aod die nene Pahrstrasie sich kreniOD, und lugleich die bnnD- Rchweigiach-preassische LandesgrenEe , die eine Strecke «eil neben dem allen Fahrweg herliaft, nach TimmoDrode la ib- schwenkt, gerade dies Stück des alten Fahrwegs hart an der Grenxe bergan. Der Weg ist fortwährend Hohlweg; atch ungefähr 200 Schritten darch Schiefer mit etwa« körnigem Diabas befindet man eich im Hanpl - Quarait, der von da bii znm linken fiode - Ufer in den Forstwegen verfolgt waHe. Pänbig Schritte weiter aufwärts fand ich in einem ansnabmi- weise ebenfiäcbig spaltenden, danklen, etwas harten, kime- ligen TboDSObiefer gaoa deutliche Exemplare einzeiliger (in- plolitben, deren ich in gani karser Zeit nabein ein Daiiend auflas. Zugleich und lumal weiter beiden steigend nimmt mu überall im Weg Kalkstocke wahr , die, obwohl a. Th. Wege- besserungsmaterin) , dennoch hier anstehend lu anchen lind, da sie nur auf ungefähr 100 Schritt anhalten ond daselbst gani deutlich eine klottförmige Kalklinse im Tfaonschiefer ihit- säcblicb anstehend bemerkt wird. Die Schichten streichen in der unteren Hälfte des Weges b. 9 bis 11^, in der obereo b. 67 bis 7, beidemal mit südlichem — überstüritein — Eio- fallen. Das Streichen ist daher manchmal nahecn parallel oder ganz parallel der Richtung des Weges. So kommt es, dus der Graptolithen - Schiefer vorcugsweise auf der Westseite des Weges aufgeschlossen ist und danach würden auf die ganie Brstrecknng der Kalkfuhrung <>raptolitben in fiodeii sein. Ds wo der Fahrweg die Höhe erreicht und nach der Rosslrappe abbiegt, während in seiner VerlängeruDg die braunacbweigiBche Chansaee nach Treseburg, eine Kunststrasse in des Wortes bester Bedeutung, fortläuft, tritt man in die Zone der körnigea Diabase im unteren Wieder Schiefer ein, die links die Winim- 453 borg Dod Lindenthäier bis su den Gewitierklippen, rechts den ZimmennanQshay und die Steinkopfe in mächtigen Klippen- logen erfollen. Dazwischen liegt indessen viel Schiefer, wie das Cbausseeprofil nachweist, sehr selten wird er zam deut- licbeD FJeekschiefer, geht aber in der Nähe der herrlichen Aas- sicht in's Bode-Thal (Krugers -Rah, neuerdings Hersogs- Ruh) io scbeitformig abgesonderten violettbraunen Schieferhornfels aber, in dem sich die weissen Kalksilicatbänder sauber abson- dero, auch hier, wie so häufig, nicht nur lagenformig, son- dern aach in schmalen Trumchen den Schieferhornfels durch- schvarmend. Da durch diesen Fund, der ja nicht zufallig, sondern nach der selbst gefundenen Erfahrnngsregel gemacht worden ist, DQomebr feststeht, dass die wesentlich auf stratographisch- petrographische Unterscheidungsmerkmale basirte Annahme der Nftitelstellung der Tanner Qrauwacke auch paläontologisch gerechtfertigt ist, und dass im Osthara nordlich der Sattelaxe, wie sodlich, bis zum Graptolithen-Horizont aufwärts dieselbe paläoDtologiscbe Ordnung gilt, so bleibt das Hauptaugenmerk gericbtet auf das Fortsetzen oder aber die Abänderung dieser Verbältnisse im Streichen von Ost nach West, vom Unterharz zum Oberharz. Veränderungen in petrographisch - stratogra- phischer Hinsicht fehlen, wie Sie dies ja selbst schon hervor- gehobeu haben, keineswegs. Dass hiemit paläontologische Abänderungen Hand in Hand gehen können, liegt nahe; dass dies dennoch aber nicht nothwendig sei, dafür scheint mir dieser neoeste Oraptolithenfund zu sprechen, der sich ein- gestellt hat nach der erprobten Regel, obwohl gewisse pe- irograpbische Abweichungen sowohl in den Schichten im Lie- genden, als im Hangenden, statthaben. Es fällt nämlich im Gegensatz zur Entwickelnng der Schichten des Wieder Schiefer- sjstems im Süden der Sattelaxe der Tanner Qrauwacke nord- licb derselben zweierlei auf: einmal das fast gänzliche Fehlen der zahlreichen , mehr oder weniger mächtigen Grauwacken- einlagernngen in der unteren Hälfte der Wieder Schiefer mit der Kalkfauns von Harzgerode; sodann ein nicht seltener Oohalt an kohlensaurem Kalk in den Bänken des Haupt- Qaarzit, der mir südlich der Tanner Granwacke nicht auf- gefallen ist, hier aber bereits im vergangenen Jahre sofort bemerklich wurde und sich nunmehr auch in den Profilen ^«iU. d.D. geoi. Oe>. XXVJI. 9. 30 454 zwischen Oernrode aod Thale, betiehangsweiBe Treaeborg, lo erkenaeo gegeben bat In solchen etwas kalkigen Qnarsilbäukeo liegt nan aber anch die seiner Zeit von Ihnen als unlerdevoniscfa angesprochene, von dem verstorbenen Schiluhg entdeckte Faana bei £lend, die ich den LagerungsverhältnisBeo nach, soweit dieselben klar liegen, nicht anders als in das Niveas des Haupt - Qnarzit sn rangiren weiss. Darf man nanmehr Hoffnung haben, durch die Auffindung von Graptolitben im Liegenden des dortigen Qnarzit die Gegenprobe for diese Rao- girung zu machen, so wurde mit deren Erfolg offenbar ein nicht unwesentlicher Schritt weiter gethan in der palaonto- logischen Erkenntnisa der Harz* Schichten. Auf alle Fälle werde ich der weiteren Verfolgung des Oraptolithen - Nivean im Liegenden des Haupt - Quarzit im Wieder Schiefer meine Aufmerksamkeit widmen, umsomehr als eine gewisse Analogie zwischen seinem Lagerort besteht und dem des tharingiscb- fichtelgebirgischen oberen Graptolitben- Horizontes von Gümbkl und BiGHTBR in seinem Verhältniss zu den im Hangenden folgenden quarzitischen Nereiten - Schichten. Völlig analog wurde das Verhältniss allerdings nur durch Auffindung der richtigen Tentaculiten im Hangenden unserer Hars - Gra- ptolitben, sowie durch Auffinden unserer Harzgeroder Kalkfauna im Liegenden der oberen Graptolitben des Thnringerwaldes und Fichteigebirges. — Eine weitere von Thale aus gemachte Entdeckung schliesBt sich in jeder Weise ganz vortrefflich dem an, was ich über den Bode*Gang veröffentlicht habe. Ich habe da wieder so recht gesehen, wie dankbar es ist, auch der kleinsten Notiz der Vorgänger berechtigte Aufmerksamkeit zu schenken. Haus- XAiiM spricht einmal von zweifelhaften Porphyren im Harf, von denen man nicht wisse, ob sie nicht eine ,,wetsssteitt- artige^ Entwickelung des Hornfels darstellten, und erwähnt dabei das Stecklenberger Thal. Das ging mir durch den Kopf, als ich die Schichtenprofile dort untersuchte. So eben hatte ich den Haupt - Qnarzit passirt , da hebe ich ein Gestein aof und der erste Eindruck war ganz analog der Fragestellung Hausmannes: Porphyr oder Porpbyroid? Antwort: Keines von Beiden, sondern Porphyrfacies des Granit in gang- förmiger Apophyse. Angenehm überrascht untersuchte ich den Gegenstand näher, soweit meine Zeit gestattete, und fand Folgendes : Am Fuss der Lauenburg tritt einheitlich, oder 455 sofort geapalten, das habe ich Dicht untersucht, die Apophyse aas, das Warmthal ehtblost dieselbe gat auf dem östlichen Ufer, auf dem linken Ufer kann man im Thalhaag mehrere ijioge verfolgen, die von der viel weiter tbalaufwärts liegen- den Granit* Grenze namentlich durch den Hanpt - Qnareit ge- trennt werden, während sie selbst im Schiefer im Hangenden -- scheinbar im Liegenden — des Quarzit aufsetzen und erst auf der Höhe des Kuchenberges den Quarzit schneiden. Die letzten Spuren fand ich im nächst westlich nach Thale zu gelegenen Tba). Auch diese aus dem Nordrand des Granit austretende Apopbyse zieht Brockenwärts! Auch hier deutliche Salband- bilduog: auf beiden Seiten Quarzporphyr mit ganz dichter bis fein sandigkorniger, entfernt an Dolomit erinnernder Grundmasse, darin eingesprengt Quarz und weisser Glimmer; in der Mitte glimmerreichere Gesteine von weniger dichter Beschaffenheit, die sich z. Th. geradezu als feinkörniger Granit ansprechen lassen. Ich zweifle nicht, dass auch ein Theil der von Haus- MASS, Jasch£ nnd Stbbng auf der Ost-, d. h. der dem Ramberg zugekehrten, Seite des Brocken's erwähnten Porphyre, wie schon von Stbbro vermnthet, hierher gehört. 7. Herr Des Cloizbaux ao Herrn 6. vom Rath.^ Paris, 17. Juli 1675. nie Anorthit- und Bnstatitkrystalle von Bamle, deren Vorkommen die Herren Beögqbr und Reusgh in ihrer Arbeit über die Apatit -Lagerstätten des südlichen Norwegens schildern, beweisen einerseits, dass der Enstatit viel verbrei- teter ist, als man früher glaubte, andererseits, dass der Anor- thit in den Gesteinen Finland's , Schweden's nnd Norwegen's die gSnstigsten Bedingungen zu seiner Ausbildung gefunden hat. Ich brachte im Jahre 1868 aus Schweden grosse weisse Krystaile von Hojdens mit, aus denen ich einige Platten zum Stodiom der optischen Eigenschaften herstellen lassen wollte. Indess die durchsichtigen Erystalle vom Vesuv, obgleich ans ihnen geeignete Präparate nur schwierig herzustellen, sind Nichts im Vergleiche mit den Erystalien von Hojdens. Es 30* 456 liegt mir nur eine kleine Zahl von Krjstallen dieses Poodortsj Tor, deren Formen man nur mit annähernder Sicheiiieit be- stimmen kann; indess man wurde dennoch mit der DeatoDg der Flächen zum Ziele gelangen, wenn nicht, wie an den Anortbiten von Bamle, auch noch Zwillingslamellen störend dazwischen träten. Ihre Durchschnittslinien verlaufen auf der Spaltnngsfläche g' (M) — wenn ich mich in der Bestimmang nicht irre — und bilden mit der Kante p:g* (P^M) eioeo Winkel von etwa 25*^ bis 30°. Die unvollkommene Ausbil- dung dieser Krystalle zwang mich, ihre Bearbeitung noch za verschieben, bis ich bessere Exemplare erhalten werde und hinlängliche Zeit zu ihrem Studium. Da ich Hbnrt Solbil, welcher sich aufs Land zurück- gezogen bat, nicht mehr zu meiner Hülfe habe, so mnss ich jetzt Alles selbst schleifen. Ich widmete während 6 Monateo fast alle meine Zeit der Herstellung einer sehr grossen Zahl von optischen Platten, bestimmt, die systematische Stellong (gleichsam den Etat civil) eines neuen triklinen Feldspaths zu ermitteln und festzustellen, eines Feldspaths, welchen Bbkit- HAUPT gleichsam divinatorisoh aufgestellt hat, des Mikroklio. Da man durch Einführung einer neuen Species eine nicht geringe Vernntwortlicbkeit übernimmt , so wollte ich mich durch zehnfache Beweise von der Wahrheit der Thatsachen überzeugen. Da ich im Durchschnitt je zwei Platten für jede der drei Richtungen herstellte, in welchen ich 33 Proben von Mikroklio untersuchte, dazu 6 bis 7 von Orthoklas, so mosste ich etwa 250 Platten herstellen. Der von Brbithauft ange- gebene Winkel der beiden Spaltungsflächen p^ g' (P^ M) = 90^ 16' bis 90'' 22' scheint mir recht unsicher und wegen der immer vorhandenen Unebenheiten auf M sehr schwierig zu constatiren. Wollte man diesen Winkel als einziges Er* kennungszeichen anwenden, so konnte man leicht gewisse Orthoklase für Mikrokline ansehen. Eine einzelne deutliche Spaltbarkeit parallel einer der Flächen des verticalen Prisma's von nahe 120® (ich nehme an, dass es die Fläche m ist, diejenige Fläche nämlich, welche zur Linken liegt, wenn p:g* (P:M) > 90® zur Rechten des Beobachters sich befindet) bildet ein leichteres und sichereres Erkennungszeichen; freilich ist auch t zuweilen spaltbar und dann existirt zwischen m und t nur ein Unterschied in Bezog 457 uf GUuz and Bbenheil (ein Tortreffliches Beispiel für Beob- achtung dieser TbaUkcbe ist der Beiachr&rbige Mitcroklin, welcher seit einem Jabrsebnt in ganten Schiffsladungen in den UmgebuDgen Arendal's gewonnen wird; derselbe enthält nn- gefäbr 3 pCt. Natron). Die cbemiscbe MiBcbnng, welobe Jetat für 5 oder 6 Varie- lilen ermittelt ist, stimmt mit derjenigen eines Natron • armen (1 bis 3 pCt.) Orthoklas überein. In Wahrheit können dem- nach aar die optischen Eigenschaften mit Sicherheit zar Unterscheidung benutzt werden. Wenn man bei parallel polarisirtem Lichte mit einem ge- wöhnlichen mit Ewei gekreuzten Nicots versehenen Mikro- skop oder selbst in einzelnen Fällen auch ohne Mikroskop eine dünne parallel p (P) gespaltene — nalürlicbe oder känstlich geschliffene — Platte eines gewöhnlichen Feldspatti- iwillinge (Drehnngaaxedie Verticale) prÜfl, so findet das Maxi- muDi der ABslöscbang gleichseitig für beide Lamellen, parallel der VerwarbsuDgs ebene der Individaen, nämlich M, statt. Prüft man indess in gleicher Weise einen Mikroklin, so findet man das Maximum der Dunkelheit nicht gleichzeitig; vielmehr tritt dasselbe fÖr jede Lamelle in einer Richtung ein, «eiche mit M einen Winke) von ungefähr IS** 30' bilde^ Zwischen beiden AuBlöscbnngaricbtaogen liegt demnach ein Winkel von ungefähr 31°, welcher leicht mit Hülfe jedes getbeilten Kreises zu messen ist. — Untersucht man nament- lich die Amazonensleine , so überzeugt man sich , dass ibr physicaliscber San gewöhnlich sehr verwickelt ist ; nnd hier eben ist es, wo man die mechanischen Gemenge (m^laoges pbysiiiaes) beobachtet, von denen TacHSRiLAK früher sprach; 459 deo von niir bis jeUt erkaooten. SelUaro ist es nnü aber, dass gerade das Fundamental - Vorkommen Brbitbaupt's, der Jabradorisirende (opalisant) Feldspath von Fredriksvarn ent- schieden ein natronreicber Orthoklas ist. Ebenso ist der grone Feldspath , welcher den Oligoklas von Bodenmais be< gleitet, ein Orthoklas. Die am bestimmtesten charakterisirten Vorkommnisse, ausser den Amasonensteinen von verschiedenen Localitäten and dem rotben Feldspath von Arendal, sind die folgenden : verschiedene, theils grüne, tbeils weisse Feldspathe von Kengerdlnarsok und von Snngangarsoak in Grönland ; der Cbesterlit, einer der am gleichartigsten zusammengesetzten. Der Pertbit, welcher als ein mechanisches Gemenge von Feld- spath and Albit angesehen wird, scheint ans Lamellen zweier verschiedenen Orthoklas- Varietäten zn bestehen, von denen die eine durchsichtiger ist als die andere; anabhängig von seinen optischen Eigenschaften, bietet dies Gemenge in keiner Rich- tang die einspringenden Winkel dar,- welche einer Verbindnng von Orthoklas und Albit entsprechen würden. Einige Mikro- klin- Varietäten mit Zwillingslamellen bieten auf ihrer Basis p (P) ausserordentlich feine und schwierig erkennbare Streifen parallel p:g^ (F:M) dar. Unter Annahme eines Winkels von 90^ 16' bis 20' ist die einspriogende Kante so unmerklich, dass man gewohnlich nur im polarisirten Lichte die Zwillings- bildung wahrnimmt. Das spec. Gewicht der Mikrokline unter- scheidet sieb nicht merklich von demjenigen der Orthoklase. Wenn man nun die Beobachtung noch etwas weiter fort- fobren will (wobei indess die Anwendung des polarisirenden Mikroskops notbig wird), so kann man parallel zu g* (M) geschliiFene Platten, sei es in der Luft oder in Oel beobachten. Man nimmt nun bei con vergirendem Lichte wahr, dass diese Platten sehr wenig gegen die Ebene der optischen Axen geneigt sind, doch sehr schief geneigt gegen die stumpfe ne- gative Bisectrix. Wenn der Mikroklin überwiegt, so beträgt (bei der Beobachtung in Oel) der Winkel zwischen der am deatliehsten sichtbaren Hyperbole der Ringsysteme und der PlatteoDormale 36°; der Winkel zwischen der am wenigsten sichtbaren Hyperbole and derselben Normalen beträgt ungefähr 66^. Hier indess begegnet man den verschiedensten Schwie- rii^eiteo in Bezug auf die Beobachtung und allen möglichen Störungen, welche ihre Ursache in der mechanischen Mengung 460 TOD Orthoklas ond Mikroklin haben. Wenn der erstere darch- ans vorherrscht, so findet man, dasa die beiden Ringsysteme ihre Hyperbole in gleichem Abstände von der Normaleo zeigen (etwa 51 '*). In einigen Füllen (z. B. bei dem Mikro- klin von Arendal), wenn nämlich die Orthoklas - Lamellen von hinlänglicher Breite sind, kann man ihre beiden Ringsysteme sehen, symme- trisch liegend in Bezug auf die Normale, während die Lage der Ringe far die benachbarten Mikroklin-Lamellen uosjm- metrisch zur Normalen ist. Die stumpfe positive Bisectrix nähert sich der Normalen auf g' (M), welches Verhalten den Mikroklin in optischer Hinsicht dem Orthoklase nähert. Ich müsste demnach zur Vervollständigung der optischen Unter- suchung desselben solche Platten prüfen, welche normal zur spitzen negativen Bisectrix geschnitten sind. Dies eben hat meine Arbeit so ausserordentlich verzögert. Wenn es sich indess nur um die Erkennung der neuen Species handelt, so ist es nicht nöthig, diese dritte Prüfung vorzunehmen, welche Ergebnisse liefert, welche man auch aus der Lage der stumpfen Bisectrix und der Lage der optischen Azenebene ableiten könnte. So besitzen wir also einen neuen triklinen Feldspatb, welcher in krystallographischer ond chemischer Hinsicht dem Orthoklas seBr nahe steht. Beide Species sind offenbar durch Dimorphie verbunden, doch in optischer Hinsicht sehr ver- schieden. Nun gestatte ich mir, Ihre Aufmerksamkeit auf eine neue Arbeit des Hrn. Dr. Bauer (diese Zeitschr. diesen Bd. p. 239), welche ich kurzlich erhielt, zu lenken. Um das verwickelte Phänomen, welches wir zu losen haben, klar zu stelleo, musseo wir zunächst mehrere Thatsachen als ausser allem Zweifel stehend betonen. Eine ältere Schule, ihre Zeit liegt 40 Jahre zurück, wähnte, dass der Axenwinkel ein constantes Kenn- zeichen sei, während sie die Dispersion als eine mehr zußllige Erscheinung betrachtete und demgemäss derselben kein grosses Gewicht beilegte. Gegen diese Auffassung muss man sieh gegenwärtig halten, was ich in mehreren meiner Arbeiten dar- zulegen suchte, dass gewisse optische Kennzeichen be- 461 stimmten Verandeniogeti nnterliegen, während andere eine Bestaadigkett besitzen , welche entweder durch ihre nothwen- dige Besiehung zorn KrydtalUystem bedingt wird oder docb »ich als ein Resultat zahlreicher Versache ergiebt. So ist es gewiss, dass bei derselben, im rhombischen oder monoklinen System, kryetallisirenden Species die Ebene der optischen Axen stets entweder (rhombisches System) mit der Ebene zusammenfallt, in welcher zwei krystallographische Axen lie- gen, oder (monoklines System) mit der Symmetrie zosammen- fiilt oder senkrecht za ihr steht. Ebenso gewiss ist es auch, dass die verschiedenen Arten der Dispersion der Axen, weit eutfernt, veränderlich oder zufällig zu sein , durchaus con- stant sind in allen Kry stallen derselben Species und in nothwendigem Zusammenhange mit dem Erystallsysteme stehen, 80 lange nämlich in jenen Krystallen die Ebene der optischen Axen dieselbe Lage bewahrt Herr Baubb scheint diese funda- mentalen Thatsaehen nicht hinlänglich zu erwägen , wenn er 8agt, dass die Verschiedenheiten der optischen Eigenschaften, welche man an den Gliedern solcher isomorphen Mischungen, wie die triklinen Feldspatbe sind, beobachtet, — von gleicher Art sind wie diejenigen, welche v er s chi ed ene' Kry stalle ein und derselben Species zeigen. Der zweite Theil dieses Satzes ist ein Irrthum, und was den ersten Theil be- trifft, so nimmt Herr Baübr als selbstverständlich an, was gerade za beweisen wäre, dass Körper von einer so ver- ficbiedeneo Zusammensetzung wie sie den Sauerstoffpropor- tioDsn 1:3:4 und 1:3:12 entsprechen, die wahre Mitsohbb- UCH^sche Isomorphie besitzen und sich in allen Verhält- nissen vertreten können. Es ist allerdings wahr, dass es bei den triklinen Krystallen kein Gesetz mehr giebt, welches mit Nothwendigkeit die krystallographische Symmetrie mit den optischen Eigen- schaften verbindet. Indess wenn die Beobachtung uns lehrt, dass diese Eigenschaften constant sind bei allen Krystallen des schwefelsauren Kupfers, bei allen Krystallen von cbrom- saarem Kalium, bei allen Albiten, allen Oligoklasen, allen Mikroklinen, allen Labradoren, allen Anorthiten, so hat man fürwahr Grund znr Verwunderung, dass die optischen Kennseichen gerade da die höchste Constanz zeigen, wo Alles durch den Zufall geordnet erscheinen konnte. In der That, 462 wir werden zu der Anerkennong gezwoDgen, daee die c^tiscbeo Eigenschaften (bei richtiger Deutung, wie sich von selbst ver- steht) zur Bestimmung der Mineralien mit gleicher Sicherheit benutzt werden können, wie die Spahbarkeit oder die Winkel der Grundformen. Nachdem was Sie mir über die Zwillingsbildung des australischen Herschelits mittbeilen^ ist es augenscbeinlicbf dsss ihr Kr jstallsystem lediglich durch ein krystallographisehes Studium bestimmt werden kann, denn ich habe nie brauchbare und gute optische Präparate weder vom PhakolitK noch vom Chabasit erhalten. 8. Herr Ant. d^Acbiardi an Herrn G. vom Rath. Pisa, 06. Juli 1875. Haben Sie im Granit von Elba jemals Cordierit beobacblet? Ich habe die Gegenwart dieses Minerals in einigen unserm Museum angehorigen Handstucken des normalen Ciesteins vom Monte Capanne erkannt. Der Granit ist etwas gelblich in Folge der Verwitterung, ziemlich feinkornig; darin Hegen Körner und unvollkommene Krystalle einer dunkelgrünen Sub- stanz , welche Prismen mit etwas zerfressenen Flächen und gerundeten Kanten darstellen und nur schwierig zu messen sind. Nachdem einige dieser Korner aus dem Gestein heraus- gelöst, gelang es doch vermöge ihres starken Glanzes an- nähernde Messungen durch allgeraefne Reflexion zu erbalten. Es ergaben sich im Mittel folgende Werthe: 110(ocP):100 (ooPoü) = 120° 30' 110(ooP):010 (ooPoo) = 149 48 1 10 (oc P) : 310 (oo P 3) = 149 58 100(ooPao):310 (ooP3) = 150 25 welche sich den entsprechenden Werthen des Cordierits sehr nähern: 120" 25', 149*^ 35', 150*^ und 150^ 25', und meine beim ersten Anblick der Krystalle gefasste Meinung bestä- tigen. Die Krystalle sind in der Richtung der Verticalaze 463 reriängert Herrschend Bind vonugs weise die FKchen 310(ooP3), niehst ihnen die 010 (ooPoo). Dieses Mineral ist meist undurchsichtig, selten dnrcb- Bcheinend; fettglänzend; die Farbe meist dunkelbräunlichgrnn in wechselnden Tonen je nach dem Orade der Verwitterung; selten gron wie PraseoHth. In Be^ug auf die Farbe, so ähnelt der Cordierit von Elba sehr gewissen Pinit - Exemplaren von Seboeeberg, welche das Museum besitat; auch ist die Aus- bildung der Krjstalle von beiden Fandorten ähnlich. Das Stricbpniver ist weiss. Die Härte ungefähr = 3. Spec. Oew. 2,57. Vor dem Löthrohr nur schwierig an den Kanten zu weiftsem Glase schmelzbar; mit Borax geschmolzen zeigt sich etwas Eisenfärbung. iDi^ofTenen Glasrohr giebt die Substanz wenig oder kein Wasser. Von Schwefelsäure wird sie nur schwach angegriffen unter Abscheiduog von Eieselsaare. Der Cordierit ist in den vorliegenden OranitstScken innig mit dem für die Granite von Elba und Giglio charakte- ristischen bräunlicbschwarzen Glimmer associirt. Die Glimmer- bl&tlcben haften nicht nur auf den Flächen der i ordieritkry- staJle, sondern werden zuweilen auch von den letzteren um- schlossen, sodass sie parallel den Ebenen der Spaltbarkeit Hegen. Ausser im Granit des Monte Capanne glaube ich den Cordierit auch im porphyrartigen Granit oder Quarzporphyr des Cap d^Enfola beobachtet zu haben, doch hinderte die Dn- ^oilkoDimenheit der Krystalle die sichere Bestimmung. Zwar ist das Vorkommen des Cordierits in unsern Gra- niten keine unerwartete Erscheinung, da ja die plutonischen Gesteine die eigentliche Heimath dieses Minerals sind; dennoch aber scheint mir dieser Fund von einigem Interesse, da die- selbe Species sich in den toscanischen Tra6hyten wiederfindet Qnd namentlicb von Sgaogbi im Gestein von Rocca Tederighi angegeben wird. So ergiebt sich für beide Gesteine, welche bei QQg schon so manches Gemeinsame darbieten, ein neues Band. Ich bin im Begriff, meine Arbeit über dio Korallen von Friaol zu vollenden. Der zweite Theil ist bereits gedruckt im 2. Hefte der Atti della Soc. Tose, di scienze natural!; der dritte and vierte Theil, mit denen die Arbeit abschliesst, wird ^or Jahresschluss veröffentlicht werden. 464 Als einen der nachfiten Gegenstände meiner Stodieo beab- sichtige ich dann unsere Serpentin-Gesteine an wählen, welche in Toscana eine so grosse Verbreitoug besitaen und eine so grosse Mannigfaltigkeit aeigen. Der Umfang der Arbeit könnte mich fast von dem Unternehmen abschrecken; doch die Wich- tigkeit dieser Gesteine ermuthigt mich auch wieder za dem Werke. Diese Feisarten nebst den Bufotiden und Diabasen, welche innig mit ihnen verbunden sind, wurden vor vieleu vielen Jahren durch Paolo Savi in geologischer Hinsicht untersucht ; indess es fehlt jetzt noch das ganze petrographiscbe Studium. Werde ich meine Aufgabe losen können? — 9. Herr N. St. Maskblyne ao Herrn G. von Rata. London, British MaBenm, 3. August 1875. Bs ist gerade ein Irländer hier mit grossen Masseo von Isländischem Kalkspatb; ein Krystall — ein schönes Ska- lenoäder — wiegt 500 Pfund. Ich hoffe denselben fSr unsere Sammlung kaufen zu können. 465 C. Verbandlungen der Gesellschaft. 1. Protokoll der ApriU Sitzung. Verhandelt Berlin, den 7. April t87ö. Vorsitzender: Herr Betrich. Das Protokoll der März - Sitzung wurde vorgelesen und geoehmigt. Der Vorsitzende legte die für die Bibliothek der Gesell- schaft eingegangenen Bücher und Karten vor. Herr Halfab hielt folgenden Vortrag: Ich wollte mir nur einige Bemerkungen über einen interessanten Petrefacten- fand während meiner vorjährigen goognostischen Untersuchun- gen aaf dem nordwestlichen Oberharze erlauben. Die letzteren erstrecken sich neuerdings blos auf die Devon - und Cnlm- schiebten , und zwar vorerst in der kleinen Partie zwischen dem Schalk- und Okerthale bis an die Einmündung des Sülpketbales in letzteres. Es ist dies aus der Generalstabs- karten-Section Zellerfeld im Maassstabe von 1 : 25000 ersicht- lich, welche vorliegt. Dass ich bisher keine grossere Fläche geognostisch kartirt habe, beruht, abgesehen von der gerin- gen Zeit, die mir für diese Untersuchungen vergönnt war, in meinem Bestreben, die einzelnen Glieder der dortigen Devon- schiebten durch das Aufsuchen von bezeichnenden Verstei- nernngen zunächst ihrem Alter nach festzustellen , was mir bei den in dieser Hinsicht noch fraglichen auch einigermaassen gelang. Bekanntlich werden in dem Oberbarzer Devon von Unten Dach Oben unterschieden: der Spiriferensandstein, die CalceolascbichteD, 468 bisher bekanoten, oder auch blos des - zufallig tiefer gefobrteo Schliffes an dieser Stelle. Da dieser Goniatit so beseichtiend für die untere Abthei- lung des Oberdevon ist, dass sich B. Katbbr (Zeitscbr. d. d. geoi. Ges., Jahrg. 1873 pag. 664) veranlasst sieht, deshalb eine besondere „Intumescens-Stufe*' in Vorschlag cu bringen, so ist die Oberharzer Kramenselkalk-Zone — wenigstens io den oben genauer petrographisch beschriebenen Bänken — zweifellos vom Alter des unteren Oberdevon, zomal die den ,Ooniatites intumescens hier begleitenden Petrefacteo keineswegs gegen eine solche Altersfeststellnng sprechen. Eine weitere Ausbeutung der neuen Petrefacten-FundsteJle und die' genauere Bestimmung des von mir in denselben Schichten im Aecke- und Riesenbachthale schon früher gesam- melten, allerdings noch spärlichen Materials wird hierfür den näheren Beweis liefern. Dabei mag gelegentlich jetzt bereits hervorgehoben werden, dass auch an diesen Punkten die Cardiala retrostriata verhältnissmässig häufig ist, und dass mit ihr zusammen der Phacops lati/roMy eine zollgrosse, kaum näher bestimmbare Pelecypodenart und ein kleiner, flach scheibenförmiger, fast ganz involuter Goniatit mit der Sutor des Goniatitea retrorsus var. undulatus Sdbgr. (Im Aeckethale) vorkommen , mir ausserdem aber auch zwei Exemplare eines gleich dem vorigen verkalkten anderen Goniatiten aus dem Riesenbachthale bekannt wurden , welche ganz den Habitus und die Sutur des ßoniatites Dannenbergi Bbtrioh = Q* bica' naliculatus Sdbqr. zeigen, indess bis 2j Zoll =: 7,2 Cm. Dorcb- messer erreichen. Da nun die versteinerungsfuhrenden Kra- menzelkalkbäuke des Riesenbach- und Bramkethales sich petro- graphisch von einander nicht unterscheiden lassen und in demselben Fortstreicben liegen, so ist mit Sicherheit anzu- nehmen, dass auch auf dem nordwestlichen Oberharze ebenso wie in ^er Eifel*) primordiale Goniatiten mit nantilinen *) Vergl. £. Kay8br, diese Zeitschr. diesen Bd. pag. 254 und voü Ghoddeck, Jahrg. 187t3 der ministeriellen Zeitschr. für das Berg-, Hüttcn- und Salinenwe^en pag. 9. Ich bin der Ansicht, daes die von v. QHuuui-a genannten Goniatiten aus dem Bockswieser Ernst-Angust-Stolln-Flägelort im Hangenden des Grünlindener Ganges und zwar aas dunklen Einlage- rungen im Kramenzelkalke dem l^iveau des Goniatitenkalkes nördlich 469 in eio and derselben Ablheilong der Oberdevou sasammen vorkommen. Auf eine nicht tiefere als die vorhin angenommene Alters- stellung der charakteristisch kramenzelartig ausgebildeten ober- harser Kalke deutet schon der Umstand hin^ dass ich bereits in den dnnklen Kalken der tiefer liegenden Gosiarer Schiefer am bewässerten Sehalkteiche ein verkiestes Exemplar des Oan* 9implex y. Buch = Oan. retrorsus typus Sdbgr. mit Ij Zoll -= 4,2 Cm. Durchmesser an der letzten Kammer yor der Wofankammer aufgefunden habe, dessen Sutur durchaus mit der aof Taf. XIX. Fig. 6 Jahrg. 1873 der Zeitschr. d. d. geol. Ges. von B. Katsbb gegebenen Abbildung dieser Species obereinsiimmt, und dass ferner bereits in jenen, an winzigen Teotacttliten reichen, tieferen Kalken eine Cardiola vorkommt, welche sich als eine blosse Varietät der Card, retroitriata ▼. B|]CH ergeben durfte und die, abgesehen von ihrer gerin- gereu Grosse an dieser Stelle, kaum von Aticula exarata Phill. sich unterscheiden lässt, worauf mich die Herren Bbtrich und Katsbb gütigst aufmerksam machten. Letztere tritt aber, sogar erst in oberdevonischen Schichten in Cornwall bei South- Petherwin auf (vergl. JoHV Phillips, Palaeozoic fossils of Curnwall, Devon and West-Somerset pag. 51 pl. XXIII. f. 89). Was den iu Rede stehenden Kramenzel endlich mindestens in das untere Oberdevon verweist, das ist die Thatsache, dass, wie auch schon Tbbrkivbb hervorhebt, der zweifellos dahin gehörende Goniatiten - Kalk im Kellwasserthale nordlich von Alteoan eine Einlagerung in ihm bildet. Um mich davon zu oberzeugen, habe ich die wichtige, kaum 1 Fuss oder 0,31 M. mächtige Bank dieses dunklen Kalkes unter dem Schutte des dortigen verfallenen Kalksteinbruches biosiegen lasssn. Sie wird Ton hellen, dichten, anscheinend petrefactenleeren Kalken im Hangenden wie Liegenden eingeschlossen, welche A. Robmbr «od Trbhksbr ohne nähere Begründung als „Clymenien-Kalke^ bezeichnen und die von derselben Beschaffenheit auch im Kra- tnenzel des Riese nbachthales nordostlich von Ober • Schulen- ^n Alteoan Im Kellwsasertbale entsprechen dürften. Dasselbe vermn« ^^^ bereits A. v. Groddbck (Tergl. die Anmerkung pag. 8*2 seines Ab- '•ses der Geognosie des Harzes). ^-i».H.D.5Ml.ü«.XXVU. 1, 31 4741 berg eingelagert aiod. Da an letzter Stelle der Krameozel ebenso wie im Bramkethale Petrefacten fahrt and andererteite dem Goniatitenkalk petrographisch ähnliehe dunkle Kalkeiol»- gerungen enthält, so durfte es sogar gelingen, nacfaxaveisen, ob die oberbarzer Intumeseenz • Stufe iiber oder unter dem letzteren liegt. Dass die Cypridinen- Schiefer auf dem Oberharze erst über dem Ooniatiten kalke folgen, bat ▼• Gbod- DBOK 1869 festgestellt und wurde von mir aus den Lagemngs- Verhältnissen unterhalb Lautentbai desgleichen uachge wiesen (vergK pag. 66 meines geogn. Reiseberichts pro 1871). Herr Bktrioh sprach über die Parallelisiruog der Muschel- kalk-Ablageruogen von Aropezzo und Becoaro. Herr Labakd machte neue MiUheilnngeii über die Funde pliocäner Fossilien in einer Moräne bei Bernate unweit Ca- merlata. Hierauf wurde die Sitzung geschlossen. V. w. o. Bbtbich. Dambs. Baübr. 2. Protokoll der Mai -Sitzung. Verhandelt Berlin, den 5. Mai 1875. Vorsitzender: Herr Rammblsbbrg. Das Protokoll der April - Sitzung wurde vorgelesen ood genehmigt. Der Vorsitzende legte die für die Bibliothek der Gesell- schaft eingegangenen Bücher und Karten vor. Herr Wbiss legte vor und besprach die Abhandlung voo D. Stub: Die Kulm -Flora des mährisch - schlesiscben Dach- schiefers. Herr KoaMABK referirte über G. vom Rath's AufsaU über Monzonigesteine. Herr Rammblsbbro betonte im Anschluss daran, dass Batrachit und Monticellit nach seinen früheren Uutersuchungeo als ident aufzufassen seien; ferner dass Hornblende und Aagit nur molecular verbunden seien. 471 Herr Lasabd legte zwei LABAVLx'sctie Seismometer vor, welche an den Ufaren der kaiserlich deutschen Telegrapben- ämter angebracht werden sollen. Herr Mbtr sprach aber Imatrasteine von Schweden und Norwegen im Vergleich mit solchen jetxt entstehenden Imatra- steinen, die er aaf dem sich noch bildenden Meeresboden der Hamburger Hallig anfgefanden hatte. Er wies nach, dsss viele dieser Concretionen sich am Fischgräten, Moschei- reste etc. gebildet haben, andere dagegen im Aosohloss an die dort auch vorkommenden Pseudo-Gaylussitkry stalle. Herr K. A. Lossbn machte die in der Gesammtsitsung der königh Akad. dei* Wissenschaften su Berlin am 22. October 1874 von Herrn Babtbr gegebene „Uebersicht der bis jetzt in Tbäringen und im Harz ermittelten Lothablenkungen^ (Mo- oatsber. pag. 660 iF.) zum Gegenstand folgender Betrachtung: Aufmerksam gemacht durch Hrurn v. Riohthofbn auf die höchst interessante Frage, inwieweit die ansehnlichen Loth- ablenkangen im Harz und zumal auf dem Brocken von geo- logischem Gesichtspunkte aus vielleicht eine Erklärung finden konnten, bat der Vortragende die von Hrn. Babtbb a. a. O. mit- getbeilteo Differenzen zwischen der auf geodätischem Wege vom Seeberg bei Gotha aus berechneten und der durch astronomische Messung gefundenen Polhohen, welche in sehr übersichtlicher Weise auf einem Gradnetz in ihrer ortlichen Vertheilung dar- gestellt sind, mit einem von ihm nach den neuesten und älteren Beobachtungen im Harz entworfenen geologischen Debersicbtskärtcben verglichen. Dabei hat sich herausgestellt, dass, soweit die immerhin noch sehr lückenhaften Lothablen- kaogszablen mit dem gegentheilig ziemlich vollständig in sei- nen Grundzugen bekannten geologischen Bild des Harz einen Vergleich gestatten , eine ganz auffällige Abhängigkeit der Lothablenkung statthat von der Vertheilung der basischen Eruptivgesteine, besonders des im Harz so constant und nmssenbaft und doch so ungleich verbreiteten Diabas. Dieses Resultat verdient nmsomehr Beachtung, als es s priori einleuchtet, dass wenn Lothablenkungen nicht vor- zaglich nach dem Volumen des im Relief der Erdoberfläche aafragenden Gebirgskorpers statthaben, derart, dass ohne we- sentliche Einwirkung des Volomgewichts der das Gebirge zusammensetzenden Gesteine auf oder zunächst dem Haupt- 31 • 472 erbebangsponkt die Ablenkung (T. 0 ifit, am Poss deB Gebirges dagegen das Loth allseitig gegen jenen Haopterhebungspookt bincu abgelenkt wird, rationeller Weise sanächst an eine Ab- bängigkeit der Ablenkung vorzüglich von der Masse des Gebirges , d. b. von seinen specifisch schwersten Gesteins- massen gedacht werden muss. Nun ist aber der Diabas mit seinem im Mittel um 2, 9 herum schwankenden, häufig 3, 0 übersteigenden spec. Gewicht von den allein hier in Betracht kommenden herrschenden Gesteinsmassen des Harz weit- aus das schwerste, wogegen die geringen Differencen der specifischen Gewichte von Granit, Grauwacke, Thonschiefer, Kalkstein ganz zurücktreten. So begreift es sich eher, waruiD die Granitmassen des Harz, welche die Haupterbebung der Brockengrnppe zusammensetzen , den Einfluss auf die Lotb- ablenkung nicht ausüben, welchen man denselben nach ihrem Volumen zuschreiben mochte. Eine Nordsndlinie durch den Brocken zerlegt den Hart in zwei ungleiche Hälften , abgerundet • Oberharz gegen W., ^ Unterharz gegen O. Pur den Oberharz fehlen die Polhöbe- bestimmungen noch. Für den Brocken selbst giebt die Ta- belle des Herrn Babter -j- 9^ . 18 Lofhablenkung an, für das ohngefähr zwei Stunden nordlich gelegene Ilsenburg -j- 10^.85) dagegen fnr das nahezu doppelt so weit gegen Süden vom Brocken gelegene Hohegeiss — 1 " . 36. Danach dürfte der Nullpunkt wenig nordlich von diesem letzteren Orte liegen. Von Usenbnrg bis auf den Brocken herrscht, abgesehen voq einem schmalen Streifen, soweit bekannt, diabasfreien Schiefer- gebirgs am Nordrand des Gebirges, gleichmässig Granit, was die geringe Differenz der Zahlen für Ilsenburg und Brockeo ganz gut erklärt. Auch südwärts des Brocken bis in die Nähe von Braunlage hinzu steht Granit au und erst südlich von Braunlage sind die ersten beträchtlichen Diabasmassen aaf dieser Nordsudlinie entwickelt. Schwärme korniger Diabase im unteren Wieder Schiefer, mehr durch die Zahl der einzelnen Lagergänge, als durch die Ausdehnung derselben beträchtlich, obwohl auch diese letztere gerade hier bedeutender, als viel- orts im Harz. Geht man aber noch südlicher über die diabas- freie Sattelzone der Tanner Grauwacke, so gelangt man nach abermaliger Ueberschreitung der Wieder Schiefer über die Kieselschiefermassen des Ebersbergs nordlich von Hohegeiss 473 io jene Baagedehnte geecblosflene Begion dichter Diabase im Zorger Schiefer, die durch ihren alten Eieenateiobergbau bei Hobegeisa, Zorge, Wieda beicannt ist. In ihr liegt alao der Nullponkt des Nordaodprofila durch den Brocken und es würde noo die weitere Aufgabe sein, nach Westen und Oaten noch mehrere Nullpunkte zu gewinnen, um die Qleichgewichtalinie dorcb den Harz kennen zu lernen. Nach Weaten zu fehlen die Daten, wie achon erwähnt, faat ganz, nach Osten hin liegen vier Polhohebestimmungen an der Peripherie des Harzes vor, auf dem Harz selbst kein weiterer Punkt. Am Nordrand des Harz wurde ostandostlich von Ilsenbnrg (*f- 10'' • 85) aaf dem Regenstein bei Blankenburg -^ &" .S und wiederum ostsodostlicb von da auf dem Oegenstein bei Ballenstedt -{- Sf\5 gefunden; am Sudrand dagegen bei Tettenborn sudwestsndlich von Hohegeias — S'' . 10 , auf dem Kuhberg zwischen Brei- tnngen und Rosala in einer Nordandlinie dea Harz, die den fiamberg-Oranit schneidet, — 5''. 2, endlich auf der Born- Städter Warte, sudwestlich von Bisleben — 4". 6. Sämmtliche Punkte liegen geologisch betrachtet nicht mehr auf dem her- cjoischen Insulargebirge, sondern auf den dasselbe randlich amziehenden Flotzformationen : Regenstein , Oegenstein Senon- Quader, Tettenborn Zechsteindolomit, Kuhberg oberer Zech- stein oder unterer Buntsandstein, Bornatädter Warte oberea Roth liegen dea. Ea braucht kaum hervorgehoben zu werden, dass diese Verschiedenheit der Flötzformation hier gar nicht in Betracht kommt, nur das Kupferschieferflotz im Mansfel- diseben konnte allenfalls fühlbare Einwirkung auf die Lotb- ablenkung zeigen gegenüber den Diabas - Massen des Harz. Darauf iaft zu achten, wann es gilt, die Orenze der Lothablen- koog nach Osten zu finden. Diese fällt nach den mitgetheilten Zahlen, wie Herr Bastsr hervorhebt, jedenfalls über die Ost- grenze*) des Harz hinaus. Nimmt mau die Verbreitung des Diabas im Harz als Maassstab für das Urtheil , so ist nichts *} Auf dem sehr übersichtlichen Gradnetz-Grund riss der Hrn. Bai;ybr iit die Södoctecke des Harzgebirges etwas sa sehr abgestntrt, orographisch wie geologisch reicht der Harz über den Meridian !29* östlich hinaus, die ftossersten geologischen Grenzpnnkte Qnenstädt, Walbeck liegen ongefiUir ^29* 7^ 5 ; danach liegt der Punkt anf der Bomst&dter Warte nicht so sehr von der Peripherie entfernt, als der soiszirte Grnndriss rermnthen lasst. 474 natürlicher als dies Brgebniss , denn eine Linie vom Gegen- stein bei Ballenstedt nach Bornstädt schneidet einen der diabas- reichsten Districte des Hars. Das von der Leine and Eine ond anderen kleinen ZaBassen dnrchfarcbte Plateau swiscben Selke nnd Wipper ist von Königerode bis Welbsleben wie durchsiebt von Diabaslagergängen im unteren Wieder Schiefer — auf dem einen Messtischblatt Fansfelde der Generalstabs- karte (1 : 25000) kommen allein ungefähr 1000 einzelne Diabas- massen cur kartographischen Darstellong. Ueberdies schneidet jene Verbindungslinie nächst dem geologischen Sadrand dei Hars noch eine an Earpholith resp. Bisen- und Mangan reiche und eine sogen. ^Grune^ (d. h. dem spec. Gew. nach den Diabaszonen wesentlich gleichwerthige) Schieferzone. Die drei am Sndrande des Harz gefundenen Lothableo- kungswertbe , zumal Tettenborn und Kuhberg, differiren so wenig, dass sie einstweilen keine weiteren Anhaltspunkte geben. Unter den drei am Nordrand des Harz gelegenes Punkten fallt der Regenstein (-f- ö'^.S), zwischen Ilsenborg (+ 10". 85) und Gegenstein (+ 8''.5) gerade in der Mitte gelegen, durch seine Lothablenkungsdifferenz sehr auf, wiLh- rend die geringere Differenz zwischen Ilsenburg nnd Gegeo- stein auf die etwas grossere Entfernung des letzteren Punktes von der Peripherie des Harz, sowie auf die immerhin nicht zu unterschätzende Höhendifferenz der gegenüberliegenden Oe- birgsmasse einstweilen ungezwungen bezogen werden könnte. Gegenstein und Regenstein sind dagegen zwei Punkte, wie sie kanm besser mit geologischem Takt zur Probe der hier entwickelten Ansicht ausgesucht werden konnten : Beide Punkte liegen auf maueräfanlich aus dem Flötzgebirge aufrageodeo Senon- Quader -Felsen, beide in wesentlich gleichem Abstand vom geologischen und orographischen Harzrand. Nun ist aber das dem Regenstein gegenüberliegende Bruchstuck des Harz zwischen Blanken bürg und Hnttenrode sehr reich an Diabas, Schaalstein (d. h. Diabastuff) und Diabas -Bisenerz, während gegenüber dem Gegenstein von Ballenstedt bis jenseits der Selke eintönig Grauwacke herrscht und erst nördlich Pans- felde in Bntfernnng von 2 Stunden Diabas*) anstehend ge- *) Eine kleine, gans iiolirte Diabafmasse anmittelbar bei Ballenstedt kommt natürlich gar nicht in Betracht. 475 füodeQ wird. Sonaeb erscheint die bei sonst so gleichen Bediogangen des Beobachtangsortes doppelt aoffällige Oif«- fereof durch die Nabe des darch sein Volumgewicht ansge- zeichneten ErnptiTgesteins hinreichend erklärt nnd ist damit sogleich darauf hingewiesen, dass die Gleichgewichtslinie durch des Han keineswegs dessen Längsaxe parallel geht, sondern zickzacfcfonnig darüber hin weglauft, gleichwie die Streichlinien der Schichten des hercjnischen Schiefergebirges , welchen die Diabase, wie schon früher von dem Redner geseigt, wesentlich folgen. Gerade weil bei der Wahl des Orts der bisher in und an dem Harz stattgehabten Polhöhebestimmnngen die geolo- gischen Verhältnisse nicht bestimmend eingewirkt haben, und denooch ihr Ergebniss so wohl abereinstimmt mit den Resnl- taieo geologischer Forschung auf einem der heutzutage aller- geoaaest durchforschten Gebiete, durfte diese Betrachtung omsomehr die Hoffnung nähren, der Hart, dessen aosgeseichnet iosolare Masse gans besonders so einer solchen Prüfung ein- ladet, werde die Frage, ob die Lothablenkong in erster Linie von dem Volumen oder von der Masse des Gebirges abhängig sei, der Losung näher bringen* Dafür, dass es dem Redner gestattet ist, nach dieser Richtung einen Versuch zu wagen, ist er den Herren Babtbb und v. RiOHTHOfBir zu aufrichtigem Dank verpflichtet, dem er auch gern an dieser Stelle Ausdruck ▼erleiht. Da Herr Babtbb durch Herrn Albbbobt, den Sections- cbef des preussischen geodätischen Instituts für diese Gegend, dem wir die meisten der in Rechnung gesogenen Werthe für deo Harn verdanken, weiterhin nach Westen vom Brocken, also nach dem Oberhare hin, die Lothablenknng verfolgen will, hat der Redner vorgeschlagen, bei Harzburg eine Fol- böbebestimmung zu veranlassen. Die grosse Nähe der bereits bestimmten Paukte Ilsenburg und Brocken und somit auch des Granit und des Haupterhebungspnnktes des Harzgebirges, aadererseits die aoeserordentliche Entwickelung der Harsburger Gabbro^Massen *) im Gegensatz zu dem Herrschen des Granit *) Wai ffir den Diabas gilt, gilt lelbstTerstÜDdlich auch für den Gabbro. 476 aaf der Linie Ilsenborg - Brocken , laset hier nach der vorge- tragenen Ansiebt eine wesentliche Differenz zwiscben lisen- borg und Harzbarg erwarten. Auch fir die Festsetsong anderer Beobachtongspunkte hat Herr B abter frenndlich zugesagt, den Vorschlag der Geologie thunlichst zu berncksichtigen ond wird der Redner seinerseits der deotscben geologischen Ge- sellschaft über das Ergebniss fernerhin Bericht erstatten. Noch sei hier aas den von Herrn Babtsr a. a. O. mitge- theilten Resnltaten der Gegensatz zwischen Meissner ( — (T . 14) and Brocken (-{- 9" . 18) hervorgehoben : Die compacte Basalt- masse des insolar anfragenden hessischen Bergriesen acheint nahezu den Nullpunkt aaf den Gipfel zu bannen; ganz anders der weitum Rundschau bietende Harz-Gipfel, er ist Theii einer Gebirgsinsel von sehr complicirtem geologischem Bau, deren Haapterhebnngspunkt keineswegs das Centram für die Loth- ablenkung abgiebt. Herr Weiss theilte Beobachtungen über das gegenseitige Niveau - Verhalten der Individuen in den sogen. Dauphineer Zwillingen des Quarzes mit. Allgemein bekannt sind die festungsartigen Zeichnungen auf verschiedenen Flächen der Quarzkry stalle, welche dadurch hervorgerufen werden, dass zwei Individuen derart mit einander verwachsen, dass Beide zwar die Axen gemein haben, aber das eine gegen das an- dere um 60° um die Hauptaxe gedreht erscheint, und dass beide Individuen in ihren Haupt- und Gegenflächen einen physikalischen Unterschied von Matt und Glanz zeigen , der bei der eigenthumlichen Vertheilung desselben im Zwilling jene fleckigen Zeichnungen veranlasst. Man pflegt dabei als merkwürdig hervorzuheben , dass beide Quarsindividuen sich derart das Gleichgewicht und die Flächen des einen Indivi- duums diejenigen des anderen so beständig im gleichen Ni- veau halten, dass es als eine ungewöhnliche Annahme erscheint, wenn einmal Krystalle gefunden werden, woran das eine Zwilliugsindividuum ans dem anderen hervortritt und herausspringt. Dazu gebort der durch G. vom Rath beschrie- bene Fall an Krystallen von Oberstein , wo scheinbare Di- hexaSder mit eingekerbten Kanten dadurch gebildet werden, dass wie beim Diamant das eine Individuum sich ein wenig über das andere erhebt und vorspringt. — Prüft man nun jene Dauphineer Krystalle , welchen im Wesentlichen dasselbe 477 ZwilHngsgesets lo Graode liegt, nor mit onregelmätsigem Verlanfe der Orenie, naher, so fiodet man, data die gleich- geneigten Flachen erster und sweiter Ordnung der zwei Indi- ?idoen dnrchaus nicht immer in ein und dieselbe Bbene fallen Qod dass ein mehr oder weniger grosser Niveau • Unterschied bei ihnen weit öfter vorkommt, als man es wohl bisher ver- malhet bat, nnr sind diese Unterschiede meist gering, zwar im Falle recht dentJicher Zeichnung auch am leichtesten erkennbar, aber in anderen Fallen schwieriger wahrsonehmen. Am deut* liebsten ist die Zwillingsseichnung auf den Dihexa&derflächen (Di-RhomboMer), den Fliicben des dreifach schärferen Rhom- boedera und den Sanlenflächen. Das damit verbundene Vor* springen und Zurücktreten der Individuen wurde bis jetst am grössten gefunden auf den Flächen 3r, wohl weil hier die matt erscheinenden Flecken in den glänsenden Feldern nicht durch das Gegen rhomboeder 3r^ sondern nach Robk durch ~r' ge* bildet werden, wodurch ein Niveau-Unterschied befordert su werden seheint. Auf den Flächen des Haupt- und Gegen- rbomboMers ist der Grad der Deutlichkeit der Erscheinung verschieden; dagegen auf denen der Säule am wenigsten evident, weil hier die starke Flächenstreifung für die Beatim- maog des vorspringenden Theiles dieser Flächen meist hin- derlich ist. — Selten kann man schon mit blossem Auge das Heraustreten aus der Ebene erkennen; es giebt aber ein sehr einfachea Mittel, um sich selbst von sehr feinen vorhandenen Niveau -Unterschieden sicher su nberseugen. Da nämlich der Rand des hervortretenden Theiles des Krystalls stets von schrägen glänsenden, sehr schmalen Flächen gebildet wird, die nicht viel, aber etwas von der Richtung der herrschenden Krjstallfiäche abweichen, so lässt sich durch Spiegelung leicht entscheiden, wo der ein- oder ausspringende Winkel dieser Randflächen liegt , mithin welches ^ der vertiefte und hervor- tretende Theil ist. Man nimmt auf diese Weise wahr, dass io der That sich sehr gewöhnlich ein Individuum über das andere erhebt, wie bei den oben genannten Obersteiner Kiystallen. Einige solche Fälle wurden vorgezeigt und die Torlänfig erhaltenen Resultate waren folgende: 1. Auf den Flächen des Hadpt-DihexaMers (Di-Rhombodders) sind ent- weder die matten Stellen erhaben, die glänsenden tiefer 478 liegend — und zwar in allen SexUntea (i. B. Be^krTtUll des l>anphin^, Schweii, Scbleaien), oder dieselben aiod ~ ebenfalls am ganieo Kr^talle — vertieft (RanclfqnBn UDii schwach gefärbter Amethyst der Schweii). Im letaleren Falle warde der Niveau - Unterschied bedeotender gefnndca , jedodi waren bei dem genaunteD au sgeiei ebneten j^meth^it die glin- ■enden Roodflächen erat darch Befenchteo der maUea Stelln wahrnehmbar za machen. — 2> Anf den Flächen des dreihcb sohärfereD RbomboAdera kommen ebenfatla beide FUU tot. Jedoch meist wie es scheint der letztere, data die malten Stelleo die vertieften sind (Seh weiter Kr.). — BndKeb 3.1m- aen sich auch aaf den Säuleuflächen die Niveaa - Unterscbinlt beobachten (Striegan, Schweizer Kr.) ond zwar dann so, dui wenn die Zwillingsgrense sichtbar von den Dihexaöderfläebtii aaf dM Sänlenflächun fortsetzt, siets diu in denselben Sei- lanten liegenden aneinander stosseDden flächen beiderlei An beide entweder die vor- oder zaräcktret enden Theile des Kri- Stalls bilden. Vergleicht man diese Besnltate mit dem von Yyorkommen überhaupt eine analoge ist, da ferner ebe eingebende Beobachtung der Lagerungs Verhältnisse durch- ftoa nicht dagegen spricht, so kann die B.ohmker Klippe in ibrem unteren Theile mit dem Wasserfall nur einen aus dem Colin ^mportauchenden , an seinem Kopfe im Laufe der Zeit fortgeführten Kalkstein -* Sattel darstellen, dessen beide Flügel flach Ost hin eioüsllen (einen sogen, einseitig überkippten liofksattel). Da ferner von hier nach Westen auf die verän- derten Cnlmthonschiefer und ihre Qrauwackeneinlagerungen wiederum Kramenzelkalk, nämlich in den hahnenkammähnlichen, maleriaehen Felsen der Rabenklippe, in einer breiten Zone folgt, welche, abgesehen von ihren Specialfalten als Ganaes des- gleichen nach Osten einfällt und im liegenden concordant von den metamorpkosirten Goslarer Schiefern, Calceolaachichten Qod dem Spirif^rensandsteia begleitet wird, so müssen die Colmgesteine an der Rohmker Halle nothwendig das Innerste einer Mulde mit sjnklinem, ostlichem Einfallen beider Flügel bilden, von welchen der ostlichere wiederum der ebea erwähnte 490 Sattel ist. Das Tiefste dieser Mulde steigt, insofern man einige Unterbrechungen darcb qaerschlägige Verwerfungen an- berücksichtigt lasst , allmälig nach Norden bin an , so dass sieb oberhalb der Kestenecke die beiden Kramenzelzonen rechts und links von der Oker im Flussbette bereits vereinigt haben. Vermuthlich durch eine neue Schichtenstornng von die* ser Vereinigung abgeschnitten, tritt am weitesten gegen Nord an der neuen und alten Chaussee unterhalb Rohmker Halle suletct nur eine Kramenselcone in Begleitung der tieferen Devon- glieder auf. Herr E. A. LosSBN theilte neuerdings gemachte Beobach- tungen aus dem Diluvium bei Berlin mit und knüpfte daran Betrachtungen über dessen Gliederung. Br machte sunachst auf Abgrabungen aufmerksam, die in ausgedehnter Weise auf der Südseite der Stadt bei dem Düsteren Keller gerade jetzt statthaben und vorübergehend den Bau und die Zusammen- setzung des der Stadt zugekehrten Dferrandes des Teltower Diluvialplateau bioslegen: Die alte Lehmgrube des Düsteren Keller's, vielleicht die älteste nächst der Stadt, baute nicht, wie man nach der Karte des Herrn von Bbnniugbbk - Pördeb schliessen mnsste, den oberen (mergligen) Geschiebelehm, sondern den unteren ab. Wie am Kreuzberg, so ist ancb an der ostlich davon gelegenen Hohe bis zu der KuRHKiit'schen Fabrik in Folge einer dem Dferrand nahezu parallelen Auf- sattelung der Schichten der obere Geschiebelehm auf dem Scheitel der Plateaukante und an dem der Stadt zugekehrten Abhang gar nicht vorhanden, vielmehr südwärts zurückge- schoben bis nahe an die Grenze des Ezercierplatzes , wo der- selbe auf dem Terrain der SoHALLiNO'schen Bäckerei, auf dem der Molkerei und der HoF^schen Brauerei ansteht. Die 9 bis 15 Fuss mächtige Geschiebelehmplatte, die auf jenem, vop einem neuen Strassenproject durchschnittenen, Scheitel und in dem Hange liegt, in welchen der Dnstore Keller von N. nach S. ansteigend eingegraben ist, lässt im frischen Anbruch alle Merkmale des unteren (mergligen) Geschiebelehms erkennen: frisch dunkelgraublane Farbe, unterbrochen durch zahlreiche weisse, eckige Kreidebrocken, starke prismatische Zerklüftung, hie und da bis zu einer blätterigen Ablösung gesteigert, und den Uebergang in Diluvialgrand. Von dem oberen Geschiebe- lehm des Tempelhofer Feldes ist sie getrennt durch den Diluvial- 491 8And, der bei der Windmahle zwischen der H(«^ sehen Brauerei Qod dem Terrain der Molkerei ober einem Orandiager gut eotblöst ist und, wie die jetzt planirten Abgrabungen auf letz- terem Terrain eine Zeit lang gut beobachten Hessen, steil onter die Platte des oberen Oeschiebelehms einsohiesst, wie ea dem Sodflugal eines nahezu O.-W. sireichenden Sattel- räckens zukommt*) Auf dem Scheitel des Plateaurandes ist die flach gen S« geneigte Auflagerung des Diluvialsandes auf dem Unteren Oeschiebelehm wahrzunehmen, wahrend in der Plateaakante selbst letzterer in Folge der Erosion unbedeckt XQ Tage tritt und, nunmehr nach N. geneigt, den grossten Theil des der Stadt zugekehrten Abhanges ausmacht, in den vom Kreuzberg bis zur Hasenheide den Nordflugel jenes eben erwähnten Sattelruckens fallt.**) Unter dieser Platte des QDtereo Gesehiebelehms tritt derselbe Sand wieder auf, der dieselbe bedeckt***), was sowohl am unteren Ende des Düsteren Kellers, als an der Ostecke des oberen Ausgangs aus dem- selben, ganz besonders deutlich aber in einer neuerdings auf dem Scheitel der Erbebung sudlich der Windmühle eröffneten (irube SU beobachten ist. Diese Grube baut zumal ein Grand- iager ab, das nichts weiter ist als die directe Fortsetzung der in Rede stehenden Platte des unteren Geschiebelehms, die nach *) So war auch tot einigen Jahren in der Fondamentgrube des auf der Weatieite der Tivoli-Branerei errichteten Oeb'iadei dotttllcb das Kinienken der Sand- und Grandmassen des Krenzberg-Gipfels anter den gegen das Tempelhofer Feld geneigten oberen Geschiebelehm zn sehen. Die Neigung war hier jedoch ganz gegen SW. gerichtet, wie es der Endigong jenes Sattelruckens im Krenzberg auch entspricht. Denn die n&chst westwärts gelegene Lehmmergelgrnbe Kriegersfelde zeigt den con- UDuirHchen Verlauf des oberen Gesehiebelehms vom Tempelhofer Feld bis an den Alluvialbildangen des Spreethals; hier ist also im Gegensatz zum Krenzberg eine Tiefenlage vorhanden. ^ Ehedem hatte die, jetzt in eine Villenanlage verwandelte, tiefe Sandgrube zwischen der Fahrstrasse nach Tempelhof and dem Krenzberg deo Sattel der ganzen Qaerlinio nach anfgeschlossen, was leider jetzt nirgends mehr deutlich der Fall ist und sehr bald noch weniger der Fall sein wird nach Bebauung des Terrains bis zur KuMB&ia*schen Fabrik. ***) Bekanntlich feigen nach unten noch mehrere, in ihrer Mächtig- keit sehr weehaelnde, bald anskeileode, bald untereinander verschmelzende Gescbiebelehmlagen im Diluvialsand zwischen dem Kreuzberg und dem Dosieren Keller. Dieselben, früher in den tiefen Sandgruben trefflich «rschlossen, sind jetzt kaum irgendwo gut entblösst. 494 Oberes BilUTima (ohoe Pahtdma dUufriana Kiozh)*): Oberer (mergeliger) Oeeohiebelehm (lueammt der in kalkfreien Deeklehm und io DecksaDd an Ort and Stelle umgewandelten Ober- fläche) Sand nnd Orand im oberen Oeachiebelehm **) Unteres BilUViaill (mit PcUudim düuviana Kuhth): Oili^viaj - Hauptsand Diluvial -Oraad Glimmer* nnd MergeUand tTnterer (mergeliger) Oescbiebelehm Olindower Tbon Sand -Pacies Lehm- ondThon- Facies» In diesen» Schema drucken also nur die beiden Haopt* abtheiiongen eie consiantes Lagerungaverhaitmas ans. Darob dassolbe soll jedoch keiaeswegs besagt werden > dasa Güe* derungen, wie die oben nach Kunth mitgetheilte in der Natur nicht vorkammen. Im Gei^entbeil mögen solche für maodbe Districte so häufig sein, dass man local darin ^na Gesetz- fliässigkcit erkennen muss; nur dass allgeD^ein in der Mark oder gelbst bei Berlin die bisher dort gebräuchliche Gliederaog aU eine Ordnung stetig auf einander folgender Formations- glieder nicht aufrecht erbaltjen werden kann, das soll hiermit ausgesprochen sein. Die Gründe dafür bald an anderer Stelle. Hierauf wurde die Sitaang geftshlossen. V. w. o. ^ Bbtbioh. Wbbskt. Dambs. *) ßowelt meine Keantniss äer Literator und meine eigene Erfahrung reicht, ist Paludina <üiuviana Kuntb, eine ausgestorbene Art, Iris jetst noch niemaU im oberea Geschiebe-fahrenden Lehm nnd den ihm ein- geordneten Sauden, dagegen in allen sandigen und lehmigen oder tho- nigen Schichten des gleichviel in welcher Reihenfolge im BhiEeln geord- neten unteren DiluTiums beobachtet worden, ein Umstand, der um so schwerer in't Q«vicht fUlt, als dieses wfchtigt Fossil auch nach BttiRDT neben der marinen Fauna des unteren DUuTiums von Prensten Terhan- den ist. **) Bine selbständige Sandbildong über dem oberen Qeschiebe- lehm habe ich bei Berlin nicht beobachtet und darum nicht aufgeführt, womit deren thatsächliches Vorkommen jedoch nicht negirt werden soll Drnek von J. F. Starok« In Berlin. Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft, 3. Heft (Juli , August und September 1 875). \. Aofs&tze. 1. lieber die Bildmig von Dolomit Von Herro F. Hoppe -Sbyler in Strassburg. Hierm Tafel XII. Unter den Problemen, welche die chemisohe Geologie zur Erklärung der Bildaog nnd Ablagerang der rerschiedenen Gebirgsarten ca losen hat, nimmt die Brklärong der Entste- boDg des Dolomit eine hervorragende Stelle ein. Innig ver- koBpft eineraeita mit ganz anzweifelhaft vnlcanischen Vor- gingen iUterer wie neuerer Zeiten, finden wir Dolomite an- dererseite eng sich ansebHessend an Oyps-Anbydrit-Steinsalz- ablagernngen , finden wir sie endlich in enormen Massen aasgebreitet nnd in hoben Felsblocken emporragend aber sedimentären Gesteinen fern von einer nachweisbaren Qaelle Tolcanischer Thätigkeit, auch fern von Steinsalz nnd Anhydrit- lagern. Seitdem L. v. Büoh vor 50 Jahren seine classischen Abhandinngen ober Dolomit als Oebirgsart geschrieben , die grosse Bedeutung des Dolomit hervorgehoben ond zaerst ver- sacht hat, das Bathsel der Bildung dieses Oesteins seiner Lösung naher zu fuhren, ist eine Reihe von wichtigen Ar- beiten über diese geologische Fundamentalfrage veröffentlicht, welche sehr werthvolles Material ergeben und die Losung vor- bereiten; aber vergeblich sucht man in ihnen nach einer ab- l'-Ms a. D. kmL G€%. XXVII. 3. 33 496 schliessendeo and zum richtigen Verstandniss genagenden Er< klärong. Dies Urtheil haben erfahrene Geologen aasgesprochei und diejenigen, welche mit sorgfaltiger Beachtung der Ver haltnisse, anter denen der Dolomit auftritt, versucht habeDJ Erklärungen zu geben, haben dies einerseits mit einer gewisse^ Zurückhaltung und doch zugleich mit der Annahme ganz ausser gewohnlicher Einwirkungen getfaan. So auch v. Buch selbst der dort, wo er aber den Zusammenhang der DolomitbildaD( mit vulcanischen Eruptionen spricht, ober die Art der Bioj Wirkung durchaus nicht mit der Bestimmtheit auftritt, ali man ihm vielfach Schuld gegeben hat. Sehr treffend spricbl sich EsoHBB y. D. LiNTH*) über den Dolomit Vorarlbergs sq9 indem er sagt: i^dass solche Dolomitmassen nach der it neuerer Zeit von mehreren Seiten aufgestellten Behauptung gewöhnliche neptunische Niederschläge seien, wie Sandstein Mergel, Kalkstein, stellt sich als eine sehr gezwungene, mii den Erscheinungen nicht übereinstimmende und noch wenigei sie erklärende Ansicht dar. In der That, die Felsschicbte« über und unter dem Dolomit sind reich an Petrefacten, be sonders oft fast blos aus solchen zusammengesetst, aus den so mächtigen und so weit verbreiteten Dolomit Vorarlbergs des Räthikons, mittleren Bundtens und des unteren Engadioi ist mir dagegen nur ein einziges Petrefact bekannt, wenn el wirklich ein solches ist; es stammt vom Rhatikon swiscfaei dem Rellethal und der Sporen - Alp und besteht aus eioei corallenähnlichen Figur, die vielleicht eine blosse Aasacheidoo^ und Ablosungsforro ist. Qewiss wird aber Niemand annebmei wollen, dass in dieser Gegend während der Bildangsperiod< des Dolomits das organische Leben erstorben sei, noch ancb dass in diesen Gegenden überall und während der gaozei Periode der Dolomitbildong die Bedingungen gefehlt haben unter denen Conchylienschalen begraben werden. Man wirc daher zu der Annahme gezwungen, dass die im Dolomitstof einst vorhanden gewesenen Thierreste durch einen später ein- getretenen Process zerstört worden sind. In was dieser Pro- eess bestanden, ist noch ein Geheimniss; denn von alleo ♦) A. EscHKR V. D. LiNTH, Geognostiscbe Bemerkungen Aber dai nördliche Vorariberg nnd einigo augrenEende Gegenden. Zürich ls5i pag. 25. 497 aufgestellten BrklaniDgsversucheD befriedigt doch wahrlich keiner.* Kurze Zeit bevor Ebohbb diese Worte schrieb, waren die ersten ernstlicbeD Versuche gemacht worden, za einer Erklä- rong der Doloraitbildnng zo gelangen, seitdem sind manche weitere Untersuchungen in dieser Richtung hinzugefügt, aber weder die Versuche von Sterrt Host*), noch die Combina- tiooeo von G. Bisohof**}, noch endlich die Erwägungen von Th. SoHsaBBB***) geben eine aasreichende Erklärung , und oenerdings hat Gobt7P- BBSANBZt) überzeugend nachgewiesen, dass an eine Bildung von Dolomit durch Extraction magne- siamhaltigen Kalksteins dnrch Boden wässer, einen Process, den BieoHOF haoptsächlich zur Erklärung der Bildung von Dolomit ans msgnesiamhaltigen Kalkstein benutzen zu können meinte, nicht zu denken ist. Das erste und wichtigste Erforderniss zur sicheren Be- artheilnng der Bildung eines Minerals ist die künstliche Dar- stellung desselben und zwar die Darstellung unter Verbal t- oisseo, welche den in der Natnr herrschenden möglichst voll- ständig gleichen. Diese letzteren kennen zu lernen, bietet nicht selten bedeutende Schwierigkeiten, ja es scheinen dieselben vor der Band oft nnuberwindlich , wenn es sich um Erklärung der Bildung älterer Gesteinsformationen handelt, da diese meist nachweisbar mannigfaltigen Umwandlungsprocessen unterworfen gewesen sind. Es kann sich also auch hier zunächst nur um die neueren Dolomitbildungen handeln. Alle vSchlnsse, welche wir aus den gefundenen Erklärungen anf die älteren Dolomite übertragen, werden umsomehr Unsicheres, Hypothetisches ha- ben, je weiter zurückliegend ihre Bildung ist und je mannig- faltigere Dmwandlungsprocesse anf ihre Umgebung eingewirkt haben. Andererseits wird kaum ein Zweifel daran aufkommen *) SiLLi«., Am. Jonrn. (2) XXVIII. pag. 170. 365. 1859; ebendas. (2) XLn. pflg. 49. 1866. — Sterbt Hont, Chemical and geological essayt, Boston n. London 1875. pag. 80. **) G. Bischof, Lehrbuch der ehem. n. physik. Geologie 2. Aafl. III pag. 79. ***} Th. Schbeher, Beitrüge aar Erklär, d. Dolomitbildung. Dresden 1S65; wie Jahrb. f. Mineral. 1866. pag. 1. t) Ann. Chem. Pharm., Snppl.*Bd. 8. pag. 230. 33» 498 können, da«8 Dolomitlager wie im Bionentbale der Schweiz, die mit Glimmerschiefer zusammengehören, höherer Tempe- ratar einmal ausgesetst gewesen sind. I. Die kttnstllohe Bildung von Dolomit. Die kanstliche Darstellung von Dolomit ist bekanntlich schon 1847 Morlot*) gelungen, als er Bittersais mit kohlen- saurem Kalk nnd Wasser aaf 200 '^ erhitste, ebenso ist zwei Jahre später von Mabignao und Farrb**} Dolomit bei hö- herer Temperatur durch Einwirkung von kohlensaurem Kalk auf Chlormagnesiumlösung erhalten. Es wurden ferner von Stbbrt Hunt***} sahireiche Versuche sur Erklärung der Bil- dung von Dolomit ausgeführt; unter ihnen verdient besondere Erwähnung, dass es ihm gelang, durch Fällung gleicher Aequi- valente von Chlormagnesium und Chlorcalcium durch kohlen- saures Natron, Auspressen des Niederschlags nnd Erhitsen desselben auf 120° bis 180^ Dolomit darzustellen. Eine zufällige Bildung von rhomboödriscfaen Kryslailen von der Zusammensetzung des normalen Dolomit bei gewöhn- licher Temperatur in einem Bicarbonate enthaltenden Mineral- wasser, das sich in einer nicht gut verschlossenen Flasche befand, ist von A. MoirBSSiBaf) beschrieben. Dies sind die wichtigeren in der Literatur verseichneteu Angaben über kunstliche Bildung von Dolomit. Zahlreiche weitere Versuche, die beschrieben sind, haben sn einem gün- stigen Resultate nicht gefnbrt. Als Dolomit fasse ich hier nur die Verbindung ^f^iCO^^^^g auf, in welcher mehr oder weniger Magnesium durch äquiva- lente Mengen £isen im Oxydulzustande vertreten sein kann. Die Krystallform des Dolomit ist bekanntlich fast stets gut erkennbar, aber doch nicht in jedem Vorkommen; die dolo- mitische Kreide von Dächingen bei Ulm, von welcher unteo noch die Rede sein wird, besitzt die chemischen Eigenschaften des Dolomit und seine Zusammensetzung, aber anch unter •) Haidinckr, Natnrwiss. Abhandl. I. pag. 305, 1847. ♦•) Biblioth. univ. de Gen^ve, Mai 1849. ♦•♦) a. a. 0 l) Will, Jabrecber. der Chemie 1806. pag. 178. 499 ]em Mikroskop keine deutliche Krystallisation. Gepulverter [)o)omit kann in kobleDsänrebaltigem Wasser bei 200° und selbst bei viel niedrigerer Temperatur wieder in schon aus- gebildeten Krystallen umkrjstallisirt erhalten werden. In ver- iSoDten Säaren, besonders in Essigsäure , ist Dolomit be- kanntlich ebenso wie Magnesit schwer losslich. Pfaff*) fand, dass bei der Behandlung von fränkischen Dolomitproben mit Bssigsäure, Calcium und Magnesium nicht im Aequivalent- Ferhältniss gelost wurden, sondern dass Calcium reich- licher sich aufiosste und ein magneaiumreicher Rückstand blieb. Ans einem Gestein, welches neben 60,33 pCt. CaCO, eDthielt, 38,27 pCt. Mg CO 3, wurden durch 24stnndige Be* handlang mit Essigsäure 49,48 pCt. Ca CO, und 22,08 pCt. Mg CO, extrahirt und neben 10,85 pCt. Ca CO, noch 16,19 pCt. Mg CO, ungelöst gelassen. Sowohl vom Bitterspath von Sassbach am Eaiserstulil als von einer Dolomitprobe vom Schiern bei B o t z e n in Tjrol erhielt ich bei 30 stundiger Behandlung der gepulverten Mioeralien mit Essigsäure Calcium und Magnesium in den Äequivalentverhältnissen in der Losung sowie in dem un- gelöst gebliebenen Rückstände. In der Schiernprobe war im QDgelosten Rockstande ein Theil des Magnesiums durch äqui- Talente Menge Eisen vertreten. Andere Dolomitproben vom Wellendolomit am oberen Neckar und von der Scesaplana in Vorarlberg gaben ähnliche Resultate, wie sie Pfaff er- halten bat; sie konnten sonach nicht als reiner Dolomit an- geBeben werden. Die reinen Dolomite wurden von Essigsäure sammtlich viel schwieriger angegriffen als solche, welche Calciamcarbonat und Magnesit enthielten. Oorup-Bbsanbz**) fand, dass fränkischer Dolomit an die Waseer, welche ihn durchdringen und aus ihm als Bäche ^vortreten, Calcium und Magnesium als Carbonate im Aequi- Taleotverhältoiss abgiebt, dass man ferner bei Behandlung des (^pulverten Dolomit mit koblensäurehaltigem Wasser gleich- ^Ib eine Losung von Aequivalenten dieser Metalle erhält.' ^^9 stimmt uberein mit meinem Befunde bezSglich des Ver- &iteQ8 der sudtyroler Dolomitproben gegen Essigsäure, steht *) PoGG. Ann. Bd. S'i pag. 487. 1851. **) a. a, 0. 500 aber nicht im Einklänge mit dem Befände von Pvaff, der oben erwähnt ist; wahrscheinlich kommen reine und nnreine Dolomite im fränkischen Jura vor und es erklärt sich hieraos der verschiedene Befund, denn eine verschiedene Wirkung der Kohlensäure gegenüber der Essigsäure in dieser BeaiebuDg wurde kaum ansunehmen sein. GoBUP - Bbsanbz überzeugte sich nun , dass diese Wässer beim Stehen an der Luft und beim Verdunsten zunächst haupt- sächlich Calciumcarbonat ausfallen Hessen , so daaa eine magnesiumreichere Losung zuruckblieb, es wurde keine Spur Dolomit gebildet. Meine Versuche mit Mischungen wässeriger Losungen, welche Calcium-, und Magnesiumbicarbonat im Aeqoivaleot- verhältniss enthielten, stehen mit den Versuchen von Gobup* Bbsanez in vollster Uebereinstimmung und ich habe mich überhaupt durch eine Reihe von Versuchen, deren Einzeln- heiten hier anzuführen nutzlos wäre, überzeugt, dasa weder Losungen , welche beide Bicarbonate in irgend welchem Ver- hältniss enthalten, noch Losungen, welche Magnesiumbicarbonat enthalten und im geschlossenen oder offenen Gefäss mehrere Monate in Berührung mit überschüssigem Calci umcarbouat stehen, auch nur Spuren von Dolomit geben. War überschüs- siges Calciumcarbonat vorbanden , so nahm der Niederschlag zwar in allen Versuchen geringe Quantitäten von Magnesian auf, aber der Niederschlag war stets in kalter verdünnter Essigsäure sofort loslich. Ebenso gab eine Losung von Chlormagnesium mit kohlen* saurem Kalk, mehrere Monate stehen gelassen, keine Spuren von Dolomit, obwohl ein Theil des Magnesium in den Nieder- schlag und dafür ein Theil vom Calcium in die Losung über- gegangen war. Alle diese Losungen wurden sehr verdünnt zu den Versuchen verwendet. Dass Gypslosung mit kohlensaurer Magnesia bei gewöhn- licher Temperatur in schwefelsaure Magnesia und kohlensauren Kalk sich umwandeln, ist durch Versuche von MiTSCHEaucH schon vor langer Zeit ermittelt. Sättigt man eine verdünnte Losung von schwefelsaurer Magnesia mit Calciumbicarbonat und Kohlensäure und behandelt dann die klare Lösung mit einem ammoniak- und kohlensäurefreien anhaltenden Lnftstrome lange Zeit, so scheidet sich sehr langsam Calciumcarbonat mit fiOl gftni geringen Sporen von kohlensaurer Magnesia ab. Ist die Magnesia msaJfatlosung nicht hinreichend verdünnt, so scheidet sieb das geloste Calciumcarbonat bei gewöhnlicher Temperatar kaom wieder aus. Bei einem Gehalt der Losung von 0,5 pCt. SO^ Mg geht diese Ausscheidung schon sehr bald von Statten, bei einem Oehalte von mehreren Procenten. nicht mehr, aber beim Verdunsten mit Calciumbicarbonat versebener und mit MgSO^ nahejEu gesättigter Losung mit der Luftpompe erfolgt lADgsame Ausscheidung eines feinen Krystallpolvors, das sich beim Auswaschen mit Wasser sofort wieder lost; diese Krj- suüle können also nicht Dolomit sein. Fugt man den L6* auDgen einige Procente von Chlornatrium zu, so verändert sich ihr Verhalteo in den angegebenen Hinsichten durchaus nicht. In gleicher Weise wurde das Verhalten von Nordsee wasser gegen Calciumcarbonat und Bicarbonat untersucht. Diese Versuche werden überflüssig erscheinen, weil die Natur in dieser Qinsieht uns die überreiche Gelegenheit ^ur Beobachtung gewährt. Wenn die Einwirkung des Seewassers auf Calcium- carbonat bei gewohnlicher Temperator Dolomit bildete, wurden wir ober seine Eotstehong schon längst nicht mehr in Zweifel 8eio können, schon die Kasten der Ost- und Nordsee, soweit sie aus Kreide und Kalkstein bestehen, wurden sie in gross- artigem Maassstabe uns beobachten lassen; sie zeigen aber gerade, dasa dies nicht der Fall ist; die Kreide enthält kaum Sporen von Magnesium and wird durch Berührung mit dem Meerwasser nicht reicher daran. Das von mir benutzte Nordseewasser besass ein spec« Gew. von 1,0258 und enthielt im Liter: 80^ Ca 1,3849 Grm. Ca = 0,3970 (irm. ■ ?° m"' IS : } «. = '.^ . Wurde eine Portion dieses Seewassers mit reinem kohlen- Moren Kalk und Kohlensäure gesättigt, mit einem Strome von ammoniak* und kohlensänrefreier Luft behandelt, so schied sich nur äusserst langsam ein Niederschlag ab, der auch in verdünnter Essigsäure leicht loslich war und nur sehr wenig Magnesium enthielt. Auch beim Gefrieren einer mit Calciumbicarbonat gesät- tigten Kttersalslosang oder in gleicher Weise gesättigten See- 502 wa88er'B scheidet sich Dolomit nicht aos. Soweit in alien diesen Proben das Magnesiamcarbonat des Niederschlages antersnebt werden konnte, erwies es sich stets wasserhaltig. Seewasser mit fiberschnssigem kohlensaurem Kalk rer- setst und mit Kohlensäure gesättigt , in verschlossener Flasche unter öfterem Umschutteln 4 Monate stehen gelassen, gab im Niederschlag keinen Dolomit, sondern ausser Calciumcarbonat nur Spuren von leicht löslichem Magnesiumcarbonat. Die beschriebenen Versuche zeigen, dass eine Dolomit- bildnng bei gewohnlicher Temperatur nicht stattfindet, wenn diejenigen Calcium- und Magnesium Verbindungen , welche mao als Bestandtheile des Seewassers, der Boden», der Quell- nod Flusswässer kennt, aufeinander einwirken mit oder ohne Ent- weichen der freien und der im Bicarbonate locker gebundenen Kohlensäure. Wenn man nun, wie es oft von Geologen betont ist, die Dolomitbildnng als eine sehr viel Zeit und hoheo Druck erfordernde darstellen will, so wird sich an den Orten, wo durch die Brandung Kreideschlamm vom Gestade des Meeres abgespult wird und dieser Schlamm von Calciumcarbo- nat sich theil weise in grosse Tiefen hinabsenkt, alle Gelegen- heit finden, durch Herausfischen ?on Proben des Meeresbodens sich über die Bildung von Dolomit zu vergewissem. Es läast sich aber bestimmt voraussehen, dass auch hier sich kein Dolomit bilden wird, denn der Druck kann nicht wohl Affi- nitäten hervorrufen, die nachweisbar bei gewöhnlicher Tempe- ratur nicht vorhanden sind, und die Zeit wird von bedeutendem Binfluss auf die Quantität der Umsetsungen und jdie Grosse der sich bildenden Krystalle sein, aber auf die Qualität der Einwirkung kann sie keinen Einfiuss üben. Dass beim Erhitzen von »chwefelsaurer Magnesia oder Cblormagnesium mit Wasser und kohlensaurem Kalk auf 200 * Dolomit erhalten wird, ist, wie oben bereits angeführt, von MoRLOT sowie von Marigmao und Fabrb gefunden. Es ist auch bereits oben angegeben, dass Dolomit in kohienaäure- haltigem Wasser bei 200° umkrystallisirt werden kann. leb habe nicht allein die Versuche mit jenen Magnesiumverbic- düngen und Calciumcarbonat ' wiederholt, sondern auch mit Kohlensäure gesättigte Lösung von Magnesiumbicarbonat aof kohlensauren Kalk bei 200° einwirken lassen und endlich' Seewasser mit Kohlensäure gesättigt, theils mit gelöstem fiOl gMi geriogeo Sparen von kobleoBaorer Magnesia ab. Isl die Magoesiamsalfatlosung nicht hinreichend verdünnt, so scheidet sieb das gelöste Calciumcarbonat bei gewöhnlicher Temperatur kaum wieder aus. Bei einem Oehalt der Losung von 0,5 pCt. SO^ Mg gebt diese Ausscheidung schon sehr bald von Statten, bei einem Gehalte von mehreren Procenten. nicht mehr, aber beim Verdunsten mit Calciumbicarbonat versebener und mit MgSO^ nabexu gesättigter Losung mit der Luftpumpe erfolgt iaugsame Ausscheidung eines feinen Krystallpui vors , das sich beim Auswaschen mit Wasser sofort wieder lost; diese Kry- slalle können also nicht Dolomit sein. Fugt man den L6- sQogen einige Frocente von Chlornatrinm au, so verändert sich ibr Verhalten in den angegebenen Hinsichten durchaus nicht. In gleicher Weise wurde das Verhalten von Nordseewasser gegen Calciumcarbonat und Bicarbonat untersucht. Diese VersQcbe werden überflüssig erscheinen, weil die Natur in dieser Qinsicht uns die überreiche Gelegenheit ^ur Beobachtung gewährt. Wenn die Einwirkung des Seewassers auf Calcium- carbonat bei gewöhnlicher Temperatur Dolomit bildete, wurden wir ober seine Entstehung schon längst nicht mehr in Zweifel seio können, schon die Küsten der Ost- und Nordsee, soweit sie aus Kreide und Kalkstein bestehen, wurden sie in gross- trtigem Maassstabe uns beobachten lassen; sie zeigen aber gerade, dass dies nicht der Fall ist; die Kreide enthält kaum Sparen von Magnesium und wird durch Berührung mit dem Meerwasser nicht reicher daran« Das von mir benotste Nordseewasser besass ein spec Gew. von 1,0258 und enthielt im Liter: 80^ Ca 1,3849 Grm. Ca = 0,3970 (-rm. - SO.Mg 2,1080 . 1 M^ ^ 12449 Cl, Mg 3,3830 r, f ^ ^ '^^ "" Wurde eine Fortion dieses Seewassers mit reinem kohien- MQren Kalk und Kohlensäure gesättigt, mit einem Strome von ammoniak- und kohlensänrefreier Luft behandelt, so schied •ich nur äusserst langsam ein Niederschlag ab, der auch in Terdinoter Essigsäure leicht loslich war und nur sehr wenig Magnesium enthielt. Auch beim Gefrieren einer mit Calciumbicarbonat gesät- ligteo ^tteraalslosang oder in gleicher Weise gesättigten See- 504 differeuMn bestehen, die heftige Bxplosioneo TeranlABseii können. Trotadem dass xahlreiche Bzplosionen vorgekommen sind, die ohne Qefahr yerlaafen, weil das Deckelcheo des Knpferrohra aammt dem Glaaatack ond dem PJatinrohr gegen die Decke des Raomes, in dem sich das Oelbad befindet, geschlendert werdeji, haben die verwendeten Platiorobren im Qansen nur am ein paar Milligramme ihr Gewicht verioderL In allen Versuchen , in welchen die oben genannten Magnesium- und Calciamverbindungen bei höherer Temperator aufeinander einwirkten , wurde neben Dolomit auch Magnesit gefunden, als der Niederschlag mit Essigsäure ausgesogen and mit Wasser völlig ausgewaschen war; mit der Zeit des Er- hitzens nahm die Quantität des Magnesits gegen die des Do- lomits ab. Dem Seewasser wurde durch längeres Erfaitseo mit Calciumcarbonat der grosste Theil des Magnesium ent- zogen, der Niederschlag enthielt ausserdem Anhydrit. Wie sehr die besten Kaliglasrohren bei solchen Versuchen aoge- griffen werden und ihre Zersetzungsproducte dem Inhalte zu- mischen, wenn man nicht Platineinsatzrohren anwendet, zeigt folgender Versuch. Es war Seewasser mit überschüssigem Calciumcarbonat nach Sättigung mit Kohlensänre in mehreren Glasrohren eingeschmolzen und 40 Stunden bei 180^ bis 200 ** erhitzt worden. Der Niederschlag bestand nach Behandlung mit Essigsäure zur Entfernung des überschüssigen Calcium- carbonats aus: SO^ Ca = 0,4206 Gewichsth. (CO.), Ca Mg = 0,6104 « CO, Mg = 0,1225 „ Sic, =0,4556 „ Das vom Niederschlage abfiltrirte Seewasser enhielt im Liter Ca = 0,3150 Grm. Mg =0,0368 ^ iiiO, = 0,2586 p während das Seewasser vor dieser Behandlung enthalten hatte im Liter Ca = 0,4076 SiO, die bekannten Spuren. Mg =: 1,3032 505 Bs war alte eine bedeateode Quantität KieseUaore in Lösung übergegangen und das Magnesium faet vollständig aosgefaJlt. Beim Stehen in verschlossenen oder offenen Oe* fassen scheiden sich ans dem so behandelten, annäcbet völlig klaren Seewasser gallertige Flocken von Kiesel sänrehjd rat ans, nach einer oder mehreren Wochen erscheinen dann noch harte durchsichtige und glänaende Krjstalle in der Kiesel- saoregallert und an den Wandungen^ Diese Krjstalle bildeten spitze Rhombo^der, zeigten blättrig rauhe Oberfläche und zu- gerundete Kanten und lösten sich in Essigsäure, auch in ver- dönoter, unter schwachem Aufbrausen. Sie enthielten Calcium und Magnesium, aber waren weder der Zusammensetzung, noch dem Verhalten, noch der Form nach identisch mit Dolomit. Die Bildung von Dolomit ans schwefelsaurer Magnesia und kohlensaurem Kalk beruht auf einem Process, welcher dem bei gewohnlicher Temperatur stattfindenden fast gerade entgegengesetzt ist. Ich habe nun versucht, die Temperatur za bestimmen, bei weicher diese Umkehr erfolgt, aber dieselbe nicht sicher ermittelt; sie scheint bei oder nahe über 100° za liegen. In offenen Oefössen können Versnche in dieser Richtung nicht ohne manche Complicationen ausgeführt wer- den, weil die kohlensaure Magnesia sich leicht, wie bekannt, in ein basisches Salz verwandelt, besonders complicirt werden die Versuche mit Lösungen, welche Chlormetalle enthalten, da diese Losungen beim Sieden sich unter Abscheidnng von Magnesiahjdrat mehr und mehr zerlegen, auch beim Sieden out Rückfiuss des condensirten Wasserdampfes. Ich habe trotzdem einige Versuchsreihen ausgeführt, weil sie zugleich for die Analyse von Wässern, besonders Mineralwässern, einige Aufschlüsse versprachen. Bine Lösung von ungefähr 2 pCt. SO^ Mg mit (CO, H)^ Ca QDd mit CO 2 gesättigt, gab beim Sieden eine Stunde lang mit ▼ollständigein Rnckfluss des verdampfenden Wassers einen Niederschlag, der fast allein aus basischkohlensaurer Magnesia bestao4. Bine Lösung von 0,4186 pCt. SO^ Mg gleichfalls mit Calciumbiisarbonat und CO^ gesättigt, gab beim einstun- ^gen Sieden einen Niederschlag, der im Liter Ca 0,372 Orm. Mg 0,089 „ enthielt. Die heiss abfiltrirte Lösung wurde wieder mit CO, und 506 (CO, H)2 Ca kalt gesättigt nad wieder eine Stande ioa Sieden erhalten, der Niederaohlag abfiltrirt und diese Behaodlnng noch dreimal wiederholt. Beim vierten Male enthielt der Niederschlag vom Liiter Ca 0,3800 Grm. Mg 0,0296 „ Beim fünften einstSndigen Sieden Ca 0,3750 Orm. Mg 0,0188 „ Die dann abfiltrirte Losung enthielt neben SO, Mg 0,3607 pCt. SO, Ca 0,0657 „ Dieselbe 0,4186 pCt. SO, Mg enthaltende Lösung gab mit COj und (CO, H), Ca kalt gesättigt, im Glasrohr eioge- schmolzen und auf 130° bis 140^ erhitzt, keinen Niederschlag; auf 180° bis 200° dann erhitzt, gab die Losung reichlichen Dolomit- und Calciumsulfat-haltigen , aber nicht weiter unter- suchten Niederschlag. Es wurde ferner Nordseewasser mit CO 2 und Calcium- bicarbonat gesättigt und von dieser Losung Portionen von 2(X) CC. abgetheilt. Die erste Portion wurde anhaltend mit Kohlensäure- und A mmoniak-freiem Luftstrom behandelt bei ge- wöhnlicher Temperatur, die zweite j Stunde und die dritte 6 Stan- den lang mit vollständigem Ruckfluss des verdampfenden Wassers im Sieden erhalten. Die sofort abfiltrirten und mit heissem Wasser gewaschenen Niederschläge hatten die Gehalte: I. II. IIL Ca 0,0196 0,04978 0,04086 Mg 0,0011 0,00432 0,02091 Der beim 6 stundigen Sieden (III.) erhaltene Niederschlag näherte sich im Ca- und Mg -Gehalte dem Dolomilverhältniss : 0,04086:0,0245, doch ist dies nur zufällig, da nachweisbar der Kohlensäure-Gehalt des Niederschlags diesem Verhältnis nicht entspricht. Der Niederschlag I., welcher bei gewöhnlicher Temperatur durch sehr lange anhaltenden Luflstrom bewirkt 507 wurde, war offenbar Doch onzureicheod geblieben and warde bei noch längerer Fortdauer wobl auch noch etwae mehr Magoesiam ergeben haben. Es worden endlich noch Wasser der Stahlqnelle in Pj- moDi (mit dieser Beseichnong aof den Flaschen erhielt ich dieaes Wasser ans der Mineral wasserhandlaDg) nach vorans- gegaogener Mischung des Inhalts mehrerer Flaschen in Por- tiooeo in 400 CC. getheilt und in folgender Weise behandelt. Portion I. wnrde mit anhaltendem dnrCh cooeentrirte Schwefel* eiore, dann dorch Kalilange geleiteten Luftstrom bei Stäben* temperatur behandelt. Portion II. wurde \ Stunde, IIL 1 Stunde, IV. 3 Stunden und V. 6 Stunden im Sieden erhalten, während das verdampfende Wasser vollkommen condensirt in weitem laogen Glasrohr fortdauernd in den Kolben sur&ckfloss. Por* tioo VI. war in geringer Quantität in Glasrohren eingeschlossen auf 200 ^ erhitst worden. Die in der folgenden Zusammen- ateliung verseicbneten Werthe sind für 1 Liter Wasser be- rechnet. Die Kieselsäure war vor der Bestimmung von Fe, Ca, Mg durch Abdampfen der salssauren Losung sur Trockne nnd Behandlung des Buckstands mit starker Salzsäure abge- achiedeo und entfernt. Es ergaben: L II. IIL gewohnl. -^'S^^^^^S^^ 1 ständiges Temperatur Sieden Sieden Fe, O3 0,0275 0,02775 0,0282 CO, Ca 0,4368 0,8786 0,8777 C03Mg 0,0066 0,0214 0,0617 IV. V. VI. Sstundiges 6stund]ge8 auf 200° Sieden Sieden erhitst Fe^ O, 0>0265 0,0315 nicht bestimmt CO, Ca 0,8661 0,8384 0,5528 CO, Mg 0,0848 0,1105 0,2448 Die Calcinmbestimmung geschah durch Fällung mit oxal- ttorem Ammoniak wie in allen Bestimmungen in dieser Arbeit, 1er Oxalsäure Kalk wurde mindestens einmal, wenn sich viel Magnesium zeigte, auch sweiroal in Salzsäure gelost und wieder init Ammoniak gefällt, ehe er getrocknet und geglüht wurde. 511 und seinea magnesiam haltigen Bestandtheiien Olivin, Augit uad amorphe Glasmasse darch Wasser, Kohlensäare und kohlensauren Kalk stattfindet. Für eine relativ leichte Zer- eetzlichkeit des Olivin spricht manche Erscheinung, die an Basalten und älteren vulcanischen Prodocten häufig zur Beob- acbtang kommt, dagegen scheinen die übrigen Magnesium- silicate grosse Beständigkeit zu haben und wasserhaltige Hagoesiomsilicate als letzte Reste übrig zu bleiben, wenn alle übrigen Besundtheile zersetzt und entfernt sind. Der Annahme einer Einwirkung von Calciumcarbonat ist die Beobachtung der Neubildung von Augit in Berührung mit Kalkspath im Fassa- tbale, sowie die häufig daselbst zu findende unmittelbare Be- rnbruDg von kornigem Kalk mit Augitporphyr jedenfalls nicht guostig. Aas dem letzteren Grunde habe ich vorläufig von einer derartigen Möglichkeit der Einwirkung ganz abgesehen and nur za entscheiden gesucht, ob bei einer Temperatur von 180^ bis 200^ Wasser und Kohlensäure eine bemerkbare Ein- wirkung aaf die wichtigsten Bestandtheile des Basalt ausüben. Die fSr diese Versuche erforderliche Kohlensäure wurde durch Einwirkung verdünnter Phosphorsäure auf Harnstoff im sogeachmolxenen Olasrohr ausgeführt. In die Rohren von gutem schweracbnaelzbaren Kaliglas wurde zunächst eine abgewogene Quantität von Harnstoff 0,5 bis 1 Grm. eingebracht, dann darch ein Trichterrohr eine. Portion massig verdünnter Phosphor- säure hinzofiiessen lassen, die nicht allein hinreichte, das bei der Zersetzung des Harnstoffs gebildete Ammoniak zu binden, sondern noch einen kleinen Ueberschuss gab. Eine kleine Portion Wasser wurde noch hinzngebracht. Die Mischung im Glasrohr betrug dann 3 bis 5 CC. In diese vorbereitete Röhre wurde dann eine der oben beschriebenen gestielten Platin- rohren, in welcher eine gewogene Quantität des zu unter- suchenden Silicats sich befand, und welche im Uebrigen bis nahe zum Rande mit Wasser gefüllt war (zur Entfernung der Luftblasen war oft die Anwendung der Luftpumpe nothig), mittelst eines hakenförmig am Ende gekrümmten Drahts hinab- gelassen, dann das Olasrohr im Uebrigen mit CO, gefüllt und in bekannter Weise zugeschmolzen. Figur 1 erläutert die ganze Anordnung. Die in der beschriebenen Weise beschickten Rohren wurden aufrecht stehend in dem oben beschriebenen Oelbade auf 180° bis 210"* erhitzt. Die Zersetzung des Harn- Zeili.4. D.se»l.GM. XXVIL 3. 34 512 Bloffs Uegiont bui den so vorgerichteteu fiölireu gegen 1'20' und ist bei uiigeräbr 150° vollendet, weiiigsteos ceigt »icl beim böberea Erhitzea keine GasentwickeluDg mehr. Um ei oi germaas Ben den Druck kennen tu lernen, weichet in dem Glasröhre nach bestimmter Ladung mit Rarostoff oM Phosphoraäure bei bestimmten Temperatoren herrscht, habe icl in ein Glasrohr etwas Quecksilber, welches nach der Reini gang mittelst •Salpetersäure destülirt war, eingebraebt, «;i engeres oben zagescIimoUenes, anten umgebogenes offenei und theilweise mit Quecksilber gefälltes, in Millimeter gr» duirtes Glasrobr eingesetzt, so dass seine Oeffnnng nocb mch' lieh von Quecksilber bedeckt war. Dann wurde auf iu Quecksilber im äussern Rohr 0,4291 Grm. Harnstoff and 3 CO ziemlich concentrirt« Phoephorsäurelösung gegossen, taii g»; förmiger CO^ der übrige Ranm gefüllt und lugeschtnolteo, nacbden für den beobachteten Barnmet erstand und Tempcnioil der Queckflilberstaud im inneren Glasrohr abgelesen war. Ds4 ao vorbereitete Rohr wurde darauf aufrecht in einem Parsffini bade mit einem starken Platindrabt befestigt und dies im ein Sandbad erbitil. Als Gefiss für das Paraffin diente «i aufrecht im Sandbade stehendes weites , unten geschloseeDti Glasrohr. Ea gelang bei dieser Anordnung nicht, die Teniptj rator Über 173° la erhöhen. Der aus den Ablesungen m rechnete summarische 'i'asdruck betrug bei 173" nur lOJ Atmosphären, während die Tension des Wasserdampfes sich zu 8,7 Atm. für diese Temperatur berechnet und bei Veij nacbläsaigung der Absorption der CO. und der wäaseriH Salzlösung die .Spannung der CO^ zu 10,9 Atm. für die Ttif peratur sich aus der Recboung ergiebt. Die beobachiele deutend geringere Dampf- und Gasspannung im Rohre v ohne Zweifel bedingt 1. durch Absorption von CO, io ' ungefähr 3,3 CC. betragenden Flüssigkeit, 2. durch Venni** derung der Wasserdampf Spannung, hervorgerufen darcb AttnC tion des phosphorsauren Ammoniak zum Wasser. Nach ii9 Erkalten des Rohrs betrug die summarische Dampf- und (n Aagitporphyr aus dem Pufler Thale, beim Aufgang von Pufl nach der Weisser Alp von mir gesammelt, ein Gestein, welches viel Glasmasse zu enthalten schien und nur sehr wenig von Carbonaten durchsetzt war, während andere Proben von Augit- porphyr vom Puflatscb, vom Aufgang von Seiss nach der Cipitalp, von Forno bei Predazzo und anderen Orten aus der ImgebuDg von Predazzo reicher an Carbonaten sich erwiesen. ' Als Stacke dieses Augitporphjr mit CO ^ und Wasser bei 180° bis 200"^ 60 bis 70 Stunden erhitzt waren, fanden sich auf den Stacken unverkennbare kleine Aggregate von Dolomit- Wjstallen. Die Stucke zeigten jedoch nach dieser Behandlung keine Gewichtszunahme und es ist daher anzunehmen, dass das CarboDat in ihnen fein zertheilt, bereits vorbanden war Qod bei dieser Behandlung nur umkrystallisirt wurde. Besser geeignet für diese Untersuchung schien ein Gestein zu sein, welches Rossif büsch *) vor Kurzem genauer charakterisirt und nach dem Ort seines Vorkommens Limburgit genannt hat, und dessen Beziehungen zur Dolomit- oder Bitterspathbildung ^ RosRNBDSCD, N. Jahrb. far Miner. 187*1 pag. 35. 518 auf der Hand za liegen scheinen. Der Limborgit von Sasa- bacb am EaiBerstuhl ist ein blasigschlackiges Gestein, welches in seinen Blasenräumen die schönsten traubigen Aggregate von Bitterspathkry stallen enthält. Das Gestein wird in den untersten und innersten Regionen des grossen in ihm betrie- benen Steinbruchs recht dicht, blasenfreier und arm an Car- bonat. Es enthält zwischen Augit und Olivin kry stallen nicht wenig amorphe braune Glasmasse, die von Säuren leicht zer- setzt wird. Gut ausgesuchte Stucke davon in Glasrohren oait Wasser und CO, eingeschlossen und erhitzt gaben recht schöne Aggregate von Dolomitkrystallen schon nach 30 stundiger Be- handlung. Auch die ersten Proben in Platinrohrchen schienen die Bildung von Dolomit aus der Glasmasse unter Gewichts- und CO^- Zunahme zu erweisen. Ich habe mich aber durch viele wiederholte Versuche überzeugt, dass eine nachweisbare Bildung von Dolomit durch Einwirkung von CO^ und Wasser bei 200^ auf das Gestein nicht stattfindet. Von gut ausge- wählten Stacken des Minerals gaben Proben, die nicht erhitzt waren, 0,158 bis 0,258 pCt. CO,, Proben derselben Masse nach 90 stundigem Erhitzen auf 200^ in Wasser und CO, im Platinrohr gaben 0,183 bis 0,193 pCt. CO,. Dies Mineral zeigte eine auffallende Veränderlichkeit seines Wassergehalts beim Erwärmen. Nach langem Trocknen über Schwefelsäure bei gewohnlicher Temperatur verloren die Proben bei 100 * nicht erheblich an Gewicht und weiter über 100^ erhitzt trat noch weiterhin Verlust ein , sodass ein vergleichbares constantes Gewicht nur beim langen Trocknen bei gewöhnlicher Tem- peratur über Schwefelsäure erreicht wurde. Die auf 200^ im Wasser und CO^ erhitzten Stacke, bei gewöhnlicher Tempe- ratur getrocknet, ergaben stets eine Gewichtsverminderung gegen ihr früheres Gewicht; offenbar tritt Wasser aus der Verbindung während der angegebeneu Behandlung bei 200** aus. Es liegt nicht im Plane dieser Mittheiluug, näher auf die Veränderungen, welche die Silicate durch CO. ^ und Wasser bei 200° erleiden, einzugehen; in einer späteren Zusammenstellung werde ich hierauf zurückkommen, hier möchte ich nur als Re- sultat dieser Untersuchungen hervorheben, dass die magnesiam- haltigen Silicate: Olivin, Augit, Bronzit, Enstatit, Magnesia- glimmer entweder gar nicht bemerkbar beim Erhitzen mit Wasser und CO^ auf 200^ afficirt werden, oder, wie es der 519 MagDeaiaglimmer geseigt hat, io solcher Weise, dass jedenfalls kein Magnesiomcarbonat entsteht, dass also bei Temperaturen, bei deoeo nachweisbar bereits sehr schone Dolomitbildang erfolgen konnte, aus diesen krystallisirten Magnesiasilicateu der Magnesiumgehalt eines in Berührung mit den jene Silicate enthaltenden Gesteinen gefundenen Dolomite oder Bitterspaths nicht wohl entnommen sein kann. Es steht dies Resultat im Einklänge ku den Beobachtungen ron LsiiBBBQ*), welcher fand, dass Magnesiumsalze Zersetzun- gen von Silicaten bei erhöhten Temperaturen in Wasser aus- fahren in der Welse, dass magnesiumreiche Silicate entstehen; doch scheinen mir die Versuche von Lemberg msnche Ein- winde nicht auszuschliessen , insbesondere musste die Zer- Betiang des Glases die Resultate bei 180° beeinflussen, bei Erhitzung von Chlormagnesiumlösung auf dem Wasserbade iQQSste basische Verbindung abgeschieden werden u. s. w., andererseits bin ich weit entfernt, die Richtigkeit seiner Angaben über Gehlenit, Wollastonit u. s. w. in Zweifel zu ziehen. Oben ist bereits bemerkt worden , dass es überflüssig schien, kohlensauren Kalk bei 200^ auf Magnesiumsilicate einwirken zu lassen; nicht allein die Erscheinungen im Fassa- thale, obwohl diese sehr mannigfaltig in dieser Hinsicht sind, sondern auch das Zusammenvorkommen von Magnesiumsilicaten mit Ealkspath an vielen anderen Orten, an denen die statt- gehabte Einwirkung höherer Temperatur angenommen werden nioss, beweisen hinreichend, dass eine Zersetzung von Magne- siomsiÜcaten durch Calciumcarbonat bei höherer Temperatur nicht wohl stattfinden kann. Das nicht seltene Zusammen- vorkommen von Serpentin, Magnesiaglimmer, Fyrosklerit mit Kalkspath ist bekannt; vor Kurzem hat. Dana**) Pseudomor- phosen von Serpentin an Stelle von Dolomit u. s. w. von Tilly- Forster bei New- York beschrieben. Wenn nun auch Beobachtung und Experiment entschieden dagegen sprechen, dass durch Einwirkung von Wasser, Kohlen- aäore und Basalt (inclusive den Augitporphjr) auf Ealkstein- iager eine Uaiwandlnng in der Weise stattgefunden habe, dass SOS dem Baaalt Magnesiumcarbonat gebildet und dies den *) J. Lbmbbkc, Ueber die Contactbildnngen bei Predazzo, Zeitschr. d. d. geol. Ges. Bd. XXIV. pag. 247. 1872. **) Compt. rend. T. 80. pag. 231. 1875. 5!20 KaUctein io Dolcait amgewandelt habe, siad 4esw«gea iHBcr- hiD die Bcsiehangea der Bas«IUaabräcW tmr Doloaikliildic; Dicht gaiu io Abrede sa Melles. Die tob t. Bcch i* Swt- tyrftl «■fgefiiDdcneD Bexiehvogen beatebeo io WiikHckktii. ebeoto «i« vtMa es ioi NiiMiwcben, im Kräentabl, aa rMta «iidefea Orten in kleinen MaASSsUbe bcob«cbteti fcnaa, «ad nirbl ohne Gmnd sagt Kaxstvs*) von de« obcncU««iMb«ii Dolomit : , — Zvfäilig aber iat e« geviM nicht, daaa dk Bil- dnog des Dolomit g^eo Södoslen da beginnt, wo der schvun PorpbjT bei Krsesoowice um Vorechein kommt, cnfaUift iri es sieht, dass das Hanplalreichca des Oolomita mit dem der Höhensnge nnd der Thäler 5 berein kommt; safälUg wohl nicU. dasi da , wo gegen Nordwesten kein Dolomit weiter asxe- troffcD wird, der Basalt rom Annabeige sieb ia «ücb wsbt- scbeinlich nnnnterbrocbenen Zage g^en Nordwesten fon- erstreckt.* — Die rnlcaniscben Ansbräebe haben aber nicbi das Magaesinm, sondern die Temperatar snr Do- lomitbildong gegeben, das snr Dolomiliaimsg grosser Kalksleinmassen erforderliche Hagneiisn kann nnr allein das Meer geliefert haben. Dii eoormen Toffmasaen. welche das hügelige Flatean der Seissa Alp bilden, «eigen, dass eine gewaltige Zeralöimng von Asgii- porpbyr bei «ad nach sdnem Ansbrach , der nnr sabmann gewesen sein kann, alattg^nndeo hat, aber der MagBCsian- gehalt 8110" sn Tage getretener Basaltmaasen wätde aicki , hinreichen, nm aocb nnr einen kleinen Theil des Dolomils ta liefern, der sieb in den die Seicser Alp begrensenden Dolonii- felsen des Schiern , LangkoB n. ■. w. al^elagcrt findet, das» aber ein wilder Kampf des Wassers mit der glöbenden Lsn ■tattgefonden bat, das besengen die massenhaften Tnlhblage- mngen , die wir noch dort finden nnd die nrnweifelbaft dank Wegsehwemmnng bereits sehr verkleinert sind. Nacb den oben beschriebeaeii Versuchen steht fest, dau wenn am Meeresboden, an Stellen wo Kreide oder Kalkstrin irgend einer Art lagert, mlkanische Eruptionen irgend ein« Lava gescbeben, eine Bildung von Dolomit die ootbweadige Folge seio dobs, weil die Lara die Temperatur, der Kmlkstein ■) a. a. O. pag. 39. 521 da8 Calciom and die Kohlensäure uod dae Meerwasser das MagDesium liefero, dagegen wird es von den localen Verbält- Disseu abhängen ^ ob Dolomit au Ort und Stelle bleibt oder durch Strömongen weggeführt wird und an anderen Orten Niederschläge bildet, oder endlich aus dem gelosten schwefel- sauren Kalk und weggeschwemmten Dolomit eine Ruckbildung von Calcinmcarbonat und Magnesiumsnlfat stattfindet. Dass die Bildung von Dolomit an den Orten , wo er in Begleitung von Anhydrit und Steinsalz erscheint, wie in den und um die Steinsalzlager, gleichfalls durch Einwirkung von koblensanrem Kalk auf Meerwasser geschehen sei, kann um- 60weniger bezweifelt werden, als hier das Steinsalz nicht wohl eine andere Quelle als das Meerwasser gehabt haben kann. Gänzlich räthselhaft bleibt hier noch die Wärmequelle, die eine Erhöhung weiter Strecken über 100° herbeigeführt hat, denn von vnlcanischen Eruptionen ist in der Nähe von Stein- salzlagern meist nichts zu finden; das Auftreten von Anhydrit in Begleitung des Steinsalz macht aber ebenso wie das des Dolomit die Annahme stattgehabter Tempera turerhebung über lOO"" nothig. Meine frühere Angabe*), dass die Bildung von Anhydrit in gesättigter Steinsalzlösung bei 125° bis 130 '^ erfolge, ist später von 0. Rosb**) uod Bannow insoweit verändert, als RosB aagiebt, schon beim Eindampfen mit Gyps gesättigter Steinsalslösung in der Flatinschale trete Anhydritbildung ein. Die Anwendung der Platinschale schien mir, auch abgesehen von dem explosionsartigen Sieden der Salzschlamm enthal- tenden Flüssigkeit, bedenklich, da sie, wie es auch das un- regelmässige Sieden beweist, die locale stärkere Erhitzung des am Boden des Gefässes befindlichen Miederschlags am meisten gestattet. Im zugeschmolzenen Glasrohr ist es mir aber nicht gelungen, in einer wonig über 100 '^ liegenden Temperatur Büdnng von Anhydrit zu coustatiren. Durchsichtige Gyps- tafeln werden in gesättigter Chlornatriumlösnng schon bei 100° undurchsichtig und von einem Netzwerk von Ejrystallen durch- zogen, diese Krystalle sind aber nicht Aphydrit, sondern die ihm sehr ähnlich krystallisirende Verbindung (CaSo^), -f- ^it^« *) PoGG. Ann. Bd. 127. pag. 161. 1866. **) Monatsber. der Akad. d. Wiss. sn Berlin 17. Juli 1871. pag. 363. 522 die sich beim Erhitzen von Gyps in Wasser noch bei 140^ bildet und welche mit Wasser bei gewohnlicher Temperatur sehr schnell unter Gypsbildung erhärtet, während der krystal- lisirte Anhydrit nur sehr langsam Wasser aufnimmt. Mag oon vielleicht auch die von mir angegebene unterste Temperatar- grenze der Anhydritbildung in ('hloruatriumlosung noch einige Grade zu hoch sein, um viele Grade zu hoch ist sie sicherlich nicht. Erfordert aber der Anhydrit 125° zo seiner Bildung, so ist auch die gleichzeitige Dolomitbildung erklärlich, ja es wurde rätfaselhaft erscheinen, wenn kein Do- lomit sich fände.*) Es giebt nun bekanntlich auch ausgedehnte Dolomitlager ohne Steinsalz und ohne gleich ausgebreitete Gyps- oder Anhydritablagerungen. Besonders bekannt sind von ihnen in Deutschland die seit L. v. Btjch's Beschreibung viel studirten Dolomite des fränkischen Jura und die enormen, schon ge- schichteten Dolomitmassen der nördlichen Kalkalpen Tyrols und Vorarlbergs, welche in gewaltiger Mächtigkeit meist bis zu den höchsten Spitzen dieser Alpen aufsteigen und durch ihre, oft vielfach gewundenen, deutlichen Schichtungen, sowie durch Farbe und Gehalt au organischen Stoffen und schwarzem Schwefeleisen sich so bestimmt von den Dolomitmassen der Botzener Gegend unterscheiden. Analysen dieses Vorarlberger Dolomit sind von LAin)0LT ausgeführt und die erhaltenen Werthe von Esoher y. d. Li^th**) veröffentlicht. Aus ihnen ergiebt sich, dass in diesem Gestein nicht wenig Magnesit vorkommt, denn LandOLT fand z. B. in einer Probe (No. 7) neben CO, Ca 49,89 noch CO^ Mg 49,37 pCt. und in dieser Probe waren noch Ealkspathäderchen nachweisbar. Ich habe *) Es sind in den leUten Jahrzehnten mancherlei Erkl&rnng über die Bildung von SteinsaUstöcken und -Lagern versucht worden, in denen vom Austrocknen von Salzseen wie in der Gegend des Caspischen Meeres gewöhnlich die Bede ist. Alle diese Erklärungen müssen ungenügend bleiben, wenn durch sie nicht snglcich erläutert wird, wie das Hangende des Steinsalslagers sich bilden konnte, denn wenn dies sich aus Wasser niederschlug, so ist nicht wohl einsusehen, warum das Wasser nicht das Salz löste. Die Temperatur von 120*^ bis 130*^ verlangt auch der Kie- serit zu seiner Bildung ; er ist bei dieser Temperatur leicht in gesättigter Chlomatriumlösnng künstlich ans Bittersalz darzustellen. ♦•) a. a. O. pag. 19. 523 diesen Dolomit, der aehr zähe ist, splitterig bricht uad meist an der Laft hellbraungraae Farbe annimmt, von dem fast leeren Gletscherbett, der sogen, ^^todten Alp**, in dem man vom LuDer See aas aufsteigend zur Spitze der Scosaplana gelangt, UDtersncht and darin gefanden : gefunden berechnet CO, Ca 55,24 54,82 CO, Mg 44,44 44,10 In CIH nicht losl. Stoffe 1,08 1,08 100,76 100,00 Das normale Dolomitverhältniss verlangt für 54,82 CO, Ca — 46,05 i^'O, Mg. Das Gestein enthielt also noch zu wenig Magnesia mcarbonat für einen normalen Dolomit, dennoch Hess sich nach Behandlnug mit Essigsäure auch in ihm Magnesit Dach weisen. Der in Salzsäure nicht losliche Theil besteht aas schwarzem, fein vertheiltem ^^chwefeleisen, ebenso fein ond gleichmässig beigemengter kohliger organischer Substanz, einer geringen Quantität in Alkalilauge löslicher brauner Humus- 8ub8tanz, die durch Salzsäure gefällt wurde, und einem in Acther loslichen paraffinartigen organischen Korper, dessen ätherische Losung völlig klar und farblos erschien, während bekanntlich der Aetherextract der Steinkohlen eine sehr auf- fallende grüne Fluoresceuz zeigt, die auch der Aetherextract des Lampenrusses sehr schon erkennen lässt. Die kohlige und humusartige Substanz mit Aether gereinigt, wird beim Erhitzen mit Wasser auf 200° nicht bemerk'bar verändert, giebt weder Brenzcatechin, noch Ameisensäure, noch Kohlensäure. Es steht somit von Seiten der organischen Substanz nichts der Annahme entgegen , dass dieser Dolomit selbst bei 200 ° erhitzt gewesen ist, ohne dass eine so hohe Erhitzung zur Erklärung der Bildung des Dolomits nothwendig angenommen werden muss. Die Eigenschaften der organischen Substanzen, welche in den verschiedenen Gesteinsschichten eingebettet sind, haben bis jetzt noch weniger Beachtung gefunden, nls sie schon hin- sichtlich Feststellung der Grenzen der Temperatur, welche jemals auf ein Gestein eingewirkt haben kann, verdienen. Reste thierischer Gewebe werden verhältnissmässig schnell 5-i4 leratört im Lttnfe der Zeiten, deonoch wird selbst die leim- gebeade Sabslnox offenbar darcbaas onverändert erbalten, «ena iie mit Kalksalzea völlig imprägoirt der BiowirkoDg Ton fliesseadem Wasser, Saaerstoff nnd niederen OrganisineD eol- logeo ist. Es ist längst bekannt nnd ich habe mich selbst dsTon überxeDgt, dass man ans vielen fossilen Zähnen noch Iieim mit allen seinen Bigenschsftes gewinnt. Leim verträgt keine bedeatende Temperatnrerbebnng, er würde in höherer Temperater sich in dem Wasser des Gesteins lösen noch ehe er cersetit wird. Leimgebende fossile Zäbne können nie 100' im dnrch feuchteten Boden ertragen babeo. Viel widerstands- fähiger als die thierischeo Gewebe ist die Cetlolose, welche X. B. in der Brannkohle snm Tbeil noch wohl erhalten isL Eine Ansahl verschiedener Bra an kohlenproben ans Hessen, Prov. Sachsen nnd Brand en borg , sn deren üntersncbong mir mein Preond Prof. Bbetbccb die Proben in beschaffen die Göie hatte, gaben, soweit sie noch die Eigeosebafiten des TossileD Holies deallich erkennen liesseo , nicht allein oacb ihrer Ret- nignng mit Alkohol, Actber, Natronlange nad Salssänre beim Erbitsen mit Wasser auf 200° Breoicatechin nnd Ameiseo- sänre, sondern lösten sich anch in concentrirter Scbwefelsänre nnd lieferten nach Eintragen dieser Lösong in kochend«» Wasser, Erhalten der Lösnng im Kochen fnr einige Zeil und nachherige Nentralisalioa mit Calciamcsrbonat Dextrin and Traobenincker, die beide, möglichst von einander durch .Al- kohol getrennt, starke rechtsseitige CircumpolarisatioD ihrer wässerigen LÖsnng seigten. Der Zucker lieferte mit Sefe in knrzer Zeit reichlich Koblensäore and Alkohol. Es ist kaura nöthig zn bemerken, dass bei der ganien VorbereiUing id diesen Unters nchungen Pillrirpapier nicht benntit, sondern di« Flüssigkeiten, soweit nicht decantirt werden konnte, darch Asbest filtrirt wurden. Da man bei dem Erbitten von Cetlulose mit Wasser aaf 200° bomnsäholiche, in Natronlange mit branner Farbe lös- liebe , dnrch Sanren aas dieser Lösaag flockig gefällte Sub- stanzen erbäll, habe ich nicht nolerHucht, wie weit diese Sab- stanzen ohne Verkohluog mit Wasser erbitxt werden kÖDoe-c. Jede, anch die erdigste Brannkohle, die ich antersocbt habe, enth< reichlich diese braane in Alkalilaoge lösliche Sabst&ni.i während die erdige Kohle keine unveränderte Cellolose mehr 625 enihäli, dagegen habe icb aas kmDer SteiDkohle auch nor Spuren von dieser Ho musBub staue gewinnen können, and doch EwetSe ich nicht, dass unter göiistigen VerbältniBBcn «neb aas ätn Zeiten der Stein kohlenbildang nicht allein HmnassubBtans, sondero aach Cellnlose ond leimgebende Substanz sich un- verändert erbalten haben können. In den grossen Zeiträamen der geologischen Bildungen bat die zur AuBfnhrang rines cbeiniscben Processes erforderliche Zeit Bchnn einen verschwin- dend kleinen Werlh, mag er auch ein noch so langsam ver- laufender sein; es fragt sich nur, ob der eine oder andere Process überhaupt stattgefunden bat. Die Unlerenchnng gerade der dichteaten Gesteine vei^ spricht die meisten AefschlÜBBe ober die möglichst unver- ändert erbalteoen Formen und Stofie, deshalb babe ich auch in dieser Richtung an dem Dolomit der Scosaplana die be- schriebenen Untersuchungen anBsnfäbren gesucht. Der von EBCHKa betonte Mangel an Petrefacten in die- sem massigen Dolomitgestein spricht dafür, daes dasselbe unter Verhältnissen entstanden ist, welcbe die unveränderte Aufbewahrung der Schnlen von Muscheln, Schnecken, Cepha- lopoden u. s. w. nicht gestatteten. Eschbr Bchätct die MÄcb- ligkeil dieses Dolomite auf mindestens 300 Meter. Woher kann die ungeheure Quantität in ihm begrabenen Magnesiums untnommen sein als aus dem Meerwasser? .^uch von diesem reicht der ganie Gehalt einer 10,000 Meter hohen .Schicht Dicht hin, nm dies Magnesium zu liefern bei seiner jetzigen Zasaoimensetznng, aber auf der ganzen Erde giebt es keine Quelle, welche nur annähernd eo viel Magnesium liefern kÖoDte als das Meerwasser und es ist anzunehmen, dass während der Ablagerung des Dolomit Ströme im Meere eine Ausgleichung im Magnesiumgehalte fortdauernd bewirkten. In einem kleinen abgeschlossenen Becken von Seewaaser oder gar Susswasaer kannten solche Dolomilmaesen nicht gebildet werden. Ob sich ein Zusammenhang zwischen der Dnlomitbild an der nördlichen Seite der Alpen mit der der audlichen i nachweisen lassen, ob ferner die Dolomitausbreitung in P) kea gleichfalls auf jene bezogen werden kann, wird vielle □och lange zweifeltlaf[ bleiben. Die Dolomitisirung kann türlicb viel später erfolgt sein , als die Ablagerung des d 526 in Dolomit verwandelten KallcgesteinB , wo es sich am eine solche Metamorphose nherbaupt handelt, aber die Dolomitisi- rung eines Kalksteins mass jedenfalls froher erfolgt sein, als eine Ueberlagerang durch neue an verändert gebliebene Kalk- stein schichten stattgefunden, denn die Dolomitisirang des Kalk- steins konnte aus dem Meer immer nur von oben erfolgen. Dass dies letztere in Sudtyrol der Fall gewesen ist, dafür sprechen mehrere Beobachtungen*); dasselbe hat Pfafp**) fnr den fränkischen Dolomit behauptet. Als einen wesentlichen Unterschied dos nordlichen und sudlichen Alpendolomit konnte man den Gehalt des nordlichen Dolomit an organischen Resten und Schwefeleisen ansehen, denn der Dolomit des Schiern, Langkofi, der Mendola u. s. w. sind weiss und frei von organischen Beimengungen, bilden kein sandiges Pulver durch Verwitterung, sondern sind, wie es scheint, fast unangreifbar durch Wasser, Luft und Kohlen- säure. Die Dolomitstocke der Botxener Gegend machen den Eindruck an Ort und Stelle auch chemisch gewachsener Massen, die von Vorarlberg den Eindruck als sandiges Krystallpnlver angeschwemmter und in Schichten niedergeschlagener Massen, hierfür spricht ausser dem Mangel an Petrefacten die nicht homogene Zusammensetzung und der an verschiedenen Orten sehr variirende Magnesiumgehalt. Die von v. Richthofbit'**) gegenüber den verschiedensten Angriffen consequent durch- geführte Idee, dass die Dolomitfelsen des Schiern und der Umgebung des Fassathals dolomitisirte Korallenriffe der Trias- periode seien, scheint allen Eigenthumlichkeiten dieser Felsen am vollkommensten zu entsprechen. Eine allerdings nur sehr wenig umfängliche Dolomitisirung eines Korallenriffs bat DANAf) kurzlich angeführt, wenn auch unrichtig erklärt. Die *) z. B. Rboss in Lbonb. N. Jahrb. für Mineral. 1840. pag. 1*27. — Ich habe mich selbst hiervon am Schiern und im Fassathal über Fomo bei Fredaszo überzeugt. *•) PoGG. Ann. Bd. 87. pag. 606. 185*2. ***) y. RiCHTROFEN, Geognost. Beschreibung der Umgegend von Fredazso, St. Cassian und der Seisser Alp etc. Gotha 1860. pag. *i95. und derselbe , Ueber Mendola-Dolomit und Schlern-Dolomit, Zeitschr. d. d. geol. Ges. Bd. XXVI. pag. 235. 1874. f) J. D. Dana, Corals and Coral Islands, London 1873. pag. 356. 527 doIomitiaiHe Partie findet sieb schon am inneren Umfang der Koralleninsel Matea, ein vulkanischer Erguss an ihrem Unter- grand kann allein als die wahrscheinliche Ursache der localen Dolomitisirang angesehen werden. Dasa der Vorarlberger Dolomit auch an Ort und Stelle die Temperatur, die zur Dolomitbildong erforderlich ist, er- halten hat, beweist die Erscheinung, dass die weissen, meist sehr feinen Aederchen, welche ihn nach verschiedenen Rich- tungen unregelmässig durchziehen, Iheilweise ganz aus Dolomit bestehen, wahrend andere dieselben kreuzende Aederchen nur Ralkspath enthalten. Als eine Stutze für die Ansicht, dass Dolomit auch bei gewohnlicher Temperatur entstehen könne, hat man das von G. LsüBB *) beobachtete Vorkommen einer dolomitischen Kreide unter einer Snsswasserbildung bei Dach lugen in der Nähe von Ulm betrachtet, aber auch hier scheint hohe Temperatur bei dieser Bildung nachweisbar eingewirkt zu haben. Herr Prof. T. QuBNSTBDT hatte die Oute, von dieser Kreide mir einige Proben zu übersenden. Die härtere Kreide Hess beim Schlemmen Kalksteinfragmente und fremde Beimengungen zu- rück; die feinsten Theilchen der Kreide blieben lange im Wasser suspendirt, zeigten unter dem Mikroskop keine erkenn- bare deutliche Krystallisation und folgende Zusammensetzung: CaCO, 55,36 Mg CO, 38,49 Fe, 0, und Thon . 4,92 Organische Substanz 0,64 Wasser . . . . . 0,63 100,04 Wie Lbubb angiebt, tritt diese dolomitische Kreide in bedeutender Mächtigkeit auf, ist von einem petrefactenreichen Susswasserkalk überlagert, enthält selbst jedoch nur in der obersten Schicht einige zerstörte Petrefacten an der Oberfläche, sonst keine Versteinerungen. Sie ist geschichtet; Lbubb unter- *) G. Lkobb, Interessante Beiträge zur Kunde der Jura- und Süss- wasserkalk-, insbesondere der jüngsten Süsswasserkreidcformation. Ulm t839. Z«iU.4.D.geoi.Üef. XXVII. 3. 35 528 scheidet 11 bis 12 Schichten und bat sie getrennt analysirt. Die unterste Schiebt bildet schwarigrauer Feuerstein, die 9. und 10. Schiebt sind sehr bituminöse Tbonmergel und Bitterkalke, die zweite Schicht von oben bildet plastischer Thon. Die von mir untersuchte Kreide zeigte gegen Essig- saure und verdünnte Salzsäure das Verhalten wirklicbea Dolomite. Dass im Jura der schwäbischen Alp auch in der Nabe von Ulm dolomitisirende Quellen thätjg gewesen sind, davon giebt Lbübb selbst den wohl nicht anders zu deutenden Nach- weis, indem er sagt*): ^In Beziehung auf das relative Alter wird man den Dolomit in keine feste Reibenfolge bringen können, da er sämmtliche Glieder der Jurakalkformation als meistens unförmliche Feismassen durchsetzt hat^ — ^Schich- tung konnte ich nie wahrnehmen.^ Die Dächinger dolomi- tische Kreide ist daher wohl als ein Niederschlag anzusehen, der von einer längst versiegten heissen Quelle bei ihrem Hervortreten aus dem Jura auf dem Boden eines Susswaaser- beckens erfolgt ist und dessen Magnesium den Schichten des Muschelkalk wahrscheinlich entnommen ist. Zur Stutze der Annahme einer Bildung von Dolomit bei gewöhnlicher Tem- peratur kann die Dächinger Kreide sicherlich nicht dienen. So bleibt dann allein die Angabe von MorrB8SiBa**)i welcher in einer schlecht verschlossenen Flasche eines Mineral- wassers, das doppeltkohlensaure Salze enthielt, die Bildung von 2 bis 3 Millimeter grossen, farblosen, rhomboädrischen Krystallen von der Zusammensetzung des Dolomit beobachtete, als Stutze der Annahme der Dolomitbildung bei gewöhnlicher Temperatur übrig. Ob hier aber wirklicher Dolomit gebildet sei, geht aus der Mittheilung durchaus nicht hervor. *) a. a. 0. ptig. 33 **) Will, Jahresber. der Chemie 1866. pag. 178. 529 Dem Magnesittin hochat äbnlich verhalten sich Eiaen und Maogan in ihren Oxydulsalzen, ebenso Zink, Eisen- und Mangan- viCriollösttug wird bei Abwesenheil von Sauerstoff von koblensau« rem Kalk bei gewohnlicher Temperatur auch bei monatelangem Stehen nicht sersetxt, dagegen tritt diese Zersetaung über 100^ ein, es entstehen Calciumsulfat und Eisen- und Mangancarbonat. Wird Eisen- oder Mangansulfat mit überschüssigem kohlensaurem Kalk in Wasser auf 200 ^ erhitzt und einige Zeit bei dieser Temperatar erhalten, so bilden sich lange prismatische, durch gerade Endflache geschlossene Krystalle von Calciumsulfat ond schön ausgebildete, cwar mikroskopische, aber auch bei schwacher Yergrosserung gut messbare, stumpfe Rhomboeder der Carbonate von Eisen oder Mangan. Das Eisen lässt sich quantitativ aus der verdünnten Losung auf diesem Wege ab- scheiden, während ein Theil des Calciumsulfats gelost bleibt, vom Mangan habe ich quantitative Abscheidung nicht erhalten, vielleicht weil der Calciumcarbonat - Ueberschuss nicht gross genog war. Sind die Vitriole oxydhaltig und wird der Sauer- stoff ans dem Glasrohr vor dem Zuschmelzen nicht entfernt, 80 bildet sich nm so reichlicher, je mehr Oxyd entstanden war, ein auch in dünnen Schichten beim Eisen schwarzer uodorebsichtiger , beim Mangan brauner Niederschlag von wasserfreiem Oxydoxjdul. Von dem Eisenoxydozydul habe ich nach mehrtägigem Erhalten bei 200^ zwar sehr deutliche Qoadratformen unter dem Mikroskop erhalten, aber der grösste Theil bildete unregelmässige Formen und Aggregate. Weder von Bssigsäuro noch von verdünnter Salpetersäure wurde das Oijdoxydul bemerkbar gelost. Durch letztere Säure von Eisencarbonat befreit und nur noch mit Calciumsulfat ver- Qoreinigt, Hess sich der Gehalt an Oxydul nnd au Oxyd ermitteln. Durch diese kunstliche Darstellung scheint sich eine Er- klärung des Vorkommens von Magneteisen in krystallinischen Kalken z. B. bei Schehlingen im Kaiserstuhl zu ergeben , die jedenfalls einfacher ist, als wenn man eine Zersetzung von Spatbeisenstein unter Wegfuhrung von Eohlenoxyd annehmen wollte. Die Bildung des Eisen- und Mangancarbonats aus dem schwefelsauren Salz durch Einwirkung von kohlensaurem Kalk bei höherer Temperatur erklärt aber die so allgemeine Bei- mischung von Eisencarbonat und das nicht seltene Auftreten 35* 530 Too MaDgaoverbiDduDgen in Dolomiten. Ebenso wird es sich mit dem Zink verhalten , dessen Carbonatlager oft an deu Dolomit gebunden erscheinen, z. B. in Oberschlesien. Es kann ferner das Verbalten dieser Metallsalze gegen Calciam* carbonat in der Wärme nicht allein zur Erklärung mancher Pseudomorpbose, sondern hauptsächlich der Ablagerung von kohlensaurem Eisen u. s. w. in ie AtiAljsea No. 1 and Na. la*) geben die ZaMmineD- setznng von cblantführendeai Serpentin an, der frei von Ein- [ wurde vom Cblorii ichlössea ist; die zu aniiiraireade SabBtADz V möglichst befreit. No.l No. le H,0 14,17 13,55 SiO, 87,75 42,19 AI, 0, 1,02" ) 0,87 Fe, 0, 8,03 4,00 C«0 0,29 — MgO_ 38,74 39,39 100,00 100,00 No. 2 und No. 2a: granatführender Seqientin, von Gfidii befreit; etwa ~ der Serpenlinmaese war von grasgrüner Hnra- blende ond den bescbriebenen Fragmenten gebildet. No.2 N(i.2« H, 0 11,40 11,81 SiO, 40,42 39,27 Äl,0, 0,67 0,75 Fe,0 7,53 8,23 C«0 1,10 1,16 MrO 38,88 38,78 100,00 100,00 Bei der Behandinng des Serpentins mit concenirirter Schwefelaäure und Natronlauge hinterblieb bei Na. 2 ein 9,15 pCt., bei No. 2a ein 6,62 pCi. betragender Räckslmd roD grasgrüner Hornblende, deren Zasammeoselzang fol- gende ist: *) Die ■DKljairUn Serpentine Ho. 1 bu No. 2a find Tetwbiedciwi Stellen entiioiDniea. **) Darin 0,40 pCt. Cr, 0^ ; alle in äitter Arbeit analjiirteti Str- peotine, Chlorite, QraDiten, HoTsblenden enthalten Cr^O,, dunlV wurde jedoch in der Regel nicht qoantitatiT beitiinmt, lODdem mit ^" Thonerde luiammen gewogen. Die Serpentine der drei gcDanntee Lo- caliiBien cDtbaltcn auHerdem U,l bti 0,\H pCi. Nikelox^dnl. 533 No. 3 HornblenderSckstand aus No. 2. No. 3a « « « No. 2a. No. ;i No. 3 a H,0 0,09 0,09 SiO, 55,12 55,93 AI, 0, 4,74 4,23 Fe,0. 4,14 4,53 CaO 11,27 14,92 MgO 24,64 20,30 100,00 100,00 Digerirte man einen Dünnschliff von den Proben No. 2 nnd No. 2 a mit HC) auf dem Dampf bade, so wnrden die Trommereinschlosse völlig gelost, die Serpentinplatten wurden durchlöchert; die Hornblende blieb unverändert, nur trat gras- grüne Farbe deutlicher hervor, nachdem das incrustirende Eisenoxyd entfernt war. Aus den Analysen ergiebt sich, dass der Kalkgehalt der Serpentingesteine 2 und 2a fast nur der Hornblende angehört, die Fragmente sind somit kalkfrei. Die reinen Serpentine No. 1 nnd 1 a weisen einen ebenso hohen Magnesiagehalt auf, wie die unreinen No. 2 und 2a: gegen 39 pCt.; da letztere Hornblende fuhren, die sehr viel ärmer an Magnesia ist (24 resp. 20 pCt.), so folgt, dass die Fragmente reicher an Magnesia sein müssen als der reine Serpentin. Berücksichtigt man ferner die leichte Zerlegbarkeit durch HC'l, so darf man mit der grössten Wahrscheinlichkeit behaupten, dass die Trümmereinschlüsse Olivin sind. Die von Serpentin eingeschlossenen mikroskopischen Hornblenden zeigen übrigens je nach der Localitat verschie- denen Habitus und wechselnde Zusammensetzung. Ein fast reiner, chloritführender Serpentin hinterliess nach der Behand- lung mit H, SO4 und Na HO einen ca. 1 pCt, betragenden Rückstand von grünlichgrauem Strahlstein, dessen Zusammen- setzung folgende ist: No. 4. H, O 0,14 SiO, 60,21 AI, O3 1,49 Fe, O, 3,28 CaO 12,32 Mg O 22,56 100,00 534 Die fotgendea Analysen geben die Zasammensetinng ia den Serpentin darchseti enden rolhen Granats ; die Proben sind verschiedenen Theilen des Serpentinlagers entnommen. No.5 No.5. Nu. 5 b H,0 0,82 1,66 1,47 810, 39,62 40,60 40.44 A1,0, 22,96') 22,70 23,11 Fe, 0. 10,96 9,34 9,96 CO 4,40 4,23 4,32 MgO 21,24 21,47 20,70 100,00 100,00 100,00 Meist ist der Or&tiat in seiner ganzen Masse io Cbloril umgewandelt, doch trifFt man auch CliloritpseudomDrpbosen an, die mit scharfer Grenze einen Kern von friachem Granat um sch lies Ben. No. 6 ist die ZaaammcuaetEUng einer Chloril- rinde, vrelcbe als Kern den Granat Nn. &a umbällt; der Chlorit No. 6a ist einige Centimeter vom Granat No. 5 ent- fernt; No. 6 b stammt hds dem Serpentin No. 1, No. 6 c aus dem Serpsatin No. la. Cblorilpsendomorp hosen. No.6 No. 6a No. 6b No.6c H,0 11,96 10,42 12,64 13,29 SiO, 33,78 33,82 33,19 33,63 AI, 0, 16,76 15,55" 15,29 14,17 Fo, O, 8,44 5,15 6,04 5,26 C«0 0,52 0,37 — — MgO 28,54 32,93 33,13 33,65 100,00 98,24 100,29 100,00 Die Zasammenselznng der Chlorile ist wenig wechselnd, die stärkste Abweichung weist der Chlorit No. 6 auf. Da die Granaten, ans denen sie hervorgegangen, sehr nbereinsiioi- *) D«rin 3,24 pCl. Cr, 0,. "J Darin 1,97 pCl. Cr, 0,. 535 meod« ZasammenBetcQDg Eeigon, wird man die kleiaen Scbwan- kuDgea in der ZusBiiimeDselsuDg der CbloHte der Verscbieden- beit der Cmitäode, tmter welchen sie sich bildeten, lascbreibeD mäiieD. Bei dem Frocesa warde &l]er Enlk dee Gr&natB g«gea Magnesia ausgeUoBcht, nnd zwar gegen mehr als die «tofftch äquivalente Menge; die Kieaelsäare trat theilweiie aus, WasBer wurde aufgenommen. Der TbuDerdegebalt der Chlorite ist durchweg geringer als der der Granaten, doch lä§Bt sieb ohne experimentelle [Tntersachangen nicht mit Sicherheit entscheiden , ob Thonerde gegen Magnesia ansge- tsaecbt wird. Der Serpentin wird stellenweise von Feld spatb gangen dDrcbaetit, die ihrer 'Hauptmasse nach ans-weissem, gross- krystallinischem Oligoklas bestehen, mit kleinen Mengen Horn- blende, Glimmer and sehr wenig Quart vermengt. An der Greme der Peldspatbgänge gegen den Serpentin treten Contact- gebilde anf, die dnrcb folgende Skizze Teranscban licht werden,*) *) Der «kiicirte Gsng tritt in der 80 -Wand i ETOsien Sieinbrnchs hinter der Fabrik tn Tilge. 536 £ine Zone von granlicheni oder gelblich graaem Talk*) von wechselnder Dicke scheidet mit beiderseits scharfea Gren- sen den Serpentin vom Feldspath. Der Talk ist von graoeo Chloritsphäroiden durchsetzt, die wohl umgewandelte Granaten sind; frische Granaten konnten im Talk nicht aafgefondea werden. In der Regel sieht sich zwischen dem Talk ood dem Feldspath noch eine zweite etwa 3 Cm. dicke Zone von gross- blättrigem, tombakfarbigem Cblorit hin. Der Oligoklas erleidet an der Grenze gegen den Cblorit oder Talk eine Veründerang, die sich jedoch nor aaf einige Centimeter Tiefe erstreckt. Er verliert Glanz und Härte, wird porcellanartig und geht schliesslich in eine schmutziggraue, weiche, specksteinartige Masse über. Der Verlauf der che- mischen Veränderung ist aus folgenden Analysen ersichtlich. No. 7. Frischer Oligoklas aus der Mitte des Ganges. No. 7 a. Sehr wenig verändert, ca. 3 Cm. vom Chloritsanm No. 9 entfernt. No. 7 b. Porcellanartig veränderter Oligoklas. No. 7 c. Veränderter Oligoklas; ze igt Fettgl ans. No. 7d. Völlig 1 imgewandelter Oligolilas; weich, sp steinartig. No.7 No.7a No. 7b No.7c No. 7d H,0 0,40 0,60 2,05 8,85 17,57 SiO, 65,73 66,88 64,00 54,77 38,86 AI. 0, 21,43 19,48 19,23 14,45 10,61 Po.O, 0,18 0,34 0,34 1,02 1,32 CaO 2,07 0,30 0,83 0,39 — K, 0 0,13 0,63 — Na,0 10,41 10,84 10,18 4,68 MgO 0,93 3,37 15,84 29.74 100,35 100,00 100,00 100,00 98,10 Bei der Umwandlung sind der Kalk und das Natron gegen mehr**) als die einfach äquivalente Menge Magnesia aasge- *) Der feinschapptge Talk wird zuweilen als Topfstein beseichnet **) In No. 7 a ist trots der starken Kalkansscheidang verh<nis»- m&Bsig wenig Magnesia eingetreten; nimmt man an, dass mit den Mag- nesiasalzen gleichzeitig grosse Mengen Kohlens&are auf den OligoklAi einwirkten , so lässt sich begreifen , dass stark basische Magnesiasilicate 537 taascht worden; die Kieselsäure ist stark yermindert, Wasser aufgenommen worden nod wahrscheinlich ist der geringe Ge- halt an Thonerde darch einen directen Aastritt dieses Stoffes herbeigeführt. Das Bndproduct No. 7d nähert sich in seiner Zusaaimensetsung den von Drabobb*) und Zkphabovigh**) onteranchten Pseudophiten, Die Zusammensetzung des den Feldspath umgebenden Talks geben die Analysen No. 8 und No. 8a; No. 8b ist ein apfelgroner , sehr feinkorniger Talk, der den Serpentin des sogen, rothen Bruchs aderformig durchsieht, ohne mit Feld- spathgängen rergesellschaftet zu sein. No.8 No. 8 a No. 8 b )H.O 5,88 5,95 5,87 SiO, 56,89 58,50 57,03 Al.O. 2,57 1,19 2,11 F«.0. 3,81 3,95 3,58 CaO 0,30 MgO 30,55 30,47 30,82 100,00 100,06 99,41 Man darf wohl annehmen, dass der Talk aus einem Mi- neral hervorgegangen ist, welches als Gontactzone den Olivin vom Feldspath trennte. Nach der gegenwärtigen geringen Kenntniss der Beziehungen zwischen der Zusammensetzung der Contactzonen und der durch dieselben getrennten Ge- sich unter diesen Umstanden schwer bilden konnten. Die Annahme, dass die metamorphisirenden Gewässer selbst in naher Entfernung eine stark abweichende ZosamraensetznDg besitzen können, ist nicht gewagt; da die Processe lange Zeitr&nme hindurch währen, so können eine Menge zu- fälliger, äusserer Umstände modificirend wirken. Gesetzt, es bildete sich in dem den Feldspath umscbliessenden Serpentin ein grösserer Riss, so mnstte das metamorphosirende Wasser hier rascher sickern als in der nächsten Umgebung, wo es sich durch die Haarspalten hindurcharbeitete; dagegen musste im letzten Falle die freie Kohlensäure des Wassers sich fast völlig mit den Basen des Serpentins sättigen, während sie im ersten Falle zum Theil unverbunden bleiben konnte. *) TscBBRMAa's miner. Mitiheil. 1873. pag. 125. ••) ibid. 1874. pag. 7. ***) Wie schon mehrfach cönstatirt ist, verliert der Talk erst bei sehr heftiger Glut alles Wnsser. 538 steine zu schliessen, wird die Zone von einem lUAgneBiahal- tigen Mineral gebildet worden sein; einen sicheren Aafscbluss ober die Natur desselben itann man nur durch vergleichende Untersuchungen von Olivin- und Serpentingesteinen, die Feld- spathgänge mit Cootactsäumen fuhren, gewinnen, indess ist ein Fingerzeig dafür da, dass der Talk aus einer HornblcDdc hervorgegangen sein kann. An einer Stelle ist nämlich die Contactzone niebt von kurzscbuppigem Talk, sondern von einem langfasrigen, gelblich weissen, seidenglänzenden Mineral gebildet, welches seiner Zusammensetzung nach (No. Sc) zwischen Talk und Asbest steht. Diese Partie enthält stellen- weise spärliche Trümmer von grünem Strahlstein, welche mit dem asbestartigen Mineral innig verwachsen und höchstwahr- scheinlich die Muttersubstanz des letzteren siud. Aus diesem Strahlstein konnte nach den wechselnden Umständen Talk oder das Mineral No. 8c hervorgehen, es konnte aber auch die Contactzone von zwei verschieden zusammengesetzten Horn- blendearten gebildet gewesen sein, die bei der Umwandlung verschiedene Bndproducte ergaben. Eine solche wechselnde Zusammensetzung zeigt auch die im Feldspathgang spärlich eingesprengte Hornblende: sie ist entweder graulichgrilner, feinspiessiger Strahlstein No. 8d oder dunkelgrüne Hornblende No. 8e. Na 8c No. 8d No. 8e H.O 4,97 0,44 0,59 SiO, 54,62 56,22 55,30 A1,0, 3,00 1,80 5,37 Fe.O, 5,05 5,97 8,00 CaO 5,82 12,34 11,66 MgO 27,29 21,23 19,08 100,75 98,00 100,00 Wie erwähnt, zieht sich bisweilen zwischen dem Talk- saum und dem Feldspalh eine dünne Lage von grossblä lirigem, tombakgelbem Chlorit hin, dessen Zusammensetzung die Ana- lysen No. 9 und No. 9 a darthun.*; *) Die analysirten Proben sind rerschiedenen Stellen entnommen. 539 Nu. 9 No. 9 a H, O 19,92 20,83 SiO, 37,52 35,45 AI^O, 11,14 12,36 Fe, O, 6,22 6,56 - MgO 24,72 24,18 99,52 99,38 Bs läsBt sich nicht entscheiden, woraus dieses Mineral entStauden ist; es finden sich wohl in der Chloritschicht Frag- mente von sehr verändertem Oligokias, aber ohne Uebergänge zum Cblorit. Serpentin von Böhrigen nnd &reifendorf. Der Serpentin von Bohrigen und Oreifendorf^) zeigt unter dem Mikroskop neben Granat und den Mineralien der Uorobleudegruppe nicht selten dieselben Mineraltrnmmer wie der von Zoblitz und durfte wesentlich aus Olivin hervorge- gangen sein. Die im Serpenlin auftretenden compacten Eklogit- maasen, die vielfach als Reste des Urgesteins des Serpentins angesehen werden, sind gegen den Serpentin hin sehr wenig verändert und zeigen meist scharfe Grenzen; stellenweise durchsetzen den anliegenden Serpentin Hornblendekrystalle, die bisweilen in serpentinartige Producte umgewandelt sind. Der Eklogit besteht aus fast schwarzer Hornblende, brau- nem iiranat und einem weissen Mineral (Feldspath ?), welches letztere jedoch in geringer Menge auftritt; das Mengenverhält- niss von Hornblende zu Granat ist sehr wechselnd« No. 10. Eklogit aus dem grossen Bruche bei Greifen- dorf, aas fast reiner Hornblende bestehend. No. 10 a. Brauner Granat aus dem Eklogit No. 10« No. 10 No. 10a H, O 1,52 0,85 SiO, 47,27 37,05 AI, O, 12,72 22,05 Fe, O, 9,55 20,70 CaO 11,15 7,61 MgO 17,79 11,74 100,00 100,00 *) Die geogaostischen VcThältnisse sind von Müllib beschrieben im N. Jahrb. f. Min. 1846 pag. :257. 540 In der Serpentinwand hinter der Fabrik bei Bohrigen findet sich eine ca. ~ Qaadr.*M. grosse Eklogiteinlagerang von anderem Habitus. Der Granat ist rotb, von demselben Ans- sehen wie der im Serpentin eingesprengte Granat; die Horn- blende ist laach- oder pistaziengron gefärbt. No. 11. Eklogit aus rothem Granat und lauchgruoer Hornblende bestehend. No. 11h. Granat aus dem Eklogit No. 11. No. IIb. Rotber Granat aus dem Serpentin von Greifen- dorf, nicht weit vom Eklogit No. 10« Der Granat ist etwas verändert. No, 11 No. IIa No. IIb H,0 0,96 1,48 1,92 8iO, 47,17 40,92 41,81 A1,0. 14,58 22,88») 23,90 Fe.O, 6,45 9,26 9,70 CaO 12,07 4,52 3,97 MgO 18,91 20,94 18,70 100,U 100,00 100,00 Die rothen Granaten im Serpentin und in dem hellgrünen Eklogit sind identisch und weichen in der Zusammensetzung vom braunen Granat No. 10a sehr ab , zeigen dagegen eine fast vollkommene Uebereinstimmung mit dem im Serpentin eingebetteten Granat von Zoblitz und von Narouel in den Yo- gesen.**) Es liegen leider nicht mehr Analysen von im Serpentin eingelagertem Granat vor, doch scheint die grosse chemische Uebereinstimmung nicht zufallig zu sein ; wenn man berücksichtigt, dass es die magnesiareichsten Granaten sind, so drängt sich der Gedanke auf, zwischen dem hohen Magnesia- gehalt derselben und ihrer Umgebung, des Olivins, eine ähn- liche genetische Beziehung zu statuiren , wie etwa zwischen der grossen Kalkmenge des Grossulars und dem denselben häufig umschliessenden Kalkspatb. No. 12. Laucbgrune Hornblende ans dem Eklogit No. 11. No. 12 a. Dunkellaucbgrune Hornblende, etwas verändert. ♦) Darin 1,20 pCt. Cr, 0,. **) Von Dblbsbr analjrsirt; BAaiBLSSBiiG, Handb. d. Min. Cbem. pag. 695. 541 No. 12 b. Pistaziengraoe Hornblende, stärker verändert ah No. 12 a. No. 12 No. 12 a No. 12 b H, O 1,77 2,72 4,47 SiO, 52,23 51,75 52,31 AI, 0, 4,52 6,66 6,47 Fe,0, 4,08 4,99 5,28 l'aO 19,10 10,71 8,39 MgO 18,30 23,17 23,08 100,00 100,00 100,00 Auf einer Rissfläcbe ist der Eklogit bis aaf |- Cm. Tiefe verändert. Granat und Hornblende sind in eine dunkelgrüne, mit dem Messer scbneidbare, fettglänzeude Masse umgewandelt (No. 13). An einer anderen Stelle ist nur der Granat voll- stäudig in eine gelbe, chloritischo Substanz übergeführt, wäh- rend die Hornblende (No. 12 a) nur wenig verändert und stellenweise von einem tombakfarbigen, glimmerartigen Anflug bedeckt ist. No. 13 a ist die Zusammensetzung des in eine gelbe chloritiscbe Masse verwandelten Granats. No. 13. No. 13 a H,0 lOM 13,59 SiO, 37,82 35,84 AI.O, 11,50 17,22 Fe.O. 7,10 6,06 CaO 2,83 0,99 MgO 29,34 26,30 99,08 100,00 Wie man sieht, wird bei der Metamorphose der Kalk dorch Magnesia ersetzt, die Kieselsäure tritt zum Theil aus, wogegen viel Wasser aufgenommen wird. Eine ähnliche Veränderung in eine grüne oder gelbliche chloritiscbe Substanz haben auch die im Serpentin eingebetteten Granaten erlitten, wie folgende Analysen darthun.*) *) Die analyBirten Chlorite sind yerschiedeoen Stellen deg Serpentin- lagers entnommen. 542 Mo. 14 No. 14 a No. 14b H.O 12,82 16,05 15,21 SiO, 38,17 36,71 37,80 A1,0. 13,98 13,83 ■ 13,49 Fo.O. 6,71 6,44 6,58 CaO 0,76 — MgO 27,56 26,97 26,92 100,00 100,00 100,00 Die Serpentinwand hinter der Fabrik wird ?on mehreren^ liochstens 10 Cm. breiten, oft horizontal gelegenen and aoa- keilenden Feldspathadern durchsetzt, die meist gegen den Serpentin durch danne Glimmer- oder Chloritlagen begrenzt sind. Unter dem fleischfarbigen Feldspath kann man gestreiften Plagioklas erkennen, nach dem hohen Raligehalt 2u urtheiteo, wird auch Orthoklas vorhanden sein; anscheinend ganz frische Stellen sind nach der Analyse schon etwas verändert. Gegen den Serpentin hin wird der Feldspath in eine dunkle, mit dem Messer schneidbare Masse verwandelt, die bisweilen den allen wasserhaltigen Magnesiasilicaten eigenthümlichen Fettglanz zeigt; dünne Feldspathadern haben in ihrer ganzen Masse diese Verandernng erlitten. No. 15. Anscheinend frischer Feldspath aas der Mitte einer 8 Cm. dicken Ader entnommen. No. 15a. Völlig umgewandelter Feldspath an der Grenze gegen den Serpentin. No. 15 No. 15 a H, 0 2,38 15,18 SiO, 57,50 86,08 A1,0, 23,91 18,33 Fe.O, 0,34 0,26 CaO 2,23 0,62 K. 0 * 7,75 Na, 0 3,58 MgO _ 1,57 28,48 99,26 98,95 Die Veränderong ist dieselbe wie sie der Oligoklas No. 7 von Zöblitz erlitten hat: Kalk und Alkalien sind durch me^^ 543 als die einfach iiquivaleote Menge Magnesia ersetat^ Kiese]* säore rermindert, Wasser aofgenommen worden. Hart am Wege von Böhrigen nach Naundorf ist der Serpeotio von einer ] M. brciteq, sehr zerklofteten Granit- ader dorchsetzt. Auf den Kluftflacheu and an den Grenzen gegen den Serpentin ist der Feldspath des Granits häufig in eine brannschwarze^ weiche, amorphe Masse umgewandelt und die folgenden Analysen erläutern die Metamorphose. No. 16. Frischer, fleischfarbiger Granit; Orthoklas, Fla- gioklas, Quarz und etwas Glimmer enthaltend. No. 16a. Feldspath fast völlig verändert, Glimmer nn- veräodert. No. 16 No. 16 a H, 0 1,05 7,17 8iO. 72.06 57,91 AI.O. 14,24 10,60 Fe,0. 2,38 10,62 CaO 1,26 0,42 K, 0 4,82 1,44 Nft, 0 2,98 0,22 MgO 1,55 11,81 100,33 99,69 Kalk ond Alkalien sind durch mehr als die einfach äqui- valente Menge Magnesia ersetzt , die Kieselsäure vermindert, dagegen Wasser und £isenoxyd aufgenommen worden; wie bei der Serpentinisirung des Melaphyrs von Predazzo*) ist auch hier der Natron feldspath rascher umgewandelt worden als der Kalifeldspath. Seipentin von Waldlieiin/*) Das Profil am Babenberge wird von vielen feldspath- fibrenden Gängen durchsetzt, die an den Grenzen gegen den Serpentin oder an engen Stellen in ihrer ganzen Masse in waaser- und inagnesiahaltige Verbindungen umgewandelt sind; letstere sind äasserlich dem Serpentin oder Speckstein bisweilen *) Zeitechr. d. dentach. geol. Qea. I87i2 pag. 3*20. **) Ueber die geognoatiacben Verhältniaae aiehe Fallod im Archiv (ar Min. von Karsten IG, 2. pag. 433. 1842. Z«iu. a. D. ge0l. Gm. XXVII. 3. 36 recht äbDÜcb. Die folgende Skiuo soll das Aoffiodeo du beschriebenen Qäage bei künftigen LocalantersuehiiDgeii t leichtern. Der Feldspath dee etwa 1 M. breiten , sehr lerkläftetcn. grauen Granitganges No. 17 nimmt zum Serpentin hin ' bräunlich gelbe Farbe an und bnsst Härte und Glanz ein; tahlreichen Rissfläcben des Granits zeigen den fär die Magnesii- ailicale charakteristischen Fettglanz. Indem der Feldspub immer unkenntlicher wird, gebt das Gestein in eine donklc, leicbt bröckelnde nnd weiche Hasse über, in welcher man noch einzelne Glimmerblättchen erkennen kann; diese letzkie Verwitlerungszone ist höchslens einige Centimeter mäehlig. Ka folgt dann zwischen dieser nnd dem Serpentin ein n 10 Cm. dicker, gräner oder bräunlicher, Iboniger Crus. No. 17, Frischer Qranit aus dem unteren Theil des Gau gos; feinkörniges Gemenge Ton Qaart, weissem Peldspsil und schwarzem Glimmer. No. 17 a. Frischer Granit vom Kopfende des Gange«. No. 17b, Zum Theil verändert, brännlichgelb ; 15 Cm. von der Thonlage No. 17 e enlfernt. No. 17c. Verändert; 5 Cm. con der Thonlage entfcnL No. 17d. Dunkle, weiche Masse, in welcher einsdM Glimmerblätteben noch erkennbar sind; berührt den Tbosi No. 17 e. No. 17e. Grünlicher iboniger Grus; die Grenae i>i- scben demselben und dem comDaclen veränderten Granil oi 545 No. 17 No. 17 a No. 17b No. 17c No. 17d No. 17« H,0 1,33 3,91 6,93 9,09 16,80 21,30 SiO. 66,94 60,84 51,02 47,58 37,86 42,00 A1,0, leas 16,33 16,48 14,66 12,13 9,28 Fe,0, 3,01 5,05 5,01 6,90 8,44 6,72 CaO 1,44 1,48 1,06 1,02 0,98 0,30 K,0 4,98 4,90 7,13 5,78 — N», 0 3,66 2,69 0,69 0,59 ■ — — MgO 2,29 4,73 10,61 12,86 22,67 19,90 99,80 99,93 98,93 98,43 98,88 99,50 Der Kalk ond di« Alkalien sind durch mehr alt die eio- facb aqoivalente Menge Magoeeia erseUt, die Kieaelaanre stark vermindert, Wasser aofgenommea worden ; der Natroofeldspath wird rascher umgewandelt als der Kalifeldspath , der Qlimmer ist am widerstandsfähigsten. Genau dieselbe obemische Ver- inderong haben auch die anderen Oranitf^nge erlitten. Nicht weit von diesem Gange tritt ein anderer oa. 25 Cm. breiter Granitgang auf, der in seiner gansen Masse stark ver- ändert ist. No. 18. Ans der Mitte des Ganges entnommene Probe; eothiUt noch ziemlich glänzende, sehmntsig gelbe Feldspath- kryatalle; nach den Randern des Ganges hin verschwindet der Feldspatb immer mehr und wird in eine dunkelgrüne, ser- pentinartige Masse umgewandelt: No. 18a; das Endproduct der Metamorphose No. 18 b läset gar keinen Feldspatb mehr erkennen , nur einzelne Glimmerblättchen haben sich erhalten. Zwischen dem Granitgang und dem Serpentin zieht sich ein 2 bis 6 Cm. dicker Saum hin, der aus einer hellgrünen, serpentinartigen Masse mit spärlichen Chloritblättehen besteht: No. 18 c; wahrscheinlich liegt hier eine umgewandelte Contact- zone vor, welche den Qranitgang von dem Urgestein des Serpentins schied, und es durfte, nach dem geringen Thon- gebalt zu schliessen, diese Zone von einem Mineral der Uorn- blendegruppe gebildet worden sein. (laat aoMer dem Granit No. 17 auch eine zwischen dieBem and dem Serpentin befindlicbe Contactsone das Material sa demselben geliefert; Andeutungen einer ehemaligen Contaetsone konnten freilich nicht aof- gefunden werden. 36' JM6 No. 18 No. 18> No. ISb Mo. I8c H, 0 7,17 10,24 18,72 12,41 SiO, 58,25 43,49 36,87 49,53 AI, 0, 15,U 13,58 11,98 2,2S F.,0, 5,0S 6^ 8,15 7,09 CO 0,67 0,«0 0,53 0,36 E, 0 5,47 2,71 — — N.,0 1,78 0,52 — — MgO 11,93 20,76 27,44 28,40 »9,42 98,35 98,19 100,04 Oberhalb der ersleo Terrsue det Profils IriU in du Serpealiowuid eiD« Granitader su T»ge, die gröatteDtheili elark verändert ist. Die ZaMunneDeetinng des möglicbii friscbea, ans Qauz and dookelrotbem oder fleischfarbigen Feldepalh bestebeoden Gesteins ist ans den AmljseD No. 19 ond No. 19 a ersiehtlicb; die Proben sind Torscbiedeaen SleUeo entnommen. Znoäehst geben die Natronfeldspätb« in eine weiche, bröeklicbe, glansloie, dnnkelbraaarotbe oder sehnintiig grüne Masse über, in welcher die weissticheo Orthoklase oocli ciemlich erlialteo sind: No. 19 h; im Bndstadinoi No. 19c iit aller Peldspatfa verwandelt. No. 19 No. 19a No. 19b No. 19c H,0 1,89 1,22 12,04 17,22 SiO, 71,44 74,11 46,32 40,00 Al,0, 13,66 18,47 12,22 9,32 Fe, 0, 1,31 0,83 4,68 6,60 CO 0,92 0,64 0,60 0,85 K,0 3,71 3,92 340 — N«.0 2,84 4,22 0,46 — MgO 8,47 1,27 19,10 26,14 98,52 99,13 Bei dieser Metamorphose ist aach eine beträcbtiicbe Menge Eisenoxid aufgenommen. *) *> Nach der Bebandlnng der Probe No. 19c mit B, SO. andKaHD binlerblieb nnr ein lehr geringer BackeUnd von Qnara; da dar friickc OraoU qaaTireicb iel, (o mau bei der Halanorpboee faet aller Qaui foilgefährl oder möglich erireite mm Theil in ein Magneiiaailicat aagt- 547 Oberhalb dieses Ganges wird der Serpentin von meh- reren 2 bis 10 Cm. dicken Adern durcbsetEt, die wesentlich aas fleischfarbigem Feldspath bestehen nnd den Adern No. 15 im Serpentin von Bohrigen sehr ahnlich sind. Wie die Ana- lyse No. 20 dartbot, sind anscheinend gans frische Stellen schon beträchtlich verändert; noch stärker umgewandelt ist die Probe No. 20a, obwohl der äasserliche Habitus nur wenig von den der vorhergehenden Probe abweicht. Der Feldspath- gang iat an der Grenze gegen den Serpentin, und an schmalen Stellen in der ganzen Masse, in eine dunkelgrüne, weiche, serpentinähnliche Masse umgewandelt, No. 20 b. No.20 No. 20 a No.20b H, 0 2,64 3,29 13,46 SiO, 61,21 57,51 33,79 A1,0, 18,45 17,96 16,15 Fe.O, 0,50 0,81 6,24 CaO 0,37 1,46 — K, 0 8,69 7,20 — Na, 0 3,45 3,30 — MgO 4,69 7,99 30,36 100,00 99,52 100,00 Meistentheils sind die Feldspathadern durch einen Saum von groasblättrigem, grünem Chlorit von dem Serpentin ge- schieden; die Zusammensetzung dieses Chlorits giebt die Ana- lyse No. 20c. An einer Stelle zieht sich zwischen dem Feld- spath und dem Serpentin eine fingerdicke Schicht von sehr Teriiudertem, gelblich grünem Strahlstein, No. 20 d, hin. No. 20c No. 20d H, 0 12,64 9,53 SiO, 40,74 46,30 A1,0. 3,47 4,01 Fe.O. 6,31 7,18 CaO 3,97 MgO 35,57 23,91 Ca CO, 4,84 98,73 99,74 wRDdelt worden sein ; wahrscheinlich hat eine solche Portffthmng resp. Umwandlong des Quarzes hei der Metamorphose aller Qranitgange lUtt- gefnnden. i S48 Wahrscheialicb iit der Cblorit durch UnwaiidlDiig einer CoDtacUttDB swiechsD dem Feldapstb nod dem Urgesleiu dei SerpenliDB eDtsUDdeo. Einige handert UchriK von dem ProKl am Rabcnbergc entferot, im BoUwege, hart na dar Cltanuee, wird der Set- peotin TOD m«brereD oft speck stei na rtlgeo Gäagen danbsein. die wobi alle dudb Umwaodlong vod FeldspatbgesteineD cal- BUnden sind. Eine c>. 35 Gm. breite, aofrecbt BtehcDde, lutli DDtea ia zwei Arme sieh spaltende Ader beetdit am Kopfe wt einer dunkelgrünen oder rotbcn , mallen , bröcklieben IIübw. in welcber man neben Glimmer acbwacb glänsende Peldspaib- fragmente wabrnehmeo.kann, No. 21; bei weiter vorgeschrit- tener Umwandlnog ist aller Feldspalb verscb wanden, No.21*< Unten spaltet sich der Gang und bestebt ans eiiter bell- oder dunkelgrünen , auch braanrothen , stark glänzendeD Haiee. welcbe dem Speckstein sehr ähnlich ist und von spärlicbeir Glimmerblättchen durchsetzt ist, No. 2Ib. In der Nabe diese* Ganges dnrcbBetit den Serpentin eine 10 Cm. breite Ader, die aas einer hell grönlicb gelben, tou wenige» GlimmerblältcheD darcbsetzten , Serpentin artigen Masse besteht, No. 21c Ob- wohl sich in derselben keine PeldspathrragmeDte watirnebnitn liessen, so wird man doch wegen der grossen cbemiscLco Uebereinstimmung mit No. 21 1> auncbmen dnrfeD, dsas lie aus Peldspalh berForgegangen ist. No. 21 No. 21. No.21b No. 21c B,0 10,68 13,35 16,21 15,69 SiO, 43,57 39,37 38,93 40,11 AI, 0. 13,14 13,69 8,05 9,58 F«, 0. 2,63 3,66 6,41 5,T7 CO 0,43 — 0,28 0,56 K, 0 2,22 0,98 — — N>, 0 0,88 0,30 _ ~ MgO 24,99 27,24 29,21 27,83 98,24 98,29 99,09 99,54 I Olivin Tragmento konnten bis jetit in dem Serpentin vod Waldbeim nicht aufgefunden Werden. I AoB dem Vorstehenden ergeben sich folgende Seblässe. J Uit grosser Wahrschelnticbkeit darf man snnebmen. i»t't 549 das Urgesteio dea Serpentins von Zoblitz und Greifendorf aus Olivin, Granat and den Hornblendeinineralien bestand, wie das von Sabdbebqbr, Tschermak und anderen für eine Reihe von Serpentinvorkommnissen nachgewiesen ist. Der leicht ver- änderliche Olivin verwandelte sich zum grossten Theil in Serpentin, der widerstaadsfihigere Granat «seist In Chlorit- mineralien, während die Hornbleadeo gröastentheils wenig ver- ändert sind, wenigstens wenn sie in zusammenhängenderen Massen (Eklogit) auftreten; nur die in der ^asse des 8er- peulius zerstreuten llornblendemineralien durften zum Theil stärker umgewandelt sein , worüber die mikroskopische Unter- suchung Anfschluss geben wird. Die feldspathfuhrenden Gänge und Einlagerungen sind oft durch Contactzonen vom Serpentin getrennt und es durften in den meisten Fällen «die unver- änderten Contactzonen von hornblendeartigen Mineralien . ge- bildel worden sein. Die feldspathfuhrenden Gänge sind an den Grenzen gegen den Serpentin, oder wenn sie wenig mächtig sind, IQ ihrer ganzen Masse in Serpentin- oder specksteiuartige Verbiodangen übergeführt. Die Natronfeldspäthe unterlagen viel rascher der Metamorphose als die Kalifeldspäth e , am widerstandsfähigsten ist der Glimmer. Bei der Umwandlung der Feldspäthe werden Kalk und Alkalien ausgeschieden und durch Magnesia ersetzt; die Kieselsäure wird sehr stark ver- mindert, Wasser und oft auch Eisenoxyd treten eis. Die ansscheädenden starken Basen werden durch mehr als die einfach äquivalenten Mengen Magnesia ersetzt, was schon anderweitig*) constatirt werden konnte. Dieses Basischer« werden der Silicate ist höchst wahrscheinlich der Einwirkung gelöster basisch - kohlensaurer Magnesia zuzuschreiben**), in vielen Fällen wird es zum Theil von einer Umwandlung des Quarzes in ein Magnesiasilicat herrühren. *) ZeiUchr. d. d. geoh Ges. 1870 pag. 345 u. 18>2 pag. %5. •) 2 (CaO 8iO,) + 3 MgO 2 CO, = 3 MgO 2 SiO^ + 2 Ca CO,. 550 S. lieber die uu Thetrie des Vilkuisiiu des H«rra R. Hallet. VoD Herrn J. Botb in Berlin. In der tfaeoretiacbeo Oeologie oimmt, wenn mui toh dem auf die Orgnnismen besöglicben Tb«il abeieht, die Lehrt vom VulkaniamoB eioeu weeentlichen PImtz ein. Sie nmruit die Lebre von den Vnlkanen, den Erdbeben, der Hebnng der Continente ond (iebtrgamsseen , der Gasquellen nnd Tbenneo nnd steht in engster Verbindung mit der Lehre vom MeO- morphismns. A. t. Hdhboldt definirts bekauntlicb den Volks- niemns (oder die Volkanicitat) als den Inbegriff aller Brscbei- nnogen, welche der nocb fortwährend wirksamen Reaction du Innern der Erde gegen ihre Rinde nnd Oberfläche lo»- schreiben sind. Er beceichnet es „als einen nicht geringen Pnrtscbrilt der neueren Oeognosie, dasa sie fSr diese ganie Kette von Erscheinungen eine gemeinschaftliche Ursache, die innere Wärme unseres Planeten, erkannt hat.**) Die Worte ^Reaction gegen die Rinde" weisen hin uf den schwierigsten und dunkelsten Theil der Oeologie, auf di« Anfänge der Erde. Hier, wo ausser der Oeologie noch Astro* nomie, Physik, Chemie und Mechanik ein gewicliliges Wort mitzureden haben, prägt sich in dem Wechsel der Anachanongen der Portechrilt jener Disciplinen auf das Deutlichste aus. Ihe Ansicht, die Erde habe einst sich in fenrigflnssigem Zustande befunden, darf als die jetzt allgemein angenommene und dorcb eine Reihe von Schlüssen wohl gestötst gelten. Aber Eber den Verlauf der Abkühlung, über die Uescbaffcnheit, Dicke. Erhaltung der ErsUrrungskruste, über den Znstand d«s Kernes, über die Ewischen Kruste und Kern befindlichen Schichten ond folglich auch über die Theorie des Vulkanismus gehen die •) Eoimoi I. pag. 309. 551 Aosiebten weit aaseioander, wie ich für einen Theil derselben in dem Aofeatc.ober Metamorphiamos (1871) gezeigt habe. Im AnschlasB an die Arbeit von R. Mallbt: Volcanic energy: an attempt to develop ite trne origin and cosmical relatioDS (Phil. Traneact. Royal Soc. Vol. 168. I. pag. 147 bis 227. 1873) soll im Folgenden dessen Theorie des Vulka- oisfflos erortet werden. Aas den gesammten fieobaefatongen in Schachten, arte- aischen Bronnen und Bohrlochern — das tiefste Bohrloch, das bei Sperenberg, reicht etwa 3900 Foss nnter den Meeres- spiegel — läset sich kein Geseta ableiten für den Gang d^r Temperatnrzanahme in der Tiefe; denn bei den sichersten Beobacblongen entsprechen schon nnterbalb 1000 Pass die geothermischen Tiefenstufen nicht mehr den höher gelegenen: sie wachsen , aber nicht nach einem erkennbaren Gesetz. Obnehio moss in der meist nicht homogenen Masse die Wärme-* leitQDg eine verschiedene sein. Pur eioe gegebene grossere Tiefe iässt sich daher die Temperatur nicht berechnen und far eine gegebene Temperatur nicht die Tiefe. Ebensowenig läset sieh angeben, wie hoch überhaupt die Temperatur im looern steigt. Ist sie, wie höchst wahrscheinlich, wenigstens ooterhalb der ans den plotonischen Gesteinen gebildeten Tiefen so hoch, dass das seiner Beschaffenheit nach unbekannte, sicher mit hohem specifischem Gewicht begabte Material feurig* flassig ist, so fragt es sich, wie weit circolirende Strömungen dort die Teoiperatur ausgleichen und welche Wirkungen der ungeheure Druck auf die innersten Massen hervorbringt. Aus dem Vorkominen mancher Metalle und aus den geringen Men« gen einer Anzahl chemischer Elemente in der uns bekannten Kruste darf man folgern, dass in der Tiefe die uns bekannten Gesteine durch anderes Material ersetzt werden. Die von maochen Seiten gemachte Annahme, unsere plutonischen Ge- steine (Maximum des spec. Gew. — 3) konnten im geschmol- zenen Zustande das hohe spec. Gewicht der Erde (5 — 6) er- zeugen, setzt voraus, „dass die Zusammendruckung der Körper zu jedem denkbaren Grade sich steigern könne , ohne jemals 552 die Orauie cu erreiclieii , jenaeit welcher «ine weaeoUicbe Aendening dur CompreBsibilillt eintreten kann.*") Abgeaetien davon, dass di« bobe Tamperatar dea Erdinnern kosdebnend wirkt and einen Theit d«r Compression aufbebt. Ausdem Schmelipunkt der pluionisotien Oesteine, welcfaec je nacb ihrer Beachaffenbeil Kwiecbcn 1200—1600° liegt, and ans der als arithmetisch forlachreitend angesebeneR Wänae- zannhme in der Tiufe berechneten A. t. Hdhboldt, Abagü, £lib DB Beadmoht, AifOBLOT**), O. BiscHOF, Stddkk"*) dl« Dicke der starren, aus den bekannten plutoniachen Gesteiaeo beatehendeD Emsts zu 5,3 bis 7 goograpbiacbea Heileo. t'ot- BltB entaabm aus sehr kleinen, in Steinkobleogruben gefno- denen geotbermiscbeo Tiefenstufen und ans sehr hoch sngc- nommenem Scbmelipunkt der Laven (100 " Wegdwaod) ein UiUel von H geogr. Meilen. Alle diese Annahmen aetccc eine Wärmezanahme nach aritlimetiacber Progresaion vorani, welcher die Beobachtungen widerap rechen. NADHAiuit) ancbt die Heimath der Süesigen Lava „wohl erst in 30, 40 oder mehr Heilen Tiefe" uod niminttt) nach den topiechen Vcrhält- niaaen der Vulkane an , daaa die Dicke der Kmsle awabr- acbeinlich oirgend über 50 Meilen beträgt.* Aus den Wertben der Nulatioa der Brdaxa und der Pn- cesaion der Nacbtgleicben sohl oaa Hopkins auf eine wenigsten« 172 bis 215 geogr. Heilen dicke Kruste. Seine Gründe sind naineDlHcb von Dbladxat ttt) angegriffen worden. So viel ist klar: bei dieeer Mächtigkeit der Kruata iat sin Hcraaf- briagen des fl aasigen Erdinnern darob die Valkaae kann denkbar. Die deabalb von Hopxma anter den einaelnea Vul- kanen angenoDiineDen , iaolirt Innerhalb dea oberen Theilei der Kroate liegenden Feneraeen aetzen ein längerea FlÖasig- bleiben gewisser Parlieen tnnerfaalb der abkäblenden nnd ab- geknhlten Kruate voraas, während darnuter die ELratarraiig *) Nadmikn, lictirb. d. Ocognotie 1. pig. 36 ■•) Bali. g&l. 13. pag. ISS. t4]. ***) Fb;«. Qeogr. 2. pag. 37. Am SchmalitemperUur von Bmuli nnd EIhd = I60Ü* nod 10.3 Fuea für die geothermiiche Tiefenituli 533 fortschritt. Diese Ansieht , welche ferner unter den grossen Valkanreiben eine lineare, e. Th. mcridionale Anordnung der Penereeen verlangt, ist aus den angefahrten und anderen nicht weiter zn erwähnenden Granden fast allgomein aufgegeben und auch Mallst Ter wirft sie. Die Mehrsabi der Geologen betrachtet die Dicke der Kruste als eine .massige und zugleich als eine ungleiche. Ueber den Orad der Starrheit der durch ungeheure Druckkräfte sositmmengepressten Erdkruste, über die Tiefe, bis EU welcher die uns bekannten plutonischen Gesteine hiDab*» reichen, ist heute eine begründete Meinung nicht auszusprechen. Von der Annahme, dass Wasser den heisaen und auch nach Mallbt höchst wahrscheinlich feurigflussigen Kern erreicht und dass der auf diese Weise gebildete Dampf die Laven in die Hohe bringt, giebt Mallbt nur den letzten Satz zu. Nach ihm können die Laven nicht aus einem einzigen grossen Reservoir stammen, wie jene Theorie voraussetze; denn die VolkanausbrGche, so lauten seine Grunde, sind weder gleichseitig noch periodiecfa, noch sind die Laven aller Vulkane chemisch ident; im Gegentbeil mineralogisch verschieden bei benachbarten Vulkanen und bei den einzelnen Vulkanen in der Zeit. Diese Sätze sind vollständig richtig, aber sie beweisen nicht gegen die angeführte Theorie: ans denselben Tiefen, aus denen die chemisch und mineralogisch verschiedenen La^ ven kommen, stammen auch die ebenso verschiedenen ßruptiv- gesteine. Wir wissen wenig von der Art, in welcher nnter- htlb des ältesten tiliedes der normalen Lagerongsfolge, unter den kryntallinischen Schiefern, die Gesteine wechseln; wenig davon, wie weit die Tiefe, aus der sie stammen, für die chemische and mineralogische Zusammensetznng der Bmptir- gesteine von Binfloss ist; wenig davon, wie weit die Verschieb denheit des spec. Gewichts Schlosse erlaubt auf die Reihen- folge der Gesteine in der Tiefe, aber wir sehen jeder Lava chemisch . und mineralogisch ein Eruptivgestein entsprechen und erkennen die Verschiedenheit beider nur in der Ausbil- dungsform, der Art und dem Orte des Auftretens. Der von Mallbt aufgestellte Satz, dass die Laven directe Beziehungen zu den Gesteinen nachweisen, durdi welche sie ausbrechen oder auf denen sie lagern, ist nicht haltbar. Mallbt giebt keine Beweise für seine 1. c. pag. 217 wiederholte An** siebt. Gegen sie, um nur e i n bekanntes Beispiel zu nehmen, 554 Bpricht schlagend daa Verbalten der Gesteine am Vesuv nnd in deo pblegräiscben Feldern. Abgeseben von den wegqn ihrer ge- ringen Mächtigkeit kaam in Betracht kommenden Snbapennio- bildungen müsste nach Mallbt^b Ansicht ein Einflass das mächtigen Apenninkalkes sichtbar sein; aber weder die Tra- cbyte beider Gebiete noch die Lencitlaven seigen ^ne Ab- weichung von dem gewöhnlichen Kalkgehalt dieser Gesteine. An eine Binscbmelzung von Kalk ist also nicht zvl denken, nur die sogenannten Silikatblocke weisen eine Einwirkung auf die Wandungen mittelst der lange im Aafsteigungscanal ver- weilenden Lava und der damit verbundenen Erscheinnngeo sicher nach. Man braucht überhaupt nur eine Reihe von Ana* lysen au vergleichen, am sich zu nbersengen, dase die Eruptiv- gesteine, also auch die Laven, mögen sie die verschieden* artigsten plutonischen und sedimentären Gesteine durchbrechea, chemisch nicht weiter von einander abweichen als die ent- sprechenden Gestetue in den einzelnen Massen selbst. Dass z. B. Doleritbasaltlaven , welche aus Graniten aufbrechen, nicht anders zusammengesetzt sind als die aus Sedimenten hervortretenden, lehren unter anderen die Doleritbaaaltlaven der Auvergne und des Aetna. Mallbt^s Theorie des Vulkanismus ist mit seinen geoge« netischen Ansichten und seiner Meinung über die Brbeboog des Landes und der Bergketten so eng verknüpft, dass eine Darlegung derselben erforderlich wird. Er bezeichnet seinen Standpunkt als den hohen Standpunkt der Thermodynamik und nennt von diesem aus die erwähnte HTlMBOLi>T'sobe Defi- nition des Vulkanismus „eine weite nnd leere Phrase^. Er verwirft die Theorie von Hopkirs, nach welcher „die bebende Kraft, welchen Ursprungs sie auch sein mag , auf die Unter- fläche des Gehobenen mittelst irgend eines Fluidums einwirkt, sei es elastischer Dampf oder feurigflüssige Masse% und fuhrt aus, wie darnach die hebende Kraft das Gehobene in den Znstand der Ausdehnung, folglich der Spannung, versetzt, so dass Spaltensysteme entstehen müssen , aber die Theorie stimme nicht mit den Erscheinungen in der Natur ubereio, nicht mit der Bildung der Bergketten. Er nimmt die Theorie von Dana an, nach welcher die Continente nicht durch He- bung entstanden, sondern „durch Deformation des abkühlenden und also sich zusammenziehenden Sphäroids, dessen dunoe, 555 noch biegsame, feste Kitiste aaf grosBO Strecken einsaDk, wah- rend andere Strecken sich relativ oder absolut boben^. Alle Hebungen werden nach Mallbt nicht bewirkt dnrch verticale Wirkong ans einer anbekannten, tief liegenden Quelle, son* dem dorch yerticale Kräfte, die Resultate des Seiten* dracks, und diesen bedingt die Abkühlung der Erdrinde« Eine Theorie, die zuerst C. PaBYCST (1840), 'spater Dana, die Gebrnder RooBBS und Andere ausgesprochen haben. Mallbt, von dem Satce ausgehend, dass mit Abkühlung nothweodig Contraction verbunden ist, unterscheidet 4 Perioden der Erkaltung der Erde mit verschiedenen und abnehmenden Wirkungen der Contraction (pag. 163): 1. Die Bildung und Deformation einer dünnen biegsamen Kroste und der obersten Partieen der viscosen oder fiässigen, xonachst unter der Kruste liegenden Schicht, so dass, von den Polen ausgehend, wo suerst die Kruste sich bildet und am dicksten ist, die Umrisse der Continente und Ooeane ent- 8tebeo. 2. Die Kruste berstet und bricht auf; sie kühlt schnell, aber nnregelmässig ab, weil sich partielle Wasseransamm* langen bilden. Ein grosser Theil des Spharoids (und selbst der Oberfläche) ist noch rothglühend ; Verbindungen mit dem viscosen Inneren bestehen theilweise; ebenso starke örtliche Spannungen and Compressionen. 3* Die Zunahme der Starrheit der verdickten Kruste erlaubt die Portpflanzung tangentialen, von der Contraction hcrrShrenden Druckes (thmsts). Dieser, nmgesetst zu vertical wirkenden Kräften, faltet und runzelt die Kruste, und auf diese Weise entstehen die grosseren und kleineren Bergketten. Grosse Bergketten sind in der posUertiären . oder pleistocänen Zeit oicbt mehr gebildet worden. Zugleich entwickeln sich die bjpsometriscbe Conflguration des Landes, die grossen Waaser- lanfe, die Meeresströmungen und damit die Klimate für die verschiedenen Lebensformen. Aus den secundäreu rechtwinke- ligen Spannungen und Ausdehnungen erklären sich die Ver- werfungen, die Gänge , die intrusiven Gesteine (pag. 163). 4. Endlich treten die Jetzigen Verhältnisse ein : die Kruste ist beträchtlich dick und starr, die Abkühlung verhältnlss- nässig langsam, damit anch die Contraction. Die eigentliche 558 viel Zeit seitdem verflossi wie behs das Innere jetzt sein mag, ob der Kern flaesig oder fest, ob die Kruste danoer oder dicker ist. Die Gegenwart von Wasser, sei es süss oder salxig, im Heerde der Vulicano vervollständigt die Arbeit dieser unge- heuren Maschinen; ortliche hohe Temperatur und Coexistenx von Wasser erklären alle jetsigen vulkanischen Brecbelnungen. Sie können also erst dann eingetreten sein, als binreiebende Wassermassen niedergeschlagen waren, welche durch Capilla- ritat und In6ltration in die Tiefen drangen, d. h. also dann erst, als die Temperatur der Brdoberflache so weit gesunken war, dass flussiges Wasser sich darauf erhalten konnte. Wann die jetzige vulkanische Thätigkeit begann, lässt sich zwar nicht genau feststellen, aber sie geht wahrscheinlich nicht viel über das Ende der Secundärseit hinaus, wenn überhaupt so weit. Früher zeigt sich der Vulkanismus hauptsächlich in Ergüssen mächtiger flussiger Oesteinsmassen oder in Bildung erhitzten Staubes, sogenannter Asche, aber ein Auswerfen durch Dampf bedingt fand nicht statt, obgleich vielleicht gelegentlich durch Gase. Immer waren die Vorgänge von den jetzigen verschie- den, ihr Charakter war nicht explosiv wie jetzt. Der Deber- gang zwischen dem jetzigen explosiven und dem früheren hydrostatischen Vulkanismus war ein allmählicher. Zu dem letzteren rechnet Mallbt das Auftreten der Trappgänge and Porphjrmassen des Silurs und der dahin gehörigen Eruptiv- gesteine. Zur Vervollständigung seiner Theorie fuhrt Mallbt folgende Sätze aus: 1. Die Gravitation der nicht oder nur theil weise unter- stützten Kruste vermag alles Material der Kruste zu Pulver zu zerdrücken, so lange die Dicke der Kruste nicht gleich ist der ganzen Länge des Erdradius. 2. Wie weit ziehen sich die Gesteine der Kruste zu- sammen zwischen ihrer Schmelztemperatur oder einer noch höheren und der Temperatur der Atmosphäre. 3. Wie gross ist für Gewicht- und Volum - Einheit das Mittel der Arbeit, welche nothig ist zur Zerdrucknng der Ge- steine und wie hoch ist die daraus durch Umsetsung entste- hende Temperatur. Der erste Satz beruht auf mathematischer Untersuchung, der zweite und dritte Satz werden durch Versuche bewiesen. Die festesten Gesteine (Granit oder Porphyr) werden zer- 559 druckt dorcb einen Drack von 14 Tons anf den QaadratzoU; wenn die daraas bestehende Kruste zu ^^Via^ ihres ganzen Gewichtes durch Attraction des Kernes unterstatzt wird oder wenn die Kruste sich nur um y^^^ ihres Gewichtes senken kann, so wird alles Material der Kruste zerdrückt. In welchen Tiefen das Maximum des Seitendruckes und damit die Schicht des Maximums der Vulkanicitat liegt, lässt sich für jetzt bei einer gegebenen Dicke der Kruste nicht bestimmen. Allein Mallst glaubt den ersten Satz, wenn die Kruste von dem abkühlenden und daher schwindenden Kern theilweise oder gar nicht gestutzt wird, bewiesen zu haben. Um den dritten Satz zu beantworten , wurden Würfel von 1,5 Zoll Seite aus 16 verschiedenen Gesteinen zerdruckt. Das Maximum gab beim Zerdrücken grauer Granit von Gnernsej, nämlich 217", 24 F. = 102',« 9 C, per Kubikfuss. Bezeichnet W das zum Zerdrücken eines Gesteins nothige Gewicht in Pfunden, welches Gewicht von der Hohe h in Füssen herabfallt, J Joulb's Aequivalent, Wh so ist H =3 -rr- die Zahl der Wärmeeinheiten , welche durch «J die Arbeit des Zerdruckens geliefert wird. Für ein mittleres Gestein berechnet ist H = 6472 britischen Einheiten für einen Eubikfuss zerdruckten Gesteins. Daraus berechnet Mallbt: Hie Temperatur, welche ndthig ist, um eine Kubikmile £is von 0** zu schmelzen, ist gleich der Temperatur, welche durch Zerdrücken von 1,277 Kubikmile des von ihm berechneten mittleren Gesteins erhalten wird. Für die Beantwortung der zweiten Frage liegen die älteren Versuche von G. Bischof*) vor. Schon D. Forbes**) hat die Unsicherheit der von Bischof mitgetheiheu Zahlen nachge- wiesen und angenommen, dass die sauren oder basischen Silicate der platonischen Gesteine zwischen Schmelzfluss und Erstarren sich kaum zusammenziehen. Forbbs schloss dies ans Versnchen mit geschmolzenem Rowley ragstone (Grunstein, Staffordshire), mit geschmolzenen Hochofenschlacken und mit *) Neues Jahrb. f. Bfin. 1841. pag. 565 u. 1848. pag. 1 —54. Dar- nach liefern 1000 Volame geschmolzenen Basaltes 963 Volume glasigen and 896 Volame krystallinischen Basaltes. Trachyt und Granit sollen sich noch starker zusammenziehen. ♦•) Chem. News 1868. Z«ilf. a. D. geol. Gel. ZZ VII. 3. 37 560 Glasmasseti. Allein ancli seine Versuche liefern fo Folge sei- nes Verfahrens nothwendig unsichere Resultate. Mallet behauptet, dass die Unterscheidung zwischen gla- sigem nnd krystallinischem Zustand, ^ie sie Bischof für seine Versuche anfuhrt, sehr willkürlich sei , denn ^alte gemengten Silikate, welche krystallisiren, trennen sich bei der Abkiihlang in Kr jstallisirtes , das in einem glasigen Magma schwimmt, und dieses krystallisirt niemals, höchstens wird es durch lange Erhitzung entglast. Von den relativen Mengen dieser beiden Oemengtheile, von dem Gang der Abkühlung hängt es ab, ob die eingem engten Kry stalle sich vereinigen oder ob die ganze Masse ein krjstallinisches Gefuge annimmt^ (1. c. pag. 195). Um die Contraction geschmolzener Gesteinsmassen bei der Festwerdung zn bestimmen, stellte Mallst folgende Ver- suche an. Auf den Barrow Works (bei Fnrness Abbej, Camberland) wird aus Rotheisenstein mit sehr reinem Kalkstein (97 pCt. Ealk- karbonat) als einzigem Zuschlag and vermittelst Koak Grau- eisen erzeugt. Die dabei fallenden hellrehfarb^nen Schlacken wurden zu den Versuchen verwendet. Im Mittel aus drei Analysen, welche ziemlich weit von einander abwetcben, be- stehen*) diese Schlacken aus Kieselsäure, Thonerde, Eisen- u. Manganozydul, Magnesia, 41,24 pCt. 10,23 pCt. 2,17 pCt. 1,19 pCt. Kalk, Alkali, Schwefelcalcium, 40,02 pCt. 1,78 pCt. 2,51 pCt. = 99,14 pCt. *) Wenn Mallet diese Zusammensetsong als nahe mit der der Ba- salte übereinstimmend betrachtet, so liegt sein Irrtbnm aof der Hand. Bei Basalten giebt im Maximum die Addition von Kalk nnd Magnesia 27 pGt., mit Zurechnung von Bisenoxydul 3'2 pCt. Die eben angefl&htte Schlacke nähert sich in ihrer ZasammeuBetzung dem Chytoatilbit Haus- mannes: GsuTBBR fand in diesen blangrauen Hochofenschlacken ron Geislantem SIC* A1*0* FeO MnO MgO GaO = 43,00 11,6t 3,97 1,00 9,09 38,83 100, mit O 12,90:5,4 t : 3-2,93 Mallbt's Analysen geben ein Verh'altniss von 13,88 : 4,77 : 31,99. 5^1 J8o etwa = 8 R -f AI 4- 7 Si. In grosse bohle Eiseh- egel (Bessemer steel ingot-moalds) von 4,6 Eobikfoss luhalt ess Mallbt die Schlacken mit etwa 2000 " C. (3680 » F., er Temperator des flossigen Eisens) einlaufen. Er nimmt an, as8 das Festwerden bei 3000 "" F. (1650 "" C.) begann und ifld die Contraction (I. c. pag. 201) zwischen 3680*^ F. (2000» C.) und 53° F. (11%67 C) = 1000:932,76 Volume, 3680° F. (2000° C.) und 3000° F. (1650° C.) = 1000:983 Volume. Die erkalteten Schlackenkegel wiesen keinen gesonderten ero and keine grossen Höhlungen auf. Aussen waren sie asig, bläuiicb; der Rest war ein ziemlich gleichförmiges 6e- enge von mehr oder weniget* deutlichen, aschgrauen (woUa- oDitaholicben) Erystallen und bellfatbenem Olas. Die Kry- alle überwogen besonders nach der Mitte hin, wo sie sehr it ausgebildet waren. „Es war also ein echt krystallinisches esteia, nicht bloss Glasmasse gebildet^ (1. c. pag. 200). I^ie rjstalle wurden nicht analjsirt, auch das specifiscbe Gewicht ^s Glases und der Krjstalle ist nicht angegeben. Tafelglas er Thames plate-glass companj in Blackwall) zieht sich nach elen Ermittelangen in der Art zusamtnen , dass ICXX) Vo- me in zähweichem Zustande, also unterhalb des Schmelz- mktes , gemessen , 984,1 Volume bei 50 ° F. (10 ° C.) He- rn. Mallbt scfaliesst daraus , dass saure Silicate sich noch eniger zusamnnenziehen als basische. Er nennt die chemische asamznensetzunfg des Tafelglases (nach der Mehrzahl der Tb. ?on ihm angeführten Analysen mit etwa 72 pCt. Kiesel- are, 3,5 pCt. Thonerde im Maximum, 11 pCt. Kalk im astmam, 15 — 17 pGt. Alkali) ,,nicht sehr verschieden von der isammensetzung der sauren Gesteine* wie Gneiss, Granit, renit, Liparit u. s. w. , deren Thonerdegebalt er selbst im iximom auf 12 pCt., deren Maximalgebalt an Alkali er auf pCt. angrebt. Dabei ist auf die Differenz im Kalkgebalt r nicht RSfcksicht genommen und der wesentlrcfae Unter- bied zwischen Erkaltung zu blossem Glas und der zu kry- illiDischem Gestein ganz ausser Acht gelassen. Folgt aus ^er constanten Abk5hlnng (die am grossten in 'Ol heisseren Kern sein- muss) nothwendig Contraction und 37* damit Zerdräcknng der Eraate, welche abwärts dem scbvia- dendea Kern folgt, so ist zu beweisen, dass die durch dia Zerdräckung eDtateheade Wärme hinreicht, am die volktnUcben ErscheinDogen bervorzubriagec. Sie treten hervor aBDoeallicb 1. als Wärme umgesetzt in Hebung und E^ection, 2. als Wärme umgesetzt zum Scbmelzen oder ErhitiM der festen Aaswurfsmassen. 3. als Wärme verwendet zur Eraeagung von Dampf. Nimmt man das Volom eines Vulkankegels (1 Mite bocl und 5 Milea Darchmesser an der Basis) zn 6,54 Kabikmiln das Bpec. (iewicht seiner Gesteine ^ 2 oder >□ 0,05 Ton (i den KnbikfuBs, so enthält ein solcher Kegel 48133730304 Tr>iu Um diese aas 10 Miles Tiefe unterhalb der Kegelbasii ■ beben, würde die aua der Zerdräckung von V, Eobikmil Gestein entstehende Wärme hinreicbea. Bei den Valkua ist nach Mallet nur ein kleiner Theil der ganzen Maue wirklich geschmolzen, der Rest ist nur erbilzL Auf 20 Vt lume erhitzter Massen (Asche, Lapilli, Schlacken n. s. ' kommt höchstens 1 Vnlum geschmolzener Lava (I. c p. Wt Sind nun elwa 400 thätige Vulkane vorhanden, so reichen i ihrer Bildung, wenn man jedem Vnlkan den obigeu, sehr bo^ gegriffenen Kubikinhalt beilegt, 7200 Knbikmiles zerdrüdl' Gesteins aus, wobei Hehnng, Brhitzang, Scbmeliang und < grosser Wärmeverlust berechnet ist (I. c. pag. 207). Da die dnrch die Zerdrückung von 987 Enbikmilei ^ stein gelieferte Wärme dem (nach Thdil30h berechneten) jäl lieben Warmeverlust der Erde entspricht, so köonten in * niger als 8 Jahren durch die voti 7200 Knbikmiles aardrücki Gesteins gelieferte Wärme alle Vulkane eotsteheo. Man »i darsuB, wie gering die jährlich auf den Vulkaniamns verm dete Wärmemenge ist und dass bei weitem dip gröaste M wegung einzelner Stucke auf- und abwärts zu gestatten, wobei die eine Bewegung nothwendig die andere zur Folge haben muss. Wenn man nicht eine Losung des Zusammenhanges zwischen Kruste und dem darunter folgenden , viscosen oder flüssigen Theile des Innern annehmen will, so folgt aus die- sen Bewegungen der Kruste auch eine Bewegung der darunter liegenden Partieen, während Mallbt nur von Bewegungen in 567 der Kniete spricht. Die Ansicht Bblli^s*), dass die Ernste aaf dem Kerne sanft aafrohe, dass also darch Sinken der Krosteobrachstacke das flossige Innere in die Hohe gedrnckt werde and als Lava hervortrete, legt diesen Bewegungen einen ZQ grossen Werth bei: wäre sie dem Geschehen entsprechend, so mussten znuächst die Vulkane von gleicher Seehohe zar selben Zeit Lavaaosfinss and zwar fortdauernden oder we* DJgstens dasselbe Niveau des Lavaspiegels aeigen , während Intermittena und Nichtperiodicität für die Thatigkeit der Yul- kaoe bezeichnend sind. Ueber die Hebung der Bergketten mag hier nur bemerkt werden, dass geologisch sicher nachweisbar die meisten Berg- ketten nicht auf ein Mal, nicht auf einen Ruck gehoben sind, dass ferner zwischen den Binzelhebungeo oft sehr lange Zeit* räume liegen. Schwerlich geschahen die grossen Hebungen instantan; die jetzigen Hebungen und Senkungen, welche nur selten instantan und dann nur auf ein geringes Maass be-. schrankt sind , verhalten sich wie ein sehr schwacher Nach- klang jener früheren viel bedeutenderen und über weite Strecken aasgedehnten. Waren diese älteren Hebungen säculär, so konnten sie niemals eine zum Schmelzen des Gesteins hin- reichende Temperatur hervorbringen , konnten also nicht Ur- sache des Auftretens von Eruptivgesteinen sein, sofern diese aos dem gehobenen, erhitzten und geschmolzenen Material ent- standen. Hebungen ohne Auftreten von Eruptivgesteinen sind baofig genug vorhanden, und wenn Eruptivgesteine in dem Gehobenen auftreten, so kamen sie aus der Tiefe, da ihnen durch Spaltungen und Risse Raum zum Hervortreten gegeben war. Faltungen , wenn man die Erscheinungen in Nordwales nnd im schweizer Jura als solche gelten lassen will, ohne Auftreten von Eruptivgesteinen liegen in den genannten Bei- spielen vor. Von Veränderung durch hohe Temperatur ist weder dort noch in den häufigen und mächtigen Paltungen der krjstallinischen Schiefer eine Spur vorhanden. Ueber die in den frühesten Zeiten der Erde eingetretene Begrenzung Ton Land and Meer ist später zu reden. Mallet nimmt (I. c. pag. 170) die Mächtigkeit der Sedi- *) Giornale deir Ist. Lombardo 1850 und 1856. off. Mallkt I. c. pag. 178. 669 cbemksch ond mineralogiaob den Laven eotsprechendien Q.e- steioen) immer selteoer*), die Mitwirkang von Gaseo. und Dampfen bei dem Auftreten der Eruptivgeateio^ ioimer atärker. Mikroskopische Gas- ond FluasigkeitseiflScblasBe finden sich schon in den darcbj^ogig compacten krystalliniacben Schiefern und in den älteren Eraptivgesteinen , welche letztere z. Tb» cavernose Bildung und Mandelateine aufweisen, daneben kom- men vielieicbt Andeutungen von Schlacken vor. Endlich treten in den jüngeren Eruptivgesteinen seit dem Tertiär Gas- und Flossigkeitseinschlusse häufiger , Scblackei^ und Asi^heo in reicher Menge auf. Das ist die Reihe, wie sie sich ent- sprechend der zunehmenden Dicke der Kruste, welche ein ein- faches Aufpressen von Eruptivgesteinen ohne Mithülfe von Wasserdampf nicht mehr gestattet, geologisch darstellt. Eine Trennung zwischen den Eruptivgesteinen der krystallini^cben Schiefer, der paläozoischen und der Secundär-Zeit nach Art ihres Auftretens ist geologisch nicht zu rechtfertigen. Mit diesem geologischen Nachweis, dass erst seit der Tertiärzeit Vulkane auftreten, wird der MALLBT'schen Theorie eine wesentliche Stutze genommen. Ist Zerdnückung der Ge- steine und die dadurch entatehende Wärme die Ursache der vulkanischen Thätigkeit, so mussten Vulkane vorhanden sein, seitdem Wasser sich im flussigen Zustande aiuf der Erde er- halten konnte. Die Contraction war noth.wendig in der pa- läozoiachen und Secondär-Zeit viel grosser als später, folglich nach Mai^lbt's Theorie auch die Zerdruckung, folglich auch die Erhöbung der Temperatur in der Kruste; ferner mussten die Zerreissungen der Oberfläche» und die Bildungen von Spal- ten und Rissen damals viel stärker sein als später: alle Vor- bedingungen zur Entstehung der Vulkane waren gegeben — aber sie entstanden nicht. Es bestand nur der hydrostatische Vulkanismus Mallstes: Aufpressung von feurigflusaigen Theilen aas den Tiefen, eine Folge der Contraction* Der Einwand, *) Warum Mallbt die ältere Form der pintonischen Action unter dem Meere noch jetzt fortgehen lässt (I. c. pag. 17*2) und nicht auch auf dem Festlande, ist nicht einzusehen. Die Sommagänge, die 1834 Ton Abich am Vesuv beobachteten Q&nge, die Doleritgange in Island in vnl- kanischen Gesteinen u. s. w. zeigen, dass „die hydrostatische Action** auch auf dam Festlande nach dem Beginn „der explosiiren Action'^ fqrt- gedanert bat. 670 dnfli in dieser ersten Zeit alle darcb die Contr&ction gelieferte Arbeit tor Heboog der Bergkedeo verwendet sei, ist nichl aticbhftitig, denn in der Tertiäneit, ho die CoDiraction nur Docb sebr gering sein konnte, worden mäcbtige Bergkelteo (Alpen, Pyrenäen, Anden) zn grossen Höben geboben nnd die Vulkane gebildet. Vergleicbt man die Masseo der älterea Eraptirgesteioe mit der Hasse der darcb die Vnlkane aof die Oberfläche ge- bracbten Gesteine, so ist die letztere verscbwindend klein. Die Wirkung der Cotitraction und damit die Masse des Auf- gepressten wird immer geringer; jetit gelangt diesea aaf die Oberfläcbe nur nocb unter Mitbölfe des WasHerdampfes , die Kruste ist zn dick nnd in starr, nm grossere Wirknugen in gestalten. Selbst wenn explosive vulkanische Tbätigkeit scboo vor der Tertiärzeit sich nachweisen Hesse, — ein Nachweis, der immer Dor für einen Brncbthell der damaligen Eruptiv- erscbeinungen zu föbren sein wird, — so Hesse sich daraus für H allst' s Theorie kein Gewinn ziehen : nach dieser mnasle die explosive vulkauiscbe Tbätigkeit in den älteren Forma- tionen das Uebergewicht über die hjdroalatiacbe haben. Liegen nach Mallbt'b Theorie die Vulkane zunächst den Küsten und in der Nähe der grossen Gebirgsketten, weil dort die Linien und Ebenen des geringsten Widerstandes sich finden, so mnss die durch Zerdrückung entstandene Wärme, deren Maximaoi wegen der Grösse des Widerslandes in den Centren der gehobenen Flachen ta suchen ist, sämmlHcb an die Küsten geleitet werden, wenn sie fiir vulkanische Tbätigkeit verwendet werden soll. Diese Annahme ist gewiss willkürlich genug. Die grösste gehobene Fläche der Erde, das hohe Inner- asien, bat keine ibatigen Vulkane; zwischen den Ketten des Kokatftu und des Terektagb liegt eine mit erloschenen Vul- kanen besetzte Hochfläche von etwa 12000 Fuss Höhe (Zeit- achrift d. d. geol. Ges. XXVIf. psg. 341). Die erst in der Tertiärzeit gehobenen Alpen haben keine Vnlkane; erst in ihrer Fortsetzung östlich der Donau im ungarischen Erzgebirge sind erloschene Vnlkane vorhanden. Die eben so späte He- bung der Pyrenäen hätte nichts weiter an Vulkanen hervor- gebracht als die kleinen Valkaokegel bei Olot (Castel Follit). 571 Oder will man die Volkane der Anvergne von der Hebung der Alpen and Pyrenäen ableiten? Mallbt berncksicbtigt bei dem obigen Satxe die erloschenen Vulkane nicht : Bifel, Rhön, der geringeren nicht zu gedenken. Sieht man ab von den gleichralls erst in der Tertiärzelt gehobenen Anden und ihren Fortsetzangen, so werden die hohen Gebirge nicht von Yul- kaoen begleitet; vielmehr liegt die Hauptmenge der Vulkane — fast y, — auf niedrigen Inseln und Halbinseln. Dabei kann nur die Meereshohe der Basis, nicht die der Vnlkan- kegel in Betracht kommen, denn diese bauen sich selbst ihre Kegel zu bedeutender Hohe auf. Scheint es nicht als habe die einseitige Inbetrachtnahme Amerikas und seiner Anhänge den Satz veranlasst, dass die Vulkane den grossen Gebirgs- ketten folgen und dass die grossen Gebirge an den Küsten aofsteigen ? Die Hebung der grossen Gebirgsketten in der Tertiärzeit und das Auftreten der Vulkane in derselben Epoche bezeichnen in der Geschichte der Erde einen merkwürdigen Abschnitt, dessen Erklärung auch durch die Theorie Mallbt's nicht ge- liefert wird. Auf anscheinend mehr gesichertem Boden stehen die Ver- sache BIallbt's über die Zusammenziehung der Silicatmassen bei dem Uebergange ans feurigem Fluss zu Festem. Längst ist nachgewiesen , dass amorphe Silicate und Silicatmassen ein grosseres Volumen einnehmen als dieselben Silicate und Silicatmassen im krystallinischen Zustand. Wie sich ihr Volamen im feurigfliissigen Zustand zu dem Voiumen des glasig und krystallinisch . Erstarrten verhält, ist schwie- riger festzustellen. Nach Mallbt zieht sich das auf der Tafel gewalzte, im zähweichen Zustande, also unter der Schmelz- temperatur gemessene Tafelglas bis zur Temperatur von etwa 10° C. von 1000 Volumen auf 984,1 Volume zusammen. Er setzt vorauB, dass die Gontraction noch grosser sein wurde, konnte man die Messung bei der Schmelztemperatur vor- nehmen. Ist Glas specifisch leichter als Erjstallinisches und Mallbt^s Ansicht begründet, so müssen sich auch die flussigen Silicate zusammenziehen, wenn sie kristallinisch werden. Um wie viel — wird auch durch Mallbt's Versuche mit Schlacken nicht bewiesen. Nach seiner Beschreibung wird Niemand die 5^72 ^ttrcb Erstarrang aus Hochofenschlacke erhaltene Masse ein „echtes krystailinisches Gestein^ nennen, sondern ntfr eine Yeicb- Hch tnit KtystälHnischem gemengte Glasmasse (S. 561). Die Beobachtung widerlegt aach den S. 560 angefahrten Satz, ,,da88 nach Bildung von Erystallen das übrig bleibende glasige Magma niemals krystalh'sire oder höchstens nach langer Erhitzung entglast werde^. Die mikroskopische Untersuchung z. B. der Granite lehrt , dass nach Bildung kleiner Krystalle von Quarz, Feldspath und Glimmer der Rest fast gleichzeitig krystallisirte , wie Dmschlusse und Eindrucke der Krystalle aufeinander zeigen. Von Glas ist zwischen den Krjstallen keine Spür vorhanden; nur in einzelnen schmalen Granit- gangen, deren Erstarrung rascher vor sich ging, lässt sich Glas nachweisen; sehr selten finden sich in den Quarzen der Granite Glaseinschlusse, die dadurch ihre Bildung vor der der Quarze beweisen. Jenes von Mallbt erwähnte Verhalten, Uebrigbleiben von mehr oder weniger Glasmasse, nachdem der übrige Theil der Masse krystallinisch geworden ist, kommt bei vielen Eruptivgesteinen vor und wird gewöhnlich aus ihnen bei Schmelzversuchen erhalten. Das R^aumur^sche Porzellan, d. h. krystallinisch gewordenes Glas der Hütten, ist bald durchaus krystallinisch, bald schliesst es amorphe Massen, bald sphärolithische Bildungen ein: es vethalt sich durchaus wie die aus feurigem Pluss erstarrten Eruptiv- gesteine. Nimmt man die Bestimmungen der Temperaturen in Mallbt's Versuchen als richtig an, so können die von ihm angegebenen Grossen der Contraction nicht auf den Werth zwischen Scbmelzfluss und Krystallisation bezogen werden, da ein Theil der erstarrten Schlacke glasig geblieben war. Die Contraction der fenrig6ussigen Schlacke zur krj stall i- sirten muss grosser sein als Mallbt angiebt, wenngleich die von Bischof ermittelten Zahlen den Werth der Contraction zü gross angeben mögen. Fasst man Alles zusammen, so eiBcheint es weder be- wiesen, dass durch die Zerdrnckong der Gesteine und 4oVch die daraus vermittelst Umsetzutag gewonnene Wärme die vul- kanische Thätigkeit bedingt werde, nocb ist der Nachweis gäliefel-t, dass diu bisherigen Theorien so unzureichend seien, &7^ QiD die Annabme einer neaen Ursache Dothwendig erecheinen za lassen. Die hohe Temperatur des Erdinnern and der Zu- tritt des Wassers zu demselben mittelst Capil larspalten ge* Dugen, wenn auch nicht Alles auf genaue Zahlen zurück- geführt werden 'kasan^ nur Bt'klanmg der ^expiosivea^ vulka- nischen Erscheinungen. 574 4. lieber ilie Krystallfom des AitiMon« Von Herro H. Laspbyres io Äacheo. Hierau Tafel XUI-XIV. I. Vorkommen von Antimonkrystallen. Krystalle voo Antimon sind nicht nnr in der Natur ge- funden, sondern auch mehrfach kansüich dargestellt wordeo, oder haben sich bei metallurgischen Prozessen zufällig gebildet. Die naturlichen Antimonkrystalle geboren zu den grossten Seltenheiten und sind bisher nur in wenigen Exemplaren bei Andreasberg im Harze von F. A. Robhbr gefunden worden. ^Sie erreichen eine Grosse von 8 Linien''*). Das von anderen Fundorten bekannte Antimon sind kristallinisch - körnige Massen, an welchen man öfters die Spaltbarkeit gut studiren kann. Kunstliche Krystalle erhält man nicht schwer , aber auch nie gross und schon, durch den Ausfluss halb- und langsam erstarrter Antimon - Schmelzmassen. Solche Erjstalle bat Marx**) zuerst beschrieben; sie erreichten die Grösse von einer viertel bis zu einer halben Linie. Später bat EtS5BR***) auf dieselbe Weise noch bessere, ^ — 1 Linie grosse Krjstalie sich verschafft. Lässt man das Antimon , wie es gewöhnlich in den Handel gebracht wird, ohne Ausfluss langsam er- starren, so bekommt man derbe späthige Massen, an denen man — wie zuerst HAurf)» später Marx**) u. A. — die in- teressanten Spaltnngsbeobachtungeu anstellen kann. *) N. Jahrb. f. Min. n. 8 w. 1S48. pag. 310 f. **) SciiWRiGGRR - SbidbLi Jonmäl f. Cbem. u. Phya. LIX. 1^ pag. 211 ff. ♦••) Journ. f. pract Chem. XX. 1840. pag. 71. t) Trait^ de Mineralogie U. ed. tom. IV. pag. 281. 182*2. — Lehr- bach d. Mineralogie, ftberseut von Karsten und Weiss. 1810. Tb. 1^* pag. 342. 575 Aach durch Abkahlang von Hartblei, welches mit Anti- moa gleichsam abergättigt worden ist, kann man sich Antimon« krjstalle verschafifen, wie Versuche auf der Bleihutte Munster- busch bei Stolberg unweit Aachen kurxlich gezeigt haben. Das dort erzeugte und in schnell abkühlende Masseln gegos- sene, angeblich gegen 36 pCt. Antimon haltende Hartblei zeigt im Innern kleine Hohlräume, welche mit 1 bis 2 Mm. grossen, sehr rudimentär ausgebildeten Krystallen von Antimon bewandet sind. Etwas bessere und grossere Krjstalle erhielt man auf derselben Hütte durch Dmschmelzen grosserer Mengen Hartblei bei theilweisem Ausfliessenlassen und langsamer Er- kaltung.*) Ungleich schöner und grosser als die absichtlich dar- gestellten sind die durch Zufall bei metallurgischen Processen gebildeten Antimonkrjstalle, welche in vielen Beziehungen sogar die natürlichen übertreffen. Die hübschen 4j Linien breiten und 7 Linie dicken Krjstalle, welche HssSBL**) be- sehrieben hat, dürften solche gewesen sein. Dieselben stehen aber an Grosse, Schönheit und krjstallo- graphischem Interesse denjenigen bei Weitem nach , welche der günstigste Zufall durch Unvorsichtigkeit der Hütteuarbeiter im verflossenen Jahre auf der Bleihütte Mnusterbusch bei Stolberg unweit Aachen gebildet hatte, und welche der General- director der Actiengesellschaft für Bergbau, Blei- und Zink- fabrication in Stolberg und in Westfalen, Herr E. Laiidsbero, mir zu übergeben die Gefälligkeit hatte« Diese Krjstalle haben nach einer vorläufigen Mitthei- lang***) zu dieser Abhandlung Veranlassung gegeben. In der vorläufigen Mittheilung besprach ich näher die wahrschein- lichen Bildungsumstände dieser Krjstalle. Beim Gewinnen von antimonreichem Hartblei aus antimonhaltigen Abfällen der Hütte floss durch Versehen aus dem Schlackenlocbe Metall in den mit flüssiger Schlacke gefüllten Schlackentopf und ge- langte dadurch hier sehr langsam in den festen Zustand. In *) Zeitacbr. d. d. geol. Ges. 1874 pag« 3*26. — Jonrn. f. pract. Chem. IX. 1874 pag. 314. **) N. Jahrb. f. Mineral, n. s. w. 1833 pag. 56 f. ***) Zeitschr. d. d. geoL Qes. 1874 pag. 318 ff. — Jonrn. f. pract. Chem. IX. 1874 pag 305 ff. Z«>u. a. D.gc«i. Gef. XXVII. 3. 38 576 dem erstarrenden Ersknchen entstand — vermathlicb darcb zufälligen Ansfluss aus der halb erstarrten Masse — ein grosserer Hohlraum, welcher gans mit Antimonkrystalkn dick bewandet war. Diese Kristalle haben sich aus su antimoD- reichem Hartblei, welches schliesslich die fenrigflBssige Mutter- lauge bildete, langsam auskrystallisirt. Ehe diese ambultende Mutterlange erstarren konnte, erhielt sie Gelegenheit, «ausza- fliessen. Nur kleinere oder grossere Theilohen derselben blie- ben als Scbmelifloss durch Adhäsion auf den Krystalleo surSck oder wurden eingeschlossen bei der Krjatallisation, ohne der Schönheit und Form der Krjstalle wesentlich Ab- bruch zu thun. n. Erystallograpliisolie EenntniBs des Antimoiis. Bis zum Jahre 1824 hielt man das damals cur in spä- thigen Stucken bekannte Antimon allgemein für tesseral. Die Schuld an dieser auffallenden Thatsache sucht Marx*) in dem grossen Ansehen, welches Roif£ db l'Islb unter den zeitge- nössischen und nachfolgenden Mineralogen genoss. Dieser hatte nämlich den Satz ausgesprochen**), dass allen gedie- genen Metallen der Würfel und das Octa€der als Grundform zukommen. Höchst auffallend bleibt es, dass Haut diesen IrrChum am Antimon nicht entdeckte, da er sich gerade ganz besonders eingehend mit der Spaltuogsform dieses Metalles beschäftigt hat***). Sollte auch Haut durch das Ansehen von Rome de L*IsLB befangen gewesen sein, wie Marx es vermuthet? An den künstlich dargestellten späthigen Stucken erkannte nämlich Haut 20 „sehr deutliche^ Blätterdurchgänge, also 10 Spaltrichtungen, und führte sie zurück auf das Octaeder und Dodeca^der. 1824 erkannte F. MoHsf) zuerst die rhomboedrische *) ScuwEiGGBB- Seidel, Jahrbuch der Phys. u. Chem. LIX. 1890 pag. 311. **) Cristallographie on d^scription etc. Paris 1783 vol. III. pag '3. *^) Lehrbuch d. Mineral., ttborEetzt von Kahsten a. Weiss 1810 IV. pag. 342. — Trait^ de min^ralogie II ed. 1832 IV. pag. 281. t) Grnndriss der Mineral. 1834 II pag. 479. - Anfangsgrönde der Mineral. 1834. L pag. 496.. — Treatise on Mineralogy by F. Moo« translaied by Haidirgeo, Edinburgh 1835. vol. JI. pag 4*ib. fig. 137. 577 Erjstallform dea Autimoos an den natariichen koroigen Stacken VOR Allemont im Dauphine (Calanchea Dpt. laere) und beob- acbtele wie Haut 10 Spaltricbtungen nach oR, — ^R, — 2 R, ccP2^)« Den Endkanten wiokel — ^R bestimmte er au ca. 117«' 15'; daraas berechnet sich Winkel — ^R:oR » 143 <" 3\ der Endkantenwinkel R = 87 "^ 39'. 1830 stodirte Marx**) die leicht darstellbare Spaltangs- form des gewohnlich im Handel vorkommenden Antimons, wobei der im Wesentlichen die Beobachtungen von MoHS be- stätigte and die von Haut widerlegte, aber vermothlich (siehe Q. V.) durch eine irrthumliche Auslegung der HAUT'schen Beobachtungen, was erst in Folge der RoBB'schen Arbeit über das Antimon wahrscheinlich gemacht werden kann, in etwas za herber Weise Haut beurtheilt hat, welcher bekanntlich in dem Erkennen feiner physikalischer Differenzen an Mineralien QDd Krystallen mit den damaligen Hilfsmitteln von keinem Zeit- und Fachgenossen erreicht wird. £s gelang Mabz ein schwachglänzendes Rhomboeder (— ^ R) berauszuspalten , welches vollkommene Spaltbarkeit zeigte, und an welchem mit Leichtigkeit die sehr vollkommen spaltbare Basis (oR) zu spalten war. Also nur 4 Spaltrich- tQogen (3 -1- 1); die anderen, dagegen sehr untergeordneten von Haut und Mobs beobachteten Spaltricbtungen konnte Marx nicht auffinden und erklärt deshalb diese entweder für nicht vorhanden***), oder für vielleicht nur am natürlichen Antimon vorkommend f), oder fSr scheinbar, ff) *} Die Zeichen hier und im Folgenden beziehen sich auf die Stel- lang der Krystalle nach Boss s. n. , welcher das Spaltungsrhomboöder ra - ^ B machte, wfthrend alle Vorgänger es als HauptrbomboSder (B ' ) genommen hatten. **) ScawEiGGsa-SEiOBL , Jahrbuch der Phys. u. Chem. LIX. 1830. P»g. 211. ***) I. c. pag. 215 Anm. „Jedoch möchte ich eher glauben, dass bier eine CoDivena (von Seiten Mobs) gegen die Autorität Haut*s statt- finde, der durchaus 20 Durchgangsrichtungen beobachtet haben will.'* t) 1. c. pag. 215 Anm. „Ob sich diese (untergeordneten Spalt- flächen) wirklich an dem natürlich vorkommenden Metalle vorfinden, ktDD ieh ans Mangel eigener Untersuchung mit demselben nicht be- ttrtheilen.« H) 1. c pag. 214. „wenn sich mehrere au zeigen scheinen, so rührt dieses entweder davon her, dass verschiedene Stücke des Metalles 38* 578 Wie weit und anter welchen Umständen es gelingt» die Beobachtungen von Haut, Mohs und Marx in Uebereinstim- mang sn bringen, kann erst unten (V.) erörtert werden. An einem seiner Spaltungsstncke konnte Marx im Re- ilexionsgoniometer den Winkel o R : — -^ R messen. Er fand bei 8 maligem Repetiren 142^ 5^ „wobei höchstens ein Irr- thum von 2 Minuten stattfinden durfte.^ Daraus berechnet sieb Endkanten Winkel — ^ R =r lie*" 59' ood Endkante R = 87° 28'. In Folge dieser Beobachtungen stellte sich Marx durch Schmelzung (s. o. I.) die kunstlichen Erystalle dar. Sie waren „entweder isolirt für sich, oder symmetrisch an einander ge- reiht und gruppirt^, und Eeigten nur das wurfelähnliche Rhom- boSder R von 87° 28', an welchem oR und — ^ R als Spalt- flächen (nie «Is Krystallflächeu) auftreten konnten. Diese Rhomboßder sind aber „selten vollständig ausgebildet, meist liegen — was auch schlecht und undeutlich abgebildet wird — eine Menge kleiner Individuen in paralleler Stellung den Kan- ten entlang aneinander.^ „Die Höhlungen im Anümonkucben sind ganz mit einfach- oder doppelt- dreiseitigen Pyramiden bekleidet, welche au den Kanten eine treppenartige Aufschich- tung und in der Mit^e der Flächen Vertiefungen und somit ein Skelett des Rhombo^ders zeigen.^ Das sind die sogen, ge- strickten Aggregate, aus deren näherer Beschreibung soviel deutlich hervorgeht, dass unter den Krystallen keine Zwillinge gewesen sein können,* weil die Spaltbarkeit o R ungestört ood parallel durch das oft verworrene Aggregat von z. Tb. mikro- skopischen Individuen „als sicherer Leitstern*^ geht. 1833 bestätigt Hbssbl*) diese MARx'schen Beobachtungen an seinen, wohl durch Zufall erzeugten Krystallen (s. o. I.)i denn auch er hat nur Spaltrichtungen nach oR und — jR beobachten können. Diese Flächen werden zwar als Krystall- flächen angegeben und abgebildet, allein nach der Streifoog dSrften es wohl nur zufällig entstandene Spaltflächen sein (s. u. IIL §. 1., 2. u. 3.). beim Erstarren licb in besonderen, aber stets unregelm&asigen Lagen und Ebenen insammen gesetzt haben , oder dass man beim Versacheo mit einem scharfen Messer an dem etwas milden und schneidbaren Anti- mon erst solche Flächen gewaltsam hervorbringt/* *) N. Jahrbach f. Min. etc. 1833. pag. 56 f. 679 Die 1840 voD Elsnbr*) erwähnten künstlichen Antimon- krystalle sind nur Rhombo^der (R), welche die MABX*8chen Angaben ebenfalls bestätigen. 1848 beschreibt F. A. Robmbr**) in einer korzen brief- lichen Mittheilnng an Bronn die ersten ond bisher einzigen natärlichen Antimonkrystalle von Andreasberg und erläutert die Beschreibung mit einer Abbildung. Wenn alle Flächen der verschiedenen Krjstalle an einem Erystall zusammen- getragen werden, erscheint derselbe als ein Individuum mit oR«, RS .-2R', 4R', —iR\ ooR\ ocP2, ~^fi (nach RosB = oR, — tR, R, — 2R, |Ru. 8. w.). Obwohl die Beschaffenheit der Flächen keine genaue Messung gestattete, Hessen die ungefähren Messungen und die Beschaffenheit der Flächen Robmbr schon richtig vermuthen, dass diese Krjstalle nicht Individuen seien, sondern auf Zwillingsbildung beruhen, bei welcher die Individuen von oR, — -jR.R.^R be- grenzt worden , was O. Robb schon bald darauf in seiner be- kannten , nur leider Wenigen zugänglichen Abhandlung ,,uber die Krystallform der rhomboSdrischen Metalle, namentlich des Wismuths«* •••) bewies. Zu dieser Abhandlung wurden die kunstlichen Krjstalle Ton Elsbbb ond die naturlichen aus Andreasberg von Robmbr 0. Robb sor Disposition gestellt. Zunächst wird darin für alles Antimon die von MoHS an- gegebene, später bestrittene Spaltbarkeit nach 10 Richtungen bestätigt. Da die natürlichen Krjstalle keine Spiegelmessung erlaubten, versuchte RosB zur Ermittelung der noch zweifel- haften krjstaltograpbischen Elemente des Antimons die Mes- Buog der künstlichen Krjstalle, welche nur R zeigten, obgleich die Flächenbeschaffenheit, ihr geringer Glanz und ihre treppen- artige Vertiefung die Messung sehr erschwerten: „ihre Flächen sind nicht sehr glänzend, aber sie sind immer noch glänzender *) Jonni. f. pract. Chemie XX. 1640. pag. 71. ♦•) K. Jahrb. f. Miner. o. s. w. 1848. pag 310. f ***) Abhandlungen d. kOnigl. Akad. d. WiuenBch. an Berlin 1849. pag 73 ff., 2 Tafeln (1. Antimon pag. 73—82). — Anazfige in: Pogg. Ann. LXXVII. 1849. pag. 143 ff. - N. Jahrb. f. Min. n. i. w. 1849. pag. 566 ff. -. Journ. f. pract. Chemie XLIX. 1850. pag. 158 ff. -- Mouatsberichte der Bcrl. Akad. 1849. pag. 137 ff. n. s. w. 580 als die dem Haaptrbomboöder (unser -^ { B) parallel geben- den Spaltflächen, welche Marx geroessen hat, daher ich (O. Rose) es nicht fär nberflussig hielt, sie aacb ao naessen.^ Der Supplementwinkel der Randkante eines Krystalls ward« 6 Mal gemessen: Mininiain . . . 88» 3 ' Maximum . . . 88 13| Mittel .... 88 8i Randkantenwinkel 91 51i*) Der Supplementwinkel der Endkante eines sweiten Erjstalis wurde 6 Mal gemessen: Minimum . . . 92'' 23^ Maximum ... 92 28^ Mittel . . . . 92 25| Endkantenwinkel . 87 84j ,,Die Mittel beider Messungen weichen demnach um 33' von einander ab, da indessen der Erjstall, welcher zur zwei- ten Messung gedient hatte, bessere Bilder reflectirte als der erstere, so ziehe ich (Robb) es vor, die erste Messung gaoi- lich zu verwerfen, als aus beiden das Mittel zu nehmen.^ ,Der somit gefundene Endkantonwinkel 87° 35' liegt zwischen deo Winkeln 87'' 39' und 87° 28', die MoHS uud Marx erbalten haben, nähert sich aber mehr dem ersteren**' ^Obgleich er der Beschaffenheit der Flächen halber auch nicht für ganz genau zuhalten ist, so kann ich (Rosb) ihn aus den angegebenen Gründen dem von Mabx erhaltenen nicht nach- stellen, wenngleich derselbe anfuhrt, dass seine Angabe ciuen Fehler von nur höchstens 2 Minuten einschliessen mochte.^ Im Gegensätze zu allen früheren Bearbeitern des Anti- mons, welche wie beim Kalkspathe das als Krystallform äusserst seltene Spallungsrhomboeder zum Uauptrhomboßder wählten , hält es Rose für zweckmässig, das mit dem End- kantenwinkel von 87° 35' als Hauptrhombo^der anzunebmeo, da es bei künstlichen Krjstallen in der Regel allein vorkommtf *) Hier Mt anderweitig sind bei den Zahlen Druckfehler in der Abhandlang. 581 uod aaeh bei den ubrigea rbomboSdriscben MeUllen in der Regel berrecht« Da meines Wissens alle Mineralogen dieser Anuabme beigetreten sind, bin icb ibr gefolgt. Aas dem Endkanteuwinkel von R = 87° 35' berecbnet G. Ross: a : c = 1 : 1,8068 .... = l,7652f : 1 Bndkantcnwinkel . . — 2R = 69° 23' f) • . — 5" R = 117 8 • . iR = 144 24 Ck)mbinationswiDkel . R:oR = 123 32 „ — 2R:oR = 108 20 — |R:oR = 142 58 XR.oR = 159 26 Flächenwiokel von R => 87 0,5 Bodkante R : Axe c = 52 58 Von diesen Flächen sind am Antimon als Krjstallflächen bekannt: 1. an natarlichem : R, — | R, ] R, o R 2. an künstlichem : R, (Elsksr, Mabx, Hbssbl) — |R (? Hbssbl) oR (? Hbssbl) Ebenso wie an den Präparaten von Marx sind aacb nach G. Ross an den Stocken von Elsbbr isolirt ausgebildete Ery- stalle viel seltener als solche in paralleler, vielfach aggregirter StelloDg. Soviel man aus der wenig verständlichen Darstel- iang dieser Aggregate von Marx urtbeilen kann, seigen die Präparate von Marx und Elsbbr dieselbe Aggregalion. Znm Vergleiche derselben mit der später eu beschreibenden von den mir vorliegenden Krystallen von Munsterbnscfa, welche da?on abweicht, lasse ich die RoBB^sobe Beschreibung folgen, indem ich allerdings in Beaug auf die zugehörige Abbildung auf die Originalarbeit öder auf die Copie in RAXHBLeBBRO, Handbuch der krystallographischen Chemie 1855 pag. 19, verweise : „Eine Reihe RhomboSder (R) nämlich, nach oben stetig kleiner werdend, sitzen in paralleler Stellung mit ihren End- ecken aufeinander; jedes derselben ist aber mit Schalen von Rhombnedern badeckt, die aber bei den oberen in d«r Mitte der Flächen nicht mehr zasammen hängen and nach den Seiieo- ecken xa immer kleiner werden. Gewöhnlich sind die Schaleo in der Ricblang der boriiontalen Diagonalen der Flächen nicht aaBgebildet; sie aerrallen nun nach den Seitenecken «u in immer kleiner werdende RhomboCder, die in der oberen End- kante and den zwei unteren Seilenkaoten der Seiteneckeo anliegen und besondere in der Richtung der horizontalen Dis- gonalen tiefe Rinnen bilden. Die nach einer Seitenecke sns- lanfenden Rhomboeder bilden auf diese Weise dreikantige, in der Mitte der Flächen vertiefte Spitien, von denen nno drei von einem Mittelpunkte sich so verbreiten, dass ihre Axen in einer und derselben Bbene liegen and nnter Winkel ron 120" aufeinander stosseo. Dergleichen dreislrabüge Gruppea liegen nun in verticaler Richtang aufeinander, werden nach oben immer kleiner nnd die ganze Gruppe erscheint so als die Endecke eines spitzen Rbombofiders, das in der Riebtang der schiefen Diagonalen eingesunken ist. Es ist also dieselbe Oruppirnng, die so schön im regulären Krystallsystem, z. B. bei dem gediegenen Silber oder Spelskobalt vorkommt and die Wbrbsr als besondere äussere Gestalt mit dem Namen der gesrickten bezeichnet hat.*' Dass in diesen Aggregaten auch keine Zwillingsbildang zu beobachten ist, fuhrt Rosk speciell an. Künstliche Zwil- linge sind also bisher noch nicht gefunden worden.*) Zum Schlüsse beschreibt Robe die natürlichen Anlimon- kryslalle von Andreasberg, welche niemals Individnen, aondern sehr interessante nnd complicirte Vierlinge and Sachslinge sind, wie es Robubk schon vermathet hatte. Schöne Abbil- dungen ergänzen die Besclireibang. Alle Krystalle sind Berührungszwillinge; Zwillingsebene ist — jR and die Znsammenwachsungsfläche von je awei Indi- viduen aber ist eine Fläche senkrecht zur Endkante von R (und zur Fläche — ; R). Ihre Bndkanten von R liegen also in ihrer g^enseitigen Terlangemng.**) *) Boss, Abbandl. der Berl. Akad. 1849. pag. 79. — Mit ScBWEiGciH-SiiDiL, Jonm. f. Chem. d. Phjs. LIX. 1830. pag. 317 f **) Dai ZwillingigeselE de« BotbKiltizeriei (Uous, Haidisgci). oi liegen hier die Endkantea — jB in gleicher Lage nnd die T BCMUDgiebene igt alao nnkrecbC la dieaer Endkante. 683 An jedes Individaum können «ich alio S andere Indivi- daeo io ZwUlingsetellnng heranlegen und an jedes der letzteren wieder zwei andere. Die Haoptaxen der Zwillings -gestellten Individuen bilden somit einen Winkel von 74° 4' und ibre oR einen Ton 2 X 52"* 58' = 105*» 66'. G. RoSB hat folgende Fälle beobachtet: I. Vierlinge.*) A. Um ein mittleres Individuum sind 3 grnppirt. Vergleiche den Holzschnitt No. 1, in welchem oR des mittleren Individuum Projections- ebeneiet oR*:oR" = oR^:oR"» = oR*:oR*v « 105" 56'. Nt2l B. Alle 4 Individuen sind ringförmig so aneinander ge- schlossen, dass sie eine Fläche K gemeinsam haben. Im Holz- schnitte 2 b ist diese Allen ge- meinsame Fläche die Frojec- tionsebene; im Holzschnitt No. 2a die Fläche oR^ oR': oR"* = oRMoR*^« oR"*:oR" = 105^ 56' oR":oR^v ^ 114" 26'. *) Frtther in Andreaiberg vorgekommene Kristalle der Berliner Unireriitat. 684 ir. Sechalioge. *) Un einea Zwilling, deaieo la- dividaen noch je 2 freie Endkaa- ten R bkben, »Is Mittelpunkt legen sich 4 andere Indiridaen bemm. Im Holischnitt No. 3 ist oR' die Projectiqnaeben«. oR':oR'" = oR*:oR'' = oR>:oR>' = oR":oR' = oRiisoR"' = 105' 56' oR^joR»" = oR^'ioR'^^ lU» 26'. 1861 will J. Cooks jqd. die noch nicht wieder beatätigte BeohschtDiig gemacht haben, daas das Antimon — wi« da» isomorphe Arsen — ODEweifelhafl tesseral krjsiallisire (O . cc 0 oo . oo 0.)t wenn AntimonwasBerstoff im Wasserstoff- sirom geglüht wird, und leitet darans die Dimorphie beider Metalle ab.**) 1861 bat K. VP. Zbeigeb die leUle Mittbeilttng ober die Erjstallform des AnÜmons gemacht.***) Er msss neben an- deren rhomboSdrischen and tesseralen KrjatalleD natärlich and knnatlich krystallisirte Antimone anter dem Mikroskop in ihren Kantenlängen nnd berechnete daraus die Kantenwinkel. Er fand so den Endkantenwinket von R an gediegenem Antimon im Mittel aus 6 Beobachtungsn 87° 14' 36" und bei Berück- sicbttgung des Gewichts Jeder Messung 87° 6' 10,8", an den könstlicben Krjrstallen im Mittel aus 2 Messuogen = 87° 10' 83" und bei Berncksichtigung des Gewtcfals der Iteobacbtongea 87* 4' 18". Das Mittel der ans den Beobachtongeo der oa- tDrIichen und künstlichen Krystalle berechneten Winket giebi im ersten Falle 87' 12' 35,5", im «weiten Falle 87' 5' 14,4'. Die Resaltat« dieser Messangen weichen mithin nm 14 bis 34' von den oben milgetheilten ab. Diese Differeos er- *) Der Too BoBHtK mbgebtldcte nad iMtcbriebene Er^iu]!. **) SiLuain. Tbe BuerieaD Jonrnal of icitnce a. artt {t) XXSI. No. 9i. 1S6I. pag. 191 ff. ond Jonrn. f. pnct. Cbemio 1861. LXXXIV p»g. 479. "**> 8itiaiiBil»rkble d. nutb. natnrw. CUsm d, kait. Ak. d. VTi». 685 klärt Zbhobr durch Beobachtongsfefaler, welche bei Reflezipns- goniometer-MeBsangen nicht kleiner sind als bei der von ihm angewandten Methode, und durch fremde Beimischungen. Das oatarlicbe Antimon wurde nicht chemisch untersucht, das koDstlicb erzeugte enthielt einer qualitativen Analyse zufolge Eiemlicb viel Eisen und etwas Blei. Aus den Mittheilungen dieses Abschnitts geht hervor, dass trotz der zahlreichen Arbeiten über das Antimon von Seiten der ersten Mineralogen des letzten Säculum die Krystall- form dieses Metalles noch nicht so ermittelt werden konnte, als es wunschenswerth ist. Die Erjstalle von Munsterbusch werden die- Kenntniss dieser Form theils bestätigen, theils erweitern, theils berich- tigeo und die Isomorphie mit den anderen rhombo^drischen Metallen noch inniger darstellen. m. Die Erystalle von MtnBterbusclt § 1. Die Individnen. Die Krjstalle von Munsterbusch haben jede Grosse bis 2Q der maximalen Länge von 15 Mm. bei prismatischem Ha- bitas; durchschnittlich sind sie 3 — 5 Mm. gross. Je nach der Grosse haben sie sehr mannigfaltiges Aussehen durch nor- male oder abnorme Ausbildung der Flächen, durch Verschie- denheit der Combination , durch parallele Aggregation und durch Zwillingsbildung. Je kleiner die Krjstalle sind, um so einfacher und normaler sind sie ausgebildet. 1. Das Hauptrhomboöder R leigen ohne Ausnahme alle Krystalle. Fast immer bedingt es dorch sein Vorwalten den Habitus der Combinationen (Taf. XIII. Pig* 2 — 6} and bei den kleinen Krjstallen kommt es gar nicht selten selbstständig vor (Taf. XIII. Fig. 1). Von allen Krjstall- flächen zeigt es die grosste Neigung zu treppenartig vertiefter Ausbildung und deshalb auch die meiste Anhäufung von Schmelz- flass. Nor die kleinen Krjstalle unter 2 — 3 Mm. Grosse ha- ben ebene Ausbildung der Flächen und die ganz kleinen sind normal und vollkommen spiegelnd. 686 2* Die Basis oR . findet sieb bei den meisten Krystallen als kleinere oder grossere, gleichseitig-dreieckige Abstumpfung der Endecke von R (Taf. XIII. Fig. 2). In der Regel gebt sie aber gerade durch die Randecken von R (Taf. XIII. Fig. 3) and in ein- zelnen Fällen erscheinen die Krystalle, wie die Eisenglimmer, als hexagonale Tafeln (Taf. XIII. Fig. 3 c, 3 d Zwillinge). Der Basis folgt die erste Spaltbarkeit, sie erscheint deshalb oft nicht als Erystall-, sondern nur als Spaltfläche. AU Erstere Ist sie, wenngleich recht gut, so doch niemals in dem Grade vollkommen ausgebildet wie als Letztere, so dass beide leicht zu unterscheiden sind. Als Spaltfläche bildet oR meist einen ununterbrochenen ebenen Spiegel ohne Makel und zeigt Dar selten eine äusserst zarte trianguläre Streifung parallel den selten vorhandenen Combinationskrystallkanten mit — ^B, weil letzterer Fläche die zweite Spaltbarkeit folgt. Als Krystallfläche ist sie stets besser, ebener und volIkommcDer ausgebildet als das Hauptrhomboäder, ist viel seltener, an- regelmässiger, nie so stark zur treppeuartigen Vertiefung did- ponirt , ist lebhafter glänzend und weniger mit Tropfchen von Mutterlauge bedeckt. Manchmal erscheint sie auch buckelig und wellig. Das und die Spaltbarkeit orientirt rasch an den Krjstallen namentlich an den Zwillingen. Ist die Treppuog von oR zufällig sehr zart, so erscheint oR triangulär gestreift, aber die Streifen geben den vorhandenen Combinationskanten mit den benachbarten Flächen Rf parallel zum Unterschiede von der gestreiften Spaltfläche oR. An künstlichen Kristallen durfte danach hier die Basis zuerst als Erystallfiäche beobachtet worden sein, denn an den Krystallen von Hessxl (s. o. II.) ist es mir zweifelhaft, weil daran — ^R wegen der v>treifnng wohl nur Spaltfläche sein kann. 2. Das erste stumpfere RhomboSder — -^ erscheint an den beschädigten Krystallen sehr gerne wegen seiner vollkommenen Spaltbarkeit als schmalere oder breitere gerade Abstumpfung der Endkanten R (Taf. XIII. Fig. 4)' Dass es Spaltflächen sind, sieht man an der horizontalen Streifung durch Oscillation mit der ersten Spaltfläche. Des- halb vermuthe ich, dass diese von Hessel (s. o. II.) als 587 KrjBtallfläche aogegebene Fläche auch Dor Spaltfläche i8t Alle anderen bisher beobachteten kunstlichen Antinaookrystalle haben stets nur das Hauptrhomboöder gezeigt. An den na- tärliehen Antimonkrystallen von Adreasberg hat RoSB sie aach nicht als Krystallfläcbe gefunden; er giebt nur an*)« wo sie auftreten mnsste an deoi Sechslinge. Robmsb**) hat sie dort gezeichnet, weil er sie an einem Krystalle — aber nicht an dem abgebildeten und best erhaltenen — deutlich beobachtet bat, aber möglicher Weise auch nur als Abspaltung der Ecken, welche stets von 2 Individuen gebildet werden. An mehreren Krystallen von Munsterbusch tritt — ^R aber auch ungestreift, glänsend (aber nicht so lebhaft als oR ond R), z. Th. mit Schmelzfluss bedeckt, also unzweifel- haft als Krjstallfläche auf, aber stets nur äusserst schmal (Taf. XIII. Fig. 6). Man kann sich im Goniometer davon überzeugen, dass sie gerade Abstumpfung der Endkante R ist. Das folgt aber auch aus der ihr folgenden Spaltbarkeit. Nicht selten erscheint diese Krystallfläche an den tafel- förmigen Krystallen (Taf. XIIL Fig. 3, 3 c, 3d) als schmale Abstumpfung der scharfen Combi nationskanten oR:R. 4. Das Denteroprism a ocP2. An seltenen Krystallen, aber ganz unzweifelhaft, erscheint eine äusserst schmale gerade Abstumpfung der Randkaoten voo R, also das Deuteroprisma (Taf. XIII. Fig. 6). Es ist als Krystallfläche für die rhomboßdrischen Metalle hier zuerst beobachtet, •**•) An denselben Krystallen tritt auch — -J-R auf und 5. das erste schärfere Rhomboeder — 2R als kleine Abstumpfung der Randecken (Taf. XIII. F. 6, Taf. XIY. F. 10). Diese bisher nur am Wismuth-f) und Tellurwismuthft) *) Abbandl. d. Berl. Akad. 1849. pag. 81. **) N. Jahrb. f. Mineral. 1848. pag. 310 (h und d'j- ^ Wenn man nicht das von Rosa (1. c. pag. 95 ff.) sweifelbaft gelauene hexagonale Prisma des Zinks als oo F 2 nimmt, oder wenn man nicht das Prisma des künstlich ans Tellarkalinm dargestellte Tellnr, wie NArHAR!« (Mineralogr. 1874. pag. 576) es dentet, als Deuteroprisma anf- fosst (vergl. Boss, Abbandl. pag. 88. t. I. f. 9.). f) BosB 1. c. pag. 78. Anmerkung, tt) RosB 1. c. t. 2 f. 14. bekannte KrysUlIfläcbe ist als solche tir Antimon neu. Da» sie wirklich — 2K ist, oicht etwa das am Tellar, Osmi- ridinm und Zink (?) beobachtete Protoprisma oder — mR, erkennt man an der ihr folgenden drilteo Spaltbarkeit «nd konnte an einer grösseren, das Licht teidlicb reflectireodeo Fläche im Goniometer mittelst allgemeinen Licbtredexea eiuei nahen Lichtquelle gemessen werden : Horizontaler Kantenwinkel — 2R:R ■gefunden 129' 20' berechnet 128» 41' 17" Die Flächen sind eben und got, nicht gestreift, aber anch nicht glänzend. 6. Das ScalenoSder — |B5. An einem kleinen, nnr ein Kubikmillimeter grossen, aber got ausgebildeten Kr^sUlIe (Znilliog wie Taf. XIIL Fig. Ib) fand sich eine schiefe Abstumpfung einer einzigen Bodkante R, also eine Flache eines ScalenoEders aus der Zone der End- kante das Hauptrhombofider. Der Winkel zwischen dieatt Fläche und R konnte mit Sicherheit nicht gemessen werden, denn, obwohl R jedes Signal reflectirte, gab es keins, wel- ches dentlich von der ScalenoederflSche gespiegelt ward«. Ich veranchte deshalb, diese Kante, wie es Wbbsxt und tom Rath . für gana dieselben Fälle beim Qaarz gethan haben, durch Reflex einer dem Goniometer sehr genäherten hellen Licht- quelle zu messen. So ergaben alle Messungen ganz nahe nm 147" 10' herum. Mau kann diesen Winkel als Mitt«lwertfa annehmen, wenn man sieb nicht verhefalt, dass solche Mes- songea Fehler bis zu einem Grade wobl begehen könaeo. Allein selbst solche Messungen können zur Berechnung der in einfachem Verbältnisse stehenden Axenlängen mit Vorsicht benutzt werden. Ans diesem Winkel R:-— „— = 147' 10' berechnet sich der Endkaotenwinkel vom Scalenoeder, welches die Eodkanie Ton R zQscbärft = 152" 46' 50" und die andere Endkant« zu 133° 39' 55". Es ist also ein negatives ScalenoSder mit dem Randkanlen winket = 77** 54' 44", also genau das Sca- lenoeder — 0,1547 R 3,976, also sehr nahe — ~R4, dessei. 589 Endkantenwiakel 152^' 42' 26" und 133° 41' 18'' erheischen. Diese Formel ist aber nicht einfach und deshalb anwahr- scbeinlicb. Dem Aasdracke — 0,1547 R 3,976 entspricht genaa die Formel 4,344 a: 1,626 a :2,598 a :c, welche dem Verhältnisse 4a:l,6 a:2,666a:c oder 4a l ^ j ^'^ gleich — |P| = — jPj aebr nahe kommt. Dieser letzte Ausdruck entspricht genau der NAUMANH'schen Formel — |R5. Von diesem einfachen ScalenoSder berechnet sich der stumpfe Endkantenwinkel = 150' 32' 17" „ scharfe ,, =:: 135 9 25 D Gombinationswinkel mit R = 148 17 17 wäbrend 147° 10" also 1° 7' 17" weniger gemessen wurde, wie bei der Methode dieser Messung zu erwarten steht. Die- ses Scalenoeder ist das erste, welches an den rhombo6drischen Metallen beobachtet worden ist. In Fig. 5 Taf. XIII. ist es mit allen Flächen und mit R und oR combinirt dargestellt worden. Das vereinzelte Auftreten dieser Fläche erinnert lebhaft an dasjenige der entsprechenden Flächen am Quarze.*) Ohne aus diesem seltenen Falle irgend weitere Schlüsse ziehen zu wollen, muss man bei neuen Erfunden von Antimonkrjstallen jene Beobachtung im Auge behalten, um zu erfahren, ob dieses Metall vielleicht tetartoßdrisch kry stall isirt. Ich wurde nicht wagen, diese vage Vermuthung auszusprechen, wenn sie nicht G. RosB**) für das isomorphe Tellur schon in Anregung ge- bracht hätte. Die aus Tellurkalium erhaltenen dünnen nadel- formigen Erjatalle zeigen nämlich ein Prisma, welches RosB als Protoprisma annehmen zu müssen glaubt***) und eine *) Des Cloiziaux, Memoire snr la cristallisation da Quarts 1858. P>g. 100 f. — G. VOM Batu, Zeitflcbr. d. d. geol. Ges. XXII. 1870. pflg. 623. — Webskt, N. Jahrb. f. Miner. u. s. w. 1871. pag. 901 ff. ^ I/ASPCTtia, Zeitachr. d. d. geol. Ges. 1874. XXVI. pag. 334. *•) Abhandl. d. Berl. Akad. 1849. pag. 88 f. fg. 9. tf. 1. und deren genannte AaszQge. ***) Vergl. Nadmann, Mineralogie 1874. pag. 576, wo das Prisma als ocPi nnd die Zaspitznog als R genommen wird. 580 dreiflächige Zaspilsong (Fläche gerade sufgeaetit aar die ab- wechselnden PrismeDkaDteo) , welche entweder dem Trigo- 2p; 4 naier ZwiscbenstellaDg zwischen den positiven und negativen BhoniboEdera *) entspricht. Bei der Kleinheit and Uarollitäa- digkeit der Krystaile konnte RosB nicht bestimmen, ob am ausgebildeten noteren Ende die parallelen Flächen der oberen oder wie am Quarze die nicht parallelen Torbommen. Aach am Antimon ist bisher noch keine Aodentong zu finden, ot> man in diesem Falle rbomboedriscbe oder trapeiofidrisclie Tetartofidrie vor sich haben würde. 7. Habitus der Individoeo. Die KrTStalle haben theils einen rhomhoedriBchen Ha- bitus (Taf. XIIT. Fig. 1 — 6), theils sind sie— wenngleich selten — tafelförmig nach oR, tbeils sind sie prismatisch dnrch Aasdehnung nach einer Kantentooe vom Haaptrhom- holder. Mit dieser Richtung sind die Kristalle dann auch in der Regel aufgewachsen und erscheinen dadurch moDoklin (Taf XIV. Fig. 10). ■*^ie zeigen also dieselbe Aosbildanga- weise wie die von G. RoSB beobachteten känatlichen Erjstalle des Wismuths.»') g. i. ZwiUiEge. Während alle bis jetzt bekannten natürlichen Anlimoa- krystalle als Yiellinge, alle künstlichen als isolirte oder parallel aggregirte Individuen sich erwiesen haben, sind, wie es schciot. alle Kristalle von Mnnsterbusch Zwillinge, ■'•ie erscheiDcn nur manchmal als einfache Krj'Stalle, wenn man sie von dtt Unterlage abgebrochen hat, weil diese von dem anderen Inilt- viduum des Zwillings gebildet wird. Jedes Individunm steht za einem benachbarten in Zwillingeslellnng. Alle Zwillinge sind nach demselben Oeselie gebildei: Zwillingsebene, welche zugleich Zusammen wachsungsfläche ist, ist — jR, Die beiden Individuen haben — ~R gemein and 591 Ei ist dieses das Gesetz der natfirlichon Antimonkrystalle TOD Andreasberg our in anderer (daza senkrechter) Zasamnien- wBchsoog der Individuen y wodurch die naturlichen und künst- lichen Zwillinge ganz verschiedenes Ausseben erhalten. Dasselbe Zwilliugsgesetz mit demselben Ausseben der Krystalle ist an anderen rbombo^driscben Mineralien , z. B. Kaikspatb, bekannt. Am künstlichen Wismntb und Arsenik ist es schon früher von RosB*) genau so beobachtet worden und von v. Zbpharoviob **) kürzlich am natürlichen Arsenik von Joachimsthal in Böhmen. Die Figuren la, 2a, 3a, 3c, 7ii auf Tafel XIII. stellen diese meist hemitropen Juxtapositions- Zwillinge in rbomboS- driscber Ausbildungsweise und Stellung in den häufigsten Coni- binationsformen dar. Noch weit häufiger a^s die Individuen sind diese Zwil- linge nicht rhomboödrisch , sondern prismatisch nach der Kantenzone des Hauptrhomboöders entwickelt und gestellt, in welcher auch die Ck)0tact- und Zwillingsebene liegt (Taf. XIII. Fig. Ib, 2b, 3b, 3d, 7b). Dadurch erscheinen die Krjstallo rhombisch mit bemimorpher Ausbildung oben und nnten. Sie bilden scheinbar rhombische , fast quadratische Prismen von ca. 87 und 93*^ ***), in deren bracbydiagonalem Hauptschnitte die Zwillingsebene liegt. Die dritten Paare der Flächen R und R^ bilden an diesem Prisma ein ganz stumpfes Doma von ca. 171 j^ and zwar an dem einen Ende einspringend, am anderen ausspringend (Taf. XIII. Fig. 1 a, 1 b). Treten, wie meistens der Fall ist, die Basis an die Kry- 9ta)ie, sei es als Erystall-, sei es als Spaltfiäcben, so bilden sie ebenfalls ein Brachjdoma, aber ein viel schärferes, nämlich 7on ca. 74| ^, denn die Hauptaxen der beiden Individuen bilden einen Winkel von ca. 105^ ^ miteinander. Dieses schärfere Doma ist an dem Ende des Prisma einspringend, wo das stumpfe (R:R^) ansspringend ist und umgekehrt (Taf. XIII. % 2a, 2b, 3a, 3b, 3c, 3d, 7a, 7b), weil das Hanptrhom- boeder ein spitzes ist. Die Zwillinge sind nun bald mit dem einen, bald mit *) AbhADdl. c1. Borl. Akad. 1849. pag. S'2 ff. n. 91. **) Lotus, Zeitschr. f. Natarwissensch. XXiV. 187*2. pag. 206. — Sitzangsber. d. k. Akad. d. Wies. Wien lS7ö. LXXI. pag. 2ü ä, ***) Die genauen Winkel werden unten (IV.) angegeben. 2«iU. d.D.geoL Gel. XXVU. 3. 39 592 dem andereD Bade aufgewachsen uad leigeo danach sehr ler- Bchiedeao Katwickelong und Auabildaog. Weit auB am bänfigstea sind sie mit dem Ende anrgt- wachsen, wo R and R< einspringende und oR und oR' »m- spTingeodB Winkel bilden (Taf. Xlll. Fig. 11, 2b, 3 b, 3d], dann zeigen sie die Ansbildungsweise wie Pig. 13a. 13b. 12 auf Taf. XIV. Wir wollen sie Zwillinge erster Art kori- weg im Folgenden nennen. Unter den kleineren Kryslalleo finden sich auch Zwillinge ohne Aggregatiou und Treppnag. allein sie sind immerhin selten (Taf. XIH. Fig. ]b, 2b, 3b, 3d). Viel seltener und deshalb erst spater gefunden*) sind die Zwillinge sweiter Art, welche mit dem anderem Eoit aufgewachsen sind; sie erscheinen oft genau so, wie in Fig-ib Taf. XIII. dargestellt ist, ausgebildet, allein meist aeigcn aie nolfacb wiederholte parallele Aggregalion (Fig. 9 Taf. XIV.) und die interessanten Durchkreuzungstwilliuge (Taf. XIII. Pig. 8, Taf. XIV, Pig. 9). An ihnen sind auffallender Wei» treppenartig vertiefte Ausbildung der Krygtallfiäohen äusttrii seilen und niemals tief, §, 3. DnrcbkreniDDgtiiiillinge. Dieselben erscheinen als Zwillinge (weiter Art, ans dttn oberen, deshalb nur iheilweise ausgebildeten Euden ein aweilti Zwilling in umgekehrter Stellung, also ein Zwilling erster An herausragt (Taf. Xllf. Pig. 8a, 8b, Taf. XIV. Pig. 9). Wirbsbci. aber keinen Doppelzwilling oder Vicriing vor uns, weil bei dieier : Stellung jedes Individuum des einen Zwillings einem des u- deren parallel steht. Es sind Durchkreuzungszwillioge, genii: so wie sie bei roonoklinen Substanzen z. ß. (>}rp8 bekaoni sind. Wenn die einspringenden Winkel, auswacheen, erschei- nen sie rhombisch ohne Hemimorphie, oben uad unten aim gleich. Es ist wohl interessant, wie eine rbomboSdriscfac Fora mit monoklinem Habitus auch die ZwillingserscbeinnageD dieatjj Ery stallsf Sterns sich aneignet. j Oani dieselben Durchkreuzungszwillinge, nur mit vers< deuem Habitus durch andere Ausdelinnng und gleichzeiiigM 593 Sieht mau von der anter ca. lOöj- ° resp. 74J ° gekreuzten ersten Spaltbarkeit ab, so verrathen sich die Darcbkreosangs- Zwillinge durch die an den schärferen Kanten der rhombischen Prismen auftretenden Einkerbungen , welche von den beider- seitigen Basis gebildet werden und mehr oder weniger tief sind. Die einspringenden Winkel zwischen oR und oR^ rechts oud links sind das Supplement von dem entsprechenden ein- springenden Winkel oben und unten, also gleich ca. lOS^-^. Betrachtet man den Dnrchkreusungszwilling bei rhom- bischer Stellung (Taf. XIII. Fig. 8 b) von rechts nach links, 80 ist — jR Zwillings* und Gontactfläche, wie bei den Juxta- positioosswillingen von Munsterbuscb; sieht man von oben nach unten, so ist eine Ebene senkrecht zu — -^^ R, oder rich- tiger znr Endkante R die Zusammenwachsungsfläche wie bei den naturlichen Antimoökrjstallen von Andreasberg. Nicht immer sind die Durchkreuzungszwillinge so regel- massig, wie in Fig. 8 a, 8 b Taf. XIII. dargestellt ist, allein sie kommen so vor (z. B. Abbildung Fig. 9 Taf. XIV. unten links), sondern sie erscheinen häufig so wie in derselben Ab- bildung oben rechts , d. h. als ein grosseres Individuum mit parasitisch, einseitig daran liegendem, kleinem Individuum in Zwillingsstellung. Dann erscheinen sie gleichsam als Drillinge, bei denen 1 und 2 in der Stellung von MSnsterbusch , 2 und 3 in derjenigen von Adfeasberg, 1 und 3 dagegen in paralleler Stellung sich befinden. Die in Fig. 9 Taf. XIV. abgebildete Krystallgruppe macht es wahrscheinlich, dass alle Krjstalle von Munsterbusch solche Dorchkreuzongszwillinge sind, nur dadurch versteckt, dass der Kreazungspunkt meist unter der frei ausgebildeten Stelle, also 10 der Unterlage der aufgewachsenen Krjstalle liegt. Bemerken sw er th bleibt es, dass diese Durcbkrenzungs- zwillinge ganz besonders häufig parallele Aggregation zeigen (Taf. XIV. Fig. 9) und zwar vor Allem in der unteren Hälfte, soweit der Zwilling zweiter Art reicht. In diesem Theilo sind die Flächen nur selten und dann stets wenig getreppt vertieft^ während die obere Hälfte — Zwilling der ersten Art — meist ebne parallele Aggregation die Treppung der Flächen wie in Fig. 12, 13 a, 13 b Taf. XIV. zeigt. Vierlinge u. s. w. konnten nicht aufgefunden werden. 39* 5»4 §. 4. Parallele Aggragation. Wie nllo bieber beobachteten kÜDallichen AntimoDkrjeUlte zeigen aucb die von MünBterboBcb eine besondere Neigeng zar parallelen Aggregation, welche aber sowohl an den ladi- viduen als aucb an den Zwillingen wesentlich abweicht tod der von Mabx und Rose (s. o. II.) beschriebenen Aggregation, durch welche das gestrickte Ansehen entsteht, welches ich bei . den Krystollen von MünsterbuBcb oicht beobachtet habe. Ein indifidaeller, aggregirter Kristall (Taf. XIV. Fig. 10) i besteht aus IndiTtduen, welche nach einer Eantenione von B , langgezogen und zugleich nach einem in derselben Zone lie- < geiideii Flächenpaare tafelförmig sind. Diese lamellaren Indi- viduen liegen mit ihren Tafelfläcben (R) so aufeinander ge- packt, dass sie, nach aussen immer kleiner werdend, in der Richtung der Normalen der gemeinsamen Rhombo£derfläche sich aufthürmen. Diese Aufschichtung erfolgt in don meiBlea Fällen nur nach einer der 6 Normalen des RhomboCdera, d. fa. die Aggregation ist auf eine einzige Rbomboederflache be- schränkt. Die parallelen Schalen umbülleu deshalb selten eine Kante, niemals die Ecken, wodurch eben, wie Robe gezeigt und gezeichnet hat, das gestrickte Aussehen hervorgerufen wird. Bilden nun zwei solche aggregirte Individuen einen Zwil- ling, so eulstefaeo Aggregationaformen , wie sie in Fig. 9 Taf. XIV. dargestellt sind. Die Schalen auf der einen Rbom- boSderfläche des einen Individuum stossen an der ZwUliogs- greuze, also bei den scheinbaren rhombischen Prismen in bracby diagonalen Hanptschnilte an der stumpferen Prismen- kante, zusammen und bilden gemeinsam eine knieföriDigc Schale um diese Kante. Jede solcher Schalen hat rechts und links ihre scharfe Prismenkante (Endkante R) nnd diese ver- schiedenen, parallel nebeneinander liegenden, scharfen Kaoteo bilden säge n z ab o artige Vorspränge. ^iebr eigenthümlich und mannigfaltig gestaltet sich diese parallele Aggregation bei den Krjstallen, deren Flachen ge- treppt verlieft sind (Taf. XIV. Fig. 11, ISa, 13b). |. 5. Die treppen« rtige Vertiefung der Flachen zeigt sich bekanntlich fast immer, wo die Krjalalliaalion roscb 595 brochener and zum Erliegen gekommener Erystallbaa, nicht nar in der Natar, sondern viel schöner und tiefer an kunstlich dargestellten Krystallen und deshalb ganz vorzugsweise gut an den schnell erstarrenden Metallen. Alle bisher erzeugten Antimonkrystalle zeigten diese Erscheinung, wie es Rose und Andere hervorheben.*) Schwerlich durfte sie je schöner, regelmässiger und tiefer auftreten als bei den Antimon- krysCallen von Munsterbusch, welche dadurch namentlich in Verbindung mit der parallelen Aggregatiou und mit der Zwil- lingsbildong oft ein ganz merkwürdiges und entstelltes Ansehen bekommen. Unter diesen Umständen, ferner weil man jetzt immer mehr und allgemeiner die Aufmerksamkeit der Bauweise der Krystalle zuwendet, und um Worte zu sparen, welche die Sache doch nicht ganz klarstellen würden , habe ich diese Ausbildungsweise der Antimonkrystalle ganz naturgetreu in parallelperspectivischer Ansicht wiedergegeben, allerdings etwas Tereitifacht in der Feinheit und Mannigfaltigkeit nicht nur der Treppung, sondern ganz besonders der immer wieder von Neuem die Treppung durchbrechenden parallelen Aggregation. Hätte ich das nicht gethan , so wurden die Zeichnungen (Taf. XIV. Fig. 11, 12, 13a, 13b) durch das Gewirr der. Linien ihre Klarheit und Verständlichkeit verloren haben. Zu den Zeichnungen ist der Maassstab doppelt so gross als zu den anderen Figuren genommen worden, auch sind deshalb alle seltenen Erystallflächen fortgelassen. Die Figuren zeigen nur R und oR und zwar letztere ohne Treppung und Aggre- gation theils zur besseren Orientirung und theils weil die Basis selten, nur wenig und unvollkommen getreppt vertieft ist. Die getreppten Flächen sind mitbin alle Hauptrhomboäder- flichen. Die Treppung ist auf den verschiedenen Flächen R in den verschiedensten, von mir beobachteten Modalitäten zur Wiedergabe gekommen. Wenn die Basis Treppung zeigt, so gehen die Stufen meist auf der oberen (unteren) Basis den Combinationskanten mit den 3 oberen (unteren) Rhomboederflächen parallel, wer- den also durch Oscillation derselben mit oR gebildet. Nur manchmal folgen sie den selten vorhandenen Combinations- kanten mit den 3 unteren (oberen) RhomboSderflächen auf *) Abhandl. d. BerUner Akad 1849. pag. 74. 598 oder haftet als aosgebreitete Trofchen, welche man bäofig nur unter der Lupe sieht, an den Erjstallflächen« Dadurch wird die Schönheit der Flächenansbildung meist sehr beeinträchtigt, wenn auch die Haut nicht dick ist. Viele Krjstalle haben aber auch die Mutterlauge gut abtropfen lassen, namentlich die kleinen, so dass man sie als vollkom- men ausgebildete bezeichnen kann. Da die Basis seltener und schwächer vertieft sind als die Rhomboederflächen, zeigen erstere seltener Schmelsflass, nie- mals als Häute, nur als Tropfchen. Dass diese skelettartig^n Erystallgebilde auch vielfach Mutterlauge efhgeschlossen haben werden , lässt sich auch erwarten. Das zeigt sich denn auch an durcbgespaltenen Krjstallen im reflectirten Lichte unter Vergrosserung; die leb- haft glänzenden Spaltflächen zeigen zahlreiche, ebenso scharf als unregelmässig begrenzte matte Partieen. An schlechten Krjstullen der grossen Krjstalldruse liegt der Schmelxfluss dick auf dem Gewirre der Krystalle, so dass diese nur aelten ihn dnrchragen. Soweit die Krystalle nicht mit Schmelzfluss bedeckt aind, zeigen sie den hohen Metallglanz und die zinnweisse Farbe des Antimons auch noch heute, nach einem Jahre. Wo aber Schmelzfluss sich findet, zeigen sie messing- bis goldgelbe, seltener bunte Anlauffarben , die sich im Laufe der Zeit io schmutzig gelbbraune umändern. Das kann doch nur durch Oxydation des Schmelzflusses an der Luft erfolgen. Deshalb kann der Schmelzfluss nicht reines Antimon sein, sondern nur Hartblei oder Blei. Die Spaltflächen der gleich nach dem Erkalten abgebrochenen Krystalle zeigen heute nach Jahres- frist keine Spur von Anlauffarben, ebensowenig späthige Ntucke reinen Antimons, welche seit 2 Jahren in meinem Arbeits- zimmer liegen. Wenn also naturliches Antimon Anlaoffarbeo zeigt, so sind daran die Verunreinigungen Schuld oder es haben sich in der Erde schon dünne Häute am Antimon — Verbindungen gebildet, was an der Luft wenigstens in kurzer Zeit nicht erfolgt, während sich Hartblei ziemlich rasch unter diesen Umständen oxydirt. Hie und da zeigt aber auch der Schmelzfluss keine An- lauffarben. 599 IV. Die krystallograpliisolien Constanten des Antimons. Wie ans dem lEfitgeth eilten (t. o. IL) erhellt, haben die krystallograpbischen Constanten dee Antimons noch niemals mit Sicherheit ermittelt werden können aus Mangel an geeig* neten Krystallen. Die verschiedenen Resultate der bisherigen Messungen, die eingestandene oder nachweisbare Unsicherheit derselben, ferner Torläafige Messungen der Kantenwinkel an den Krystallen von Munsterbasch mit einem kleinen WoL- LASTon^schen Goniometer von Oertling, welche einen viel klei- neren Endkantenwinkel von R, als die besten Messungen von RosB ergaben, nämlich nur 87° !{' bis 87° 13'*), machten es wünschenswertb , wenn irgend möglich, diese schönen Kry- suUe auch aur sicheren Ermittelung der krystallograp bischen Elemente des Antimons zu verwerthen. Die grossereif (über 1 — 2 Mm.) Krystalle erwiesen sich wegen der vielfachen Fehlerhaftigkeit der Flächen als un- brauchbar EU allen Messungen. Die kleineren Krystalle mit ihrem lebhaften Reflexe und der glatten und ebenen. Beschaffen- heit der Flächen, auf denen nur selten Schmelzfluss in isolirten Tropfchen haftete, schienen alle ein Messen im grossen Reflezionsgoniometer mit Fernrohr zu gestatten , denn dem nahen unbewaffneten Auge gaben sie ein vollkommen deutliches Spiegelbild der Umgebung. Trotzdem konn- ten nur wenige sehr kleine Krystalle zu Messungen ge- nommen werden , weil die scheinbar guten Spiegelbilder meist nicht einmal die schwache Vergrosserung und Licht- absorptioD des Goniometer-Fernrohres vertragen konnten. Bei diesen wenigen Krystallen mussten noch, um ziemlich gute bis gute Spiegelbilder zu erhalten , sehr helle Signale**) *) Zeitschr. d. d. gcol. Qes. 1874. pag. 3i'2. — Journal f. pract. Chemie lb74. IZ. pag. 309 *^) Alf das beste Tageasignal erwies sich, und warde deshalb immer benuist, ein schmaleres oder breiteres ausgeschnittenes Krem an dem, soweit das Gesichtsfeld des Fernrohrs reicht, mit schwarzem Papier ver- klebten Fenster. Der eine Arm des Krenses ist genau vertical, der an- dere genan horizontal nnd parallel der Axe des Goniometers. Die Ein* ■telloog des sehwanen Fadenkrenses im Femrohre anf die Mitte der lichten Krensbatken ist eine leichte nnd genaue und erleichtert ausser- 600 angewendet ond alles diffase Nebenlicbt vom Krjstalle ab- gebalten*) werden. Die Messungen wurden bei Anwendung von einem Beob- ' achtungsfernrobre sowobl bei Tage als ancb Abends mit einem grossen MiTSCHBRLiCH^scben Goniometer ans dem mecbaniscben i Btablissement des Professors E. Jünger in Kopenhagen, ans- gefSbrt. Sie dienten xugleicb zur Prüfung des neoen Instru- mentes und wurden desbalb mit äusserster Genauigkeit ans- gefnbrt, nacbdem das Goniometer selber durcb einen Spiegel- versuch mittelst planparalleler Platte und der genannten Sig- : nale bei Drehung genau um 180° auf das SorfUltigste and wiederholt justirt war. Dass das Goniometer dieser Werk- ! Stätte Nichts 2u wünschen übrig lasst und dieselbe deshalb , von mir allen Facbgenossen nicht warm genug empfohlen werden kann , werden die folgenden Messungen an Krjstallen« welche in Bezug auf Spiegelung der Flächen noch Vieles zu wünschen übrig Hessen^ beweisen. i Am besten Krjstalle wurden zwei verschiedene Endkaoteni von R in S.Versuchsreihen mit je 5 — 7 Repetitionen einmal am Tage und zweimal am Abend gemessen. Die Mittel der gut unter sich stimmenden Ablesungen mit beiden Nooien sind: I. Tagesbeobachtung 87° 7' 20" IL Abendbeobacbtung 87° 6' 51 „ \ dieselbe Kante 111. « 87° 6' 49" andere Kante ordentlich die Jastiroug des Instrumentes nnd des Krytulles ai demselben. Als das geeignetfite Abendsigoal zeigte sich ein kleines kreisrniKlcj Loch in einem Blechschirme von der Grösse des Gesichtsfeldes, faint«! dem eine helle Gasflamme brannte. Die Entfernung des Signales am Kr/stalle betrug in beiden F«Uci 6,75 Meter; eine grössere war nicht zn ermöglichen. Dieselbe ist and Töllig genügend bei einer guten Centrirnng des Krystalles, wie sieb btj der Jostirang des Instramentes ergeben hat. *) Die AbblenduDg erfolgt sehr gut dar::h eine camcra obscara ob-td Linse mit kleinrm Eintrittsloche für die nnr vom Signal kommend ^^ Lichtstrahlen. Der seitliche Theilkreis liegt nicht mit in der KAman^ behafs der Ablesung, wohl aber der Kopf des Beobachters. Sa ist a^^^ merklieh, wie durch diese Abblendnng nndeutliche Spiegelbilder deoilicj und selbst gut und scharf erscheinen. Die Kammer behindert bei grt»««^ Goniometern in keiner Weise weder den Gebranch dea Instrumentes aa«^^ die EinstelloDg des Krystalles. 601 Da sieh das Spiegelbild des Abendsignala viel schärfer envies und sich deshalb viel sicherer einstellen Hess , ferner da die Resultate der A bendbeobachtnngen gnt stimmen, nimmt man am besten nar das Mittel dieser und verwirft die Tages- beobachtungen: Endkantenwinkel R = 87° 6' 50" Randkantenwinkel R = 92 53 10 Daraus berechnet sich das Axenverbältniss a:c == 1:1,3236 .... = 0,75551 .... : 1. Neigung der geneigten Diagonalen der Fläche R:c = 33" IT 48 '^ Combioationskantenwinkel . . R:oR = 123 11 48*) Neigung der Endkante .... R : c :=: 52 36 49 Ebener Winkel des Hauptschnittes von R (an der Endecfce) .... = 85 48 37 Ebener Winkel der Fläche R an der Randocke = 94 11 23 Ebener Winkel der Fläche R an der Endecke = 86 57 39 Endkantenwinkel — 2R = 69 12 27 ^ . —in = 116 32 58 y, |R = 143 59 16 Combinationskantenwinkel . — 2R:oR = 108 6 55 ^ . — ^R:oR = 142 36 49 „ . |R:oR = 159 5 19 Obgleich sich an den Zwillingen der Winkel zwischen den SpaliuDgsflächeu oR viel sicherer als die Krystallkanten messen *) An cioem anderen Krystallc konnte dieser Winkel xiemlich gut resp. gnt gemessen werden: I. Versacb, Mittel aus 7 Wicderholangen 123« 10' 19" IL „ „ „ 6 „ 123 U 35 111. „ ,, „ 5 „ 123 10 32 Am zuverlässigsten ist der zweite V.ersach, weil die dabei benatzte Kanten- steile das beste Bild gab, er stimmt gnt mit der Berechnung Überein. Aas dem ersten Versuche berechnet sich dagegen : a;c = 1 : 1,32482; Endkantenwinkel R = 87» 5' 5". 6«)2 läsBt, wurde doch derselbe nicht, wie es Robb bei deo glei- chen Ztiiltingen des Araeuilcs mit Erfolg gethan hat*) nm AusgADgspUDkte der BereclinuDg der kryst all ograph lachen Con- Blanten genommen, nm jenen besser tu boBtimmenden Wink«! zur Controlle der ersien Messungen aufzusparen. Die oben (III. §. 2 nnd §. 3) nur annähernd angegcbeueo Winkel an den Zwillingen sind bei rhombischer Auffassung: Stumpfer Prismenwinkel (Randkante R) = 92* 53' 10' Scharfer „ (Bndkante R). =^ 87 6 50 Stumpfes Bracbydoma (R : RO . . . = 171 37 14 Scharfes „ (oR:oR') . . = 74 46 22 Combinationswinkel zwischen beiden Do- men (oRiK) = 123 11 48 Seillicher einspringender Winkel beiden Darcbkreuzungs-Zwillingen . . . = 105 I3 38 Neigung der Hau plaxen (cc') so einan- der in den Zwillingen erster nnd sweiter Art = 105 13 38 Der vicrtletit herechnele Winkel lässt sich ata Spattongs- wiokel mit grösster Schärfe messen uud bietet dadurch, vi« gesagt, die besle Controlle der anderen Winkelmessnogen. In einem sehr warmen Zimmer gemessen betrug das Mittel aus 5 gut unter sich stimmenden Messungen = 74° 46' 0' und an einem kühleren Tage hatte dieselbe Kanlenstelte gemn 74" 46' 20" bei allen 3 Bepetitionon. Diese Uebereinslimmung ist Bürge nicht nur für die Za- verlässigkeit meiner Beobachtungen, sondern auch für di^ Torzüglicbkeit des Goniometers.**) Diese von mir festgestellten krystallographiscfaen Element« weichen nicht unbedeutend von den oben (11.) milgetheilleo der älteren Beobachter ab, was sich am einfachsten im Ead- kantenwinkel von R aasdrückt: •) Äbhandl d. Berl. Aksd. 18*9. pag. 8J. **) Aach die in der vorletzten Anmerkang mitgelheillen CoDIrf'l!' 603 Differenc = nach Mohr = 87° 39' — 32' 10" „ RosB = 87 35 — 28 10 „ Mabx = 87 28 — 21 10 „ Zbhobb I. == 87 12 35" — 5 45 „ Zbkqbr II. «87 5 IM + 1 35,6 Gat, unter BeruckBichtigang des Gewichtes der Zenobr*- schen Messungen (II.) und der Methode desselben sehr gut, Btimmen meine Messungen mit denen von Zbkqbr; von den obrigeD weichen sie aber sehr ab. Bei den Messungen von MoHS ood Marx, welclie an den Winkeln der gestreiften und deshalb ungeeigneten Spaltflächen von — jR gemacht wurden, bat die Differenz keine Bedeutung, obwohl Marx angiebt, dass er sich höchstens nur um 2 Minuten vermessen haben könne. Allein den Messungen von G. RoSB gegenüber, welcher eine solche Meisterschaft im Krystallmessen und im Beurtheilen des Werthes von nicht ganz guten Messungen gehabt hat, glaubte ich nicht so radical verfahren zu dürfen, obwohl Ro8B die Unsicherheit seiner Messungen , welche untereinander um 33 Minuten (s. o. II.) differiren, bespricht. Ich musste die Frage zuvor erwägen, ob innere, chemische oder physikalische Verhältnisse der beiden kunstlichen Antimon- arten der Grund der Differenz sein konnten. Von physikalischen Verhältnissen kommt darin nur die Ausdehnung durch die Wärme in Betracht. Dass dieselbe nach dea verschiedenen Richtungen beim Antimon sehr verschieden ist, geht aus den Resultaten meiner zuletzt roitgetheilten Winkelmessungen hervor (20 Secnnden in einem doch höch- stens am 6^ schwankenden geheizten Arbeitszimmer).*) Allein sie erklärt die grosse Differenz von 28 Minuten nicht, deshalb musste an die Chemie appellirt werden. Durch Verunreinigungen namentlich mit den isomorphen Metallen können die krystallographischen Elemente des Anti- mons bei derselben Temperatur grösseren Schwankungen unter- liegen. Bei der Seltenheit vieler dieser rhomboedrisehen Me- *) Ich hatte Tersilamt, beim kühleren Zimmer die Temperatur sa beobachten. 604 Ulle kommeD nur Arsenik (R:R = 85" 4'; lUfäit), Witmulli (87° 40'; Rose) und Zink (?) in Betracht. Von den früher gemessenen könatlichea Anlimonkr^Btattcb fehlt jede Analyse, aHein dibd darf vroLl anasbrnen, dsas die- selben, wenn ancb nicht gmnt, so doeh wenigstens liemlich reines Metall gewesen sein mÖcbten. Für die mir gestellte Frage scheint es wenigstens ohne Bedeutang, weil nor Wis- motb den KndkantenwiDkel vom Antimon zu Tcrgrössern vermag, ' nber nur sehr wenig. So viel Wismuth kann man im An- timon TOQ Elsnbb und Rose nicht annehmen. Die tod | P. GnoTH an überchlor- und übermangansauren SaUen beob- I achtete Tbatsache*), dass die Winkel- and Axen Verhältnisse isoniorpber Mischungen nicht Imoier zwischen denen der Com- 1 ponentcn liegen, darf man, scbciiit mir, nicht so obneWeiterei ' allgemeitier annehmen. Wenn Gboth**) dieselbe für das dem Antimon isomorphe Tellarwismulh zur Gellung tu bringen ge- neigt ist, so darf man nicbt vergessen, dass dabei nicht bloss der Seh wefelge halt des Letzteren, sondera auch die nocli nicbt ganz zweifellose Krystallform des Tellurs und Tcllnr- 1 wismuths zur Vorsicht mahnen. ' Obwohl die qualitativen Aualysen wiederholt nur kleine Mengen Blei, Spuren von Zink, Eisen, ^^chnefet, Arsenik, ketu Zinn u. s. w. nachgewiesen hatten, hielt ich es trotzdem für meine. Pflicht, eine quantitative Analyse der Kryetalle ton Mänsterbusch anszuführen, schon zur Ermittelung des Ver- bällnisses von Blei zu Antimon. Zur Analyse***) wnrden möglichst reine, von der Unterlage, so gut es ging, befreite Kryslalle geopfert und zwar von 2 Stellen der grossen Druse. I. Zinnweisse Krystalle von der Sielle der gemessenen Kry stalle. II. üelbaugelanfene Krystalle von einer entfernten Stelle. •) PoGG. Ann. CXSXIV. ") TsbetlariBchc Ucbersicht der einfachen Mineralien n. s w, 1874. psg. 7J. "*) Den Gang der Analyse finilet man in A Cmssfr , Grnndr^i der analytischen Chemie. Qaanlilathe Analyse IB7S. pag. 192 n. i. «. 605 Die Analysen ergaben*}: la. Ib. II. Blei . . . . 18,339 15,314 21,326 Eisen . 0,226 0,289 0,474 Zink . . . 0,282 0,580 0,338 Arsen . 0,524 nicht bestimmt 0,481 Antimon Schwefel . 82,184 Spur 79,429 Spnr 101,555 102,048 Den kleinen Mengen Eisen, Zink, Arsen und Schwefel kann man die grosse Abnahme des Endkanteuwinkels der Krystalle von IVlünsterbusch gegen die RosR^scbeu nicht za- srhreiben. Auffallend gegenüber den Schätzungen beiden qua- litativen Analysen war die grosse Menge Blei. Das Volum Schwefelblei erscheint nämlich sehr klein gegen das flockige, stets mit Schwefel gemengte Schwefelantimon. Konnte nun diese Bleimenge die Verkleinerung der Winkel verursachen? Dann mussten offenbar Blei und Antimon iso- dimorph sein, was ja von Vielen angenommen oder für wahr- scbeiolich gehalten wird, wenigstens nicht unmöglich ist.**) In diesem Falle musste das rhomboädrische Blei einen sehr viel schärferen £ndkantenwinkel als Antimon haben und die Folge davon wäre, dass Schwankungen im Bleigehalte von mehreren Procenten Schwankungen in den Minuten veran- lassen mSasten und zwar bleihaltigere Krystalle mussten schär- fere Rhomboeder zeigen. . Die Sache lässt sich berechnen, wenn man annimmt, dass der Endkantenwinkel der isomorphen Mischung dem Blei- gebalte proportional sei, wofür ja z. B. unter den isomorphen ( arbonaten der Dolomitspath spricht, und dass das von Boss gemessene Antimon ganz bleifrei und rein gewesen und richtig zu 87^ 35' gemessen worden sei. Die von mir gemessenen Krystalle (87^ 6' 50") enthalten nach der Analyse Ja. und Ib. im Mittel 16,8 pCt. Blei und 83,2 pCt. Antimon; mithin *) Die kleinen angewandten Mengen veranlassten ein Pins in den Frocentcn. **) O. Bosff, Abhandl. der Berl. Akad. 1849. pag. 99, kommeo sebr aahe, fast genaa, auf 1 Volam oder Moleknl Blei 8 Volnm ADlimoo. Danach mÖBSte der Endkaoleo Winkel du reinea rhomboSdriscbeD Bleis 83' 21' 30" aein. Die nnter II. analysirten Kiyslalt« beBteben dagegen aoa 1 Uoleköl Blei aaf 6 Moleküle AntimoD und ibr Endkaoleo- winkel mÜBBte mitbio 86° 58' 47", also scbon 8' 3' kleiner als der oben gemesBene sein. An diesen Zahlen ändert sieb wenig, wenn nicht der mittlere Bteigehalt von la. aod Ib. genommen wird als Aus- gangspunkt der Berechonog, sondern der eine oder der ander«. Ein kleiner von der Stelle, woher das Material iBr Ana- lyse II. genommen worden war, ausgebrochen er Zwilliog»- krystall wurde zur Lösung der vorliegenden Frage nan io Betug auf seine Neigung der Spaltflächen oR:oR' ge- messen. I. iMittel aus 6 gutelimmenden TagesuesBungcn 74" 44' 27' II. „ „ 5 „ Abendmessungea 74 44 12 Nimmt man die bessere Abendmessnng — 74° 44' 12'« so berechnet sieb a:c = 1:1,322727... nnd der Endkanten- Winkel von R ~ 87" 8' 7". Derselbe ist also nicht kleiner a!s der des bleiärmeren, wie die Berechnung erfordert, son- dern etwas grösser. I>ass die Spattnngs winket oR:oR' bei den unter I. n. IL analysirten Kryslallen nicht völlig gleich gefonden sind, son- dern, wenngleich nor wenig, nm 74' 4^ 22" — 74° 44' 12' = 2' 10", differiren, dürfte suerst auffallen, weil die Messun- gen derselben Kante unter sich gut stimmen, also der Beol>- acbtungsfehler nicht soviel ausmachen kann, ebensowenig die Schwankungen in der Beobachtnngstemperainr. Allein rnsn kann sieb diese DifTereni gane gut durch die geringe Ge- schmeidigkeit des Antimons, verbunden mit der grossen SpaU- bnrkeit nach der gemessenen Kante erklären. Die coersi ge- messenen Krystalle (Analyse I.) waren nämlich sehr Mein aud deshalb inßllig von ihrer Dnlerlage durch eine Erecbötterung der ganzen Stufe abgefallen, nicht mit Gewalt abgespalten worden; sie gaben deshalb die richtige, dem Endkanten winkel von 87" 6' 50" entsprechende Neigung oR-.oR'. Die grösse- ren, unter II. analysirteu und gemessenen Kristalle waren niii Absicht nnd Gewalt darch Hin- and Herbiegeo abgebrochen 607 worden. Dass hierbei eine kleine , darch die Gescbmeidigk« des Antimons bleibende Aufblatterong der einen Fläche d Kante, also eine Verkleinerung des Kantenwinkels eintret konnte, ist wohl denkbar und wird dadurch mindestens wal scheiniicb, dass von allen so gewaltsam präparirten Krystall nar der Bine brauchbar zur Messung war, obwohl auch er d folgenden Fehler in sehr geringem Grade zeigte. Die ander Rrystalle gaben nämlich nur auf oR ein scharfes Spiegelbi der der Kante parallelen Visirlinie; dieselbe war auf d Fläche oR^ durch deren Krümmung zu einer breiten Bin verwaschen, welche ein auf 5 — 10 Minuten genaues Einstell des Fadenkreuzes nicht erlaubte, während auf beiden Flachi das Yerticalsignal sehr scharf gespiegelt wurde. Die En kantenwinkel dieser unter IL analysirten Krystalle könnt direct nicht genau gemessen werden. Ein fernerer Versuch, diese Frage durch Beobachtung n aller Sicherheit zu entscheiden, nämlich durch Messung d Spaltwiokels oR: — ^^^R an chemisch reinem, kunstlichem A timon, führte zu keinem befriedigenden Ziele, weil selbst d besten der herausgesuchten Spaltungsstucke durch die Stn fang der Spaltflächen — g- R zahlreiche Reflexe gaben. Befriedigen diese Beobachtungen und Untersuchungen au( nicht ganz, so geht aus ihnen doch hervor: 1. dass der bis ca. 21 pCt. nachgewiesene Bleigehalt i Antimon von Mnnsterbusch ebensowenig als die Spuren d anderen Elemente von nachweisbarem Einfluss auf die Krystal form dieses Metalles sind, 2. dass mithin die von mir ermittelten krjstallograpbischt Constanten dem reinen Antimon zukommen, 3. dass die Ross'schen Messungen, vorausgesetzt da das Antimon rein war, wegen nachgewiesen schlechter Au bildaog der Krystall e nicht ganz genau sind, 4. dass eine Isodimorphie von Blei und Antimon u wahrscheinlich geworden ist, denn in den Krystallen v( Mänsterbusch hätte das Blei die beste Gelegenheit gehal seine Dimorphie zu beweisen, 5. dass der schwankende Bleigehalt in den Krystall von Munsterbosch, welcher nur in Procenten, nicht in Mol knien so gross erscheint, weil das Atom- und Volumgewic iies Bleis fast noch einmal so gross als das des Antimoi Zeiu. d. D. gtol. Gts. XZVII. 3. 40 608 ist, nar mechanisch am oder im Antimon sitzt (s. o. lil. §. 6). Die bleireicheren Krjstalle «eigen auch deutlich mehr Scbmeli- fluss als die bleiarmeren aof ihrer Oberfläche. Dass mechanische EinschlSsse selbst in weit grosserer Menge als hier das Blei die Krjstallisation nicht hindern , ist bekannt, vielleicht am aoffallendstcn ist darin der sogen, krystallisirte Sandstein von Fontainebleau mit f Qaarssaod and I Kalkspath.*) V, Die Spaltbarkeit des Antimons.. Die Spaltbarkeit des Antimons ist nicht von allen Beob- achtern gleichgefanden worden. Es stehen sich die von Hessel bestätigleu Beobachtungen von Marx mit 4 Spaltrichtaugen den von RosB bestätigten Beobachtangen von Moh8 mit 10 Spült- richtungen gegenüber. Ebenso ist die Frage, wie bat Hact aus den Spaltangsstacken das tesserale Rrystallsjstem ab- leiten können, noch nicht gelöst worden. Die Antimone von Münsterbusch erweisen die Richtigkeil der Beobachtungen von IVtoHS und Rose, wie bei so ausgci zeichneten Beobachtern zu erwarten stand. Das Antimon gehört zu den an Spaltungsricbtongen reich- sten Substanzen und die Richtungen sind vierlei Art mit recht verschiedenen Graden. Allein der Grad derselben Spalt- barkeit scheint z. Th. an verschiedenen Stucken von Antimon kleinen Schwankungen zu unterliegen, wodurch sich die Wider- spruche von MoHS und Marx erklären durften. Die erste Spaltbarkeit nach der Basis ist eine allgemein als sehr vollkommen bezeichnete; Hbssbl nennt sie ebenso deutlich wie die deutlichste am Antimonglanze. Die Krystalte von Münsterbusch lassen sich fast so leicht als Gyps in die dünnsten Lamellen zertbeilen. Die Spaltflächen sind deshalb meist vollkommen eben und vollkommen spiegelnd mit dem lebhaftesten Metallglanze , so dass sich die Flächen am besten zu Messungen eignen. Nicht selten erscheinen sie aber durch Oscillation mit den folgenden Spaltflächen einfach oder gleich^ seitig trigonal, äusserst fein gestreift parallel den Combioa- tionskanten mit — jR.**) *) Qdbiistbdt, Mineralogie 1863. pag. 396. *♦) n »» ,» PÄg. 596. fi09 Die zweite, ebenfalls allgemein anerkannte Spaltbarkeit folgt — -^ R. Sie wird von Allen eine deutliche oder vollkom- meue genannt. Obwohl die Spaltflächen stark metallglänzend »ind, eignen sie sich nicht zn Reflezionsniessungen ; nur eine Ausnabme beobachtete Marx und benutzte sie zu seinen Mes- sungen. Die Flächen sind nämlich wegen der zahllosen oscillatorischen , feineren und gröberen Streifen , namentlich durch die erste aber auch durch ^ie folgende Spaltbarkeit (— 2R) nie vollkommen glatt und spiegelnd, sondern erschei- oeo fein und grobfaserig, ähnlich wie die zweite SpaJtbarkeit am Gyps, was Hbssbl schon hervorhebt. Dadurch spielt der Metallglanz in den Seidenglanz hinüber. Die Streifen und Fasern gehen naturlich den Streifen auf oR parallel. Trotz des Herrschens der ersten Spaltbarkeit lässt sich diese zweite leicht ausführen*); das beweist schon ihr oscillatorisches Auf* treten auf oR. Die dritte Spaltbarkeit nach — 2R wird als wenig deut- lich oder unvollkommen von Mohs und Robb angegeben, von Marx und Hbssbl geläugnet, wenigstens für den künstlichen Antimon. An den Krystallen von Münsterbusch lassen sich die Randecken von R ziemlich leicht abspalten. Die kleine dreieckige Fläche wird dabei durch die zweite Spaltbarkeit meist zu einem Trapez. Sie ist manchmal so eben und glän- zend, dass man im Goniometer ihre Neigung zu R annähernd messen kann, so dass kein Zweifel besteht, dass diese Spalt- barkeit der Richtung — 2R folgt. An manchen Krystallen erscheint — 2 R ja auch als Krjstallfläche, welche man durch Spalten beliebig vergrössern kann. Diese Spaltflächen ähneln in ihrer Beschaffenheit den zweiten , denn sie sind dicht ge- streift bis feinfaserig durch Oscillation mit den beiden ersten .Spaltflächen, also parallel mit ihren horizontalen Combinatioos- kanten mit R und — j R. Der Grad dieser Spaltbarkeit scheint nun zu variiren, da sie Mabx und Hbssbl nicht beobachten konnten, während derselbe an den mir vorliegenden Krystallen zwischen vollkommen *und unvollkommen bezeichnet werden mnss. Die vierte Spaltbarkeit folgt coP2; sie wird von Marx, Hbssbl und Anderen geläugnet, von Anderen „in Spuren*^ *) Hbssbl sagt weit leichter als der faserige Brach des Gyps. 40* 610 oder „in schwachen Spuren, die schwer wahrxonehmen sind^', angegeben. Ein Uebersehen dieser Spaltbarkeit ist bei dem etwas geschmeidigen Antimon sehr begreiflich. Dass sie aber vorhanden ist, seigen die Krystalle von Miinsterbusch, wo diese Abstumpfungsfläche der Randkanten der Rhomboeder als schmale Krystail- und sehr undeutliche Spaltfläche zu beob- achten ist, namentlich an den tiefgetreppt ausgebildeten Ktj- stallen (besonders Zwillingen), bei denen an diesen Kanten die Masse sehr dünn ist, und dashalb leicht unfreiwillige Ab- stossungen vorkommen, welche die vierte Spaltbarkeit am besten zeigen können. Die Vermutbung von Mabx, in der Angabe oder Annahme von 10 Spaltrichtungen von Seiten Mohs fände nur eine G>oi- venz gegen die Autorität Haut's statt, ist mithin thatsächlich unbegründet. Das fuhrt mich zur Erörterung der Frage, ob die 10 Spalt- richtungen, welche Haut am Antimon beobachtet hat, und aus denen er die Combination oc O . O , sowie das tesserale Erystallsjstem des Metalls abgeleitet hat , dieselben sind, welche Mohb beobachtete, um daraus das hexagonale Krjstall- system abzuleiten. Diese Identificirnng ist mehrfach — wenn nicht sogar all- gemein — als selbstverständlich angenommen worden. Sie erscheint mir aber durchaus unbegründet, namentlich eioem so hervorragenden Entdecker der feinsten physikalischen Unter- schiede an Krystallen gegenüber. Die Identificirnng liegt allerdings sehr nahe, denn ein von allen 20 Spaltflächen begrenztes Stuck Antimon hat ab- gesehen von allen anderen Eigenschaften bloss in der Foro) grosse Aehnlichkeit mit der Combination oc O und O in sogen, rhomboßdrischer Stellung, d. h. eine hexa€drische Axe vertical gestellt Allein die Winkel stimmen nur theil weise uberein, andere kommen sich nur nahe, noch andere differiren stärker. Legt man meine. obigen Winkel zu Grunde, so sind: 0:0 = 109° 28' ent- ( Randkante — 2R = 110° 47' 33" sprechend t oR : — 2R » 108 6 55 O : O = 70° 32' entspr. Endkante — 2 R = 69 12 27 n _ Tjno ' I Endlcaote — IR = 116' . w r ~ -iR:coP2 = 121 itsprecbeno Kante oc P 2 cO:0 = 144' 44' -iR = 142 36 49 ■. j 1 — ,»: — 2E = 146 30 6 .»uprecbend 1 _|r,»P2 = 145 23 46 Formell wäre also dem nur mit dem Anlegegoniometer messenden Haut kein Vorwarf so machen, dasB er iicb in der Krjgtallform dei Antimons getänscbt hat. Anders gestaltet ■ich aber das Urtbeil , wenn man die physikalische Gleich- wertbigkeit der Flachen mit beräcksichtigt. Die den Flächen 0 eattprechendea Spnltungsflächen oR und — 2R sind pb^rsi- kalisch total verschieden , nicht minder die den Flächen oo O eaUprecbenden — ~li nnd cc P 2. Wir können ans deshalb nicht denken , dass Hadt so verschiedene Spaltflächen för gleich werth ige bat halten können, am allerwenigsten, wenn wir hei ihm lesen, dasa die „Durch- gänge der Blätter" an den von ihm untersuchten Antimonen „sehr deutlich waren". •) Ebensowenig bat die Autorität , in welcher RoHE DB l'Islb auch bei Haot stehen musste, LeUteren so befangen macben können, um das Wahre und Uniweideatigste nicht zn seben, wie TdAax vermnihet. Die Lösung dieses Widcrsprnches dÜr^e meines Eracbtens am einfachsten durch die Annahme erfolgen , dass die von Hadt antersucbten Stücke Antimon einer Zwillingsbildung an- gehört haben, während spätere Untersucber, Individnen vor sich habend, die Wahrheit leichter entdecken konnten. Alles Antimon liebt, wie wir gesehen haben, die Bildung von Zwillingen u. a. vi.; es ist deshalb wohl noch nie ein Antimonkncben erzeugt worden, der ans einem Individuum bestand. Alte zeigen sich aus zahllosen , nicht parallelen, liald grossen bald kleinen Individuen, welche sieb nicht nur möglicherweise sondern auch wahrscheinlich z. Th. in Zwil- Ijngsstellnng befinden, zusammengesetzt. Der von Uadt anter- «nchte An tinionk neben war anch ein solcher, denn er sagt: *) Lehrbuch der Mineralöl, übersetzt von Karitih und Weh 1810. IV. pag. 343. 612 I „obgleich die Darcbgäoge der Blätter sehr deatlich waren. ' ao liess eich doch, da sie nnch 20 verschiedeoen RicbluDgrn giagen, au einem durch« du Abschiageo erhalteneo Stück« inmer onr eio Tbeil dieser Dorcbgange beobachteD."*) Nach den von RoSB an den natnrtichen Kristallen bcnl)- achteten Zwilliogsbitdutigen aind die beiden Arten von Virr- lingen nnr verschiedene, gar Entniclcetung gelangte Tbeile är» beachnebeneo Sechslinga (s. o. II.), welcher aber noch nicbt geschlossen ist, da er freie Eadkanlen von R besitit, an welche sich fernere Individuen in Zwillingssteltung aocb an- legeo können.**) Was man für eiaen Vierling ableitet, gilt folglich auch für die anderen Viellinge. Man nebme nun deshalb den regel- massigsten nnd einfacbsten Fall, nämlich einen Vierling der ersten Art (s. o, H. Holzschnitt 1) und denke sich das Ende mit den vielen einspringenden Kanten aufgewachsen and alle Lücken zwischen den 4 Individuen durch diese mögücbsi regelmässig ansgewachsen. Führt man ferner an allen nach oben and seitwärts gerichteten Flächen oR und — ^R die Spaltung so aus, dass eine möglichst ideale, nur von diesen Spaltdächen and der Aufwacbsstelle begrenzte Form entsteht. so wird dieselbe, vergleiche den Holzscbnit No. 4, ebenfalls wie der einfache Krjstsll vorbin gani Busseriirdentltcb einer Combini- tion von :xi O und O gleichen, welche mit einer bexa£drischen Axe so aufgewachsen ist, dasi die drei dort Ecke bildenden Flächen oc O und die vier nach hierhin geneigten Flächen O nicht ausgebildet sind. 13 Flächen werden sich also zeigen, 4 gleicb- *) EbCDdaielbft und JoDmal I, Phya. m. Chem. LIX. iBaO. p. -üi- *") An einem ringßrniis grajTirtBn ViBrling tod AndreMberg {i o, II. HoUichnitt Sa. u. ib.) beobschietG Robe (AbhiDdl. d. Bttl Akad. 1S49. pag. 8-2) Ewiacben dem II. nnil IV. iDdividuam dei obigen Haluchniitj noch ein fUnftei. Dauelbe stand zu II. in ZwillingMtellnng ^d. b oE":oEV = 105» 56'), aber nicht in IV. ; oR»'wat n oB" nnier dem lehr »tampfen eintpringenden Winkel *on Vi' (bei an Grunde- 613 seitige Dreiecko mit der ersten Spaltbarkeit (oR), sie ent sprechen den 4 nach oben gekehrten Flächen O and 9 mi der zweiten Spaltbarkeit ( — ~ R). Diese entsprechen in dei Lage den 3 nnch oben und den 6 nach seitwärts gekehrter Flächen oo 0 nahe zu, weil nach dem obigen Zwillingsgesetz) immer eine Fläche — - R der Individaen 2, 3, 4 mit eine von 1 vollkommen, auch in ihrer Streifangsrichtang zusammen fällt. £s tritt also hier am Vierlinge der lan der Spaltungs form eines Individuum nicht mögliche Fall ein, dass die schein bar gleicbliegenden Flächen (einerseits O, andererseits oc 0 auch physikalisch vollkommen gleichwerthig sind. Bis ZQ welchem Grade entsprechen sich in ihrer gegen seitigeu Lage die Flächen O mit oR und oo O mit — jR Eine WinkeldifiPerenz ist vorhanden., sie ist aber gering, s dass der in diesem Falle von Haut begangene Irrthum b( sooders in Hinblick auf die damaligen Methoden der Winke mcssung wenig grosser ist und kaum anders beurtheilt werde dHrf als der Irrthum aller Mineralogen, welche den Lenc far tesseral hielten« Die Winkeldifferenzen betragen bei zur Grundlage mein' Messungen nämlich: zwischen den scheinbaren Flächen : O statt 109*^ 28' — 105' 13' 38" oo O u. O „ 144 44 — 142 36 49 ooO „ 120 — a. die 3 an der oberen Endecke .... 116® 32' 58 b. die 6 zwischen den scheinbaren Rand- ecken 116 32 58 c. die 3 von den unteren scheinbaren Rand- ecken nach unten hin 116 32 58 d. die 3 von den oberen scheinbaren Rand- ecken nach unten hin ...... 123 55 15 Die sechs letztgenannten Flächen — -^ R bilden also nl wie die 6 entsprechenden Flächen oo O eine regulär - secl legnng meiner Winkel = 169* 50') geneigt. Wäre der Endkantenwin K = 90*, flo würde ein Achtung geschlossen sein, d. h. keine frc Endkaaten mehr haben; da er kleiner als 90* ist, bleibt der Viell •tsts nmgescblossen. 614 seitige Säule, sondern die untere Hälfte eines ScalenoSders, welches mit — -^R die Randkanten gemein hat, also eio — ^Rn ist. n bekommt den Werth = 17,863. die stampfe Endkante Y == 123' 55' IS"* die scharfe Endkante X = 116 32 58 die Randkante Z = 169 39 — Es ist ein HAüt'sches metastatisches Scalenoeder, nach Naumaivn der zweiten Art*), denn es hat den scharfen End- kantenwinkel X gleich dem Endkantenwinkel des eingeschrie- benen (Randkanten-) Rhombo^der — ^R und die stompfen Flächenwinkel von —j Rand —IR 17,863 sind gleich 108'. VI. Neues Zwillingsgesetz am AntimoE« Bei den im Obigen mitgetheilten Beobachtangen wnrde som Vergleiche mehrmals chemisch -reines, späthiges Antimou zur Hand genommen. Dasselbe hatte ich früher aus der chemischen Fabrik von Trommsdorff in Erfurt bezogen; es waren Stücke einer sehr grobspäthigen, fingerdicken Antimon- gussplattc. Mit Leichtigkeit konnte man sich daraus bis 10 Mm. grosse Spaltungsstucke ( — j R . o R) spalten , wie es scbon Marx gethan hat. Dieselben zeigen (Taf. XIV. Fig. 15} auf der ersten Spaltungsfläche oR neben der oben (V.) er- wähnten Streifuug parallel den Combinationskanten oR: — jR durch Oscillation dieser beiden vorzuglichsten Spaltungsricb- tungen stets noch eine zweite viel feinere, kaum mit blossem Auge sichtbare Streifung, welche der ersteren parallel ist. Dieselbe wird aber nicht durch Oscillation ungleichwerthiger Spaltungsflächen gebildet; das sieht man sehr gut trotz der Feinheit der Streifen unter der Lupe. Man hat es also mit einer polysjnthetischen ZwilHngs- streifung zu thun, wie bei den Plagioklasen, beim Kalkspath u. s. w. , oder wie neuerdings Sadbbeck entdeckt hat, beim Bleiglanze *'^) und Eisen.***) Die Spaltfläche oR ist nämlicb *) ^Lehrbach der reinen und angewandten Krystallographie I. 18'29. pag. 434. **) Zeitschr. d. d. geol. Ges. 1674. pag. 631 ff. ***) Ebendaielbat pag. 638 und N. Jahrb. für Mineralogie v. b. w. 1875. pag. 44. 615 keine vollkommene Ebene, aondern erscheint dnrcfa eingeacbo- lieoe, Äuaserst feine Zwillingslamellito Tielfach fein geknickt Dnt«r 8«hr Btnmpren Winkeln. Diene die Streifung veranlfts- Benden Koickongen gellen nan sleta allen Combi natione kanten 08: — ^R parallel, schneiden eich also auf oR unter 60° (ISO"). Die ersten Spaltflächen oR' der eingeschobenen Zwilliogslamellen bilden mit oR einen sehr stampfen Winkel und iwar immer so, dass sie mit der in derselben Zone lie- geodeo Flache — ^R gleichsinnig, aber nicht so stark geneigt sind; d. h. die Spaltflächen oR' der Lamellen haben lam herrschenden Individuum die Lage eines sehr stumpfen nega- titeo Rbomb Orders. Die Existenz dieser sehr feinen Zwilligslamelten verräth tkh nur auf der äusserst vollkommen das Licht reflectirenden Fläche oR; man sieht durchaus keine Spur von ihnen auf den dorch horiionlale Streifung entstellten und im Lichtreflez da- darch sehr beeinträchtigten Spaltflächen — XR. Die Streifen, die sich dort häufig ceigen, sind Sprünge, welche den benach* barleo Kanten von — ^ R parallel gehen und durch die Spalt> barkeit dieser benachbarten Flächen — -^ R veranlasst vrerden. Sie siosseo deshalb an der Kante oR; — 7R mit einer oscil* Isiorischen Streifung durch — j R auf 0 R zusammen. Eine Ableitung des dieser poijsjnthe tischen Zwillings- slreifuDg zu Grunde liegenden Gesetzes ans den ebenen Win- keln zwischen den Kaulen der Spaltungsform und den Zwil- liagslamellen war somit unmöglich. Es wurde deshalb an den besten S palt Dogs stücken der Versuch gemacht, die ein- and sntspringenden Winkel iwiscben den breiten Flächenelemeoten oR ond den haarfeinen oR' dlrect im grossen Reflexionsgonio- meter zn messeu.*) Eine scharfe sichere Messung mit den gewöhnlichen linearen Signalen war dabei unmöglich. Als Signal diente der allgemeino Lichtreflex einer Oeffnuug im eatfernten Fensterladen am Tage oder einer ebenso weiten beüen Gasflamme am Abend. Der LichtreQex wurde theile mil dem Fernrohre, theils mit dem aus diesem, durch Vorlage *) StDEBiCK (Zeitschr. d. d. geol. Qu. 1674. pag. 633) hat fBr die Enaittelnng dei analogen Ocieties am Bleiglsiue denielben Weg eiogo- •cbligcD, obwohl er die ebeDeu Winkel aal alle Fliehen ceOciO mewen 616 einer Linae gemachten Mikroskope beobachtet. In beiden Fällen fielen die leicht aarfindharen Maxiinn des Lichtrelln«) stets iDsamraen. Die Kaote oR; — ~R wurde cenlriri mi jastirt nnd der LichtreAex der dieser Kante Eunäcliat liegeiidm Zwillingslamelle {oR') lur Messung benulit. GeniefBen wurdt mit RepetitioD die Neigung oRsoR' und, am ein Crtheil aber die ZuverUssiglceit dieser Messung mit allgemeiu«a> Lichtreflexe zu gewinnen, auf dieselbe Weise oR : *- |lt welcher Winkel nach R08B 142° 58' nach mir 142° 36' A9" beträgt. Am Tage erhielt ich im Mittel aus 4 Beobachtnngen: oR!oR' = 176" 44' und oR: — ^R = 142* 48' am Abend im Mittel aus 3 Beobacblungen : oR:oR' = 176" 54' und oR: — ^ß = 143'' 23' Die Abendsignale waren für oR:oR', die Tagessigaale für 0 R : — y R besser. Da letztere Messung bis auf einigt Minuten richtig ist, darf man erslere auch cabeiu als richlig Wenn oRioR' 176" 54' bilden, so bilden dieAzeu c:c' 3° 6' miteinander und die Zwillings- und (oiitactebene Ui eine mR-Flacbe, deren geneigte Diagonale mit Axe c 1° ^ bildet. Daraue bestimmt sich w = 24,18.*) DieForm24K; iat für die rhomboSdrlBchen Metalle eine einfache und detWL>| befriedigende und wahrscheinliche; sie iat nämlich die vieiK! schärfere von +aß ""^ — iß '" i*^'' G. Robb"} mj' Arsenik eine sehr häufige Form. Dieser Widerspruch in de» Vorzeichen Hess mich nochmals auf das Sorgfältigste das spä-l thige Antimon dahin beobachten, ob auch nicht — 24 B ö\e Zwillingsebene sein konnte, d. b, ob am Hauptindividuum dii- Fläcben oR' nicht die Richtung eines sehr stumpfen posititea Rhombogders hätten; aber niemals zeigten das die I^mellenj Geht man bei der ferneren Besprechung dieses ZviilliogB] geaetzes von der Zwillings- und Gontactfiäche 24 R aus, 11 bilden oR und oR' einen ein- und anespringendea Winbv von 176" 52' 38" und die beiden Hauplaxen 3" 7' 2-2' *) Qeht man von der uiuieberen TagesmeuDag ^ 176* 44 ' ist m := 'i3, alio nnwahncbeinlicber. •*) Abhaadl. d. Derl Akad. 1S49. pag. S'!. 617 Nscb diesem Gesetze e/hält man einea Zwilling (Taf. XIV. fig- 16), wenF) mHn ein Individunm (— |R:oR) parallel mit einer Fläche toq 24 R durchschneidet und in der Sclioiltfläcbe die Heißen gegeneinander am 180° dreht. Die Drehangs- odcr Znillingsaxe hat nngerähr die Lage einer Bndkante von yjR oder einer schiefen Diagonalen von — TjRt '■« bildet mil der Hauplaxe c 88° 26' 19", während die Endkaole ^R nur 88° 26' 11" bildet. Die Zwillings- oder Contaclebene ist ein aymmelriscbes Secb>«ck mit parallaleo gegenöberliegenden Seilen, An den beiden langen , ia der BaBie parallel einer Kante mit — ^ R liegenden Seiten liegen die 4 Winkel von 146° 12' 50" und iwiscbeo den kunen Seiten an den Randkanten von — jR die iwei Winke) von 67" 34' 20". Diese Zvrillingsebene iheilt das Individnam in 2 congraenle Hälften and bildet mit oR 88° 26' 19", mit —^R 71° 1' 35'. Am Zwillinge be- irageo also die ein- und ansspringenden Winkel oRroR' = 176° 52' 88" — AR: — fR' = 142 3 10 Am ausBpringenden Winkel haben die Flächen oR die GeaUlt eines gleichs eiligen Dreiecks, am einspringenden die «ines symmetrischen Trapeies; — jR ist beim Zwilling am Baaipringenden Winkel ein Trapeioid, am einspringenden ein ungleichseitiges Dreieck, wenn oR durch die Randecken vnn -7R geht. Die Zwilliogsebene schneidet sieb mit — jR so, das* iie auf — -^ R mit deren Gombinationskanle mit oR oder mit deren horiionlalen Diagonalen den ebenen Winkel von 113° 43' 46' (66° 16' 14"), mit deren geneigter Diagonalen 23° 43' 46" (156° 16' 14") bildet. Figur 17 anf Tafel XIV. zeigt einen solchen polyeyulhetischen Zwilling vergrössert und so dasa nur nach der Richtung von einer Fläche von 24 R die ZwillingsbilduDg erfolgt. Erfolgt sie aber, wie das immer der Fall ist, nach allen 3 Fläche n rieb tungen von 24R (Fig. 15 Tsf. XIV.), M verlaufen die Zwillingslamellen und Streifen, welche man in Wirklichkeit auf — |R nicht zn erkennen vermag, auf — 7R derartig, dass sie mit der Combina- liooskanle oR : — ^R (boriiontale Diagonale von — 7 R) 113° 43' 46" (66° 16' 14") mit der geneigten Dia- 618 gODBlenvon — ^R 23° 43'46" (156° 16'U*), untereinand« 47° 27' 32" (132° 32' 28"), mit dan Kanten von ~4R 77" 43' 46" (102" 16' 14") oder 30' 16' 14" (149' 43' 46") bilden, weil die ebenen Winkel von — ^ R ah den Endecken 108^ betragen. leb hebe noebmal hervor, daga sich alle diese Winkel- angaben auf die aas 24 R berechneten Winkel und auf die Mesauogen an den Kristallen von MöosterbuBch beziehen. Wenn sich die Lamellen verschiedener Richtungen kreu- zen, so lenken sie sich am Kreuiungspunkte gegenseitig etwu ab iu ihrem Verlaure, aber niemals in ibrer Richtung; du Wieviel hängt von der Dicke der Lftmellen ab. Sie erschei- neu am K reu zungs punkte geknickt. Eine andere Unterbrechung und Ablenkung der Lamellen am Ereuzungspunkte mit den anderen Streifen auf o R, gebildet durch Oscillation der beiden vollkommenen Spaltflächen, ist nur eine scheinbare, weil aaf beiden Seiten dieser letzteren Streifen die Flächen oR io etwas verschiedenem Niveau liegen. Meist gehen, wie es scheint, die eingeschobenen LameUen ununterbrochen durch das ganze Hauptindividuum hindurch, sehr häufig sieht man sie aber auch mitten in demselben all- mählich sich auskeilen, oder sie hören am Sreuiungspnnkle mit einer durchgehenden anderen Lamelle auf. Uie Verthei- lung und Breite der eingeschobenen Lamellen ist eine sehr ungleiche ; bald liegen sie nahe zusammen , bald weit aus- einander, aber nie so nahe und regelmässig, das gestreifte Scheinflacben entstehen. Nie werden sie stärker als ein ganz feines Haar. Diese Zwillingsstreifung ist somit ganz analog derkörzlicb von Sadbbeck*) so eingehend beschriebenen Zwitliugsbilduog am Bleiglauze und der mehrfach namentlich von Rosk**) und Rbdsch***) bearbeiteten am Kalkspathe. Man darf deshalb bei solchen AntimonEwillingen wie im Bleiglanze wegen dei Opacität der Substanz nicht sichtbare hohle Kanäle erwarten. welche Rose beim Kalkspath beobachtet und beschrieben bat Rbobch hat diese poly synthetischen Zwillinge beim Kalt *} ZeiiicbT. d. d. geol. Oei. 1874. pag. 634 ( ••) Abhandl. d. Berl. Akad. d. Wisa. 1B66. •••) PoGo. Ann. CXSXn, pag. 441. 619 Späth bekanntlich durch Druck nach bestimmten Richtungen künstlich dargestellt. Das gelang Sadbbbok beim Bleiglanze nicht, vielleicht nur wegen dessen grosser Sprodigkeit bei seiner sehr vollkommenen Spaltbarkeit; der Bleiglanz zer- bröckelte bei jedem Drucke in kleine Hexaeder. Vielleicht gelingt es trotz der grossen Spaltbarkeit bei dem etwas ge- schmeidigen und zähen Antimon. Zu solchen Versuchen fehlte mir das geeignete Material. Rose ist deshalb sehr geneigt, diese poljsynthetischen Zwillinge des Kalkspathes als Folge von, nach der Bildung erfahrenem, Druck aufzufassen. Das mag beim Kalkspath und beim Bleiglanz möglich sein, bei meinem Antimon — wie oben gesagt ein Stück einer fingerdicken Gussplatte — ist es un- wahrscheinlich. Dasselbe hat nämlich einen äusseren Druck nur beim Zerbrechen erfahren , ma mnsste also zu inneren Drucken beim Erstarren und Erkalten des Antimons seine Zu- flucht nehmen, die allerdings nicht unwahrscheinlich, bis jetzt aber noch ganz hypothetisch sind. Dieses Zukunftsgebiet der feinsten physikalischen Untersuchungen können wir vorläufig nicht betreten. Zum Schlüsse drängt sich noch die Frage auf, zeigen alles Antimon und die anderen isomorphen Metalle diese oder eine analoge Zwillingsbildung? Zur Beantwortung dieser Frage fehlt mir vorläufig das hinlängliche Beobachtungsmaterial. Für heute kann ich nur folgende vergleichende Beobach- tungen mittheilen: 1. Alle Theile des genannten späthigen, chemisch-reinen Antimons zeigen unter der Lupe diese Zwillingsbildung schon und deutlich. 2. Unter den Krystallen von Munsterbusch zeigte mir bisher nur ein Zwilling zweiter Art diese eingeschobenen Zwillingslamellen geirau in derselben Weise, aber so fein, dass nur in der grellsten Beleuchtung , aber dann deutlich und zweifellos, die Knickungen in ihrer Richtung und Neigung wiederzuerkennen waren. 3. Schlechte, nur feinspäthige und abgestossene Stücke von reinem Antimon im hiesigen chemischen Laboratorium zeigten dieseUe Erscheinung aber nicht gut. 620 4. Das grobkörnige natürliche Antimon von ADemont im Daaphine xeigt dieselbe Bildung sehr feia and scbÖn. 5. Eine gana analoge Zwillingaslreifung ceigt in fsti gleiclier Sobönheit und Dentlichkeit auch das natürliche uDd künstliche Wismnlh, welches mir vorliegt. Das Erslere sind späthige oder sehr grobkörnige Stücke von Alienberg in Sachsen und das Letztere ist ein Stück eines ebenfalls grob- körnigen Kuchens chemiscb reinen Wismulhs, welches ich früher von Troioisdohfp in Erfurt beiugen habe. Von den anderen rhonibofidriscben Metallen habe icb weder natürliche noch künstliche Vorkommnisse in so grob- körnigen oder späthigen Stücken, um diese Beobachtung an- stellen zu können. Wenn nicht allgemein für alla rhomboe- drischen Metalle, so dürfte diese Zwillingsbildung wenigstens am Antimon und Wismnth eine sehr gewöhnliche sein, und es ist interessant, d&ss sie am natürlichen und künstlichea Anti- mon und Wismnth scheinbar in ganz derselben Ausbildung vorkommt. Die früheren aasgezeichneten Beobachter dieser Metalle haben diese Streifung wohl nicht beobachtet, denn in der mir hier zugänglichen Literatur findet sich keine Andeutung dar- über. ROSB*) spricht zwar von der gleichseitig dreieckigen Streifung auf der Spaltfläche oR am Zink nnd Qdedstbdt ** ) von der gleichen am Antimon, aber Beide mit dem ausdrück- lichen Zusätze, dass diese Streifen dnrch Oscitlation mit der anderen Spaltbarkeit entstehen. Vom Arsenik von Worlik sagt T. Zbfharovioh ***) : ,,Die Znsammeoselzungsstncke Feder- artig gestreift"; wie das lu verstehen ist, weiss ich oicht. weil mir die Arbeiten von ZiPPB in deu Verhandtnngen dci Gesellschaft des böhmischen Museums fehlen. •) Abhandl. d. Berl. Akad. \bi9. psg. 96.. ••) Mineralugie 1863. pag. 5M. **) Uineralogi«chea Lexicoii 1. pag. 3-)' 621 KrUinug der Tafebu Tafel XIII. Figur 1 — 6 einfache Kryatalle von Antimon von Münsterbusch. 1. R vergl. S. 585. '2, R.oR vergl. S. 586. 3. R.oR im Gleichgewicht, vergl. 8. 5S6. 4. R.oR. — 4 R als Spaltfläche, deshalb gestreift, vergl. 8. 586. 5. R. — iR5, vergl. 8. 589. 6. R.oR. -2R. — ^R.xP*2, vergl. 587. Figur la— 3 a, 3 c a. 7 a Zwillinge von Antimon von Mänsterbnsch iD rhomboedrischer Stellung. u. R \ vergl. 8. 591. 2 a. R.oR Zwillinge vergl 8. 591. 3 a. R.oR I. Art vergl. 8. 591. 3 c. oR.R vergl 8. 587, 591 7a R.oR Zwilling U. Art, vergl. 8. 591. Figur Ib — 3b, 3d, 7b: Zwillinge von Antimon von Münsterbnsch in rhombischer Stellung, 1 b. R j vergl. S. 588, 591 u. 592. *2b. R. oR I Zwillinge vergl. 8. 591 u. 592. 3b. R. oR f I. Art vergl. 8. 591, u. 592. 3d. oR .R j vergl. 8. 587, 591 n. 592. 7b. R.oR, Zwilling II. Art, vergl. 8. 59t n. 592. Figur 8 a. Durchkreuxungszwillig von Antimon von Münsterbnsch in rhomboedrischer Stellung R.oR, vergl. 8. 592 u. 593 Figur 8 b. Derselbe in rhombischer Stellung, vergl. S. 592 u. 593. Tafel XIV. Figar 9. Ansbildungsweise und parallele Aggregation der Zwillinge von Antimon von MQnsterbusch. Ans einem Zwilling zweiter Art ragen zwei Dnrchkreazungszwillinge oben heraus, vergl. S. 592 ff. in rhom- bischer Stellung. Figur 10. Ansbildungsweise und parallele Aggregation eines ein- fachen KrystalU von Antimon von Münsterbusch in rhomboedrischer Stel- lung, vergl. S. 367, 590 u. 594. Figur 11. Ansbildungsweise, parallele Aggregation und treppenartige Vertiefung der Flächen R eines einfachen Krystalles von Antimon von Münsterbnsch in rhomboedrischer Stellung, vergl. 8. 594. Fig. 12. Zwilling erster Art von Antimon von Münsterbnsch in rhombischer Stellung mit den Anfangen der treppenartigen Vertiefung der Flachen R, irergl. S 592 u. 593 ff. Fignr f3. Aasbild angtweiie, paratUle A^^cgation nod trepptaartig* Tertlefang der Flfcchen B eine« ZvilKngi enler Art toq Antimon loa HüniterbDich. *ergl. S. Ö!I5. Figur 13 s- In rhomboMri scher Stellung. Fignt 13 b. Id rbombiicher Stellnng. Figur 14 17. SpslUBg&atQcka | — j B . o R) von reinem kanMlicfaeo Antimon mit Zwillingialreifuag nnch dem Geieti: Zirillingtcbene und Contactfliche eine Fläche von 34 B, rergl. S. 614 IT. Figur lt. HKapUcbnill durch einen jiolyijnth etlichen Zwilting; die Scb raffi rang le igt dis Spaltbarkeit von — j^B senkrecht mm Hanpt- icbnitte. Figur 13. leigt den Verlauf der Strelfaog anf oB nud — j B nich aUen Klichen von 34B. Fignr 16. Hetnllroper Zwilling oech dicMm OeseUe. Figar 17 telgt awei nach einer Bicbtting tod '24 B eingeachobene Zwillingalamallen vergrOiserl in einem HauptindiTidunm. 623 5. Rotlier Gneiss und Kalksteii im Wilischthal im Brigebirge« Von Herrn Ernst Kalkowsky in Leipzig. In der archäischen Formation des sächsischen Erzgebirges findet sich in weiter Verbreitung ein Gestein , welches als f^rotber Gneisa^^ von den übrigen Drgneissen abgesondert und von den Freiberger Geologen vielfach beschrieben worden ist. lo der Tbat erregt dieser rothe Gneiss bald die Aafoierksain- kcit des wandernden Geologen, sti es durch seine Zusamnoen- sctzung und Structur, in welcher letzteren er gewissermaassen die Mitte einhält zwischen Gneiss und Granit, sei es durch die Art seines Auftretens: es sollen zahlreiche Beobachtungen angestellt sein, nach denen der rothe Gneiss die anderen ge- schichteten Gesteine der archäischen Formation durchsetzt; es warde in Folge dessen behauptet, dass der rothe Gneiss eroptiv sei.») Unter solchen Umständen erregte es mein Interesse, als ich während meiner Tbätigkeit als Sectionsgeolog der säch- sischen Landesuntersuchung auf der Halde eines Kalkwerkes Stacke von rotbem Gneiss und von Kalkstein durcheinander liegend fand; es war zu vermuthen, dass sich hier genetisch wichtige Beobachtungen über das Verhältniss von rothem Oneiss zu Kalkstein anstellen Hessen. Wenn man bei der Haltestelle Wilischthal oberhalb Zscho- paa die C^hemnitz- Annaberger Eisenbahn verlässt, so gelangt man in etwa einer halben Stunde auf einer neuen Chaussee in der Richtung auf Ehrenfriedersdorf zu an das Kalkwerk Oriesbach. Das Kalklager daselbst wird schon über 200 Jahre ausgebeutet, und die nnterirdischen Abbaue haben grosse Höhlungen erzengt; bei der dort herrschenden Trockenheit kann man jedoch , obwohl das Werk gegenwärtig nicht in *} Cfr. Mt^LLBR, CoTTA, ScHEBKiB, Stblzrbr's Arbeiten. Zciti. iI.D.geol. Ges. XXVII. 3. 41 024 Betrieb ist, die Gruben bis zur Tiefe des Tiefen Leopold Stollens bequem besuchen und in den Abbauen nnd Stolleri die geognostiscben Verhältnisse studiren. Die Kalklager von Oriesbach , Venusberg nnd Herol<^ liegen in einer Richtung neben einander in die Glimmer* schieferschichten des Erzgebirges eingeschaltet; diese streichen dort im Allgemeinen N0-8W, das Einfallen in NW beträgt im Durchschnitt nur etwa 20 Grad. Der Glimmerschiefer der Umgegend von Griesbach be^ steht aus grossen Blättern und Lamellen von grau lieh weissem Glimmer und Quarz, nebst ziemlich vielen aber kleinen Korn- chen von Orthoklas , sodass das Gestein noch in Anbetracht der Verhältnisse des ganzen Schichtensystems in der weitere;^ Umgebung des (triesbacher Kalklagers als ein Gneiss-Giimmer* schiefer zu bezeichnen ist. Als accessorischer Gemengtheii tritt häufig Granat in kleineren oder grosseren Rhombendode- kaödern auf. Dieser Gneiss-Glimmerschiefer wird von rotbem Gneiss , dem typischen rothen Gneisse des Erzgebirges con- cordant überlagert. Letzterer bildet jedoch , ehe er auf der Weiss Leithe zu mächtigerer Entwickclung gelangt, noch drei Einlagerungen in den <»neiss-GIimmerschiefer, die ebenfalls vollkommen gleichmässig eingeschaltet sind, ein Verhähnid»^ wie es von den Freiberger Geologen schon oft beschriebea worden ist. Das unterste dieser drei Lager von rothem Gneiss, die nur theilweise anstehend zu beobachten sind and sich auch nur auf kurze Strecken in Feldsteinen verfolgeo lassen, liegt nun nnmittelbar auf dem nordöstlichen Theil des Kalklagers, während sich im südwestlichen Theil noch eia Lager eines drusigen kalkhaltigen Spatheisensteins zwiscbeo Kalk und rothem Gneiss einschiebt, an dem es nicht gelang, besondere Contacterscheinungen zu beobachten. Unter dem Kalklager liegt eine Schicht von kalkhaltigem Glimmerschiefer, der bald in Gneiss -Glimmerschiefer übergeht, welcher dann nach dem Liegenden zu mit geringen Schwankungen in den wesentlichen und accessorischen Gemengtheilen auf weitere Entfernung hin herrscht. Diese Schichtenfolge giebt das nebenstehende Profil in Viasoo ^^^ natürlichen Grosse im naturlichen Verhältniss der Höhe und Länge nach der neuen Generalstabskarte des König- reichs Sachsen. Abhang der Weiss Leithe 625 Lerchen- berg. Wilischthal. Kalköfen. 6 ig h a Ä a fi ^5" a rother Gneiss. b Glimmerschiefer etc. c Kalklager. Das Lager von rotbem ODeiss aaf der Weiss Leitbe aod iie beiden am ostlichen Abfalle derselben zeigen keine beson* leren bemerken swerthen Eigenthumlicbkeiten; sie sind eben jpiscber rother Gneiss, bestehend aus rothem Orthoklas, sehr wenig Plagioklas, Quarz and einem hellgrünen Muscovit; jranat findet sich hier nicht im rothen Gneiss, ebensowenig 1 blorit und Biotit, die dem Oneiss • Olimmerschiefer nicht gerade fremd sind. Der rothe Gneiss ist geradschiefrig und meist dunnplattig, oft vielfach zerklüftet: diese Eigenschaften Ilaben ihren Grund in der Ausbildung des Glimmers , der immer in einzelnen Schuppen und Blättern auftritt, nie zu- »ammenhäagende und verwachsene Häute bildet, wie der liebte Glimmer des Gneiss-Glimmerschiefers. An seiner Grenze nach iem Liegenden zu ist der rothe Gneiss vom Gipfel der Weiss Leithe bisweilen grobkrjstalliniscb , indem die intensiv gelb- gronen (»limmerindividuen eine Grösse von 4 Quadr.-Ctm. bei entsprechender Dicke erreichen. Auch der Gneiss des dritten Lagers, das mit dem Kalkstein in Contact steht, ist vollkom- men typisch, wenngleich er glimmerärmer ist, als derjenige der anderen Lager. Vor der Schilderung des Contacts wird es jedoch nothig sein, das Kalklager selbst etwas eingehender to bebandeln. Das Kalklager ist auf eine Strecke von ungefähr 300 M. abgebaut; es nimmt von oben nach unten an Mächtigkeit zq, denn während es in nur wenige Fuss breiten Nieren zu Tage ausgeht, soll es an den tiefsten Stellen der Grube ungefähr 12 M. mächtig sein. f>er Kalkstein ist nach zwei Analysen von Herrn Pro- fessor Dr. WimDBB in Chemnitz fast reiner kohlensaurer Kalk (92,8 — 96,5 p^t.), kohlensaure Magnesia findet sich 41» 626 nnr bis za 2 pi't.; der Rest sind Silicate and zwar wie sieb aus mikroskopischer und chemischer Untersochung ergiebt Quarz und lichter Glimmer. Die Masse des Kalksteins wirti nun aber unterbrochen durch Einlagerungen von Silicatgestei- nen; diese, zum Theil mikrokrystallinisch , sind sämmüicfa trotz eines verschiedenen Aeussern nnr Abänderungen des Gneiss-Glimmerschiefers , der in der unmittelbaren Nähe dei Kalklagers auftritt. Nach einer mikroskopischen Untersachung sind die Gemengtheile dieser Einlagerungen Quarz, Masco vit (mehr dem des Gneiss-Olimmerschiefers ähnlich als dem dei rothen Gneiss) Salit, Ghlorit, Graphit, Pyrit. Diese Minera- lien sind in sehr verschiedenen Verhältnissen zu glimmer- schieferähnliehen Gesteinen aggregirt, aber alle diese Oesteio« enthalten anch Korner von Kalkspath, der als den anderen gleich werthiger Gemengtheil auftritt , als Gemengtbeil , det gewiss mit dem Quarz und Glimmer za gleicher Zeit in di< Zusammensetzung der Einlagerungen eintrat. Bemerkenswert)! sind nun die Verband Verhältnisse dieser Zwischenlager tn\i dem Kalkstein.*) Fast überall findet man nämlich, dasa dies« beiden Gesteine ohne allen Uebergang mit scharfen Grenzen aneinanderstossen : weder das bewaffnete Auge , noch dii prüfende Stahlnadel vermag eine allmälige Mischung zo beob« achten. Ueberdies bilden diese quarzreichen Gesteine nichl etwa regelmässige, von ebenen Flächen begrenzte fiinlagerua* gen, sondern sie treten meist in Form von verhältnissmässij kurzen Linsen auf, sie sind keilförmig und zackig mit den Kalksteine verbunden, ja man kann bisweilen auf einer Brach« fläche Bruchstücke von diesen gräulich grauen Gesteinen m schneeweissen Kalke zu sehen glauben. Dennoch unterlieg^ es keinem Zweifel, dass der Kalkstein and dieses glimmer^ schieferartige Gestein demselben Bildungsacte ihr Entstehen verdanken. Wie die Verbindung zwischen Kalk und Einlagerungen meist nur dadurch sich offenbart, dass der Kalkstein Qaan und Glimmer und das Gestein der Einlagerongen Kalkspatb enthält, so zeigt auch die Nachbarschaft des Contactes zwischen Kalkstein und rothem Gneiss dasselbe Verhältniss. Leidei *) An und fUr sich als geognostische Erscheinangen enthalte dies« Beobachtungen dnrchaas nichts Neues. 627 beBcfaränken sieb hier die Mittheilungen auf Beobacbtnngen an Stueken auf der Halde. Deckt man sieb aus diesen das KB]k]ager reeonstroirt , so kann man im Profil folgende Er- scbeinongen beobaehten. Das JLager rotben Gneisses ist im Tiefen Leopold-Stollen nur ca. 4 Meter mäcbtig und ziemlicb typisch ausgebildet: uar wird der rotbe Gneiss dicbt am Kalk etwvs körnig, indem zugleich der weisse Glimmer zu mikroskopisch kleinen Schupp- chen herabsinkt. Die Grenze gegen den Kalkstein, eine un- regelmässig verlaufende Linie mit Aus- und Einbuchtungen ist ebenso scharf, wie die des Gesteins der Einlagerungen gegen deDselben; man kann mit einer Nadelspitze die Stelle bezeichoen, wo der Gneiss aufhört und der Kalk anfangt. Scharfe Grenzen gegen das Nebengestein sind überhaupt für den rotben Gneiss ziemlich charakteristisch. Allein auf nur wenige Centimeter von der Grenze enthält der rotbe Gneiss Kalkspath, sein Pulver braust ziemlich stark mit Säuren. Die mikroskopische Untersuchung erweist, dass der Kalkspath Dicht etwa in kleinen Aederchen von seenndärer Entstehung im rotben Gneiss enthalten ist; er nimmt vielmehr als ursprüng- licher Gemengtheii in Kornerform an der Constitution des Gneisses Tfaeil; er ist ebenso innig mit den Quarzen, Feld- späthen und spärlichen Glimmerblättchen verwachsen, wie diese es untereinander sind. Dabei ist jedoch nicht zu ver- kennen, dass der Kalkspath es liebt, mehr in kleinen Aggre- gaten sich an der Zusammensetzung zu betheiligen, als in einzelnen Individuen. Uobrigens scheint der Kalkspath auf die nächste Nähe der Grenze beschränkt zu sein; wenigstens enthielt ein Stuck rotben (ineisses, das in der Grube von der haogenden Grenzfläche des abgebauten Kalklagers geschlagen ^Qrde, Dar noch äusserst wenig Kalkspath, Es fanden sich aber auf der Halde auch Stucke von rothem Gneiss, die ganz von Kalkstein umgeben waren , und diese brausten mit Schwefelsäure noch viel mehr, als der rotbe Gneiss von der CoQtactfläche. Im Kalkstein selbst treten nun die Gemengtheile des tothen Gneisses auf, entweder allein oder in der Nachbar- Bchaft und in Abwechslung mit kleinen dunkel griingrauen ParUeen des dichten glimmerschieferartigen Gesteins. Na- ntentlich die Muscovite erreichen die bedeutende Grösse von 628 2 Qiiadr.^Cm. Sie gleichen vollkommeD den grossen Glimmer- blättern 9 die in dem grobkörnigen rotben Oneiss der Weis« Leitbe erwäbnt wurden ; sie besitzen dieselbe iutensiT hell- grüne Farbe und sind ebenso leicht scbmelcbar wie jene Neben dem Glimmer stecken feinkörnige dichte Gemenge von Quarz und fleischrothem Orthoklas im Kalkstein: Quarz und Feldspath worden jedoch auch einzeln in grosseren körn iget) Partieen beobachtet. Die doppelte Verbindung von Kalkstein and rotheru Gneiss durch die gegenseitige Aufnahme der in ihnen anwe- sentlichen Gemengtheile lässt keine andere Deutung zu, al;^ dass beide Gesteine relativ gleichaltrig sind. Nimmt man den rotben Gneiss als eruptiv an, so könnte man vielleicht seineu Kalkgehalt an der Grenze auf eine mechanische Aufnahme bei der Eruption zurückfuhren wollen; doch wäre wohl schoo dieses eine individuelle Auffassang, der nicht jedermann bei- stimmen wird. Was nun aber die Gneissgemengtheile im Kalkstein anbelangt, so ist es nicht möglich, dieselben etwa für C'ontactmineralieu , ähnlich denen, die z. B. der Granit bisweilen erzeugt hat, zu halten: es siud ja keine besonderen kalkhaltigen Silicate, sondern eben nur die Gemengtheile des vermeintlichen Eruptivgesteins, die in dem Kalkstein an der Contactgrenze stecken. Andererseits ist es auch nicht zu- lässig, diese Anhäufungen von Glimmer, Quarz und Feldspatb im Kalkstein für grobkörnige Apopbysen zu halten; obwohl es nicht gelang, an den Stucken der Halde nachzuweisen, dass diese Partieen allseitig von Kalk umgeben sind, so sind doch ihre Aggregation mit Kalkspath und mit dem glimmer- schieforartigen Einlagerungsgestein, sowie das Fehlen irgend welcher scharfen Grenzen deutliche Kennzeichen, dass diese Gemenge von grossen Glimmerblättern mit oft dichtem Quarz* Feldspath eher mit dem umgebenden Kalkstein gldcbaltrig sind, als mit dem rotben Gneiss. Man mnss nach dem Vorstehenden zu der Ueberzeugung gelangen, dass bei dem Kalklager von Griesbach der rothe Gneiss keineswegs diejenige Unabhängigkeit vob seinem Nebengestein zeigt, die nöthig wäre, um 629 denselben aU ein £ roptiTgestein aoffasBen su können. Will man aber trotgdem die Brklärnng der vorge- führten Erscheinungen mit der beliebten Prämisse beginnen, ^da es bewiesen ist, dass der rotbe Gneiss eruptiv ist^, so kommt man tu dem Scfaluss, dass auch der Kalkstein von Gries- bach eruptiv ist, denn bei einer gleichzeitigen Eruption von Kalkstein und rothem Gneiss konnte man noch am ehesten eine Vermischung derselben für möglich halten. Die Möglich» keit der Eruptivitat des Kalksteins läset sich nach den mi* kroskopischen Untersuchungen von Behrens*) und neuestens vouZiRKXL^) nicht bezweifeln. Ist nun aber der Griesbaoher Kalkstein eruptiv, so muss auch der ihn umgebende Glimmer- schiefer und endlich die ganze archäische Formation des Erz- gebirges eruptiv sein. Zu einem ähnlichen Resultat gelangt STSLZfiBB***}, wenn er unter Voraussetzung der Eruptivitat des rotbeo Gneiss tagt, dass „nach den Beziehungen, welche swiachen den Lagerungs- und Structur Verhältnissen des rothen Goeiss und denen des Glimmerschiefers bestehen ^^, i^die Schichtung der krjstallinischen Schiefer nur eine Parallel- stractar ist, die sehr wahrscheinlich nicht durch innere, d. h. durch ursprüngliche Ablagerungs- oder Bildungsverhältnisae begründet, sondern als die Folge von Einwirkungen fremder Kräfte anzusehen ist.^^ Warum sollte man aber nicht dem oft falschen Schlüsse von einem Theile auf das Ganze den immer richtigen Satz vorziehen, dass das» was vom Ganzen gilt, auch von seinen Tbeilen gilt? Es ist wahrlich kein Grund vorhanden, um die ganze archäische Formation, zunächst des Erzgebirges, für nicht sedimentär zu halten (abgesehen von etwaigem Metamor- phismns). Wenn man verschiedene Gesteinsarten in vielfachem Wechsel übereinander geacbichtet sieht, so denkt man doch wohl zuerst an eine sedimentäre Formation. Freilich ist die älteste Formation von den jüngeren ausser der petrographischen Verschiedenheit auch architektonisch abweichend construirt; *) BguHBNS, Vorläufige Noliz Aber die mikroikopische Zaiammen- tetsang und Stractnr der Grünsteine im N. Jahrb. f. Min. 1871. p. 460. **) Nach einer gütigen Mittheilang meines verehrten Lehrers ans einer noch nicht veröfifcntlichten Abhandlung. ***) Stclzhkr, Die Granite von Geyer nnd Ehrenfriedersdorf pag. 6 in Heft I. der Beitrage zur geognosti sehen Kenntniss des Erzgebirges. 630 man wird wohl kaum irgendwo im Urgebirge Formationsglieder finden, die eine so stetige, ebene Ausdehnung besitseo, wie etwa die Sohlenhofener Plattenkalke oder der Maosfelder Kupferschiefer. Es sind hier vielmehr verbal tnissmässig kurze, im Allgemeinen linsenförmige Massen, die, von verschiedener petrographischer Zusammensetzung nicht nur übereinander abgelagert sind, sondern auch uebeneinander. Diese ein- zelnen Massen gehen überall an ihren Randern ineinander über durch Vermischung der Gemengtheile , und die Ver- knupfung geschieht ferner auch noch durch das wiederholte Auftreten eines Gesteins, dessen Hauptentwickelungszeit achon vorbei ist. Wo nun der Kalkstein in einem solchen linsenformigeo Lager auftritt, gleichwie man kleine, wenige (.entimeter grosse Linsen und Knollen von Kalkspath accessorisch in Glimmer- schiefern und Gneissen findet, da ist zur Annahme einer Eruptivitat desselben kein Grund vorhanden und folglich ebensowenig einer für die des rothen Gneiss, wenn derselbe mit dem Kalkstein durch Gemengtheile gegenseitig verbunden ist, und er sonst im Uebrigen, soweit man ihn verfolgen kann, in der Form eines regelmässigen Lagers auftritt. — Hie Hauptmasse des rothen Gneiss der Weiss Leithe, die, wie oben im Profil angegeben wurde, auf den Griesbacber Kalkstein folgt, wird bald von Gesteinen überlagert, die zur Phyllitgruppe zu rechnen sind. Es bildet somit der rotbe Gneiss in dieser Gegend das oberste Glied der Glimmer- schiefer-Abtheilung der archaischen Formation des Erzgebirges. Es kann nicht im Entferntesten meine Absicht sein, nach den hier niedergelegten Beobachtungen eine Kritik der Fälle vorzunehmen , wo man den rothen Gneiss in durchgreifender Lagerungsforra aufgefunden hat; doch lässt sieb vermutheo, dass sich auch diese Vorkommnisse ohne Hilfe der Eruptiviiät werden deuten lassen. Der rothe Gneiss unterscheidet sieb gewiss gar sehr, aber nicht gerade absolut, von den Gesteinen, unter denen er vorkommt, durch Zusammensetzung, Structor, Art des Glimmers , Mangel an accessorischen Gemengtheilen : und alle diese Eigenthnmlichkeiten zeigt der rothe Gneiss des Wilischthals, aber eruptiv ist er nicht. 6. Eil Beitrag iw Ciliedcnng der dstemichisdiu NMgeublagenugCB. Von Herrn R. Uoerkes in Wien. Sobdd die einzelnen Beobachtangeo über die in verschie- denen Gegenden in verchiedeuer Art und Weiae zur Ablsge- rang gelangten Schiebten einer Forrnation bis eo einer gewissen Grente vorgeschrilteD sind, uud Fauna nnd Flora derselben mehr oder weniger genau bekannt ist, werden immer Versnebe g«m!icbt werden, für einen grösseren oder kleineren Terrain- Klischnilt die Pnrallelisirang der einzelnen Schicblfolgen durch- inrübreo. Ea ist bekannt, dass dergleichen Bestrebungen in den jüngeren Ablageiungeo meist relativ leichter sind als in den älteren, und docb kann man sagen, dass gerade in den jüngeren Etagen der Tertiarformation viel mebr Verwirrung dies belügt ich herrscht als in älteren Formationen. Die Sucht, locale, mebr oder weniger genau bekannte Schichtfolgen einauder scbematisch gleichzostellen , hat schon ta sehr argen Uiesdeutangen Anlass gegeben, zamal man ein- gestehen ronss, dass oft nicht eine eingeheode Untersuchung des gleichen oder verschiedenen Alters angestrebt wurde, son- dern die Aufstellnng einer an wohlklingenden Namen mögtichst reichen echematischen Tabelle. Bb musB von vornherein als ein schwieriges Beginnen beieiebflet werden, für alle bekannt gewordenen Terrains und [ür eine ganze Formation eine scheniatische Parallelisirung in der beliebten Form einer Tabelle vorzunehmen, da, wie die Tbatsachen lehren, man leicht in die Versuchung kommt, um des Schemas willen den in der Natur gegebenen Verbältnissen Gewalt anzuthnn. Vielfache Unzukömmlichkeiten, die bald zum Vorschein kommen, iwingen dann in sehr kurier Zeit tarn Verlassen dos Schemas nnd zur Aufstellung einer neaen Tabelle, die ebenso schnell wieder unbrauchbar wird. Durch alle diese systematischen Versuche, Ordnung in 632 das Gewirrc von Localnamen sa bringen, wird im Gegeotbetl roeiBt nur die Verwirrung durch Aufstellung neuer, gänsiich unbrauchbarer Stufennamen vermehrt. Es kann daher nicht befremden, wenn in Folgendem versucht werden soll, für eine relativ kleine Bpocbe und für ein beschränktes Gebiet, nämlich für die österreichischen Neogengebilde, einen Beitrag zur Unterscheidung der GJeich- xeitigkeit und Ungleicbzeitigkeit der bezüglichen Ablagerongeo zu liefern. Es hat bekanntlich Herr Prof. Gh. v. Matbr für die Neogenablagerungeo eine Gliederung in sechs Stufen aufge- stellt, er unterscheidet von unten nach oben die 1. aquitaniache, 2. langbische, 3. helvetische, 4. tortonische, 5. messinische und 6. astische Stufe. Die Art und Weise, in welcher Gh. y. Mateb die oster- reichischen Schicbtenfolgen in sein System zwängt, eatbebt mich der ansfShrlicben Auseinandersetzung , warum das- selbe für die österreichischen Neogen ablagern ngen keine Ad- weudung finden kann , ich erlaube mir bloss die hieraof be- zugliche Stelle in Haubb^s Geologie pag. 554 zu citiren, welche lautet: „^— Wie wenig aber diese Eintheilung überhaupt auf un- sere Vorkommen passt, ergiebt sich am deutlichsten ans der den directen Beobachtungen in keiner Weise entsprechenden Stellung, welche denselben in der ganzen Reihenfolge ange- wiesen wird. So wird beispielsweise der Leithakalk unserer Neogenablagerungeo, der von FucBS und Kabbbb, wie ich glaube mit vollem Rechte, als ein dem Badener Tegel gleich- alteriges Faciesgebilde betrachtet wird , nach Stub aber an vielen Stellen unzweifelhaft über dem letzteren liegt, in die tiefere, helvetische Stufe, der Badener Tegel dagegen in die höhere, tortonische Stufe gestellt. — ^ Der grosste Theil der Neogenablagernngen ist im Wiener Becken in ausgezeichneter Weise vertreten und dort Gegenstand eines so genauen Studiums geworden, dass nunmehr über das relative Alter der einzelnen Schichten wenig Zweifel obrig bleiben, und die erheblichen Schwierigkeiten, welche sich den Untersachongen in dieser Beziehung entgegenstellten, nun grosstentheils als überwunden betrachtet werden können. Als erstes und grösstes Hinderniss rouss das Neben- 633 einanderlaDfen von laci^trer und mariner Entwickelang in faet allen Etagen der Neogenepocbe angesehen werden. Es ist klar, dass wir z. B. in der böhmischen Brauokoble keine Gliederung analog jener, wie* sie sich in den marinen Schichten des Wiener Beckens findet, vornehmen können, nnd uns be- gnügen müssen auf Grnnd der Flora des alteren Theiies der boh- mischen Braonkoble^ diesen Tbeil für ungefähr gleichseitig mit den steierischen Sotzkaschichten anzusehen. Im Allgemeinen ist man rucksicbtlicb der lacnstren Ablagerungen auf die Flora angewiesen, deren Veränderungen jedoch so allmälig vor sich gegangen sind, dass keine so scharfen Abtheilungen gemacht werden können, als man dieses bei der Meeresfauna zu thun im Stande ist. So ist man gegenwärtig hauptsächlich durch die Untersuchungen Stür's nur im Stande 1. eine Flora der Sotzkaschichten , 2. der Mediterran stufe (ohne Trennung in eine jüngere und ältere) , und 3. der jüngeren Kohlenablage- rungen, nämlich der sarmatischen und der poutisehen Stufe zu unterscheiden, während die Gliederung der marinen Faunen aasserordentlich mannigfaltig ist. Es ist ferner bekannt, dass die Landfauna eine womöglich noch langsamere Veränderung erlitt; — dass, wie SuESS nachgewiesen hat, die Säugetbier- fanna seiner ersten Mediterranstufe nahezu unverändert wäh- rend der zweiten Mediterranstufe und der sarmatisohen EUage fortlebte, um erst zur Zeit der Congerien schichten einer neuen Fauna Platz zu machen, was um so bemerken swerther ist, als abgesehen von den Veränderungen der Meeresfauna in den Mediterran-Epochen zwischen der zweiten Mediterran stufe und der sarmatischen Etage eine fast vollkommene Verdrängung der alten Meeresbewohner und eine Einwanderung einer neuen Fauna von polarem Habitus stattfand. JNoch mehr als die angeführten Verbältnisse waren die Facies - Verschiedenheiten in den marinen Ablagerungen im Stande, die Unterscheidung von wichtigen Horizonten zu er* schweren. Gleichzeitig gelangten in den Meeresbecken Schlamm (Tegel), Sand nnd Geröll (Gonglomerate) und vorzugsweise durch die Thätigkeit der Lithothamnien Kalkmassen (Nulli- porenkalk) zur Ablagerung. Sowohl in der ersten als in der zweiten Mediterranstufe finden sich diese Facies Verhältnisse; — auch in der sarmatiecheu Stufe und selbst in den Con- 635 die in einselnen Theilen der Monarchie aoftretenden Brnptiv- gesteine and deren Taffe nicht näher eingegangen za werden braucht, da es sich vor allem um die ^^liederang der marinen Sedimente handelt. « 1. Sotzkaschichten. Die Ablagernngen dieser Stufe worden in Steiermark zuerst genauer untersncht, Zollikofbb. und Stur haben sich in dieser Beziehung verdient gemacht. Sie zerfallen in eine marine and eine lacustre Ablagerung, zwischen welchen bfao- kische Schiebten häufig einen Uebergang herstellen. In der Regel bilden die lacustren Schichten mit einer reichen und charakteristischen Flora und oft sehr mächtigen Koblenflötsen den unteren Theii, über welchem dann die marinen Schichten folgen ; — es findet jedoch auch oft ein derartiger Wechsel von lacastren, brackischen und marinen Schichten statt, dass eine Trennung derselben nicht vorgenommen werden kann. Dies zeigt, dass es unpraktisch ist, wie man an anderen Orten gethan bat, die kohlenföhrenden Ablagerungen in's Ober- oligocän SU stellen, die marinen aber als miocän zu betrachten. Die Sotzkaschichten , denen man oft, wie wir sehen werden mit Unrecht, die kohlenfuhrenden Ablagerungen vonBibia- wald, die offenbar bedeutend junger sind, zugezählt hat, sind bei dem Vorhandensein sehr charakteristischer Petrefacte (Anthraeotherium tnagnum, Ceritkium margaritaceutn , Cerithium pHcatunif Gtfrena semütriata, Cyrena Ugnitariay Congeria Btiriaca etc.) in fast alleO Theilen Oesterreichs mit Sicherheit nach- gewiesen. Mit dem Vorkommen der Sotzkaschichten im Schjl- thal hat uns Hoffmaan bekannt gemacht, während C. M. Paul sie in Croatien näher untersucht hat. .An mehreren Punkten wurden Sotzkaschichten am Sudrand der Nordkarpathen nach- gewiesen — sie finden sich ferner im oberen Douanbecken, bei Molk, sowie im ausseralpinen Wiener Becken. Hier ge- hören die Schichten von Molt bei Hörn von vorwaltend ma- rinem Habitus in diese Stufe. Es sind Sande und gelbgraue Tegelscbichten,. erfüllt mit charakteristischen Conchylien, in denen auch Braunkohlenspuren vorkommen, sowie Kalkbänke, die sich durch 'ein massenhaftes Vorkommen von Anstorn aus- zeichnen. Neben den Resten, die für die Sotzkastufe charak- 636 leristiacb sind, kommen jeducb bei Molt auch viele Goncbylien vor, die sich in den boberen Schicbceo wiederfinden — es bilden daher die Schichten von Molt in gewissem Sinne deo Uebergang zur ersten Mediterranstufe. — In Böhmen entspricht den Sotzkascbichten der untere Theil der dortigen Braunkohlen- ablagerungen. Bekannt ist ferner, dass dieser Horizont vielfach auch in den angrenzenden Gebieten der österreichischen Mon- archie in ähnlicher Weise entwickelt vorkommt, es sei nor darauf hingewiesen, daas im vicentinischen Gebiete die Sotska- schichten in ihrer lacustren Entwicklung 'anmittelbar auf den obersten OHgocän-Ablagerungeo, den Gombertoschichten folgen (Kohle von Zovencedo). Es werden daselbst die koblen- fuhrenden Ablagerungen von einem lichten Sandstein aber- lagert, der sich durch das häufige Vorkommen von Scotelleo auszeichnet. Nach Fuchs geboren diese „Scatellen- schichten von Schio*^ auch noch der Sotzkastufe an — ähnliche Sandsteine werden übrigens auch in Sodsteiermark als Hangendes der Kohlenlager angegeben (Trifail). Fälschlich hat man den Sotzkaschichtcn aoch die Kohlen* ablagerangen von Eibiswald in Steiermark zugerechnet , ea zeichnet sich dieser letztere Fandort durch seinen Reich th um au Wirbeltbierresten aus, die von Pbtbbs beschrieben worden. Die Fauna von Eibiswald ist jedoch gänzlich von jener der Sotzkaschichten verschieden, es fehlen ihr die charakteristi- schen Arten derselben, an deren Stelle sich zahlreiche andere finden, welche den mediterranen Schichten entsprechen, denen wir demnach auch die Eibiswalder Kohlenablagerongen pa- rallelisiren müssen. 2. Mediterranstafe. Es wird zweckdienlich sein, den Aoseinaudersetzangen über diese Stufe eine Uebersicht der Gliederung voraosza- schicken, welche Süsss, als er die Verschiedenheit der Tertiär- ablagerungen im inneralpinen und ausseralpinen Tbeile des Wiener Beckens nachwies, für die N cogens chichten des letz- teren Gebietes vornahm. SuRBS unterschied in dem nördlich von der Donau gele- genen Tbeile des Wiener Beckens folgende Schichtgruppen: a. Schichten von Molt, aus einem Wechsel von gel- bem Sand und Tegelschichten bestehend, die zum Tbeil 637 brackiacb sind und Braunkohleospuren fahren. Die cbarakte- ristiscben PoBeilien sind: Cerithium margaritaceum^ Cer. plica- tum, Mtlanopgis aquenn$, Ostrea fimbrioides. b. Scbicbteo von Loiberadorf. Sande mit Cart^tum Kübeckiy Peetuneului Fichteli, MytüuB Haidingeri etc. c. Schiebten von Ganderndorf. Sande mit einge- schlossenen Snndstein - Goncretiouen („Mugelsande^), welche ähnliche Formen (TelÜnen, Psammobien u. 8. w.), aber nicht dieselben Speciea beherbergen wie die Sande von Pots- leinsdorf. d. Schiebten von Eggenbarg. Sandsteine and Li- thotbamnien-, oder (wie sie gewohnlich genannt werden) Nnlli- poren-Kalken, welche ganz ahnlich den jungereu Leitbakalk- bildongen sind nnd auf analoge Weise wie die Korallenriffe entStauden. e. Schlier, Mergel und Sande mit Fischschappen, die ziemlich arm an organischen Resten sind, an anderen Punkten aber, namentlich bei Ottnang in Ober-Oesterreich eine reiche and charakteristische Fauna enthalten, die im allgemeinen Habitus jener des Radener Tegels ähnlich, jedoch gänzlich von derselben, was die einzelnen Species anlangt, verschie- den ist. f. Schichten der jüngeren Mediterran stufe. Wie wir berei*ts oben bei Besprechung der Sotzkaschichten gesehen haben, entsprechen die Schichten von Molt sammt den Ostreenbänken von Kunring bei Hörn den obersten Par- tieen der marinen Sotzkaschichten. Rücksichtlich der Glieder b. bis e. lässt sich eine Zweitheilung durchfuhren. Es repra- sentiren nämlich die Schichten von Loibersdorf und Gan- derndorf einen etwas tieferen Horizont als die übrigen an- geführten Ablagerungen. Es entsprechen dieser älteren Ab- theiluttg der ersten Mediterranstufe, welche sich, wie es scheint, auch in vielen Theilen der Monarchie wird nachweisen lassen, die Schiebten von Kor od in Siebenbürgen, sowie jene von Tu ff er in Sudsteiermark. Wenden wir uns nun zu der jüngeren Abtheilung der ersten Mediterranstufe, so sehen wir in derselben ganz ähn- liche Faciesverhältnisse, wie wir sie im inneralpinen Theil des Wiener Beckens in den Ablagerungen der zweiten Mediterran- 636 Eloge wabrnehmen. Auch biar baben wir iu den Eggeuba^«r Schichlen Kalk- und Sandablagerungen, die votlkomniea analog eiad dem Leitbabalk uud Pötileioadorfer Saad in der jängeren Mediterran stufe, and im Schlier seheu «ir eine Vertretung du Badener Tegels io der ersten Mediterran - Etage. Nach den UntersucbuDgen ScESe's and Puchs's über die Fauna der Ncbich- ten von Eggenburg scheint es äberflüsBig, es näber zu erörtera, daas dieselbe, so äliulich sie im allgemeinen Habitus jener der zweilCQ MediterranstuTe ist, mit derselben ausserordeatlich wenige Arten gemeinsam besitzt, soodern vielmehr mit der Fauna der unteren Faluns Frankreicfas äbereinetimiut. Noch soffallender ist die Verschiedenheit der Fauna dea OUnanger Schliers von jener des Badener Tegels. Bei näherer Belracb- tnng stellt sieb nämlich die Scbtierfauna, die bistter noch wenig antersucht wurde, nicht sowohl mit der ausserlicb sehr ähn- lichen Fauna von Baden und Vöslau, als vielinebr mit jener der auch petro graphisch sehr ähnlichen Ablagerungen voo Turin ident heraus. Manche Arten aeigen noch eine grosse Verwandtschart mit oligocänen Formen, eine liemlicba Ansahl von Arten, vorwaltend Pleurotomen, steigt auch in die jüngere Mediterraoslufe auf, doch zeigt sich die grosse MebnabI der Formen , wie bereits bemerkt, als nbereinslimmend mit den Vorkommnissen von Törin und (wie wir gleich hier bemerken wollen) mit den Conchylien der galiziscben Saliablagerungec von Wieliczka. Die Lag erungs verhält niese des Schliers in der Gegend von Eggenburg stimmen mit den angelnbrten That- sachen dabin übereiu, dass wir in ibro die Tegelfacies der ersten Medilerranstufe zu suchen haben. Der Pauopaeeosand der Brunnstube von Eggenburg bildet sodann eia Anatogoo zu den Sandea der jüngeren Medilerranstufa ~ der Kalkatnin von Zogeladorf bei Eggenburg, der in früherer Zeit vielfach als Baustein in Wien verwendet wurde, vertritt die Facies der Lilbotbamnienbildungen oder des Leithakalkes. Wie bereits bemerkt, stimmt die Faana der äaUablage- rungen von Wieliczka mit jener von Ottnang nberein; iu der ersten Bearbeitung der Wieliczkaer Fossilien wurde allerdings in Folge der unzulänglichen Vergleicbung mit den Ottnangcr Resten, trotzdem noch nie ein Pecttn demtdatui, das charakte- ristische Fossil des Wieliczkaer Salsthons, in den jüngeren Schiebten gefunden wurde, und auch sonst die Clebe reinst im- 639 mang mit der Ottnanger Fauna klar sein ma«6te, eino Paral- lelisirung mit dem Leitbakalkhorizont versacht. Es sei ferner erwähnt, dass die Ottnanger Fauna grosse Uebereinstimmung zeigt mit zahlreichen woblerhaltenen Conchylienresten , die in den Sammlungen unter der Bezeichnnng ,|Radoboj -Groa- tien^ aufbewahrt werden; dass aber^ wie aus den beiuglichen Untersttchungen Paul's hervorgeht, nicht, wie gewöhnlich an- genommen wird, die schwefelf uhrenden Insectenmergel dem Schlierhorizont angehören. Es sind vielmehr die Schwefel- lager von Kadoboj durch einen mächtigen Complex von Litho- tbamniumkalk ( wahrscheinlich der zweiten Mediterranstufe angehörig) von den viel älteren sandigen Tegelschichten mit der Schlierfauna getrennt. Die Stellung der Insecten-ffihrenden Mergel von Radoboj ist vielmehr in einer unteren Abtheil ung der sarmatischen Stufe, den sogen. ,|Weissen Mergeln^ zu soeben. Die Bedeutung der Verbreitung der Ablagerungen der älteren Mediterran stufe im Wiener Becken , welche sich be- kanntlich nur auf den ausseralpinen Theil dieses Beckens er- streckt, sowie der Zusammenhang einer gewaltigen Störung im xMpensysteme und der Bildung der Thermalspalte bei Wien mit dem Einbruch der Gewässer der zweiten Mediterranstufe ins inneralpine Wiener Becken sind durch S0B88 so dargelegt worden, dass hier nicht mehr näher darauf eingegangen zu werden braucht; es sei nur bemerkt, dass auch im Süden der Ostalpen sich eine Grenze, das Pachergebirge , findet, über welche die Ablagerungen der ersten Mediterranstufe nicht binansreichen. 3. Zweite Mediterranstufe. Die früher als zeitlich verschieden angesehenen Facies sind nunmehr, wie schon Eingangs erwähnt, als gleichzeitige Ablagerungen erkannt worden. Es scheint überflüssig, weiter auf dieses Thema einzugehen, doch sei angeführt, dass nach den Untersuchungen FuCHs's und Karbba^s (des letzteren in dieser Richtung Ausschlag gebende Arbeit über die gelegent- lich des Baues der Wiener Wasserleitung gewonnenen Auf- schlüsse wird demnächst erscheinen) der Badener Tegel, der von den Gegnern der Faciestheorie als tiefstes Glied der ZeiU. d. D. %f\. Gel. XZVII. 3 42 640 Tertiärabl&gerongen des Wiener Beckens sn gesehen wurde, am Rande desselben überall auf dem Leithaknike lagert, »ab- rend gegen die Mitte des Beckens «inestlieils ein atlroäliges Auskeiten in Zangen und Lappen des Kalkea gegen den ül>fr- hnndnehroenden Tegel stattfiodel, andererseits ein Hioabainkea des Kalkes in Gestalt einer relativ wenig mächtigen Coogln- meralbank onler die geaaminte TegclmaSBe wahracfaeinlicb ist. Die Ssndablagerungen spieleo dabei eine liemlich untergeord- | nete Rolle — nur local erreichen sie grössere Bnlwicklnng. | Die .Schichten der iweiten Medi terra nslnfe sind im grÖu- 1 ten Theile der österreichischen Monarchie in diesen cbarakte- | rislischen Facies Verhältnissen verbreitet, so dsss es annöllig ' scheint, Beispiele für ihr Vorkommen auzofäbroD. I 4. Sarmatische SlaTe. , Diese Stufe, von welcher seit lange im Wiener Becken durch ihre eigentbümliche Fauna gekeniiceicbnete Ablagerungen | unter dem Namen der „CeritbienBcLicbten" gekannt waren, i hflt durch Babbot de Uarht and .Scsea den beseichnendeo Numcn der sarmatischen erhallen, da ihr Beginn durch eiaea | Einbruch nordischer Gewässer in's Östliche Europa beaeichDel ' wurde. Der polare Habitue ihrer artenarmen Meeresfauos, ' sowie der Umstand, daes die Landfanna der sarmaliscbeo | Stufe sieb nicht wesentlich von jener der mediterranen Stufee I anterschied, dass also der dnrchgretfenden Aendernng in der Meeresbevölkerung keine Umwandlung der Landfanna enl- j Spruch, wurde bereits erwähnt. Für die Ablagerangen dieser Stufe im Wiener Becken | führt Fdchs im Weichbilde Wiens selbst folgende Gliederung I (von unten nach oben) an: a. Unlerer, sogen. Hernalser Tegel, gekennieichoet darcb häufiges Vorkommen von Rissoen and Armuth an anderes, Conchflien. ' b. Cerithiensand mit CeritMuf» di^unctum, Ctr. pietim\ and Ctr. rubit/möiwn \ c. Oberer Tegel (Muacheltegel) mit Tapet grigtaia, Er- vÜia podolica, Cardium plicatw» und Card. obtoUtam. I Die zweite der angeführten Schiebten, welche daa Wasser \ des artesischen Brunnens am (letrei de markt lieferte, stebl wi 641 Jtcb Ton Wien, an der sogen. Torkenechanze, zu Tage un wird daselbst dorcb «inen mächtigen Complex von Sandstei und ( onglomerst gebildet. Auch anderwärts treten am Rand des Beckens feste Sandsleine und Conglomerate (seltener fein Sande) mit der Ceritbienfauna in grösserer Masse auf, währen der Tegel in der Mitte des Beckens die grösste Mäqhtigkei erlangt, so dass wir auch hier ähnlichen Yerbältnissen bi! gegiien, wie sie in den Ablagerungen der beiden Mediterran stufen sich finden. Die weite Verbreitung, welche die Ablagerungen der sar malischen Stufe nach Osten besitzen, ist bekannt, in letztem Zeit wurden Kalke mit den charakteristischen Pelecjpode dieses Horizontes auch weiter im Süden Buropas nachg«! wiesen, als man bisher annahm. FuOBS hat sarmatische Matrn kalke auf Sicilien, bei Syracus, nachgewiesen, und auch d weitere Verbreitung der sarmatischen Ablagerungen an de: Kästen des ägäischen Meeres constatirt. Abgesehen von dem häufigen Auftreten sarmatischo Schiebten in den östlichen Theilen Oesterroichs , welche :i gleicher Weise entwickelt sind, wie im Wiener Becken, mui an dieser Stelle eine eigentbumliche Facies der unteren sa ' inatiscben Schichten, welche sich im Wiener Becken nie i findet, näher betrachtet werden. In Croatien und Slavoni< finden sich nämlich die unteren sarmatischen Schichten a weisse oder graue Mergel entwickelt, welche nicht die marii Conehjlienfaaua der Stufe , wie sie beispielsweise im Wien i Becken auftritt, enthalten, sondern nur Süsswasserconchylie i namentlich Planor^is- Arten in meist sehr schlechter Erhaltun j und hie und da Fischreste , welche gleichfalls nicht zur g i naoeren Bestimmung des Horizontes dienen konnten. Es w i daher die Stellung dieser weissen Mergel lange Zeit zweif< I baft, da nur ihr Auftreten zwischen Ablagerungen der zweit Mediterranstufe und Congerienschichten bekannt war, und i . demnach mit eben demselben Rechte auch als Susswasst : bitdang der mediterranen Epoche als auch als eigenthiimli entwickelte Congerienschichten hätten angesehen werden kc i nen. In letzter Zeit wurde jedoch die Stellung, welche zue ! Stub den weissen Mergeln als Ablagerungen der sarmatisch Stufe zuwies, bestätigt durch Paulis Beobachtungen über < i Insecten*fu branden Mergel von Radoboj. 42* «42 Padl zeigte , dnsa die schwefelführenden Mergel von Rt- doboj mit ihrer reteben Arthropoden -FaDna nJcbt , wie bisher allgemein angenommen warde, dem Schlier der ersten Medi- terranatufe, sondern vielmehr den weissen Mergeln der ssr- matischen Stufe angeboren. Damit war ein wichtiges Eleroeol lur Parallel iairang der weisaen Mergel mit ähnticben Gypi- and Schwefel - führenden Ablagerungen , welche so baabg m Italien in demselben Niveau anftreten, gegeben. Die bebannten Schwcfelvorkommnisse von Sicilieu gehören sicher demeelbea Horizont, nämlich dera nnteren Theile der sarmatiscben Stofe an, und es ist mehr als wahrscheinlich, dass auch die Schwefel- führenden Ablagerungen von Swosiowice in Oaliiien, dereo Flora nach Stdr somatischen Habjlus anfweist, ebenfalls den Mergeln von Rndoboj entsprechen. 5. Pon tische Stnfe. Es wurde dieaer Name von verschiedenen Autoren in Ter- 643 i Jurersdorfer Tegel, drei paläontologische Horizonte, deren UDtergter durch Congeria triangularis und Melanopiis impressa gekeunseichnet ist, während der zweite Congeria Pariscki und Melanopm Martiniana und der dritte Congeria suhglohoBa und ^alhdatüy sowie Melanopna vindobonensis und pygmaea be- herbergt. Es scheint, dass diese Gliederung mehr den that- saehlicheu Verhältnissen entspricht als jene, welche Reuss aus paläontologischen Blementen für diese Stufe ableiten wollte. Schon die angeführte Vergesellschaftung von Mela- nopsiden und Congerien in jeder der drei Etagen zeigt, dass die Rsuss^sche Annahme eines von den Congerieuschicbteu zeitlich verschiedenen, durch das massenhafte Vorkommen von Melanopeis gekennzeichneten Horizontes nicht mit den That- Bachen obereinstimme. . Im Wiener Becken gehören den Congerienschichten ausser der angeführten Ablagerung der Tegelfacies noch Sand- und Schotter- Ablagerungen an, von welchen die ersteren oft sehr reich an wohlerhaltenen Conchjlien (vorzugsweise Melanopm und Melania) sind , die letzteren aber die wohlbekannten Säugethierreste des Belvedere fuhren, — sowie mehr local entwickelte Kalkablageruogen , welche am Heinrichshof bei Mödling transgredirend über die älteren Tertiärbildungen direct auf mesozoischem Kalkstein (Lithodendronkalk der räthischen Formation) liegen, was den Beweis dafür liefert, dass die all- mälige Aussüssung des Tertiärmeeres seit Beginn der sarma^ tischen Stnfe nicht mit einer Verkleinerung des Umfanges der Gewässer zusammenhing. Ob der gleichfalls in der Nähe von Modling, am Eichkogel, sowie bei Moosbrunn auftretende 'Süsswasserkalk, der auf Congerientegel lagert, noch den Con- gerienschichten angehört, oder aber schon als Aequivalent eines Tbeiles der Palodinenschichten zu betrachten ist , bleibt noch eine offene Frage. Auch das Verhältniss des Belveder- Schottera zu den Palodinenschichten ist noch nicht genügend festgestellt, wohl aber ist es sieher, dass die Säogethierfauna vom Belveder und jene von Pikermi bei Athen, trotzdem ver- bältoissmässig wenig Arten der reichen Fauna von Pikermi bisher im Belveder - Schotter nachgewiesen worden , einander entsprechen, ein Bindeglied derselben bilden die in sichere Congerienachichten eingebetteten Reste von Baltarär in Ungarn. 644 Aelter als Bammtliche oben angeführte Bildangeo der Congerienschichten im Wiener Becken ist ein durch das Vor- kommen einer sehr eigentbumitchen Gastropodeogattung , der Vcdenciennena y wohl charakterisirter Sfhichtencomplex ^ der zuerst in der Krim beobachtet, dann aber auch in den un- teren Donauländern, sowie in Ungarn und Croatien an Tielen Punkten aufgefunden wurde, der aber, vie es scheint, nicht bis ins Wiener Becken hereinreicht — wenigstens wurde bis* her noch keine Valeneiennesia oder eine der sie begleilendeu charakteristischen Conchylienartcn aus demselben bekannt. Was die Paludi nenschichten anlangt, so haben die Herren G. M. Paul und M. Nbumatb für dieselben folgende Gliederung aufgestellt: a. Untere Paludinenschichten mit glatten Vivi- paren ; charakterisirt durch Paludina (ViviparaJ Neumayri, Fuchsiy ünio maximus etc. b. Mittlere Paludinenschichten mit Paludina (Vwi- para) bifarcinata, stricturata etc. c. Obere Paludinenschichten, bezeichnet durch das Vorkommen reich verzierter Viviparen als Vwipara Vuko- tinovichiy Zelebori, Homesiy Sturi> Abgesehen von anderen Umstanden ist die Fauna der Paludinenschichten durch den an ihr möglichen directen Nach- weis der Gihigkeit der DARWiN'schen Theorie für die in deo aufeinanderfolgenden Schichten eingebetteten Gonchylienreste von besonderem Interesse. Es ist meines Wissens das erste Mal, dass die DARwm'sche Theorie in so präciser Form als es durch Nbumayr und Paul geschah, auf die paläontologischc Forschung Anwendung fand. Seither hat Nbdmatb die Paludinenschichten auch auf der Insel Kos zum Gegenstand einer genauen Untersuchung ge- macht (vergl. Verhaudl. d. k. k. geol. Reichsanst. 1875 No. 10) und daselbst die Ueberlagerung dieser Schichten durch die marinen Pliocanbildungen beobachtet, was gegenüber dem Um- stand, dass man bereits versuchte die Paludineaschichten als Aequivalent der pliocäneu Ablagerungen hinzustellen, ?od grosser Wichtigkeit ist. Oesterreich besitzt keine marin entwickelten Pliocanabla- gerungen; es treten dieselben wohl noch in der Lombardei auf, reichen aber nicht in^s Gebiet der österreichischen Hon- 649 Rrchie hinein, in welcbem sie wahrecheinlich darcb terrestre uud Buriatile Ablagerungen vertreten sind. So döri^e eia grosser Theil der ßilduDg der Terrn rossa des Karstes in diene Zeit fallen und manche Geschiebeablageningen, die bisher der DiluTialepocbe EDgescbrieben worden, gehören wühl gleich- falls hierher. Es ist jedoch eine Unterscheidung dieser Scbolter- nnd Sandablagernngen , von so grosser Wichtigkeit sie aach wäre, mit sehr bedealenden Schwierigkeiten verknüpft. — In den Pliocänablagemngen Italiens finden sich die Reste einer reichen Säagelhierfauna, welche sich scharf von jener der Dilnrialepoche nnd jener der Congerienschichten unterscheidet. Diese Faann wird sieb vielleicht «ach in den österreichischen flaiiatilen Fliocinbildungen nKcbweiaeo lassen, nnd ein Hills- millel für die Unterscheidung der Scbolterablngerungen der CoDgerienschicbten , der PlioCHnstnfe und der Diluvialepocbe abgeben. Sporen dieser Fauna sind wenigstens bereits im södlicben Theila Oesterreichs aufgefunden worden. 7. VorkonneH des Apatit in Norwegen. Von Herrn W. G. BbOggbr und Herrn H.H. Beuscb. Hiam Talel ZV— XIX. Die Dorwegischen ApatitvorkomniDisBe , UDler denen loeb- rere so bedeutend sind, dasB sie Jabre hiudarch mit goleiD Erfolg abgebsDt wurden, waren, als wir im Anfang April 1874 dem akademiscben ('ollegiam unseren Reiseplan vorlegteo, nur wenig uotersacht. Vorhsnden waren die Bcalimmangfn der „geologiecben UnCersachung"*), die lehrreiche AusMellung von Mineralien der Apatitvorkommnisee SnBruai's und Kra- gerÖ's in der Mineraliensammluiig der UniversiläC, ferner einige kurze Bemerkungen über Vorkoinm niste hei der Stadt „Kn- gerö" und in der Nähe derselben, von Herrn Job. Dabll.") Was hier vorgelegt wird , siud die Resultate einer sech«- wöcbentlicben, auf Staatskosren im Laufe des Juli und Aogusi 1874 ausgeführlen Reise, ^eren Zweck es war, einigen der wichtigsten Apatü Vorkommnissen eine mehr detaillirte ünkr- Buchung in widmen. Der Apatit ist in Norwegen bis Jetct vorEÜglich auf Gäu- 1 gen***) im Grundgebirge der südHcben Küstensirecke zwiscben I •) Siehe Buch: Nyt MigMin for Naturvideoikabenie. Chrütiinii : IB6). Xt. Tu. KmnrLF og T. Dahl: Om JetnerMernes Forekon»! tfi ' Arendal. Nu og Kragerö, und: Th. KincLV, SUoriget og FjeldUnc Eristiania lB65. **) Apatit »ui norwegischen VorkommniHen i*t aoMsrcIem gelr- genllich von Terschiedenen AntorCD erwähnt, t. B.; ArchJT n. s. w. tuo EiKsriic D. V. DBCiiEnXXlI. 1848. BeitrGgs lur lapographitcbcn MiDcri- I logie Nomegen» »on P. C. WmnvE. — Zeit«chr. d. d. geol. Q«. \l 1859. pag. 58J. Bericht über eine geologische Bciie Dach Norwegen ia . Sommer 1859 von F. RoeMen , ebenda XIT. 186-2. pag. -240. O. Eusr, Apatit von Fnraholmen. — Byt Magazin for Nalurvidenakaberae Xl 1861. pag. 59. Mineralnotitier nf Nie. Bim. MtiuLS«. ***j Im Zirkonsfenite Norwegina kommt Cerapatit anf gam tf- : achiedeae Art apürlich vor. | 647 dem Langesandsfjord nnd der Stadt Arendal gefunden; ausser- dem auch au wenigen Punkten nördlich von der alten Berg- stadt Kongsberg, im Kirchspiele Snarum (Fig. 1). Indem wir aur Beschreibung der einzelnen, mehr als zwanzig von uns untersuchten Vorkommnisse übergehen, müssen wir bemerken, dass wir dieselben nach der Natur der ein- zelnen Gesteine ordnen wollen; es wird dadurch das merk- würdige Verbältniss, welches unserer Meinung nach zwischen dem Gabbro und den norwegischen Apatitvorkommnissen un- zweifelhaft besteht, schon sogleich dem Leser klar werden. Wir werden also zunächst die im Gabbro aufsetzenden Gange beschreiben, darnach von den übrigen, welche krystal- lioisch-schiefrige Gesteine des Grundgebirges oder zum Tb eil den Granit durchsetzen , zuerst diejenigen , welche in der un- mittelbaren Nahe von Gabbro auftreten. L Torkommnisse im Gabbro. Oedegärden (Kirchspiel Bamle). Dieses Vorkommen , das reichste der gegenwartig im Betrieb stehenden , wurde im März 1872 entdeckt. Es hat wegen seines Reichtbums grossere Haudelsspeculationen ver- anlasst, wodurch auch der Preis mancher meist schon früher bekannter Vorkommnisse zu einer bisher ungeahnten Höhe getrieben, und in den Gegenden, innerhalb welcher der Apatit vorkommt, ein wahres Apatitfieber unter der Bevölkerung erzeugt wurde. Es waren als wir die Gruben besuchten (Juli 1874), nach genauen Angaben des Grundbesitzers schon mehr als 8000 Tonnen producirt*), in einem ungefähren Werth von 450,000 R.-M. oder 150,000 pr. Thlr. Der Apatit wurde am meisten nach England und Deutschland, seit Kurzem auch nach Prankreich und Schweden ausgeführt. Man bezahlte ihn mit 6 Pfd. Sterl. 5 sh. bis 6 Pfd. Sterl. 6 sh. per Ton.**) Die Gänge Oedegärdens (s. Fig. 2) sind am Fusse eines niedrigen NO-SW streichenden Felsenrückens gelegen, welcher die eine Seite eines kleinen Thals, dessen Boden von einem *) Eine Tonne = eine norweg. Cabikelle. **) Ein Ton = 3J norweg. Tonnen, oder 20O0 Pfand. 64S sehmaleit Moore eingenommen wird, begrentt. Der Röcke; besteht (Fig. 3) anB Hnrnbten^egesteinen in steilen nicfal sehr deutlichen Slraten, wesentlicli HornbleadegneiBS (der Plngio- klas weiss, mit Zwiilingslreifung versehen), sam Theil ath quarzKrra. Zuweilen verechwindet der Quars völlig and dsB Oeslein wird zum Diorilschierer der deutschen Petto- graplien. Jenseits des Moores finden sich dieselbeo Geslcüie. mit gewöhnlichem Oneiss und Quarsit abwechselnd. Am Foasc des Itöckens kommt als eine schmale Zone ein lichtes Gealeis ohne eine Spor von Schieferang oder Schichtung vor. Es isi dieses Gestein eine eigeotbümliche (iabbrovarietät , vrekht wir „gefleckten Gabbro"*) nennen vrerden. Dieses mittel- lii feinkörnige Gestein besteht in wechselnden VerbältnisseD tut brauner gläniender Hornblende (deatlicb nach den Flächen de« Hornblende - Prisma's spaltbar)**) und ans weisaeoi bis gras- lichweissera Labrador. Dieses Mineral ist im „gefieckten <>abhro" ohne Spaltnngsrichlangen, dicht odei körnig, mit splittrigem Bmch, GUsglanc, bisweilen schwachem PettgliDi, in Splitlern durchscheinend. Sein Anssehen erinnert beim ersten Anblick an Quarz oder an feuchten Schnee. Vor dem Löthrohr schmilzt es etwas leichter als gewöhnlicher Labrador zu einem wasserbetlen oder milch weissen Glase. Harte 6. bisweilen etwas geringer. Eine von Hrn. Amanuensis S Wlbdgbll ausgeführte Analyse zeigt eine gewöhnliche Labrador- zusamm et) 3 e tz u n g. Kieselsäure 54,00 pCt Thonerde (und Spur von Fe.O,) 24,13 „ Kalk 7,89 „ Magnesia 0,95 „ Glühverlust 1,22 „ Das Alkali wurde nicht bestimmt. Das spec. Gewicht des „gefleckten" Gabbro ist des wech- eelndea Gemenges wegen etwas verschieden. Eine bell ge- *) Du Anaiehen iat dem dei denueben fortUeDileiD« tebr Ihnlich. **) BtswciltD wird doch nor eine Spaltonggrichliing beobachicv wobai aach die H&rte geringer i«t. Sollte das braune Mineral in dicMi 649 färbte, foliirte Varietät, dieselbe, welche das !Viaterial cor Analyse gab: 2,78. Eine dunklere, feinkornige Varietät: 2,89 [spec. Gew. des gewöhnlichen dankelvioletlen Oabbro von Hiäsea: 3,08). Das eigenthaniliche Verbältniss, welches an mehreren Lagerstätten zwischen dem „gefleckteo^^ Gabbro and den apatitfübrenden (jängen besteht, wird unten näher be* handelt. Uebrigens findet sich bei Oedegärden auch der sonst ge- wöhnliche, dankelviolette Oabbro an vier Punkten, (s. Fig. 2). Die schmale Zone des gefleckten Oabbro wird von swei groBskornigen Oranitgängen durchschnitten, welche ihrem An- sehen nach den sonst ^ie ausserhalb des Grundgebirges ange- troffenen älteren Graniten angeboren. Dieser Umstand spricht dafür, dass der Gabbro hier älter sein müsse als die io an- deren Gegenden unseres Landes die Sparagmit« und die Silur- formation durchsetxonden Gabbro-Massen. In dem „gefleckten^^ Gabbro — keineswegs in den Schich- ten des Grundgebirges, noch in dem Granit, noch in den kleinen Partieen des gewohnlichen dunklen Gabbro — kommen die für diese Localität charakteristischen, reichen Gänge vor. Sie können kurz als apatitfnhrende Glimmergänge be- zeichnet werden. Bin brauner Magnesiaglimmer ist nämlich aaf vielen Gängen fast das einzige Mineral, nur häufig von grönem Bostatit, nebst kleinen Apatitklumpen begleitet. Je nachdem die Menge des Glimmers abnimmt, und die des Apatites zunimmt, verändert sich der Charakter der Gänge. Die reicheren Gänge zeichnen sich dadurch ans, dass der Glimmer beinahe ausschliesslich die Seitenpartieen , reiner Apatit die Mitte derselben einnimmt. In Bezug auf die gegen- seitige Lage der Gänge wird eine gewisse Regelmässigkeit wahrgenommen, indem sie fast alle schwach gegen den Höhen- rocken, nämlich gegen SSW, S und SO fallen. (Auf Fig. 2 sind nur die grosseren Gänge bezeichnet.) Die Gänge sind sehr zahlreich und ausserdem so oft verzweigt und durch kleinere Queradern verbunden, dass das Vorkommniss im Grossen als ein Netz von Gängen erscheint, über eine Strecke von 1600 Meter verbreitet. Nach diesen kurzen Torlänfigen Bemerkungen fuhren wir ^Q Leser so den grossten und interessantesten Gängen. Der erste Gang, welchen wir besuchen (Fig. 2, mit 1 bexeichael) 's^ änt aagtfibr 12' mächtige, RMisteaa fciBWln;- pige Glimmemius«, «elcbe Kryetaite Moes gnabApint: wuierbftlligeD EaiUtila (s. ODlea pag. 683) nad bu mtt.tn' FoH groll« Klompea roo Apatit eiuichlieiet. Figsr 4 ü- ' ihr« wealtiche, stark (eiirümmerte Partie dar; wie tmam ti^'y- föbrt der Glimrorr aocb biet Klampea and Linsen *oa Afi'- Eioige der feineren Adero besteben, aaiutl aaa Glimmer, i.^ rabenicbwaraer Hornblende. Das NebensteiOf der ,^fleft:r ' ' aoch enthält diese Gesieinsvarietät oft statt der Haratlto.: oder des Dialings kleine Schoppen eines branoeo Glimmer' . Spec. (iewicbt dieser sandsteinäbnlicbeB Varierät ist '2.T.' Aach ÖBilich Ton der dargestellten Partie grenzt dieser ,i,$>i^^- slein" an die Glimmertnasie. Weiter öiilich von dem Gang war man nacb Dsrcbgri- bnog des Tbons, der den Fnss des Rückens überlagert, u: mehrere Glimmergänge geslosseo; der grösste war mitidesi>:[r^ 25 Fois mächtig. Noch weiter öfilicb hatte man. um oac'- .\palit in suchen, d°n loten Erdboden mit eioea Un^<- Graben in der Richtung NW-SO dBrebscbnilten ood dsU oicbl weniger als 12 Gänge aDgetroffen. Sie fielen *'■■ schwach einwärts gegen den Höbearücken, nngefähr parall'-. der eine neben dem anderen; der grössie war 6 Foss mäcLi; Nor einer dieser Gänge schien eine giössere Menge von Apfüi: xD enthalten; die übrigen bestanden ans Pblogopil, spärii.l' Klompen von Apatit nnd waiserbslligem Eostatit einichliegiiTa. No. 2 (s. auch Fig. 5) seigt ein tod den bisher beschr"- benen apali lärmen l»;n in »no.F V^thinAnna mSl äer. 661 Gabbro entdecken. Die Grente iwisoheli diesen cwei Oabbro- variefateo ist immer ciemlich scharf: auf Regardsheien schlu- gen wir Handstucke mittlerer Grosse, deren eine Hülfte aus gewöhnlichem dunklem, die andere dagegen aus „geflecktem^^ Gabbro bestand, während die Mitte derselben einen Ueber- gaog cwiscben beiden Varietäten seigte. In Bezug auf das Verhähniss zwischen dem ,, gefleckten^* Gabbro und den an- deren angrenzenden Gesteinen beobachteten wir aof Oede- gardeu, dass der weisse Labrador bisweilen, obwohl sehr selten, Spaltongsrichtungen mit Zwillingsstreifung zeigte; die Bergart ist in diesem Falle nor schwierig von dem angrenzenden qoanfreien (Oligoklas«) Hornblendegneiss zu scheiden, umso- mebr als die Schieferlextur desselben erst in einiger Ferne ron der Grenze gegen den Gabbro deutlich erkennbar ist. Wir fassten daher auch selbst anfangs den „gefleckten^ Gabbro Oedegardens als eine durch die Gänge umgewandelte Partie des Goeisses auf, — was or doch durchaus nicht sein kann. Ausser den beschriebenen Vorkommnissen sind auch noch eioige andere als in Gabbro auflretendi^ bekannt, ohne dasfi wir indessen Gelegenheit hatten, sie selbst zu untersuchen. II. Vorkommnisse, die nicht im Gabbro auftreten. Wie schon früher erwähnt, beschreiben wir hier zunächst diejenigen, welche in unmittelbarer Nähe des Gabbro be« 'egen sind. Kragero. Dieses ehemals reichste Apatitvorkommen Norwegens is (siebe oben) schon früher von Hrn. Joh. DAHiili in Kurz bescbrieben worden. Da ausserdem eine auf vieljährige Kennt niss gegründete ausführliche Beschreibung der Apatitgäng Kragero's von unsererem aosgozeichneten Geologen Tblle Dahll erwartet werden kann^ werden wir nnr auf einige De tails aufmerksam machen, welche auch für das Verständnis QDserer übrigen Vorkommnisse von Interesse zu sein scheinet Her? Tbllbp Dahlu war uns ein erfahrener Fuhrer. Die VorkommiHsse Kragefö's sind im Grossen als Gan( stocke voft Apatit • fahrender Hornblende aofsafassen* S: 662 gaben in den Jafaren 1854 — 18SS eine Ausbeute von ongeßbr 13000 Tonnen ApaLit, was einem Werlh von ougerühr 450000 M. (gleich 150000 pr. Thlr.) entspricht, indem der Preis des Apalil damals etwas niedriger war als jetzt. Bs sind drei grÖMer«, rings um den FusB einer Kuppe liegende Gangstöcke gewesen. Der Qipfel der Kuppe besteht ans (iabbro, welcher too siniDt- lichen Gängen nur wenige Schritte entfernt ist. Fig. 19 seigt eine Bergfeste von „Voggens" Grube. Eid mehr als 7 Fuss mächtiger liegender Gang dnrchsclit hier theili eiuen firaDit, theiU die Schichten des Grundgebirge!. Die bei- den Seitenpartieen des Ganges bestehen aus einer ziemlich fein- körnigen Hartihlende, worin kleine Klumpen toii Apatit liegea. Die Milte des Ganges wird von groess trab liger Hornlilende eingenommen, welche bis 2 Fnss grosse Klumpen von Apatit — theil weise mit deutlicbeoi hexagonalem Durcbscbnitt — einschliesst. Au der Grenze zwiechcn der feinkörnigen oud der grosBStrahligen Harnbleodo kommt, beaonders im Uzenden, parlieenweise Rutil nebst einem grünlichgrauen Speckstein und einem unTallkommen feinfaserigen, asbestähnlichen Minenl vor. Die beiden letzteren bilden zuweilen zusammen groM« gegen die Mitte des Oaoges gerichtete atrahlige Massen aiii verworrener innerer Structur; in der Fortsetzung derselben trilt Hornblende in grossen Krystallen auf, deren Hauplaxe in deraclUen Richtung wie die Asbeat-Specksteinslrablen liegen (Fig. 30, B. u. pag. 681). In der grossstrabligen HornbleDde der Gangmille finden sich nn regelmässige Drasenräome, worin die freien Enden der Hornblende - Individuen bineinragea, meislenB von Qnarz und Kalkspalb bedeckt, von welchem der letztere die jüngste Bildung ist. Die Hornbleudekrystalle sied bisweilen zerbrochen und wieder durch Qnarz verkittet. Die iwei anderen Gangstöcke von Kragerö: Lj'kkecii und Dybedals Gruben zeigten ähnliche Verhältnisse. Die Klom- pen des Apatits erreichten bisweilen eine nugebonre GrösM. Ausser den erwähnten Miaernlien wurden auch Tilaoeiseoen. in jenen grossen berühmten Krystallen , TiUnit. Albh, Kalk- spstb und wahrscheinlich noch mehrere andere Uinenilien ge- funden als die Gruben abgebaut wurden. Die Gänge von Kragevö bilden mit ihrer raben schwanen Hornblende, dem rolbea Apatit, den beUgrünen und graoen Asbest-SpeckateinstrahleD, dem dunklen metaDgläuaeaden Rnlil 663 etc. ein 8o eigenihomliches Ganzes, dass der Mineralog gewiss nur selten Gelegenheit hat, sein Auge durch einen ähnlichen Anblick zu erfreuen. Die Ausstellung der mineralogischen vSammlong der Universität zeigt schon seit 1859 unter ihren besondcKD Mineral - Vorkommnissen diese prachtvolle Lager- statte. L o f t h n 8 (Kirchspiel Snarum). Am ostlichen Abhang eines niedrigen Gabbrofelsens ent- blossl die steile Wand das Profil eines ungefähr 15 Puss boben, 8 Fnss mächtigen (in einer grobkörnigen, Quarz- und Glimmer*armen Granitmasse aufsetzenden) Gangstocks, welcher aus einem hellgefärbten, feinftiserigen Mineral, anscheinend eine Talk Varietät, besteht. Diese Gangmasse fuhrt spärlich rotben oder grünen Apatit, bisweilen in Krystallen, Rutil nebst einer gross strahligen Hornblende (Anthophyllit?); in der Nähe war der Granit voll von demselben Talk , hellem 5d6stlich von dem grossten der Oedegärden - Gänge , an der anderen Seite des Rückens, an dessen Fusse die früher beschriebenen Apatitgänge liegen, findet sich am Abhang ge- legen Havredal (Fig. 2) ein unregelmässiger, \ — 4 Fuss mächtiger Hornblendegang , dem Streichen nach ungefähr lOO Fuss verfolgt, die steilstehendcn Schichten eines quarz- irmen Hornblendegneisses durchsetzend. Der Gang besteht tos Hornblende und hornblendeäbnlichen Minernlien, nebst itwas Quarz, braunem Glimmer, endlich Apatit und Rutil in i^lampen. Der Apatit ist roth, dem von Kragerö — an dessen lioroblendegäDge das Vorkommniss überhaupt erinnert — ihnlich. — 664 An dem sogenannten Jongfernschurf*), nahe an Oede> gärdskjern (der kleine See, Fig. 2) findet sieb in den krjstal- Jinischen Schiefern eine kleine Partie eines grobkörnigen glimmerarmen Granits (Fig. 21), welche ein Diabasgang durch- setst, den in der Silarformation des Christi amathals häofig aufsetzenden Gangen völlig gleich. Ein senkrecht stehender, 1 Puss mächtiger Gang von grauem und fleischrolhem Apatit, nebst etwas Hornblende und grünem Bnstatit durchsetzt sov>-obl den Granit als die Schiefer; mehrere ähnliche Adern finden sich in dem Granit, in welchem auch Adern von grauem Bnstaiit schwärmen. Bei Ronholt, ein wenig nördlich von den, Seite 60 be- acbriebenen Gängen bei Oedegardskjern , lri£Pt man ganz in- teressante Verhältnisse. Durch steile Schichten von Hom- blendesebiefer (Streichen ungefähr NO-«SW) setzt ein grob- korniger Granit auf. Sowohl dieser als die Schiefer sind von Gängen durchwoben , welche hauptsächlich aus einem grünen, magnesiareichen Pyroxen**) — zum Theil ein ausgeeei ebnet er Malakolith, mit Absonderung nach oP — , aus Rutil, brauner grosskrystallinischer Hornblende***) und endlieh aas Apatit besteht. Der Pjrozen, der Ratil und der Apatit kamen s. Tb. in grossen Krystallen vor. Die Rutil kry stalle sind bisweilen gebogen und gewunden (Fig. 38 b). Die Mächtigkeit eines der Gänge wurde zu 4 Fuss bestimmt; die Schiefer sind am diesen Gang herum gefaltet. Die Gänge senden zahlreiche Ausläufer in den Granit aus und schliessen selbst bisweilen Bruchstacke desselben ein, wodurch die Verhältnisse sehr verwickelt werden. Valeberg (bei Kragero). Otterbaek. Ein steil stehender, ungefähr 1 Fuss mäch- tiger Gang in einem undeutlich horizontal geschichteten Horn- blendegestein. Die Mineralien desselben waren: Hornblende. Magnetkies und Apatit , der letztere wie gewohnlich bei den magnetkiesreichen Apatit- fuhrenden Gängen, in abgerundeten *) Von Hrlkand als Vorkommaiss bei „FasetbakkcTi^* erw&hnt. •♦) Der Winkel der «wei Spaltangsrichtongen wardo = 87" H* nnd 9*2* 39' gemessen. *^) Der Winkel der starkgläozenden Spaltungsrichtungen Wurde tn 1*24* '24' gemessen. 665 Krystallen. Das Yorkommniss eriDnert an den Gang auf Hiäsen Seite 656, Fig. 12. Gabbro findet sich in der Nähe. ' Landhaus Valeberg. Mit Herrn Bergmeistcr Tbllbf Dahll besuchten wir einen ganz kleinen , in den krystalli- uischen Schiefern aufsetzenden Gang. Er bestand aus gross- krystallioischem weissem Feldspath, grünem Glimmer, Rutil, hellrolhem Apatit nebst dem gerade von dieser Gegend be- knnnten Aspasiolit. In der Nahe ein kleiner Gang von Quarz mit grosseren Partieen von Titaneisenerz. Havredal (Kirchspiel Bamle). Wir können hier am besten die Kjerulfin -Vorkommnisse bei Havredal erwähnen (Fig. 2). Dicht an den Häusern des Hofes ragt eine kleine Bergkuppe von Glimmerschiefer empor (Fig. 22). Am nordwestlichen Abhang derselben kommen in einer schmalen Zone, über eine Strecke von 70 Schritten, mehrere bis 2 Puss breite Adern oder längliche Klumpen vor; sie sind im Grossen der Scbiefertextnr des Felsens parallel gelegen und besteben wesentlich aus einem hellgefärbte» Albit, — dem von v. Kobell bescbriebeneu und analysirten sogen« Tschermakit*) — , einer Thaneisenerzvarietät in- grossen Krj^ stallen, einem weissen Glimmer und einem noch unbestimmten Mineral nebst Qvarz und Kjerulfin. Der letztere kam, a\b wir die Stelle besuchten, nur spärlich vor, in kleinen Klumpen, während die Hauptmasse der Gänge durch die übrigen Mine- ralien gebildet wurde; die durch Sprengung gewonnenen .Stucke zeigten indess, dass der Kjerulfin auch in grosseren Partieen aufgetreten ist. Ausser diesen Kjerulfin-fuhrenden Adern fan- beacbrieUen (I. c. ptg. IM). Anascr 667 den voD ihm genannten Mineralien fahrten einige der Gänge auch Rutil, nebst einem bellrothen mikrokrystallinischeu Feld- spathmineral in Skapoiithform (cfr. Schbbubr's Paläoalbit). Einen ähnlichen fleischrotben Feidspaib haben wir auf meh- reren Vorkommnissen augetroffen. Oestre Kjörrestad (Kirchspiel Bamle). Eine unregelmässige, mächtige Quarzmasse settt hier durch Bteilstehende Schichten von Hornblende- und Glimmerschiefer auf, welche, wie die Kartenskizze Figur 23 zeigt, um den Gang gefaltet sind. Der Quarz schliesst Krystalle von raben- schwarzer Hornblende , dunkelbraunem Glimmer in grossen, oft gebogenen und gekräuselten Tafeln, grosskrystalliniscben Cblorit, Pyrit und endlich bellrothen Apatit ein. Der Apatit kommt in gewohnlich ein paar Zoll grossen Krystallen vor, welche bisweilen zerbrochen , gewunden und gebogen sind. Die Formen sind : oo P, o P und P. Die Flächen der letzt- genannten Form (Dihexaöder) meistens nur wenig vorherr- schend; es war ungefähr eine Tonne dieser Krystalle von dem umgebenden Quarz ausgeschiedeu. Vestre Kjörrestad (Kirchspiel Bamle). Das <>e8tein dieser Lagerstätte ist theils Hornblende- schiefer, tbeils Glimmerschiefer mit einem Fallen von 75° SSO; das Streichen und Fallen der Apatit- fahrenden Gänge ist verschieden und wie gewohnlich von dem der Schichten unabhängig. Die Grenzen der Gänge sind meistens, wie in der Regel bei den Apatit -führenden Gängen, scharf, zuweilen indess verwischt. Die Gänge, im Ganzen sechs, in einiger Ferne von einander gelegen , bestehen wesentlich aus Apatit- fahrender Hornblende. Ein Gang mit schwachem OSO - Fallen besteht in einem Tbeil aus Hornblende als Hauptmineral, in der Fortsetzung aus einem braunen Glimmer, dem Phlogopit von Oedegärden ähnlich. Ein anderer Gang zeichnet sich dadurch aus, dass seine Gemengtbeile: Hornblende, ein weisser trikliner Feldspath, Apatit und Rutil, ganz ordnungslos gemengt sind, während man sonst, wie mehrfach erwähnt, bei den Apatit- führenden Honiblead^äog«n all Regel eioe woigerniBaMeo sjnvciräch ba Dil form ige AnordooDg der HiD«rali«D antrillt, isdcfD die Horableode die Seileopartieea, der Apatit üe Hitle der Gänge eioDioimt. Eia dritter steil stehen der Gang, angefabr 50Fdm — NNO — verfolgt, ist nebat den Scfaichlea des amgebendea Gliasver- schiefers roa einem Diabasgaag durcbKbnitlen, «eldbcr deoea des i brislianiatbala völlig gleicb ist. Die Apatit - fäfareodea Gäoge sind also älter als diese darcfa ifar Anftreten in den Schichten der Silnrfonnation beiäglicb ihrea Altera bestimnLcn Diabas^nge. Ein vierter Gang mit steilem N-W- Fallen, 20 Fiiw oacb dem Streichen verfolgt, ist darch seine Mineralien von bcsoo- derem Interesse. Er besiebt aas Hornblende, einem wosaes Iriklinen Feldspath, Katil, Magnetkies nnd Apatit, von wtl- ehern nar einige Tonnen gewonnen worden. Der Apatit kommt theilweise in Krjstalieo vor, welche in dem Magnetkies eia- gewachsea and von demselben dorchwoben sind. Der Magaei- kies scblieast auch Kristalle eines blangrönco triklioeo Feld- spalhs ein; sowohl diese Fei da pathkr; stalle als die Apatit- 609 SSO-NNW yan einem steilstehendeo 8 Fase mächtigen Apatit- fuhrenden Gang durchscbnitteo. Dieser enthält in seinem sod- östlichen Theil einen groaskörnigen triklinen Feldspath, Oli- goklas, als einzigen Bestandtheil , der nordwestliche Tbeil des f'anges besteht ausserdem aus Qaara, Hornblende und Titan- eiseiierz nebst Apatit. Der Gang ist durch seine ganze Masse von Quarztrummern durchsetzt. Bagerovneie (Kirchspiel Bamle). In einem andeutlicb geschichteten Hornblendegestein findet sich ein mehr ala fnssroächtiger Gang, in der 8treichungs- ricbtQDg 0-W ungefähr 30 Fuss verfolgt. Wir beobachteten hier — wie auch oben gelegentlich erwähnt — , dass ein and derselbe Gang in seinen verschiedenen Partieen ein ganz ver- schiedenes Mineralaggregat zeigen kann , indem zugleich die ('eioengthcile ohne bandförmige Anordnung durcheinander ge- mengt sind. Die westlichste Partie besteht aus Feldspath mit braunem Glimmer, Titaneisenerz und Apatit, die mittlere aus feinkörniger Hornblende mit etwas Quarz, die ostliche Partie endlich fast aasschliesslich aus Quarz mit Pyrit und Kupferkies. Froste (Kirchspiel Bamle). Qaarzr eich e Apatitgan ge in Quarzschiefer und Granit. In einem weissen grobkörnigen Granit und in dem Quarzschiefer des Grundgebirges setzen mehrere steilstehende, höchstens 1 Fuss mächtige Gänge auf; zwei kleinere durchschneiden sieb. Die Gangmineralien sind Quarz, brauner Glimmer und Hornblende, nebst etwas Feldspath und einer nicht ganz un- bedeutenden Quantität von grünlichgelbem Apatit. Bjordammen (Kirchspiel Bamle). Apatit-fahrende Hornblendegänge. Unbedeutende schwärmende Gänge von Hornblende mit rothem Apatit in Kluoapen and Schnuren inmitten der Gänge. Ein wenig Rutil, Feldspath und Glimmer kommen auch vor. H o u g e n (Kirchspiel Bamle). Apatit- fahrender Horu blende-Magnetkiesgang* £!in kleiner Gang setzt durch die Schichten eines Hornblende- 670 ! Schiefers aaf. Bio Tbeil des Ganges besteht ans gelbem, gränem und weissem Apalil nebst Horobleade; in der Port- seltuug des Ganges erscheint ein Gemenge von Apatit und Hagnetkies. Der Gang gabelt sich dann iu iwei Aeele , ana Hsgneikies and Pjrit bestehend. Der Kies ist mit Klömpcbea and, an den Ecken abgerundeten, Krjslailen von Apatit nnd mit Hornblendestückeu gemengt; Horublende knmmt »nch in 1 den Seitenpartieen vor. O e d e rj e 1 d (Kirchspiel .Sandökedal). Haut Itleioe Adern durschn armen ein Hornblendegealein; Gangmineralien: Quart, Magneteisen, ein rother Feldspetb, Pj-rit, Apalil. Oesterholt (Kirchspiel (ijerteslad). Apatit-führende Hornblendegange. NNW-SSO streichende .Straten eines flasrigen Hornblendegesteins werden von einem steilstehenden Gange, erfallt mit einem Aggregat bräonlicbscb warzer Hornblende, durcbscbnilten. Die Horn- blende fahrt gelben and grünlichen Apatit — in welchem tnmeilen Hornbtendebruchstücke eingewachsen sind — nebal rothem Feldspalh. Skorstöl (Kirchspiel Ojerreslad). Uebcr eine Strecke von 120 Fnss schwärmen in einem nndeullicti geschichteten Mornblendegeslein mehrere kleine Gange, welche in ihren verschiedenen Partieen eine wech- selnde Minpralbeschaffenheit zeigen. Eine Partie bestand ao^ grünlicbbraunem Apatit mit rnlhem mikrokrjstalliniscbcm Feld- spath — darin Hornblendepunkte (Fig. 24). — Eine andere Partie bestand fast nur aus dem, bei anderen Vorkommniasen erwähnten, grünen Enslatit. Auch Ralil kam vor. Akeland (Kirchspiel Snndelöv). Quarigänge, welche theilweise Apatit • ßhrend sind. Steile Schichten von Hornblendescbiefer Bind hier von meh- reren schwärmenden Gängen nnd Adern von Quan, welche Apatit und Hornblende führen, darchaetet. Die HorDblendc kommt theils lunächst den Saalbändern vor, tbeils ist sie iir «71 Quarte eiDgenacbaeu , «elcher spärlich auch Kristalle ron rätblicbem und grünem Apatit enthält. Einige der Gänge be- atebea streckeuweise aus grosskryslalliniachem, ttraunem und gräaem Glimmer nebst hellem Skapolith [liisweilen in grossen Krjslallea) und Feldspath. In der Nahe findet sich ein ungeßbr 2 Foss mächtiger GsDg VOR hellrothem Apalit, etwas Feldepath, Qaarz, brauner Hornblende aod Glimmer. Der Oang, welcher io dem be- deckleo Terrain nur über eine kurze Strecke verfolgt wurde, durcbsetste sowohl die Bergarlen des Grandgebirges als Granit. Nestesväg (Kirchspiel SÖndelöv). In einem glimmerfuhrenden Quarzit eetit ein gegen W. rallender Gang anf; er war höchstens 6 Fuss mächtig, wurde über eine Strecke von 30 Fdbs verfolgt, und bestand aus Quara mit schwaraem , grossblällrigem Glimmer und grnnblanem Moroxit in unvollkommenen, oft mindestens 3 Zoll dicken Krygtallen, nebst etwas Feldspatb. Oxöiekollen (Kirchspiel Snaram). Oxöikollen ist ein niedriger Felsenrncben , aus steilen N-S streichenden Straten eines HornblendeBchiefera mit Gra- nsten gebildet. In seinem nördlichen Theil findet sich ein DDregeltDassig verzweigter Oang, dessen am meisten ent- blösMe Partie auf dem beigefügten Profil (Fig. 2Ö) dargestellt iBl. Der Gang besteht in den dem Nebengestein angrensenden Partieen meistens aus feinkörniger Hornblende, in der Mitte aus weissem Quara uud einem siemlich unanaebnlichen fein- körnigen Albit, alle in grossen P&rtieen; die grösste der Albit- partieeo erreichte 6 Fnss und 3 Fuss in zwei aufeinander senkrechten Richtungen. Besonders im Quarae , aber auch io dem Albit sind grosse (oft mehr als 4 Zoll) Hornblende- hrystalle nebst Kristallen von Apatit eingewachsen. Der Albil birgt auch bisweilen liemlich grosse Drnseuranme, welche mit kleinen stark glanienden Albitkrjrstallen, Hornbleode- krfitallen und Apatitkryatallen ansgekteidet sind. Die letzteren «ind gewöhnlich klein und, wie auch die Atbitkryatalle, oft urbrochen, gebogen und gewunden. Auch der Quarz kommt lum Theil in Kristallen mit bisweilen mehr als fussgroseen Pläcbeu vor. Auch grüner Glimmer wird im Albit angetroffen. l'ita.ie Kristalle haben einen rhorabiscben T^piM, indem immer iwet pamllel gogenöber liegende Fläeben im Vergleich mit den übrigen »nr wenig ansgebildet sind (Pig> 26). Dir Uiitersuchang der optischen Verhältniaae bestätigt aocb, dtti der KJeraIRn rhombisch ist. Nach vieler Mab« gelang u endlich, drei gute Präparate in drei auTeinaoder senkrecbun Riebtangen darzoBtellen. Bei Prüfung nnter dem Nörum- BBnß'schcn Polarisatiens-Mikroskop zngten zwei deraelbcn die gewöhtiliehen ErscheinuDgen rhombieober Uineralien, während das drille kein Bild gab. Wenn wir die vier TorwaltenÖM Flächen der BätUenrörmigea Rrystalle als Flächea ron cv. P (Winkel ungeräbr 120"), die xwei übrigen als Fläeben dei Bracbypinakoida auffassen, so ist die Ebene der optischen Axeii dem letxiereii parallel gelegen; der op^sche Winkel isi lieuilicb gross, liese sich aber nicht messen. Figur 26 sicHi eioen Durchschnitt eines I^emlfinkrjrstalJs dar. Der Kjernl&D ist durch den Fand dieser Krjslalle , derti Typus und optisches Verhalten rhombisch ist, mit Nicberbeit ilt ein eigealhäm liebes Mineral charaklerisirt, tob dem Wagnetii mit seinen komplicii-len inunoklinen Formen veracbiedeii , >icb ferner von demselben onlersebeideod durch etnaa abwekAeodt chemische Zusammensetiung, durch leichtere Schmelabarkeil u. 8. w, EsBubit. Auf der Halde eines Äpatit-führen Oaagea bei Vestrr KJörrestad in Bamle wurde eine nicht gani kleine Ansabl von' Kryslalten dieses auch früher gerade aus Bamle bekaanteoi Felüspaths gefuDdeo. Der Gsmarkit wäre nach Dis Cloubaui als eine Varietät des Anorthit aniuseben'); Krjrstalle deaselbec' waren vor unserem Fund nicht bekannt. Die Farbe der Kristalle ist auf Bruchfiächen bläalicbgrüc. I (4) toniB XIX. pag. I 677 Perimtitterglanz auf den SpaUuogsÜachen, auf den Brachflächen Fettglnnz. Brocb uneben bis mnschelig. H. 6, Spec. Gew. 2,66.*) Spallbarkeit ToHkooinien nach oP, minder vollkommen nach odPoo, ganz unTollkommen nach ooP'. Die Krystalle sind nicht Binzelindividuen , sondern poly- synthetische Zwillinge nach zwei verschiedenen Gesetzen. Indem in ein vorherrscbeDdes ludivid sehr zahlreiahe Zwil- lingalamellen eingeschaltet sind, bewahren die Krjstalle doch das allgemeine Ansehen von einfachen Gebilden* Die Kry- stalle besitzen eine unebene, gerunzelte, zuweilen an den Kanten und Ecken wie durch Schmelzung gerundete Ober- fläche, welche zudem von einer äusserst dünnen dunkel griin- lichschwarzen , wenig glänzenden Kruste bedeckt ist. Diese matte dunkle Rinde, welche den Krystallen ein von den ge- woholiehen Feidspathen sehr abweichendes Ansehen gicbt, sich aber genau so wiederfindet bei den Plagioklasen von Orijärfvi, Lojo und Bodenmais, verhindert eine genaue Mea- SQog der Flächen. Indem wir jedoch versucht haben, die Rrystalle in der zuerst von Dbs Cloizbaux vorgeschlagenen, später von (neben der gewöhn- lichen Spaltbarkeil parallel oo F) gar keine seltene Erscheinung. Neben den von uns selbst gesammelten Krysiallen konnten wir auch das zlerotich bedeutende (dnrch Hrn. Gand. min. Tb. Lassuh zusammengebrachte) Material von Oxöiekollen in der Universitätesammlung durch die Güte des Hrn. Prof. Kjsbülf, welcher uns stets mit Ratb and That unteraiüuie, benutzen. Die Krystalle sind mit ganz kleinen Albitkryatallen, welche genaue Messangen sehr erschweren, bedeckt; mehrere Exemplare sind zerbrochen, und ihre Bruchstücke wieder durch Albit verkittet. Der etwas eigenthümliche Habitus dieser Krystalle mit ihren stark ausgebildeten, gestreiften Flachenpaaren und ihren etwas ungewöhnlichen Combinationon der Bndfiäcbea wird an besten durch ein paar Figuren erläulerl. Figar 38 atellt einea mit einem ApstitkryalKÜ verwaefasenen Horoblendekry stall v«r. den leuteren mit den Endflächen -|- 2Pao.-f Poo.-j- 5^3 und (sich nach hinten neigend) oP. Figur 29 a x«gt die häufigste Combinalion : -f 2Poo uud -|- P; dazu tritt ai 681 mehrerea Indtvidacn noch -|~ 3 F 3- Der von dem Benbacbler aligewBndcte Tbeil des KryaliilU leigl eiaspringende RaAlen iwtscbea rwei Flächen von -|- P. An dam in Figur 2»b iftr- güHlellten Exemplare Irelen am Ende uar -|- 3P3 und 2P30 aar. An allen d«rge«Ullten Krjrslallen war das Ende deutlicb iioigebildei. Me Asbest -Sptckitcbk^BtaUe Hua Kragerö (s. oben pag. 662) worden gewöbnlich zum Pjroxen gestellt; die Sänlcnbrocbeläclte, welcbe wir auf den Halden sammeln konnten, zeigen entweder die Winkel des ffroxens oder der Hornblende. Vielleicht liegt hier eine Paramorphose vor, ohne dass doch unser Material uns ge- staltete, die Kryslallform des uraprünglicben Paläominerftls lu tteatimmen. Die Mitle der KrjBtalle besteht aus Speckstein, welcher gewöhnlich von einer EasBmmcnhängcnden, unregel- mnssig gewuudenen Lage von Asbest umgeben ist, deren Fasern senkrecht zirr Ftäcbe sieben (Pig. 30.}. In den äusseren Par- tieen der Kr^slstle sind die Asbesirasem tbeils gauc unregel- mäsaig, ibeils der snpponirten Hanptaxe parallel angeordnet. Der (flimmer von OedegSrden ist dunkel rötblicbbraun, lioaimt indess auch mit helleren Farben vor. Olani unge- wöhnlick stark, fast metallisch. Halbdurchsichiig in 1 Mm. dicken Lamellen; das Tageslicht wird mit schön rosenrotber Farbe, durch dünnere Blatter mit gelber Farbe Iransraittirt. H. 2,5. Scbmeltb. 2, indem die Probe ohne Lötbrohrblasen am Saume eines Kerzenlichtes in ganz feinen Splittern schmiltt. Eine Analyse worde von Herrn Amaauensts Wlbdobl gütigst HnagefÜhrt. KieSolBiure . . 40,24 pCl TitansäDr« . . 0,56 TboiMtdc . . 12,92 EiuDoijrd . . 7,67 EMeDoxjrdnl . . 2,15 Kalk .... 0,35 MagDMW . . 23,29 Oläbverkst . . 0,68 Das Alkali wurde nicht direct bestimmt. Weder Lithion noch Fluor ist vorhnnden. Optisch iweiaxig mit kleioem Äxenwinkel. Dieser Glimmer wird wohl am besten lum Pblogopit gestellt. Dunkelgrüner Biotit kommt in mehreren Apatitgingen vor; Kaliglimmer haben wir dagegen nicht aufgefunden. Wir erwähnten dieses Mineral von der Lagerstätte Vale- herg bei KragerÖ. Unsere Stufen sttmmteo in Härte, Auflös- lichkett, Aussehen (uad chemischem Üehalt, qualitativ unter- sucht] ganz mit Exemplaren dieses Minerals in dem Mineralieo- cabinet überein. Beide leigten sich indessen sehr leicht (3 nach der Skala v, Kobsll's) vor dem Löthrohr schmelibir und waren nicht, wie es gewöhnlich von den Autoren aug«- führt wird, uDacbmelabar. Der Aspasiolilh warde von mehrorea Forschern als ein für gewisse Schichten des Grundgebirges charakteris tische» Mineral erwähnt; wie man sieht, gehört er indessen nach un- serem Fände wohl nicht dem Nebengestein, sondern Aea Gängen an, wodurch jene ein bestimmtes Niveau cbarakterl- sirenden AspAsiotithscbichteu wegfallen, eine Thalsache, aat welche uns zuerst Herr Bergmeister Tellep Dabi^L, id dessen Gesellschaft wir dies VorkotnmnisB besuchten, aafmerksain machte. Schon Hadshann erwähnt, dass Aspasiolitb mit Apatit u. 8. w. zusammen vorkommt. Schwarzer bis röthlicher Rutil ist einer der treueslen Be- gleiter des Apatit. Auf einzelnen der von uns besuchten Vorkommniese ist er in so bedeutender Menge aufgetreten, dass dieses sonst nicht gewöhnliche Mineraf, wenn es vielleicht einmal für irgend einen praktischen Zweck nntabar wäre, gerade von unseren .A patit- führen den Gängen in hinreit-beudrr Quantität müssle praducirt werden können. Rutil ist auch ij zum Tbeil sehr schönen Kristallen vorgekommen; auf einem der Apatit-fübrenden Gänge Bamle's fanden wir z. B. einea Krystalt von 1140 Grammes Gewicht mit folgenden Pormen: ooPco.ooP.Pxi.PS.P; bei einem anderen ludivid ist P i i'i^ewudcKcr RutadL Einer der am meisten ckaraktensti sehen Begleiter des Apalil ist das von vielen Vorkommnissen erwähnte, laweüon in sebr grossen Krystalleo auftretende wasaerbaltige, gruna Uagnesiaailicat , welches wir als „wasserhilligen Bnstalit" be- ieich oet haben. Farbe taochgrSo, bisweilen reines Grün, bläuIichgrÖn oder gräalicbgrao. Olnni feltarlig. Kaolendurchscheinend , selten durchscheinend mit rein grüner Farbe. Härte (an vielen Exem- plaren geprüft) 2—3. .Spec. Gew. 2,7 — 2,8. Sehr schwierig in Teinen Splittern achmelibar in einem achwarxen Glase. Zwei AnaljseD wurden von Hrn. Stud. C. KatFR ausgeführt: 1. aus OedegSrden 2. aus Enden (Snarnm)*) Kieielsiore . . 57,68 (.Cl. 59,51 pCl. TboDetd. . . . 1,02 0,97 Magnesia . . . 30,37 80,89 EiaeDoxj-dal . . 4,99 2,95 Kalk . . . — 0,87 W.„„. , . . 7,21 6,01 101,22 100,70 Das Aussehen des Minerats, die geringe Härte, der Wassergehalt, ferner die Untersochung von Dünnschliffen nuter dem Mikroskop beweisen, daes hier keine ursprüngliche, nn- Teränderte Species vorliegt, während andererseits mehrere Umstände der Ansicht lu widersprechen scheinen, dasa eine sehr durchgreifende Umwandlung stattgefunden habe. Wie die Analysen leigen , ist der Thonerdegehalt sehr unbedeuteod; wir schiiessen aus diesem Umstände, dass das ursprüngliche Mineral ebenso thonerdearm gewesen iai.") Nun deutet die Krystallform auf eine monokline oder rhom- bische Species der Angitfamilie, und zwar auf eine tbonerde- *) Zwti Analysen desselben MineralB nuiden früher von Hrn. A. Bbl- laüd in PoGO. Ann. 187*2. Bd, 145 unter ilein Nameu FsendomorphoaeD voD Speckstein nach Angit von Nordis Olahby, Snarum publieirl, *■) Siehe die amfnhrliche AbhaDdluag von Ern, 1. Rom : „üeber den Serpentin and die geneügchen Beiiehungin detaelben", AbhandL d. kgl Akad. d. Wlaieusch. zu Berlin IS69. 684 arme Varietät. Bevor wir auf diese Frage eiogcbeo , mDSseo wir indess erst die Krystallform näher ontersacheo. Die Winkel der Krystalle^ welctie sammtiicb säulenförmig ausgebildet sind, stimmen so gut mit denen des Pyrozea uberein, wie man es von Messungen« die mit dem Anlege- goniometer ausgeführt sind*), nur erwarten kann, weshalb wir es für überflüssig halten, die Messungen aniufahren. Der Habitus derselben ist aber nicht der gewobniiche des Pyroxeo, sondern ganz rhombisch, sehr symmetrisch. Wir werden des- halb vorläufig die Krystallform afs eine rhombische Pyroxen- form betrachten. Indem wir das von v. Koksoharow für den Pyroxen als rhombisches Mineral berechnete Axen verbal tnlss a (Hauptaxe):b (Makrodiagonale) : c (Brachydiagonale) = 1 : 3,57558 : 3,40014**) zu Grunde legen, haben wir folgende Formen beobachtet***): ooP, ooPoo, ooPqo, oP, +Pqo, —Poe, +2P2, — 2P2, ■t-2P, — 2P, |Px), nebst einer Pyramide mPo, für welche aus den Messungen kein einfacheres Yerbältniss als -4^P-flr hervorgeht, endlich noch zwei Pyramiden, deren Winkel nicht gemessen werden konnten. Die Krystalle sind, wie erwähnt, säulenförmig, nach der Mauptaxe verlängert, indem die beiden Pinakoide, namentlich das Makropinakold, vorwaltend ausgebildet sind. Sämmliche Exemplare zeigen die Formen: oc P, ooPoo, ooPoo, -f-Poo, — Poo; 50 derselben, d. h. die meisten, ausserdem -{- 2P2 oder — 2P2 oder (wenn das Ende völlig erhalten ist) beide Formen; dies ist also die gewohnliche Combination (Fig. 31 u^ 32). Bei mehr als 20 Individuen ist ausserdem oP zum Theil stark ausgebildet (Fig. 33 u. 34). Die Anordnung der Endflächen ist immer symmetrisch. Das Doma Poo, die Pyramiden 2P2 und 2P sind immer, weno *) Messungen mit dem Reflexionsgoniometer wurden mit Hälfe von angeklebten Qlimmerlamellen versucht. ^) V. KoKSCUARüw: „Monographie des russischen Pyroxeos**. Me- moires de TAcad^mie des Sciences de Saint P^tersbourg. VII serie. Vol. VIII. 1865. ^) Neben den krystallogri^hiscben Zeichen fl^hrea wir auch die Vorseichen + und — an. 685 das Eode ganx bewahrt ist, sowohl »n der -|- ^^^ *n der — Seite ausgebildet.*) Die Basis bildet gern eine schinäJero oder breitere Flüehe zwischen den breiten Domenflächen 4- P 00 und ~ Po) (siehe Fig. 83 u. 34). Einige der genannten Formen sind, so viel wir wissen, nicht ans der Formenreihe des Pyröxen bekannt; wir werden desbalb, was diese betrifft, unsere Messungen anfuhren : 1. 2 F. (Fig. 34 u. 35.) Gemessen. Berechnet. 2P:aoPoo = 117° IIT^ 9' 42" 2P:ocPgo = 116 115 44 25 2P: Poo = 149 149 20 23 2. jF cc ; kam nur bei zwei Exemplaren vor. |Poo:oP = 157« 30' 157« 14' 28". 3. Die erwähnte mPn Pyramide trat nur bei einem Individ auf (Fig. 36). Sie wnrde aus den gemessenen Werthen des Winkels m P n : cc P = 134« 45' und des Flächenwinkels zwischen den Kantenlinien [m P n : oo P] : [oo Poo : ac P] = 112^ 30' bestimmt. Diese Messungen geben keine einfachere Formel als: ^Pf|, indem m = 3,61428 und n = 2,30127 berechnet ist. Der Winkel 2P2:-^P p| wurde aus diesen Werthen für m und n zu 163« 56' 55" berechnet; derselbe Wioke] wurde zo 164« — 165« gemessen. Sie dürfte vielleicht elaer einfacheren Form angehören« Die verschiedenen Combinationen sind aus den beige* fugten Figuren zu ersehen; Figur 37 stellt eine ideale Com- bioation sämmtlicher bestimmter Formen dar. Die Rrystalle siod öfters verzogen , gewunden und gebogen , tbeils auch ge- koickt und wieder durch Apatit verkittet (Fig. 38 a). Sämmt- liche vertikale Flächen sind bisweilen deutlich gestreift. Aus dem oben in Bezug auf die ungewöhnlich symme- trische Ausbildung der Endflächen, das starke Vorwalten der *) {fco and die erwähnte mPn Pyramido worden an Krystalien, die nur eine Hülfte des Endes besassen, beobachtet Uebrigens mnts hier l^merkt werden, dass kein dnsiges Individ unseres Materials die beiden Baden des Krystalls anfweiit. 686 Basis □. 8. w. Angefahrten ergiebt sicfa, dus die Krjstaitform sehr wohl geatatlet, das orsprÖDgliche Mineral &ls eiuen rhom- biscben Piroxen aartufasBeu. Von rhombischen Mineralien der Pyroxengroppe bieten sich der Hyperslhen und der Ea- statit dar. Die Wahl wird hier durch die Beziehongen der Spaltbarkeit und der chemischen Znsammenaetinng angeieigt. Unsere Krystalle besitzen nämlich eine häufig sehr voll- kommene Spaltbarheit nach der Bracht diagonale ; gani anter- geordnet kommt bei den am meisten nrsprüngticb aosseheQ- den ausserdem eine Spaltbarkeit nach oo P vor. Diese Sp«l- 1 tungarichtangen sind gerade dieselben, welche an dem Bostatitl auftreten. Auch die chemische Mischaog ist genau dieselbe, wie die eines Enstatlt, welcher etwas Wasser in seine Zasammee- Setzung aufgenommen bat.*) Dass Härte, specifiscbes Ge- wicht dnrcb Wasseraufnahme geringer geworden, ist nnr der gewöhnliche Vorgang, wenn Enstatit oder andere HineralieD Wasser aufnehmen. Wenn man die Krj'stalle monoklin auffassen würde, er- halten die Formen folgende Zeichen**): ooP, oopoo, ocPsc. + ^P», -|-P<», oP, -[-P, Poo, ferner die wahrschein- lich neuen Formen: -J- JPj"'), — P2t), +T^'»tt) ocd — |P«c.ttt} — Man muBSte also in diesem Falle von demi vollkommen rhombischen Typus völlig absehen. Noch könnte man vielleicht die Krystaile als monoklinc Zwillinge nach dem gewohnlichen Oeseu des Pyrozen: ,Zwil- lingsaxe die Hauplaxe, Zueammensetzungsfläche das Ortho- pinakoid" belracbten. Es müsste aber bei solcher Auffasauo; nicht nur auffallen, dass keine markirte Zwillingslinie, keii. 687 eiaspriogeoder Winkel za beobachten wäre, sondern auch gans ausser Betracht gelassen werden, dass die betreffenden Krj- 8(a)ie sehr bäafig nicht wie gewohnliche Pyrozenswillinge darcb eine der Haoptaze und der Ortbodiagonale parallele Ebeoe iu zwei symmetrische Hälften getbeilt werden können (siehe Fig. 31 o. 32). Die chemische Zusammensetzung scheint indessen auch der Annahme eines monoklinen Pyroxen als ursprünglichen Minerals tu widersprechen; man wurde hier nämlich haupt- sacblicb zwischen den thonerdearmen Varietäten , Diopsid und Sablit zu wählen haben. Der Vorgang bei der Umwandlung des Sablit zu Serpentin wurde von Roth genau beschrieben. Damit aus einer normalen Sahlitznsammensetzung die chemische Constitution unserer Krystalle sich ergäbe, musste zugleich mit der Wasseranfuahme namentlich viel Kalkerde und Kiesel» saure weggeführt sein, was eine ziemlich durchgreifende Meta- morphose voraussetzen wurde. Solche durchgreifende Um- wandlung scheint aber nicht stattgefunden zu haben. Die Krystalle kommen an zahlreichen Punkten mit völlig frischen, unzersetzten Mineralien zusammen vor, auf Oede- garden z. B. in frischem Apatit und Phlogopit, — ja zum Theil rings umher von Apatit eingeschlossen (Ravneberg) und Reibst andere Mineralien einscbliessend ; die Krystalle Oede- gardens z. B. schliessen sehr häufig frische Apatitkorner, Rutil- pankte, besonders aber zahlreiche der Spaltungsrichtung parallel angeordnete Pblogopitschuppen ein. Weshalb sollten nicht auch diese Mineralien einer so durchgreifenden Umwandlung ODterlegen sein? Bei Ronholt fanden sich ferner deutlich osonokline Krystalle eines völlig unzersetzten grünen durch- sichtigen Sablit mit unseren Krystallen ohne Umwandlungsuber- gänge gemischt. Wenn wir uns nun die Frage stellen , ob hier ein sehr Jorcbgreifend zersetzter Sablit oder ein nur durch Wasserauf- aahme veränderter Enstatit vorliegt, können wir uns, nachdem wir das grosse, während mehrerer Jahre von Hrn. Professor Cjerulf gesammelte Material, ebenso wie die zahlreichen von uns selbst mitgebrachten Krystalle sowohl an den Fundorten iis zu Hanse untersucht haben, nur zu der Ansicht entscheiden, lass die fraglichen Krystalle ehemals rhombischer Enstatit Zf iu. a. D. gcol. Ges. XZ VII. 3 . 45 68^ waren, welcher ADflicht wir auch in der vorhergehenden Be- ecbreibuAg der Eandorte Aosdrock gegeben haben. Ausser in frei ausgebildeten Ery stallen kommt das Mineral auch von mehr korniger Zasammensetzoog in (anwetlen mäch- tigen) Gängen vor (s. B. bei Oedegärdskjern). Die Oänge bei Enden (Snarum) fuhren ausser diesem umgewandelten Enstatit auch einen umgewandelten Skapoltth, von welchem ziemlich gute Exemplare in dem Mineralien- cabinet der Universität aufbewahrt werden. Beim ersten An- blick dem Enstatit ähnlich, lässt eine nähere Dntersackung sie doch leicht an einer dunkleren Farbe, grosserer Durchsicht^- keit, namentlich aber durch die charakteristische KrjstnUform des Skapoliths unterscheiden; sie sind nicht analjsirt. Auch die Art der Umwandlung ist eine andere, sie bestehen näm- lich im Innern aus Gfalorit und etwas Kalkspath. Unsere Apatitvorkommnisse sind sämmtlich von identischer Bildung. Die Gänge zeigen namentlich mit Rücksicht auf ihren Mineralgehalt gegenseitig differente Verhältnisse; wir werden deshalb besonders in diesen Punkte Verbindungen und Uebergänge nachzuweisen versuchen. Wie aus den Beschreibungen hervorgeht, kommen bei Oedegärden fast reine Glimmergänge, Apatit-fnhrende Qlimmer- ' gänge, Glimmerhornblende- und Hornblendegänge unter völlig gleichen Verhältnissen vor; an vielen kleinen Hornblendevor- kommnissen und ebenso auf den mächtigen Hornblendegang- stöeken von Kragerö ist nicht Glimmer, sondern Hornblende das Hauptmineral. Die Gänge von Ravneberg, welche sehr viel an die des Oedegärden's erinnern, bilden durch ihren steil- stehenden Hornblendeglimmer • Gangstock einen vollständigen Uebergang zu den Gangstocken Kragero*s. Die Apatit«fubrenden Hornblendegänge fuhren öfters Magnet- kies; man kann von dem einen Vorkommniss zu dem andern Uebergänge beobachten, wie dieser nach und nach überwie- gend wird; in Bamle sahen wir kleinere Oänge ausschliesslich aus Magnetkies bestehend ; auch an einem und demselben Vor- kommniss (z. B. Hiäsen) tritt der Magnetkies bald nur aoces- soriscb, bald als fast einziges Gangmineral auf. Aof im Apatit •föbreuden Hörn blend^in gen trifft ai«a liieht leiteo Feldspat)) oder Quart, oder bside sBsaininea [t. B. Atildsda), Hiasen). Man kann hier wieder dnrch meh- itre Vorkommnisae verrolgen , wie der Feldapatb oder der wn an Menge innimml and überwiegend wird, wodurch die zeichiiang „Apatit • ßbrende Peldapaihgänge* (Valle) oder IQuingiDge (Oestro Kjörreslad, Akeland u. s. w.) sich recht* lArligl. Wenn beide Mineralien gleichseitig überwiegen, indem «ucb Glimmer binzatritt, kommt man zum Namen ,Apattt- lAbrende Graniigänge" (Metby), welche mit Ausnahme von dem Apilitgehalt kaum von den in dieser Gegend sonst so häu- lg«a gewöhalicben Granitgängan an scheiden sind. Skapolith tritt bald mehr accessoriseb (Isildsdat), bald ■U «esenllicher Bestandtfaeil (Akeland zum Theil), an einem Torltommaigs als fast einziges GangmiDeral (Vestre KjÖrrestad) ■0^' Die häufig erwähnten Krjatatle des grünen EnStatits Vtbtea in ihrer ckarakteriatischen Form und mit gleicher che- niscber Miacbnag auf den verschiedenen Lagerstätten (Oede- g^rden, RegSrdsbeien, Kragerö, Skorstöl eti-.) wieder und ver- binden dieselben. Auch Bnstatit kann bisweilen neben dem Apatit als Tast einziges Gangminerat auftreten, sodass die LigerBtätten die Bezeichnung von „Apatit -fährenden Eustatit- gäDgen (Oedeg&rdskjeraet, Enden) verdienen. Bin ebenso bäuOgea und charakteriatisches Mineral ist der Kutil. Auch dieser kann in aeltenen Fällen ala Gangmineral überwiegen. Erwägt man, wie sehr die Utneralführung und überhaupt der äosaere Habitus der Apatit -führen den Gänge varilren kann, 90 kann auch weder die Lagerstätte von Asildsdals mit ihrer Kalkspathmasse, noch diejenige vom Oxöiekollen mit Ihrer überwiegenden AlbitfShruog hinlängliche Gründe darbieten zu »atr Trennung dieser Vorkommnisse von den anderen Apatil- abrenden Lagerstätten. Denn Kalkapatb und Apatit sind lucb auf mehreren anderen Lagerstätten gefunden; ebenso bie- eQ in andereo Besiehangen Aaildadal and Oxöiekolleo nichts abnormes dar. Auch der Umstand, dass an einzelnen VorkomronisBen ein iDd derselbe Gang in seinen verschiedenen Parlieen laweilen :iiie gana vorschiedene Mineralf ührong aufweist (Oedegärden, 45» Hougeo, BagerovDeie) , kann nnr eine Stütze für die Aoffas- SDDg der Gänge als identischer Bildungen sein. Die obigen Darsteliongen haben gelehrt, dass sieb iwiacben solchen Lager- stätten, wo der Apatit spärlich, nur accesauriach auftritt, and anderen, wo er das Haoptmineral bildet, alie Uebergäoge finden; dasselbe ceigt sieb aoch an einem ond demselbeo Vor- kommtiiBse (Oedegarden), Auch in anderen Beziebangen , namentlich in der Ao- ordnuog der Oangmineralien , in der Form der Gänge a. b.w. könnte eine ähnliche Uebergangereibe als Beweis for die iden- tische Natnr der Gänge nachgewiesen werden. Unsere Apatit-Lagerstätten sind Gänge. Abs mehreren Ländern ist Apatit als in Lagern vorkommend, idid Theil auch als eigene, wenig mächtige Schichten in sedimeo- täreo Gesteinen beschrieben. Aus Schweden*) wurde Apatit als mit den' Eisenerzen des Grängesbergs verbanden nnd die»e verunreinigend beschrieben; diese sollen aLagen" im Gneiss 691 bei Rragero, tbeils in Hornblendegneiss nvie bei HaTreda) etc.), scheint uns jene Auffassung der Gänge, welche sie als Aus- Scheidungen aus den Nebengesteinen betrachtet (sowie z. B. ScBBsaiR die Bildung unserer grobkörnigen Granitgänge er- kJärt bat*)}, ganiB anssuschliessen. Die erwähnten Granitgänge feigen, gleich vielen unserer Apatit- fuhrenden Gänge, bis- weilen eine symmetrisch bandförmige Anordnung ihrer Gemeng- theile, indem Feldspath die Seitenpartieen einnimmt und gegen die Mitte, welche von Quarz erfüllt wird, in grossen Kry- stalleu hineinragt. £ine ganz verschiedene Bildung ist von STBaRT HuiiT**) für die Apatit*fuhrenden Gänge CaiAdas — welche, wie aus der Beschreibung hervorgeht, unseren 'Gängen vollkommen ahnlich sein müssen — angenommen. Er unterscheidet drei verschiedene Arten der in der laurentischen Formation vor- kommenden Gänge: 1. Blei - fuhrende Gänge, welche viel jünger als die zwei folgenden Arten sein sollen; 2. Granit- gänge, welche, wie es scheint, mit unseren gewohnlichen grobkörnigen Granitgängen verglichen werden können, was auch Stbrrt Hunt z. B. mit Rucksicht auf die Gänge von Arendal selbst ausgesprochen hat; 3. Kalkspathgänge, welche im Allgemeinen in ihrem Vorkommen mit dem von Stbrrt Hunt für sedimentär gehaltenen eozoonfuhrenden Kalksteine verknöpft sind. Diese dritte Gruppe von Gängen, welche in Canada häufig ist und zum Theii auch im nordlichen Theil der Vereinigten Staaten vorkommt, ist in der Regel reich an Kalkspath und entspricht unseren Apatit - fuhrenden Gängen. Die Aehnlichkeit ist überraschend. 18 der auf unseren Gän- gen auftretenden Mineralien finden sich auch in dem Verzeich- nisse der Mineralien der canadischen Gänge wieder, nämlich: Qaarz, Orthoklas, Oligoklas, Skapolith, Phlogopit (Magnesia- glimmer), Hornblende, Pyroxen, Turmalin, Titanit, Kalkspath, Apatit, Haematit, Magneteisenerz, Titaneisenerz, Rutil, Pyrit, Kupferkies und Magnetkies. Der Rest unserer Gangmineralien ist: Albit, Esmarkit (Anorthit), Aspasiolith, Kjerulfin, die drei letiten nur aus dieser Gegend bekannt, nebst Enstatit *) N. Jahrb. für Min. Qeologie u. Petrcfactenknnde 1843. p. 631. **) Exploration g^ologiqne da Canada. Rapport des Operations de 1S63-1866. Otuwa 1866. pag. 187—243. «92 nnd mehreren wusaerhaltigen Magaesiasilicsten — welche auf den amerikauiacben Gängen darcb Serpentin, Talk, PjraUoltth vertreten werden — endlich Chlorit. Neben einer regellosen Anordnung der («angmineralien wird auch eine aymmetriscbe Anordnung derselben« als bisweilen sehr deoflich, erwähnt: ^Ainsi, tandis que les murs peuvent 6tre rev^us de hornblend« crystalline ou de phlogopite, le Corps de )a veine est renpÜ d^apatite etc**'*) Es worden auch Gänge, welche Sn ihren verschiedenen Partieen eine gans nnähniicbe Mineralfuhrang zeigen, erwähnt. Die Gänge sind, mit den groaaeren oor- wegisdien verglichen, im Allgemeinen von geringer Mächtig- keit; sie werden als unabMiiigig von dem Streichen und Fallen der Schichten beschrieben. Stbrrt Hüst sucht sowohl die Bildung der Kalkapaih- gänge als die der erwähnten Granitgänge (welche er vod eruptiven Granitgängen unterscheidet) dadurch lu erklären, dass heiBse Auflosungen mit den Bestandtheilen der BCrati6- cirten Gesteine beladen, die gelösten Stoffe auf Gsogapallen abgesetzt haben; er nennt die auf diese Weise gebildeten Gäog«; ^endogene^. Seine Theorie sucht er vornebmKch dadurch za begründen, dass fast sämmtliche Gangmineralien auch in dem straiiflcirten Nebengestein vorkommen, sowie durch -die Tbat- »ache, dass die Kalkapathgänge besonders in Kalkstein, die Granitgänge vorzuglich in Gneiss und Glimmerschiefer vor- kommen. Diese Verhältnisse werden bei unseren Gänge» nicht angetroffen. Es iet uns nie bekannt geworden, das« jemals Apatit oder andere phosphorsäurehaltige Mineralien io den Nebengesteinen der Gänge nachgewiesen wurden ; die^ gilt nicht allein von den phoaphorsäurehaltigen Mineralieo. sondern auch vom Rutil und vielen anderen der «nf dec Apatit - führenden Gängen auftretenden Mineralien. Aucli ic keiner anderen Beziehung konnten wir, obgleich anaere Auf- merksamkeit darauf gerichtet war, ein beatimmtes Verbäkoiss zwischen den Mineralien der Gänge und denen des Neben* gesteins beobachten. In einem Gestein von so conatanter Zusammensetzung wie Gabbro, inden sich mächtige, fast rem Enstatitgänge (Oedegardskjern), Glimmergänge (Oedegärden), Hornblendeglimmer-Gangstocke (Ravneberg), Apatitgäoge etci •) 1. c. pag. 194. 693 Die.Apatit-fobrenden G»i>ge und die sablreicben Oranitgäng^ kommen auch nebeneinander in denselben Gesteinen vor. Auf der anderen Seite könnte es nacbgewiesen werden, daes Gange mit ähnlicher Mineral fahrung in gaas veraebiedenen Bergarten vorkommen können (siehe oben*)). D nsere Apatit-fnbrenden Gänge sind von eru- ptiver Bildung. Wir werden zunächst ein Verbal tniss be- rabreo» welches einem eruptiven Ursprung könnte zu wider- sprechen scheinen. Auf vielen und eum Tbeil gerade den be- deutendsten Vorkommnissen findet sich, wie erwähnt, eine symmetrische Anordnung der GangmineraHen. So nimmt e. B. auf den Gängen von Oedegärden brauner Phlogopit und zu- weilen auch Krjrstalle von grünem Bostatit, auf vielen Horn- bleadevorkommnissen Hornblende, auf mehreren Apatit-fnhren- deo Bnstalitgängen (z. B. Enden) £o8Utit die Seitenpartieeu der Gänge ein, während ihre Mitte aus Apatit und sehr oft aach aus anderen Mineralien besteht. Diese bandförmige An- ordnung könnte vielleicht auf ein gesetzmässiges allmäliges Absetzen der Mineralien aus wässerigen Auflösungen hinzu- deuten scheinen. Bs kommen indessen selbst auf den regel- mässigsten Lagerstätten häufige Ausnahmen vor, in denen keine solche symmetrische Anordnung beobachtet wird. Theils sind nämlich die Gangmineralien über die ganze Ausdehnung der Gänge gleichmässig und ohne Ordnung miteinander ge- mengt (z. B. Vestrc Kjörrestad u. s. w.), theils fuhren die Gänge in ihren verschiedenen Partieen nicht dieselben Mine- ralien (z. B. Melbj, Hougen, Bagerovneie u« s. w.). Auf Gangen, welche wesentlich aus einem einzigen Mineral be- sleben, finden sich Apatit und andere Mineralien oft gleich- mässig durch die ganze Gangmasse vertheilt (z. B. Apatit- fahrende Quarzgänge, Oestro Kjörrestad, Akeland u. s. w.) Die symmetrische Anordnung unserer Gänge kann mit der- *) In der ganxen Gegend, wo die Apatit-fdbrenden Gange auftreten, kommt ttnaeroa Wiseens Kalkatein lebr selten als Gestein vor. Bin sehr iotereuanter Kalkspathgaug ist von Job. Daull ans dem Gabbro der Nickelgmben Bamlc's beschrieben (Foljtekoisk Tidsakrift 1864: Om Bamle og Mejnkjsr Nikkelgraber). Eine kleine Dolomitniasse (eruptive?) sahen ^r dicht am Hofe Sondelöv; der Dolomit war mit kleinen Magneteisen- keraem angeffillt. Ueber die Qtnge Arendala siehe Ejsbulp's und T. Dikfii,L*s oben eitirte Abhandlni^. 694 jeoigen, welche an vielen Erzgängen so aasgezefcbnet aas- gebildet ist, darcbaus nicht in Bezug auf Regel mäsaigkeii ver- glichen werden. Die bandförmige Anordnung der Mineralien auf anserec Apatitgängen erklären wir uns durch die Annahme, dass aas dem hervorgepressten Magma unter günstigen Bediogangeti zunächst die jetzt an den Seitenpartieen der Gänge vorkom- menden Mineralien (in den meisten Fällen Hornblende oder Glimmer) haben auskrystallisiren können. Die Gänge zeigen auch das auf eruptiven 6i.ngen so häufig beobachtete Verhältniss, dass die Gangmineralien ac den Grenzflächen gegen das Nebengestein feinkornig, iti mitten der Gänge indess in grösseren Erystallen ausgebildet sind. Auf den Gängen Oedegardens ist übrigens sehr häufig der feinschuppige Glimmer an den Seitenpartieen mit kleinen Apatitkornern durchspickt. Beide Mineralien müssen aleo zu- sammen auskrystallisirt sein, ehe aus der übrigen noch fläs- eigen Gangmasse zunächst die grossen Glimmerkrystalle, welche in den Apatit hineinragen, und dann der die Mitte der Gänge einnehmende Apatit sich bildete. Der in Figur 19 ab- gebildete Gang von Kragero zeigt noch deutlicher eine ähn- liche Erstarrungsfolge der Mineralien auf den Hornblende- gängen» Die Seitenpartieen bestehen aus einer Mischung von feinkorniger Hornblende mit Apatitkörnern; von dieser ziem- lich scharf begrenzten Zone ragen jene oben beschriebenen grossen Kristalle in die die Mitte einnehmende <>angma8se hinein. Wir erklären dies Verhältniss in der Weise, dass die Zone des feinkörnigen Gemenges erstarrte, während noch die Gangmasse in Bewegung war; beim Aufhören des Hervor» pressens erstarrten dann ausser dem Apatit zunächst die erwähnten grossen Krjstalle und die in ihrer Fortsetzung auf- tretende groBBstrahlige Hornblende, nebst dem Rutil, zoletxt die übrige grossstrahlige Hornblende nebst dem mit ihr ge- mischten Apatit. Die grosskrjstallinische Hornblende inmitten des abge* bildeten Ganges von Kragerö zeigt auch (ausserhalb der Zeichnung) eine andere Erscheinung, welche gegen eine all- mälige Absetzung der Mineralien aus Auflösungen zu sprechen scheint, nämlich grosse sphäroidisch angeordnete, aus einem inmitten des Ganges liegenden Centnim ausstrahlende Horu- 695 blendekrystalle; die Bildung dieser kaoo wohl darch die An- nahme erklärt werden, dasB die Krystallidatioo der fluseigen Gaogmasse nicht nur an den Grenzen gegen das Nebengestein, sondern auch um Centren inmitten des Magmas stattgefunden. Wir erinnern ferner daran, dass auf mehreren unserer Apatit- rorkommnisse inmitten der Oangmasse, und von derselben rings umgeben, Gesteinsbruchstacke vorkamen. Mehrere der Gänge Oedegardens führten z. B. (siehe Fig. 10) bis mehr ftls 10 Fuss lange, linsenförmige, rings umher von Glimmer and Apatit eingeschlossene Brachstucke des Nebengesteins; äbDÜcbe Bruchstücke sahen wir bei Skorstol (Fig. 24); bei Meiby ferner un rege! massige, grosse Bruchstucke inmitten der Gangmasse. Job. Dahll erwähnt (1. c.) von Ljkkens Grube bei Kragero, dass in grosserer Tiefe Oesteinsstucke in solcher Menge vorkamen , dass eine wahre Breccie entstand. Am Merkwürdigsten unter diesen Beobachtungen ist der Fund von kleinen, ein paar Zoll grossen, eckigen, scharf begrenzten Gesteinsbruchstncken , welche in dem Apatit eines der Gänge Oedegardskjerns eingeschlossen waren.*) Die Bergart dieser Brachstucke besteht aus kornigem Quarz und etwas Horn- blende; das Nebengestein ist hier ein schwierig erkennbarer Gabbro, dem „gefleckten*^ Gabbro OedegErdens ähnlich. Da weder der Gang noch die umgebende Bergart Sbrigens Quarz enthält und die Bruchstucke den Mineralaggregaten, welche wir sonst auf den Gängen angetroffen haben, in keiner Hin- sicht ähnlich sind , dagegen mehreren unserer gewohn* lieben Quarziten gleichen: so können wir kaum bezweifeln, dass sie auch wahre Gesteinsbruchstucke sind, welche also zufolge ibrer Beschaffenheit von dem Nebengestein nicht herrühren können. Wir sind geneigt, sie als aus grosserer Tiefe los- gerissene und von der flüssigen Gangmasse an den Tag ge- brachte Gesteinsbruchstücke anzusehen. Eine Erscheinung, welche gleichfalls durch die Annahme der eruptiven Natur der Gänge am besten erklärlich scheint, sind die auf mehreren Vorkommnissen nicht seltenen gewun- denen und gebogenen Krystalle verschiedener Mineralien *) Um nns davon zu fiberzengen, dass die Brncbstücke in der That aoch von Apatit rings umgeben waren, worden mehrere Handstücke mehrmals serschlagen. (Pig. 38a uad b). Aar den Gängen Ofldeg&rdeoi lumen ofl gebogene Ktyitalle dee Enslaüt vor. Nocb hÜofiger sind A'k groMen GliomierpIftUen auf Apatitgängen (Oestre Kjöiresiftd, Oedegirden n, s. w.J gekräuselt uad gewundeo. Bei Rönbnll fanden eicb solcbe gebogono uud gewundene Butilkrjrst*Ile in den übrigen Oangmineralien eingewschaea (Fig. 30 b). Hoch« merkwürdig echeiuen uns äie bei Oestro Kjörrealad Torgefun- denen , ein paar Zoll langen , gebogenen und gewaadeoen Apatilkr^Blalle, welche — waa man aus anderen an denaelbeD Orte gefundeoen Krjatalleo mit Becht achlieasea darf — riogi nnher von einer homogenen QuarsmaBSe müssen aiDgebea gewesen sein. Es mögen wohl die saerst ansgehildeteo in der noch plaetischen Qnarzmasae vertheillen, in gewiss«» Grade biegsamen Apatitkiyslalle während der Bewegung der Quarcmasse durch den aus Terschiedenea Ricbtnngeii empfan- genen Druck ihre gedrehte and gewundene Form bekommen haben. Wir müssen ferner die lerbrocbeneQ und wieder von Apatit verkitlelen Krystalle von Oedegärden (Fig. 38a), sowif die auf den Hornblende-Magnelkies^Gäogen bei Hi&sen und an- deren Localitäten häufigen, im Magnetkiese an den Saalbäodeia onregelmässig vertheilten Uornblendetiruchstücke erwäbneu. Beide Fände machen es wahrscbeialich, dass die ganio Gang- masse nicht vollkommen gleichseitig erstarrte. Dies wird ancb durch die bandförmig - symmetrische Anordnung angedeotel. Ferner wird ee wshrsrbeinlich , dass der Apatit, resp. der Magnetkies noch eine plastische Masse bildete, als die dea Saalüändern anhaftenden Uineralieo bereits auskrystallisin waren. Als diese leideren nnn in Folge dcir Bewegung der Gangmasse cerbrachen, koonleu sie von dem Apatit verkillet und weggeschoben werden (Fig. 12). Wir dürfen hier auch an die «u Kanten nnd Ecken ge- rundeten, gleichsam angeschmolsenen , im Magnetkies einge- betteten Kryelslle crinDcrn. ( Apatitkrystalle von Hnngen. Otterbek, Hiasen , Vesire Kjörreslad, sowie aus dem Ict«- leren Vorkommnisse auch Esmarkitkrjstalle.) Wie oben erwäbut, sind unsere Apatit-führenden Gänge, wo sie in Schiebten auftreten, von dem Streichen nnd FallcD derselben völlig unabhängig; die Gänge leigen in diesen Punkte die gewöhnlichen Verhältnisse eruptiver Gänge. Ua «97 ein Beispiel cu nonne», koniiMi wir auf die Disloeationen der Scbichten bei Oestre Ejorrestad hinweisen (Flg. -23): Aus der K&rteDskitze ersieht man, wie die Schichten tfaeils von dem Gaoge darcbschnitten , iheils am denselben gefaltet und ge* wunden sind. Wer am Orte die Verhältnisse stodiren konnte, wird gewiss die Ueberzeagung gewonnen haben, dass die empordringende Gaiigmasse selbst diese Sehicbtenstorangen verursacht habe. Wir müssen noch einen Pankt hervorheben, worin ansere 6üoge sich von gewohnlichen Erzgängen unteracbeiden , näm- Hch den vollständigen Mangel an dem mit Kristallen ange- follten leeren Ranm, welcher dieee oft so scboci in aw-ei sym- metrische Hälften zertheilt. Auch gewoholiclie Drosenraume werden nur als seltene Brscbeinnngen in den Apalit*'fnhrenden Gingen augetrolFen. Auf sämmtlichen Gängen Oedeglrdens konnteo wir mir einen einzigen kleinen Druseoraum entdecken; mehrere unregelmässige and den in eroptiveo Gesteinen häufig Torkoromenden sehr ähnliche Drusenräome worden auf den Gingen von Kragero gefunden. Ausser bei diesen zwei Loca- iitaten haben wir nur noch -in einem Falle Drnsenräume in den Apatit • führenden Gängen beobachtet , nämlich die oben beschriebenen in dem Albite vom Oxöiekollen. Der Aibit kann hier keine secundare, nach und nach ans Auflösungen abgesetzte Bildung sein; er kommt, wie erwähnt, in grossen Massen als Hauptgemengtheil des Ganges vor und schliesst die öbrigen Oangmineralien , Hornblende, Apatit und Quarz, welche auch alle nebst dem Albite die Drusenränme auskleiden, in seiner Masse ein. Wir halten es für wahrscheinlich, dass das eruptive Magma selbst wasserhaltig gewesen und der Albit am spätesten anskrystallisirt sei. Deshalb kommen die Drusen- räome nur in dem Albite, nicht in den grosseren Partieen der übrigen Gangmineralien vor. Apatit als ein aus feurigflnssiger Masse auskrjstallisirtes Mineral ist übrigens wohl schon längst bekannt. Forchhammbb stellte kleine Erjstalle aus einer geschmolzenen Mischung von Kochsalz, Kreide und Knochen dar; kleine Nadeln von Apatit Bind in den meisten Melaphyren der häufigste accesaorische Bestandtbeil (ZinSBif) u. a. w. Es kann deshalb auch nicbt oberraschen, dass der Apatit auf eruptiven Gängen vorkommt. Die A patit - fÖbrenden Gänge stehen in einte gAwissen Beziehung lain Gabbro. Herr Job. Dibll hat in seiner öfters citirten knriea Schiideraog der Apatil- ginge BU Kragerö (1864) darauf anfmerkaam gemacht and sieb dafür sehr entschieden ausgesprochen, dass zwischen dem Apatit und dem Gabbro ein bestimmtes Verhällniss st«tifind«, welches er so anfgefasst bat , es seien die Gänge entweder CoDtsctbildangen an der Grenie gegen den Ojibbro , oder »ie kämen jedenfalls in solcher Nähe desselben vor, d*BS man sich in grösserer Tiefe eine Verbindung iwischeo beiden den- ken könne. JOH. Dabll besfigs schon damals als pniktiselier Bergmann sehnjäbrige Erfahrungen von sahlreiohen verscbie- denen Vorkommnissen. KjgaDLF erwähnt*) unter Gabbro: „Apatit in G&ngea i^ Hornblendfageqteiu in der Nähe von Gabbromassen." Das» das Vorkommen der Apatitgänge auf irgend eiue Weise mit dem Gabbro io Verbindung steht, ist also eine schon früber ausgesprochene Ansicht. Unter den von uns onlersochlen Vorkommnisaen finden sieb folgende im Gabbro: Üedegurden, nebet denen in der Nähe dcsselWu bei OedegÄrdskjern, Hi&sen, RegSrdsbejen und Bavneberg, Fogne, (Enden ?) In unmittelbarer Nähe von l>abbro liegen folgende Vor- Rönholt, OedegSrdskjern (e. Th.), Otterbäk, Lofthus, — vielleicht noch mehrere. Wir müssen hier auch daran erinnern, dass die Apatii- fübrenden Gänge gerade in einer (>egeod auftreten, wo Gabbro *) Sienriget og QelillnreD. I. Aaigsbe 18ti5, 11. Anigabs 1870. p. ^-t: 699 bäufig die Schiebten des Orondgebirges darcbsetst. Es muss sogleich in die Augen fallen, dass obenstehendee Verzeichniss gerade die reichsten Vorkommnisse nmfasst. Keines der Sbri* gen hat auch nur annähernd eine der den genannten ent- sprechende Bedeutung gehabt. Beim ersten Blick auf die Kartenskizze der Vorkomm* nisse bei Oedegarden , Oedegfirdskjern u. s. w. (Fig. 2) muss es gleich als ein merkwürdiges Verhältniss auffallen, dass gerade die reichsten Gänge in einer Reibe innerhalb einer Terbältnissmässig schmalen Zone von Oabbro belegen sind, was doch kanm dem Zufall zugeschrieben werden kann. Das darchweg eigentbumliche Aussehen, welches der Gabbro da zeigt, wo er an die Apatitgänge angrenzt, scheint auch für ein näheres Verhältniss zwischen beiden zu sprechen. Da der Gabbro in höherem Grade als die anderen Gesteine durch* greifeode Umwandlungen durch das Empordringen der Apatit- gange erlitten hat, so ist vielleicht die Annahme gerechtfertigt, dass das Gabbrogestein vielleicht noch nicht völlig erstarrt war, als die Gangmassen empordrangen. Die Eruption der Apatit-fnbrenden Gänge hat demnach unserer Meinung nach gleichzeitig oder aomittelbar nach dem Ausbruche der erwähnten (iabbromassen stattgefunden. Mehrere Beobachtungen scheinen dafür zu sprechen, dass die Gangmassen bei ihrem Empordringen wasserhaltig und von Losungen und Gasen begleitet gewesen sind. Die Drusen- räame in dem Albit auf Oxoiekollen sind schon oben erwähnt. Wir müssen hier nochmals an einige Eigenthnmlichkeiten der durch die Gangmasse erzeugten Veränderungen des Gabbro erinnern. la der Beschreibung der einzelnen Vorkommnisse wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die kleineren Adern aaf Regärdsheien und Ravneberg bisweilen von einer eben so brei- ten Zone des „gefleckten^ Gabbro als die der grosseren Gänge nmgeben sind, sowie auch, dass in einzelnen Fällen diese Zone an der einen Seite der Gänge breiter ist als an der anderen; ferner dass die Richtung sich auskeilender, kleiner Apophysen fortgesetzt wird durch Adern und Trümmer eines schiefrigen Ciabbro innerhalb der kornigen „gefleckten^ Varietät. Endlich wurde auch berührt, wie auf mehreren Vorkommnissen der ngefleckte^ Gabbro sich sehr weit von den Gängen erstreckt 701 Erklanug ier Tafeli. Tmfel XT-XIX. Figar 1. ApatÜYorkommniMe £wis€h«i den StAdfeem Laiig«8iiiid und Bisör. 1. Oedegärden (Bönholt n.B. w.) 9. Valle, in der N&he BageroT« ^ Fogne, neie, 3. HiSmo, 10. FiH>ite, 4. Eegardsheien n. Bavnebeig, tl. Bjdrdamnea und Hongen, 5. Kragerö (in der ISäbe Vak- 12. OedeQeld, berg und Otterbak), 13. Oesterholt, 6. Srinlana» 14. Bkoretöl, 7. BlMaoösieen, 15. Akeland, 8. »Öftre*'- o. „Westre-KjÖrre- 16. I^eeteavag. srad" (iwischea denselben nnd STinland liegt YalaBenX Figor 3. Kartenskiize der ApatitrorkommnisM Yon Oedegarden. Fignr 3. Profil Ton Bjömuen nach Meinkjar. Figar 4. Die westlicbe Partie des Ganges Ko. 1. Oedegarden. Der Phlogoptt ist schwarx, der Apatit weiss, der gefleckte Gabbro scbraffirt bezeichnet Fig. 5. Apatitgang (No. 2 Fig. '2). Oedegarden. Der Apatit ist weiss, ^er Phlogopit schwara beaeicfanet. In der Mitte der Zeichnung, sowie an beiden Seiten Tagesöffnongen der Grube. Figur 6. Profil von Apatitgängen (No. 5 Fig. 3). Oedegarden. Fignr 7. 8ich krensende Schenerstreifen auf der polirten Oberfläche ▼on Phlogopit von einem Apatitgang (No. 3 Fig. 2). Oedegarden. Figur 8. 9 Zoll mächtige Apatit-föhrende PhlogopiUder mit Ery- stallen ron Enstatit. Oedegarden. Figur 9. Profil nach dem Fallen Yon Gang No. 9 Fig. % Oede- garden. Fignr iO. Profil der obersten Partie eines Apatit- und Kjernlfin- ^renden Phlogopitganges (No. 10 Fig. 2). Oedegarden. Fignr 11. Profil Ton Gängen bei Oedegärdskjern. Fignr 13. Hornblende - Magnetkiesader mit Krystallen von Apatit, Hissen. Der Apatit ist weiss, der Magnetkies hell schraffirt, die Horn- blende dunkel schraffirt. Fignr 13 Homblendeadem in dunklem Gabbro von einer Zone ge- fleckten Gabbro's nmgeben. (1 Qnadr.-Fnss). Hiosen. Fignr 14. Ansicht Ton Begardsbeien und Bavneberg. Figur 15. Profil der Apatit-führenden Gänge Ton Beg&rdsheien. Die Gänge, die in dnnklem Gabbro aufsetzen, sind alle ron einer Zone gefleckten Gabbro's umgeben. 702 Elgnr 16, Apatit- fQhreiidar. Guig von R^rdsheiBD. Profil, in die Zone von geflecktem Gabbro eq nigen. Figur IT. Profil von dea Gingen an der Spilu BaTnabergi Das Nebgngetlein fit in dor ForUeunag der ApopbjHo foliirt, Fignr 18. 1 Qnadr. -Fn«* Geatein tod BombUndtspfairoIdCD nid körnigem Felptpath. BsTneberg. Figur 19. Frofll am „Vnggent Grabe". Kragerö. Flgnr 90. An* Vnggoni Ombe. Eragerö. „Atbtit- BpeckitHi- kryitalle". Figar 31. Karteiukiiie der Apatlt-RkhrendeD Gioge, weitlich tm Oedceürdakjera. Figur a. EjernlfluTOTkommniM bei Hanedal. Frofll. Figur 33. Earteniktzie «iuei Apatit-fttbrenden QnarxgsDgt. OeHn- Ejörrwiad. Figur 34. Fraftl «ine« Apatit-f&hrendcn Gange« Ton 8koi«t5L Fignr ■i5. Profil einei Apatit-fahrenden Gangei Ton Ozüigkollei Fignr 26. Durcbtcbnltt (nach o Fi einea KjernlflnkrjitaU«. Figur '^a u. b. EtmarkitkrjataUfl, a. SeiteuprajectioB; b. ideik Combination. Figur 3S, 39a und 39b. HorablwidekT7«Ul1e ana OzSekaUen. Figur 30- ABbeit-Speckiteinkrjitall tod EragerÖ (von oben gueli»). Figur 31—37. Er^italle tod griinem, waMorbaltigem Euuiatit im Oedeg^den. Figur 36. tod unbekannter LocaliUt gebfirt Herra Prof. WiiAOt. Figur 37. ideale Combination. Figur 38. Gewundene und terbrocbene Erjatalle ana ApatiigiDen ■ RnitititkmUtU Hnn-h Analit Tftrkiltot >nn nri>ir£nli-n h. RndUri' B. Briefliche Mittheilungeo. 1. Herr H. Trautschold an Herrn G. von Rath. MotktD, 30. Oetober 1875. Von meiner Uralreise seit länger als einea Monat zoröök- gekebrt, will ich nicht läbger sögern, Ihoea einen kleinen Beriebt absastatten. Die Landreise nahm in Perm (bis dabin benutzte icb das Danpfboot) ihren Anfang, von dort begab ich mich nach KoBchwa, dann nach Tagil, Eatharinenbarg nnd Mijass. Von >lgaaB machte ich einen Abstecher über Slatanss nach Kussa, ging inrnck nach Uijaas, beenchte dann das Qaetlgebiet der Bjelaja mit der Hütte Bjelorüak nnd fnhr dann ober Werchen- LValsk nach dem Magnetberge der Steppe. Nachdem ich diesen besichtigt, ging ich wieder nach dem Ural znrück und folgte seinem geradlinigen Zuge auf dem alten Oreuburger Wege (nicht ober Orsk) nach Orenburg. Ich verliess den 13- Juli nenen Styts Perm und reiste den 25. August von Orenburg nach Ssamara, habe also ungefähr anderthalb Monate auf die eigentliche Uralreise verwandt. Ich kann diese Zeit des Jahres sehr fnr eine Bereisong des Ural empfehlen, denn ich bin im Allgemeinen von der Witterung begünstigt gewesen und habe die Fahrt trotz heirlicb schlechter Wege, mangel- haßen Nachtlagere nnd spärlicher Nahrung ohne Nacbtbeil für meine Oesnndbeit aasgehalten. Da Ihr verewigter Schwiegervater in seinem klnssischen Werke über den Ural schon die mineralischen Reichthümer dieses Gebirgsiuges so gründlich beschrieben hat, dass seinen Nachfolgern nor eine schwache Nachlese übrig bleibt, so will icb nur auf die hauptsächlichsten Veränderungen, die dort seit Uiu.i.D.gHl «... XZVU. 3. 46 705 eiDOwl darchgewaaofaen and liefern lobneDden Ertrag, ihr Sand in 90 nachläasig verwasehea geweaen, dasB man onlänggt noch ein ]j Pfand schweres Stack Gold darin gefunden hat. Im Ilmengebirge habe ich einige Tage auf die dort vor- kommenden selteneren Mineralien arbeiten Jaseea, anch eine tiemlieh gale Aaabeute ao Aescbjrnit, Ssamarskit, Malalcon, MoDSitt, Pyrocblor und Zirkon gehabt, von Topas habe icb *Dcb einige recht höbeche, wenn anch kleioe Krysttüle heim- gebracht, die Pheo&kite sind noch seltener. Den Miaecit muss man an Ort und Stelle sehen, am eiosn richtigen Begriff davon iD bekommen, besonders interressirlen mich die gross- k rys tat! ioi sehen Varietäten, deren Krystailoide mehrere Quadrat- fuH gross sind and in denen der weieae Peldspatb und der elieo falls weisslicbe Eläolitb von fussb reiten Bändern pecb* schwanen Olimmers darcbsogen werden. Von Knssn ans besachte icb die Perows kitgraben von Achmatowek; die Aasbeate war dort nicht sehr bedeutend, da von den Halden nstürliob das Beste abgelesen ist, und län- gere Arbeit mit der Keilbane erforderlich ist, nm lu reicheren Panditällen Torsndringen. Der liebenswürdige HSttendirector TOD Kussa, W. Rbdikobzbt, entschädigte mich indessen dnrch Mbr bnbsche Sseben au« seiner Sammlung, die reich ist an ^liaeralieD dieser Localttät. IJas Gestein des Magnetberges der Steppe iat Feld Späth porpb^r. Hblhisszh und HorHASEi *precben in ihrer Bescbreibnng dieses Berges anch von Grün- *iein, den ich nicht gefunden. Da der gause Berg mit Rasen bedeckt ist, kann es leicht sein, dass mir das Gestein ent- gaegen ist. Sehr bemerklicb machen eich grosse Orthoklas- krplalle, die oft mehrere Kubikfuss gross sind, nnd namentlich die Spitze des grossen Magnetberges krönen. Das Eri giebt 77 — 80 pCt. Gasseisen uud wird auf der Hütte BjeiorSik versclifflolien. Grosse, mehrere Kubikfaden haltende Blöcke zeigen dentliehen polaren Magnetismus. In der Umgebung von Orenbnrg besnchta icb die Kapfer- graben von Kargala, die sieh seit 1870 im Besits einer eog- ÜBchen Geaellschafl befinden. Der dortige perroische Sand- eiflin ist von Kupfersalcen durchiogen und giebt 4pf t. Knpfer. Auf den Halden der Alexandergrube sammelte ich lablreicbe Pflacienabdrüeke , habe aber dort keine Spur von der an an- deren Orten so stark vertretenen Nöggerathia gefunden. 707 Am häufigsten isl hier Amm. Johtutoni (ptilonoHu pli- catui) bis iD SO Mm. gross, doch ist nur die Schlnssvindoog re«p. WobDkftmroer gut erhalten; die fräherea Windungen sind mit Kslkipalh erföilt nnd laesen sich nicht vom Gestein tren- neu. Daneben finden sich Brachsincke von Plagiastoma gi- gmteum nod von P«c(w> nnd selten von grossen Exemplaren Ton Amm. angulatui. Es sind also die beiden untersten Zonen dei Lias hier vorhanden. Auf der Lrowio'schen geologischen Karte ist dort Keoper angegeben. Wie es scheint, streichen die Schichten von hier nach dem südwestlichen Tbelle von Angersbftch hin. Die von Herrn y. UArDBii gefundenen Stacke von Amm. angulatut stammen aus Schiererthonblöcken, welche nach einem Wolkenbrocbe in dem dorch Angerabach laufenden Flutfagraben liegen geblieben waren. In einem solchen Schieferthonblock fand ich ancb einige gant verdrückte glatte Ammoniten, bis lu 20 Mm. im Dnrchmesaer, welche su Amm. planorbi» (pilonottu iaevit) oder Amm. Hagtnowü gehören konnten. Anstehend sah ich schwärzliche Schiefertbone in dem FInthgraben, an dem jüdwestlicbeo Ende von Angersbacb, während nach Angabe dei Bürgermeisters das ganie Dorf anf derartigen Schiefer- tboDen steht, walehe freilich ancb dem unteren oder oberen Keeper angehören könnten. Weiter anfwärts in dem Fluth- graben folgt dann auf dem Kopfe /stehender Muschelkalk und darSber bunter Sandstein. Mit Beginn des Frühjahre denke ich diese Gegend nooh- mal ta besnchen und nameDtlich nördlich von Lanterbach nnd Maar nach weiteren von LoDWlG öbursehenen Liaspunkten au Bachen. 3. Berr Ferd. Roembh an Herrn Dahks. Breilao, 34. NoveiobBr IS7ä. Es wird vielleicht von Interesso für Sio sein, tu erfahren, dus die von Ihnen in Band XXV. 1873 pag. 66 ff. und Band XXVI. 1874 pag. 761 S. aus der Gegend von Bromberg beschriebenen ceiiomanen Diluvial - Geschiebe sich ancb bei 708 Daniig gefanden haben. In einer Sammlang von Diluvid- Gescbiebeo sedimentärer Gesteine, welche ein eifriger Znbörer von mir, Herr Cobvtkhtb aas Daniig, in einer bei Langenaa, 2 Meilen südlich von Danzig, hart an der Eisenbahn gelegenen Kiesgrabe gesammelt hat nnd welche «r mir vor einigen Ta- gen vorlegte, befand sich ein kopfgrosser, mit VerBteinerungea dicht erföllter Block, in welchem ich sofort das von Ihnen beschriebene Gestein erkannte. Unverkennbar machte sieb nämiicb anter den eingeBchlossenen VersLeinerangen gleich aof den ersten Blick Amtnonite» Coitpei in mehreren Exemplaren bemerkbar. Hänfig ist ancb der von Ibaea als Paclen orbi- ctttaris Sow. aafgeföbrte glatte Ptettn. Bemerkenswerth ist ferner ein schön erhaltenes Exemplar von Trigonia tpimota Park., einer Art, welche in cenomanen Schichten am Bei^« Sainte - Catherine bei Reuen, bei Le Mans nod an andeTen Orten vorkommt und also gat zn den anderen cenomanea Arten passt. Ausserdem enthält der Block eine Ansakl noch näher zo bestimmender Gastropoden und Acephalen. Du Gestein des Blocks ist ein mit vielen dunkelgrünen, feinen Glaukonitköroern erfüllter fester, kioseliger, grauer Kalkateio, in welchem die Oberfläche der eingeschlossenen Steinkerne und Abdrücke der Conchylien gewöhnlich durch Eiaenoxyd- h^drat gelbbraun gefärbt ist. Das Vorkommen dieser ceno- manen Geschiebe bei Danzig weist noch bestimmter auf dai von Ihnen vermutbete Ursprungagebiet im Norden hin , all da^enige bei Bromberg.*) *) Der Hiltheilnng de« Herrn Fird. Riiilmbu nOcble Irta oocb biai» fflgen, daas Herr Siai'Cehakn cenomane Oeichiebe im Kr C. VerhandlangeD der Gesellschalt 1. Protokoll der Juli - Sitzuag. Verhandele Berlin, den 7. Jnli IB73. VoriiU«nder: Herr BlluOH. Db8 Protokoll der Jdd! - Sitaung WDrde vorg«l«8«n and genebmigL Der GeaellBchart sind ale Mitglieder beigetreteai Herr Dr. C. Frickk, Lebrer an der ReaUcbale in Malcbin, Mecklenburg, und Herr Dr. W. CaspasT, Lebr«r ao der LandirirlbBcbafts- scbnle so Hilde>heiin, beide vorgescblagen darcb die Herren K. v. Sss- BAOB, Max Badbb aad W. Dakbb; Herr Klbttb, Kreisgerich tiratb in Scbniiedeberg i. Scbl., vorgeachlagen darcb die Herren Wiib8KT, Bitrioh und Roth; Herr Fbibdiucb von OBTHBAtrsBH, Gutabetitcer in Gre- vwberg, Kreta Höxter, vorgescblagan durcb die Herren Lababd, Bbtbich und Dambb; Herr Dr. Wabhbobaffi au Berlin, Assistent am Labo- ratorium der geologiscbeo Laudeaanatslt, vorgeachlagen darcb die Herreu Obtb, Ladhb und OoLK. Der Vorsitiende legte die für die Bibliothek der Oetell- scbaß eingegaogensD Böcber und Eutea vor nnd gab dann Keuotnias von einer brietlicfaea MittbeiJung des Herrn Lobsxb über einen Oraptolitbeufuud bei Thale (vorgl. briefl. Mittheilun- g«D in dieaem Bande pag. 448). 710 Herr Rbhbl^ vervo) Island igte seine in der vorhergehende n Sitzung (s.pag. 481) gemnchteo UittheilaDgeo aber Dil n vi »1- VorkominaiBse in einer Steingrobe bei Heegermötal« und zeigte von diesem Foudort eine Anzahl von Oescbiebeo. sowie ein weiteres, seitdem gefundenes Knochenfragmeot von Elephas primigeniut, einen Mittelfussknocben, vor. Derselbe Redner berichtete sodann aber das Anf treten einer diluvialen Bern stein - fü hrenden Schiebt in- mitten des oberen Geschiebeoiergels hei Neiutadt-Eberswalde, unter Vorlegung von Proben dieser Schicht, sowie von darin gefundenen Bernsteinelncken und nordischen Geschieben. Ei besteht dieselbe aus einem gl ankoni tischen, kalkreicbeD und etwas thonhaltigen Sand, der in Aussehen und Zasammen- setEDng dem marinen Orönsande des Unteroligocän , welcher im oslpreuBsischen Samlande als die eigentliche Bernsteinerde erkannt wurde, sehr ähnlich ist und ebenso wie letatere den Bernstein in bedeutenden Quantitäten und gaos gleicbmässig eingelagert enthält. Endlich besprach der Vortragende die AufGnduog von Ueberresten von Urtut ipelaem, Cervti» alce» und Cenv« elaphut in einem moorigen Allnvialabsals der nämlichen Gegend; das aufgefundene Fragment von Ursus ^elaeui, ein sebr gai erhaltener Unterkiefer, wurde vorgelegt. Das Nähere über diese Gegenstände wird ein Aufsatz im nächsten Heft der Zeitschrift bringen. Herr Bbtrich bemerkte an dem Vortrage des Hrn. Rbhkle, dass der Bernstein-fahrende, glaukoni tische Sand im Diluvial- mergel bei Nenstadt-Bberswalde jedenfalls tertiär sei and dass man die Erscheinung vergleichen könne mit dem lagerftrtigefl EinschluBS der mächtigen Scholle von Schreibkreide im Dilu- vium bei Stettin. Herr WsiSB referirte über den Jahresbericht der Handels- kaoimer in Halle a, S, pro 1874, soweit der Inhalt die Pro- dnction mineralischer Stoffe betrifft. Derselbe erläuterte an vorgelegten Stücken das Vorkom- men kleiner Schalenreste aas dem unteren Bantaandsteiii von Dürrenberg, Provini Sachsen. Nach Grösse aod <>e- Btalt gleichen sie der Ettheria Qermari Bits, nnd kommer. auch Ettsammen mit dieser vor, unterscheiden sich »ber von ihr durch eine gewisse Anzahl radialer Rippen, welcbe von Wirbel aasstrablen, nnd bilden so einen aasgeseicbneten Tjpas. Schon GiBBEL hat unter dem Namen Potidonomya Wengensis and nodoBO - eostata von Durrenberg 2 Arten bescbrieben, welche mit den vorgelegten vielleicbt identisch sind. Die letztere stammte aus einem Bobrlocbe, obige Funde dagegen WDrdea in anstehenden Schiebten (Schieferletten , zwischen Sandsteiobänken) an der Saale in den Promenaden oberhalb des Salzamtes von Herrn Dir. Mbtznbr und dem Vortragenden gemacht. Bei mangelhafter Erhaltung verschwinden die Rip- pen leicht in der Nähe des Wirbels oder des Vorder- und Hinterrandes, am Bauchrande sind sie am stärksten und blei- ben am deutlichsten. Bei guter Erhaltung lassen sich sehr leicht 2 Formen der Berippung erkennen. Die eine wird nur durch 12 oder kaum mehr Rippen gebildet, von denen die mittleren (6 — 10) sehr scharf liniirt und abgesetzt hervor- treten, auf der convezen Seite erhaben, auf der concaven (Innen-) Seite vertieft. Hier liegen die Rippen wie Leistchen verbältnissmässig weit auseinander und zwischen ihnen befinden sich glatte, nur durch concentrische Runzeln unterbrochene Felder. Diese Form mag der P. nodosa - eostata Gibbel ent- sprechen, welche aber nur 7 Rippen haben soll. — Die Andere Art*) zeigt sehr viel zahlreichere Rippen, die na- mentlich am Vorder- und Bauchrande dicht gedrängt erschei- nen; diese sind weniger scharf abgesetzt und ziemlich gleich breit mit den Feldern zwischen ihnen. An besonders gut erhaltenen Exemplaren wurden etwa 30, an anderen 20 ge- wählt; doch ist zu bemerken, dass man kaum jemals die An- zahl genau bestimmen kann« sich daher bei der Unterschei- dung der beiden Formen an die angegebenen Merkmale halten 31Q88. Diese zweite Art ist wohl die Wengensis Gibbbl. ^ Jones, der Monograph der Gattung Estheria, kennt nur un- Serippte, concentrisch runzlige Arten und trennt Leaia^ als nit 2 radialen Rippen versehen, generisch von jener. Danach (ano man geneigt sein, auch in unserem Falle eine neue Gat- ung zu erblicken; es durfte aber bei der grossen Aehnlieh- (eit des ganzen Habitus mit Estheria schon gencigen, die *) Der Vortragende benannte die ersterc Art E$lherielln lineata, lie letstere E. coitata; jedoch rnnss, wie er glaubt, bis zum Nachweis »er wirklichen Verschiedenheit beider von den Girbr Loschen Species die ^amengebang zurückgezogen werden. 712 • Dürrenbei^er radial gerippten Schalen ngr in ein Sabgeoift mit der BnB«nnnng Estheriella in stellen. Nach eioigee Uu- sangen an besonders guten Exemplaren ergab sich für die Form mit etwa 12 leisten förmigen Bippen die Höbe sar Breite = 2,8:4,3 Mm. = 1:1,5 3,2:4,3 „ = 1:1,3 2,7:3,5 , = 1:1,3 für die Form mit über 20 gewölbten Rippen und Farchea die Höbe inr Breite = 2,5:3,8 Mm. = 1:1,5 2,4:3,5 „ = 1:1,4 2.3:3,3 , =1:1,4 2,2:3,1 „ =1:1,4 Es mag noch die Bemerkung hinzugefügt werden, du» bei Dürrenberg mehrere Estherien - Horitonte exjatiren. In Bnbrioch fanden sie sich bei etwa 200 M, Tiefe; snKeliead beim kgl. Salzamtsgebäude, sehr kleine angerippte Eslberiti fand der Vorlrsgende ancb am linken Ufer der Saale, wenig! Fusse unter den ersten gruben weissen Sandateinbänken iti: mittleren BnntsHndsteins am Abhang zwischen (iraslau ati Leina bei Corbetha. Herr Wbbsrt referirte über den Inhalt des Lehrbucbs dfi Petrographie von t, Lasaolz. Herr Halfab sprach im Anacblusa sn den in lorigtt Silznng gehaltenen Vortrag über Kieselscbiefer von Rohmlef- Hall. Hierauf wurde die Sitzung geschlossen. V, w. o. Bethicb. Wxiss. Daves. 2. Protokoll der August -Sitzung. VeTband«1t Berlin, den 4. Aogiut 1873. Vorsitzender: Herr Betbioh. Das Protokoll der Juli - Sitzung wurde vorgelesen nc^ genehmigt. Der Vorsitzende legte die für die Bibliothek der OmcU- schaft eingegangenen Bücher und Karlen ror. 1 713 Uorr Pb. ScHxnyr aus Petersburg sprach aber den Jetti- gOD Standpunkt der Kenntnisse von den Sedimentärformationen in Ost-Sibirien. Bs sind über diesen Gegenstand schon früher Zusammenstellungen gemacht worden , zuerst von A. Ermau zo Anfang der vieniger Jahre und dann von MlDDKNDOiirF in »eioer Debersicht der Geologie Sibiriens im 4. Bande seines Reisewerkes (1860). Seitdem sind nun eine Menge Materialien binzagekommen , die vorzugsweise auf den Reisen von Czbka- KOWSKi, L0PAT15 und mir zusammengebracht worden sind. Meine eigenen Reisen brachten mich in den Jahren 1859 bis 1863 nach Transbaikalien , an den Amur und seine Neben- flösse Buteja, Amgun und Usauri, in das mandschurische Küsten- gebiet und auf die Insel Sachalin. Im Jahre 1866 hatte ich Gelegenheit auf meiner Mammuth • Expedition den unteren Jeoissei und die angrenzenden Tundren zu untersuchen. LoPATi», damals Bergingenieur, jetzt Goldwäscher am Jenissei, bat in den verschiedensten Gebieten Ost -Sibiriens — am Amor, auf Sachalin und am Jenissei beobachtet und gesam- melt. Seine Sammlungen sind grösstentheils in meinen Hän- den im mineralogischen Museum der Petersburger Akademie der Wissenschaften. Czbkakowski untersuchte in den Jahren 1868 — 1872 das Gouvernement Irkutsk, im Jahre 1873 ging er die untere Tunguska hinab bis zur Mündung in den Jenissei, 1874 ging er schon auf Winter wegen an die nämliche untere Tunguska, um von hier in das Queilgebiet des Olenek zu ge- langen, den er dann zu Wasser hinabfnhr bis seiner Fahrt darcb den eintretenden Eisgang Halt geboten wurde. Noch anf der Ruckfahrt machte er im November bei Werchojansk schone Beobachtungen. Jetzt ist er wiederum an die untere Lena und den unteren Olenek abgegangen, vorzugsweise um die Lagerstätte der schon ?on Middbndobff mitgebrachten ^eratiten zo erkunden, über die er im vorigen Jahr noch im unklaren geblieben war. Czbsabowski^s Reisen wurden vor- sogsweise im Auftrage der kaiserlichen geographischen Ge- seilschaft gemacht. Seine Sammlungen befinden sich ebenfalls im mineralogischen Museum der Akademie der Wissenschaften, io dem ich nach Möglichkeit alles paläontologische Material, das in Ost - Sibirien zu Tage gefördert wird , zusammen zu bringen suche. Die Silurformation^ hat eine mächtige Ausdehnung in i 714 der Milte Ost-Stbirieni und zwar sind es Kalke mit PenUtiktru obUmgut (in besonderer Locatform) und den gewöbnllcbFii ob ersiluri sehen Korallen Calatnopora gotiandica, Caleiapom labj/rinthica a. b. w, , die den gröasten Raom einnefamen. D« reich haltigeten Fandstälten hat Czbkadowski am anleren Ua! der anteren Tungaska ond auf der Wasterscheide twiKbn Wilni and Olenek (besonders an den Qnellflngsen d«B leu- teren) aufgedeckr. Bin ähnliches Lager wurde in der ^»be, noch im Qnellgebiet der WiloiiuSässe von Maak schon 1^ anfgefunden. Die beiden letitgenannlen Localitäten scblieaiea sich ganz aaffaliend nahe au die tiefsten oberBiloriscbm Schiebten EsClaads (meine Jördensche Zone 4) an darcb du häufige Vorkommen der chnrakleristischen Atrial DuM"' Vbbn. Am Olenek selbst standen versleinerangs leere M«n:^ an, aber im Uferkiee fanden sieb zahlreiche silarische Koralleai aus den Nebendässen herabgeflösst, die gegenwärtig, wie illa mir zugänglichen sibirischen Biluriechen Korallen zqf Bru^ beitang an Hrn. Dr. Lihdstböx nach Wisby gesandt sind. EIim- falls kommen siiuriscbe Korallen am unteren Jenissei in in Oegend der Kureikamnndung vor, wo solche von Lopm; gesammelt sind. Ein böberes Glied der Siltirformation scbetol bei Padun am mittleren Lauf der Angara anzuBtebeo, «ü CzBKANOWSKi Stücke eines eigenthümlichen Euryptenu fr funden bat. Ebenfalls sind Eur^pterenbroeh stücke nud eigeil thümlicbe ÖrthU an der Tscliooa, einem rechten NebeDÜas^ des Wiloi von den Herren Maidbl und Pawlowski gefantli^ worden. Welchem Nireau die von Ehkad mitgebracblen ni^ von GiBABD beschriebenen (Bbuam's Archiv 1843) Ortlti* tmoK^ 0. a. angehören , kann ich nicht genau beslimmeD , da die bd treffende Localitat, Kriwolnitk an der oberen Lrena, spiu| nicht mehr uotersucht worden ist. Von nntersil arischen Petifj facteo haben wir bisher nur eine einzelne Probe: ein Geschict' mit deutlichen Agnoslus vom Ufer des unteren Olenek, durH 715 nkter darbielen. Sie ähneln e. Tb. den böbmiscben Ober- lilarBcb lebten, wie v. OrOubwaldt nacbgewiegen hat, i. Tb. (ehÖreu sie wohl schon sam devonischen System and seigen i'erbiDdDogeglieder tum rheinischen Devon. Die devonischen Schichten Ost - Sibiriens sind noch sehr inklar. Am oberen Lauf der unteren Tnnguska stehen Kalk- indsieiDe an, in denen Czekarowski viel gesammelt hat. Es ind meist Brachiopodeo, unter denen Herr DupoHTans Brässel, ier im vorigen Sommer in Petersburg war, die Leptaena Duter&H u erkennen glaubte. Ausserdem kommen wahrscheinlich devo- iscbe E'iscbreste in rothen Sandsteinen bei Krasnojarslc am enisBei vor. Der Bergkslk wird von MsguTZKi an der Lena berhiib Jakntsk angegeben, doch habe icb die einacbllgigsn «mniluogea nicht snsflndig machen können. Eine reiche leiakoblenflora , die mit Koblen und Graphit am mittleren «uf der unteren Tungaeka vorkommt, hat wiederum Czeka- )wsEi ausfindig gemacht. AmJeoissei, oberhalb Krasanjarsk, ■1 LoFATiii eablreicbe Lepidodeadreoatämme in Sandstein kcb|ewie8en. Von der permischen Formation können wir xb nichts aus Sibiriso benchten, dagegen erregt die dortige riae unsere gauce Aufmerksamkeit. Schon MiDDBRDOHFP halte im Jahre 1845 aus Jakutek iioae Exemplare von Ceratilen mitgebracht, die von Graf ETSEE1LIII& beacbrieben wurden und damals das grösste In- resse erregten. Sie sotlleo vom Olenek berstammen. Eben- lls einen Ceratiten hat Eicbwald von den Neu • Sibirischen ■ein beschrieben. Die Lagerstätte dieser Olenek - Ceratiten fiuklsrei), war eine Hauptanfgabe der Expedition Czbka- »aEi's, der in den Jfthren 1873 und 1874 im Auftrage der itiicheu geographischen Gesellschaft die untere Tuugaska d dea Olenek erforschte. Leider konnte er wegen vorge- :lcter Jahreszeit den unteren Lauf des Olenek im vorigen bre nicht mehr genau untersuchen. Er musste sich begnü- n, lu Schlitten die Oleaekuiüodung lu erreichen, und dann :r Werchojansk und Jakutsk nach Irkntsk heimkehren, nderbar erweise konnte er am Oienek nichts Bestimmtes über erwähnten Ceratiten erfahren. Sie waren den Bewohnern hl ganz unbekannt, aber mau wies ihn weiter nach Westen den Annbar. Und doch hatten nach Middbeidorff noch iBBiiDoiirp nod der Erzbischof Nil Ceratiten in Jakutsk von 716 KKufleutea erbaltoD, die wiederum vom Olenek herstammeii ■ollten. Um die Frage endlich aarEukUren , ist Ckkeakowse! im Mai dieses Jahtee wiederum die Lena binabgegaogen, oro aucb den unteren Lauf des Olenek genauer la erroracbeo. Zu Weibnacbten boffen vir auf Nachrichten von ihm. D»> Vorkommen von Ceratiten in anstehender Trias scheint am so wahrscheinlicher, als es Cbbkahowssi geglückt ist, aar der Rückreise im Winter bei Werrbojansk einen Schiefertbon auf- Buflnden , der ganz von Monotis »alitiaria erföllt war, dit vollkommen mit der Spilzbergischen übereinstimmt. Dort icr 6pit>hergen kommen mit den Monotis-Lagern Knollen mit Ct- ratiten, den sibirischen ähnlich, vor, die LikdstrOm beaefarieb» bat, und von denen noch reicheres Material ans neaeren Ei- peditionen unbearbeitet im Stockholmer Huienm liegt. E» if- also zu erwarten, dass auch die Olenek?- Ceratiten den Mo- 717 Schiebten (von gränBandarligcm AusBeben) bat ebenralls Lo- fATtn nahe dar JamsB«imändaDg gefanden — aie enthielten nur groMe Inoceramen, die ich sanächat mit /n. Gehnüiamu Stol. vergleichen lu können glaubte und daher auch der Kreide larachnete. Gaue anzweifelhafte Kreidesehicbtcn sind Dur taf der Jetit auch lu Oat-Sibirien gehnrenden Insel Sa- chalin DBcbgewiesen, die icb ausfubrlicb in den Memoiren DDserer Akademie der Wissenschaften beschrieben habe. I>M Berliner Mnseam besittt von dort eiae schöne Saite, nnter der ein groeaer Ammonit enthalten ist, der nicht in den von mir beschriebenen au psasen schien. Gegenwärtig glaube icb, dui er dennoch in dem A, Saa/a Forb. gehört, da er gans die nämücbe Oberflacbenseichnung wie dieser seigt. Aach die Viodongen nehmen beim A. Sacya ebenso schnell la, wie beim Berliner Exemplar, und es käme nnr daraaf an, die Ueberein- itimiijang der inneren dicht gedrängten Windnngen , die beim Berliner Exemplar vom (Gestein verdeckt sind, durch Präpa- mion II achta weisen. Sind unsere Kennlnisae von mariner Jumformation in Sibirien aucb sehr dürftig, so ist dagegen eine sebr reiehhal- %« LandbiidoDg dieaer Formalion mit zablreichen woblerhal- leren Pdanienresten , Fischen und Insecten vorhanden, die tm oberen Lauf des Amur und seiner Nebenflüsse Seja and Bnreja, sowie an der Angara anterbalb Irkutsk aacbgewiesen (ind. Die reichen Pfiantensamminngen , die von Cebkahowski >n der Angara und von mir nnd GlbhK am Amur gemacht "Orden sind, bewbeitet gegenwärtig Prof. Hber in Zürich, der Mch die Insecten übernommen bat. Die scbön erhaltenen, iber nicht artenreichen Fische sind bisher noch anbeatimmt, ioeh Btinmt eine Form, die Czbkahowbki mit jurassischen i'Bsnien an der Angara gefunden bat, vollkommen mit der l'ifcoptera Midäendorf/H J. Moll, ans der Onon-Steppe nberein, li« schon M1DD8NDORFF mitgebracht and JoH. Müllbr sur Be- limmnng übergeben hatte. J, Hcllbr bat sie im 1. Bande OD MiDDBHDomr's Reiaewerk beschrieben nnd ist geneigt, sie ür tertiär xn halten, macht aber schon daraaf aufmerksam, tag Graf KbTBBBLIKO auf die Aehnlicbkeit mit der Ganoiden* aitnng ThrtMOp» biogewiesen habe. Nach Ansicht xabU «eher Exemplare mit w ob lerhallenen Schoppen muss ich mich bearalta für die Ganoideonatur der Lyeoptera erklären. Zu- 718 gleich mit ihr kommt ao der Targa, einem Nebeoflaas dei Oaon, die Estheria (Limnadia) Middendorfßi Joübs in Massen vor, die auch an der Angara mit den Jurspflansen, die in Danrien fehlen, von Czbsanowski nachgewiesen ist. Die Tertiärformation nimmt im Amorgebiet und aaf der Insel Sachalin einen grossen Raum ein. Namentlich sind es Schieferthone mit miocänen Pflanzenabdracken, die am mitUereo Amur, an der unteren Bareja, an der Grenze von Korea, ao der mandschnrischen Knste, am Kcngka*See im oberen Dssuri- gebiet und an mehreren Stellen von tSachalin, wo noch reiche Kohlenlager in ihnen vorkommen , sowie in Kamtschatka weit verbreitet sind. Diese miocänen Pflanzen befinden sich gegeo- wärtig zur Bearbeitung ebenfalls bei Prof. Hbbb. Was marine Tertiärlager anbetrifft, so fehlen solche im eigentlichen Festlande Sibiriens vollständig; es zieht sich aber eine pliocäne marine Ablagerung ober Sachalin, Kamtschatka, die Aleuten bis nach Oregon uod Californien, in welchen letz- teren Landstrichen sie von Gabb schon vollständig bearbeitet ist. Die ersten Proben dieser PÜocänformation von den Kösteo des nordlichen Stillen Oceans hat schon A. Brmar mitge- bracht; es sind die von Gibabd in Erhab's Archiv 1843 ver- öffentlichten Nucula Ermani und Cardium aleuticum. Später hat Obewisgk darober in den Verbandlungen der St. Peters- burger mineralogischen Gesellschaft, 1849, nach den Samm- lungen von WoSNBBSBNSKi , die vorzüglich auf Kadjak angelegt waren, geschrieben. Grosse Vorräthe sind später durch W. MiDDBHDOBFF in Kadjak, C. v. Dithiar in Kamtschatka bei Tigil , sowie von Lopatin, Glbhn und mir auf Sachalin zu- sammengebracht worden, die sich alle in den Petersburger Museen befinden ; auch nach Stockholm kamen durch Fübs- HJELU Sammlungen von Kadjak und Sachalin, die ich im ver- flossenen Sommer angesehen habe, die jedoch keine neuen Ma- terialien mehr enthalten. Ich habe die genannten Sammlungen ziemlich vollständig durchgearbeitet. Noch im verflosseoeo Sommer habe ich manche Aufklärungen erhalten im Berliner Museum durch Herrn y. Martbns, in Mecklenburg durch die reiche Sammlung des Herrn v. Maltzab - Fbdbrow and im britischen Museum. Ich zähle im Ganzen etwa 80 Arten Cou- chylien, von denen etwa 60 noch gegenwärtig im Stillen Oceao leben, 12 Arten sind neu, und 6 habe ich in den Werken ober 71» lie Tenürfaau» tod CalifornieD und Oregon wiedergefunden, iHruDl«r die Vertreter von iwei eigenthümlicbeo Oattangen, "^enehoedt ead Pteudoeardütm , die von Oabb ttaaföbrlich be- chrieben aind. Als CarioBitüt mnsB icb bier noeh aoföhren , daes EiOH- ULD eine SemmlnDg dieser Tertiärconchylien, die der Oberst )oBoscRn( ihm von Kedjak Dod den Aleuten laitgebracbt, aU nr Tu ron- Kreide gehörig boscbrieben bat. (Siebe geogaostiech- lalioDloJogiscbe Bemerkoagen vod der Halbinsel Äliaaka and fingiicblak, St. Petereborg 1873.) Er kann keine einzige bantkteriitiicbe Kreideform nacbweieea, zwingt aber die ^erliärconchylien in die Abbildnogen von d'Ohbioht's terr. Tel. per Tas et neras binein. Ein Hauptgrund für ibn , .die 'ertiärformation an ezoscbli eisen, ist die bieweilen grosse Härte ai Peiligkeit der Sandsteine, in denen die GoDcbjlieo vor- ommen. Die weichen Tbone, die vielleicht noch verbreiteter ind, liefern eben meist lerbrÖekelte Exemplare, die sieb chirer transportiren lassen. Noch erlaube ich mir tum Scblass ein paar Worte über i« Dilamlbildangen Ost-Sibiriens. Die zahlreichen Knochen OD Mammnlh, Bhinoceros, itos primigmwt n. s. w. kommen leiai in isolirten Süss Wasserbecken vor, wie ich mich selbst 1 der Taodra des unteren Jenissei nberceuKt habe, wo solche TM dareh mich dea Artikel fon Prof. t. Mabtbks (Zeitschr. H'ii pag- 741} erbalteo hatt«, lelegrsphirt« er au mich die ge- oaoereD Aogtiben nber die Verlbeitung der wichligateo Mg- schein \a einer oberen und einer unleren Schicht. Den lDb*ll dieses Telegramms (heilte ich Prof. v. Martbns mit und ikf Hittfaeitang ist gegenwärtig aoch schon gedraekl. Zugiflel pDblicirle aber Herr CzSBSKI noch einen nncblräglicbeB Artihd in den Schriften der geographischen Gesellscbaft za Irkoiit in dem er die nötbigen Angaben über das Vorkomraea da Concbylien macht, zugleich aber aoch seine grosse UdM' friedenheit mit den von mir mttgetheilien Angaben über du Lagern ngs verbal toisse ansspricbt, £inen Arlihel äbnlicbeo lit halta nebst Karte bat er, wie er achreibt, nach Berlin u Prof. T. Mabtshb gesandt. Ich habe im Obigen nur eine Er ktärnog betreffend meiner erwähnten nngenügenden ADgubn geben wollen. Herr Daubs eprach aber 2 neue E}ebiniden-(>aUsogen u den vicentin lachen Tertiärbitd nagen, Oodypeut and tlarioma. Hierauf wurde die Sitznng geschlossen. V. w. o. BeTBIOH. n'BBBKT. DaHBS. 3. Dreiundzwaozigste allgemeioe Versammlaog d< Deutschen geologischeo Geaellscbad za HüDcbeo. rratakell tter SiUog TtM 12. Aagut KTS. Die Sitzung warde darch den Oeschäftsfübrer Herrn Gtlti eröffnet, welcher die Versammlnng willkommen hiess nod U sonders betonte, dass IHnnchen, welches, auf die Schwelle dJ alpinen und ausSeralpiuen Gebiete gestellt, schon durch »rU Sud nod Nord rermittelndo Lage baaptsäohlicfa geeignet r| scheint, der wissenschaftlichen Dlscnssian eine neotrmle 8iiii 721 Bei der darauf vorgmM>inmeneD VorstaDdswabl wurdi err r. Dbchbh durch Acclamation lom Vorsitaendeq gewählt eraelbe äbemahm for dietieo Tag den Vorgitz and 8ch]u| r den folgenden Tag Herrn Qümbbl, for den dritten Ver immlongstag Herrn F. 7. Hadbr zur üebernahme dee Prä diams vor, waa von der Oeaellachaft eioatimoiig angenono' eo wurde. Zd Schriftfohrern worden die Herren W. Dahbs aoe Berlin . V. Ammon aas Manchen ood C. Doblteb t Cistbrioh aai 'ien erwählt. Herr Gümexl machte hierauf einige Vorschläge for di! Mb Beendigung der Sitzungen vorzunehmende Excursion i : ie Alpen und sprach seinen Dank der kgl. bayer. Staats i^erong aus, welche zo diesem Zwecke freie Fahrt auf dei ftbastrecke Munchen-Miesbach gewährt hatte. Herr Bbtrich übergab den Rechoungsabachluss für da! ftbr 1874 unter Verlesung folgenden Schreibens des Schata leiiters der Gesellacbaft, Herrn Lasabd: Berlin, den 27. JnU 1875. An dcD Vorstand der Deutacbea geologiacben Geaellsohaft hie ' ,Die im Jahre 1871 definitiv beschlossene Erhöhung d« : •eitrige vom Jahre 1872 ab um 15 Sgr. war nicht geeigne en Bedurfhiaaen der Qeaellachaft zu genügen, seitdem eine ^ei)8 au den Umfang und die Ausstattung der Zeitschrift« 1 edeuteud gesteigert« Ansproehe gestellt, anderentheila aber d 1 lerstellongskosten der Zeitschrift so enorm gestiegen sind, da er dafür zu zahlende Preis denjenigen von 1872 um fast 75 p( I bersteigt. -^ Bis zum 2. Heft des XXIV. Bandes ward 18' ! ^ dem Zeitpunkte, an dem die früher beschlossene Erhöhui | es Beitrages um 15 Sgr. in Wirksamkeit trat — dem Buc nickereibesitzer Starckb für den Bogen S'/g , von da 1 IVj ThJr. und schon vom XXV. Band Heft 2. an, IV/^ Th ezahlt, 80 dass ein Heft, welches bis dahin an Buchdruck« oMen 200—240 Thlr. gekostet, jetzt nicht unter 340 Th erzustellen ist. Ein Blick auf den der Generalversammlu | 1 München vorzulegenden Rechnungsabschluss von 1874 ze | ie Unzolänglicbkeit der Einnahmen. Es sind in jenem Jal *• 1850 Thlr. ausgegeben, trotzdem nur drei Hefte beza 47* 722 worden sind. Nehmen wir ddü bii, dass bei VfirmeidoDg koBt- Bpieliger Tafeln ond in starker Hefle die jährlichen Äo»g»beD auf 1800 bis 2000 Tbaler za beechränken sind, ao reieben auch hiercn die geganwirligen Eiunabmen in Lein» Weise au Mit AuBDahme einei durch die Gegenleistang der Anfti- tigung des Registers *on Beitragen überhaupt befreiten oml der durch eiiimaligeu Beitrag losgekauften Mitglieder table die Oesellschaft 255 an 8 w artige, 35 Berliner Mitglieder. Die von ersteren za vereinnahmenden Beitrage marhi k i Thir. 15 Sgr Thir. 1147 I5 = M. 3442 5(t die von Uuieren ä 6 Thir. ■ . 210 — = , 630 - Thir. 1357 15 = M. 4072 » Auf diese Ei an ahmen sind aber mindesteoe rückständig ' bleibende Beiträge auständiscber Mitglieder I Absag au bringen, so dass von Mitgliedern in Wirk- liebkeit nnr eiaf^ngen . . . Thir. 1157 15 - M. 3472 M Daza die durch die Bbssbb'- scbe Bnchhandinng verkaufte Zeitschrift 75 Bde. 4 2% Thir. , 187 15 = , 562 ü welche als Oesammtsnmme der Einnafameu za betrachten »ioi! Es liegt auf der Hand, dass diese Einnahmen nicht reichen, um die Ausgaben zu decken and dass wir bis Statuten massig erlaubten Erhöhung im Jahre 1877 mit e Deficit zu rechnen haben werden. Ich würde mir vorzuschlagen erlauben , den Beilrag iJ< auswärtigen Hitglieder auf 20 Mark, den der Berliner U 25 Mark festzusetzen. Den nicht wahrscheinlichen Fall angenommen , dass 723 220 X 20 Mark M. 4400 30 X 35 Mark ^ 750 verkaufte Bande der Zeitaebrift 75 Bde. k 2 V, Thlr. = 7 Vs M. ^ 562 50 M. 5712 50 Selbstredend muss aber der . Ladenpreis der Zeitscbrift ogeiDessen erboht werden and zwar mindestens von 6 auf Tblr. , weil ohne diese Erbobung die Zeitscbrift darcb den Dchhandel zu beziehen vortbeilbafter erscheinen durfte, als ie Mitgliedschaft der Gesellschaft. Wenn wir einen Blick Qf andere Zeitschriften ähnlichen Umfanges, c. B. die der eotschen chemischen Gesellschaft, der Gesellschaft für Erd- ODde oder der ethnographischen Gesellschaft werfen, so hat osere Gesellschaft den Vergleich auch bei einer Erhöhung in einer Weise zu scheuen, indem sie bei 8 Thlr. oder 24 Mark «tB noch ein weit umfangreicheres und durch die Tafeln in sr Herstellung kostspieligeres Material bietet, als jene 6e- üUchaften. Diese Erhöhung des Preises der Zeitschrift von 6 auf Tblr. wurde selbstredend der Gesellschaft und nicht dem Buch- indler zu Gute kommen und weitere 150 Thlr. oder 450 Mark »werfen, so dass sich die Einnahmen zuzählend obiger 5712 M. ) Pf. auf 6162 M. 50 Pf. beliefen, was dem ungefähr vorhip iDaoDten GeldbedGrfnisse der Gesellschaft genügen wurde. B geboren nur einige Jahre der weisesten Sparsamkeit )d Vorsicht Seitens des Vorstandes bei Herausgabe der Zeit- ibrift dazu, um das gegenwärtige, durch die Unmöglichkeit ^r sofortigen Erhöhung nothwendig entstehende Deficit zu leken und die Finanzen der Gesellschaft in gutem Gleich- ^wicht zu erhalten. Zn meinem Bedauern bin ich durch eine anderweitige eise verhindert, die hier geltend gemachten Gesichtspunkte !rs6nlich in der Generalversammlung zu München zu ent- ckeln und ersuche ich deshalb die dort anwesenden Herren »liegen des Vorstandes, diese Angelegenheit in der gedachten chtong vertreten zu wollen.^ Der Schatzmeister der Deutschen geologischen GesellschafU Dr. Lasard. Zu Bechnungsrevisoren wurden die Herren t* Sütneb d BoBRBMAisii erwählt. 72« Der Aotrag des Berro Lasard «nf Erböbnng der Mü gliederbei träge worde nach einer Deballc, so velcher sich ii Herreo t. Dkobbk , Labphirbs, Daius, Bbtbich, r. Hini ond BiCHtER belh ei] igten , einslioinig angeiioniaien und «in der näcbitea «Jlgameiaeo VersBrnmlang tur Beschlas8D>liiBi TOi^elegt werden. Herr Laspktbks »tdlte dea Antrag, die deo Antoreo ft währten Freiexemplare ihrer Anfsitse in der Zeitscbrifl bsc| Genebmigung des LASARo'scben Anlragei von 25 ftef 50 t{ erhöben. Bei der Abstimmung wurde dieser Antrag eio^iifl «ig äugen oDHnen. Der GesetUchaft ist als Mitglied beigetreten: Barr Roi>OLFS Cbioder, atod. pbil. in Hall« «. d. S^ TOTgescb lagen durcb die Herren v. Pbitm^ Hbihb. Cbsphsb ond Hbrh Cbsobbr. | Herr Ladbb sprach unter Vorlnge der bfltreffeoil' Sticke über Sängetbier- Ueberreste in Böbmen, watcbe im dili vialen Löse in der Nähe voa Aussig aufgefundeD worden ^ UnlBr den vielen Enocheq, worunter EUpAat primigeHuu, l r^ tpalaeut. Bot primigeniu» and hAuptsachlicb Bhtnacerot tkkc rAinus conatatirt werden konnten, verdienen twei Reste eim nrsprnnglich für aiegenarlig geballenen Tbier«8 eine besond«! Beachtung. Dieselben erwiesen sieb näroliofa bei gensoa^ Untersuchung als dem -Steinbock lugebörig. Bei der daran sieb anschliessenden Debatte bemcrt Herr t. Hadeb, dass in aiiior Hoble von Croatien eio pi ähnlicher Schädel gefunden worden sei, welcher sieb c 725 Bexiebang unf eine alte F^stiandsv^jbiodoog swiBoben A.$wo Qod Amerika ableiten la^seo , sowie die Formen reibeo , welche innerhalb 4er Qattangeo Vwipara, Mdanopsis u. 9, w. beob- achtet werden konnten. Herr Baltzbr aus Zarich beriebtete über eine neae Gruppe vulcaniseber Aachen. Nimmt man in einer Solfatara eine grosse Anzahl von Verbindongswegen oder Schloten an, welche den Krater mit dem ihm sogehorigea Heerd verbinden, so ist es einleuchtend, dass durch chemische Einwirkung der Fuma- roleogaae auf die Oberflachen der SchJotwandujogen oadi langen Zeiträumen grossere Mengen vou Reactionsproducten sich ansammeln, welche die Caoäle nach und nach verstopfen. Die Summe der so gelieferten Produote wird entsprechen der Gesammtgröase der der Einwirkung der Dämpfe sich darbie- tenden Oberflächen. f)ie erste kräftige Explosion wirft nun die so gebildeten Massen in Form von vulcaniseber Asche heraus. Ein solche Solfatara mit vielen Schloten ist die der Insel Vttlcano. Darauf weist die grosse Anzahl von äusserlich im Krater sichtbaren FumarolenofiPnungen hin, welche z. Th. ganz verschiedenartige Producte liefern. Nach einer Rubeperiode von 87 Jahren ist diese Solfa- tara wieder in eine Phase erhöhter Thätigkeit getreten. In diesem Zwischenraum hatten sich durch Einwirkung von H Gl, SO3, H3S, H3O auf die Schlotwandungen verschiedenartige Zersetzungsproducte angesammelt. Sie wurden gleich im An- fang der Eruption als weisser, die Luft verfinsternder Aschen- regen ausgeschleudert, dessen Menge (Schiebt von 3 — 4 Cm. bei der Fabrik; Verbreitnngabezirk über den grösseren Theil der Insel bis in's Meer hinaus) die Ansicht nicht aufkommen las8t, als bandle es sich hier nur um eine geringfügige Erschei- nung und keinen eigentlichen Aschenfall. EUier mochte man w^en der grossen Menge der Asche den Schluss zu ziehen geneigt sein^ dass ein Theil der Lava selbst im Ueerd zersetzt worden sei, zum Mindesten derjenige, welcher beim Auf- und Niederwogen des Magmas die Wandungen des Heerdes und der Schlote benetzte. Die eine dieser Aschen besteht aus tridjmitischer Kiesel- saure und wurde bereits beschrieben (Zeitschr. d. d. geolog. GeB. 1875. Heft 1). Zwar scheint der Mangel an nachweis- 726 baren Krjatallfl&chen der Annahme, dasB Tridymit vorliege zu widersprechen, doch ist sn berücksichtigen, dasa der Tri dymit hier aas amorpher Rieselsaure aof trockenem Wege be höherer Temperatur entstanden ist. Die nbrigen Eigeoschaftei der weissen Kieselsäureasche (niederes spec. Gewicht.» Unl«»»^ lichkeit in Alkalien , doppelte Brechung) können in ihrer Ge sammtheit nur mit Tridjmit in Zusammenhang gebracht wer den. Auch hat O. RosB nachgewiesen , dass Tridjmit aui amorpher Kieselsäure bei höherer Temperatur entsteht; sein< Bildung in Vulcanen ist also schon a priori mit siemliche^ Sicherheit anzunehmen. Eine zweite weisse Asche, die nach dem Zeognias des Herrn Fabrikdirector Piconb auf Vulcano , der sie mir über- sandte, bei derselben Eruption (7. September 1873), doch oicbi ganz gleichzeitig ausgeworfen wurde, hat eine ganz ander« Zusammensetzung. Sie enthält in 100 Theilen gegläbtei Substanz Kieselsäure ....... 2,99 Eisenozyd -\- Thonerde ... 0,71 Kalk 31,67 Magnesia 6,07 Schwefelsäure (als SO, her.) . 53,36 Alkalien a. d. Differenz . . . 5,20 Der (xewichtsverlust beim Glühen beträgt 18,18 pCt. Di« Alkalien wurden nur qualitativ bestimmt. Natrium waltet voe und wurde in Gestalt von Ghlornatrium wurfein nachgewiesen^ Nach obiger Analyse besteht diese Asche wesentlich aas GypsJ Auffällig sind bei dieser Asche viele kleine schwarze Splitterchen einer anscheinend organischen, auf Platioblecb verglimmenden Substanz. Auch die erwähnte tridymitische Asche enthält Spuren organischer Materie. Stammea obige kohlige Theilchen vielleicht von Meerpflanzen, die mit dorn Meerwasser in den vulcanischen Heerd gelangten ? Gestützt auf die Untersuchung dieser beiden Ascheo schlägt der Vortragende folgende Eintheilung der vulcaniacheo Aschen vor: 1. Gewöhnliche normale Aschen (durch Zerstäubung oder Zerreibung entstandenes Lavapulver). 2. Aschen, welche durch mechanische Sonderung (Aof- 727 bereilong), dte «aaserbAlb oder schon JDiierbftlb des Scblotes erfolgt«, eDtalanden siod. (Leucit-Augit-L&brador-ABcfae.) 3. Cbemiseb eneugte Aschen , welche als Reaetiuns- prodacte der Fumarolengase auf die SchlotwandaDgen der Solfataren la betrachten sind (Tridymit- und Gjpsascbe). Ihre Botetehnng scheint an die Solfatarentbäligkeit geknöpft lu sein, man könnte sie daher auch Solfatarenascbcii neaneii. Im Verlaor der Discussion darüber, wies Herr r. SssBACa Bof die Wabrscheinlichkeit der A sc benentsteh an g dnrcb Zer- kleinerung des Lavamagnas hin. Herr t. Pritsch theilte mit, dass an eioem Krater aaf Teneriffa eine Zersetzung toq Gesteinen in der Weise beob- kchtet worden sei, dass auf der einen Seite des Kraters grosse Opälmassen sich gebildet, an deo anderen Stellen desselben «chwefelsanre Salze eich abgesetst hätten. Ferner deutete deraelbe auf die IrrthSmer hin, welche bei der Scfaätsaog der Mächtigkeit eines Aschenfalles mit unterlaofea können. Herr KosttABS glanbte aus dem optischen Verbalten der lösche nichts Entscheidendes für die Annahme einer trid^mi- tiechen Substanz ziehen zu dürfen. Herr Platz machte über die tiewicbtsbeslimmung der Asche Mittheilung. Herr Bbibioh hielt eine Vortrag nber das Vorkommen Too Ammoniten in der ricentini sehen Trias. Redner gab zuerst eine Uebersicht über die, noch sehr der Ergänzung be- dürftige Literatur der geologischen Verhältnisse vom ricenti- niRchen Gebiet und verglich sodKnn die Triasgebilde von Vi- ceoiA mit denen der Nordalpen. Darauf wurden mehrere cigentbumlicbe Cephatopoden aus deo Triasschichten von Scbio und Recoaro besprochen und vorgezeigt. Herr Gohbkl bemerkte zu dem Vortrage, dass die von ihm als Gyroporeüa triassica beschriebene Versteinemng nicht ans den bekannten Brachiopoden^fäbrenden Muschel kalkscbicbten Too Recoaro, sondern ans einem über dem Muschelkalk be- findlichen Niveau (unterer Kenperkalk) der dortigen Gegend stamme. Herr StbIiZIOR wies Stücke von Brannkoblenbolz vor, wel- cbes der Tischler Brüst Kastübr in Kamenz zu Fournirarbeiten verwendet bat. Das Holz, bisher noch nicht zu derartigen ZwQpken 'erarbeitet, zeichnet sieb dnrcb gross« Farben Schönheit aus. Der 728 b«Eaglicbe StamiD warde 1863 in dem Brauokohlenverke des Gatsbesitcers Wbhkb 20 Wendisch - BassliU bei Kamenz in Sachsen gefunden, halte einen Dnrehmeeser von 4—5 M. ood stand aufrecht. Auf eine Frage Herrn y. DscHBM^a entgegnete Herr STBLaNBR, dasB dasselbe wc^en der deutlich beobaehteteo Tupfein au den Coniferen gestellt werden misse« Herr Lbbmavn trng über die Lagerung des < ordierit- gneisses von Lunaenau im QrannJitgebirge Sachsens Folgendes vor: Die aus grossen lenticular ausaoifnengefugten Linsen bestehenden Massen von Cordierilgoeiss lassen im Grossen eine bestimaote Schichtenstellung erkennen, während an localen Anschwellungen sehr bedeutende Abweichungen von der Haopt- richtung vorkommen. Die Gneisspartie von Luuzenau hat von Gohren bei Rochsburg eine nordsüdliche Richtung mit eiuem mittleren Fallen von 45^ in W., und ändert diese im weiteren Verlaufe hei Chursdorf in eine dem Schieferwall des Granulit- gebirges mehr parallele, sodass sie von SW nach NO atreichL Der Zusammenhang des Gneisses von Chursdorf, weither aof der NAüVANit'schen Karte isolirt gezeichnet ist, lässt sich in einem ThäJchen darch anstehende Felsen und Bruchstucke auf den Feldern deutlich nachweisen. An zwei Stellen der Cor- dierUgneissmasse von Lunzenau haben Bahneinschnitte eine concordante Lagerung des Gordieritgneisses und des Graun- Utes erkennen lassen. Die Grenze wird durch glimmerreiche Qranulitvarietäten und Einlagerung von Granatgoeisslinsen vermittelt. An der Gohrenec Brocke auf der rechten Mulde- Seite sab man deu Granulit den Tordieritguelss untertenfen und sich dem mit stumpfer Spitze auskeilenden Cneiss an- schmiegen, während bei Rochsburg der Granulit den Gneiss überlagert. Alle senkrecht auf die Richtung der Gneiaapartie eingeschnittenen Thäler, namentlich das von Elzdorf, lassen einerseits die Ueberlagerung , andererseits die Unteriagerung des Granulites erkennen. Locale Abweichung, wie in der Hoiersdorfer Schlacht, dem sogen. Brauselocbe, erklären sich durch einen mächtigen Graoitgang, welcher hier au der GreoKS verläuft und in beide Gesteine Apophysen sendet. Somit muss der 4'ordieritgneiss von Luuzenau als eiiie Einlagerung in dem Schicbtensystemo des Granulitgebirges angesehen wer- den. Der von Naumakh gezeichnete Zusammenhang des Cor- 729 dieritgoeiMe« mit dem Schleferwall bei 8eblfti#d«rf uod 06 ist tbatsacbiicb nicht vorbaaden, was durch kJeioe Tha «cbiittte erwiesen wird , wo aberall Qranalit dazwischen Hanit nuss auch die Anscbauuog von NAUMAiiir, oach wel dieae GDeiaapartie eine bis zom hocbaten Grade durch Graoolit metaoHxrphosÄrte ThoDacbiefersunge aei^ falleo. Herr <»iu>th glaubte ähniiche Verhaliniaae, wie die so geschilderten, bei Markirch im Blaaes erkannt eu haben. Herr Hbbm. Cbbdueb sprach aber den Verlauf der lieben Kaste des Dtluvialmeeres soweit dieselbe Sachsen rübrt. Von der Sudgrenze tles Diluviums findet man auci; neueren Autoreti angegeben, dass sie sich von Görlitz Bautzen und Dresden bis in die Gegend von Würzen Leipzig nnd von hier aas nach Altesbarg zu ziehe. i Angabe iat irrig. Die wirkliche Grenzlinie verl&oft vieli vom Fasse des Isergebirges iber Reichen back an der Nu südlich von Zittau vorüber, über Warnsdorf, Bumburg Dresdeo und von hier am Fusee dea Erzgebirges , sadlicl Chemnitz and Zwickau auf Werdau zu« Es ergiebt sich dai dass die Südk«ste des Diluvialsees 10 bis 12 d. Meilen lieber zu aochen ist, als bisher acügenommeii , und das i ganze sudlausitzer Plateau, das gesammte Granulitgebiel das eüzgebirgische Rothliegende- Terrain von nordischem I vium bedeckt ist Am uberraachendsten aber ist die En nuog, dass sich von Dresden aus eine Diinvialbucht ub< ftächsiscbe Schweiz nach Nordböbmen hinein erstreck das Thal des bei Tetschen «in die Elbe mundenden F ; aosgefnllt hat. Der Beweis hierfür liegt in dem Vorkoi ; von skandinavischen Geschieben und zahlreichen Feuerst welche sich bei Paakratz, Gabel, Böhmisch Leipa, 8, and Tetscben in den quartaren Kies- und Lebmablagen Nordböhmens finden. ' Herr t. Fritsgh erwähnte eine merkwürdige Aust i von der Gliederung der Diiavialgebiide, wie sie von LABPBTftsa für die Umgegend von Halle ermittelt word< die er als richtig anerkannte. Diese Aiisoahme finde in der Nähe des Salzigen Sees nahe bei einer grossen werfung. Auf der einen Seite liegt Bänderthon, 1 bis i stark, auf dem Grundgebirge, darüber Lehm mit nord i Geschieben, welche häufig Gletscherstreifung aeigen, dam 731 Pentamerui rhenanua an .keiner anderen Stelle als bei Greiffen- steio bekannt ist, und das Genus bestimmt bis in das Ober- devon reicht, so scheint kein zwingender Grund vorxuliegen, om dieses Vorkommens wegen die betreffenden Schichten, welche in einem gans regelmassigen Verbände liegen, von den ColoiBchichten an trennen und dem Silur ausutbeilen. ^o lange nicht die Lagerung dieser tieferen Formation bestimmt nachgewiesen ist, wurde der Pentamerua rhenanus für ein car- bonisches Fossil zu halten sein. In demselben Aufsatxe hat Herr F. Robmbb die bekannten Wissen bacher Schiefer für älter als das gewöhnliche Coblenzer Unterdevon erklart. Den Lagerungsverhältnissen nach befinden sich dieselben zwischen dem deutlich charakterisirten Unterdevon und einem gleich- förmig daruberliegenden Diabaslager, dem am Südwest -Ende Scbalstein, mittel devonischer (Stringocephalen-) Kalk ond dann Oberdevon folgt. Dieselben sind mithin für eine obere Ab- theilung des Unterdevon oder ein Mittelglied zwischen Unter* und MitteldevoB zu halten« Hierauf wurde die Sitzung geschlossen. V. w. o. y. Dbchbn. Da heb. v. Ammok. Döltbr t Cistbrigh. PrttakBÜ der Siliang vm 13. Aagast 187S. Vorsitzender: Herr GtJMBBL. Nach Erledigung einiger geschäftlicher Mittheilungen Sei- tens des Vorsitzenden erwiederte Herr Fbbd. Robmbb auf den Vortrag des Herrn y. Dbchbn in der letzten Sitzung, dass er die von ihm aufgestellte Ansicht von dem höheren Alter der Quarzite mit Pentamerus rhenanus bei Greiffenstein allerdings lediglich auf die bisher in Betreff der verticalen Verbreitung der Gattung Pentamerus bekannten Tbatsachen gestutzt habe. Diese palaeontologische Beweisführung erhalte übrigens durch eine ihm so eben bekannt gewordene Thatsache eine uner- wartete Verstärkung. Der in der Sitzung anwesende Herr in Fb> Maorkb ans Darmstadt habe oiinliGb in «ioen klaiiMD gani ia der Nabe de» PmUtmenu-fibnaiva Qnanits gelegedCD Schürfe eine Anzahl von VerBteia eräugen aufgefandeo, onicr denen einige Arten, nsmentlicb Trilobiten der Gattang Pkaeoft, nacb Ansicht des Vorlragendeo mit aolcbeo der obersilariacbeD .Schichten Böhmens (Babbandk's Elagen E. und F.) öbereia- stimmen. Bei dem Vorbandensein solcher entschiedeD atloriuber Gesteine gans in der Nähe des Pmtat»«ru«>fübr«ndea QoaraiU stehe deno auch dieser lelctere mit seinem hdbereo, atlen an- deren Gesteinen des rheinischen Scbierergebirges Torangehen- den Alter nicht mehr Tereineelt da. Herr Bbibich bemerkte, dass es eine höchst wichtige all- gemeine Frage sei , ob in dem weitverbreiteten RbetDiech- Wefltfälischen Unterdevon nicht verschiedene paläontolegiacbe Horizonte restgestelll werden könnten, d» die straligrapbischc Entwickelaog dieses Gebirges bei den nberaoa Terwichelieo Lagern Dgs verbal tnissen dieser Unterstiitzang dringend bedürfe, nnd namentlich , ob darin vorderoiüache i^chicbteu d»cI)xd- weisen seien. Die Fanna ans den bekannten Dachschiefero von Bnndenbacb, welche Trilobiten ans dem ailariachen Genns Dalmamtea enthalte, trage gana ein oberailnrisches Gepräge. Im Hars sei das Obersilnr bestimmt nachgewiesen worden. schlage l>ezQglicb einer anderen AufdteMaiig des Recbnangd- abschlusaes, die die Gesellschaft einstimmig annahm und den Berliner Vorstand mit der An^ftthrang beauftragte. — Hieraui wurde demselben Decbarge ertbeilt und dem vSchatzmeister, Herrn Lasard, für seine Mahewaltuag der Dank d«r Gesell- schaft votirt. Herr Güubbl verlas sodann einen Brief von Herrn Pbllb- GRIHO Strobbl aus Parma und legte einige von demselben verfasste nnd det Gesellschaft geschenkte Pablieationen*) vor; ferner wurde vom Vorsitzenden das jungst vollständig ersebie« nene Werk: Das Elbthalgebirge von H. B. Gbiüitz, welchefi Herr Verlagsbucbhändler PiecHBR in Cassel eingesandt hatte, den Anwesenden zur Besichtigung vorgelegt. Herr Pfaff ans Briangen sprach ober die Bewegung dos Piron nach Beobacbtungen, die er auf dem Aletscbgletscber in der Ab- sieht angestellt hat, um eine wichtige Lücke auszuf&llen, welohü sich bisher in den Beobachtungen über die Gletscfaerbeweguni; gefunden bat, indem dieselben aosscbliesslicb aof die abwärts- gehende Bewegung des Gletschereises selbst, nicht aber anl die Bewegung des jährlich sich erneuernden Pirns gerichtel worden waren. Die Beobacbtungen sind in einer Meeresbob ! von 9000 Puss und an zwei mit genauen Skalen versehenen Blechrobren, die unten geschlossen waren und in 600 un sieherungsfernrobre, welches auf einen Pestpnnkt an der gegen • öberliegenden Pelswand gerichtet war, angestellt worden. Dei Firn hat danach eine horizontale, abwärts gerichtete Bewegun \ und eine verticale von oben nach unten. Dieselbe ist nac i ständlichen Beobacbtungen sehr complicirt, bald schnell, ball langsam, bald stillstehend in der Axeulinie des Pirns und nu i lateral. In vier Tagen war die vom Rande entferntere Röhr ! in horizontaler Richtung 104 Cm. fortgerückt und 82 Cm. gc sooken, während die Oberflächenneigung nur 12 Cm. betrug! die dem Rande nähere Rohre resp. 41,5 Cm., 35 C'm. bn 8 Coi. Oberflächenneigung. Es ergiebt sich daraus , dass de ( Piru — eben wie auch der Gletscher — in der Mitte schnelle i *) cfr. das Verzeichniss der im Jahre 1875 eingegangenen Schrift« i am Ende dieses Bandes. 734 vorräckt, als am £aade, nnd eine Bewegang rom Bftnds nacfa der Mitte bin besirzl. Die EncbeinungeD, welche TttoaU. und Hblmholtz am Eise oBcbgewieseo haben, werden bei ge- riDgem DrDcke in längerer Zeit bervorge bracht. So wnrde bei dem Drucke von 0,78 Atmosphäre Firn in 4 Tagen in Ei« verwandelt. Die Veränderung, welche das Eis in seiner Gestalt erleidet, ist abhängig vom Drucke und von der Tem- peratur. Bei — 10 Qrnd bringt ein Druck von 8 Aimosphäreo diese Veränderang in 24 Standen hervor, bei 0 '^rad Tempe- ratur genügt bereits ein Drnck von '/^^ Atmosphäre. Herr Oboth fmg, wie es sich mit der Krystallachse bei dem aus dem Firn entstehenden Eise verbalte. Herr Ppaf? hatte die Eiscylinder in dieser Beiiehnng bisher noch nicht untersucht; er erinnerte daran, dass die optische Achse des Gletschereises nach SonnKLAB in der RicfaUiDg seiner Bewegung liege. Herr Ladbb sprach über die Ersehe in ang ao jaoges Meereis auf der Nordpol -Expedition, an der er Theil genom- men hat. üerr BALlzer erwähnt, dass in dem Firnkessel im Roifa- thale iwischan 9400 bis 9600 Fnss Meereshöhe, welcher sich durch seine geringe Neigung ausseiebnet, ein grosser Gestein •- block auf der Schweiier Generalstabskarte sehr genau ange- geben sei und sich daher dazu eignen wärde, die abwärts- gehende Bewegung gt^nau nachiaweisen. Herr Kosmash hob hervor, wie die Beobachtungen einin- richten seien, um die mathematischen Elemente der Bewegung von Harken im Firn genau in erhalten. Herr E. E. Scbmid erinnerte an seine älteren BeobacblDD- gen über die Lage der Krystallachse in dem Bise, welcbei BUS Schollen bei einem Eisgänge der S»Ble bei Jena stammt, die, auf dos Ufer geworfen, bei nachher eingetretener k»]ler WilteruDg während drei Wochen sich erhallen haben. Es sei 735 iwUchea nnveränderten Orftowackegeatoioeu eingelagert sind und mit beiuetD kryatallini sehen Mass enges te ine in Verbindung gebracht werden können, da weit nnd breit ein Bolches nicht tu finden ist. Herr t. Lasadlx hob im AnechlatB daran bervor, daes lach sm westlichen Abbang des rbeioiscbeu Scbiefergebirges Schiererporpbyrolde vorkämen, welche Herr Rbnard in Loewen ia grosser Anedehnung in den Ardennea in Belgien aufge- funden hat und binnen Knrtem namentlicb ihrer mikrosko- piscben Beschaffenheit nach bescbreiben wird. Herr Cbrdhbb beseichnete die Gestein« als „fetdspathfnb- nnde Phyllite" aod frug nach der Lagerang. Herr C. Koca bemerkte, dase am sädlichan Rande des Ualerdevon im Sieger- Lande in der Strath ganz gleiche Ge- ileiae sehr häufig auftreten nnd überhaupt in dem Unterdevon m Terschiedenen Stellen vorkämen; so habe er noch ganz knrtlicb ein solches Gestein wenig nnterfaalb St. Goar beob- Herr Richter erinnerte en die Porphyre und Porpbjroide in der Gegend von Saalfeld, Herr v. Dxobbd an die achierrigen PurpbjTe der Lennegegenden im Unter-, grösstentbeils in der iDleren Abtbeilnng des Hitiet-Devon (Lenneschiefer). Herr GOMBKL hob die weeeotlicben UnlerBcbiede hervor, welche bei deu ecblen Porphyroiden oder porph^roidartigen Ge- ileinen stattfinden, and wies anf die grosse Aebnlicfakelt der 'orticgenden und der Gesteine von Trfibenreuth bin. Ferner aeigte Herr Stbcso ein neues Vorkommen von i>esniin von Auerbach, sowie merkwürdige Kryslalle von dagiietkiee vor, welche neuerdings mit Rothgülligerz bei iadreasberg gefandeo worden sind und auf den ersten Blick hombiscbeo Kryslallen von Markasit sehr ähnlich sind. — Endlich legte derselbe prachtvolle Krjstalle von gediegen tapfer rom oberen See vor, weiche vollkommen und regel- Dsssig ausgebildete Pyramidenwürfel bilden. Herr LBHHAnn Sprach über Tulcanische Qnarxe, tnsbeson- lere über solehe mit Oeradendfläcbe von der Hannebacher Ley. Der Streit über die Präge, ob der Quarz nur auf wasse- igem Wege sich bilden oder auch aus dem ScbmelzQusse eine Eotatebung nehmen könne, welcher die Geologen einst 3 zwei Parteien spaltete, wurde durch mikroskopische Uoter- 2«u.d.D.|wl.G*i.XXVIL3. 48 736 guebuDgen dabin beigelegt , daas Ihr die Quarte in den tlicren Eraplivgesteinea , FelgitporphTreo und Tracbjten , eint An»- scheidung aus dem Hagma angenomnien werden moM, wu durch vom Quarc amscblossene Olaeparliket bewiewn irird. ' Für die Feleilporpb^re nimmt man mit Becht eioe *Urke Durch Wässerung bei der Eruption an; Trach^tauebröcbc «imi den jüngeren Lavenergieasungen bereits ähnlicher, welche leti- tere in nnxweirelhaft glnthflössigem Zustande sieh bcfMudeo. In den Laven wurde Quart als Neubildung inerit von ötts Redner im vorigen Jahre gefunden und darüber Beobacbtnagtn publicirt. Die Laven enthalten den Qaars freilich nicht in d«^ den, dase die verschiedenen Binecblnese durch SohmeliDTig oni Entwickelung von Dämpfen lur Bildung von Droseo V«»- lassnng gegeben haben. Qnartitücke, welche in dieser Wei» TOD dem Magma eingescbmoUen und gerundet wurden, tit^ stets von Hobiränmen umgeben, in denen sieb nur grin' Augite oft mit beim Berablaufen erstarrten GlastrÖpfcheo in- den , und tragen einen Olasnberaug. Nur in den dareb Ein- Bcbmeicung quarsfüfarender Oeateioe entstandenen DmseD bsbtn sich Quarxkrystäl leben gebildet. Dieselben haben dibri» drische Ansbildung nnd stimmen darin mit den QuaTven dn Porphyre überein. Neben ihnen kommt stets griner Aogii seltener Tridymit, Feldspatb , ein spinellartiges , in «eiim Octa^dern auftretendes Mineral u. a. vor. Das Vorkomnxc von Quarsen in den Drasen ist kein seltenes, dagegen ii< t» Fund aoH den Scblacken der Hannebacher Lej ein vareioielKr Ein Grau wecken Sandstein von Fanstgrösse ist derart terglui- dass eine gelbliche Glasur ihn übenieht, und die eitKclu't Korner in einer an Neubildungen reichen Glasmasse li^ct An einer Seite sit» eine Lage von milchweissem Qosra, «'' cber gegen die Oberfläche des Stückes hin, sowie in Spslx' krystalliniscb erscheint. Die Untersuchung eines Schliffr* hiervon unter dem Mikroskop lehrt, daes die durch Oasp«r»' 737 beatebeo, weiobe oäber dem Rande ihren Zna*mmeabaag ver- Heren and einsein in einer an randiichen Dampfporen reichen Glasmasse schwimmen. Die Bildung aas dem Schmelsflasse heraus kann hier nicht besweifelt werden, ebensowenig dass hier wirklieh Qaarce vorliegen. Da wo sie grosser vorkom« roeo , bilden sie einen kristallinischen Deberiug aof dem Stacke and können jedweder Unters ach nng unterzogen werden. Ibr physikalisches und chemisches Verhalten kennseichnet sie als Quarz, sowie aach die Messung ihrer Kantenwinkel. Letz- tere wurde an zahlreichen Krjställchen vorgenommen und Hess das gewohnliche und das zweifach höhere Rhomboßder mit den GegenrhomboSdern in vollflächig dibexaSdrischer Ausbil- doDg erkennen. Das Prisma konnte nur einmal als schmale Äbstnmpfong der Seitenkanten beobachtet werden; dagegen fand sich die merkwürdige Tbatsache, dass eine grosse Zahl der Kryställehen anstatt in eine Spitze zu endigen, durch eine Geraden d fläche abgestumpft wurde. Die Betrachtung unter dem Mikroskop bei auffallendem Licht Hess deutlich die scharf« begrenzte und glänzende Geradendfläche erkenn^ und über* leogte, dass hier an Scbeinfiächen oder Oegenw^ohsungsfläohen, weiche so oft getäuscht haben, nicht gedacht werden könne. Zudem beweisen die zahlreichen Messungen des Kanten win- keis von der Bndfläche und den verschiedenen Flächen des gewöhnlichen RhomboÖders, dass eine geradaafgesetzte Fläche vorliege aud die Winkel nur aof Quarz bezogen werden können. Herr Doltbr t Cistxrich aus Wien berichtete über seine neue Untersuchung der pontiniachen Inseln, südwestlich von <'aeta. Er unterschied zwei Gruppen, von denen die westliche die Inseln Ponsa, Palmarola und Zaiiooe umfasst. Das älteste Gestein derselben ist eine tracbjtische Breccie mit Brocken voQ Sanidin - Track jt, welche von Traehjtgängen durchsetzt wird. Dieselben laufen radial von zwei Centren ans, deren eines dtr Hafen von Ponza bildet. Ein grosser Lavastrom besteht ans Sanidin-Plagioklas-Trachjt, mit Hornblende, Aogit Dod Magnetit. Unter den Qangmassen zeichnen sich Rhyolithe ffiit Quarzkrystallen aus, deren Pechstein - Salbänder durch Ncbmelzttttg der Trachjt - Breccie entstanden sind. Das Za- Mmmen vorkommen von Quarz ond Tridjmit wird dabei hervor- gehoben. PaloMrola aeigt Obsidtan and Perlstein and besitzt 48* 738 viele Aehnlichkeit mit der Umgegead von Tokay in Dogun. Z&nnoe wird nur ibeilweise von einem Strome von RfafoUtb gebildet, wabread der äbrige Tbeil der Insel aus sedtmeDlirrii Kalken und Thonen besteht, welcbe der Carbon- oder Silur formation angehören und auf einen Zusammen bang mit its Liguriscben Alpen und Calabrien hinweisen. Die östJicbe Gruppe Vandolena and S, Stefano ist der Insel Frocida oad den pblegräischen Feldern, theils auch den Tuffvulcaneo do Albaner Gebirges verwandt, als Ueberrest eines der Pliocü- leit angehörenden Vutcaae. Herr BoHBBiLtnii sen. machte einige Bemerkungen übet sogen. ConiferenhöUer aas dem Rothliegenden. Dnrcb gerime Untersuchung solcher HÖlier van Mittelbach bei Cbemniii und von Langwtti gelangte Redner cur Ansicht, dass dieselben il^i. NÖggeretbien aoiarechnen sind. Ferner besprach derselbe die goj mineralische Holikoble aus dem sächsischen Kohlengebirgt. Herr T. LaSAULZ legte Quarzkr^rstalle von Licio bei Bo- relli in Italien vor. Dieselben «eigen eine abRliche Kaniei;- farcbung wif gewisse Ametbjstkry stalle von Idar, dürfen abti nicht, wie es fär letitere geschah, als ZwilliogsbildaDgec aafgefasst werden. Ihre Kanlenfarchnng muss lediglich aii das Resoltat einer treppenförmig nach aassen au Stande ge- kommenen Ueberrindnng betrachtet werden. Herr Rbinsch aas Erlangen hielt einen eigeiillicb fÖr die voransgegangene Versamiolang der deatscheo anthropologiscb«!. Gesellscbart bestimmten Vortrag über eine lablreicbe Samm lung von Gesteinsslücken, welche derselbe für Werkaenge bdc Waffen ans der ältesten Steinseit hält. Dieselben haben «ic^ im Reichsforst iwiscfaen Nürnberg nnd Erlangen gefandec dessen Oberßäcbe aas Keapersandstein besteht. Das Fund- gebiet hat eine Länge von 4,5 Kitom., bei einer Breite to: 3 Kilom.; in demselben finden sich alte Monumente, Tamiii] BUS Felsblöcken, auch sind einige grosse TbongeHiaae in den- selben gefunden worden. Die Werkcenge, von denen gegrc 500 Stück gesammelt worden sind, besteben ans grobem Qoari- sandstein mit einem eisenschüssigen oder Limonit-BiademitlrL nur wenige, die für Speerspitzen gebalten sind, aoa einca feinkörnigen Sandstein, der schon dem Lias tngerechoet wird. Redner leirte Gewicht darauf, data aasaerhalb dieaea Oebielct 739 Herr ZiTTBL bemerkte hierauf, doss er diesen Fand als prähistorisch nicht anzuerkennen Termoge, wenngleich er die Möglichkeit zugab , dass einzelne der vielen ausgestellten Stöcke eine Bearbeitung durch Menschenhand erfahren haben konnten. Herr Dbsob erklärte« dass er sich bereits früher mit diesem Gegenstande beschäftigt habe, da Herr Rbiksch ihm viele Zeichnungen der vorgelegten Stucke zugeschickt habe; er sei über die Bedeutung derselben aber so zweifelhaft gewesen, dass er keine Antwort darauf gegeben; nach Prüfung der Stücke selbst sei er jedoch zu der Ueberzeugung gelangt, dass dieselben keine Artefacten seien, sondern natürliche Abson- deruogs- and Zerklüftungsstacke des dem Eeuper entstammen- den Sandsteins; der Redner hält den Irrthum, in welchen Herr Rbinsch verfallen*, für ein warnendes Beispiel und für eine Aufforderung, bei der Prüfung zweifelhafter Gegenstände mit grosster Genauigkeit und Umsicht zu verfahren. Herr t. Sbbbach stimmte der Ansicht des Herrn Dbsor Tollkommen bei , ebenso Herr Laubb , welcher besonders auf die wechselnde und schwankende Gestalt aufmerksam machte, welche die einzelnen Kategorien dieser Stocke zeigen. Herr Rbinsch vertbeidigte seine Ansicht besonders mit Hinweis auf die beschränkte Fundstelle der Werkzeuge , wo- nach Herr Gümbbl diese Discussion mit der Bemerkung schloss, dass die vorliegenden Stucke einer oder einigen Sandsteinlagen im rothen Keuper angeboren, welche in ähn- liche Formen an der Oberfläche zerfallen und sich überall in dem fränkischen Keupergebiete da finden, wo diese Schichten zu Tage ausgehen; eine Beschränkung solcher Stücke auf die bezeichnete Fundstelle finde nicht statt. Herr F. PosBPNf aus Wien sprach über die Tektonik der Tauern. Das Innere dieses Gneissmassivs ist sehr zugänglich, dnrcb treffliche Karten illustrirt, durch die Thäler des Pinz- gau, von Rauris, Gastein, Zirknitz und der Trau aufgeschlossen. Auf dem Kamme liegen die Schichten horizontal; dem Gneisse folgen in regelmässiger Lage die kristallinischen Schiefer, stellenweise mit widersinnigem Einfallen, wodurch die Ordnung umgekehrt erscheint. Die zweite Mittheilung desselben Redners bezog sich auf die verschiedenen Erzlagerstätten, welche derselbe, unter Yer- 740 W«rfaog d«r gewÖholicben Eiotbeilong in Ging«, Lcgar am Stöcke, unter gemeiositin^a Geiichtspuoktei) belracbtele aoi den gecuodären Ursproog der Schwefelverbindongen berror hob; wie er dies in mebreren FablieatioDeD, ober den Berg baudistrict von Mies in Böhmen, Dislocationen im Pfibrimet Erareviere, die Blei- und Galmei-ErslMgerstitten in Raibl ntcb gewiesen hat. Er wendete diesclbea Betracbtangen auf du Kupferscbieferflötz roo Mansfeld a. b. w. an, welches er einei eingehenden Untersuchnog unterworfen bat. Darauf übergab derselbe der Gasellacbaft einige seiae Pubticationen.*) Hierauf wurde die SiUang gescfalosaen. ». w. o. Gdhbsl. Uambs. V. AmoR. Doltkb t Cistbbii.'H. Pnt«k«U der 8ltn^ nu U. Aignl 1S75. Vorsitcender: Herr Fb. T. Haobb. Für Herrn Dahbs, welcher verbindert war, als Scbrifi föbrer in fungiren , wurde Herr Lbhvanh aus Leipiig gc wählt. Der GeselUchafi ist als Mitglied beigetreten: Herr Dr. G. Holshxr, Professor der Naturwiss«' Bchaflen ao der landwirthschaftlicheD CentralscliB!( zu Weihcnstepbsn bei Freising, vorgeschlagen durch die Herren Kktricb, ZittR und V. Fritsch. Herr GOMBBL brachte einige MittheiluDgen , welche di^ nacb Beendigung der Sitzungen voriunehmende dreitigige Sk cursion betrafen, vor. i Herr Okotd aus Strassburg ibeilt die Versuche mit, «el j er über die Elaeticität regulärer Kristalle nach verscbiedeoi Richtungen bin angestellt hat. Die Versuche, welche Dr. Vai| *) Vergl. dat VcrMichniM der im Jahre 1873 eingegatigeiMa Srb^ au Ende dietei B«Dde«. 741 in Königsberg auf Veranlaaaang von Nbukabn durch Bestim- mung der Festigkeit in dieser Beziehung angestellt bat^ siod mit grossen Scbwierigk«3iteo verbunden. Derselbe stellte das Verhältniss xwischen Minimam und Maximum wie 1 : 1,22 fest. Die Fortpflansung des Schalles iu festen Körpern ist von dereo Elasticitat abhängig, und bq, bestimmte der Redner die- selbe durch Klangfiguren an Stabeben von Steinsala von 80 Mm. Länge und 2 Mm. Dicke und gelangle dabei zu dem Resultate, dass das Verhältniss zwischen Minimum und Maxi- mum 1 : 1,19 sei. Die nahe Uebereinstimmnng mit dem von Dr. Voigt auf einem gänzlich verschiedenen Wege gefundenen wurde besonders hervorgehoben und als ein Beweis für die der Wahrheit nahekommende Richtigkeit des Zahlenwertbes be- trachtet. Der Unterschied zwischen dem Zustande regulärer Kristalle und amorpher Korper ist danach in die Augen fallend. Herr Stblzner sprach aber die Geologie der argenti- nischen Republik und erklärte eine von ihm hergestellte geo- logische Karte der beschriebenen Gegenden. Herr t. Sbkbach aus Gottingen zeigte ein von Kunkbr- '(J88 gefertigtes neues Haar- Hygrometer vor. Herr Boanbvavn jun, referirte über seine mikroskopischen Uatersnchungen fossiler , aus der Liasformation stammender Ophiuren -, und Asterienreste , zufolge deren die genannten Skeletttheite eine mikroskopische Strnctur besitzen, welche der von lebenden Thieren her bekannten vollständig gleicht und sich trotz der Fossilisation auf das Vollkommenste erbalten hat, wie dies bereits früher in ähnlicher Weise durch Joe. MüLLBB und Stblznbr für fossile Crinoiden und Ecbiniden oachgewiesen worden ist. Zugleich bemerkte, der Vortragende, dass die von Tbbqübic und Brauns unter dem Namen Sidero- lina lituina, bezuglich Siderolite9 Schloetibaehü als Foramini- fereo des mittleren Lias beschriebenen und von Tbbqubm spä- ter als Bryozoen (Neuroporen) angesprochenen Gebilde auf (irund eingebender Untersuchung als Hautskeletttheile fossiler Asterien zu deuten seien. Herr Laspbtrbs aus Aachen legte einen Theil einer Druse au8 dem Melapbyr von Idar bei Oberstein vor, worin sich ein grosser, anfänglich für Kalkspath gehaltener Krystall, sechsseitiges Prisma und Geradeendfläche, mit einer Rinde von Cacholong überzogen, befindet. Die Substanz des Kristalls 742 wurde jedoch als Arragonit erkannt, und so schien es eine' PsendomorphoBe von Arragonit nach Kalkspatb ca sein. Dtr eine Kantenwinket des Prisma's von 116 Cr*d leigte jedo' b. dasH auch die Kr^Btal Ige statt dem Amgonil angehört. IHeeet; Fond bat ineofem Interesse, als bisher der Arragonit in l>ru»<^3 des MelapbjTS im Nabe-Gebiet nicht bekannt geweaen ist. j Derselbe Redner legte sehr schöne Kristalle einer Ver-i bindnng von Nickel und Schwefel mit Sporen von Kobalt^ Arsen, Aatimon, Zinn and Wismath vor. Der geringe Gebtli; von Eisen mag der Unlerlitge der Kristalle ngesctiHebfiij werden, welche aus Eisenspath besteht. Anf 5 Atome Nickeij kommen 2 Atome Eisen. Das Mineral wird mit Berricbii., Millerit, Horbachit Edop, Eisen - Mickelkies Schbbbbb v«] glichen. Der Fondort ist nnbekannt. Herr t. Kobubn (heilte mit, dass bei Lantarbach im Vogel- berge die Scbichten mit Taeniodon Ewaldi nnd aasserdem ei Bcbwaner Schiefer mit Ammoniten (wahrscheinlich AmmoniiH angulatu») gerunden norden seien. Herr C. DSltbr T CiSTBBiCR besprach den geologischi Bau des Monzonigebirges in Tjrol anter Vorlegung »einer in Jabrbacb der k. k. geol. Reicbsanstalt (XXV. Band 2. HeTi, darüber erschienenen Pnblication. Bei der Debatte hierüber äusserte Herr t. Pritsch den Wunsch, dasB die Feldspäthe in den MonaonigeBteinea ei aoalj'BJrt werden möchten. Herr DOltbr t Cibtbricb erwiederte darauf, dass neuerdiogB von Herrn tou Ratb com grösseren Theil achoo gr- schoben sei und versprach, selbst spllerbiu einige ADaljsci derselben acBzufübTen. HerrSTOHB ans München hielt Tolgendea Vortrag ober d» siciliscbe Scbwefelformation : Ein fast 5jÜhriger Aufeniliali in der Provinz Girgenti in Sicilien bat mir Gelegenheit gebotf. nicht allein dia dortige Scbwefelformation in studiren, aondero auch reiches Material zu sammeln, mit dessen Verarbeitnne ich eben heschäßigt bin. Dabei unters tu tsen mich einig< Freunde, und hat Herr Prof. (iBHBLiaBO Id Palermo die Unter aucbang der Fische übernommen, Herr Dr. v. Hitdrb ic Frankfurt hal bereits die Insecten bestimmt, snd Herr Or Obilbr, ebenfatls in Frankfurt, die Bearbeitnng der Pflantec 743 abdrncke vollendet. Hier gebe ich nun als vorläufige Notiz die Resultate der Untersuchungen dieser beiden Herren. Die Schwefelformation Siciliens erstreckt sich in einer breiten Zone, von Ceuturipa im Osten bis über Cattolica im Westen , durch die Insel in einer Ausdehnung von iiber 160 Kiloro. Länge und über 80 Kilom. Breite. An 250 Gru- ben beuten heute die Schwefellager aus, und gewinnt ma|i jährlich an 6 Millionen Centner Schwefel. Die Schwefelabla- gerangen befinden sich in sehr zerrissenem, bergigem Terrain, und bilden sie bald Flölze, bald stockformige Lager, haupt- sächlich aber linsenförmige ''Ablagerungen und kommen in allen Neigungen gegen den Horizont vor , von horizontaler bis verticaler Lage. Nicht selten liegen mehrere Lager nber- eioander, und schwankt deren Mächtigkeit von y, bis zu 8 Metern. Der Schwefel kommt gediegen , mehr oder minder fein eingesprengt vor, in einer bald mergeligen, bald kalkigen, bald gjpsigen Grundmasse. Die Schwefellager sind sedimen- täre Bildungen, die sich in einer Menge vereinzelter, nicht zQsammenbängender Becken abgelagert haben; die Vnlcan- tbätigkeit des Aetna hat nichts damit zu thun. Das herum- gegebene Stuck zeigt deutlich, dass die Bildung nur auf wäs- serigem Wege erfolgt ist, indem tropfsteinartige Ealkspathzacken aaf ihrer Spitze SchwefeloctaSder tragen. Diese unzweifelhaft wässerige Bildung schliesst aber nicht aus, dass bei der Ab- lagerung Solfatarenthätigkeit mitgewirkt haben kann , es ist dies sogar das wahrscheinlichste. Diese Ablagerungen bilden einen Theil der Tertiärformation Siciliens und sind obertertiär. Abgesehen von den Nummuliten - Gebilden, besteht die Tertiärformation Siciliens aus folgenden Schichten. Zu oberst liegen Pliocängebilde, dem Astien angehörend, aus mehr oder weniger mächtigen Muschelbreccienbänkcn und solchen von blauen Snbäpenninentbonen bestehend. Diese Schichten sind nicht überall erhalten , sondern fehlen häufig in dem gestörten and zerrissenen Terrain. Darunter befinden sich die Gebilde der eigentlichen Schwefelforroation, aus einer Reihe zusammen- bangender Schichten bestehend. Die obersten dieser Schichten sind die Trubi superiori: weisse, mehr oder weniger feste, kalkige Mergel, voller Pora- miniferen, so dass man sie als Foraminiferenmergel bezeichnen 744 kaoii; aasserdem enthalten sie selten Reste von Meere«- conchylien. Es ist dies somit eine marine Bildung. Darunter folgen mächtige Gjp anlassen, bald krystaili- nisch massig, bald in platten form igen Schichteo. Diese Gjpse erreichen oft bedeutende Mächtigkeit und sind die eigeot- Jichen scbwefelfobrenden Qebilde, da in ihnen meist die Schwefeliager liegen, in Dach und Sohle von thonigen Schieb- ten begleitet. Die Gjpse sammt den Schwefelerziagern sind meist Susswasserbildungeo , wie die vielfachen Abdrucke voo SusswHsserfischen beweisen, den Gattungen Lebia^ und Gobio augehörend , von denen LebiaM crauicauda Aqass. am bäa- figsten vorkommt. Es sind Ablagerungen in Süsswasserbeckec entstanden; doch finden sich auch, jedoch selten, vereinzelte Reste von Meeresthieren, wie Zähne von Squalus etc., woraos sich ergiebt, dass diese Susswasserbecken manchmal mit dem Meere in Verbindung gestanden haben müssen. Unter den Gjpsen treten wieder kalkig-mergelige, sowie thonige Schichten auf, dieTrubi inferior!, die ähnlich wie die Trubi superiori beschaffen und ebenfalls marine Bildungen sind. Auch sie sind voller Poraroiniferen und habe ich ausserdem darin. Reste von Tutritella, Trochus, Buccinuuiy Peoten^ Ostrea gefunden, meist nur in Steinkernen, sogar Korallen, wie Cera- trochu$ und Deü>ocyathu9. Unter ihnen liegen weisse, blättrige Polirschiefer, die Tripoli, welche ausser den Infusorienpanzern, aas denen si^ so SU sagen besteben, noch Abdrücke, meist von Fischen, ent- halten. Es sind Süsswasser- und Meeresfische, und von einer sehr reichen Localität, von Licata^ hat Sauvaob die dort vor- kommenden Fische beschrieben. Unter den Polirschiefern befinden sich locherige, feste Kalke, die, hoch aufragend, nicht selten pittoreske Felskämme bilden. Bis jetzt kennt man noch keine Petref&cten aas iboeo. Mir scheinen sie Riffbildungen zu sein, welche die einzeloeo Becken, in denen sich die Schichten der Schwefelformatioo absetzten, begrenzen. Die von den Herren v. Hktder und Gbtlbe antersuchteD Insecten- und Pfianzenabdrucke stammen fast alle aas einem nördlich von den Städten Racalmato und Grotte befindiicben Uügelzuge, der von Ost nach West sich hinzieht, genannt Canatone, und mit dem Monte Pernice bis zu 590 Meter 745 ober dem Meere eich erbebt. Die Schiebten fallen im Gänsen 30 Orad gegen Nord nnd haben ein Haoptstreicben von SW nach NO , mit vielfachen Localstorongen jedoch. Zu oberat liegen dort, wenig entwiokelt, Trabi auperion, darunter folgen 50 — 70 Meter mächtige, oft plattenformig abgesonderte Oypa- masaen, zwei Schwefeleralager (Vanelle nach aiailianiacher Benennung) einscblieaaend. Anf den Gypaplatten , aowie in den Schwefellagern selbst, finden sich Abdrucke von Suas- wasserfiacben nnd der untersuchten Insecten und Pflanzen. Die Schwefelerzlager baut man in einer ganzen Reihe von Graben ab; das obere Lager führt arme Erze, die zugleich viel Bitumen enthalten; das untere hat sehr reiche, bitnmen- freie. Unter der Gjpsmasse erscheinen, wenig entwickelt, die Trabi inferior!, und darunter die Tripoli, die ihrerseits auf den locherigen Riffkalken ruhen. Die von Herrn Dr. v. Hetdbn bestimmten Insecten finden sich in Abdrucken auf den Gjpsplatten, selten in den Schwefel- lagern selbst. Dieses Vorkommen ist überhaupt ein sehr sel- teoes nnd nur in der Contrada Ganatone kommen dieae Ab- drocke massenhaft vor, sodass auf einem Quadratfuss Fläche oft mehr wie hundert Abdrucke sich finden. Bs sind Larven von LibeUula' Arten , in allen Altersstufen , und gehören nur zwei Arten an, Libellula Doris Heer und Libellula Eur^nome Hieb. Iaö. Doris ist weitaus am häufigsten, und trotz des massenhaften Materials, das zur Unteraochung vorlag, konnte Herr y. Hetdbn nur aaf zwei Uandstucken die beiden Arten miteinander vorkommend finden. Diese Insecienlarven sind ganz dieselben, wie sie Hbbb von Oeningen beschreibt, und deuten auf gleiche Verhältnisse wie dort, auf stillstehende Gewässer, in denen sich die Schichten absetzten, welche zur Oeninger Stufe gerechnet werden müssen. Die von Herrn Dr. Oetlbb bestimmten Pfianzenabdrucke sind -sehr grosae Seltenheiten. Bs fanden sich Julians vetusta Hebe, Ctiesalpima Toumshendi äff. Hbbb, Diospyros brachysepcda Al. Br., dnamomutn polymorphum Al. Bb., Bobinia Begeli Hbbb, Acaeia Parschlugiana Ueg., Älnus Oastaldi äff. Mass. Alle diese Pflanzen sind schon theils von Oeningen be- kannt, theils von Sinigaglia, Parschlug und Häring, und ge- boren der Oeninger Stufe an. Bs bestätigen somit die Pflan- zen, wie die Insecten, dass die eigentliche Schwefelformation 746 Siciliens mit Oeningen gleichseitig ist, and ist anzweifelhaft deren geologische Stellung festgestellt, in der Art, dass sie an der Basis des Pliocän befindlich anzusehen ist, dein Me- ninien von Karl Matbb angehörend (nicht za verwechselQ mit dem Zancleano von Seodbnza, das als solches nicht be- steht). Die sicilianische Schwefelformation ist dann auch gleichaltrig mit den Susswasserscbichten von Castellina roari- timays denen von Sinigaglia und denen von Reggio and Modena. Als ungemeine Seltenheit lag ausserdem aus den Tripoli von Canatone ein Pflanzenabdruck vor, den Herr Dr. (*btlsb als Myrica salicina Uno. bestimmte. Diese Pflanze ist bis jetzt aus der Oeninger Stufe nicht bekannt, sondern nur aas dem Mayencien und Helvetien, oder noch älteren Bildongeo. Ob dieser ganz vereinzelte Fund auf ein grosseres Alter der Polirschiefer schliessen lässt, ist sehr unwahrscheinlich; die Entscheidung darüber muss vorlaufig ausgesetzt werden, bis zur Beendigung der Untersuchung der mitvorkommenden Piacb- abdrucke. Herr Thbodor Fuchs hat neuerdings in seiner Arbeit: Die Gliederung der Tertiärbildungen am Nordabhange der Apenninen von Ancona bis Bologna, bezuglich der oben er- wähnten Bildungen des Apennin zu beweisen gesucht, dass sie, im Gegensatz zu der Ansicht, als gehorten sie dem Tor- tonien an , über dem Tortonien liegen und mit dem Pliocän aufs innigste verbunden seien. Ich schliesse mich dieser An- sicht amsomehr an, als ich schon 1869 in meiner kleioeo Arbeit: Intorno agli strate terziarii superiori di Monte Gibio darauf hinwies , dass die Susswasserscbichten im Modeoe- sischen die Melania curvirostra^ Melanopsis Bonelliy Neritina mutineniiSy Neritina Doderleini enthalten, und in denen auch Bruchstücke von Snsswassercardien, Hemieardium pecHnatun und telibergenae vorkommen , in das Meninien Karl Matbr^s zu stellen seien, und zwar in das obere, während die Gjpse von Vignola in das mittlere geboren. In das mittlere Menioiea geboren dann auch die schwefelfuhrenden Gjpse von Sini- gaglia, Cesena etc. , und ebenso die Seh we fei form ation Sici- liens. In Sicilien kann man auch dort, wo keine localen vStö- rungen vorhanden sind und die Schichten des Astieu nicht fehlen, häufig diese Schichten mit denen der Schwefelformation concordant abgelagert beobachten« 747 ScblieMÜch die Bemerkung, dMB die mächügeu Sals- ■blagerongea SiciHeas sieb meist in UDmitlelbiirster Mäbe der Scbwefelformatioo finden. Mottdba in seiner grossen Arbeit ober die sicilianiscbe .Schwefeirormstion , sieht diese Salilager ih ältere tertiäre Bildungen an. Mir dagegen seheint es, als seien sie gleiehieitig mit der ■*^cbwefeirormBlion selbst, mit dem Dntericbiede , dass die Scbwefelablagernngen in Süse- wMserseeen sieb bildeten, die Saliablagerungon im Meere. Oh diese Aneicht die richtige ist, mässen weitere Untersuchungen ieig«D. Dsraaf wurde zur Wahl des nächs^äbrigen Veriam m längs - ortea geschritten. An der Debatte darüber betbeiligten sich die Herren Bbt&IOh, KosMAirn, ScBiuo, v. HiUBB und Ubiim. CuDNBB. Die Wahl fiel schliesslich auf Jena nad wurde Herr E. E. Schmid cum Ge schaff efubrer ernannt. Herr Odiibkl legte seine der diesjährigen allgemeinea Versammlung der deutschen Geologen gewidmete Festschrift: Abriss der geologischen Verballnisse der Tertiäracbichten bei Miesbach und des Älpengebiete iwischen Tegernsee and Wendel- ateia mit swei Karlen ((^lengnoa tische Karte des Leittach- Tbales mit Qnerprofil durch dasselbe und geognoiliecbe Ana- flugskarle in dem bajeriachen Alpeagebirge zwischen Tegern- see und Wendelatein, Maassatab 1:50000} vor und erläuterte in detaillirter Weise die einietnen , innerhalb dieaes Gebietes anflretenden Formationaglieder anler Vorzeigung der einachlä- gigen Hand stücke und der bemerkenswertberen Fossilien daraus. Herr Platz ans Karlsruhe berichtet über den Stand der geologischen Kartenanfnahme im Groaaherzogtbnm Baden. Diese Arbeit bat seit nahe 20 Jahren gerubt, nachdem Prof. Sabd- BUtaBn mehrere Sectionen im Maaesstabe von 1 : 50000 be- arbeitet und mit geologischen Heften begleitet bat. Die Auf- nahme soll gegenwärtig im Maasastabe von 1:25000, ähnlich wie in Preaasen, bewirkt werden, und wird gehofft, diese Arbeit in 8 bis 10 Jahren vollenden zu können. Derselbe Redner hält die ältere Ansicht, dass das Bhein- ihal von Basel bis Mainz durch die Hebung des Schwarzwaldes Bad der Vogeaen gebildet worden sei, gegen die dagegen laut gewordenen Einwendungen aufrecht. Das Rheinthal vom Bodensee hie Basel verdanke der Erosion seine Entstehung 7M dies in den VorkoniDDiBKO «on Wieram bei DrsMsea, tue Bajreotb a. s. w. der Fall iat. Femer kaao die Sabstui indiridnalitirt aeto , und iat dieselbe dann in Gestnil martft!- iDMsig begreoiter Kömer oder io Form dentlicber KrjtuilF «asgebildeU Die eiDielnen Köracbeo oder Kijatslle sind n- meist in Kslkspstfa oder Qoars eingebettet. Namestli^ sehöi entwickelt siod die VorkoDimnisse *on Berggiessbibel tni vom Tenfelflteio bei Scbwarsenberg in Sscbsen. Während &t Körner durch nichts Besonderes ■nsgeseiehnct sind , weitea die Kfystalle, die meist io regelmässig seelueeitigea Dorth- ■cbniltea softreleD , einen prächtigen sebnleofönnigen Anfbu auf. Bei Betrachtnng derartiger Kry stall darcbachoitte im pols- rigirten Lieble gewahrt man eioe eigeothömliche BracheianBg. Der ioDere Erys lall kern ~ wird nämlich vollstäodig dook«L während die ningebeoden Ei7BtallacbaleD die sebönstea PoU- riaations färben aafweiaeo ond swar erscheinen die abweduelo' den Zonen verechiedeD gefärbt Eine fernere Eigentbönhtb- keil der ErscbeiooDg ist, dass nicht die einseincn Schales im Urokreiae gleiche Farben erkennen lassen, was der Fall um roäsete, wollte man das Phänomen als durch Lamellarpolsri- aation hervorgernfen erklären , sondern je swei gegenüber) ic- geode Sj'ateme weiaen immer gleiche PotarieatioDseracheinDn- gen anf. Daaa diese Kryslall schalen ihrer Sobstans nscb auch wirklich Granat sind, ergiebt sich darana, daaa eine da- artige Ansbildang auch an ond inneriialb der nnr^elmässig begrenzten Körner bemerkt wird. Bei gekreoslen Nicole tcDcbten such hier diese Zonen mit lebbaftea Farben hervor, während daa Granatkorn selbst absolut dunkel erscbeiat. fn den Vorkommnissen des „derben Granats' von Berg' giesahübel gewahrt mxn such aolcbe, in denen sieb das Grasii- IndividDiini selbst ala doppelb rechend erweisr. Diese seigcn einen nur wenig entwickelten schalen form igen Aofbao. Bd sein. Zt ■ei daher erlaubt , an dieser Stelle derselben, insbesondere ibrem Director Herrn FoHs, den Dank der Gesellschaft aas- sndräckeD. Der dritte Excursionslag (17. Angnsl) erstreckte sieb laf die Berge am den Spitsingaee mit dem andlicb dann sieh schliessenden Valepper Gebirge. Dieses Gebiet i» toa dem Wendel stein stock dnrch das Fehlen des Welterstein- kalkes aDsgeseicboet and geolectoniseb vom letiteren dorcb riel einfacheren Schieb tenanfban nnlersebieden. Daa Hsnpi- mossi* bildet mit dem Plaltenkalk der einförmige Hanptdolomii. der ansebnliche Berge lassmmenseicl. Daswiscben hat sieb eine frühere grosse Hanptmnide von jüngeren Schichten, die im Allgemeinen den gleichen Charakter wie am WeodeUteiii an sich tragen, falteurörmig eingelagert, so cwar, dasa di« Palten mehrfach sieb wiederholen nnd ihre Flöge! abwecbielod bald in den höchsten Gipfeln ansteigen, bald bis aar Thal- sohle sieb berabsenken. Die Gesellschaft vertiess gieichMIs wie am Tage vorher sehr fräbceitig das Standqaartier. Nachdem die Strecke (od Mieabach bis nach Max Josepbitbal mittelst Wagen saröckgelrgt worden war, stieg man vom letzteren Orte die Strasse fDm Spitiingsee hinauf. Zu beiden Seiten des Weges thörmt sich der Haaptdolomit, das allein hier anstehende Gestein , lo beträchtlichen Bähen empor, von welchen vor Altem die Brecberspttie (1647 M.) nnd der Jlgerkamp (1743 H.), welcb« die Haupteon touren des malerischen Hintergrundes vom Scblier- see bilden, genannt zu werden verdienen. Kehr schön koniX« vom Wege aus die starke Neignng und locale Fältelung dei eincelnen Lagen des Hauptdolomits beobachtet werden. Nach Ceb ergeh reitnng der Wasserscheide betrat man am Spitzingsee das eben erwähnte Faltensystem , welches seiner gsnsen Breite nach durchquert wnrde. Während die Lias- schichten in diesem Gebiete wenig Ausaeicbnendes beailcen, auch die Kössenerschichten meist nor durch ihre Eigenschaft, lettig so verwittern , erkannt werden können , tasst sich der Dachsteinkalk in seinen scharf markirten Zügen am siebersieD '26. FcbTsar. ■18. 31. Hin. 19. ApriL 14. Jnli 30. Oclbr. 7. HoTcmbr. 31. Daeenbr. Betuad Tom Jahn 1673*) Ba»Fr*M:he Bodibsodhiiig PanronchiiH Johnitrap Bu'bot de Hkrnj bw. Bcuer'icha Bacbhandlang dto. fär TCrkinfte Biaät T. Tribolet Ptlr abgMetiie bcrabgeMttte Zeit- ■cbriflcD B -B. No. I. Am I. Jaonu 1875 C*Ma-Bertud Tbir. 637 34 7 = H. 1913.4t. Der Hill Torgilegte Becbanngt-AbfcUiui der dcDticbMi gaologiicbra befand eo wordea. Höacben, den t3 Angut lS75 O. T. Sotti*!. ") Cuu-BeiUnd an IV. Beft» TorjUrigcr ZciuebrifL i 759 pn 1874. Credit. Thlr. 8g. Pf. 1874. Per Cassa: 10. Januar. Auslage für Bewirthung des Druckers A.-B. No. 1. 5 20 — 11. „ An Richter »♦ ,. 2. 3 16 — 11. „ „ Schneider 11 »» 3. 7 21 1 11. „ ,f dto. n „ *. — 29 — 11. ,t „ dto. »» »» 5. 1 — — 15. „ „ Wechsel für Kupfertafeln »» '• s- 27 10 — 26. „ „ Hiltl *f „ 7. 26 20 — 26. „ „ J. C. Schmidt 1» „ 8. 17 — — 29. Februar. „ Richter »» „ y. 10 — — 13. M&rz. „ Schneider »> „ 10. 6 4 — 25 „ Laue »» „ 11. 195 — — 19. ApriL „ Schmidt if „ 12. 52 10 — 7. Juli. „ Schneider »» „ 13. 3 7 — 24 „ Weiss Porto >t „ 14. 6 25 6 24. „ „ Carl Kühn & Söhne »» „ 15. 4 22 6 6. August. „ Königl. Staatsdruckerei »» „ 16. 2 — — 6. „ „ J. F Stareke ♦f „ 17. 333 10 — 6. October. „ Schneider >» „ 18. 7 2 — 19. „ „ J. F. Storcke t) ,, 19. 327 7 6 19. „ „ dto. »» „ 20. 338 15 27. „ „ H. B. Geinitz M „ 21. 20 10 — 27. „ f, Porto f. Einzahlung an Oeinitz (Postschein) »» » 21. — 2 — 7. NoYembr. „ Richter M „ 22. 4 6 — 7. „ ., dto. »> „ 23. 16 — — 7 „ Linke )) „ -24. 5 — — - 7. ., „ Friedrich If „ 25. 45 — — 7. „ „ J. W Mourgues u. Söhn »» „ 26. 80 20 6 11. „ „ Laue n „ 27. 262 — 28. ,. „ Schmidt 1) „ 28. 33 10 — Vi. Decembr. „ Schneider ft „ 29. 3 14 6 31. Uebertrag auf 1875 .... • • « * 637 24 7 fj ^ 2484 7 "2 Gesellschaft pro 1874 ist von uns revidirt und ziffermässig richtig Dr. H. BOBRBMAITN. Drack von J. F. Starok« in Berlin. Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschai 4. Heft (October, November und December 18 A. Anfsätze. 1. lieber den Qnariit bei Greifenste» im Kreise Wetz Von Herrn H. ton Dechen io Bodo. Fbbd. Robmbb hat im 26. Bande der Zeitschrift der c sehen geologischen Geseliscbaft 1874 pag. 752 eine Notiz die bei Greifenstein im Kreise Wetzlar Torkoromenden Q zite mit Steinkernen und Abdracken von Pentamerus Bhen bekannt gemacht. Der Verfasser bezeichnet dieselben Schichten von entschieden höherem Alter als die Cobl( Graawacke ( Spiriferen - Sandstein Sandb. , Unterdevon) schliesst anbedenklich ans dem Vorkommen des Pentai auf deren sil arisches Alter. Auf der Section Wetzlar der geologischen Karte der R provinz und Westfalens im Maassstabe von 1 : 80000, w als eine der letzten dieser Karte 1865 erschienen ist ( d. natarb. Vereins, Jahrg. 22. 1865, Corresp.-Bl. No. 2 pag sind die Quarzite von Greifenstein dem Calm, der an Abtheilong des Carbon zwischen Kohlenkalk and Fiotzle zugerechnet. Dieser Culmzug erstreckt sich von Greifet gegen SW nach dem Ulmbach bei Wallendorf and Beil tritt nach einer Ueberdeckang durch basaltische Gesteine mals im Kallenbergsbach zwischen Arborn ond Nenderotl am nach dieser Richtung hin unter den basaltischen Gest des Westerwaldes gänzlich za verschwinden. Auf der rc Seite des Thaies unterhalb Arborn sind diese Schichte Zeits. a. D. smI. Gas. XXVII« 4. 50 762 Dachschiefer benutzt worden , wie denn der Culm dieser Ge- gend mehrfach so feste, spaltbare Schiefer enthält, dass sie in dieser Weise verwendet werden. In nordöstlicher Richtang wird derselbe Calmzag bei Edingen von der Dill, bei Offen- bach von der Ahrdt, bei Weidenhausen von der Salzboede, bei Sinkershausen von der Alna durchbrochen , erreicht die Laho bei Caldern und erstreckt sich von deren rechten Seite bis zom Eisenberge oberhalb Gossfelden. Dieser letztere Cnlmzug ist grosstentheils auf der bereits 1863 erschienenen Section Laaspfae der Karte dargestellt. Diese Section, sowie Wetzlar habe ich in («emeinschaft mit Herrn Dr. C« Koch und Bergmeister RiEMANK bearbeitet. Obgleich ich nach mehrfachen Begehungen der Gegend von Greifenstein in den Jahren 1846 bis 1863 vollständig überzeugt war, dass die Quarzite von Greifenstein zwischen deutlichen Gnlmschicbten : schwarzen dnnn blättrigen Schiefern , Kiesel schiefern (Ljditen ) , Alaunschiefern and Plattenkalken gleichförmig eingelagert sind und diesem Schiebt- verbände angehören , veranlasste mich doch der entschiedene Widerspruch eines so hoch angesehenen Geologen und Paläon- tologen, wie Fbbd. Robmbr, zu einer nochmaligen Prüfung meiner früheren Beobachtungen und Ansichten an Ort und Stelle. Ich hatte dabei den Vorzug, die Begleitung der Herren Prof. Schlüter und Bergmeister Riemakk zu geniessen. Von dem Bahnhofe Sinn der Dentz-Giessener Eisenbahn wurde der Weg bis in die Nähe von Edingen und von da an dem linken Abhänge der Schlucht verfolgt, welche sich hier gegen das Dillthal öffnet und von der Höhe nördlich des Basaltberges Hinstein herabkommt, der westlich von GreifensCein gelegen ist. Hier steht dun n blättriger schwarzer Schiefer an in St- il 7, mit 75 Grad gegen S. fallend, der durch einen kleinen Steinbruch in Basalt entblösst ist. Gegenüber auf der rechten Seite der Schlucht fallen dieselben Schichten in St. 97, bis 10 mit 70 Grad gegen SO. Weiter aufwärts findet sich derselbe schwarze Schiefer, und an dem steilen Abhänge der Schlucht treten Blöcke von weissem und lichtgrauem Quarzit mit weissen Glimmerblättchen auf, die auf ein anstehendes Vorkommen dieses Gesteins an dem höheren Theile des Abhanges hin- weisen. An dem oberen Rande des Waldes gegen das Feld sind diese Blöcke so häufig, dass hier der Quarzit wohl ganx in der Nähe anstehen durfte. In gleicher Weise finden sieb 763 di« QaBriilblöcko bis geg«a den Weg von Herborn naefa Greifenateb. Gani in der Nähe dieeea Ortea WNW von dem ticfalosse und der Raine ist Qnariit in einer langen Reihe von Sieinbrüchea deotlich geechicbtet, in St. 11 mit 50 Orad gegen S. einfallend aufgescblosaeD. Die bloagelegteo Scbicbten mögen einer Mächligkeir von 4 bis 5 M. entsprecben. Nabe im Haagenden derselben steht scbwarserdännblilUriger Scbiefer an. Im sädweallicbeo Fortstreieben schliessen sieb alte ver- ichötiete Steinbräcbe an , welche die Fortsetiang des Qqm-- liles nach dieser Richtaag erkennen laasen. Weiterbitt anf der Weslieite des Weges nach dem Elgerahänierhofe erbeben sich in dem Forstdietricte Bnchschirm grosse Felsen von Qaarzit m einer Höbe von 5 bis 7 M. aber den umgebenden Boden. Dieselben seigen ausser einer regelmässigen wiokel- lecbleD Zerklärtnng ein deutliches Einfallen in S(. 10'/, mit nO Grad gegen SSO. Das (lestein, ans dsm dieselben beaWhen, DDleracheidet sich in keiner Weise von dem vorhergebend be- merkten. Auffallend sind einige rande Anshöhlangen an die- lem Felsen, Die grösste von etwa 0,5 bis 0,6 M. Dorcb- meseer and einer Tiefe von 0,3 M. teicbnet sich dadurch ans, da«! sie von unten nach oben geht, sich also knppelfÖrmig scbliessL Die Entfernung dieser Felsen im Bocfascbirm von dem iD«rst beendeten Auftreten der Qaarxitblöcke beträgt 1,5 Km. und die dazwischen liegenden Stellen weichen nur wenig oder jar nicht von der geraden Linie ab, welche die Endpankte mit eiaander verbindet. Von dem gedachteii Felsen verbreiten sich ^Dsnilblöcke besonders über die wenig gegen S. geneigte FiaideQäche oallicb des Weges nach dem Elgershäueerbofe, ri«lfach mit Basallblöcken gemengt, welche wohl besonders 'Om Hinst«ine, weniger vom Greifensteiner Scblossberge ber- ühren. Froher habe ich es für wahrscheintich gehalten, Iii98 diese Quariitblöcke nur von dem nördlichen Lager stam- nen, Ibeils weil mir ähnliche weite Terbreitnu gen von Blöcken solcher uncerstörbaren Gesteine, namentlich aocb von Cluarsit, >ekaunt waren, theils weil ihre Untermengung mit den Ba- llten des Hinsteins dafür au sprechen scheint. Iniwiscben Döcbien sie doch wohl theilweise eioem «weiten oder einigen ludlitber gelegenen Quarsitlagero ihren Ursprung verdanken. % die vorliegende Frage: ob diese Qaarzite ein untergeord- 50* 7C4 neles Glied der bi«r verbreiteten Cnlmbildaag sind, oder eioem viel tieferen aod lonsl ionerbalb des gKoien devoDischeD ood carboniscbea Oebietei der recbten Rheinseite gioilich onbe- kmnnten Oebirgsgliede angehören, ist es obne Bedeulong, ob hier nar ein Qaarsitlager oder mehrere anftreteo. Bb ist za bemerken, dass wenn aocb die DnterlagQ dieser Blockverbreitnng gröastenlheils nnbekanut iit, doch 250 M. westlich des Schlosses an der Krämmnng des Weges graae feste Schiefer nnd 560 M. weiter gegea S. an dem Waldrande des Wolfsgalgeo schwarsgraser Kiesel schiefer mit ichmalea Lagea von Quarcit in einigen Schürfen aufgedeckt ist nnd die Blöcke noch weiter gegen S. reichen. Die Blöcke, worin die Fentameren gefunden werden, liegen SSW etwa 500 M. -Ton jenen Schürfen entfernt. Der von Robmkk (?■%■ 755) ange- führte, anf wenigstens 8 Cnb.-P. geechatite Block, scheiot nacb der vom Bergmeisler RiBitAnii auf nieioe Bitte vorgenommenen Untersochang nur die oberste, ans dem Boden bervArragende Spitze eines anstehenden Qu arzi Ilagere zu sein. Damit würde die Tbatsnche in U eberein Stimmung sein, dass sieb früher die nach and nach besonders durch MineraKenbandler beseiliglen V er steinernngsrei eben Blöcke in der Streichungslinie der Schich- ten in St. 4'/, auf eine Länge von 160 lU. gefunden haben. Von dem Felsen im Baehschitm ist der Qaarait übrigen! noch weiter im südwestlichen Portslreichen zu verfolgen. Der- selbe findet sich am Wege von (ireifenstein nach Wallendoif in einer Schlacht anstehend and am Abhänge in vielec Blöcken, endlich im Ulmbachthale auf der rechten Seite nnter- halb Wallendorf ia Felsen. Hier unterscheidet er sich von dem vorhergebenden nur durch eine etwas graue Färbung, sonst ist er demselben gleich, ebenso mit .Adern von milch- weissem, feltgtänBendem Quart durchiogen. Zwischen Wallen- dorf und Beilstein auf der linken Seite des Ulmbachs steb«D die gewöhnlichen scbwärzlicb grsaen Culmacbiefer an. Dir Entfernung des zuletzt erwähnten Qaanits von dem Felsen ia :| Bnchscbirni beträgt 1,5 Ktm. , so dass derselbe nberbaopt lut i eine streichende Länge von 3 Kim. im Hangenden und Lie- genden von gleichfallenden Calmscbichten begleitet bekannt ist ' In der sädwestticheo Fortsetzung des Kiesel Schiefers vom ' Wolfsgatgeii zieht eine grabenartige Schlacht nach deiD Vit»- bacb. In derselben sind die Schichten theils natürlich eutblösc. 765 tbeils durch Schürfe aafgeMhlossen. Dieselben fallen in St. 11 mit 5Ö Grad gegen S. ond bestehen aas dannblättrigen, schwarzen Schiefern, die xnm Theil so fest sind, dass sie sich zu Dacbschiefern eignen dürften, aas Alaanschiefer mit vieleoi Eisenkies (Pyrit) in Schnüren and Nieren, seht* kohlehaltig, aus graaem ond schwarzem Kiesel schiefer (Lydit) mit feinen Adern von weissem Quarz, auch aas Plattenkalk, der auch oierenförmig im Schiefer auftritt, and endlich aus einzelnen Saodstein lagen , die den Uebergang des Culm in den Flötz- Jeeren vermitteln. Diese Schichtenfolge ist recht charakte- ristischer Culm und liegt im Hangenden des Quarzitlagers im Buchschirm und, wenn das PentameruS' führende Lager da an- steht, wo die Blocke liegen, in dessen Liegenden. Ans früheren Begehangen ergiebt sich, dass im Wege Ton der Siunerhutte nach Fleisbach milder, grangrnner, glänzender Schiefer ansteht, demjenigen gleich, welcher auf der linken Seite des Dillthales häufig im Culmzuge auftritt, dass am Ab- hänge ostlich von Fleisbach milder graner, an der Oberfläche leicht zerfallender Schiefer vorkommt und bei dem Orte selbst grünlich grauer, schwarzer, weisser und rothlicher Kiesel- schiefer, wie er in dieser Gegend ausschliesslich im Culm vor- Ikommt. Diese Schichtenfolge erstreckt sich in ihrem südwest- lichen Fortstreichen ganz entschieden in das Liegende des Quarzitlagers nordlich von Greifenstein. Ausser dem Quarzitvorkommen im Culm bei Greifenstein ist noch ein zweites ähnliches am Scbalsberg, nordwestlich von Obercleeu, ebenfalls im Kreise Wetzlar, an dem Rucken zwischen dem Cleebach und dem Schwingbach bekannt. Das- selbe gebort dem Culmzuge auf der Sudseite der grossen, mit Flotzleerem erfällten Mulde zwischen dem Solmsbach und der Lahn an. An dem Wege von Obercleen nach Vollnkirchen findet sieb am unteren Theile des Abbanges Kieselscbiefer, dem schwarze, dnnnblättrige Schiefer mit einzelnen Kalklagen folgen, wieder Kieselschiefer, theilweise schwarz (Lydit) mit weissen Qaarzadern durchzogen. Etwas hoher am Abhänge liegen viele Blocke von grauem Quarzit, die das Ausgehende eines solchen Lagers bezeichnen, da sie weiter aufwärts am Abhänge nicht mehr vorkommen. Dieselben lassen sich über 1 Kim. weit in südwestlicher Richtung am Abhänge, also in der Streichongslinie der Schichten verfolgen. Auf dem Rucken 766 des Scbalsberg Bt«ht wieder KieaeUchiefer an, so daBs du Qn&riitlager , dessen VorhandeDsei n lahlreiche Blöcke bekun- den, auf beiden Seiten von charakteristischen Culmacbicbi<^o begleitet wird. Es ist wobl kaum zu beaweifeln , dftss da.<- selbe hier ein, dem Culm untergeordnetes regelmässiges Lag«r bildet. In dem mit Recht berühmten Werke „das Bfaeini»t;b« Uebergangsgebirge" 1844. hat F. Robkeb den Pentamenu roo Greifenstein als sp. ladet. (?) pag. 85 bezeichnet, auf pag. Tt^: and 77 aber seine Aebnlicbkeit mit Pentatnenu gdUatv», einer dem Eifelkalk (Milteldevon) angehörenden Art, und seine Ver- Bchiedenbeit von Pentamems Ettightii Sow., mit dem er frübrr von GoLDFDSS nnd Verkbcu. verglichen worden war, hervor- gehoben and dieser Art Lethaea geogn. II. pog. 349 den Nk- - meu Pent. Bhenamif beigelegt. Es scheint, dass seit jener Zeit diese Species an keiner anderen Stelle aufgefanden nor- den ist; ihr einziger Fundort war damsils Greifenstein und i*: es auch noch beut. Die Bemerkung (i. c. pag. 55) ,der vi>]> Ilsenburg im Harze aufgeführte Pent. Knightü kann für sich allein das Vorhandensein des Aymestrj-Kalkea nicht darthuu, denn abgesehen davon, dass keine specifiscbe Identität mit der englischen Art besteht, so kommt er ja auch in Att rbd- niscben Grauwacke (bei Greifenstein) an einem Punkte vor wo von einer silurischen Kalkbildnng nicht die Rede sein; kann", dürfte wohl kaum die Bedeutung haben, dass PentaA ■memt Bhenanug mit der Art von Ilsenburg ident sei. Nicht! ganz im Einklänge mit der früheren Ansicht des Verfassersi ist die Aeussernng in der vorliegenden Notii pag, 757, ^^^-i die Aehnlichkeit des Pent. Rhmanu» mit Pmt. Knighlü, mit: welcher Art sie von früheren Autoren meistens «ereinigil warde, sehr gross ist." Wie dem nun aber auch sein ma^.: ob Pent. Rhenanus mehr Aehnlichkeit mit einer situriscben odtri mit einer milteldevoniscbeo Art besitzen mag, scheint es mi' hierauf bei der Entscheidung der Frage; ob der Quarcit vou Greifenstein siluriscb oder einem älteren Gliede des UntiT- devon als die Rheinische (Coblenzer) Grauwacke zuznrecboen. oder ob derselbe carbonisch ist, gar nicht anzukommen. Diesri Quarzit enthält eben nur eiue einzige bestimmbare Versteiut- rang, welche sonst an keiner anderen Stelle bekannt ist, aii-i 767 also aoch far keine bestimmte Formation als unmittelbarer Beweis gelten kann. Die Möglichkeit, dass das Genus Peniamenut, welches aus dem Silor noch in mehreren Arten bis in das Mitteldevon und noch bis an das Oberdevon reicht, auch noch bis in die un- leren Glieder des Garbon sich in einer sonst nicht weiter be- kaonteo Species, wenn auch in vielen Exemplaren, erhalten habe, wird aus allgemeinen Gründen gewiss nicht bestritten werden können. Nur die Lagerung der Schicht, welche den Pent. Bhenanus einschliesst , kann über dessen Stellung in der Altersreibe der Fossilien entscheiden und danach ist derselbe entscbieden für eine carbonische Art zu halten. Wenn Ferd. RoKHBR ferner bemerkt: „Die Lager ungsverhältnisse der Pen' tommM^fuhrendeo Quarzite gegen die Granwacke , ebenso wie die etwaige weitere Verbreitung derselben werden durch spe- cieile Aufnahmen hu Ort und Stelle näher festzustellen sein^, so räumt er dadurch selbst ein , dass er die Beweisführung, diese Quarzite seien silurisch, schuldig geblieben ist Die Be- merkung, „diese Quarzitc müssen älter sein, als die Coblenzer Grauwacke, denn im anderen Falle mussten sie sich auch anderwärts in oder über dieser haben nachweisen lassen^ kann wob] kaum für eine solche gehalten werden. Es mögen hier nur noch zwei Bemerkungen Platz finden. 1. FsRD. RoBMBR beschreibt „steil aufgerichtete Thonschiefer mit Quarzscbnnren nahe westlich von Greifenstein, aber nicht von der Beschaffenheit der Gulmschiefer, sondern fest und halb krjstalliniscb und augenscheinlich zur Coblenzer Grau- wacke gehörend.^ Diese sandigen und glimmerreichen Ge- steine bilden aber nur dünne Lagen in gewohnlichen schwarzen dannblättrigen Culmschiefern, ausserdem sind aber bereits im Vorhergehenden mehrfach ähnliche Gesteine aus dem Cnlm dieser Gegend angeführt worden. Sie finden sich namentlich io der nordostlicben Fortsetzung dieses Zuges an vielen Stellen. Dagegen besteht das Unterdevon, welches sich in diesem Be- zirke zwischen Aslar und Niederubiel, bei Waldgirmes, zwi- schen Stockhausen und Biskirchen , bei Steindorf und nordlich von Braunfels zeigt, aas wechselnden Sandstein- und Schiefer- schiebten mit Uebergängen in sandige Schiefer von grSnlich grauer und in der Verwitterung gelber Farbe und enthält keine feste iin4 balbkrystallinische Sehiefer. Die Durcbtra- 71» merong mit QaaKschtiäreii dürfte aber gerade in dieser Ge- gend am so weniger als ein Merkmal des Unterdevon aoge- fährt werdeD , als diese ErscbeinuDg beim Flötaleeren am stärksten nod Värbreitetsten ber vortritt. 2. Das Oberdevoo ist in dieser Oegend Ewiscben Fleis- bach, Edingen nnd Greifenstein sebr verbreitet, and bildet mit Scbalsteio, Diabas und Mandelstein verbunden die nnmiltelbar« Untertage der Culmscbicbten bier, wie in dem gansen Berirke. Bei den Angaben über das locale Aaftreten der Scbicblen isi dasselbe 2ur Vereinfacbong der Ddrstellnng bisher anberöck- sicbtigt geblieben, docb ist es von Wichtigkeit, Folgende« bi«r zu bemerken. Bei der Begebnng der Oegend nacbte Herr Bergmeister Ribhahn auf einen älteren vorlasienen Eiaenstein- Bchurf, nahe sädlich von der Stelle anfmerksam, wo sieb die Qaariitblöcke mit Pmtamerw finden, in dem ein rötblicbet und bell weisglicbgraoer Kalkstein entblösst ist. Derselbe enthält Stielglieder von Crinoiden, einige wenige Corallen and nndentlicbe Muschelreste nnd konnte nach dem sonst in der Gegend bekannten Vorkommen nnr fnr Oberdevon (Krameniel- Ealtcstein) gehallen werden. Aas diesem Kalkstein war ee indessen Herrn Frof. J^trbro and Herrn Madbbb aas Darm- stadt gelungen, einige Trilobiten za erhalten, die sie in Mön- chen bei der Versammlung der dentscben geologieeben Geeel!- achaft (im Augast d. J.) Herrn Geb. Rath Fsbd. Robhbb mit- theilten and die für obersilnrische Formen erkannt wurden, wenn auch dort eine Bofortige definitive Bestimmung nicbi möglieb war. Dieser Pund, für die dortige Gegend von so hervorragender Wichtigkeit, gab Veranlassung, dass Herr Berg- meister RiBMAiin diesen .Scharf von Neoem aofräameo liess. wobei sich denn mehrere Trilobiten reste fanden, die vonags- weise dem Genus Proetut und BronUue angehören, denen Professor SchlÜTBb nachstehende Bemerkungen hiacacDfägeT die Freundlichkeit hatte. „Beide Genera haben ihre Hanpteni- wiekelung im Obersilur, sind aber noch reichlich bis ins Mitteldevon vertreten, wo sie plöltlicb zn erlöschen scbeiaen. Die naheliegende Vermuthung, dass sich diese Exemplare auf bekannte .\rten der Eifel möchten zurückfahren lassen , bat sich nicht bestätigt. Es liegen wenigstens zwei Prosbu-ATtea vor, von denen nach den Olabellen keine mit einer der Atti Eifel-Arton übereinstimmt. Die eine ist dorchana abweichend, 769 die andere kommt cwar dem Pr. Cuvieri der Eifel usbe, unter- Bcbeidet sich aber bestimiDl durch aDdßrs gebaute Stirn, tiefe icbarffl Hinterfarcbe and Fehlen der Tuberkel. Aehnliche yotn Nackenringe sich ablösende Tuberkel babeo nur Pr. Bohemüau Cbo. Dod Pr. orbitatui Barr., beide kub mittlereni Obersilur P. TOD KoniepruB. Die vorliegenden Slücke kommen dem Pr. Bohemicui am uächiteD und wärde nber deren Identität kein Zweifel sein , wenn die böhmischen Exemplare die ge< DBODlea Tuberkeln nicht deutlicher zeigten. Die zweite Art isl loa dem böbmisohen Proetv» compUmatuf Babh., ebeofalls Mis Obersilor P. wohl nicht verschieden. Die P^gidien gehören ebenfalls wenigstens zwei Arten an, sind von denen der Eifel verschieden, lassen sich aber anch nicht mit gleicher Wahr- icheinlichkeit auf bekaonte böhmische Arten (uröcb^bren. Die Mehrzahl steht dem gewöhnlichen ProttM Cttvieri der Eifel nahe, ist aber davon verschieden und nimmt etwa die Mitte e:o Ewiscben Pr. Bohemicut und Pr. orbitatut Barr, aus dem ObeFBÜDr F. von Eonieprns. Bei anderen nicht gnt erhaltenen ist an Proetut oder Lieha» zu denken und an Formen wie Proetm pUmioauda Bakb. oder solche, die zwischen lÄchaa palmata und L. hUeroekfta Barr, stehen. Von den Fygidien der itronleus-Arien sind besonders diejenigen mit geiäbneltem fUcde hervorzuheben. Eb giebt deren nur zwei. Die vor- liegenden unterscheiden sich von Br. thytanopelti» Barr, durch eioeo verschiedenen Umriss und verbältniasmäsBig etwM grösaere Spindel , von Br. ocanthopdHt äcHHUR aas der Eifel darch die nur halb so grosse Anzahl der Spilzen am Rande des PygidinmB. Die anderen Fjgidien, welche £r(ml«iM' Arten zuzurechnen sind , können ihrer mangelhaften Erhaltung wegen nicht naher bestimmt werden. Endlich ist noch ein Pygidinm vorgekommen, welches einem Phacopt an- gehört, ob aber dem gewöhnlichen Phacopi iati/rona der Eifel oder dem obersi Iuris eben Phacop» breviceps Barr, von Konie- prus durfte kaum zu entscheiden sein." Wenn nun auch hiernach kein entscheidendes Urtbeil über die Stellung und das Alter dieses Kalksteins gefällt werden mag, so ist dessen Fauna doch von der Art, dass derselbe lonächst für oberBilnriBcb zu halten wäre und dass hierin eine driogende Aufforderung liegt, diese Gegend einer wiederholten, sehr genanen Uutersuchnog zu unterwerfen. Gewiss sehr mit 770 Recht hob Professor Bbtkich aaf der VsremmmlaDg io Mno- cheD hervor, dMB die Bestimmang der auf einander folgeodtD Etagen des rheinischen Devons eine brennende Frage ge- worden sei. Die Schwierigkeit dieses Unternehmeas ist t>«i den Terwickellen Lagern ngsr er bältnissen und bei der mangel- haften KenntnisB der Pandpankte von Versteinernngeu öberaaa gross. Den Versuch, den A. Ddmoht vor 30 Jahren gemachE hat, kann ich, soweit meine Keantniss reicht, nur für verfebli haJlen. Inzwischen möchte ich einstweilen die Anaicitt, dass der hier in Frage stehende Kalkstein südlich von .GreifeoeleiD. ungeachtet des Widerspruchs der Versteinerungen, doch dem Oberdevon angehöre, nicht aufgeben. Möglich ist es immer, dass sich eine genauere Kenntniss der gansen Fanua dieser Abtbeilung in ihren verschiedenen Etagen dieser Ansicht künftig besser anscbliessen wird, als es gegenwärtig der Fall isL Wenn das Vorkommen des Pentamtrut Bbmanu» im Cnlm sehr auffallend erscheinen und zu neuen Zweifeln über die Altersbestimmung des Quarzites bei GreifeDstein Veranlassoo^ geben möchte, so ist doch an einige Pälle^ ähnlicher Art tu erinnern, in denen sich paläontologisehe Schlüsse sehr geindert haben. Fkeu>. Robhkr nennt (Rhein. Cebergangageb. pmg. 14) das Plmrodietyum probltmaticum den rä thselbaftesten und an gleich beteich nendsten unter den fossilen Körperc der Grauwacke (Coblenzschicbten), A. Dtwoiir schloBs aus dem Vorkommen desselbeu bei Cunstantiunpel auf das anter- devonische Alter der dortigen Scbichten. Fkbd. Roukb bil- dete 1863 daraus eine neue Species Pleur, Conitantinopolitait* nnd theilte sie dem Mitteldevon in. Dr. R. Strut fand its PUur. prafrismattcum in den Catceolasc hiefern (Lenneacbiefern) am Fasse des Briloner Eisenbergs , also io der antereo Ab- tbeilung des Mitteldevou. Dr. E. Eaibbb hob 1871 das Fehler, des Pletir. problematicum in den Vicbter Schichten, der obersten Abtbeitnng desDnterdevon, bervnr und erkannte dagegen ISTi*^ (Zeitschr. d. d. geol. Ges. Bd. 25. pag. 671) nach den Beob- Rchtnngen von GoeSKLST in Frankreich und Belgien d«B Vor- kommen desselbeii bis an die obere Orenae des Unterdevon, his in den körnigen Roth eisen stein mit Spiriftr evUrijugata- hinauf an. Diese Bestimmungen sind erfolgt, nachdem 1850 ein Fossil im Kiesel schiefer des unsweifel haften (olm gefnaden 771 war, welches Aebnlichkeit mit Pleurodiotyum besiut, wenn es gleich von Pleur. problematicum specifiseli verschieden ist. (Verb. d. nalorbist. Ver. 1850 Jahrg. 7. pag. 201.) Aus anderen Formationen sei nur erwähnt, dass lange Zeit das Genus Belemnites als mit der Kreide erloschen be- trachtet wnrde, bis U. Scblönbach dasselbe im Tertiär Ober- Italiens im Belemnites rugi/er nnd Zittbl korslich im Tertiär Afrika's auffand. Das Gelins Ceratodus hat lange Zeit als leitend für Letten kohle (Trias) gegolten , bis der merkwiirdige Ceratodus Forsten lebend in Australien und (^eratodus Bar- randei 1874 in dem Carbon Böhmens in den Gasschiefern des Eakouitser Beckens gefunden wurde. Die Notiz von Ferd. Robmkr enthält noch eine Aeusse- rung über das Alter der Wissen bach er Schiefer. Der Ver- fasser stimmt der Ansicht bei, die Dr. C. Koch in den Verb, d. DSturh. Vereins 1872 Jahrg. 29. Corresp.-Bl. pag. 84 auf- gestellt hat , nach welcher dieselben älter als die Goblenzer (Trauwacke sein sollen, und ist der Meinung, dass diese An- sicht bei genauerer Prüfung der Lagerungsverbältnisse sich auch strati graphisch wird erweisen lassen. Er schreibt den- selben jedoch kein silurisches Alter zu, findet es vielmehr an- gcmesscD, die Grenze so zu ziehen, dass diese Goniatiten- fährenden Wissenbacher Schiefer noch in das Bereich der devonischen Formation fallen. Ich theile dagegen die Ansicht der Herren Sahdberobb (die Verstein. des Rhein. Schichten- systems in Nassau pag. 481 ff. )> ^^^^ ^i^ Wissenbacber Schiefer einer oberen Stufe der Goblenzer Schichten angeboren, dass ihnen -eine Stelle zwischen dem Unterdevon und dem mitteldevonischen Eifelkalkstein zukommt. Genauer lässt sich die Stellung dieser Schiefer deshalb nicht angeben, weil in ibrer Umgebung das oberste Glied des Unterdevon (Vicbter Schichten £. Katsbr) und das unterste Glied des Mitteldevon Calceola • und Lenne - Schiefer nicht nachgewiesen ist. Dr. ^« Koch hat, um seine damalige Ansicht über das höhere Alter der Wissenbacher Schiefer, an der er aber, soweit mir bekannt ist, gegenwärtig nicht mehr festhält, mit den Lage- rungsverbältnissen in Uebereinstimmung zu bringen, angenom- men, dass dieselben durch die an ihrer Grenze auftretenden Eruptiv - Gesteine gehoben und überstürzt seien. Diese An- nahme scheint mir mit den thatsächlichen Verhältnissen in 772 Wideraproch eu stehen. Dae Diabuslager, welches die Wieseo- bacher Schiefer auf ihrer Südseite, im Hangeoden aaf eine La Dgenera treck ang Ton 27,5 Kim. von Laogenaabach bis QuotshaoBen regelmässig, ohne Unterbrecbnog begleitet uod ebenso gteicbförmig erst von Scbalstein und dann beim Ver- schwinden desselben in der Gegend von Lixfeld von Scfaicbten des Oberdevon überlagert wird, ist zweifellos gleicbieitig mii den umgebenden sedimentärea Schichten gehoben worden und kann mithin die Hebung der lelateren nicht veranlasst baben. Eine regelmässige Schichtenfolge setzt am Südwestrande der Wissenbacber Schiefer, wo sie nnter den basaltischen Geaiei- nen des Westerwaldes hervortreten , von dem Uolerdevoo bei Niederdresselndorfdnrch diese Schiefer, das Diabaslager, Schal- stein bis in die obere Abibeil ung des Eifelkalksteioa, den >trin- gocephalenkalk (E. Kaiser) fort. Der hier vorkommende Schalstein mag wohl für den Vertreter der unteren Abtheiluog des Mitteldevon anzusprechen sein. Weiter gegen Nordost, in der Gegend von Simmersbacb und Lixfeld ist die Stellung der Wissenbacher Schiefer weniger bestimmt. Sie liegen aaf dem Unterdevon, werden voD demselben Diabaslager, wie vorher bedeckt, dieses aber unmittelbar von Oherdevoa, über welchem Culm folgt. Die regelmässige Lagerung der Wissenbacber Schiefer zwischeti Unlerdevon und Mitteldevon, dann awiscbeci ünterdevon nnd Oberderon ist von Miederdresselndorf an bis auf die linke Seite der Lahn zwischen Wallau und Biedenkopf auf eine Länge von 41 Kim. zu verfolgen. Die Hanplfiind- stelle der bekannten, diese Schichtengruppe aaszeichoeodeD Versteinernngen , welche nur durch den Betrieb der Dacb- acfaiefergruben aufgefunden wurden sind, liegt in dieser Zone nnd ist der Zusammenhang derselben nach beiden ^Seiten bin unzweifelhaft. Innerhalb der Wissenbacber Schiefer treten Eruptivgesteine auf, welche von C. Koch und K. Ludwig al« Diorit bezeichnet worden sind. Ich habe dieselben auf det Section Laasphe der geol. Karle der Rheinprovina als .Gräo- steine von nicht näher bekannter miaeralogiscber Beschaffen- heit" aufgeführt. Eine nähere mineralogische Bestimmung der- selben ist mir auch bisher nicht bekanot. Diese Gesteine bilden in den Schiefern stellenweise schichlförmige £inlage- rongen , die sich zwar ziemlich regelmässig aneioander reihen, aber doch nicht in der Art nnmittelbar tasammenhängen , wit 773 das oben erwähnte Diabaslager. Dr. C. Koch fahrt in seiner vortrefflichen Abhandlang ^Paläozoische Schichten and Grnn- steine in den Aemtem Dillenbarg and Herborn 1858 pag. 36^ an, dass die sedimentären Schichten in der Nähe der Diorite gestört seien, dass sich in der scharfen Begrenzung der letz- teren Kieselschiefer-ähnliche Contactge steine in schmalen Bän- dern zeigen und dass in deren Nähe Quarzgänge häufig seien. Bei der Regelmässigkeit der Lagerung im Hangenden und Liegenden der Diorite wird denselben aber kaum ein wesent- licher Einfluss auf das räumliche Verhalten der amgebenden Schichten einzuräumen sein. Wenn auch der intrusive Cha- rakter der Diorite festgehalten wird, kann doch die Folgerung nicht abgewiesen werden: dass die Wissenbacher Schiefer zwi- schen dem Unterdevon und einer der höheren Abtheilungen des Mitteldevon abgelagert worden sind. Das Hervorschieben einer regelmässigen Schichtenzone zwischen zwei anderen ebenfalls regelmässigen Zonen mit gleichen Fallwinkeln durch eraptive Massen , sei es innerhalb der ersteren oder an einer ihrer Grenzen , wurde immerhin grosse Störungen auf der Scheide des Unterdevons oder des Milteldevons bedingen, von denen aber in der ganzen Längenerstreckung dieses Zuges der Wissenbacher Schiefer nichts wahrzunehmen ist. Das zweite Vorkommen dieser Schiefer, viel weniger aus- gedehnt, liegt an der Lahn bei Balduinstein und in südwest- licher Fortsetzung über Cramberg, Steinsberg bis gegen Brem- berg, zwischen den beiden letzteren Orten vom Ruppbacfa durchschnitten. Die Längenerstreckung dieser Schiefer über- steigt nicht 6 Rlm. Bei Balduinstein Hegen dieselben zwischcL Coblenzschichten , Stringocephalenkalk (obere Abtheilung def Bifelkalks) und Schalstein» Dieser letztere ist gegen SW nichi ober Steinsberg hinaus bekannt, und dann erscheinen dif Wissenbacfaer Schiefer als eine schmale Mulde im Unterdevon Eine andere Auffassung der Lagerungsverhältnisse ist nach den Auftreten des Ei fei kalk Steins und des Schalsteins nicht wofa zolässig. Auf der Strecke Steinsberg gegenüber und von dei Lahn durchschnitten liegt ein Diabaslager auf der Scheide dei Dnterdevon und der Wissenbacher Schiefer, welches auf de Section Coblenz der geolog. Karte der Rheinprovinz den mi neralogisch unbestimmten Grünsteinen zugerechnet worden ist Die Lagerung stimmt hiernach mit dem Zuge bei Wissenbac) 774 öberain und entapricht nicfat der Aaaicht von C. Koch, daaa diese Schiefer hier steil aDfsleigeiide Sättel bilden, welche anter den Cobtens- Schiebten (Spiriferen- Sandstein} hervor- treten. Sardbbbobr I. c. pag, 482 fährt ancb noch die Dacb- schiefer von Langbecke, aädÖBtlicb von Aamenau als hierher gehörend an. Da sie aber ungeachtet des langao haltenden and bedeutenden Betriebes, eo weit mir bekannt, keine Versteine- rungen geliefert habea, so mag es dabingestelll sein, ob sie hierher in sieben sind. Die Lagern ngsverhättoisse würden dieser Ansicht nicht entgegenstehen. Schliesslich ist noch in erwähnen, dass Herr Oharojkas, dem die Wiesenbacber Schiefer wohl bekannt sind, vor Kor- sem bei Olkenbscb am Alfbacb in der Eifel, inmitten der Cobleoiscbichten (des Unterdevoo) und swar in der sndweat- 775 QbersÜQr und Unterdevon, oder an der unteren Grenze dieser letzteren Formation einnehmen, so mochte dabei wohl unbe* rücksicbtigt geblieben sein, dass ober diese Stellung nicht der bisher bekannte (-harakter der Versteinerungen, sondern nur iss Lagerangs verhältniss entscheiden kann« Dies aeigt aber, ia86 Formen, welche im Obersilur beginnen, sich in ähnlicher ^eise bis cur obersten Grenze des Unterdevon gegen das tfitteldevon erbalten haben, wenn sie auch bisher in den da- zwischen liegenden Schichten nicht aufgefunden worden sind, vas, wie die Entdeckung des Herrp Gbandjba» zeigt, doch fühl noch geschehen konnte. I 77« S, üeber die BiLuns'sehe Clattng Pasfe*lBt ud ihre Verbreitaig a ptUvnis^ea AUignvigca. VoD Herro Ehahuel Kayser \o Berlin. Hieran Tafel ZX. Im Laufe dies«« Piibjaim wurde mir tod Profestor roi Batb in Bodo da« Tafel XX. abgebildete, aas dem Uitlel- devoo der Elfel stammeode Fosbü cor Bestimmaog nbersaadL Dasselbe stellt einen kur^birn form igen Körper dar, dessen mit Gesteiosmasse erföllter Innenraum roa eiuer böchslens 2 Ma. dicken Scbale amschloseeD wird, welche ans 6acb convexeo. bezBgonalen, in gerade Reihen geordoeteo Plattcheo SDsammeo- gesetzt ist. Der Umstand , dass die letitereo nicbt ans spä- tbigen, soodern — worauf Herr von Rate micb aofmerksani machte — ans dichtem Kalk von schwach dorchschimmerod» Beschaffenheit nnd borDäbnIicbem Ansehea beatebeo, spratt fär micb sogleich gegen die Deatang des Petrefactes als Pro- boBcis eines Crinoiden. Derselbe Umstand setate sieb aber ancb der ZnrecbniiDg des Körpers an der Ordonng der (ysti- deen entgegen , die sich übrigens schon dadurch au verttieteti schien, dass trots der vortrefBicfaen Erbaltung der Oberfläche keine Spur von den für jene so charakteristischea sogcc. 777 'billips als Sphäronite» teuelatu» aas eDglischem DevoD *) lescb rieben «Ol Fossil bin. Die Besiehung der nordamerika- liscben Formen tnr geoaDDlen EiCH Wald' sehen Gattung lässt lieb bei der grossen bis jetst über dieselbe herrschende Un- Llarheit nicht mit Sicherheit festslellen; die Uebereinatimmung nit dem englischen DevonfosBil aber ist so gross, dass an hrer Zasammengebörigkeit kaum su eweifeln sein dürfte. Mit 1er fraglichen englischen Form stimmt nun weiter eine im nittelderoni sehen Kalk von Vilmar vorkommende Art, von der ich in Fignr 2. ein schon vor langen Jahren von Professor BsTRiCH anfgefandenes , mir für vorliegende Arbeit gütigst BberlasaeDea Exemplar habe abbilden lassen, nuf das Voll- ■üudigste äberein. Diese Debereinstimmnng ist übrigens schon längst von F. RoiMBR erkannt worden, der das mir vorliegende Stnck in Bbybicb's Sammlung gesehen hatte und es in seinem ,Rheiaisehen Uebergaogagebirge " als Sphäronitet leuelatut Pbill. beschreibt.**] Weiter gehört wahrscheinlich auch der auch schon vor langer Zeit durch Veuibüil aus dem ruasiachen Devon bekannt gewordene Sphäronitet Ctsgelalu* hierher***), der Ewar schwerlich specifisch mit der englischen Art lu ver- einigen', aber wohl auch lu Patoeolua su reebnen sein wird. Endlich hat in neuester Zeit Salter auch aus angliscbeo Obersilarscbtcbten swei hierher gehörige Arten bekannt ge- macht, f ) All' düe genannten Körper seichnen sich durch ihre im Allgemeinen kugelige, bald mehr der Bira> oder Ballonform, bald mehr der Trichlerform genäherte, nach unten tu oft stiel- förmig verlängerte Gestalt aus. Nur eine An (1'. globoittt Bill.) hat gewöhnlich eine halbkugel förmige Gestalt mit brei- *| Fhillifi, Falioioic foiBila «tc. psg 135. I. 59. ") 1. c. pBg. bt. — Aach die BrUdcr SANDiiacK erwübnen da« Fossil Taa Vilmar in iiircm bekanaien Werke über Daauniacbc Devoa- ''i^rjteincniDgieD und geben daTcn (pig. 384 a, 3Sö) zwei Abbildangen. Voa dieven atellt die letztere ein auffallend kogeligea, kungegtieltea, die "tiert ein achlankerea, an; unteren (7) Ende umgebogenea Exemplar dar. 'o der Form der Tafeln acbeinen beide vollst&udig mit dem mir vorlie- genden Stücke Ubareininatimmen, *») MuacH., Viaa., RcvsEat., Oeol Ruaa. vol. 11. pag. 381. C. 27. f. 7. t) BicsBi, TbesBurue Siluricna, pag. 192; Saltek, Catal. Cnmbr. ■nd Silnr. fonil» Geol. Mos. Univert. Cambridge pag. 175. Mi>. LD. t..l. (it.. XZVII. t . 51 778 ter, flaeber Unterseite. Indesa sofaciDt dieselbe nur dorch Yer- drackuDg bedingt zu sein, da man an demselben Fandort« neben den halbkugligen aucb nabesu vollständig kuglige Exem- plare findet. Air die so gestalteten Körper sind mit einen aus einer einfachen Lage bexagonaler Plätteben snsammeD- gesetzten Integument bekleidet, Dass diese Plattendecke di« äussere Scbale des Tbierkorpers bildete und nicht etwa noi der inneren Lage eines aas einer doppelten Plattendecke be- stehenden Integameotea (ähnlich dem von Beeeptaculites) ent- spricht, wird ans meiner Figur Ib deutlich, wo man Serpelo direct auf der Schale aufgewachsen findet. Die Täfelcheo sind gewohnlich von sechsseitiger Qeatalt und in gerade, senk- rechte Reiben geordnet. Zuweilen schieben sich indessen in unregelmässiger Weise einzelne Plättchen oder aacb ganze PJattenreiheo ein und dadurch kann die Uegelmäasigkeit ihrer Form und Anordnung sehr beeinträchtigt werden. Bio Beispiel für die regellose Einschiebung einzelner Plättchen bietet Bit- UNOb's Figur 366. (1. c), während die Einschiebung ganzer Plattenreihen durch meine Figur Ib veranscbaa liebt wird. Während hier die Plattenreihen im Uebrigen in regelmässiger Weise nebeneinander liegen, so wird an einer eineigen Stelle — da wo der Buchstabe x steht — ein Täfelchen sozusagen axillar und trägt zwei Platten reiben, zwischen die sich weiter aufwärts noch eine dritte einschiebt. Nach unten zu pHegeo die Täfelchea an Grösse abzunehmen , was darauf hinweist, dass das untere Ende den Ausgangspunkt des WacbsthutDS bildet. Vielleicht war das Thier mit jenem Ende auf anderen Gegenständen festgewachsen ; doch hat sich bis jetzt noch »o keinem Exemplare eine Ansatzstelle erkennen lassen , so da»9 es wahrscheinlicher ist, dass dasselbe frei im Meeresschlanme steckte. Die nordamerikanischen Formen sind fast immer nur als Steinkerne erhalten. Nur an einem Exemplare konnte BiLLiKOS einen kleinen noch erhaltenen Rest des orsprüng- liehen Integuments erkennen. Er beschreibt dasselbe *!> „of a translucent, horuy color*' und diese Charakteristik ent- spricht so sehr der oben erwähnten Beschaffenheit meiner beiden rheinischen Stocke, besonders des Eifler, dass man die dichte Beschaffenheit der Kalkschale vielleicht als charakte- ristisch für alle hierher gehörigen Formen ansehen darf. Bei allen Pasceolus - Arten haben weiter die Täfelchen eine flzcb 779 conrexe Gestalt. Wenn Billuvgs von P. globosus angiebt, dass die Täfelcben mancbma) ilacb oder auch concav seien, so rührt diese Form wahrscheinlich ebenso wie die meist halb- kugelformige Gestalt joner Art von der leichten Yerdruckbar- keit des dünnwandigen Körpers her. Bei den beiden rhei- nischen Formen and ebenso bei dem englischen tragen die Täfelchen in der Mitte eine wenn auch nur schwache, so doch bei guter Erhaltung mit Hilfe der Lupe stets wahrnehmbare kleine knopfformige Erhebung. Ausserdem konnte Billinos bei P. Haut Andeutungen von leistenförmigcn, von der Mitte nach den Seiten der Tafeln hinstrahlende Erhebungen beob- achten. Aehnliche, indess sehr undeutliche Sculpturen glaubte ich hie und da auf den Tafelchen meines nassauischen Stückes wahrzunehmen. Hecht deutlich sind dagegen an dem Eifler Stück den Seiten der Hexagone parallel verlaufende, einer Anwacbsstreifung vergleichbare Zeichnungen. Bei den beiden letztgenannten Stucken endlich erheben sich über den Nähten des Sechsecks mehrfach kleine Leisten, die aus dem näm- lichen dichten Kalk bestehen, wie die Täfelchen. Verrouth- licb besassen alle hierher gehörigen Formen eine oder meh- rere OefTnungen in der Schale. An meinen rheinischen Stücken sind solche bei ihrer Unvollständigkeit nicht beobacht- bar; bei den vollständigen amerikanischen Steinkernen konnte BiLUKOS eine oder auch mehrere (3 bis 4) seitliche Oeffnungen im mittleren Theile der Schale beobachten (vergl. Paläoz. foss. f. 366; Silur. Foss. Anticosti pag. 71). Ob auch Oeff- noDgen in der Scheitelregion vorkommen, ist noch ungewiss. Das Vorhandensein derartiger Oeffnungen überhaupt wird um so wahrscheinlicher, als man bis jetzt keine Spur von Durch- bohrung der Täfelcben , noch von im Innern derselben ver- laufenden Kanälen wahrgenommen hat. Nach Obigem lassen sich die Charaktere der Gattung folgendermaassen kurz zusammenfassen : Genus Paaceolua Billinos. KugHge bis birnförmige Körper mit einem aus dichter Kalkmasse gebildeten Integument, welches aus flach convexen, gewöhnlich hexagonalen und in geradlinige Reihen geordneten Plättchen besteht. Eine oder mehrere Oefifnungen in der Schale sind beobachtet worden. — Bis jetzt aus nordameri- 51* 780 kanischem ond earopäischem Silur und aus europäischem Devon bekannt, und zwar mit folgenden Arten: P. globosus Bill. — Üntersilur von Ottawa, Canada, „ Hallt Bill. — Mittelsilur von Anticosti, ('a'nada, „ gregarius Bill. — „ „ „ „ „ intermedius Bill. — „ „ „ „ „ sp. ind.*) Bill. — „ „ „ „ „ Goughii Salt. -^ Obersilur von Benson Knott, England, „ Sedgwickii Salt. — Obersilur von Kendal (Westmore- land), England, „ tesselatus Fbill. Bp. — Mitteldevon von Plymouth, Engl., und von Vilmar, Nassau, „ Bathi n. sp. — Mitteldevon der Eifel, (?) sp. (tesselatus Vern.) — Devon von Bogoslowsk, Ural. Wie obige Artenaufzäblung zeigt, ist die Gattung in den älteren paläozoischen Ablagerungen recht verbreitet, und es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Zahl der bekannten Arteo durch weitere Entdeckungen noch beträchtlich wachsen wird. Meek hat auch Owbn*8 Lunulites dactylioidea aus dem Ober- silur von Illinois fraglich zu Pasceolus gestellt.**) Es ist das ein balbkugliger, auf der Unterseite flacher, mit concaveo Uexagonen bedeckter Korper. Allein sowohl dieses letztere Merkmal als auch die centrale Durchbohrung der Sechsecke auf der gewölbten Seite spricht wohl mit Bestimmtheit gegen diese Classification. Dennoch ist eine gewisse Verwandtschaft mit PasceoluB nicht unwahrscheinlich. Näher mochten vielleicht die Beziehungen zu Eighwald*s Cyclocrinut aus dem russischen Orthoceraskalk sein. Nach der nicht sehr klaren Beschreibang Eichwald's hätte man unter Cyclocrinus kleine knglige, mit hexagonalen oder pentagonalen Plättchen bedeckte und mit zwei kleinen Oeffnungen versehene Korper zu verstehen. Die Plättchen sollen einen centralen Knopf und undeutliche, von dem letzteren nach den Seiten ausstrahlende Rippen trageo. Diese Beschreibung wurde recht gut mit den Merkmalen vou Pasceolus übereinstimmen; allein die von Eichwald gegebenen Abbildungen passen so wenig zu seiner Beschreibung, und *) BiGSBY, Thessnr. Silar. pag. 19*2. *) Geolog. Surv. Illinois, vol. III. pag. 345. t. 5. f. 2, 781 erinnern z. Tb. so sehr an Korallen (von M. Edwabd's and Haimb worde 'die Gattung in der That zu jenen gerechnet, während Eichwald -selbst sie bei den Cystideen unterbringt), dass man an der Zurechnung zu PT Aber Billinss «lit Recbt enl- BcliiedeD entgegen tritt.*) Die echten Cvelideen zeigen ge- wöhnlich 2 oder 3 Oeffnungeo, eine kleinere im Scheitel umi eine oder 2 grössere seilliche, die oft darcb eine aus kleinen Fl<cheo zuMnimengeHtite Pyramide bedeckt »iad. Bei Paaeeolui dagegen hat BiLLines selbst au sehr volUtändig er- haltenen Exemplaren nie eine Scbeiielöffnoog beobachtet, nobl aber zuweilen 3 oder gar 4 seitliche Oeffnungen , von denen aber keine einer Ovarialpyramide vergleichbar war. Ebenso- wenig bat aber derselbe Forscher jemals eine Spur von Am- bulakralgruben und ArmcD oder von einer gegliedertea Sänl'^ beobachtet Wenu man weiter erwägt, dass sich weder an den an^erikanisoheu noch an meinen rheinischen Stücken jr auch nur die geringste Andeutung von einer Durcbbobtang der Tärelchen gezeigt hat, ond daas die Substanz der letzteren aas dichtem und nicht, wie es bei den Cjstideen immer der Fall ist, aus späthigem Kalk besteht, dann wird man die üasu- läsBigkeit der VxRRiL'schen Ansicht xogeben mäsaea. Auf die dichte BeacbalTenbeit der Schale lege ich ein um so grössere« Gewicht, als Billikos sie anch bei den amerikanischen Stnckeu beobachtet hat. Dieser Umstand allein scheint mir hinreiche od, um auch die Annahme der Brüder Sakobbroeh, nach denen Faiceohu tettelatui von Vilmar als Proboscis eines oabe- kannten Crinoiden zu deuten wäre, zu erachüttorn, ganz ab- gesehen von den für eine Proboscis ganz ungeheuerlichen Di- mensionen des fraglichen Körpers besonders in der Breite.**) Darf nun Paaceolui weder als Crinoidenprobiscis aogesefaen, noch zu den Cyalideeu gestellt werden, so könnte man zu- nächst an seine Unterbringung bei den Spongien denken. Indeas wird auch diese dadurch unwahracheinlich, daas die mikroskopische Prüfuug meiner beiden rheiniacheo Stücke *) Fo»ila Anticosii pag. 71. '") Wie der 1. c. pBg. 38t gegebene Holzschnitt der beiden Auto»* iD deuten sei, der einea im Allgemeioei] meiner Fignr -l enupreebeDdrL Kgrper darstellt, nnr dnss dirselbe am Eode bakeof&rmig umgebogen an>. aa dar Spitie mit einer von 4 rerdickten Täfcldien eingefuaWn Ocff- nang vcraeben iit, kano ich nmsoweniger eBtacheiden, ak icb nichl eixi- mal weiu, ob die abtteicbende QcBtalt des Foswl« eine Folge to« Vct- drückong iK, 183 keine Spar von Nadelgehilden in der Schale hat erkennen lassen. So scheint denn nur die Claseißcation bei den Fora* minifereo ährig au bleiben. Dieselbe ergiebt sich für die verwandte Gattung Receptaculiiei aua GGhbsl'« neuester Unter- suchung*) mit ziemlicher Gewiesbeit; für Patceolu» aber bleibt sie unsicher, da es bis jetzt noch nicht gelange o ist, Kanäle im Innern der Schale nachsuweisen. BrUirog der AbUUwgM. Patceolut Raiki n. ip. aus dem MitleldaroD d«r Bifal (Original im Bona«r Uusenm). Bin Stück der Oberfllcbe deeselben TergrüeBeri, Fatctahii Itiitlalui Pmill. sp. ans d«tn MittetdeTon loa VilmsT (Original im Berlinar Hnseam). Eia Stück der Oberfllchn daMclben vergröMcn. *) Abhandl. d. Baier. Äkad. Bd. XII. Abth. I. 3. Eilige PcfrefkcteB 4er alpiiei Tri» ans dea Sndalpen. Von Herrn H. Loretz in MUnclieo. Hier« Tafei XXI-XXUl Im Anschlnas an meine geognoatische Ilesctareibnng des Süd-Tyroler und VenetiauiBchen fiebietes in der Gegend rem Ampeizo (diese Zeilscbr. 1874 pag. 377—516) und als lo- gchörige Ergänzung folgt hier die beacbreibende Anfcäbloog der TOD mir fast aoBechliesslich in diesem Gebiete ge- sammelten Versteinerungen. Die schon bekannten Arten sind mit den nötbigen Beoier- kuDgen über kleine Abweichungen, den ErbaltungszoBtand, die Art des Vorkommens etc. begleitet; die b)s neu erkannten Arten sind beschriebeu und das Meiste davon abgebild«! worden. Es wurde nicht für überflüssig erachtet, auch dasjenige Material lu besprechen, welches nickt vollkommen, aar frag- mentarisch oder als Steiukern erhalten ist, soweit dkaselbe überhaupt noch kenntlich oder für die betreffenden Scbichteo bezeichnend, oder neu ist. Es geschab dies in der Absicht, für die Vergleichuug dieser Gebiete mit anderen alpinen Districten möglichst viele Aubaltspunkte zu bieten; wie aucb Denjenigen, welche demnächst diese, jetzt mehr als Boost be- suchten Gebiete durchstreifea sollten, eine Uebersisht dessen zu geben, was von dort bis jetzt sicher bekannt oder aber dnrch bessere Foude noch genauer festzustellen isL In dieser Hinsicht ist auch die hauptsäcbliche geologische und paläonlologische Literatur angeführt worden, welche sieb auf das südtyroler Triasgebiet bezieht, umsomebr, da sie du Wenige, was hier auf Grund eigener Sammlung behandelt wer- den kann, nach so vielen Richtungen bin er^azeo miissi 785 oiebt minder sind in den Anmerkungen aach anderweitige Stellen der Pachliterator bezeichnet worden, welche von hierher gehörigen oder in einigen benachbarten Gebieten vorkommen- den Petrefacten handeln. Das hier za besprechende Material an Versteinerungen kam erst nach wiederholten Excursionen zusammen; obgleich in der Tbat gut erhaltene Sachen in dortiger Gegend im Allgemeinen selten sind, so zweifle ich nicht, dass das folgende Verzeich- niss durch fortgesetzte Anfsammlungen , namentlich an ein- zelnen Localitäten , welche beachten swerthe Ausnahmen von jener Regel bilden, sich noch erheblich werde vervollstän- digen lassen. Mehrfach ist bei vorliegender kleiner Arbeit der Fall ein- getreten, dass Formen, welche nur in einem oder wenigen Exemplaren vorlagen, als neu angeführt werden mussten, da die einerseits mit den bekannten in keiner Weise zu vereinigen waren, andererseits nicht übergangen werden konnten, Aul diese Weise sind einige, wie ich hoffe, hinlänglich begründete Deae Art-Namen entstanden, öfters aber auch wurde ein solcbee Vorkommniss nur als Sp. nov. aufgeführt. Beim Identifizirer mit bekannten und beschriebenen Formen war ich bemiiht, mil der gebotenen Vorsicht zu verfahren. Herrn Oberbergrath Dr. Gümbbl und Herrn Prof. Dr. Zittbi verdanke ich manche werthvoUe Notiz; beiden Herren bleibe ich zu bestem Danke verbunden. Die Aufzählung der Petrefacten möge zum Anschluss ar meine frühere geognostische Darstellung nebst Karte, in dei Reihenfolge der Schichten, wie sie dort eingehalten wurde erfolgen. An einigen Stellen habe ich mir erlaubt, bei diese: Gelegenheit einige Bemerkungen über die Stellung jenei Schichten -Compl exe nachzutragen. In der Sandstein bildung, die wir bei der früheren geo gnostischen Darstellung als alpinen Bunt- Sandstein be schrieben , beschränken sich die organischen Reste auf un bestimmbare , koblige Pflanzentrümmer. — Ans den darau 786 folgendeo , a. k. 0. kIi alpiue BÖthgrnppe belrAchlelen Sebicbten wäre zaoächst das Auftreten der erslen Slaschel- kalkformea (ähnlich wie im ausseralpiaen Rntb) herronn beben, Dämlicb nach Cdubbl (die in Anm. pag. 789 eil. Scbrirt pa^. 34: au> der Gegend von Boten : GerviUia m^tüoide» Scaurru.. GerviUia cattata Sobloth. , Mffopkoria laecigata var. elongaia; mit diesen: Myophoria coittUa Zemk. sp. AuBserdem finden ticb Spnreo von Crinoiien, und in gewissen Lagen nasseohafic Foraminiferen (nebst Oslracoden und BiTozoeo), von welchen iodess bis jelst nur sehr wenig isotirt nnd bescbricben werden konnte. Die in Anm. pag. 789 cit. Schrift pag. 37 ff.-, meis Aufsatz pag. 390.) Diese Schichten und ihre Fanna bilden die Einleitung in der sich nach oben eng an seh li essenden mächtigen Grnppe. welche wir a. a. O. beschriebeu als: Erate (nntente) Stnfe d. JUuoa dubia vat. gregaria v. Scuauhutb (Scbaltbierreste der Laltaa- kohleDfoimalioQ d. Groiab. Coburg, Z. i. ä. geol. Qes. 1857). Aus achiefrigem Kalkmergel des Rothwandbergs bei Sexten. *) Dieie Schiefer, ein coaitanlM Gestein anserer snien (anteratan) Stufe de* alpinen MnBcbelkBlks lind der Erhallaag organiacber Beate •ehr nngOnttig and liefern meist aar rohe, leicht abwiltemdeSteiakBrae; M ■a:h im Torliegeudea Fall. Ich habe daher, lanial nnr I Exemplar 788 Rissoa (Natiea) Gaillardoti Lbfr. sp. ▼. ScRAUROTH, krit. Verz. etc. (I. c. Anm. 8) = Naiica turhUina iJ. üebcrsicht etc. 1 c. Anm. 8. = Rissna dubia var. Oailiarihii \i Lettenkohlenform. Coburg, Z. d d geol Ges. 1857. In rothen Schiefern des Thals Ausserprags. Holopella sp. sp. V. ScBAUROTii, Krit. Verz. etc. t. 3. Brnekb 1. c. Anm. 6. t 1. f. 13.. f. 3. In Kalkschichten bei Anronzo. Posidonomya Clarai EiiiCR. Nach V. Schadroth, Krit. Verz. und v. Mojsisovics 1. c. Anm. pag. S)3 eine Monotis, Sie liegt mir ganz in der Form » wie sie bei t. Hacu 1. c. auf S. 789 u. t. 3. f. 1. abgebildet ist, ziemlidh gross, mit starken concentrischen Runzeln, vor: aus der Pufler Schlacht, und von anstehenden, schiefrig kalkigen v^cbichten am Weg von Dont nach Forno di Zoldo. Gervillia sp. (cfr. mytüoides Schlote.). In rotben Schiefern, hinter dem Kreuzberg, an der italie' ni sehen Grenze. Myophoria ovata. Bknrcks, 1. c. auf S. 789, pag. iü nebst Fig. In rotben Schiefern, am östlichen Hang des Pischelein- thales bei Sexten. cfr. Myophoria ovata Bbreckb. In rothlichen Schiefern, oberhalb Wildbad Innicben. cfr. Myophoria orbicularis Baoim. Brnbckb 1. c. Von derselben Localität. Verschiedene andere gesammelte Petrefacten, daranter die sogen. Mjaciten , von denen manche auf den bokannteo Myacitea fassaensis Wissm. hinauskommen mögen, übergehe ich, da der unvollkommene Erhaltungszustand (Steinkern in leicbt abwitterndem Gestein) eine sichere Bestimmung nicht zulasst vorhanden ist, davon abstrahirt einen Speciesnamen aufsustellen, jedocb die Form, da noch keine damit zu identificirende ammonitische Form aus gleichem Niveau beschrieben ist, nicht übergehen sn dürfen geglaubt, und sie vorderhand als spec. nov. hier aufgeführt. — - Das Exempl&r wurde mir von dem Finder, Herrn Dr. Zirclbr in Frankfurt a. M., freBDd* liebst mitgetheilt. 789 Zur weilereo KenDtnisenabine der ans diesen Scbicfaten im Bereich des Gebiets von Bozen üie AmpezEO elc. be- konot gewordenen Versteinerongeo habe ich la verweieen auf die Atbeiteo von t. Riohthotbk *) (pag. 52 ff.)i WigSKAHR**) lpag.9), Bbheoke"') (pag. 10—13), GcHBELt) (pag. 30, 31). — .Aach mag, etwas enlferntete Gegenden betreffend, noch verglichen werden: BenEOKB I.e. pag. 18 — 32 (Petrefacten dergelbett Scbichten am Mt. Zscon); id. I. c. pag. 26, 28 (Recoaro). Ferner die Sohrifteo von v. Schauroth über Re- coaro tt) Endlich gehört ein Theil der von V, HiüBEttt) namhaft gemacbten Versteinerungen hierher. Eb sei gestattet, hier noch einige Bemerknogen über die Stellang dieser ganzen Schiebten reibe über dem Sandstein, au der Basis der alpinen Trias, anznknäpren; umsomebr, als die bei meiner früheren Betrachtung und Ksrtendarslellung'f) für dieselbe gewählte Bezeichnung keine BltgemeiD angenommene iit, und die damals in dieser Beiiehnng gegebenen Bemerkun- gen (I. c. pag. 387, 393 ff.) meine Ansicht wohl nicht grind- licb genug darlegen. Die Fanna der von mir als , alpiner Mnschelkalk, erste ätnfa" bezeichneten .Schiebten enthält, wie sie von den ver- *) V, RicHTeoFK« , „Geognoat. Beichceibung der Umgegend tod Pr«liiiio, St. Cas&iBD und der Seiiscr Alpe In Sdd-Tyrol." Gotba 186U. **) „Beiiiägc znr Geognoiic und Petreractenkundo des imdöstlichsa Tcroli, YoraSglich der ScblchMn von St. CsHinn'- von Dr. WissajiNii tn.l Griif MissiEK. B»jrcnlh löil. ***] Be?<8cke, „Ueber einige Muschelkalkablagerungen der Alpen"; BiogDosl.pamontol- BeiträK« B,!, II. Hefl 1, lfi68. I) GiMBtL, „Geognoslisdie Mitlheilun^en aus den Alpen, I, das Mcnilel- nod Schlerngebirge", Biiiui)g»ber. d. math.-pby». Claise d. bsyr. Atnj. d. WiM. Hflachen lb7J. Ü) V. ScuAUiOTN, „Ueberiicbt der geognosliiehea VerbältnisBe der Gegend von Recoaro im Vicenllnischen". Sitiangaber. der niBth.-nal. Cime der k. k. Akad. d. Wias. Bd. 17, Wien IBää. — v. Schaukotu, ürliiicbea Veiieicbnise der Versleinomngen der Trias im Vitenrtniacben'". SJlEiiDgiber. dec matb.-nnt. Clasie d k. k. Akad. d. Wiis, Bd. 34. Wien vm. itt) V. Baus*, „Uobot diu von Bergrath Fuchs in den Venelisniacben ^Ipen getaminellea Foeiilien". DeDkacbrtften der matb. • nat. Cloaae d. \. k. Akad. d. Wiae. 2. Bd. Wien IS&O. *|) „Daa Tjrol- Veneüaniiche Grenigeblet dar Gegend von Am- PWM'- von H. LoBiii, Zeiischr. d. d. geol. Qes. 1874. pag. 377 ff. 790 scbiedenen Autoren angegeben wird , eine Reihe toh Forme!«, weiche den alpinen Gebieten ei gen th am lieh sind; und eioe zweite Reihe, welche den alpinen und ausseralpinen Gebietec gemeinschaftlich sind (nach den cit. Schriften beiläufig 15 Arten), von denen folgende, bei Bbnbgke 1. c. pag. 10 — 13 aafge führte, ans Seisser und Campiler Schichten am Fass der Mendola bei Kaltem gesammelten Arten genannt werden mö- gen: Myophoria ovata Broün (Goldf.) , Myophoria mdgarU ScBLOTH. sp., Oervillia costata Sghloth. , GerciUia sociaät Schlote, sp. , Myoconcha Thielaui Stroms, sp. , Alyalina cfr. vetuBta GoLDF., Natica GaillardoH Lefr.; dazu noch aas der Bozener Gegend, nach Goubel 1. c. pag. 30, 31 : Myi^horia laevigata Schloth. , Myophoria eleganu Dunk. , Pecten discita Schlote. Aus den bekannten Zusammenstellungen über das Auf- treten und die Vertheilung der Petrefacteu in den verscbie^ denen Stufen der ausseralpinen Trias (s. z. B. die Tabellen bei Sandbeegbr*) und Alberti**)) erhellt, dass jene, aowob alpin als ausseralpin vorkommenden Formen im Allgeroeioen Muschelkalkformen sind, d. h., dass sie grosstentheiU aus sehr tiefer Lage — z. ß. unterster Wellenkalk, z. Tb auch Röthdolomit — durch den Wellenkalk bis in den obcreii Muschelkalk (Kalk von Friedrichshall) hinaufreichen, in welci letzterem sie z. Th. noch häufig sind; dass mithin ihre Haupt- masse in solchen Schichten liegt, welche man nach alteai Herkommen zur Formation des Muschelkalks (Schichten- reihe vom untersten Wellenkalk bis an die Lettenkoble^ rechnet. Wollen wir nun von Vergleichungen zwischen alpioea und ausseralpinen Schichtensjstemen nicht ganz absehen, so erscheint es uns naturgemäss , den alpinen Schichtencomplex^ . in welchem jene organischen Formen vertheilt sind , und wel eher sich nach der Natur seiner Schichtenelemente, nach dem Charakter seiner Petrefactenfubrung und nach seinem Auf- treten im Gebirge als eine grössere geognostische Einheit dar stellt, — die Seisser und Campiler Schichten nämlich — zu- 1 •) F. Sanobbrgkr, „Die Qliederung der Würaburgcr Trias and ihr« Aequivalente/* Würzburger naturw. Zeitschr. Bd. 6. 1860— 18ö7. *») F. V. Albbuti, „üeberblick über die Trias»* eic. Stattgart !K>i 792 trachtet wurde; si« enlhält in dolomitischen Lagen dir weiter oben Aofgeföhrteu Petrefactea. Dia Aasscbeidung dieser Scbicbleagroppe ist Iceine allgenieia angenommene. In der Tbat, flieht man tod den Poraminifercn etc. ab, deren massen- haftes A uflreten in diesem Horizont übrigens faervorgehobeD SU werden verdient, so ist, paliontologisch betrachtet, kein Grund vorhanden, diese rel&tir wenig mächtige Gruppe tod der aufruhendea zu trennen: jene Petrefactea wiederholen sich weiter aufwärts, sind den nnteraten Schichten nicht eigea- thümlicb. Dagegen sind diese Schichten, petrograpbisch be- trachtet, z. Tb. aus besonderen Gesteinen gebildet, die tos den aufrahenden and unterlagernden sehr abstechen tuid die Gruppe hervortreten lasseo, wie dies in der früheren Dti- atellung näher angegeben ist; es dörfte dies ein genügender . Grund sein, namentlich in einer Localbescbreibung und •Karte, diesen Schlcbteozug ausiutei ebnen. Zugleich tritt bei dem- selben eine unverkennbare Analogie ansseralpiner nnd alpioei Verhältnisse hervor: es kommen hier tnerst über der neler- lagernden Sandsteinbildung solche organische Formen tot, welche (in dem oben bezeichneten Sinn) H u seh el kalk petre- facten sind und weiter aufwärts fortsetien ; in ähnlicher Weise, wie im ausseralpinen, fränkischen, oberschlesischen etc. ,Röih> über der B an ts and Steinbildung (z. Tb. in dolomiti scheu Lagen, ganz wie im alpinen Gebiet) schon Formen vorkommen, di« aufwärts im Mnschelkalk sich wiederholen. Die Besciehnnog „Alpine Rötbgrnppe" wird ihre Berechtigung bauptsächlich ia dieser Analogie auaseralpiner und alpiner VerhäJlnisse ib dieser Region finden , weniger wohl wird man durch sie eiae genauere zeitliche Parallele ausdrücken wollen. Während sich nun in den dolomitiscben Schichten, welche wir bei unserer früheren Darstellung als „alpinen Mnacfacl- kalk, 2. Stufe" bezeichneten, die Petrefactenfährnng nach unseren Beobachtungen auf unbestimmbare und nur sporadiicli auftretende Reste kleiner Gastropoden und Bivalven beschränkt neben welchen etwas bäofiger Crinoidenreste , massenbafi da- gegen eigentbümliche Foraminifcren (Gyroporellen) vorkommeo*). *) Einige nähere Augaben in meiuer früheren Arbeit pag. 400 f. - V. BiCHTiiUFcn I. c. pBg. bl tr. - Näherei ttli«T die den unteicn Schkt- len dieaei Camplexei< wahncheinltch entsprecheadea BrnchiopadtBb&at'' ?(»3 können wir aus den anfwärl« zuoSchBt folgenden Schichlea (qBlpiner Muschelkalk, 3. Stufe") eine Reihe selbst gesam- melter Haachelkalkformen anrühren. Ffltrtfoeten ana alpinem Knschelkalk, 3. Stnfa. Amnonitet cfr. Oltoni$ BooH. Fragmente kleiner, wohl nicht ausgewachsener Exem- plare, welche beiüglich der Loben, Knoten und des Windungs- querscbnilts nahezu mit Ammonites Ottonit') stimmen. Die Lateralknolen stehen nicht ganz in der Seitenmitte, wie bei Ämn. Ottonü, sondern etwas nach der Seite der Umbilikal- knoten. Von der Lobeolinie stimmt der Lateraltheil bis nahe mr Naht mit der des Amm. Otlonii 1. c. ; nur machen eich vor der Nabt, ohne indess einen eigentlichen Ansiliarlobus zu bilden, swei kleine Wellen oder Zäckcbea bemerkbar; der Verlaaf auf der Stpbonalseile ist nicht za sehen. Vorkommen und Fandort: in mergeligem dunklem Kalk- stein des alpinen Mascbelkalks anf dem Ooleer Berg bei Bad Prags, in Gemeinschaft mit Terebratula angutta, Spiri/erinaf Lina Uneata. Ammonitet (Ctraii'.tet) noT. sp. Abgewittertes Brnchstück einer äusseren Windung. Qoer- ichniit schmal und hoch. Die gleich weit von einander ab- siebenden Rippen haben ungefähr den Verlauf wie beim Amm, binodottu Hav.; ihr innerer Theil geht vom Umbilicalrand liemlicb geradlinig in der Richtung nach vorwärts aus, dann setzt sich der grössere äussere Theil schwach sichelförmig gebogen an. Vielleicht bestand eine Reihe Umbilical-, Lateral- und Gztemknoten; bei dem abgewillerten Znstand sind nur ■»ehr die letzteren in Form stark vorwärts gezogener Ver- i^ickungen der Rippen so eben noch wabrzanehmen. Die Lobenlinie liest erkennen , zanächst einen Siphonal - oder ^iternlobus, dessen Seiteolappen in die Linie der EzCern- l"ialen fällt, dann einen ersten and zweiten Laterallobus, *) Siebe die Figur bai Biiaics. „Ueber einige CcphalopodeD aui dun Unicbelkalk der Alpen", Abhandl. der phji. CImm d. kOnigl. Ak. BetUn 1866, I.^D.|MLG«.XXVU. 4. 52 194 welche darcli einen breiten Lateralsattel getreDnt aiad, aui einen Auxiliarlobua , der bis tor Nftbt reichL Die Loben haben im Grnode die Ceratitensiihne. Höbe der WindoBg («bi Ende) von der Naht ab: 32 Mm., Breite 16 Hm. Die Beechaffeubeit der Bippen, die etwas kantiger endende Sipbonalaeite und der breite Lateralsattel unteracheideo dioe Form von Antm. bütodoiu» und atiUMdMt. Vorkommen and Fandort wie bei der vorigen Art. 1 Ex. Ammonitei (Trackyeeras) cfr. Taramellii r. Mojs.*} BrncbBtöcke, welche der citirten Form aebr nah* »leben; sie unteracbeiden aicb durch üne etwa* weniger regalm&aaige Disposition der Rippen, die weniger regelmiasig atul nad schwach alterairen and in mebr geradlinigem Verlanfdia Ricb- tuog nach vorwärts verfolgen, UmbilicsJ- nnd Lateral kooUe weniger deutlich hervortreten lusen, dagegen dealliche Exteni- knoten leigen. Hierbei mnsa indeas sehr berückaiehtigt wer- den, daas diese Brocbslücke s. Tb. atark abgewittert aiod nnd ausserdem elwta grössere Windaagsdimeosionen habeo als di« Figur l.cl Vorkommen und Fundort wie oben. I Ammonitti ( Tracht/ e erat) Balatonieu» ▼. Mom.**) j Vergl. jlfflmonjtei Ottont«.'**) Zu der von Herrn r. MojBiSOvica gegebenen Bescbreibon; habe ich folgende, auf mein Exemplar bezügliche Znsäue id . machen. Der Seitentbeil ist sehr flach' gewölbt; er verlauft in einer sehr schräg gestellten, schwach gewölbten Nahtfläche aur Nabt. ohne daas eich eine eigentliche Nabelkante bildet. Die schwach vorwärts gekrümmten , an der Naht schos sehr schwach einsetzenden und gegen den Anssenrand ic 1 Breite and Dicke Eunehmenden Hauptrippen tragen die 3 Baapi' I knoten -Spiralreihen, eine am Ürabilicalrand, eine in der Min«! 796 ond eine am AussenraDd, wie io der BeschreibuDg und Pigui J. e. angegeben. Eb trifft zu , daee die Knoten der Aussen reibe in der Spirallinie etwas ausgezogen sind, wie auch b(i Ammonitei Ottanis h c. Auch von den beiden schwächere i Knotenreifaeii , sowohl awiscfaen der Mitte und dem Ausser rand , als namentlich zwischen der Mitte und dem Innenran I finden sich deutliche Spuren. Bezüglich der Vertheiluug der Rippen weicht das mir voi iiegeode Ehcemplar insofern von dem 1. c. t. 13 f« 8. dargc stellteu ab, als schon die Hauptrippen ungleich, stellenweis abwechselnd stark und mit etwas ungleichen Zwischenräume eracfaeineo. Die intermediären Rippen dagegen treten kam hervor and machen sich bloas da, wo die Hauptrippen breiter Zwischenräume lassen, in dem äusseren Theil derselben b< merklich. Das vorliegende Exemplar hat in dieser Beziehnu sehr grosse Aehnlichkeit mit dem Ämnionitea Ottonis (s. a. a. O. dem es auch in der Grösse entspricht; ob die Rippen der inn< reo Windungen mehr mit T. Balatonicum oder A. Ottonia stin mea, lässft sich nicht erkennen. Bezuglich des Querschnitf der Windungsrohre ist die Uebereinstimmung etwas gross« mit 7. Balatonieum. Die Beschaffenheit der Siphonalseite un das Verhältniss der Evolution stimmt mit den beiden citirte Formen, welchen mir vorliegendes Exemplar gleich nahe i stehen scheint. Dimensionen : Grosster Durchmesser 103 Mm. Nabelweite 49 „ Hohe der Windungsrohre am Ende von der Naht ab 30 „ Desgl* Dicke daselbst 20 ,i Vorkommen und Fundort: In grauem etwas mergelige i Kalkstein, in der Nähe von Bad Nenprags im Thal Ausse prags; alpiner Muschelkalk, nicht weit von der Uebergang • region zu den Schichten der Sedimentartuffe mit Daonel i Lommeli, Ämmonitea (Cerat%te$) cfr. hinodoius v. Hau. et antecedem Bbtb. (8. Fig. Bbtrich 1. c.) — Bruchstück einer Windung. Mi i bemerkt Hauptrippen, welche je einen Seiten- und einen ausser i 52 • ;»6 Knoten tragen aod auch in der Art gerichtet, reap. scliwach geBChwQagea sind, wie bei den eil. Arten; UmbilicalkQOien kaum wahrDehmbar , vohl nur wegen mangelbafter Erhaltang. DaswiBchen Nebenrippen, die aicb nicht mit den Haoptrippto verbinden, und nur den ineseren Knoten, gleich den Haupt- rippen tragen. Ein markirter Anasanrand iwiachen Seiten- nnd Sipboul- fläche ist nicht in bemerken, nnd die änaaere Kaolenreib« steht, in der Haaptansicht, etwaa weit von der Periphetit weg; aa wäre daa ein Unterschied gegen die citirten Arten.— Lobenlinie nicht xn aehen. Vorkommen und Fandort: in mergeligem, feinen Olimmcrl enthaltendem Kalk, bei Nenpraga, wie oben. 1 Ex. Ammonite» (Ceratite») Pragtentia nor. sp. Taf. XXII. Fig. 2. Die Windongsröhre ist von hoher nnd flacher Form, dr Nabelraom ziemlich weit. Vom Innenrand (N^elkante), der mit der Naht dnrch einen knraeo, steilen Abfall (Nahifläcb«' Terbnnden ist, sieben über den dachen nnd breiten Seilentbcil Falten cnm Anaaenraod; sie sind ein karzes Stock, etwa ', der Seitenbreite radial oder ein wenig rüekwirte gerichui. verlaufen von da aebr achwach gebogen nnd vorwärta ge- richtet nnd nehmen nahe dem Anaaenrand eine noohmalige' atärkere Dmbiegnng von vorn an. Die erwähnten Palten er- scheinen von Strecke an Strecke als stärkere, schmale Eio- Bchnnrnngen, zwischen diesen aber nnr als seichte, breitere Fnrchen; die zwischen fall enden Erhöhungen markiren «icb kaum als Rippen. Längs dem Anaaenrand treten dicht aef- einanderfolgende schmale Falten nnd Rippen in der erwäbnlei etärkeren Richtong nach vorwärts auf, Der Verlauf derselben über die Siphonalseite ist bei vorliegendem Exemplar, welcbf; nur einseitig aus dem Oestein anagewittert iat, nicht sn tr- kennen. Längs dem Innenraod bemerkt man aof den Ae- achwellnngen zwiachen den Eiufaltnngen stellenweise Koöicbea. Die beacbnebene ObarflächenbeschafTenheit bezieht skt übrigens auf die Wobnkammer, insofern sie fast nur für diect bei vorliegendem Exemplar zu erkennen ist. Von der Lobenlinie bemerkt man deutlich einen tnin' nnd zweiten Laterallobss; es folgt ein Auxiliorlobgs, der itui 797 grösBien Theil noch gerade vor dem Umbilicalrand so liege kommt, der weitere Verlikuf der Natb ist aicbt za sehen. Di gensDolen Loben nebmeo an Höbe und Breite regelmaBaig al ihre corregpondirenden Theile liegen ziemlich aaf denaelbe Radien. Vom SiphoDallobus kommt der Seitenlappen auf di ADBienbante Qnd noch etwas daräber hiiiaas, auf den Begin dtr Seiteofiäche in liegen. Die Lohen sind im Ornnde m den Zähnen der Ceratiten loben veraehen. Dimensionen: , Darchmesser 66 Mm. Höhe der letzten Windung . . .26 „ Dicke desgl., nicht za messen, gering. Nabelweite 24 „ Höhe der Nathweite c» 1—1'/» Mm. Auf die nahe Verwandtschaft, möglicherweise Ideutitä der hier beschriebenen Form mit Trachycerat Cuccente v. Mo (I. c. pag. ay. t. 13. r. 1) bat schon Herr ton Mojbisotk nufiDerksam gemacht ; sollte sich durch weitere Fnnde Idei tiiäi ergeben , so wäre der hier gegebene Speciesname gegc jenen zu streichen. Vorkommen and Fundort wie bei der vorigen Art. 1 E: Ammonitet (Aegoceraa) nov. sp. ? Bin zn näherer Bestimmung ungenügendes Fragmen welches auf sehr evolnte Form scbliessen liust. Vorkominen und Fundort wie oben. Ämmanittt (Areettet) äff. rugi/er Opp.*) Verkieseltes Fragment. Die DimensioQBTerbättnisse stio men cwar gut mit denen des Arceates Studeri T. HaD.. w sie von ton Hadbr") und Bbybich (1. c.) angegeben we den, weniger mit denen des mehr kuglig aufgeblähten A cetla rugi/er Opp.j allein der trichterförmig eingesenkte Nah nad die Lobenlinie, soweit sie sich überblicken lässt, nähei die Form mehr dem letzteren. Auf den inneren Windung« *) Oppbl, „PalloDi Miitb. s. d. Mai. d. bayi. SUats," 1663. p.3( L 85. f. -2, 3. ■*> V. Haueh, „Pilkont. Notiien", Siliaagiber. der math.-nU. CUe koFel bei Toblach in Bornstein-faaltigen Schicbtea des sipiaca Mnacbelkalk«. 1 Ez. Lima lineata SoHLOTH. Ziemlich flach gewölbte Varietät, von geringer bis imu- lerer Grösse. In graaein, etwas mergeligem Kalk (Mnacbelkalk) anf dem Goleerberg bei Prags, nicht selten. Pecten dyacitea Sobloth. sp. Scfalosswinkel etwas verscbieden, nnd danach mehr kreii- fÖrroiger oder mehr eiförmiger Umriss. Glatte, dünne Schilt, t. Th. erhalten, welche nnter der Lnpe die radialfaaerige, wie die coneentrische Anordanng ihrer Elemente erkennen lüst Grösstes £x. 38 Mm. lang, 40 Mm. boch (rechte Klappe). In dnnkletn Kalkstein des alpinen Hnschelkalks, auf den Bergrücken awischen Aasserprags nnd Puslerthal, nicht seltea, — Bei Bad Neuprags mit den oben genannten AmmoniUn. Pecten cfr. inaequtitrialug Gqldf. Qinst. , Versleio. im Miucbclk. v. LIeaksa, Abb. d n&tnrw. Terani ffir Sacbi. B. Thnr. 1. Bd. Iij56. pag- 31- Kleine, fiachgewölbte Formen mit abwechselnd stfirkereo nnd sebwäcbaren Badialrippen and dicbtsteheodan (eiacD Wachsthnmslinien, über Bippen und Zwischenrftnme wegisn- fend, in letiteren deutlicher bemerkbar; Fragmente. Bergrücken zwischen Ausserprags und Pnsterthal , «i« oben; scheint nicht selten. Ogtrea cfr. multicoatata MOflST. (Ooldp.) Ziemlich gross. — Vorkommen wie bei der vorige d Art. 1 Ex. Qervillia sp. Nicht näher bestimmbar. Golserberg, wie oben. 799 f Myaeites elongatus Sohloth. Oolserberg, wie oben.*) Terebratula vulgaris Sohloth. Im Allgemeinen längliche, gestreckte Formen; die grosse ind kleine Klappe hochgewolbt, bezüglich der Breite etwas rariirend. Der Figar bei Qübkstedt, Brachiopoden, t. 50. f. 77. lind einige Exemplare ähnlich, doch etwas grosser und ein nrenig flacher. Aaf dem Bergracken zwischen Aasserprags and Puster- thal, mehrfach vorkommend. Terebratula angueta Schlote. Vergl. die Fig. Qcsnstbdt, Brachiopoden t. 47. f. 84. von Tarnowitz. Die vorliegenden alpinen Formen laufen etwas we- niger spitz an der Stirn aus und haben eine weniger flache Eiosenkang der kleinen Klappe an der Stirn als die citirte Figur. Sehr häufig, in einzelnen Lagen dicht gedrängt, neben den Ammoniten, lAma lineata etc. im Muschelkalk aaf dem Golser- berg bei Prags. Aasserdem liegt mir diese Art, in 1 Ex., nahezu in der Gestalt, wie sie y. Sohauboth, Krit. Verz. 1. 1. f. 15. abbildet, >roD der Localität zwischen Aosserprags and Fasterthal vor. Bhynchonella Toblachensis nov. sp., Taf. XXI. Fig. 5. Die grosse Klappe ist nar gegen den Schnabel zu, in der Mitte etwas erhöht, nach dem Band verläuft sie sehr sanft geneigt; an der Stirn ist sie in continairliefaer Krummang stark omgebogen in einen ziemlich breiten and hohen Sinaa. I>ie Randkanten sind vom Sobnabel zur Stirn kreisbogen- formig geschwungen, ihre Fortsetzung im Sinns steht recht- winklig dazu. Der Schnabel steht äusserst wenig vor, eine Oeffnung ist nicht sichtbar. Die kleine Klappe steigt vom Schnabel steil auf, ihre *) Voir Gastropoden habe ich nur wenig, meist unbestimmbare Frag- mente, ^CkemniUia sp., gefanden. — Ein Foraminiferen- Vorkommen in bieten Sduehten tdrd in meiner früheren Daritellnng (pag. 416} erwftbnt. 8(10 Gestalt ist im Uebrigen durch die der grosfieu Klappe bedingt In der Ducht des Sinus, und beiderseits in den Ecken de« Seitenrandes, ehe er sich in den Sinusrand noibiegt, inacheD sich je Ewei radial gerichtete, aber nur ganx schwach ange- deutete Falten bemerklich. Im Uebrigen ist die Schale glatu Länge 13 V^ Mm., Breite 15 Mm., Dicke 8 Mm. Vorkommen und Fundort : In Mergelschicbten (wenig unter dem Hornstein-fuhrenden Kalk mit Arcestes äff. rugtftr) auf der Hohe vor dem Sarnkofel bei Toblach. 1 Ex. Ich hatte diese Form in meinen früheren Artikeln (Neaes Jahrb. f. Min. 1873 pag.279; Zeitschr. d. d. geol. Ges. 1874 pag. 413) als Rhynchoneüa cfr. semiplecta Mokst. angefahrt. Es stutzte sich das auf die Aehnlichkeit, welche Bk, semipl in ihrer Abbildung bei Laube (Fauna d. Scb. von St. Cassiao t. 14. f. 1.) mit oben beschriebener Form hat, woxa nod kommt, dass eine Ehynchoneüa cfr. semiplecta mehrfach ans alpinem Muschelkalk angeführt wird. Eine Vergleichung des oben beschriebenen Exemplars mit den hier befindlichen Ori- ginal-Exemplaren der Terebratula semiplecta Mökst. von St. Cassian ergab jedoch , dass beiderlei Formen viel zu weit auseinander gehen, um durch cfr. verbunden werden zu können, und ziehe ich daher vor, jene Muschelkalkform hier unter einem besonderen Namen aufzuführen, umsomehr, als sich auch bei näherer Prüfung von der erwähnten Abbildung bei Laube merkliche Unterschiede ergeben, und das Niveau des Vorkommens für beiderlei Formen ein ganz anderes ist Mehr als an Terebratula semiplecta Mühst, konnte die obei) beschriebene Form noch an Terebr. subacuta Mobst. von St. Cassian erinnern, unterscheidet sich aber auch von dieser we- sentlich durch viel weniger spitz vorgezogenen Schnabel aa« 17 »t Dicke 15 ,t 18 „ Mancbe Exemplare erreichen noch etwas grossere Di- mensionen. Vorkommen und Fundort: Mit der vorigen Form zQsammen, ebenso lahlreicb. Spiri/erina puläo-typus n. sp. Var^ media* Taf. XXL Fig. 8. Diese Form steht den beiden vorigen gleich nahe; sie nähert sieb durch grossere Breite und merkliche Medianfurche aaf der groeeen Klappe der ersten, andererseits durch hoch berausgewolbte, stark in den' spitsen Sehnabel omgekrummte grosse ELIappe wieder mehr der tweiten Form, und stellt so eine Mittel form zwischen beiden dar. Vorkommen and Fundort: lusammen mit den beiden vo- rigen.*) *) Nach wenigen, aber deutlichen Fragmenten zn schliessen, kommen Spiriferinen (wohl die beschriebenen) neben Terebratulu angutta, doch ^el seltener, aaeh anf dem Golserberg bei Prags vor. 804 Beoerkung ca den drei UUtan Spir\ferina - Formen. Obwohl Spir/erina palao - typm, Var. lineotala and Var. aeror- kj/ncha verBchieden geoag aussehen, fehlt es nicht an uhlreicbeo Bzemplaren, welche den Uebergang zwischen beiden veno ittdn. Jene beiden sind nur Extreme einer etwas veränderlichea Form, deren mittlere Gestalt etwa durch Var. media reprä- sentirt ist. Alle diese Exemplare kommen durabeinander in denselben Schichten vor. Ich hielt es für cweckmässig nnd richtig, sie als Varietäten mit gemeinsamem Artnameo aaf- cafuhren. Beim Anschleifen des Schnabels der grossen Klappe kom- men die zwei Zafanstätzen und die Medianleiste zum Vorschein. Dagegen ist die Schal enstructur bei diesen Spiriferiaen nicht deutlich pnnktirt. Bemerkens worth ist die Verwandtschaft mit Formen au älteren und jüngeren Formationen , zunächst mit solchen aas dem Bergkalk. Ta. Datidsoei „A monograpb of British Car- boniferous Brachiopoda, Fiilaeont. Socieij' 1858", bildet auf Taf. 11 und 12 mehrere.' der Spirifera j/tabra Habtui ange- börige Exemplare ab, die sehr viel Aebnlicfakeit mit unserer Var. üneotata und auch mit Var. media haben; der Schnabel steht bei diesen ähnlichen Formen meist etwas mehr vor. T. 12. f. 6. I. c. (Spiri/era rhomboidea M. 'Cot) triu obiger Var. acrorhyncha nahe, hat indess eine tiefer elogeaenkte Furche auf der grossen Klappe und höher aufsteigenden Sinos. — Zu vergleichen auch Qubnbtedt, Bracbiop. t. 54., Berg- kalkformen von Wetton und von Visel. 806 JDaonella Taram«llii v. Mini 1. e. pag. 33. t. 16. (. 11. (Hahbia LommeU). V. HojBDOvica 1. c. pag. 19. f. 13. U. Id fahlreichen, t. Tb. nur venig beschädigten, sehr deat- tichen EzemplKrea von sehr Ferschiedener GrÖBae (das grösste TOD mir gesammelte mochte ca. 100 Mm. Lange, 60 Mm. Höbe haben) als Abdruck, ohne Schale, in röthlicben , fein- erdigen Tnffschieferplatten aaf der GipfelSäche des Piiio del Corvo, in der Nacbbarscbaft des PhtfUooera» Jarbtu. Schlecht erhaltene Fragmente derselben DaontUa kommen auch nebst AviadagUibvhuyifaBli. in demselben grauen, stark verwitterten, rauben ToHgestein vor, wie jener Ammonit. Dieselbe Art, ein nicht vollständiges, doch deniliches Eiemplar, in schwarzem, aphanitischem Tuffgestein, aaf der Nordseile dea Badhofels bei Prags. Dieselbe Art, Fragmente, in schwartgrünlichen , apbani- liichen Tuffschiebten, an der Strasse längs dem Piavefluas, QDierbalb S. Stefano. Aach in Geschieben einea graugrünlicben , apbaoiüschen Taffgesteios im Pragser Bacb fand ich Fragment» dieaer Art. Poiidonomya W engen tis ^isau. WissiiM 1, c. pag. 23. t. 16. f. 12. LiDBc I. c. Abtb. 1. pag. 76. t. 16. f 13. In rötblich verwitterndem, dichtem Tuffecbiefer, neben DaontUa Lotimeli, auf dem Pizzo del Corvo. In brsnn vernitteroden Tuffschiefern, auf der Hohe zwi- Bcbeo Sarnkofel and Dürrenalein, näher dem letzteren , labl- reich, nicht sefar gut erhalten. iichtUa Scbicbteo diese« Complexei gelegeo, and ei iit wohl denkbar, äua diete höchtleD Schichten mit Theilen der eigentlichen St. Casgian- ichichtcn iwitchen St. Cauiin nnd Litinsllongo leillJch inBaninieDfellen. Dann würde ailtrdingB D. Lommeli, welche fast in gleicher Schicht ge- FoDden ward«, an dieMr leitlicben Gleichheit Theil nehmen. Von d«n •onit am dem Bereich der Sedimentirtnffgrnppe , reip. „Schiebten der DaoKtlla Lontntli'^ bekannt gewordenen Anunooiten Trackyctrat Arclu- lavi , Areeslti Tridinliniu, Lyloeerai WtHgeme (nach t. Mojsisovics, Jihrb, d. k. k. geol. Beichaanst 1873, pag. 433) fand ich apf meinen Eicnnionen kein Exemplar. 808 la schwärzUcLem , coDCcutriBcb scbalig abgeso äderten TuffgeBleiD, eioe Strecke aoUr den Wändeo des Heraleio b«i Nenpragi. Eadlicb ia BacbgeBcbieben bei Neoprags. Avicula globulu» WiBSH. 1. e. pag. 33. t. 16. f. 13. Zahlreich in grauem, ecblem TafTgealein, athea PhjfÜocfroi Jarbas und Vaonella Lommeli auf dem Pizio del Corvo. Dieselbe nebst Pos. Wengenait in Bachgeschiebeu bei Neuprags. In den Schichten, welche ich bei meiner fräheren Dir- Stellung nebst zagehöriger Karle als „St. Cassian - artig« Schichten" bezeichnete — ihre Hauptmasse tritt als Hangeodei der eigentlichen Sedimentärluffe and als Liegendes des Schiern- dolomils auf, während Vorlänfer derselben local oder strich- weise schon im Bereich der Tuffe vorkommen können — faDd ich nur unbestimmbare organische Beste und Trümmer *oc: Scbwämmen, Coralten, Echiniden, Criaoiden, auch wohl Bi- valven und Gastropoden; unter günstigeren Ver wittern ngsvet- hälmissen wurden gewiss auch in jenen Gegenden gar maneht mit St. Cassian- Arten zu identifizirende sich herausstellen. *) Es sind nur wenige Arten, die ich oben als von mir selbst gesammelte aus der grossen Schichtenreihe von der oberen Grenze des Muschelkalkes bis an den Schlerndolomit anführen konnte ; umsomchr glaube ich die hauptsächlicbtu Literatur anführen zu sollen, welche sich auf die bis J etil bekannt gewordenen organischen Formen dieser Schiebten iai Süd-Tyrol bezieht.") | *} Aus d«n eigcntliclien St. Caeiiaiucbicbten d«r Freltingei-WiMU). zwiachen St. Caesian nnd LiTinallongo gelang as mir bei einem einmallfct Gong &ber dieselben nnr folgendes wenige in lammeln: Amnten. Ery' Mühst., Schaalenibeile. Hotopeila sp., Paehgpomn ealcar Uüxst. tp. (* 1 LaI'bb], Cardila crenata Guldf., ?Ct Milnex., Cidarii dariaia BrjiI,'?<. ") W.ssM.r.N, 1. c. pag. 21 ff. - V. MOmteii, pag. 45 ff. ^ .. Klipitein, „Beitrage zur geolog. KenniD. d. Oatl. Alpen", Oieues ISi pag. 101 ff. — V, RicurBOFRH, I. c pag. 66 ff , pag. 71—83. — Lin „Die Fauna der Schichten von St Caaaian." (Ana den DenkcchrilWa i' malh.-DAI. C\ d. k. k. Akad d. Wi». Wien 1665-6», 5 Abtheitneit (Zn beaehlcn die Blraligraphiecb geontnele AufiählUDg einiger Comn 8U9 Orguiacbs R«ite ans d«m Schleindolomit.*) Chemnitziat »p. Innig mit dem Gestein verwachsen, nicht zd isoliren, ge- nöbnlich als Durch schnitte mit anakrjBtallisirten Hohlränmen licblbsr werdend, von sehr Turschiedener , manchmal ansehn- licher Grösse, nicht selten, an den versohiedeasten Orten. Fragmente von Schalen und Stacheln. Einzeln and nicht häufig: Raucbkofel am Prasser Wildaee, Passhöhe iwischen Enneberg und Pragser Wildsee. Encrinua sp. Ein SäuleDBtäck, 4 Mm. dick und mit 1 Mm. hohen Glie- lern, die mit feingezähneltem Rand ineinander greifen, ähnlich ^ncrinut granulosus M65ST. (Aehnlicb auch Stoppahi, Paleont. ^mb. 1. Ser. P6tr. d'Esino. pl. 28. f. 5. 6.) — Ans dem icblerndotomit am Sädrorsprung des Set Sass. — Ausserdem liebt selten, an dieser and vielen anderen Localitäten, in Form msgenitterter oder noch mit Bitterepatb kristallen ansgeklei- leter Röhren, die bis 10, 15 Mm. Durchmesser haben. Fetre&eten ans den Schlernplateatt-Sehichteii.**) Nautilu» ÄmpezzanuB n. sp. Taf. XXIII. Fig. 1. E» liegt nur ein Bruchstück einer äasseren nebst an- cfaliesseader innerer Windung vor, an dem sich indess die uptsächlichen Eigenschaften der Form erkennen lassen. >i Schlim psg. 48 ff.) — Stck. ,^ine EzcoTtioa in die Umgegend von I Cuiian», Jahrb. d. k. k. geol. Beichtanst. 1868 pag. 563, 564, 565. - V. MojtKovics , „Ueber einige Tri uveriteine rangen ans den SUdalpen", Alb. d. k. k. geol BeichtBDtl. 1873 pag. 431, 43-2, 435, 436. — ■ UujsiioviCK, 1. c., aasiBT den oben angefahrten Daonella'Anta noch >a(nuUa tUmgata, D. Caiiiana, D. jliuca. (B. deuen Abb. fib. d. Daonellen.) *) Zar Ergüninng Folgende!: Amnioni te n reite mit iDskrjatal. lirleQ Kammern nerdsn mebifacb von v. Eichtrofid erwähnt. Ich habe in ulchen cor lehr mangelhaftes niVer meinem Material. — Korallen '^nc WisiaiRS 1. e. pag. 14 j Btcr 1. e. pag. 542; QDhbel 1. c. pag. 73. ■ Foraminiteren (Gyroporellan) erwähnt Gl'mbii. 1. c. pag. 49, 74. "*) Mit dem Namen „Schiern platean - Schichten" warde in meiner ähcrea DanteUnng der Schichten- Complex beteiehnet, der In SQd-Tjral I>ii..d. D.(mL Gm. XXVII. i. 53 Die Seitenfliehe der Wiadang verläuft Aach and »t nii dicht ftofeinaoder folgenden gleich breiten Forchen and Bipp» all Liegend« dei Banptdolomiti and fut immer all Hangend« in SchlemdolorolM anfirilt (anin ahm i weite oder »trichweiM aber anch. niri Duiner Anffaining, all Eangende» nicht dolomititcber Scbicbicn inftnos kann , deren Bildnngiabachluu mit dem Abtcblnu der Bildaog dti bi- nachbarten Scbleradolotnits seitlich aaiammenfaUend gedacht nrdn kann). Der Sciiicbtencamplez dieter „ScbletapUtean- Schichten" lil Kil verschieden mäcblig nnd rerbllt «ich local nach petrographiecbcr c:. paläoDtologiicher Hineicbt venchteden. Wir dürfen in dieaer Tenchiedti- artigkeit inn&chet wobl rerichledene Facies dereelbea BildoDg erblick»; ob zn der Verecbiedenhelt, namentlich der Häebtigkeit, aneb ZeitaiUT' ichiede beilrngen, in der Art, daai der Abichlai* der Schlemdobnr'- and Beginn der HanpIdolomiE-Bildnng nicht darchweg gleichieitig P\a griff, lauen wir dabiogeitellt eein. Die von nnagewihlteBeteichnang „Schlernplataan-Schichiei" mache keinen Aniprncb darauf, ein bleibender Name ftlr diefcn Comjiu der sfldtjioler Trias leln la wollen. Ea hätte nahe gelegen, nach im Vorgang Herni v. BlCB^HOVF^'■ die Beieichnnng „Bai hier Schicbiti' xa wShlen ; ich glaubte dies au« dem Qrande nidit tban in toUen, n^l mir dio VerbftltniiBc bei Batbl aoi eigener Anicbaanng nicht beku^i Bind, nnd erlaubte mir lieber, den Atudrnck „Schlernplatean-Scbicliici : der allerdingi zunächst nur diejenige Entwiclcelnng des in Bede ilebCTi*:« Complexe* bezeichnet, die man atif dem Schlernberg findet, anf den ^ len Schichtenxog dei Complexea anizudehnen, und *o dnrch den Nui«! aagleicb die Bezognabme auf da* nücbBtliegende, bekanate Baiptprcf am Schiern hervortreten zn laiBen. Von den in der Folge nambaft gemachten , ToD mir aelbst g(i>s melten Fetrefacten, — welche alle, nach meiner Anechaanng. au (igtci lieben ScblernplaEcan • Bcbicbten, die erat nach Abaehlnaa der Scbl'n dolomitbildnng zum Absatz kamen , stammen — cteht mancb» Si Cassianfomen, wie eie ans den Werken von r. HBnsTta, \. Stiwi'J nnd Ladir bekannt eind, sehr nahe, oder ist mit solchen identisdi. ^■i der, wie ich glanbe, begiQndeten Ansicht, dsss die höheren nod obrr>*Ji St. Caasianechichten slraligraphlech mit höherem nod oberslea Scbirti dolomit gleicheteben konnten, bat dies anch nichts Befremdeiidet. - ^ beachien bleibt, dass bei den „von St. Casüan" beschriebeven Fora« möglicherweise eioaelne seTn können, die nicht ans den eigentütheli >l Cassi anschiebten, sondern aos „ScblerDplateaa-Scbicbien" („Obtrce ^ Cassianscbichten") stammen, wenn nicht die ausdrOcklich« Aogabc ■» Fundorts diese Möglichkeit antscbliesst. Zur weiteren Ken ntnissn ahme der Fanoa des in Bede steh«Bi Schichte ncomplexee in Siidtyrol babe ich zo Terweisen anf; v. Bicaiii 1. c. pag. 97 ff, ; anch pag. 99 „Heiligkrenz - Schichten". — 6m : pag. &57 - 560. — GtlaaiL 1. c. pag. 78 ff. — Anch Wuaaim - pag. 19—21. 811 rerschen, deren auf die halbe Windung je circa 18 bis 19 kommen; sie reichen von der Nabelkante bis an den Beginn der Wölbung, welche die Seitenfläche m}f der Anssenfläche verblödet. Die Rippen sind in ihrer grössten Länge radial gerichtet, in der Nähe der Nabelkante jedoch sind sie etwas abgeleuict und nehmen eine Richtung vorwärts an. Mit der Naht ist die Seitenfläche durch eine ziemlich steil abfalleade, anscheinend glatte Nahtfläche verbunden ; zwischen beiden Flächen ist eine markirte Nabelkante. Die Aussen- Sache der Windung ist sehr breit, gegen die Mitte zu nur sehr leicht eingesenkt, ohne Rippen und Furchen, und mit den Seitenflächen, zu denen sie rechtwinklig steht, durch eine con- ^inoirliche Wölbung verbunden, so dass sich keine Aussen- Unte bildet. — Die Schale ist in der Mitte der Anssenfläche ier Windung nur dunu, wird nach den Seitenflächen zu stärker ind ist auf letzteren von beträchtlicher Dicke. Die Lobenlinie bildet auf der Mitte der Seitenfläche, sowie inf der Mitte der Aussenfläche eine sanft nach rückwärts ge- ichwongene Jaucht. Etwa die Hälfte des vorliegenden Stuckes st Wohnkammer; nur die beiden letzten Lobenlinien konnten )eobachtet werden, sie stehen auf der Mitte der Aussenfläche :irca 11 Mm. von einander ab. — Der Sipho liegt der con- iaven Seite der Windungsröbre nahe (S. d. Fig. 1 e.). Aeusserer Durchmesser 110 Mm. Durchmesser des Nabelraumes ..... 45 „ Höhe der Nabel- (Naht) fläche .... 12—13 „ Breite (Querdurchmesser) der Windung am Ende 56 „ Höhe derselben in der Medianebene ... 35 „ ,, „ „ „ Parallelebene durch die Naht 40 „ Stammt aus festem , kalkig- oder dolomitisch - mergeligem leatein, nicht weit unterhalb der untersten Dolomitwände an er Tofana im Ampezzothal.*) *) Die mir zugängliche Literatur wies aus den St. Caasian-i Hall- ätter- und Baibier Schichten keine sehr nahestehende NauUlus-Art anf. autihu superlnu v. Mojs. (siehe dessen „Gebirge um Hallstadt") hat af den ersten Blick einige Aehnlichkeit , weicht jedoch mehrfach ab. ach Nautilus Comaliae Stoppani (P^trif. d'Esino) ist abweichend. — 53» 812 Ämmonites sp. Schaleotheile kleiner Formen (noch PerlmatterglaDz zei- gend), die ich mit keiner aus den St. Gassian- and Hall- stätter Schichten beschriebenen Art za identificiren ▼ermochte. — In bräanlichem , St. Gassian - artigem Gestein der Slolla- Alm am Darrenstein.*) Fusust u. sp. Taf. XXII. Fig. 3' Wenige Windungen, von denen die letzte die bei weitem höchste and grosste ist. Umgänge von treppenformigem Um- riss; sie sind mit rippenformig vorspringenden Spiralstreifea verziert , welche im Allgemeinen alternirend stärker and schwächer sind und durch noch etwas breitere Zwischenräame getrennt werden. In letzteren sind oben auf der letzten Win- dung noch 1, 2 schwächere Spiralstreifchen zu bemerken. Eine der Spiralrippen kommt auf die vorspringende Kante za liegen. Anwachsstreifung zurücktretend, auf dem oberen Theil jeder Windung indess bemerkbar. Die letzte Windung ist nicht ganz erbalten and die Be- scha£fenheit des Aussenrandes und der Spindel daher nicht anzugeben. Höhe 24 Mm. — 1 Ex., etwas verdruckt. Fundort: Seeland- Alpe, hinter dem Durren stein.**) Natica sp. div. Von mangelhafter Erhaltung. Ebendaselbst. In „Beitrage znr Kenntniss der Fauna der Baibier Schichten" toa V. Hauer pag. 8 wird das Brnchstfick eines Nauiilw von qoadratiscfaeis Qaerschnitt ans den Schichten mit Myophoria Kefersteini vom Canal di Socchieve erw&hnt, eine Abbildung desselben ist mir nicht bekannt ge- worden. *) Ausserdem fand ich einen kleinen, ebenfalls nicht mit Sicherheit zu identifizirenden Ammoniten in den Trümmern St. Gassian -artiger Gesteine hinter dem Dürrenstein; der Ursprung, ob aus unterem oder oberem St. Cassian ist in diesem Fall nicht mit Sicherheit zu ermitteln. **) Die ziemlich zahlreichen Fetrefacten kommen an dieser Localitit in einem frisch sehr festen, dunkeln, gelblich verwitternden, zuletzt einec braunen Boden gebenden, zahllose Trümmer von Organismen einschlie- ssenden, öfters nur ans solchen verkitteten Kalkstein, oder mergeligen Kalkstein, vor, welches Gestein in Massen von Blöcken über die Weidf zerstreut ist. Die eingeschlossenen Organismen wittern h&ufig mit der grössten Feinheit aus (besonders an Korallen und Schwämmen aufiFallend ! , doch sind sehr viele derselben schon als Trümmer eingeschlossen, ander« durch Abstossnng oder allzulange Verwitterung beschädigt. 813 Chemnitzia cfr. Dunkeri Elipst. 8p. Vergl. Laube 1. c. t. 23. f. 16. Vorkommen und Fundort: Auf der Grenze zwischen Ko- rallenkalk nnd anfrohenden Mergelschicbten; auf der dislocirten Scblerndolomitpartie vor dem Sudvorsprang des Set Sass. — 3 Ex., fragmentarisch. f Chemnitzia sp. sp. Fundort: An der Falzargostrasse, ca. 1 Stande von Cortina d^Ampezzo.*) Holopella sp. 2. Klein; die eine mit glatten, die andere mit knotigen Umgängen ; fragmentarisch. — Seeland-AIp. Pleurotomaria äff. nodosa MtmsT. sp. Vergl. MüNSTBR 1. c. pag. 113. t. 12. f. 14. Das MüivsTBR^scbe Original - Exemplar ist schlecht ausge- wittert. Das viel grössere vorliegende Exemplar (es hat un- gefähr die Grosse der vergrosserten Figur bei Morstbb) zeigt mit jenem viel Analogie , ohne sicher identificirt werden zu können, es ist zwar gut, doch nur theilweise aus dem Gestein BOBgewittert. — Seeland-Alp. Pleurotomaria canali/era Monst. MtJMTKii 1. c. pag. 111. t. 12. f. 4. LiUBK 1. c. Abth. III. pag. 53. t. 27. f. 4. Gut mit dem MüüBTER^scben Original -Exemplar in Mün- chen**) stimmend. — Von der citirten Form bei Laube nur dadurch etwas abweichend, dass die Grundfläche schwach und nicht stark spiral gestreift ist (sowie vielleicht durch eine wenig schmälere Hohlrinne unter dem Spaltkiel). — Hohe eines Exemplars 11 Mm. Dicke 6V4 Mm. — 7 Ex. — Seeland- Alpe. *) An dieser Stelle kommen die Petrefacten in einem durch Ver- wHtemng donkel eisenoxydrothen, kalkigsandigen Trümmergestein (mit- QDter fast muschelbreccienartig) vor, welches aas dem SchichtenTerbande gerissen erscheint. Sie sind anch hier meist mit der Schale erhalten. **) Die in der paläont. Staatssammlung in München vorfindlichen Mi^sTBK'schen Orig.-Exemplare wurden bei den betr. Arten verglichen. Pleurotomaria Bp. Kzemplare nicht völlig ausgevrittert. — MiSDrisk-Wieteii. Neriloptii ornata Honst, sp. Naiicella omala MUsst. 1. c. pag. 10t. I. 10. f. 1i. Laüi« 1. c. t. 31. f. 3. (nicht I. 2.)- Oberer Tbeil der letzleo groasen Windong etwas slirker beraaeapringend, anliegende Nabt etwas tiefer, nnd Samme der oberen WindoDgcn relativ ein wenig niedriger, als btio MonSTBR^schen Original-Exemplar. — Seeland- A Ipe. — 1 Ei, Turbo Epaphoides n. sp. Taf. XXIII. Fig. 2. Vergl. TvTbo EpapKu; L.ust 1. c, Abtb. IV. pag. Ib. t. 32. f. 6. Dem Turbo Epaphu Laube sehr oabestefaend ; DDier- schetdet sieb von diesem nur dadarcb, dass zwischen die bei- den Knoten- tragenden Spiralreifcn, die längs dem oberen nwi unteren Rand der Umgänge lauren, sieb nocb ein dritter rin- schaltet und zwar dicht unter den oberen jener beiden; die«er dritte Spiral streifen ist wohl markirt, aber viel scbmäler i'i» jene, nnd seine feinen, scharfen Rnötcbeo stehen dicht dd'^ den Knoten des oberen SpiralstreifenB. — Auf der Basis be- merkt man ca. 10 fein und scharf cerlaufende Spiral streifen, während bei T. Epapkus 7 angegeben werden. — Bildet viel- leicht nur eine Varietät zu lelzlerer Art. Fundort: Seeland-Alpe. — Diese kleine, dort nichtgeraär seltene Form pflegt sehr zierlich , öfters bis in die äusser^tc Spitze erhallen, aus dem festen Trümmergeslein aassuwitieni. gegen dessen gelbe Verwitterungsrinde ihre weisse Schale W feine Ornamentik dann sehr absticht. Monodonta nodosa MObst. MössTiR I. e. pag. Hl. t. Vi. f. 19. LnuBK 1. e. t. 34. f. 11. Die Münster' Bcben Original-Kxemplare haben tbeils eio«: ein wenig spitzeren, tbeils ein wenig staropferen Winket >' der Spitze. Mit letzteren stimmt vorliegendes Exemplar »ooy- gut. — Höhe 6 Mm. Dicke unten 6Vi Um. Fundort: Auf der Grenze zwiscben Koriallenkalk and auf- gelagerten Mergelscbicbten auf der dislocirten Partie «m Söd- SIS JEmargiaula cfr. Müngteri PiOT. Sebr lierliche Ornamentik , n&ch Art der dtirten Species (bei Ladbb)j nnr fragmentarisch erhalten. — Seelsnd-Älpe. Dentalium sp. Gegen das dünne Ende fein gegittert. — Diese Art wird voD Mdubtir, Slipstbin und Lacbb nicht aufgeführt. — Mi- inrintwiesen. Auch aas den Trnmmern 8t. Cassian • artiger Gesteine am Dnrrenatein.*) tSolen ep. faint-artige, langgestreckte Formen; sie kommen nicht allta selten vor, sind meist beschädigt. — Seeland-Alpe. — \a der Falsargoslrasse. (1) Corbula Boithorni Boufi. Eine rechte Klappe, fast ringsum frei auBgewittert , nnd loweil völlig mit der citirten Species**) übereinstimmend. Da nur ein Exemplar vorliegt, und die andere Klappe fehlt, letze ich bei dieser für wichtig geltenden Raibler form zur Vorsicht ein (7) bei. — Seeland-Alpe. * Megalodon sp. Taf. XXIL Fig. 8. Kleine Steinkerne in gelbem, mergeligem Gestein. Sie [«igen im Eiozeineu dieselben Species - KeDOzeichen , wie die ^teiokerne von Megalodon triqueter und M. complanalus, ohne ndess mit einer dieser Arten ganz casammeD za fallen. Die 'ordere Seite (von den Wirbeln bis tat vorderen Unskelspnr) si kuri, ähnlich wie bei .3f, cotaplanatua, dabei ist der Stein* •ern jedoch relativ dicker. Die von den Wirbeln zur hinteren *) AuMcr den oben oambaft gemaehten eothilt mein Material noch enchiedene GutropodentoTmen, die lich wegen das BTbaltnngiiaalaDdeB der nniollkommener Anenittemng nicht aieher beatimmen tauen. Ich emerkc davon: Chtmailüa )p. div. Eleine Formen Ton vertcbiedenen Irlen. ? IHacrockihu Sandbergeri Lauib. Hinter dem DürrcDateiii. Turbo gp. not. Grössere Form, mit Knoten- tragenden Umgüngen; impeszochal. Patella (? cmlalalii HUüSt). Wieaen, in der Nibo der 'aliargoatruse. *■) ,JeItng xnr Senntnisi der Raibler Scfalchlen" von F. Bitter EttiE» (SiutiDgsbei. d. k. k. Akad. d. Wisa., inath..nat. Cl. Bd. ^4. lg 537 ff. 1857. Wien). 816 nnteren Ecke verlanfenden KKDten mit den Längs depresaionen davor uod die hinteren PläcbcD sind äbolicb wie bei M. tri- gueter, dach mit weniger scbarfeD Winkeln. Die Hediin- lamelle vorn zwischen dea Wirbeln Äbnlicb gebogen «ie b«i M. triqueter. Die rechte Hälfte der Steinkerne leigt sich durchweg schwächer entwickelt als die linke, wie das aocb häufig bei M. triqueter vorkommt. Beispielsweise 21 Hm. lang, 18 Mm. hoch, 13 Mm. dick, and kleiner, anch wohl etvu grösser. Zahlreich am Campo Rntorto, südlich vom Pelmo.*} (f)Modiola obtwsa EiCHW.**) Eine ziemlich grosse Klappe, welche bis aaf die Partie am Wirbel aasgewittert ist and, soweit siebtbar, mit der citirun Species übereinstimmt. Länge circa 65 Mm. GrÖaste Breiu 36 Mm. — Seeland-Alpe. Myoconcha sp. Nicht genau bestimmbar, scheint verschieden von Myo- conclu^ Maximitiani Klipst. sp. — Seeland-Alpe. Avicvia 1 Gea d'Orb. Ditt Exemplare sind nicht ganz vollständig erhalten, docb soweit gleichen sie in der Gestalt der übrigens weit kteiaeren. von Ladbb abgebildeten Form der Amcula Gea. Ebenso siioi- men sie in der Gestalt mit dem, ebenfalls viel kleinereo. *) Es leien beiläaGg aal dem Complex der „ScUeniplateaii-5ebkb- tcn" Doch einige andere ? Megaledöit-Vot]Lf>mmn\u« erwihnt. Oater ita sQdlichen Gehänge der Tofana tritt eine kleine Folge Ton Binkeii u( nelcbe höchst lahlreiche DnrchBcbnitte einer Mtgalodon-ihaVichtu Foie Eeigen; ein Fragment, welches ich weiter gegen Ampeuo in mit *a- deren Petrefacten find, icheint mir damit identisch. Bis liMMre Saoie eine sichere Bestimmnng gestatten, müga diese Form einstweitoD hier sli Segahdon ? gp, verzeichnet werden. Wirbel stark eiageioUti Seiw hachgcwülbt ; keine scharfe Kante mischen Seite and hinterer FUdw. Aas den honten Sleinmergeln, welche ein so häufig wiederkehreodä Schicbtenglied dieses Complexe* bilden, habe Ich ebenfalls schlecht erhil- tene , utibestimnthare Sieinkeme einer Mtgahdon sp. in erwfthDcn. M fand solche an dar eben erwibntea Localität nnd auf dem Sat Saas, ") EicuwALD, „Qeognoi tischer Ansflug nach TtpoI" pig. 1:19. i 1. 817 Original - Exemplar der Ävicula ceratophaga Mühst, toi Cassiao (= Avictda Gea d'Orb. nach Laube). An der Falzargostraase. Casaianella gryphäata Münbt. sp. Avicula gr. Mühst. 1. c, pag. 75. t. 7. f. 7. LioBt L c Abtb. n. pag. 46. t. 17. f. 1. Exemplare etwa halb ao gross als Fig. 1 a bis 1 ( Lavbb. Die Flagel meist nicht erhalten, ebenso die r Klappe. Racken der linken Klappe sehr hoch gewölbt, ( den Wirbel za kielartig, nach hinten steil abfallend. Mit den MüNSTBB'schen Original - Exemplaren der A\ gryphäata übereinstimmend befunden. Vorkommen and Fondort: An der Falzargostrasse, oben. Circa 10 Ex. Dieselbe Art mit weniger hoch and schmal gewo Rücken der linken Klappe, in der Gestalt and Gross Fig. 7c. 1. c. bei Mosstbr, in 1 Ex., von der sogen. S Alm hinter dem Darrenstein. Cassianella sp. Mit Caasiandla gryphäata zusammen (moglicherweis« eine Varietät dazu bildend) kommen an derselben Lo< (Falzargostrasse) Exemplare vor, die sich durch weniger Dnd schmal gewölbten Rucken und weniger scharf von selben abgetrennte Seitenflügel von jener Art anterscheid Monotis n. sp. Taf. XXII. Fig. 4, 5. Es liegen nar einige linke Valven, mehr oder mind< schädigt, vor. Vom kleinen, ziemlich spitzen Wirbel, c der Schlosslinie liegt und kaum vorsteht, strahlen n dicht aneinander liegende, gewölbte, breitere und schi Eippen aus, die in nicht ganz regelmässiger Weise miteii alterniren. Feine concentrische ^^treifung nur sehr scb ftof den Seitentheilen etwas merklicher. Der grosste, m Tbeil der Schale ist regelmässig, vom Wirbel auf gewol der Mitte am höchsten. — Nach hinten schliesst sich an Iheil der Schale ein deatliches Ohr an, welches eine in^olbung für sich, bis auf den Schlossrand hinab, bildet, rorn endigt der mittlere Schalentheil so, dass sein conci SIS bogener Vorderrand etwa rechtnioklig zum Scbloaarand liegt; daran legt sieb, dorcb einen tiefen, treppen förmigen and et«u ansgehöblten Absali getrenot, noch ein »cbmales, küneref, vorderes Obr. Fnndorte: Seeland-Alpe ; Uebergang xwiaohen MisnriDi und Rimbianco; &t. CaseiaDtrümmer im hinteren Prags er TbiJ (hier oicbt auf nraprnoglicber Lagerst eile). Daonella Bichtho/eni T. MoJS- T. Hojsisovica 1. c. pag. tO. t. 1. I. 11. 13. Abdrücke in kalkig mergeligem Gestein, im Ampeicotlwl, DordöstUcb von Cortina. Mt/opkoria decuaiata Münbt. ap. LiDiF. 1 c Abth. II. pag, 56. t. 16. t. 6. Cardila dtcuuata Hiinsr. 1. c. pag. B6. t. S. f. 30. Stimmt mit dem Mdsstkb' sehen Original - Exemplar, aar grösaer. Lange, über den Kiel gemessen 17 Mm. — Pnndoit: An der Fälzargostrasae, 1 Ex. Myophoria K«/ertt«ini MOHST. Sp. V. HiDiB I. c. pag. 550. t. 4. t. 1-6. Kommt in ziemlich zahlreichen Exemplaren von etwu variirender Beschaffenheit am Campo Rutorto, südlich toid Pelmo vor. t Myophoria sp. Kleine Steinkerne, in denselben Schiebten wie die kleiDco Meg<üodm -Kera« am Campo Rntorto. Area cfr. impretta MfinsT. (HüMiT. 1, c. pag. S-j. [. 8. f. 4.) CSieulläa impreua Lkkbs I. c. Abth. II. pag. 60. t. 18. f. 9. Das MtniSTBB'scbe Original - Exemplar bat einen etvu länxeren rhomboidalen Umriss und die untere Ecke hinten iti 819 Nucula 8p. Nur ein Exemplar, welches ich nicht mit Sicherheit mit einer der MoNSTBR^schen Arten za vereinigen vermag. Viel- leicht eine Varietät von Nucula subcuneata d^Orb. (bei Laübb). — Seeland-Alpe. Leda complanata, Stoppani, Fal^ont. Lomb., Conches k Avicnla eontoria pag. 62. t. 8« f. 1. 3. DOD iVficilla complanata Goldf., Zirtbji, Letbaea. Die Uebereinstimmung mit der von Stoppani abgebildeten Form 18t gut, obschon diese einem höheren Horizont angehört. Aach bei meinem Exemplar ist die Spitze abgebrochen, wie in der citirten Abbildong. Fondort: Ampezzothal, Gehänge nordwestlich von Cor- tina. — 1 Ex. Dieses Petrefact wurde N. Jahrb. f. Mio. 1863 pag. 364 von mir als Leda cfr. ndcellata WissM. angefahrt; das nun- mehr verglichene Original - Exemplar der Nucula sulceüata WisSM. stimmt jedoch keineswegs mit der Form von G^rtina. Pecten sp. (?aff. decoratus Eupst.) Der Abdruck einer linken Valve: ziemlich ungleichseitig, hoch und schmal (25 Mm. und 17 Mm.), ziemlich stark ge- wölbt. Markiite, in einiger Entfernung von einander folgende, concentrische Ringe,, die Zwischenräume zwischen denselben sind fein radial gestreift. Die Ornamentirung ist etwa so wie bei Pecten deeoratus Klipst (1. c. t. 16. f. 9.) Fundort: an der Falzargostrasse. Lima sp. Aehnlich der Lima vulgatissima Stoppam (Pal. Lomb. 1 Ser. P6tr. d'Esino 1. 19. f. 13. 17., t. 20. f. 7.), doch etwas kurzer; Ohren nicht erhalten. — Fundort: In der Nähe von Cortina. Ostrea sp. Fragmentarisch. — An der Falzargostrasse. Eine zweite Art (? a£f. moniis Caprilis Klipst.), nicht ganz ausgewittert, an der StoUa Alm.*) *) Noch erwähne ich von BivaWen: Pema ? ßouei Hau. Bestim- mung des fragmentarischen Zustand es wegen unsicher bleibend. In der 821 grabeoformige Eindracke (ähnlich, wie sie die Schnabelpartie der kleinen Klappe von Thecidium concentricum zeigt), welche durch eine schmälere, höhere Partie, die in der Mitte nochmals mit einer schmäleren Längsrippe versehen ist, getrennt werden. Es durfte hierdurch eine Verwandtschaft mit gewissen älteren Brachiopodenformen angedeutet sein. Schaalenstructnr eher fasrig als punktirt. Fundort: Seeland-Alpe. Spirigera Wissmanni MONST. sp. Munster 1. c. pag. 64. t 6. f. 18. Lacbk 1. c. Abth. II. pag. 15. t. 1*2. f. 5. z. Tb. Es lassen sich an den mir vorliegenden Exemplaren zwei Varietäten unterscheiden: 1. Umriss dadurch, dass die grosste Breite fast erst bei y, der Länge vom Schnabel ab erreicht wird, fast etwas funf- seitig; oder bei mehr Abrundnng queroval. Es ist das die eigentliche Spirigera Wissmanni Monst. sp. Die Exemplare stimmen mit den verglichenen Original- Exemplaren der Tere- hratula Wissmanni Mükst. von St. Cassian; und in der quer- ovalen Gestalt auch mit den beiden ersten Abbildungen der Figur 5 1. c. bei Laube. 2. Umriss der Länge nach oval: Spir, Wissmanni Mühst. Var. elongata konnte man sie nennen. Diese letztere Form steht der anderen im Ganzen betrachtet so nah, dass ich sie nicht für eine eigene Art, sondern nur für eine zugehörige Varietät halten möchte. Der Schlosskantenwinkel ist in allen Fällen stumpf, doch etwas veränderlich. Die grosse KJappe zeigt in allen Fällen nur geringe Neigung, einen Sinus zu bilden; bei der länglich ovalen Varietät ist ein solcher so gut wie nicht vorhanden. Bei der länglichen Varietät läuft der Schnabel ein wenig schmäler und spitzer zu als bei der anderen, steht indess kaum mehr vor. Furchen oder Einsenkungen in der Mittellinie der einen oder anderen Klappe fehlen bei meinen Exemplaren ganz. Rand scharf. Bezuglich der Schnabels, Foramens, Del- tidiums gilt das, was Laübb anführt. Var. elongata zeigt sich hinsichtlich der Dicke: a. flacher: die Valven sind im ersten Drittel der Länge nar massig aufgetrieben, bei solchen Exemplaren bildet der 822 « Scbalenrand öfters einen ganz flachen Rand nach Art der Fig. 5. No. 5. ]. c. bei Laubb, oder QdbnstbdTy Bracbiop. t. 41. f. 91. b. dicker, indem beide Klappen im ersten Drittel d& Länge stark aufgetrieben sind und vom Scbloss weg hoch auf- steigen, der Scblosskantenwinkel erscheint in diesem Fall weniger stumpf als sonst. Dimensionen: 1) Grosstes Exemplar: Länge 12 Mm., Breite 12 Mm., Dicke 7 Mm. 2} Eins der kleinsten Bzem- plare: Länge 6V4 Mm., Breite 6V4 Mm., Dicke SV, Mm. Fundort: Seeland- Alpe. — Ca. 20 Ex. Betzia sp. Grosse Valve nach Art der Betzia Arara Laübb 1. c. 1. 13. f. 2. kegelförmig und etwas gebogen verlängert. Die Art stimmt nicht ganz mit der namhaft gemachten, und noch we- niger mit Betzia lyrata und B, procerrima 1. c, sie ist ausser- dem grosser (Länge 14 Mm.). — 1 Ex., nicht ganz aus dem Gestein ausgewittert. — Seeland-Alpe. Bhynchonella subacuta Mokst. sp. MuNSTRii I. c. pag. 55. t. 6. f. 1. Laubb ]. c. Abth. II. pag. 25. t. 14. f. *2b. Uebereinstimmung mit der Abbildung und Beschreibnog Laubb^s gut; nur macht sich, als Unterschied, beiderseits, dicht neben dem Sinus, am Seitenrand eine Randfaltung be- merklich, bei den verschiedenen Exemplaren jedoch ia ver- schiedenem Grade. Die Exemplare stimmen auch mit dem verglichenen Original - Exemplar der Terebratula subacuta MtmsT. von St. Cassian im Allgemeinen Sberein, nur sind sie etwas grösser, der Schnabel ist ein wenig schlanker und weiter vorgezogen, und ausserdem macht sich an ihnen die erwähnte Randfaltaog bemerklich, die bei dem MONSTBR'schen Original fehlt. Dimensionen eines Exemplars : Länge vom Schnabel zum Sinus 77^ Mm., grösste Breite 12 Mm., Hohe des Sinos 7Va Mm., Breite des Sinus 7V, Mm. Fundort: Seeland- Alpe. 6 Ex. 823 Bhjfnekonella ip. cli. lempUcla Lim I. c. t. 14. f. 1. *. Tb. Vier Zickiack falten im breiten SIdob, schwächer ent- wickelte lUndfallen lu beiden Seiten desselben. Schloss* kftoteD Winkel noch spitier als I. c. f. 1. nberste Reihe. Die grösste Breite fallt nicht weit von der Stirn, und die Rand* 1 Terlaufen von dem Schnabel weg fast geradlinig, in der Art, dasi der GeBamintumriss ziemlich dreieckig wird, was die Form von dem Original - Exemplar der Tersbratvia ««nit- 'flecta MüKST. (MüBSTBR 1. c. pag. 55. t. 6. f. 2.) abweichend lieinen läset. Ausserdem ist der Sinus tiefer eingesenkt bei T. tvnipUcta MOHST. Unge 12, Breite 15 Um. Fundort: Seelaodalpe. — Nur 1 Ex. von massiger Er- ' baltuDg, Rkt/nchonella temicottata UUnsT. sp. Lii»t 1. c Abtb. II. pag. -ib. t. t4. f. 3. (Figur link*). Das vorliegende Exemplar stimmt mit der citirten Abbil- dung und Beschreibnng , ist jedoch kleiner. Länge 8 .Um. Breite 7'/, Mm. Fandort; Ealkmergelschichten auf der dialocirten Partie vor der Südseite des Set Sass. — 1 Ex. Bhffnchonella sp. äff. quadriplacta. Lave 1. c. Abtb. II. pag. -2b. t. 14. f. 4. Weicht von der citirten Species darin ab , dass die beiden Wülste , welche die Medianfurche auf der grossen Klappe einfassen, im mittleren bis unteren Thoil der Klappe besonders hervortreten, woniger an dem Stirn- und Schnabel- Ende. Die grosse Klappe ist bei einigen Exemplaren beson- ders stark herausgewölbt und zeigt dabei sehr dicke Schale. Der ^iinns, den die grosse Klappe an der Stirn bildet, ist nor ganz schwach. Kleine Klappe sehr flach, bis einge- drückt, mit nur schwacbem Medianwulst. Schnabel wenig vor- ragend. Länge 12 Mm., Breite 13 Mm.; an einem anderen Exemplar 13 and 14Vf Mm. Die Exemplare von nur massiger Erhaltung stammen von dem Poodort an der Falzargostrasse.*) *) Bei dem Original-Exemplar der Teriiralula quadripUcta Mtlasr. M&HBTin I. c. pag. 58. t. 6. f. 10.) i*t, abgeteben tod leiner geringeren 824 VoQ den an sehr vielen Localitäten sich wiederholeaden Crinoideo - anä Cidariteo - Resten (von leUteren aind gau Toriagsweise die RadioU «ertreten), welcbe ron Mdrotik uad Laube boBcbrieben und abgebildet werden , habe icb folgende« Bestimmbare anxnfnbren: EncrinuB granuloiut Mtmsr. Sänlenslnck. — Oben anf der K oral lenkal klage anf der dislocirten Paitie vor der Südseite des Set Ssse. Pentaorinui sp.') Stielglieder. — Stolla-Alm n. a. Orten. Cidarit sp. Schalen fragmeate einer kleinen Art. — Seelaad - Alpe. (Anob ana den St. Caesiantrümmern am DÜrrenstein.) Cidarit dortata Bbaiih. Am Set Sasi. Misurinatbal. Ampeizotbal. — (Ancb am den St. Cassiantrnmmern am Dnrrenateia.) Cidarit alata Aa. Am Set Saas. Cidarit l{,nearit Mühst. Misnrinathal. Cidarit Hausmannt WissK. In der Nähe der Falzargo Strasse. (Aoch am DSrrensteiD.} Cidarit Braunii Dbsob. Seeland -Alpe. 1 Monlticaultia pygmäa Uossr. UiinsTE» I. c. t. ■]. r. 14 b. Daa HOflSTBR^Bche Original- Exemplar ist mi der Kelcb- fllcbe nicht gut erbalten, &uderer>eit« ist meiu Ez«oipUr oiebi gaos frei aDSgewitlert ; soweit sicblbar, ist aber D eberein stiii- mnng vorband en. — Misurina- Wiesen. Aj:i>$milia alpina o. sp. Tsf. XXII. Fig. 10. Der Qaerecbnitt der Koralle ist rnmUicb bis oral ; iit Gestalt koniscb, von oben nacb unten zasammeDgeiogen (oben z. B. 11 Bnd 13, oder 7 nnd 10 Hm. breit, 12 — 13 Um. bocb), mit einer ziemlicfa breiten Basis anfsitzead. Die Waod ist liemllcb stark. Ibre Anssenseite ist mii einer Epithek bekleidet, die (nicht sehr starke) Ringfallei. zeigt. Die Colooielle ist stark, randücb oder oval im Qoer- Bcbnitt, analog dem des Gsoien. Die KeJcböffanng ist bei keinem der wenigen vorliegenden Exemplare anb«8cbädig[ erhalten, es scheint, dass sie iricbCerförmig vom Band natb innen eingesenkt ist. Septa zählt man in die vierrig, nah an 4 <';clen; sie sind gerade, anssen am stärksten , nach innen sich verscbms- lernd. Circa die Hälfte, das ist die drei ersten Cyclen, erreicben die Säule , mit der sie sich durch warzenförmige EnöpfcbeL verbinden, die übrigen Septen sind kürzer. Die Seiten der Septen sind mit nach innen etwas schräg ^wärts gerichleien. ziemlich langen, geraden, nicht sehr zahlreichen Qoerieisieo besettt. Die angeführten Daten stimmen, wie mir scheint, voll- kommen mit der Charakteristik des Genus AsotmiHa, von welchem bis jetzt nar wenige Arien, davon eine ans dem Liaa, erwähnt werden. Ans der Trias wird, soviel mir bt- kannt, Axomüia noch nicht erwähnt, dagegen fährt Lacbi einen Repräsentanten der nahestehenden Gatlang Ptplotmlia von St. Cassian an (I. c. t. 3. f. 14.). Pondort: Seeland- Alpe. Thecotmilia sp. (äff. rugoia Laübb). Ausgewitterte Kelcbrohren von Polypenslöcken, nach An der Thecotmilia nigoia Laobb (I. c. t. 5. f. 4.), welch letzter« 827 sich von vorliegender Form dorcb geringere Dimeneionen and weniger zahlreiche Septa (vielleicht auch durch eine noch stärkere Epithek) unterscheidet. — Querschnitt der Kelche oval oder seitlich ausammengedruckt und veraogen; Zahl der Septa mehr als 4 Cyclen , ihre inneren Enden biegen sich öfters winklig nm. — Seeland- Alpe. Thecosmilia n. sp. Die Kelchröhren theilen sich dichotom and triohotom, und dies wiederholt sich oft, daher häufige Einschnürungen und keine bedeutende Länge der freien Stucke. Querschnitt rund, randlich. Durchmesser 20 Mm., öfters mehr, bis circa 25 Mm., auch weniger, bis circa 15 Mm. Septa über 4 Cjclen, meist 47^ bis 5 Cjclen. Sie sind an der Peripherie am stärksten, sind gerade und verschmälern sich nach der Mitte; die ältesten, etwa 2 Cyclen, sind ein wenig stärker als die jüngeren, doch nicht dick; sie reichen bis in die Nähe des Mittelpunktes, wo sie sich aasspitzen, ohne zu interferiren oder eine falsche Säule za bilden. Die Septa der jongeren Ordnungen bleiben um so kurzer, je junger sie sind. Die Beschaffenheit des Kelches konnte an dem vor- liegenden Stück nicht ermittelt werden. Die Epithek (an den meisten Stellen abgewittert) zeigt sieb faltig, von massiger Dicke. Zahlreiche Traversen; sie sind, im Schnitt durch die Axe gesehen, bogenförmig, gegen die Axe abwärts geneigt und bilden zwischen den Septen ein blättriges Gewebe. Diese Koralle hat Aehnlichkeit mit Thecosmüia Omboni Stoppari (Monogr. des foss. de TAzzarola, Paläontologie Lom- barde, 3« s^r. pag. 103. pI. 22. f. 7.); bei dieser zählt Stop- PASi jedoch nur 45 — 50 Septa, die dünn sind and in der Mitte eine falsche Columella bilden. Dagegen wäre es möglich, dass unsere Form mit der Tkecosmäia Buonamici Stoppani (1. c. pag. 104. pl. 22. f. 6.) übereinstimmt. Die kurze Beschreibang des, wie es im Text heisst, schlecht erhaltenen Exemplars lässt dies nicht sicher stellen. Die übrigen, aas der alpinen Trias und den Rhätischen Schichten beschriebenen Thecosmilien (s. bei Laubb 1. c. und Rbüss, Ueber einige Anthozoen der Kössener Schichten and 54 • 828 der alpinen Trias, Sitzangsber. d. k. k. Akad. d. Wiss. niatb.- nat. Cl. Wien, Bd. 50. 1865) sind von unserer Form spe- cifisch verschieden, besonders haben sie kleinere Dimensioneo. Noch sei bemerkt, dass unsere Koralle mit der juras- sischen Theeoemüia annularis M. Edw. e. H. Aehnlichkeit bat. Cladophyllia septanectens n. sp. Taf. XXIII. Fig. 3. Kelchrohren sehr lang, dichotomiren unter sehr spiUem Winkel, verlaufen ziemlich gerade und erfüllen so das Gestein. Sie berühren einander, wie es scheint, seltener, als dass sie durch Zwischenräume von einigen Millimetern und mehr ge- trennt bleiben. Der Querschnitt ist rundlich oder oval bis nnregelmässig rundlich, der Durchmesser beträgt 4, 5, öVs? öfters auch nur 3 Mm. Septa 4 Cyclen und mehr, meist in die 60. Die ältereD Cyclen reichen bis zum Centrum und bilden hier öfters, indem sie mit einander verfliessen, eine Art falscher Säule, die nicht compact und rund wird, sondern durchbrochen erscheint. Die Septa sind alle fast gleich stark , kaum dass die jSngsten io der Dicke etwas zurückbleiben; die jüngeren verwachsen an ihren Enden mit den älteren, so dass von innen nach ausseD sich das Bild einer Verzweigung der Septa ergiebt. Auf den Seitenflächen sind die Septa gekornelt. Tra- versen ziemlich zahlreich, klein. Kelch in der Mitte etwas vertieft; höchste Stelle des Oberrandes der Septa etwas ein- wärts vom Kelchrand gelegen. Epithek dünn, quergeriogelt, meist abgewittert. Die bei Ladbk 1. c. angeführten 3 Arten Cladophyllia voq St. Cassian unterscheiden sich von unserer Art in mehrfacher Hinsicht, am meisten unter ihnen nähert sich CL subdichotofM MONST. sp., bei welcher jedoch der Querschnitt ein anderes Bild der Septa ergiebt. Obwohl die Zahl der Septa 4 Cyclen übersteigt, wird unsere Form mit Berücksichtigung des geringen Durchmessers und der Epithek zu Cladophyüia zu stellen sein. Es verbalt sich hier ähnlich, wie bei der etwa ebensoviel Septa besitzen- den, citirten MtmsTBR^schen Species Litkodendron Bubdichoto- mum {CalamophyUia und Bhabdophyllia aubd, M. Edw. e. H.}. 829 welche voD Rbuss (s. o.) ond von Laube za CladophyUia ge- stellt wird. Fandort: Seeland-Alpe. Misorina. Is astraea cfr. Hau er % Laübb. Laübb 1. c. Abth. I. pag. 43. t. 7 1. 1, Das vorliegende Exemplar steht der IsoBtraea Haueri nahe und unterscheidet sich von derselben nur darch kleinere Di- mensioDcn des Polypenstockes und der Kelche. Der Stock ist flach gewölbt, oben ca. 30 und 20 Mm. breit, nach unten etwas zusammengezogen; die Kelche messen nur ca. 1 bis l'/j Mm. und haben entsprechend auch weniger Scpta als bei /. Haueri. Sie sind unregelmässig vielseitig, öfters mit aus- Dod einspringenden Winkeln; die Septen benachbarter Kelche sind durch eine dünne, gerade oder etwas zickzacklanfende Wand getrennt, an abgewitterten Stellen scheinen sie ineinan- der zu verfliessen; sie sind deutlich gezähnt. Fundort: An der Falzargostrasse. Isaatraea cfr. Oütnbelif Laube. Die Kelche sind polygonal, öfters fünfseitig, wenig tief uod durch wohl markirte, ziemlich gerade und ziemlich breite Wände getrennt. Septa dünn, merklich gesägt; sie zählen Sy^ — 4 Cyclen, und die älteren vereinigen sich in der Mitte ZQ einer Art schwammigen Golumella. Zwischen den grösseren Kelchen sind jüngere, kleinere, durch randliche Knospung entstandene eingeschoben. Der kleine, nur ca. 15 Mm. breite Stock ist stark gewölbt und unten mit einer faltigen Epithek umgeben. Diese Koralle hat, namentlich in der gewölbten Gestalt der Oberseite, der die Unterseite einhüllenden Epithek und im Aussehen der Kelche und Septa Aehnlicbkeit mit der hastraea Gümbeli Laube (1. c. Abth. L pag. 43. t. 7. f. 2.); elztere hat dagegen weniger breite Kelchränder und keine icbwammige Golumella. Beide Formen stehen vielleicht als i^arietäten nebeneinander. — Seeland- Alpe. Thamnastraea n. sp. Septa etwas mehr als 12, dick, etwas gebogen und mit leoen der benachbarten Kelche verfliessend. Die Mittelpunkte &3U benachbarter Eelcbe stehen etwa 2 Mm., aach wohl nur ly. Mm. von einander entfernt; die Kelche haben warzeo- formige Säalchen. (Untergattung Synastraea Promentbl.) Stock klein, mit unregelmassig gerundeter Oberfläche. Von Epitbek nichts wahrzunehmen. Die von St. Cassian angeführte Thamfuutraea GoUtfatsi Klipbt. sp. (Klipstbin 1. c. t. 20. f. 10.) ist von obiger Art wesentlich verschieden. Letxtere unterscheidet sich aoch von den übrigen aus der Alpen -Trias und den Rhitischen Schieb- ten angeführten Thamnastreen, Th. rhätica Gq^B., TA. Meriam Stopp, und den beiden von v. Schauroth (Erit. Verz. etc.) aus unterer Trias erwähnten Arten. Phyllocoenia sp. Stock flach gewölbt, Eelchrohren in Längen über 40 Md. erhalten. Kelche 2 Mm. im Durchmesser, kreisrund, mit wohl- begrenztem Rand, der über die Oberfläche des Stockes kaom vorsteht. Die Zwischenräume zwischen den Kelchen betragen circa halb so viel als deren Durchmesser. Kelche stark ver- tieft, Kelchwand sehr deutlich entwickelt und etwas über die Septa vorstehend. Septa 16, (14 — 17), unter einander gleich, nach innen sich anspitzend und einen beträchtlichen Kreis dod das Centrum frei lassend. Die Septa gehen nach aussen in Rippen über, wobei jedoch die Kelchwand deutlich bleibt; die Rippen benachbarter Kelche fliessen theils ziemlich geradlinig ineinander, theils krummen sie sich so, dass eine Art sickzacklaufende Scheide- wand entsteht. Diese Koralle steht der Phyllocoenia decipiens Laübb (1. c. Abtb. I. pag. 44. t. 6. f. 1.) von St. Cassian sehr nahe. Bei letzterer werden einige Septa mehr angegeben, was wohl kei- nen specifischen Unterschied bedingen wurde, ausserdem aber wird bemerkt, dass die Kelchwand kaum merklich sei, wih- rend sie bei unserer Form deutlich hervortritt, vielleicht sind beide durch Uebergänge verbunden, Fundort: Localität am Set Sass. Agtroooania Oppelii Ladbb {?). S. Likvtfi !. c. t. 6. f. 9. Das vorliegende Exemplar bildet einen im Qneracbnilt elwa ov&len, nacb oben iicb etwas erweiternden, ca. 65 Mm. und 45 Mm. breiten PoljpenBtock, das untere Ende fehlt. Obere Fläche wenig gewölbt. Kingeom ist der Stock mit eioer runielige Falten bildenden Epitbek verleben. Die Kelche sind nicht tief, etwas UDregelmäasig polygonal, 5, 6, Tseitig, im Durchmesser 3 — 4 Mm., sie stossen diobt iQcioander, die Kelchränder Rind sowohl auf der freien Ober- Qöche des Stockes als im Qnerscbnitt wohl markirt. Sepia 3 bis 4 Cyclen, je nach der Grösse des Kelches. Etwa die 2 bis 3 ersten Gyclen sind gleich stark nnd zwar (iemlicb derb und gehen bis lar Mille, die jüngeren sind dünner nnd kleiner. Die Septa benachbarter Kelche stossen Toreinander ab, manchmal geben sie wohl aach ineinander über. Anf dem Längsbrucb erscheinen die inneren Ränder der Septal-Lamellen unregelmaasig kerbig und geiäbnt; ihre Seiten sind mit nach innen schräg abwärts gestellten, geraden Traversen beseut. Mao bemerkt anf dem der Terwittemng naageaetzt gewesenen Längsbruch an einigen Stellen dentlicb die Reste einer Colnmelle. Dieselbe kommt auch sehr deut- lich aof dem Qnerbrnch znm Vorschein, tritt dagegen in den Kelchen meistens, wohl nur dorch Abwitterung , nicht deutlich Die beschriebene Koralle ist wahrscheinlich mit ^slro- comia Oppüii Ladbb (1. c. Abtheil. I. pag. 44. t. 6. f. 2.) ideolisch. In der Beschreibung derselben wird allerdings die Zubl der Septa nur anf 20 angegeben; dagegen ist die zuge- hörige Fig. 2 a., welche eine grössere Anzahl Septa zeigt, tneioem Exemplar sehr ähnlich, mit Ausnahme der deutlich vorragenden Colnmelle. Ausserdem wird 1. c. angegeben, dass die Kelcbe tief seien, während sie bei meinem Exemplar eher seicht sind. Fundort : Seeland - Alpe. Zu derselbeo Art dürfte ein anderes Exemplar, von der Fat zargo Strasse , zu stellen sein; bei diesem bildet eine nur geringe Anzahl Kelche einen kleinen, mit einer falligen Epilhek ambüllten Stock, welcher (darch Kelchknospnng ent- sUndoD) ca seiner Baaii dt« OberffÄche eiaes altso Stockes hat; ein nahe daneben anf derselben Grnadlage entaprouter äbnlicher kleiner Stock igt abgebrochen. Epetideaf sp. o.*) Die Centralröhre des walzenförmigen, bis ca. 20 Um dicken Seh warn mkörpers iit durch Scheidewände in eine Ad- saht pflralleler Röbrcbeo anfgelöst, ähnlich wie bei Eudta graciUi Mdhst. sp. Die Aussenseite seigt Reste Ton Bpilhek nod die Händaugen lablreicher Poren and Oscaleo. Sporea Ton .^ st-Ansätzen. — Seeland-Alpe. Sipkonocoelia sp. d. Walienförmig , dabei mit ringförmigen Wülsten ond Eia- SchnnruDgen, rait einer dünnen Epithek bekleidet, in der Uiile ein cylindrisch darcbgehender Canel; Spongiengewebe gleicb- mässig, gegen die Aoseen- und InnenwanduDg etwas dichter. Aensserer Durchmeeeer an den vorliegenden ExempUren bis 16 Mm., der der Centralröhre dabei 4 Mm. — Seeland- Alpe Epitheles capitata MOVST. sp. Unvollkommen ausgewitterte EzeinpUre. Von den Loca- litäten am Set Sass and an der Falzargostrasse. Verrucoipongia armata Klipst. sp. Seeland - Alpe. Verrucotpongia polymorpha Elipst. Bp. Ebendaher. Colospongia dubia MÜNBT. sp. Sehr klein. — Ebendaher. | fStelli$pongia Manon Mobeit. ajt. Ebendaher. *) Wu die ScbwinniG betriff^ to mDMta ich mich daraaf beachrio. k«D, du aargefundcne Material mDgllchst oAch den Tkfeln nnd Betcbiri- bangeo Hrn. Lai'si's iq besiimmen nnd einig« dort nichi veneichocu Darb dem nnch dort befolgten FnuaeNTsi.'gi'hen Sjsttme aiuDr«ihcD. Der gTOHen Schwierigkeit dei QegenatandM wegen mnrate einiget Nene nit- berAckiicbtigt bleiben. — Auch die Koralleo, welcbe aicb nebst Schir&iB- men anf der Seeland-Alpe lienlich reichlich finden, sind mit obiger AnT- , ■Eblnng nicht eraohOpft, es werden aidi daielbat sicher noch andere b«- ' kannte nnd neue Sachen Anden. 833 Tremospongia sp. d. Koglig gewölbt. Die Oberseite zeigt ein feinee Gewebe, lessen MascbeD auf dem Qoerbracb vorwiegend feine, rohren- ormige Aiiordnang nacb aussen erkennen lassen. Kleine )scalarrohren, immer mehrere zasammengroppirt, munden bie ind da auf der Oberseite. Die Unterseite bat eine Epithek. — Seeland-Alpe. Leio/ungia radiciformis Moast. sp. Seeland - Alpe. f Leio/ungia äff. Orbignyana Klipst. sp. Ebendaher. Leio/ungia cfr. reticularis Monbt. sp. Ebendaher. Leio/ungia verrucosa Mühst, sp. Ebendaher. f Actino/ungia astroites Mgnst. sp. Ebendaher. Stromatopora sp. div. Ueberrinden ästige Schwämme, Korallen und sich selbst gegenseitig in concentrischen Schichten. f Amorpho/ungia voluia Wissm. sp. Seeland -Alpe. f Amorpho/ungia granulosa Mohst. sp. Ebendaher. Petrefacten aas dem Haaptdolomit. Turbo solitarius Bbnbgkb. Meist Hoblränme, nach Auswitterung der Steinkerne. Bei meinen Exemplaren, die aus dem Hauptdolomit auf der Men- dola stammen , sind die Umgänge im Grundriss ein wenig schmäler, als bei der Figur von Beiieokb (Trias und Jura in den Sndalpen t. 2. f. 4. 5.). Noch mehr ist dies bei einem kleinen Exemplar aus dem Hauptdolomit der Malcoira der Fall, welches aber doch noch dieser Form zuzurechnen sein durfte. Ein anderes sehr ähnliches Vorkommen von der Mendola mochteich noch eher zu NeritopsisfOldae STOPPANi^Paleont. Lombarde 3e S^r. foss. de T Azzarola t. 2. f. 6 — 8.) stellen. 834 Turbof dp. dtv. Im Haaptdolomit der Malcoira, an der Strasse von Cor* tina nach S. Vito finden sich veracbiedene, vielleicht anf Turbs za beziehende Formen von cbarakteristiachem Gepräge (beiJ läufig in der Art wie sie Stoppahi in der Pal^ont. Lombarde 3® S^r. t. 85. 59. giebt); es kommen kantige und gewölbte Umgänge, mit Ornamentirung versehen, vor. Das überaa^ spröde Gestein gestattet in der Regel nar Fragmente zu sammeln. Chemnitzia sp. div. Als Hohlräume und Steinkerne im dichten Hauptdolomit. Die Abdrucke zeigen zum Theil Turritellen - artig schlaokel Formen, ähnlich einigen, die Stoppani auf den ersten Tafela der Pal^ont. Lomb. 1« S^r. abbildet. Mitunter sind Schalen- Fragmente mit Spiralstreif ung erhalten. Die Vorkommnissel lassen zum Theil auf beträchtliche Grösse der Gastropodeii schliessen, vieles ist aber auch vou geringen Dimensionen. Hanptdolomit der i\]alcoira zwischen Cortina und Veoas. — Hauptdolomit auf dem Set Sass. Fhasianellat sp. Kürzere Formen mit gewölbten Umgängen, von denen der letzte stärker anwächst als die vorhergehenden; sie glei- chen im Allgemeinen einigen von Stoppani in der PaleooL Lomb. 1^ S^r. unter demselben Genus -Namen abgebildeteo Formen. — Vorkommen wie oben. Hemicardium dolomiticum n. sp. Taf. XXU. Fig. 7. Steinkern einer rechten Valve. Vom Wirbel aus verliuift nach der unteren Ecke ein scharfer, etwas gebogener Kiel, der mehr und mehr in eine schmale, hohe Rippe übergeht. Die sehr kurze Vorderseite fällt von ihm steil ab; die viel breitere Hinterseite verläuft in der Wirbeigegend schwach abfallend zum Hinterrand, nimmt aber weiterhin eine steilere Neigoog an, so dass sie windschief gewölbt erscheint. Der Umriss des Ganzen ist dreieeckig. Ein Wachsabdruck lässt unter dem Wirbel eine dreieckige Zahngrube und dicht daneben nach hinten einen schwacheo schrägen Zahn erkennen, ausserdem zeigt sich ein starker, gera- der und langer, bis in die Wirbelgegend reichender Seitenzabn. Diese Form gebort in die Gruppe der Hemicardieo nnd findet ihre späteren Analoga in den eocänen Formen, wie sie t. B. Obshatks (Deacr. des Coqu. fosa. deg envir. d. Paris, pag. 176 ff. t. 29.; Descr. des anim. s. vert. elc. T. I. pag. 576.) beachreibt nnd abbildet. Unter den drei 1. c. ange- führlen Arten seigt wohl (Hemi-) Cardium emargmatum Dbsh. in der Gestalt, in der kurzen Vorderaeite und im Zahnbau noch im meiaten Analogie.*) Ans dem Haopldolomit der Croda da Lago bei Cortina d'AmpeuD. Trigonodus »uperipr n. sp. Tat XXII. Fig. 6. Steinkern. Entspricht in der allgemeinen Gestalt und in den Ginzelnheiten dem Trigonodut Sandbergai v, Alb., welcber ebenralla als Steinkern im sogen. Jrt^onodu« - Dolomit vor- kommt, der in gewissen Gegenden die oberste Partie des aaueralpinen Muschelkalks unter der Lettenkohle bildet (Vgl. 1. ALBSaTi, Ueberblick über die Trias 1864 I. 2. f. 10.). Lange 38 Mm., Höhe 18 Mm. Ans dem Hanptdolomit auf der Uendola. Peoten sp. Steinkerne. Ziemlich scbief, ungleichseitig; beiläufig ähn- lich einigen Formen, wie sie Stopfahi, Paltont. Lomb. I. S^. I- 21. abbildet. Uauptdolomit aaf der Mendol«. Ausserdem noch anderweitige Steinkerne kleiner Bivalven iweifelbafter Gattung: Mcndola, Malcoira. Megalodon triqueter. Ziemlich verbreitet im Hanptdolomit dieser Gegend , und vieoD auch nicht allenthalben , doch stellenweise in desto grösserer Häufigkeit wiederkehrend. Immer als Steinkern vorkommend. Ea lassen sich hier hauptsächlich awei Varie- täten unterschüden. *) Auch iit auf die VerwandUcbaft mit gewiuen palioioiichen Cordntm- 'onneD, Corrfimn alatformt Saw. nnd kibimicvm Sow. {CoTtoeardium Bioii) hiDiDwtiMQ. Die Aehnticbkeit im Zahnbao Torliegeader Triu- An mit C, Miflryiwaliim iit gröiaor als die mit C. JUin-nicwn. 836 1. Dickere Varietät. Scheint die verbreitetere zu im. Die hierher gehörigen Steinkerne gleichen unter den in Uro. Gümbbl'8 Abhandlang aber die Dachsteinbivalven abge- bildeten am meisten denen aaf t 3 f. 4 — 6, von Matarellc (Sitzangsber. d. k. k. Akad. d. Wiss. math. - nat. CK, Wiea, Bd. 45. 1862). In der Ansicht von vorn und von bioteo bleibt bei ihnen die Breite nicht viel hinter der Hohe lorock; die Seiten sind stark herausge wölbt. Die Dimension von vom nach hinten ist dagegen karz , so dass in der Ansicht auf die Seitenfläche die Hohe erheblich grosser wird als die Breite. Die Horner, d. i. die oberen Enden der beiden Hälften de« Steinkerns sind dabei bald mehr bald weniger zusammeo-, sowie nach vorn umgebogen anä verlängert, spitc oder stumpf, und im Zusammenhang damit ist die Gestalt der Höhloog zwischen dem vorderen Ende der Unterkante and den Hör- nern auch veränderlich, breiter und schmäler, tiefer und flacher, ohne dass dadurch der Habitus des Ganzen wesentlich ge- ändert wurde. Etwas mehr wird derselbe dadurch modificirt« dass sich auch die vom Wirbel zur hinteren unteren Ecke gehende Kante und die von derselben begrenzte hintere Fläche sehr verao- derlich zeigen. Die Kante ist sehr verschieden scharf, die hintere Fläche sehr verschieden breit und verschieden steil ab- fallend, so dass der von den beiden hinteren Flächen gebildete Winkel sehr variabel ausfällt. Manchmal ist derselbe ziem* lieh spitz, wobei die Kanten scharf und stark gebogen und die hinteren Flächen wohl etwas concav sind (etwa wie 1. c t. 3. f. 6.). Andererseits wird jener Winkel mitunter sehr stumpf, so dass die beiden hinteren Flächen fast in eine co- sammenfallen; sind sie dabei zugleich ziemlich breit, so nimmt der Steinkern ein besonderes Ansehen an, welches sich von dem der Normalform entfernt und vielleicht auch eine besoo- dere Varietät der beschaalten Form voraussetzt. Fast durchgehends macht sich an diesen Steinkernen die Erscheinung geltend , dass die rechte Seite schwächer ist als die linke, es tritt das besonders in der Ansicht von hioteo hervor. Die Dicke der Hälfte rechts erscheint dann öfters geringer als links, die Wölbung rechts etwas schwächer, aod namentlich das obere hornartige Ende schwächer, niedriger und weniger nach vorn verlängert als links. Diese Ungleich- 837 leitigkeit erstreckt sich öfters aach auf die hinteren Flächen, wischen Kante nnd Hinterrand. BezQglich der Längsimpression vor der Kante, der Spnr les Mantelsauoaes und der Muskelstellen verhalten sich die Iteinkerne normal; die hin und her gebogene Mittcllamelle iben auf der vorderen Seite ist gewohnlich stark beschädigt. - Auch von der 1. c. pag. 368. m. erwähnten eigenthümlich eistenartigen Rippe finden sich bei dieser nnd der folgenden Varietät Andeutungen. Die Grosse ist ziemlich variabel, bis faustgross, gewohn- Icb aber etwa in der Grosse der 1. c. abgebildeten Steinkerne. 2. Flachere Varietät. Die hierher gehörigen Steinkerne iQterscheiden sich von den vorigen bei gleicher Grosse deut- icb darch viel flacher gewölbte Seiten, so dass die Dimension echtwinklig auf die Median -Ebene relativ viel geringer ist, ds bei der vorigen Varietät. Sie gleichen beiläufig den Fig. 6 >is 8. t. 1. 1. c. und sind öfters noch flacher. Das Ver- tältniss der vorderen Bogenlinie (von der Wirbelspitze bis lur vorderen Ecke) zu der unteren ist dabei etwas veränderlich, vie auch bei der vorigen Varietät. Der Gestalt nach hierher gehörige Steinkerne, die ich iu8 dem Hauptdolomit des Sei Sass sammelte, zeichnen sich krch eine rinnenartige Einkerbung aus, welche auf den hin» eren Flachen, ungefähr in der Richtung der Kante und nahe "nter ihr verläuft. tMegalodon complanatus Gomb. Die hervorstechenden Eigenschaften dieser Form, der ab- lierondete von vorn nach hinten längliche Umriss, die Kurze ler vorderen Seite und die flach comprimirte Gestalt (geringe [)icke) finden sich an einigen von mir gesammelten kleinen Meiokernen. Eben weil sie klein sind , lassen sie sich aber licht mit Sicherheit zu dieser Art stellen; man konnte auch 0 ihnen Jugend formen von M. triqueter vermuthen. Von den Megalodon - Stein kernen , die theils schon im Bereich der Schlernplateau - Schichten , theils in Zwischen- schichten des Hauptdolomits im Steinmergel - Material vor- KommeD, lässt sich ihres schlechten, oft verdruckten Zu- Btandes wegen keine sichere Bestimmung geben. Cjlindrisch gefornite Cidsritenetacbeln; sie scheinea b«- Bonders in den anteraten Fartieeo des Haoptdolomils vorn- IcommeD. — Set Sass. Pelmo. Wir fähren zum Schluss das Wenige an , was sieb io dem dem Hanptdolomit aufgelagerlen, den Rhätiscben .Schieb- ten zBzDrechneaden D achateinkalk vorfand.*) In die»eiti sind diu Petrefaclen in der Regel mit der Scbaale erhalten, die •Sprödigkeit des Gesteins erschwert aber aoch hier die Ge- winnung ganzer Exemplare gar sehr. Ausser dem hier nan- haft gemachten sind auch Sparen von Amraoniten, Terebralelc und Bivalren zn erwähnen. Chemnitzia sp. Malcoira, Dach stein kalk. Naticaf sp. Kleine, glalte, fast i^tmla-artige Form, im Charakter itn doppelt so grossen Natica sp. Stopf. (Patent. Lomb. Petrific d'Esino pl. 15. f. 9. 10.). — Von der Force» » grao de, Dacb- steinkalk. Phatianellal sp. Turbol sp. Kleine Formen, einigen in dem eben citirten Werke ib- gebildeten ähnlich. — Malcoira, Dach stein kalk. Mi/ophoria? sp. Dörfte zur t. tmeolatti. Eid grOc^r ".- Exemplar. Aas Eajk- and Ealkmergelbinken de* alpinen Mucbelkalko auf dem Bergrücken zwischen dem Paitertbal nnd dem Tb«! Aaitt:- Pragi. ~ NtuSrl. QröNe. Fignr tl. Spiriferina paläet^pui n. sp. Var. aererl^neka. Mil da vorigen iiutunmen TQrkommend. — N>t. Qröue. Fignr 3. Spiriftrina paläoti/pia n. ip. Var. mtdi«. Hit des Torigi!^ luammen, ebendiselbit. — Nat. Oröue. Figur 4. RkgttekoHella (?) letraeüt n. ip. — Nat. OröM«. — lli den genannten Spirifnrinen insammen Torkommead , cbendMelbai. Figar 5. BJtynckotuUa (?) Tablaehauu n. ip. NaL GröMe. — U Schiebten dei olpineu Hutcbelkilki, in der Nachbartchaft Ton Ammamiin äff. mgifer, auT dem Eopf vor der Stellwand des Barnkofeli bei TobUcc Pnalerthal. Figur 6—6. Tkecidnim tyrolenee n. ip. Aua 8(lileniplal«>n Systemen von zwei bis drei abgesonder- ten Schichten zeigt allerdings zuweilen die oberste Schiebt ao ihrer Oberfläche hochgradigere Absonderung als an ihrer Unter- fläche; bei der unteren Schicht, sowie oft auch bei isolirten Schichten , ist das Umgekehrte der Fall , welchen auch die Abbildungen 1 n. 2 darstellen: in Figur 1 sieht man deotlicb, dass an der Unterfläche die Säulen in isolirten, convex abge- rundeten Flächen endigen, an der Oberfläche in einer ibnec gemeinsamen, auf der nur das in Figur 1 b. dargestellte Fagen- netz beobachtbar ist; letztere Erscheinung ist der ersteren gegenüber wohl sicher als eine weniger yollkommene AusbiN düng der betreffenden Structur zu betrachten; in Figur 2 zeigt die obere Partie gar keine Absonderung, während die untere Spuren davon aufweist. Es weisen aber diese Erscheinongeo, die der Austrocknungs-Theorie entschieden widerstreiten, daraof hin, dass eine Vollkommene Ausbildung der Absonderung nach derjenigen Seite (Aussen -Seite des Schichten - Complezes) bio stattgefunden habe, an welcher die betreffende Schicht durch ein verhältnissmässig mächtigeres plastisches Thonlager begrenit wurde. Von bedeutender Wichtigkeit für die Frage nach der Ursache der säulenförmigen Absonderung ist, wie schon erwähnt, die morphologische Verwandtschaft mit der transversal • plattigeo Absonderung, die sich auch darin offenbart, dasa die mehr oder weniger vollkommenen Ausbildungs-Stadien derselben in gleicher Weise auf die Schicbtflächen vertheilt sind, wie bei jener; diese Verwandtschaft wird noch augenfälliger, in An- betracht der Concordanz in der Richtung der Absonderaogs- fugen dieser mit den durch vollkommnere Ausbildung, nämlich geradlinige Erstreckung und deutlichere Kluftung hervorgeho- benen Haupt - Absonderungsfugen der säulenförmigen Abaoo- dernng; alle Beobachtungen zeigen nämlich ein gemein* sames Ost- West - Streichen dieser Fugen. Diese Uebereinstimmung in den wichtigsten Eigenscbafteo lässt es zweifellos erscheinen, dass die Ursachen der beiderlei Absondernngsformen gleichartige sind, dass dieselben Kräfte, die die transversal - plattige Absonderong bewirkt haben , bei der Bildung der säulenförmigen wesenüicb und hauptsächlich initgewirkt haben. 861 All Unache der erslerea moBB mBo aber, m Anbetracht d^r Formäbnlichkeit, analoge VerbäUoisae aonebnien, vie für die einer transverenlen Schieferung, also die Einwirkung eines Druckes. Wir werden folgerichtig geiwnngen, für die Bil- dung der sä nlen form igen Absonderung ebenfalls mecbaniscben Druck als Ursacbe aniunebmen; dabei genügt rur Erklärung der leUtereu nicht die Annahme eines einseitigen Druckes, toudera es wird ein mehrseitiger, seitlicher verlangt; diesem Erforderniss aber bietet die Betracbtnng der verworrenen La- gerung«-Verhältnisse, welche von heftigen Schichten Störungen lengen, iwanglos Genüge; es wird vcr Allem der Sattelbildnng in dem betreiFenden Hügel selbst und der jene krensenden Huldenbildong des benachbarten Systems der Haupteinflusi bei der Bildung der säulenförmigen Absonderung lugescfarieben nerdeo müssen. Die weatöstliche Ricbiuog der Haapt-Abson- derungB-Fogen l&sst für deo mechanischen Proceaa verschiedene Aunahmcn za. Nimmt man an, dasB die Absondernngs- Pagen cesDltirt seien iu Folge eines auf ihrer Richtung rechtwinklig stehenden Druckes, in ähnlicher Weise, wie nach Sorbt's Versuch (Zirsbl, Petrogr. I. psg. 118) in plastischen Ge- mengen tafelförmigo Bestandtheile durch Druck gelagert wer- den, so dürfte es am wahrscheinliehBten sein, daBs bei Gelegen- heit der Satlelbildung der seitliche Druck die Absonderung bewirkt habe. Die den Sattel aufbauenden Schichten mögen dabei ursprünglich ein reines OW- Streichen besessen haben und erst durch eine spatere Senkung der Sattellinie nach Oslea in die jetzige Lage gekommen sein. Diese Senkung iwD, ebenso wie die Ausbildung der untergeordneten Abson* deruDgs-Fagen als durch die benachbarte Muldenbildung ver- aulasst angesehen werden. Andere Annnbmen für den iiiecha> iii««hen Vorgang sind swar nicht anssuBcbliessen , erscheinen mir aber weniger wahrschein lieh. Ein ferneres Erfordernise für die Absonderung scheint einerseits ein gewisses Maass von Consistenz der Kalkstein- •chiehten zu sein, welche die Einwirkung des Druckes Über das Game fnrtpflaDct; andcrerscitB die Einbettung der beireffendeo Schiebten in ein hinreichend mächtiges plaetisches Tbonlager, ^'t gewissermassen dem Kalksteine selbst Plastlcität nach die«er Richtung bin giebt und dem einfachen Zerklüßen vorbeugt. 852 Wir kommen also xq der Annahme, dass die Orundaraacbe der Absonderang de8 Kalksteins seitliche Compressioc ist und wir finden hier im einzelnen Palle dieselbe Drsache, die schon nach L. y. Buches Ansicht die allgemeine Ursache aller, auch an platonischen Gesteinen beobachtbarer Absoo* derong ist. Mag bei dem einen abgesonderten Gesteine der Drack von Aussen einwirken, bei dem andern aber erat nach Aussen wirkender Druck zurückwirken, Druck bleibt es doch immer und ist nach der von mir mehrfach dargelegten (,BiI- dang der Erdkruste** 1873 und württemb. naturw. Jahreahefte 1875) und auch in diesem Falle bestätigten Hypothese*) der *) Nach derselben igt die Bedingung der Absonderung bei plato- nischen Gesteinen der Kxpansionsdruck des sich verfestigenden Gesteint; die Grund • Annahme ist die , dass bei der Bildung dieser Gesteine eiu Moment eintrete, wo sie ebenso wie Wasser und £t«on bei ihrer Fee:- werdung grösseren Volumens bedflrfen als vorher. Dieser Grund-Hypo- these scheinen allerdings die bis jetst experimentell gewonnenen Er- fahrungen an erstarrenden Silicaten zu widersprechen. Zwar glaube icb die Ungenauigkeitf Mangelhaftigkeit und daher Bedeutungslosigkeit der diesbezüglichen BiücnoF*8chen Experimente schon genügend in der ,,Hi\' düng der Erdkruste*' III, Anm. 8 n. 11 dargelegt au haben; neoerdingi hat aber Mallrt („Ueber vulcanisohe Kraft*S übers, von v. Lasacli) den BiscHOp'schen &hnliche Experimente angestellt und wenn die Besultau derselben auch für eine bedeutend geringere Contraction bei der Fe»t- werdung geschmolzener Silicate sprechen, so sprechen sie doch überhaupt für eine stattfindende Contraction und erscheinen erdrückend für meine Hypothese. Wenn icb nun trotzdem an derselben festhalte, so geschiebt es desshalb : 1. weil die Verhältnisse bei der Erstarrung der zu den Ex- perimenten verwandten Silicatmassen nicht getreu diejenigen Verhältnisse widerspiegeln, die wir als bei der Bildung plutonischer , krystalli nischer Gesteine vorhanden annehmen müssen. Es ist vor Allem keine Sicher- heit gegeben, dass das Magma nicht bei der Erstarrung an die Um- gebung (Form oder atmosphärische Luft) an seiner ursprünglicheB chemischen oder mechanischen Zusammensetzung betheiligte Stoffe (s. B. Gase) abgebe und so auch an Masse verliere. — Dabei will ich gern die Möglichkeit zugestehen , dass die von mir auf Grund allgemein geolo- gischer Phänomene für die Bildung krystallinischer Gesteine be- hauptete Erscheinung nicht auch bei der Erstarrung zu Glasflusses eintrete. 3« Das wichtigere Experiment MALLer's mit Barrow-Schlackes giebt einerseits das Volumen zu einer dem Erstarrungspunkte der äusseren glasigen Kruste nahen Zeit und andererseits dasjenige bei gewöhnlicher Beobachtungs- Temperatur; ob nun die gefundene geringe Contraction sich auf alle zwischeninne liegenden Temperaturgrade gleich vertheile, ob nicht vielmehr die Contraction innerhalb dieser Temperatur- Beitliehe Drnck das weBcntlicbe Erforderoit jeden AbaonderangserBchflinang. reihe ungleichmiMig alallfiDd?, ob nicht d«r BriMrriiiigipankt atelbit ein Punkt de« SlilUtandc« in der ContnctJon oder »ogar der cinar Ezpmn- tion sei , iil dunit gar nicht enrieien. Die geriogi Contraction , die eben erlinbte, dass die etierna Form Ton dem äcblackcn' Kegel leicht •l^hoben werden konnte, kann ebenao gni erit nach der Fettwerdnng ihren Anfang genommen haben. Dabei giebt die a. a. O. 160. pag. 93 ■ngerührte Thoteache doch sehr in denken, diu* nAmlich beim Auf' brechen der ScbUrkeD- Kegel aich die inneren Theile nicht etwa darch nirgend bedeutende" Hohlränme vun der luerst erstarrten'OIaikraate ge- trennt leiglen , irelche alt ihre Onufonn betrachtet werden kann, lon- dem sieb aU eine nach der Mitte en immer mehr krjitalliniicb ent- tliEte. den Raum continntrlich erfüllende Maiie erwieicD. — Die» ingeßbrten Ordnde bewegen mich, den erwibnten Experimenten die Beweiikraft abtuiprechen nnd haben mich dieselben auch abgehalten, wlbtt derartige V'ertncbe ancaetellen. Tafelerkliriig. Tafel XSIV. Abgeeonderter Kalkstein von Elliehanien bei OSttingen. Figur 1. SünlenfStmig abgesonderter Kalkilein, nach der Natnr ge- leichnct Ton Piiitss. Figar t a. BiM der UnteraEche deiiclbrn Stücket, Ton dem Fig. I <°iiien Theil (ED) darstellt; die itärkeren Linien entsprechen den tie- fereti Fagen nnd Klüften. Fignr Ib. Bisa der OberfiÜcbe desselben StDckea. ABC enl- sprechen den gleichbenannten Fankien ron Fig. 1. Figur -2. Unvollkommen abgesonderter Kalkalein; Bmchstück einer Cuneretion; nach der Natur gezeichnet von FtiTKea. Figur 3. Bisa der Schieb tnngsfliche ron einem BrnchstOck einer Conrietion ( Ammoniten- Wobnkammer?); nnregelm'asiige , transveTsal- pUtiige AbaoDderaiig. 854 5« Die Amnoniteo der Kreide ind die Systematik der AMmutideB.*) Von Herrn M. Neumatr io Wien. Einleitung. In der ganzen Zoologie und Palaeontologie cxistirt keio zweites so ausgedehntes Formengebiet, welches lange fast ohne alle generische Gliederung geblieben ist, als dasjenige, welches bis vor Kurzem allgemein und vielfach noch jetzt unter dein Namen Ammonites zusammengefasst wird. Es ist dies dasselbe Verhältniss, wie wenn man eine einzige Gattung Trilobita festhalten, oder alle Seeigel in fünf oder sechs Genera ein» theileu wurde. Wohl der Hauptgrund dafür, dass sich selbst in einer so viel bearbeiteten Abtheilung wie bei den Ammo- niten dieser Zustand erhalten konnte, ist in dem Umstände zn suchen , dass bei dem gewohnlichen Erhaltungszustande der- selben die systematisch wichtigsten Charactere in der Regel nicht erhalten sind; dadurch wird das Studium der naturiicbeo Verwandtschafts-Verhältnisse auf einen weiten Umweg gedringt, und auch jetzt, nachdem auf einem solchen eine Annäherung an dieses Ziel erreicht ist, bietet eine scharfe Charakterisirong der als zusammengehörig erkannten Abtheilungen die grossten Schwierigkeiten. Die Anregung zu einer rationellen Unterabtheilnng der Ammonitiden ist vor etwa 10 Jahren von Susss ausgegangen, und darch seine Arbeiten , sowie durch diejenigen von Laubs, MojsisoYiGS, Waagen und Zittbl sind heute die Formen aus *) Die Beschreibungen der neuen Krcidegattangen habe ich auch in den Sitsnngsberichten der Wiener Akademie mitgetheilt und sie sind dori etwas früher erschienen ; in dieser Zeitschrift habe ich mich entschlocseo, die Gattung Acanikoceras von Hoplites zu trennen, was dann auch die Los- lösnng von Hoplites dispar und seine Einreibung bei Stoiictkma mit sich brachte. 855 Triai and Ja» in kleinere Gattangen eingeUieUt, während für die potaeoitoiecben arid cretacischen Arten oocb nicht riel mebr als die ersten Anfange vorliegeu. Pär das leletere Ge- biet will ich hier die noch vorhandene Lncke auecnfnilen ver- lacben, iDdem ich hierbei die knrie Skiiie aDsföhre nnd in »meinen Punkten berichtige, welche ich bei einer früheren (ielegeoheit über die Fortaettuog und Entwickeinng einiger jarasBischer Typen in der Kreidezeit gegeben habe.') Biaer an mich gerichteten Auffordorang folgend, habe ich die forliegende Arbeit über diese nrsprnngiich beabsichtigte Grenze hinaus erweitert, indem ich eine Uebersicht der in den letitea Jahren in der Biatheilnng der Ammonittden äberbanpt lemachteu Fortschritte nnd eine Darlegung der hierbei leitenden Principien beifüge. Die Arbeiten io dieser Richtung sind noch weil von einem Abschlüsse entfernt, und bei den eigenthnm- liclien Schwierigkeiten, welche namentlich der Erhaltange- lusiRod bietet, sind manche Punkte noch nicht als endgnltig fcslgeslellt zu betracbteo: stellenweise können wir schon jetzt nothweodige Aenderungen andeuten , wenn auch noch nicht vornehmen, su uameutlich in der gegenseitigen Abgrenzung der (•aliungen ArietiUs, Aegoeerat und Harpoceras, in der syste- iDBUicben Stellung der Macrocephalen u. s. w. Wenn ich mich trotz dieses provisorischen Zustandes zu einer Zusammenstellung der bis jetzt erzielten Resultate enl- ichliesee, so gesofaieht dies deswegen, weil die etwas ser- ilreote Literatur, namentlich aber der Mangel grösserer Ver- :eJchnisse der zu jeder Gattung gehörigen Formen die Orieo- iruDg sehr erschwert; wenn daher auch maoches in verhält- lisBJUSBsig kurzer Zeit umgestaltet werden wird, so wird doch ^De derartige Ceberaiulit über den gegenwärtigen Stand solchen, reiche nicht Specialislen auf diesen) Gebiete sind, den Ueber- . licli erleichtern nnd daher wenigstens vorübergehend einigen Certb haben. Die triadischen Vorkommnisse werden gegenwärtig von leicem Pretinde, Herrn Dr. t. Mojbisovios, bearbeitet, und erselbe hatte die (>üte, die Abschnitte über die aasscbliesslich *) Die FauDs dsr Schichten mit Atpidoctrat aeanlkiemn im öst- chen Thüle der mediterrsnen Proviui, Abbsndl. der geol Beichsanil. Süß ^ triadiscben Gattungen absofaBsen, und aach ober die oocb od* pablicirten nenen Genera, welche er sich aofaoBtelleD ver- anlasst siebt, vorläufige Angaben so machen, soweit es der Stand seiner noch nicht ganz abgeschlossenen Stadien ge- stattet; der ganze Absats ober die Arcestiden mit Aosachlost der Gattungen Amaltheus ood Schloenbaeltia^ ferner deijeuige über die Tracbjceratiden röhrt von ihm her, ond ich erl&abe mir ihm hier meinen besten Dank aussosprechen. Es sind daher verschiedene ciemlich heterogene Elemente in der vorliegenden Arbeit so unterscheiden; was aaf tria- dische Formen Besug hat , ist ausschliesslich geistiges Eigen- tbom des Herrn Dr. y. MojsiBOVics; der allgemeine Tbeil ond die Abschnitte über die Arten der Kreide sind nea von mir bearbeitet, die Discussionen der jorassischeu Vorkomm- nisse ist bis auf den grossten Theil der Arten verseiebnisse und einige selbststandige Aenderungen ond Bemerkongen, be- sonders ober genetische Verhältnisse, lediglich Compilation ans froheren Arbeiten, namentlich aos denjenigen von Waaobjt. Das Material für meine Studien über Kreide - Ammoniten lieferte sunächst eine sehr reiche Saite norddeotscher Neooom- cepbalopoden , welche Herr A. Sohlossbäch in Salsgitter mir ansovertraaen die Gote hatte; zor Vervollständigong der erhaltenen Resoltate begab ich mich dann aof einige Zeit nach Genf, om die PiOTBr'sche Sammlung so stodiren , welche jetzt dem Genfer natorwissenschaftlichen Maseom angehört, and deren aneingeschränkte Benotzong mir Herr P. t. Loriol in der liebenswordigsten Weise gestattete and in jeder Be- Ziehung erleichterte. Ich ergreife hier die Gelegenheit, Herrn A. SoBLOBNBAGH und Herrn P. v. Loriol meinen besten Dank aussusprechen. Zu grossem Danke bin ich ferner Herrn L. v« Sutübr in München verbunden, welcher mir über eine Reihe wichtiger Punkte interessante Mittheilongen ond Angaben machte ond mich dorch seine sehr eingehende Kenntniss der Ammooitiden ond ihrer Verwandtschaflsverhältnisse wesentlich ODterstfitzte. 857 Allgemeiner Theil. Die ältesten Versocbe einer Eintheilang der Ammonitiden, welche schon aus sehr früher Zeit stammen jand die Gat- tungen ElUpaolithes, Planulites u, s. w. zn Tage forderten, stehen aaf so wenig wissenschaftlicher Basis, and die Genera fassen so dorcbaus heterogene Dinge snsammen, dass mit Ausnahme von Atnaltheus keiner der damals gegebenen Namen beibehalten werden konnte; eine Discossion dieser Gattungen ist daher wohl überflüssig. Spätere Classificationen stutzen ihre Unterabtheilungen nur auf drei Merkmale, nämlich auf die grossere oder geringere Complication der Lobenlinie (Goniatiten -, Ceratiten-, Ammo- niten-Loben), ferner auf die Form der Spirale, endlich auf die Richtung der Sipbonaidute. Von diesen drei Charakteren ist der zuletzt genannte durchaus unbrauchbar, da er nicht nur überaus schwer zu beobachten ist, sondern die hierbei ent- scheidenden Thatsaehen nicht einmal ganz sicher stehen und mindestens deren Verallgemeinerung unrichtig ist. Auch die grossere oder geringere Complication der Lobenlinie liefert keine brauchbaren Resultate, und es ist von mehreren Seiten betont und namentlich von Betrich*) nachgewiesen worden, iiass die nach diesem Kriterium unterschiedenen Gattungen Goniatites, Ceratites und Atnmonitea unhaltbar und unnaturlich lind; wir finden bei der allmäligen Abänderung der Ammoni- tiden innerhalb der grossen Mehrzahl aller Pormenreihen eine mehr und mehr fortschreitende Spaltung und Zerschlitzung ier Loben und jeder Ammonit mit rings gezackten Suturen durchläuft in seiner Jugend das Goniatiten- und Ceratiten- »tadium; man fasst daher zu den drei genannten Gattungen licht natürliche Gruppen, sondern die einander analogen Ent- R^ickelnngsstadien der allerheterogensten Familien zusammen. Nach der Form der Spirale ist eine grosse Anzahl von verschiedenen Gattungen aufgestellt worden , welche ziemlich illgemein angenommen sind; ihre Zahl beträgt 16: *) Ueber einige Cepbalopoden aus dem Maschelkalke der Alpen« ibh&ndlangen der Berliner Akademie. 1866. Zeils d. D. geol. Ge». XXVII. 4 . 56 858 AncytoceroB Obb. Hamulina Orb. Änisoceras Orb. Helicoceridymitei Dnd Ptj/cbitet, welche unten sämmtlich angeführt und von v. Hojbibovics kurz characterisirt sind. Endlich habe ich selbst einige kritische Bemerkungen über die Abgrenzung und Charakterisirung der bisher aufge- ateljien jaraseischen Gattungen gemacht und meine Anschauun- g«ii Über deren Fortsetzung in der Kreidezeit und über die Principieo, die bei der Classification in Anwendung kommen DÜasen, aasgesprochen.***) Einen ganz anderen Weg, als den von Subss und seinen l4«cbfolgern eingeschlagenen , ergriff Htatt bei der systema- iscbea Unterabtheilang der Liagammoniten ; hier fiodeii wir lie Aptfcben aU Ueckcl anfznfasten ■eien; manche der von ihm firho- HDCn Einninde gegen die Deatiing als NiilameniBldrütendeckel *iad Ton ETQster Bodentiing, andcTerieiti ist et nicht galungen, die der Dentnug !• Decicel entgegen! lebenilen GrOnde cn enlkröfleD ; die Frage bleibt iiKh eine offene- *} Abatract of the reintiB of examination of the Ammonite fanna ( Kuteh. Record* of tbe geological Sarre; of India tt<71. **) Das Gebirge um Hallitatt. Abhandl der geolog, Beichiantt. W. VI. ***) Die PhjUo Geraten dea Dogger nnd Malm. Jahrb. der geol. Uichianit. 1871 Bd. XXI. — Die Vertretnng der Oxfordgrnppe im *il. Theil der mediterr. ProTini. Ebenda. — Die Fauna der Schichten oii Atpidocerat acatHlncum. Abb. der geol. RaichsanBl. tSTj. Bd. V. 862 nach rein äusserlicfaen Merkmalen, subsidiär nach den Loben eine Menge von Gattungsschablonen aufgestellt, welche 6^t wirklichen Verwandtschaflsverliältnissen vielfach dorcbaaj widersprechen. Nach dem, was über diesen Punkt schon g«>- sagt worden ist, halte ich eine eingehende Widerlegung hie: für überflüssig; die von ihm aufgestellten Gattungen können, da sie mit naturlichen Gruppen nicht zusammenfallen, scbwtr- lich cur Anwendung kommen; man könnte nur bei IMseo€era\ = Arietites Waaqbn in Zweifel sein. Abgesehen von den verschiedenen generischen Trennungen, hat das Bedurfniss einer Debersicht über die ungeheure Formet - menge der Ammoniten zur Aufstellung von Gruppen gefübn^ welche zuerst von L. v. Buch begründet, später von Bbtbich^ GiBBEL, OpPBL, d'ORBIONT, PiGTET, QdBUSTBDT und V. SSBBACU vermehrt wurden. Es wäre ziemlich schwer, einen eingebec^ den Vergleich derselben mit den neuen Galtungen dnrchio^ fuhren , die dasselbe Formengebiet umfassen , da bei der Auf- stellung der Gruppen nie nach einem einheitlichen Princip verfahren wurde und deren Zahl und Fassung fast bei jeden Autor eine andere ist; ursprünglich war es vor Allem die Gestalt der Externseite und nächstdem diejenige der Loben, welche entscheidend war, und dieses kunstliche Sjatem mussic theilweise unnatürliche Trennungen liefern; so ist namentlich die Gruppe der Ligaten in der gewöhnlichen Fassung ein Ge- mengsei von Formen, welche heute unter die Gattungen Haploceras, Lytoceras^ Perisphinctes ^ AspidocerMj HopUte* unaUai]geD beibehklten werden, nicht aber djeselbeo errseisen. Es wäre dem Weeen der Sache nach allerdings gleichgültig, ob man alle AinotonitideD als j4mmomte$ lugammenraast und innerhalb dieses Gebietes daoD Gruppen nach der wirklichen Verwandtschaft anterscheidet, oder ob man die Hauptabschnitte mit GenuBnamen belegt; formell aber ist et unialäsaig für dieses Gebiet, eine andere Methode der Systematik in Anwendung in bringen, als die innerhalb der gsnieti übrigen Zoologie and Palaeootologie angenommene. Die von Subss, Waaobh u. e. w. vorgeschlagene Methode der Classification nach denjenigen Merkmalen, welche mit der Organisaiion des Thicres im innigsten Zusammenhange stehen und daher die wichtigsten sind, ist offenbar im Princip eine sehr gote, trifft aber in der Ausfährang in Folge des Erhal- tDngsiustaodes der Ammontten anf grosse Schwierigkeilen; mau wird sicher unter 1000 Exemplaren im OurGhechnitt noch nicht eines finden, an welchem Form des Mundrandes und Länge der Wobnkammer, also twei der fundamentalsten Merk- male lu erkennen sind, und noch viel angöastiger gestalten aicb diese Verhältnisse fÜr den Aptt/cht». Nimmt man die eiaiige Gattung Arculea ans, so sind bei allen übrigen die Arien, bei welchen diese Charaktere bekannt sind, sehr in der Mindersah]; so ist bei Phyliocerai, Lytoeerat, Traehyeerat, Ärgocerat, Arietita, Amallheut der Mundrand nnd damit die Lauge der Wobnkammer nur bei je 1 — 3 Arten beobachtet; bei Harpocerat, Oppelia, Sttphanocerat , Paritpkinctes , Atpiäo- ctrat, Sitnocerat und Comtocerat ist das Verbaltnies iwar etwas gäastiger, aber immerhin nicht um sehr vieles; der Apl(/cku» ist endlich nur in vereinzelten Fallen ermittelt worden. ') E* iil selir sonderbkr, Oh» bei geolugitch jüngeren Formen der Erhiltungnutand viel ungüntliger iai all bei den ültcren ; in der Triai sind Farmen mii erhaltenem Unndrand dnichao« nicht teilen; im Jura *ind deren schon -viel weniger, wenn aach die Zahl noch eine xUnlich b«- ttlcbltiche iit; in der Kreide gehDren MiiDdr&Tider zn den allergrOa»ten Seltenheiten, und ich habe in einer der reicbiten Bammltnig von Kreide- Anmoniten , deijenigen des Oealer Mueomi . nnr 3 oder 4 Exemplare mit Mandrand geielten. 864 Wenn troUdem die Formenkreise , welche naeh dieser Methode ku Gattongen vereinigt wurden, als natörlich begreoste bezeichnet werden können, so rSbrt dies daher, dass dieaelbeo nach einem anderen Princip zosammengestellt sind, and als Diagnose der fertigen Gruppe Merkmale nachträglich angeführt wurden, welche bisweilen nur an einer einzigen Form, ja einem Bxem'plar beobachtet sind, eine Uebertragung, welche aof der zwar sehr wahrscheinlichen, aber doch nicht strenge bewie- senen Annahme beruht, dass die in ihrem ganzen Habitos aod in den geringfügigen Charakteren übereinstimmenden Typen auch in den wichtigsten und im Allgemeinen mindest variablen Kennzeichen übereinstimmen werden. Der bisher stillschwei- gend bei der Gruppirung der Formen zu Gattungen vor Allem als maassgebend betrachtete und behandelte Factor ist der ge- netische Zusammenhang der Formen, und die Anordnung nach diesem müssen wir als erstes Princip an die Spitze stellen. Wir können das Hervorgehen einer Form aus der anderen nicht oft direct constatiren, da vollständige CebergangsreihcD zwischen ziemlich weit von einander entfernten Arten nicht häufig sind; wo dieses directe Mittel zur Feststellung des ge- netischen Zusammenhanges fehlt, ist es allerdings nur die morphologische Aehnlichkeit, welche leitet, gerade wie aueb bei allen classificatorischen Arbeiten, welche nicht die gene* tischen Beziehungen als Hauptmoment annehmen , und ein wesentlicher Unterschied besteht nur in der Art und Weise, in welcher wir den systematischen Werth einzelner Merkmale und des gesammten Habitus benrtheilen. Es moss dies io der Weise geschehen , dass wir in den Fällen , in welchen voll- ständige Uebergänge bei grosseren Reihen vorliegen, genau die Art und Weise der Abänderung beobachten und daraus weiter schliessen, in welchen Fällen morphologische Uebereio- stimmnng gemeinsamer Abstammung ihren Ursprung verdankt und in welchem nicht. Die vollständigsten Reihen , die bisher bekannt geworden sind, sind wohl die an den miocäneu Süsswassergastropoden Slavoniens, aus den Gattungen Vivipara und Melanopns beob- achteten*); hier und in allen ähnlichen Fällen sehen wir, dass *) Vergl. Kbohayr und Paul, Congerien- nnd PaladiQeoB6liichic& in Wesulavonien. Abhaudl. der geol. Reichsanst. Bd. VII. Wien 1875. 866 durch eine Serie ^od Ablagerungen bindorcb eine AncabI von Formen oder Arten anftreten , die darcb allmiUige Uebergange miteioander verbondeu sind and von denen jede von der vorhergehenden immer nach derselben Riebtang bin abweicbt; von dieser Regel kennen wir bis jetzt nur eine Art von Aos- nahme, nämlicb den R&ckscblag, die vollständige Umkehr der Variatioosrichtang , wodurch jedoch keine vollständige Rück- kehr zar Stammform, sondern nur eine Aonäberong an die- selbe erzielt wird; innerhalb dieser recnrrenten Reiben wird jedoeh die rückläufige Varietätsrichtung mit derselben Zähig- keit festgehalten. Diese Fälle sind in einer Weise durch Tbatsachen belegt, dass an deren Wirklichkeit ein Zweifel nicht möglich ist. An diese erste scbliesst sich eine zweite, weit häufigere Kategorie von Tbatsachen an; wir kennen eine bedeutende Anzahl von Formenreihen, welche man intermittirende nennen kann, bei denen das Verbalten einzelner einander sehr nahe stebeoder Formen dasselbe ist, wie wir es bei der ersten Art der Reihen kennen gelernt haben, indem streng nach einer Varietätsrichtung 'die einzelnen Mutationen aufeinander folgen, and ein Unterschied ist nur insofern zu bemerken, als die aiimaligen Uebergangsglieder zwischen den einzelnen Ab- änderungen nicht vorbanden sind. Es kann auch hier kaum ein Zweifel am genetischen Zusammenbange ezistiren and die Uebergangsglieder zwischen den einzelnen, sehr nahe stehenden Formen sind uns nur durch die Unvollständigkeit der geologischen Üeberlieferang, vielleicht nur durch diejenige aoserer Sammlungen unbekannt geblieben, eine an sich sehr wahrscheinliche Annahme , welche durch die folgenden Be- trachtungen zur Oewissheit gemacht wird. Vielleicht nicht allgemein, aber in allen bisher genau untersuchten Fällen finden wir, dass auch in den vollständigen Reihen einzelne häufige, relativ constante Formen auftreten, welche durch sel- tene Mittelglieder miteinander verbunden sind , zu deren Auf- findung iu der Regel riesiges Material erforderlich ist, und wo dies fehlt , fehlen dann auch die Zwischenformen , d. h. treten intermittirende Reihen auf. Die Vollständigkeit derselben steht mit der Ansahl der untersuchten Individuen in geradem arith- metischem Verhältniss, wenn diese auch nicht der einaige 866 Factor ist. Eine zweite Thatsacbe, welche für die Richtigkeit unserer Annahme spricht, besteht darin, dass die voUstiodigen Pornienreihen der Mehrzahl nach aus Susswasserablagerungea, die intermittirenden aus marinen Bildungen stammen; in klei- nen Binnenbecken können wir die Gesammtheii der Bolwicke* lung leichter überblicken, während wir stets nur einen ausser- ordentlich kleinen Theil eines marinen Pormengebiets vor uns haben, so dass wir in diesem die ganze Conttnnitat der Reiben zu sehen, von vornherein gar nicht erwarten können. Bei dem Studium aller dieser Fälle, vollständiger wie intermittireoder Formenreihen, ist es vor Allem ein Punkt, der uns auffällt, das strenge, gesetzmässige Festhalten an der Variationsrichtung, dessen allgemeine theoretische Bedeotong hier zu erörtern nicht der Platz ist, das wir nur soweit be- rücksichtigen, als es für die systematische Gruppirang der Ammonitiden von Bedeutung ist. Betrachten wir eine Formeo- reihe, so finden wir, dass nur ein Theil der Merkmale nach bestimmter Richtung abändert, während andere wenigen an- regelmässigen Schwankungen unterworfen sind oder durcL lange Zeiträume gleich bleiben. Verfolgen wir z. B. die Formenreihe des PhyUoceraa heterophyüum von der Stamm- form des oberen Lias bis zu den Vertretern in der mittleren Kreide, so finden wir, dass die Gestalt, die Scnlptur, Zahl und Stellung der Loben, der elliptische Umrisa der Sattel- blätter sich wenig ändern, dass aber mit strengster Gesetz- mässigkeit eine immer atärkere Zerschlitsung der Loben, eine Vermehrung der Sattelblätter eintritt. Welche i haraktere sich in der einen oder in der anderen Weise sich verhalten, moss in jedem einzelnen Falle, für jede Reihe empirisch festgestellt werden. Ist dieses Verhalten bekannt, so wird es gestattet sein, selbst morphologisch weit abstehende Typen einer Formen- reihe anzuschliessen , wenn die vielleicht ziemlich bedeotende Abweichung ganz oder fast ganz in der Fortsetzung der Varia- tionsrichtnng dieser Reihe liegt. Der Grad von Zähigkeit, mit welcher die eingeschlagene Varietätsrichtung festgehalten und ausgebildet wird, scheint in nächster Beziehung zu der Zeit zu stehen , seit welcher die* selbe eingeschlagen worden ist; ich sage mit Absicht ^es scheint*, da eine ganz sichere Entscheidung einer so schwie- rigen Frage mehr Tbatsachen erfordert als mir bis jelat za 867 Gebote stehen. Fängt ein Merkmal in einer Poroiengrappe abzuändern an, Bo zeigen dessen Variationen Anfangs noch etwas schwankendes and nnbestiromtes, es finden noch Rück- bildungen häufig statt und durch längere Zeit können sich Formen erhalten, welche die neue Abänderung nicht oder nur wenig ausbilden , während andere allmälig beginnen , sich in der neuen Variationsrichtung stetig fortzubewegen; Vertreter der ersteren Kategorie bilden demnach oft durch ansehnliche Scbichtencomplexe hindurch Zwischenformen zwischen aus- einandergehenden Reihen, wie sich dies z. B. bei der Abzwei- gung von Arietites aus Aegoceras, von HopUies aus PerispMnctes^ bei der Differensirung von Hoplites und Acanthoceras und in manchen anderen Fällen zeigt. Immerhin erhalten sich der- artige Zwischenglieder viel kurzer als die divergirenden , mit sich fortbildender Varietätsricbtung ausgestatteten Reihen, eine Erscheinung, die gut in Bioklang steht mit dem von Darwin so sehr betonten Princip der Divergenz der Charaktere, und auf welche wir die von ihm gegebenen Erklärungen anwenden können. Weit schwieriger ist es, sich eine Vorstellung von den Ursachen der zähen Festhaltung der Variatioosrichtnng zu machen, und es kann hier nicht meine Aufgabe sein, eine so schwierige und wichtige Frage nebenbei abzuhandeln; ich be- schränke mich daher darauf, kurz zu erwähnen, dass strati- grapbisch-palaeontologische Detail-Untersuchungen der directen Einwirkung äusserer Verhältnisse eine viel grössere Thätigkeit in der Pormveränderung zuweisen, als dies von Dabwut an- genommen wurde, und wir daher der fortgesetzten Einwirkung gleicher äusserer Verhältnisse in manchen Fällen die Gleichheit der Variationsrichtung zuschreiben können, sicher aber reicht diese Erklärung nur in der Minderzahl der Fälle aus und ist namentlich bei den atavistischen Reihen kaum anwendbar; vielleicht wird eine durch Zuchtnngsversuche bekannt gewor- dene Kategorie von Thatsachen mit den hier besprochenen Erscheinungen in Zusammenhang gebracht werden können, dass nämlich oft von zwei nach einer Richtung extrem ausge- bildeten Aeltern Junge erzeugt werden, welche die stark aus- geprägte Abänderung nicht nur in gleichem, sondern noch in verstärktem Maasse zeigen.*) *) Dabwir, das Variiren der Thiere und Pfiansen im ZoBtand der Dometticaüon. Deatsch von Cabos. 1868. Bd. IL pag. 29. pag. 320. 868 Ein andereB Mitte), welches far die Brkeonaog der gen«- tiscbeo Beziehungen von grösster Bedeutang ist, bildet die DntersQcbung der individuellen Entwickeinng der AmmooeeD- schalen, die wir an den inneren Windungen derselben erkenuen. Es wäre überflüssig, auf die Bedeutung der Embryologie for die Stammesgeschichte hinzuweisen; spcciell für die Ammo- neen hat zuerst Württbmbbrgbr*) gezeigt, dass VerandernngcD zunächst an den letzten Windungen sich zeigen und erst im Verlaufe der Generationen sich weiter und weiter nach rück- wärts an der Schale verbreiten , sodass ausserodeniliche Zeit- räume erforderlich sind, bis auch die Jugendzustände von der- selben ergriffen werden; in Folge dessen kann man aus der Gestalt der inneren Windungen die Stammform erkennen. Es ist dies allerdings nicht in allgemeiner Ausdehnung gültige indem vielfach die Veränderungen nicht am letzten Umgtog zuerst auftreten, wie ich das in einer Reihe von Fällen nach- gewiesen habe, ja bisweilen scheinen die Abänderungen vor- wiegend die innersten Theile der Schale betroffen zu haben, wie l>ei Cosmoceras verrucosum Obb. , es tritt hier nach Fritz Müllbb's Ausdruck eine Fälschung der Entwicklungsgeschichte ein. **) Kommen aber auch viele Ausnahmen vor, so ist doch bei der grossen Mehrzahl der Formen der Gang so , wie er oben geschildert wurde, und in einer Reihe schwieriger Fälle werden uns die inneren Windungen mit voller Sicherheit leiten. Durch die Verfolgung der Formenreihen und der inneren Windungen können wir auch erst die Bedeutung einzelner Merkmale erkennen, welche uns unverständlich bleiben, so lange wir nicht ihre Entstehung, die Elemente, aus denen sie sich gebildet haben, kennen; scheinbar ganz gleiche Theile bei verschiedenen Formen können durch gleichmässige Ab- änderung ganz heterogener Dinge entstanden sein und sind dann trotz der äusseren Aehnlichkeit vollständig ungleich- werthig: so stimmen die über die Ezternseite weglaufenden Rippen von Schloenbcichia varicosa Orb. nahe mit demjenigen mancher Hopliten nberein, sie sind aber in dem einen Falle durch Ueberwucherung eines hervorragenden Kieles, im an- deren Falle durch Ueberdeckung einer Externfurche entstanden. •) „Ausland" 1873. ►♦) Für Darwin. Leipzig 1864. pag. 77. 869 xManche aU?i8ti8che Amaltheen (vergl. nDten) stimmeD in der Lobeniabl mit viellobigen Hopliten oberein, trotxdem aber sind in dem einen Falle die swei normalen Lateralloben durch Verflacfaang in mehrere aelbetstandige Loben zerfallen, an welche sich eine geringere Zahl von Auxiliaren anschliesst, während im anderen Falle an die zwei normalen Laterale sich eine grossere Anzahl von Auxiliaren ansetzt. Ein wesentlicher Unterschied zwischen Lytoceräs und Pemphmctei besteht darin, dass bei ersterem der Antisiphonallobus zweispitzig, bei letz- terem einspitzjg ist; auch bei den evolut werdenden Lytocera^ ond PerisphindeSy bei Hamites und Oriocera$ bleibt sich die Sache anfangs gleich; bei gewissen Hamiten, deren Spirale aas einer Ebene heraustritt, ist der Antisiphonal noch zwei- spitzig (Anisoceras altematum^ Sausiureanum , paeudodegaiujj allvälig aber wird Hand in Hand mit der Verzerrung der Spirale auch die eine Spitze des Antisiphonal starker vorge* zogen (z. B. bei Anisoceras armatum) und ragt über die andere Spitze hervor, so dass der einspitzige Antisiphonallobus hier ton zwei Formengruppen auf ganz verschiedenem Wege er- reicht wird. Die Zahl der Beispiele, in welchen nur die Bekanntschaft mit Abstammung und Entstehung den Werth der Charaktere kennen lehrt und die blosse Betrachtung des fertigen Gebildes irre fuhren wurde, Hesse sich leicht bedeutend vermehren, ebenso wie es nicht schwierig wäre, ans der Systematik Fälle zo citire&, in welchen die Vernachlässigung dieser Beziehungen zu naturwidrigen Znsammenstellungen heterogener Elemente geführt hat; nur die oft ziemlich schwierige Verfolgung der- selben ermöglicht den Erfolg einer Classification. Es scheint nun ziemlich einfach nach den hier besproche- nen Grundsätzen eine Classification der Ammoneen auf gene- tischer Basis durchzuführen , und es wäre nur das eine noch fraglich, ob das vorhandene Material für einen solchen Ver- such ausreicht. Es zeigt sich jedoch bei der practischen Durchführung eine Schwierigkeit, für deren Würdigung und Ueberhlickang ich erst in neuerer Zeit eine grossere Reihe von Thatsachen erhalten habe. Diese Schwierigkeit besteht in dem ausserordentlichen Parallelismns verschiedener Formen- reihen und in der gleichartigen Abänderung, welchen verschie- dene, theils nahe miteinander verwandte, theils weiter von- 870 eiiiaader entfernte Organismen unterworfen sind. F5r den letzteren Fall der abereinstimoa enden Variation sienalicb hete- rogener Formen sind schon manche Fälle bekannt geworden, und dieselben sind fär unseren Zweck von geringerer Bedeo- tung, weshalb ich nur einige derselben kurz erwähnen will; so finden wir einander ganz parallele AbtheiluDgen unter den Placental- und unter den Beutelthieren; für die Ungnlaten bat KowALBW3KT *) Sehr klar gezeigt , dass verschiedene Reihen derselben in derselben oder einander sehr ähnlicher Weise den Bau ihrer Zehen modificiren und reduciren; die Ausbil- dung pneumatischer Knochen findet sich übereinstimmend bei Vögeln und bei Flugsauriern ; unter den Fischen schreitet die Verknocherung der Wirbelsäule bei verschiedenen Gruppen der Ganoiden in derselben Weise vor, und es Hessen sich noch zahlreiche derartige Fälle aus den verschiedensten (vebieteo anfuhren.**) Auch bei den Ammoneen lassen sich solche Bei- spiele citiren; das bekannteste derselben ist die fortschreitende Complication der Lobenlinie (bei allen Reihen derselben D)it Ausnahme von Haubb's Clydoniten) in der palaeozoischen aod im grösseren unteren Theile der mesozoischen Schichtfolge. Aehnliche Verhältnisse haben in Beziehung auf den Aptychu$ statt: es treten eintheilige hornige Anaptychen bei zwei ganz verschiedenen Gruppen von Ammoneen, bei Aegocenu und bei Atnaltheua, auf; von der Gattung Aegocerca zweigen sich an zwei differenten Stellen grosse Seitenäste, Stephanocerca und Harpocercu, ab, welche durch sehr danne, zweitheiiige Aptjcben charakierisirt sind, und diese wandeln sich in jedem der beiden Gebiete bei einem Theile der Angehörigen in dicke, schwere Kalkschilder um (Oppelia und Aspidoceras). Das Auftreten evoluter, frei aufgerollter Formen findet bei den allerverscbie- densten Gruppen der Ammoneen statt, so bei Traehyeeras in der oberen Trias (Cfunistoceras) **^) ^ bei Stephanoceras im *) Monographie der Gaithung Anthracotherium, Palaeontogra* phica Bd. 22. 1873. **) Aus diesen Verhältnissen geht hervor, dass das Auftreten einer Chorda dorsalia bei Tanicatenlarven keinen ganz strengen Beweis fQr deren genetische Verwandtschaft mit AmphioxuM und den Vertebrateo liefert; es liegt hier eine Fehlerquelle für die Ableitung von Folgerongco für die Stammesgeschichte aus der Embyologie, die noch nicht geoog berücksichtigt ist. ***) Nach freundlicher Mittheilung von Bergrath v. Mojsisovics. 871 mittlerea Jara (Ancyloeeras anntdatum u. 8. w.), bei Lytoceras, Oicosiephanus aud Aeanthoceraa in der Kreide (vergl. anteo). All diese ebeoerwähnteo Fälle bieten jedoch bei unserer Classification keine nennenswerthen Schwierigkeiten, da schon die der gleicharligen Voränderung unterliegenden Stammformen weit ?on einander verschieden sind und nur Parallelismos, nicht Couvergens der Reiben stattfindet. Von ungleich grö- sserer Bedeutung für unseren Zweck ist eine zweite, von der ersteren in der Natur selbstverständlich nicht scharf getrennte' Kategorie von sehr häutig auftretenden Erscheinungen, dass oämlich einige sunächst miteinander verwandte Formen voll- ständig oder nahesEU gleichseitig dieselben Veränderungen erleiden und parallelen einander sehr nahe stehenden Formen*' reiben Ursprung geben. Einen interessanten Fall dieser Art konnten Faul und ich vor Kurzem aus den slavonischen Palo- ii inen- Schiebten mittheilen *}, in denen drei sehr nahe mit- einander verwandte Formen von Vivipara gleichseitig suerst stampfe, dann scharfe Kiele auf den Windungen, und endlich Knoten auf den Kielen erhalten. Diese Reihen sind so nahe miteinander verwandt, dass die einander entsprechenden ^vlieder derselben bisweilen nur nach der Form der Embryonalwin- dongen mit Sicherheit 2u unterscheiden sind. Die Endglieder dieser Reihen stoben einer jetst lebenden nordamerikanischen Schnecke ausserordentlich nahe, für welche eine eigene Gat- tang, TtdotomGy gegründet worden ist, in welche die slavo- nischen Tertiärformen eingereiht werden können, sodass also diese Gattung mindestens einen triphjletiscben Ursprung hat, und gans übereinstimmende Erscheinungen treten sehr vielfach auf. Auch unter den Ammoniten finden sich häufig derartige Fälle, and ich will hier nur auf den prägnantesten unter ihnen aufmerksam machen, nämlich auf das Auftreten einer Sipbonal- forche bei einer sehr grossen Anzahl von Perisphincten des oberen Jura.**) Die Annahme , dass gleiche äussere Verhält- nisse gleiche morphologische Veränderungen hervorgebracht haben, genügt hier ebensowenig zur Erklärung, als diejenige *) Congerien- nnd Palndinen schiebten in WestslavonieD. Abhandl. der geol. Beichaanst. 1875 Bd. VII. **) NiOHAvn, Schichten mit Aipidoe, aeonikUum. Ebenda. 1873. Band V. 872 einer abereiostimmenden AnpasBnng und dasselbe gilt tod allen anderen bisher vorliegenden Versuchen in dieser Rieb- tang. Eine eingehende Discnssion dieser Frage ist übrigens hier nicht am Platze, da far uns nor der eine Pnnkt suoäcbst von Wichtigkeit ist, dass unter diesen Verhältnissen der mono- phyletische Ursprung der Gattungen als naturliche Gmndiage der Systematik nicht festgehalten werden kann; wir finden in vielen Fällen als die Träger einer neuen Variationsrichtnng, welche zur Aufstellung einer neuen Gattung veranlasst, eio Bündel nächstverwandter Formen, die gleichzeitig nach der- selben Richtung abändern, ohne dass es zweckmässig oder auch nur möglich erschiene, diese einzelnen Reihen generiscb von einander zu trennen. Das Vorhandensein polyphyletisch entstandener Gattungen oder deren Möglichkeit ist bis jetzt noch wenig berücksichtigt worden und meines Wissens ist es nur Askbrast, welcher sich damit eingehend befasst und auf deductivem Wege deren Existenz wahrscheinlich gemacht hat*); seine Anschauungen finden in den von der Palaeontologie beigebrachten That- Sachen eine glänzende Bestätigung. Eine Schwierigkeit für die Durchführung der Classification ergiebt sich aus den besprochenen Verhältnissen nur in einer Richtung; bei dem vollständigen Verschwimmen und Ueber- gehen der Gattungen ineinander ist die Grenze zwischen den- selben immer eine willkürliche, da beim ersten noch schwachen Auftreten neuer Merkmale stets einzelne Formen vorkommen, die man ebenso gut auf die eine wie auf die andere Seit« stellen kann, und diese zweifelhaften Arten werden durch das Vorhandensein mehrerer paralleler Formenreihen beträchtlich vermehrt. Als ein Beispiel führe ich die Abzweigung der Gattung Hoplites von Perüphinctes an; hier zeigen sich die Merkmale der neuen Gattung allmälig bei Per. iubinvoUtuf^ Eudoaus, pseudO'fnuiabüis und abscisfttSy und ich musste hier eine willkürliche Grenze ziehen und zwar in der Weise, dass ich die erste unter den genannten Arten zu Periiphinctes, die anderen zu Hoplites stellte; nun erscheint aber das wesent- lichste unter den neuen Merkmalen, die Siphonalfurche der *) AsKCNASY, Beiträge zur Kritik der DARwm'echen Lehre. Leipiig 187-2. 873 loplilCD, aDSserdetn noch bei einer Reibe anderer Vorkomm- isBe, wie Per. Irannloriui, »tnex, Catliito, Privatenna, eudicho- miiu, carpatiau, uad es istdadarcb die Absonderung bedeutend rscbwert; in derselben Weise gestaltet sich auch die syste- jBiische Stellnog der Pormenreihe des Per. microoantut — ra- iatu» zu den Hopliten tneiTelbaft. Else sehr inieressanle Frage scbliesst sich hier au, näm- ch die, ob unter den geschilderten Verhältnissen die Einheit er geographischen Oaltangscentra wird festgehslten werden önDen; es liegen für die Entscheidung derselben noch nicht eiiügende Daten vor, doch sind mir in neuester Zeit einige 'bataschen über die Verbreitung beginnender Gattnngst^pen 1 den junglertiären Süsawasaerablagerangen von Süd-Frank- eich, Slavonien, Siebenbärgen und Kleinasien bekannt ge- 'orden, welche wenig für eine solche Einheil zu sprechen cbvioei). Ich werde bei einer anderen Gelegenheit anf diesen 'gnkt lorück kommen. Nach dem bisher Gesagten bildet die Ornndlage der Ein- leilang die Pormenreihe, deren genetischer Zusammenhang nlweder direct oder durch eine der angegebenen indirecten Utbaden nachgewiesen ist , oder wenigstens einen hohen 'rad wissenschaftlicher Wahrscheinlichkeit erlangt bat; aa iner (jatinng fassen wir eine einzelne oder mehrere mit «ralleler oder wenig divergenter Varialionsrichlnng ans- «9laUele Formenreihen zusammen. Tritt innerhalb einer orDieoreibe eine starke Divergeni ein, so wird eine gene- ische Spaltnng in der Weise vorgenommen werden müssen, MS die mit neuer, von der bisherigen abweichender Varietäta- cbluDg ausgestatteten Tbeile als neue Gattung abgetrennt «rden; die Grenze, bis zu einem gewissen Grade wiltkürlicb, ird am besten da gezogen werden, wo die nene Varietäta- ^hlang zuerst deutlich , wenn auch noch schwach ansge- ^rocben, auftritt. Dagegen wird es stets zu vermeiden sein, ^nerische Abtheilungen auf graduelle Abstufongen innerhalb - ir sich gleichbleibenden Varialionsrichtang zu gründen, oder ^cb in dieser Richtang gelegenen Charakteren von einander >zDecheiden; ein Grundsatz, der namentlich für die evoleten mmoneen von Wichtigkeit sein wird. Es wird vielleicht als ein Mangel des hier vorliegenden rMemalisehen Versuches bezeichnet werden, daas die meisten i'iu.j. D.,„i. (i.).XXTU. i. 57 874 Ofittungen ineinaader übergeben unJ dass in sehr vieleit Filier, eine scbarfe Diagnose nicht gegeben werden konnte; der erttetr Mangel ial lediglich die Folge des grossen PormenreiehtbaDi und des grossen vorbandeneo Materials, und wird sich ölterBli wiederfinden, wo ein ausgedebotes Formengebiet einigenDuutD TolUtändig bekannt wird; scharfe Oattnogen sind lediglkb durch bedeutende Lücken begrentte , abgerissene Stöcke toc Fnrmeoreiben. Das Fehlen scharfer Diagnosen ist weseollic^ eine Folge des Erbalt ungszastandes der Ammoneeo, durcb welchen die Theile meist verloren gegangen sind, von «elrh<:i hierfür die besten Anhaltspunkte hergenommen werden könDicc. Uebrigens wird man sich in der Palaeontologie mehr und ntbr daran gewöbnen müseen, die präciscn Diagnoseu der Giuci,- gen dnrcb deren Entwickelangsgeschicble ersetit su sehen. Ich habe in ziemlicher Ausführlichkeit die Principieu dir- gestelll, welcLe in der vorliegenden Arbeit befolgt sind um: nach meiner Ansicbl in analogen Fällen tnaassgebeod tta müssen. Die Spaltung der Galtaug Ammonita in viele klei- nere generische Abschnitte ist an sich noch kein grosser Fcbalen]eisten contrahirt. Loben stark zerschnitten, so dasa ^>e Sättel nur aus einem schmalen Stamme mit zahlreichen, ^onäbernd horizontalen Aesten, welche wieder Zweigchen fragen, bestehen. *) Die Einleitung svr Familie der Arcestiden und die Discnssion ier Gattangen Arcestes , Didymites, Lointes, PtychUes, Pinacoceras und Sfljecera* rührt von Herrn Dr. v. Mojsisovics her. 880 Viele Formen besitzen innere Kerne mit geöffnetem nad eine vSchlusswindung mit callos geschlossenem Nabel. Die Gestalt der Schlasswindang weicht vielfach von derjenigen d^r inneren Kerne ab und ist in den meisten Fällen die speei- fische Bestimmung ohne Kenntniss der vollständigen Scbloss- Windungen nicht möglich. Bei solchen Formen weicht auch in dpr Regel die Gestalt der Mundung an erwachsenen Exemplaren und inneren Kernen sehr ab; alte Mundränder (Schalenfnrchen und Wulste, Steio- kernfurchen, Labia, Varices) sind auf den inneren Kernen häufig in wechselnder, bei einzelnen Formen in ziemlich coo- stanter Zahl vorhanden. Die typischen Arcesten geboren der Trias an , wo im Muschelkalk plötzlich sehr hoch entwickelte Formen mit sebr stark und reich zerschlitzten Loben und auffallend hohem Siphonalhocker auftreten. Arcestes wurzelt ohne Zweifel in den alten Goniatiteo, unter denen einige Vorfahren mit Sicherheit zu erkennen sind, so z. B. ßon. plebejus Babr., ambfylobus Sandb., lateseptatus Betr., aubnautüinus Schloth. Eine vereinzelte vermittelnde Form bildet Arceites Oldhaw Waag. aus dem indischen Perm; aber wohl die Mehrzahl der Zwischenformen, eine grosse langgegliederte Reihe von da- zwischenliegenden Generalionsstadien, ist uns noch unbekaont. Beispiele aus der Trias: Are, bicarinattAS Monst. Are, gigantogaleatuB Mojs. „ bicomis Hau. „ Bramantei TvlcJS. „ coangustaiuz Hau. „ colonua Mojs. „ cj/tnbi/ormis Wulf. „ Escheri Mojs. „ extralabiatus Mojs. intualabiatuB MoJS. Meyeri Klipst. multüobatuB Broi«9. Bublabiaitis MoJS. BubumbüicaUu Brohn* tomatui Bronn. Tndentinua MoJS* Die Zahl der gegenwärtig aus der Trias bekannten For- men beträgt etwa 130. Didymites Y. Mojs. Aeussere Gestalt und Länge der Wohnkammer mit Arce^tä übereinstimmend; Schale mit scharfen Zuwachsstreifen und fai- 881 tigen Rnnzelo versehen; dorcb die ganze Länge der Wohn- kammer bis zur Mondang läuft auf der Innenseite der Schale auf dem Convextheile eine naediane Furche (Normallinie) ; die Schlusswindung schnürt sich nahe der Mündung aus. Die Lobenlinie wird von wenig gezackten Sattelpaaren, welche manchmal mitBinzelnsätteln alterniren, gebildet. Diese Sattelpaare entsprechen, wie aus der Frojectionsspirale der Windungen hervorgeht, je zwei Sätteln der übrigen Ammoniten- gattungen. Dicfyndtes ist bis jetzt nur in wenigen Formen aus der oberen Abtheilnng der norischen Stufe bekannt. Beispiele: Did. angustilobatus Hau. Did. Quenatedti MoJB. „ globus QuBNST. „ tectus Mojs. Lobites Mojs. Nach der äusseren Form und der Länge der Wohnkammer mit Arcestes und Didymites übereinstimmend. Schale meistens mit Querfalten , welche häufig von feinen Längsstreifen ge- kreuzt werden. Die Schlusswindung nimmt häufig eine von der Form der inneren Kerne abweichende Gestalt an und ver- scbliesst nicht selten den Nabel mit einem Callus. Gegen die Mündung zu tritt jedoch stets auch bei den Formen mit callos geschlossenem Nabel eine Ausschnnrung ein, welche bis zu einem kleinen , spitzig vorragenden Seitenlappen reicht. Die Lobenlinie besteht aus ganzrandigen, hohen, an der Basis etwas Contrahirten Sätteln, welche häufig der Hohe nach in der Weise abweichen, dass der zweite und vierte merklich niedriger ist, als ihrer Stellung nach erwartet werden sollte. Ein hoher Siphonalhocker vorhanden. Bei vielen Formen tritt regelmässig am Ende des vor- letzten und letzten Umganges die Bildung eines rückwärts krageoformig abgeschnürten Theiles, der „Kapntze^ ein; bei anderen Formen ist die Mundung einfach, nur auf dem Convex- tbeile lappenförmig nach vorn ausgezogen und wenig oder gar nicht deprimirt. Bei Lobites ist die Ableitung von goniatitischen Vor- fahren viel augenfälliger, als bei irgend einer anderen meso- zoischen Gattung, da die Gestalt der Loben noch vollständig goniatiliacb ist. Das AmmoDitensladiam wird im Bau der Loben nur darcb den hoben, den Kxlernlobas theilendeo SiphoDalhÖcker angezeigt. Als palaeoEoiscbe RepräBentaaten siod lu nenneo: Gon. elaoäobui Sahdb. , bitanceolatus SardB-, bi/er Saeidb., bifer, var. delphiruu Sandb. Da die Loben dieser Pormen der <>eslali nach übereinstimmeD mit denjenigen von Gon. wäjrolcbus Phill. and lumdieotta Sasdb. , bo vereinigte Sahdbbrobb die beiden Gruppen unter der Bezeicbnnng der Lancti^alL Ein« gleichartige oder selbst äbereiaslimmende Aosbildang Att Loben bei gelrennten, Belbetsländigen StamnieR ist äbrigenf nicht selten; ein hervorragendes BeiBpiel solcher psr)JI«ler selbstständiger Entwickelung bieten Areestet und Pinacocera* dar. Oon. mixolobut ond lumUicotta, welche im Bau des Ge- hänses von Lobitet abweichen ond manche Aebnlicbkett mit Pinacocerat zeigen, sind sonach wohl als eine selbstsländige generiscbe Gruppe von Lobitee bu trenaen. Beispiele aas der Trias: Lo£. ellipticui Had. Lob. natutus Uoja. ,, eüipticoidet Ladbb. „ OldhamianM Stol. i „ delphinocephalttt Had. „ ^um Mojs. „ monäit Laube. „ Sandbergeri Mojs. ' „ Nato M0J8. Ptychitet Mojs. Diese ebenfalls durch eine lange Wohnkammer Mug^ . aeichnete (iattang antersebeidet sich von Arcette», mit welcb« sie die meiste Aehnticbkeit besitzt, baoptBäcblicb im Lobeo* bau. Der Externlobus ist sehr seicht, der Exlerosattel ad- fallend knrz, der erste LaleratBattel dag^en sehr hoch. IHc Sättel sind gezackt und zeigen schon Anlage zur Zweigbildon^ Die glatte Schale ist mit geraden oder geBcbwungeuen R«di*l- falten bedeckt. Ptychitet fällt mit der BBTRiOH'BcheD Gnipp« der Plicosen und der OFFBL'scbea Gruppe der Rogiferen «- flammen und iat die Stammform von Amalth«ua, wie der tob Herrn r. Sottnbr in München enldcckte Atnalthnn Suttter lebrt. Weiteren Unterancbungen muss die Enlacbeidnng daröber vorbebalten bleiben, ob nicht die Gruppen des Pinaevcnw pLilyphgUttm MojsiB. and ßoridum Wulpeh , als eine Tnn Piyekite» abeweigende Sippe zu betrachten nnd generisch von Pmaeocerat nnterscbiedeo seien. Beispiele ans der Trias: PtyeK cochUatu» Opp, Ptyeh. imptetus Opp. „ Gerardi Blahf. „ rugi/er Opp. „ Dontiamu Hau. „ Studeri Had. Pinacoceras Moj8. Gehänse achmal, hochmündig. Schale glatt, selten roit iDotenfömigen Anschwellungen. Wohnkatniner y, bis */, ffindungen lang; Mäodaag mit kurcem lappenfönnigem Fort- mlx des Convextheiles. Haftring am vorderen Ende der Wohn- ismmer, kurz vor der Mündong am Convextheil beginnend and über die Seitentheile bis an das hintere Ende der Wohn- hammer luröckBinkend. Eindrücke der Mantel haftfläche punkt- ader striemenförmig. Runzelicbicht aus abgerissenen Strichen bestehend. Die Lobenlinie ist ansgezeichnet durch das Vor- baDdenseio von äusseren Adventivtoben. Man unterscheidet demnach drei Lobengruppen : 1. die Adventivloben, 2. die drei Uauptloben , 3. die Auxiliarlobea. Die Adventiv- und Auxiliarloben zeigen stets einen Sbereinatioimenden Bauplan, während die Hauptloben häufig eine eigen th um liehe Gestalt besitzen. Pinacocerat besitzt unter den Ooniatiten einen ansgezeich- oeten Vorläufer in Gon. nultilobatui Bbth. Beispiele aus der Trias: Pitt. Daonicum Mojb. Pin. parma MoJS. Jarba» MossT. „ Philopater Ladbb. imparator Hau. „ platyphytlum Mojs. Layeri Had. „ rex MoJ8. Meftemicki Hau. „ sandaiinum MoJS. oxyplufibtm Mojs. „ trochoidta Mojs. Sagteerat MoJS. Schliesst sich nach der Gestalt des Gehäuses nnd der Länge der Wohnkammer inaig an Pmacocera» an und unter- scheidet eich von diesem durch die Beschaffenheit der Bunzel- schicbt, die Gestalt der Loben und die Richtung der Zuwachs- 884 Btreifen Bin Concavtheile. Die RuDzelschicht ist grobkörcij wie bei Nautilus und bestebt nicht ans Itmgen Strichen aw, Fäden wie bei den Sbngen Arcestidea. Die Sättel sind schuul. zDngenförmig, ganzrandig, die Loben sjmmetriech dnrch tk- fache kegeirörmige Zacken eiDfach oder doppelt gethetlt. Dn: Lobengroppen, wie bei Pinacoceras. Characteristiecli ist ie\ stete Zawacbs an Advenlivloben , ein altertbümticbes und em- bryonales Merkmal. Die Zuwachastreiren richten sich aafdfni ConcKvtbeite nicht wie bei Pinacoceras nach rückwärts, soc- dorn aacb vorn. Sagecera* ist bereits in den Permbiidniigen »asgexelcbuti vertreten, doch fehlt diesen älteren Formen noch der du AmmonitenstadiDm charakterisireode S i pho na I böcker. Beispiele ans Permbildungen: Sag. Hauerimtm Kok. „ Orbigt^iotut» Tbrh. „ primae Waao. Beispiele aas der Trias: Sag. Gabbi MoJS. „ Haidingeti Hau. „ Walten MoJS. „ Zigmondi/i Mojs. Amallhetts Ho.ntf. Aipbonalseite des Gehäuses zugescbärft oder gekielt, Rif peo, wenn vorhanden, Über dieselbe wegsetzend, oder an dieici Stelle in Körner oder Falten aafgelöst; die geologisch ilterti Formen mit Spiral streifen in der äusseren Scbalencbuh; welche der Rnucelscbicht der Arcesten entsprechen. WoLi'' kammer karz, '/g ^^^ Vs Umgang einnehmend; Mandsanm eh- fach aasgescbDilten, mit langem, bisweilen einwärts oder sei' wärts gebogenem, löffeiförmig endendem Extern fortsatz. £<'.' theiliger, horniger Anaptychus. Loben meist stark zerachniiiii' Sipbonallobns kürzer als der erste Lateral, Lobeokörper neiü breit keilförmig. Die EntwickeluDg der Amaltfaeen in den älteren Ablast ruDgen ist schon von Waaqbh besprochen worden, und aii fügen hier nar noch einige Bemerkungen über die eigeDtbämi 885 icb« Aaabi'doDg hinzu, welche ä\o Gftttang in der Kreidezeit rfäbrl; eioerseita fiaden wir Formea, bei welchea die Laben ornial In der Weise gestellt sind, dase Sipbonallobua , iwei dterale, endlich einige Auxiliare aufeinander foigen; ein 'heil dieser Arten ist mit sehr complicirten Loben aasge- iBltet, während bei anderen eiae atavistische Redoction eintritt Am. RequiemamttJ, welche bis zur Bildung von Ceratiten' )beii gehen kann (Am. Robini Thioll. u. s. w.)' Andererseits elen in der Kreide Formen auf, welche von dem normalen DüeastellDugsgesetz ToDstÄDdig abweichen, indem bis zu fünf oben zwischen dem Sipbonallobua und derjenigen Linie eben können, welche entsteht, wenn wir auf die Flanken Des [Jmgangea die Externselie des vorhergehenden in der 'iudaaggebene projiciren. Um diese Bildung zu verstehen, UM Diiin sich erinnern, dass schon bei maochen jurassischen msllbeen die Lobeokörper sehr kurz und breit werden, so m die drei langen, schlanken Endäste des ersten Laterala nen gewissen Grad von Selbstständigkeit erreichen; ausser- m wird der Ezternsattel sehr breit, so daas der in seinem runde stehende Secundärlobos stark hervortritt. Vor Allem slrucliv, um den Uebergang von dieser Bildung zur vollen ^Ibilatändijjkeit und GleicbwerLhlgkeit aller dieser Elemente id dem vollständigen Verschwinden des Körpers des ersten ileralliibuB zu erkennen, ist die Ausbildung der Sulnreo bei r Form des norddeutschen Neocom, welche als .4m. Gevrit- nui dlirt wird und bei Am. Balduri Kbts. Unter diesen cretaclschen Amaltheen mit abnormer Loben- illaog treten nameatlicb zwei Gruppen hervor: die eine zeigt >jgezackte Loben und hierher sind Am, tyrtalh MoRT. , pla- na Dbs> und ihre Verwandten zu rechnen, die andere zeigt ivislische Rednction der Loben , welche auch hier bis zum ratitensladiam fortschreitet (Am. pedemalü RoEM-, Vibra- mui Obs.). Es ist nicht möglich, hier die allmälige Eutwickelnng des beubaues durch die einzelnen Formen hindurch bis zu den iserslen Extremen zu verfolgen; die im Einzelnen sehr wickelten Verhälnisse machen hier eiue eingehende und 'cb viele Zeichnungen eiläulerle Discussion nötbig, welche nächstens an einem anderen Orte werde folgen lasse und ' welche ich bezüglich der näheren Begründung verweise, meiit ao laog oder läager als der ersta Laier&l. Bei etaiel- nea Arten tritt eine eo starke Rednclion der Lobeovenweigung eio, da» sie sieb dem Cerntiteohabitua aiberD ('iScU. Senequtri und haplophyÜa). ' Schloenb. Aberlei Rbdtb. yloni» Orb. bc^uvanca Redtb. Balmatiana Fl CT. BottcJiaTdiana OaB. Blanfordiana Stol. Bravaitiana Obb. Candolliana PiCT. com Ufa PiCT. corrupta Stol. Coupei BBonoK. Czömigi Rbdtb. cTtitata Dbldc. cultrata Orb. Delaruei ORB. /lüca f OCH 7-Jna fa Rbdtb . Fteuriausiana Orb. Germari Rbogs. Ooodhalli Sow, Oosavica Hadbb. Baber/ellneri Hadkh. haptophylla Redtb. Bäitu Orb. Schloenb. Hugardiana Obb. inflata Sow. Jaeeardiana Piot. Margot Schlot. Mirapeiiana Okb. Ootaloorünm Stol. /•öon Redtb. pro^in^a Stol. Propoetidum Rbdtb. quinquenodota Redtb- Renemeri Sharpb. Bouxiana PtCT. Boyttiana Obb. I Senequieti Orb. | terrato-carmata SiOL- j «errato-mor^ata Redtb.| tubtricarinata Obb. iSun*H PiCT. «ymmefrica FiTTOS- Texatia Robm. tridoriata äcHLCT. variant Sow. varicoea Sow. iZ Tropitidae.') , Mcbale mehr oder weniger reich oroamcDtirt , mit Rsdiil- rippen versehen, welche fast stets am Rande des Convei- iheiles, häufig abur auch auf den' Seilen Knoten nnd stacfatl- förmige Domen tragen. Runzefscfaicbt und Biodrncke dcc Mantelfläche fehlen volUtändig. | Wenn aoch über den Anscbluss an gewisse Oonialitcn kaum ein Zweifel bestehen dürfte, so ist es doch bei den ■) Die Beiprechaeg der Famili« der Tropillden ood der zaihr %!■ bOrigen Gattangeo iit von Dr. t. Hojsi«oric«. 889 Tropitid^o aas Mangel a& hinreichenden Beobachiangen noch ungleich schwieriger als bei d^n Arcestiden den genealogischen Zasammenhang anzogeben. Die hier gegebene Uebersicht ist nur eine provisorische, da das Stadium dieser Familie noch nicht abgeschlossen ist. Tropites MoJS. Wobnkammer lang 1% bis ly, Windungen. Die kräftige Sculptor ist aaf dem Gonvextheil unterbrochen; häufig erhebt sich ein medianer Kiel auf demselben. An der Mondung setzt der Gonvextheil in einen breitea kurzen Lappen fort. Die ^chlusswindung weicht nicht selten in Form und Sculptur von den inneren Windungen ab. Die Loben zeichnen sich durch breite Sattelstämme mit schräg einschneidenden Fingern, schräge Stellung der Lobenspitzen, mächtige Entwickelang der Haaptloben und auffallende Redaction der Hilfsloben aus. Beispiele aas der Trias: Trop. catenatus Bdch. Trap. PampJiagus Dittm. „ dacus MoJS. „ Bamsaueri Haübr. „ Ehrlichi'UAVER. „ Satumus Dittm. Jokelyi Hausr. „ subhullatuB Haübr. Medleyanus Stol. „ superbus Mojs. nauticus MoJS. Trachyceras Laubb. Wohnkammer kurz , 7, bis Vs Windungen lang. Die Scaiptur ist auf dem Gonvextheil unterbrochen; bei den geo- logisch jüngeren Formen senkt sich eine mehr oder weniger tiefn mediane Furche ein , an welcher die Rippen mit Knoten endigen. Mundung mit kurzem lappigem Fortsatz auf dem Convextheile. Loben übereinstimmend mit Tropites; bei den geologisch älteren Formen viel einfacher. Beispiele aus der Trias: Track, antecedens Bbtb. Track, Attüa Mojs. „ Aon Mo»8T. „ austriacum MoJS. „ Aonoides MoJS. „ bicrenatum Hau. „ Arckelaus Laübb. „ binodosum Hau. „ Arganauta Mojb. „ Brotkeus Münst. l«iU.d.D.ge«l. Ges. XXVIL 4. 58 890 Track. Cassianum Qübhst. Track. semipartUum BvcB. „ nodosum Haan. „ striaio/alcatum Hau. „ robustum Hau. „ Tkuükri Opp. Ckoristoceras Haubb. Von Trachyceras zweigt sich eine durch bedeateade Eto« lution und einfache , wenig oder gar nicht gezackte LobcD ausgezeichnete Gruppe mit kurzer Wohokammer ab, bei wel- cher auf den inneren Windungen fast stets noch die mediane Unterbrechung der Sculptur auf dem Govextheile sichtbar ist, während auf den äusseren Windungen die Rippen contiDnirlicb über den Convextheil wegsetzen. Es ist also einerseits io den Loben die Persistenz auf einer älteren Enlwickelungsstufe, andererseits in der Sculptur eine bestimmte Abänderung des Trachycera8'TjpvL% zu bemerken. Beispiele aus der Trias: Ckor, doleriticum Mojs. Ckor, Klipsteinianum Laube. „ noricum Mojb. „ Heiueli Opp. ,^ decoratum Hau. „ nasturtium Dittm. geniculatum Hau. „ Marski Hau. 9» 9> Ert/x Mühst. Rkabdoceras Haueb. Stabformig gestreckte Röhren mit schräg ringförmiger Sculptur und einfach gebogenen Loben ; noch sehr unvoll- ständig bekannt, schliessen sie sich aller Wahrscheinlichkeit nach zunächst an Ckoristoceras an. Beispiel: Rhabd. Suessi Hau. Cockloceras Haubb. Die Umgänge sind schraubenförmig linksgewanden, mit continuirlichen Rippen und einfach gebogenen Loben. Aocb diese Form durfte sich zunächst an Ckoristoceras anschliesseo. In den norischen Zlambachschichten des Salzkammer- gutes kommt Cockloceras in grosser Individuenzahl vor. Beispiele: CocM. Fisckeri Hau. „ breve Hau. „ canaliculatufn Hau. 891 in, Lytoceratidae. Zu dieser Familie rechneD wir die an die gern einsam« Wurzel der moDOphyllischen Lytoceralen anlcDÜpreiideD Gat- tungen Lj/locerat und Phyüocfraa ') und die an erstere sieb anachlieseeDden evoluleii oder aus eiuer Ebene heraustretenden Formen BacuUte», Bamile» und Turrilite»; sie sind charakle- risirt darch kons Wohnkammcr (*/, Umgang) und einfachen Mundrand; in allen übrigen Merkm&lea tritt eine ao starke DifTereniirang ein, dass es kaum möglich ist, eines derselben als gemeiuBam hervorzuheben, so vollsländig auch der Zusam- meubang in genetischer Beziehung ist. Selbst die Einfachheit des Muudrsndes zeigt sich bei den Baculiten nicht constant. Es ist in der Literatur kein Fall des Auftretens von Aptycbus bei eiaer hierher gehörigen Form constatirt; liegt tucb kein stricter Beweis für das Fehlen desselben in dieser negativen Beobachtung, so ist dies doch in hohem Grade wabrschetnlicb , wenigstens fnr die geologisch älteren Formen. In neuester Zeit ist mir durch eine mündliche Millheilnng, die va pubüciren ich inicb nicht berechtigt finde, bekannt ge- worden, dftBs bei einer der geologisch jüngeren Formen, die wir hierher reebnen, ein Aptychus gefunden worden ist, doch liegt hierin kein Grund, eioe Zntbeilung der belrefFenden Gruppe zu den Lytoceratiden bedenklieb zu finden; nach dem was ich oben von dem von einander unabhängigen Auftreten Analoger Aptychenbildangen bei verschiedenen Gattangen an- geführt habe, ist kein Orund abzusehen, warum nicht auch bei den Lyioceratiden ein Solidificirung der betreffenden Organe bitte stattfinden sollen. Lytocera» Sdess. Die typische Ausbildnng dieser Gattung, nach welcher die Galtung cbarakterisirt wurde, tritt uns in Jura und Kreide entgegen; hier ist sie darch die folgenden Merkmale ausge- zeichnet: Gehäuse meist dach scheibenförmig mit wenig invo- luten oder sich nor berührenden Umgangen; Wohnkamroer Vj Umgang, Mundrand an der Colnmellarsette zu einem Lappen *) Vergl. V. UoJiitovicg , das Gebirge am Ballitatt. 58- 892 aasgezogen, an der Sipbonalseite und auf den Flanken ohoe Vorsprung ; Anwachsstreifen und Sculptar dem Mondrand parallel , an der Naht nach vorn gebogen ; Sculptar scbwacb, meist nur aus Radiallinien oder Einschnürungen bestehend; Suturlinie mit wenigen Loben, Lateralloben und -Sattel io symmetrische Theile getheilt, Columellarlobus zweispitzig. Keio Aptjchns. Die Formen der Trias weichen hiervon in der Weise ab, dass bei ihnen die Anwachslinien undSculptur, wie hei Phyüo- ceraSf auf dbr Siphonalseite nach vorn gerichtet sind, und dass der Sattelbau monophylliscb ist. Lytoceras ist meistens ausserordentlich leicht zu erken- nen; die Möglichkeit einer Verwechselung liegt nnr in einem Falle vor, indem einzelne sehr dicke Formen in der äussereo Gestalt und in den Einschnürungen gewissen Haplocercu sehr ähnlich werden ; die einander am nächsten tretenden Arten sind Lytoceras Timotheanum Pict. einerseits, Haploceras latidorsatum andererseits; immerhin bleibt, obwohl Mundrand, Länge der Wohnkammer u. s. w. unbekannt sind, eine Verwechslung bei dem vollständig verschiedenen Lobencharakter ausgeschlosseo. Fast alle Formen der Kreide zeigen den Typus der Gat- tung so rein, dass ihre Zutheilung keiner Rechtfertigung be- darf; nur bei einzelnen wenigen, etwas aberranten Vorkomm- nissen ist dies nöthig ; zunächst bei Lyt ventrocinctutn Quilnst. und Agassizianum Pier., welche durch ihre aufgeschwollenen Falten auf der letzten Windung einen fremdartigen Eindruck machen; sie besitzen aber die höchst charakteristischen, syta- metrisch abgetheiiten Lateralloben und -Sättel und zweispitii- gen Columellarlobus; ferner stellt die Ausbreitung der Intern* loben auf der jeweils vorhergehenden Kammerscheidewand eio nur bei Lytocerw auftretendes Merkmal dar, und endlich bä- hen auch die inneren Windungen vollständig den Charakter normaler Lytoceraten. Eine andere ganz eigenthnmliche Form ist Lytoceras Jau- bertianum Orb. mit abnorm breitem Windnndsquerschnitt ood scharfer Nabelkante, und die Einreihung an dieser Stelle könnte umsomehr befremden , als Piotkt nicht symmetrische Laterale angiebt; ich habe mich jedoch an einem Exem- plare der PiGTfiT^schen Sammlung von der Unrichtigkeil dieser Angabe iiberzeugt and ganz normal symmetrisch abgetfaeilte 893 Laterale gefanden, and auBserdem aeigen die inneren Windan- gen vollständige Uebereinstimmang mit den typischen Vertre* tern der Gattung. 11 Formen der Trias: Lyt. eugyrum Mojs. Matioti Hau. patena Mojs. Formen des Jnra: Lyt. u4delae Orb. ^'^delaidea Kud. amplum O^p. articulatum Orb. comucopiae Young. Czizeki Hau. düueidum Opp. Eudesianum Orb. exoHcum Opp. fimbriatum Sow. Francisci Opp. Oermaini Orb. Orokmanni Hau. Järcinum Sohl. jurenae Zibt. Formen der Kreide: Lyf. AeoUis Orb. Agassizianum Piot. ano^postum Redtb. BourriHanam PiCT. DuooZuinum Orb. iJonora^num Orb. Jaüabertia/num Orb. Jaubertianutn Orb. inaequalicostatum Orb. JuiUeti Orb. Jukesi Sharps. /urtman»fn PiCT. jfiTo^^t Stol. „ Ji^pidtim Obb. »1 1» »1 1» »1 91 Lyt, Simonyi Hau. spkaerophyllum Hau. >F6Yi^0RS« Klipst. 11 11 Zry^ lAebigi Opp. montontim Opp. mumotpaZe Opp. penidUatum Qubnst. PkUlipsi Orb. Pietaviense Orb. polycyclum Nbum. pygmaeum Orb. roE Waao. Stt62tn«aie Scnlplar iti hier fast gar nicht verwendbar, da twar nicht im ersten An- fange der evoluten Formenreihen , wnbl aber in deren wei- terem Verlaufe eine gans abnorme Ausbildung und Veratärknuj der Ornamente einiulrelen pflegt. Die besten Dienste leistei uns in dieser Richtung die Loben, indem wir unter den eto- Inten Formen eine grosse Anzahl finden, die genau den sjin- metriscben Bau der Z.y(oc«ra«-L oben zeigen, wahrend die sl- deren ebenso deutlich unpaarig getheilte Loben und Sätif. besitzen. Unter den Formen, welche paarig getbeillen Lobenbii zeigen, sind einige, die geologisch ältesten, w«lcbe aoch v~ *) Die crclaciicbcn Foimcn Ton Ancylactrai t snderCD OaituDgCTi einverleibi werden, doch kann man wobi dc»a N man (nl Formen iUb mittleren Jara übertngea , für welche kib*i n« Beieichnnngen gebildel werden nitiuten, [Aneftoetrat Cmilawi—ut a anntilalvm, Baeutina acuaria } Vergl. nnteii. 896 der Scolptur to anflalleode UebereinitimmoDg mit Lytocerai leigeo, dftss kein Zwflir«! seio kann , dnes dieselben aus Re- präsentanten dieser Gattung hervorgegangen sind. Abgesehen Toa den Wind DDgBT erb äl missen stimmen alle übrigen Mericmale von SeapMla Fcaim, ferner von Criocera» Attierianum and depramm anfs VollstHodigate mit crelaciscben Lytoceraten übereia, eraleres mit Ljft. rectecotlatum') , letcteres mit der O'rnppe des Lgt. Timotheanum."^) Durch einfache Fortent- wichelong der Variationsricblong in der Spirale, nnd znar in der gani Dormaten Weise von aussen nach innen vorsebrei- leiid, erbalten wir aas Seaphiles Tvanii die Oattangen Hamita und HamiUina, von denen sich Ptychocertu nur durch ein Merk- mal der untergeordnetsten Art unterscheidet. Hier kann auch am besten die noch wenig bekannte Gattung Jtätoceras unter- gebracht werden, welche sich in ihren (barakteren, von der An der Krämmong abgesehen , gana an Hamitt» anschtiesst DDd deren leichte Schalen Verzerrung nicht lu einer Abtrennung berechtigt; dase eine selbstständige Gattung für diese Formen Hiebt aofgestelll werden kann, ist sicher, und ein Zweifel kann nur bestehen, ob dieselbe besser ru Hamite» oder lu TurTÜites iD gtellen seien, eine Frage, die mit Sicherheit erst wird ent- schieden werden können , wenn die Schalen etwas näher und Toll ständiger bekannt sein werden. Hit der Aeodernng der Spirale gebt oft auch eine solche in der Scolptur vor sieb, indem sich dieselbe bedeutend ver- stärkt; es ist dies jedoch nicht gleich beim Anfang der Pormen- reiben der Fatt, sondern erst etwas später, einige Zeit nach der Abtrennung von der involuten Stammform ; es ist von' eJQiger Bedeutung dies bervonubeben, da man in dem Ver- lassen der Spirale eine Anpassung der Art hat erkennen wollen, daaa das Thier, durch die starken Dornen der vor- letzten Windung im Wachstbum gestört, sich dieser lästigen Slachelaog in entledigen wünschte and die gescblossene Spi- rale verliess; nachdem ganz glatte Formen genau ebenso evol- vireo, wie gedornte, so ist diese Anschanang unhaltbar. Ein Uerkmal, welches ausserardentlicb constant bei den geschlossenen Ljtoceraten auftritt, geht bei deren evoluten *) Vergl. Qdsnstidt, Cephalopod«n. ■*) Vergl. PicTir und Ciaricnf, St. Croix Bd II. 896 Nachkommen allmalig verloren, nämlich die zweispitzige Eodi- gnng des Antisiphonallobus. Bei einigen derselben erhält sieb dieselbe, wie theils aus den vorhandenen Abbildungen herror- geht, theils mich die Untersuchung der PiCTBT^schen Samm- lung belehrte, so bei Crioceras depre88um*)y Äncylocera* alter- natum^ Saussureanum , pseudoelegans , Hamites BwichardianuL altemO'tuberculatus, elegans, bei vielen anderen aber tritt eio- spitziger Hau ein, und ich konnte mich bei Amsocenu armatum nberzeugen, dass dies durch Ueberwucherung der einen Spitze durch die andere geschieht; es ist sehr begreiflich bei Pormen^ welche aus einer Ebene heraustreten , dass durch die Krüm- mung eine Verzerrung eintritt, allein es tritt einspitziger Aoti- siphonal auch bei Formen auf, die in einer Ebene gerollt sind, wenn ich auch bei der Minutiosität dieses Merkmals es durch- aus nicht unbedingt von allen Arten annehmen möchte, die in dieser Weise abgebildet sind. Für die hier genannten Formen genügt eine Gattung voll- ständig und wir wählen selbstverständlich den ältesten Nameo, Hamites, Bezuglich der übrigen nicht involuten Kreide* Ammo- neen vei^leiche unten bei Turrüites, Baculites^ Seapfntes and Crioceras. Ans den tiefsten Schichten der Kreide (Berrias) sind noch keine Hamiten und überhaupt keine evoluteo Ammo- neen bekannt; der älteste Vertreter durfte Hamites Tvanü sein, von dessen Auftreten an dann die Gattung durch die ganze Kreide hindurchreicht; das Maximum ihrer Entwickelnng scheint sie im Gault zu erreichen. Hamites ist sicher keine monophjletische Gattung: wah- rend die Mehrzahl der Formen in nächstem Zusammenbange mit dem Hamites Yvanii des unteren Neocom steht, ist eine andere Gruppe, diejenige des Hamites (Crioceras) Astierianui und depressus viel jüngeren Ursprungs und scbliosst sich aofs Innigste an Lytoceras Timotheanum aus dem Gault an. Die Charakteristik der Gattung lässt sich etwa folgender- maassen geben: Lytoceratiden , bei welchen die Umgänge alle oder zum Theil sieb nicht berühren ;^ Spirale in einer *) Ich konnte mich hier hestimmt vom Vorhandensein sweier fein^^ Endspitzen überzengeni und ich möchte das fast aach von Crioe. At^- rianum glauben, obwohl dasselbe mit nur einer Spitse gezeichnet wird. 897 Kbene aofgerollt, oder nur io einem kleineo Theil ihres Ver- laufes ans dieser heraastreCend ; oberer LateralJobos immer, unterer meist in paarige Aeste zerfallend. In der nachfolgenden Zasammenstellnng, die sich vor Allem auf die sehr yollstandigen Verzeichnisse bei Piotbt, (St. Croix) stutzt, habe ich bei jeder Art beigefügt, in welcher Gattang sie nach der bis jetzt üblichen Bintheilnngsmethode ihren Platz gefunden hat. HamiteB actdeatus Fitton. .^ncyloceras. „ adprßßsus Obb. Plyehoceras, „ edtematui Mantbll. AnUoceras, „ altemans Gbuv. Hamites. „ altemo'tuberculatua Lbtm. Hamites, „ (dpinus Oeb. Hamulina. „ angulatiAS Stol. AnUoceras, M anyitatus DixoN. Hamites, - „ u^quisgraniensis Sohlüt. Toxoceras. „ arcuaius EoRB. Hamites. „ arculus Morton. Hamites» „ armatus Sow. Jnisoceras. „ arrogans Gibb. Hamites. „ Astierianus Orb. Orioceras. „ Astierianus Orb. Hamulina. „ attenuatu« Sow. Hamites. „ ^eam Robm. Hamites. „ ^ipticatu« Robh« Hamites. „ 6ipunctu« Schlot, ^ncy^cero«. „ Blancheti PiOT« ^ficyfoc^o«. „ £oucAar(itanu« Orb. Hamites. „ Charpentieri PiCT. Hamites. „ cvic^tM Orb. i/amu^ttki. „ cy2tndrtcu« Obb. Hamites. „ decurrens Obb. iTatnuZina. „ Degenhardti Buch. Hamites. „ depresstt« PiOT. Orioceras. „ Z)e«ortanus PiCT. ITamite«. „ dts^tmi/i« Obb. ITamtiZtna. „ dup^icahi« PiCT. JJafiittM. „ el^tpticu« Mant. Hamites. Hamitu Bmtrieknau Oib. Ptn^octrat. faieicularii Pier, et Lor. Hamitlina. Favrimt* PiCT. Hamitn. ßtttcostatM RoBM. Hamitet. fttxuotu* Orb. Hmaite*. Forbetiamu Stol. PUfcKaeera».') Fötlerlei Stur. Ptyehoeenu. Fremonti Habcod. Haatita, gatUtmuM Pier, tlychocerat. Gemitti ORB. Htamla. giga» St CR, P^ehoeerat. ffradUt Orb. ^oauto. HalUri PiCT. f omäei. Aomu« QnBKST. ffonw/wia. iadictu Porb. Äniioeera». interruptu* Schlot, ffattütet. laecU Hathbroh. Pttfchoeerat. Leai Troost. Hamüe». targauieatut FoRB. Amtoeerat. maxänm Sow. Hamitet. Meyrati O06T. Ptyehoeenu. Moreamu Bdv. Hamitet. Korloti OoßT. Ptyehoeenu. multinodotu» Schlot. Hamlet. Aanamtii Hau. Bamitet. Nerei» FoRB. ^nwoew«. NieoUti PiCT. Ancyloeenu. nodoneut Bov. fontfe«. oftltfuecoitatiM RoBK. äiinnte*. Oldhami SroL. .-fnitocerat. Orbignyanut PoRB. Handtes. Partintoni Mobb. üarntt«. j)«rann(Ku« Piot. Ancyloeerat. pteudoarmatut. Schlot. Aneglocerat. ptendoelegant Piot. j4imm»ra(. pioudopunctatu« Piot. Anitoeeret. pmtetatu» ORB. Hamite». Ptuoaiatmt Orb. AyeAoe«rac. *} MIlHte DkCh dem früheren Verfahre e neue Oannng bitd'i Bamitet rarioo*tatut Pbill. Hamiti*. BmiUmanu» Obb. Hamilei. Bnurianm OaB. AncifUKem. Roemeri Osifl. Barnim. Tugatut FoBB. Anitoceras. Sabhtri OaB. Hamitet. Sauitureonut Fior. Anitocerat. «nntcinotui Obb. ifomuJMa. »eminodotui ROBH. Bamitea. ripho FoRB. Ptyckoeera». rimplex Obb. Hamtei. tpinabu Heb. Aneylocenu. tpinigtr Sow. iJncylotwo«. «pmuloni* Sow. ^ncyloMTiM. «rnntua FbiÖ. Hamite». Studerianut Pior. Hamitet. tubcontprettUB Forb. ^nuocorfM. «u6cylt'n(frieu« Orb. iTofnultna. »inodonu RoBM. ffamtlM. «u&mWcoiMfus Obb. Bamita». mburtdulatu» Orb. ^amuitna. torjuatua Hobt. Bamite». trinodotus Um. Hamite». trinodom Orb. Bamulina. trabeatui Mobt. Hamite*. Tvronmns Soblut. Toxocenu. undulatiu Fobb. Amtocerat, Varvtemit Obb. Samvlina. Vaucherianu* PiOT. Ana/locera». Venetnamu Pior. Bamitet. Vemeuiti Tboost. Bamüet. vtnu Fric et Sohl. Hamittt. virgvlattu Bboho. Bamitet. Yvanii Pcs. Sct^Mtei. Turrilitet Laharok. Die grosse Mebruhl der nicht in einer Ebene anfgewnn- äeato Kreide-Ammoiieen, welche in die Okttuagea TurriUtee, BeUeocerat nnd Beterocenu eiogetbeilt werden, bekaodeo dnrch die «7 m metrische Tbeünng der Laterslloben entschiedene Ver- 900 wandUchaft mit Lytoceras ond Hamites; ausserdem zeigen die am wenigsten ans einer Ebene abweichenden Formen, welche man za Helicoceras stellt, aach in alten übrigen Merkmalen so auffallende Uebereinstiromnng mit den Hamiten, dass ihre Einreihung an dieser Stelle keinem Zweifel begegnen kaoo. Andererseits weichen von diesem Tjpus die extremen Formen so weit ab, und es zeigt sich eine ganz neue Variationsrich- tung, so dass volle Berechtigung zu generiscber Selbststän- digkeit vorhanden ist. Die neue Varietatsrichtung , welche sich bei den Torri- liten geltend macht, besteht in der Abweichung aas eioer Ebene und der allmäligen Bildung eines geschlossenen thorm- formig Spiralen Gehäuse; da UeUcocercts in den verschiedenea Graden seiner Abweichung von Hamites nur die verschiedeneo Etappen auf diesem Wege darstellt, so muss diese Gattoog eingezogen werden, wie dies auch Pictbt schon angedeotet hat. Endlich stellen Heteroceras pofyplocum und Beunianun nur etwas abnorme Ausbildungsarten desselben Typus dar. Wir können jedoch nicht alle aus einer Ebene abweichen- den Ammoneen der Kreideformation hierher stellen ; im oberen Neocom tritt eine sehr sonderbare und von Allem, was sonst bekannt ist, weit abweichende Gruppe von Formen auf, welche ebenfalls nicht in einer Ebene aufgerollt, aber durch anaym- metrische Bildung der Lateralloben ausgezeichnet sind, näm- lich Heteroceras Emericianum Obb., AsHerianum Orb. und bi/ur- catum Obb. , welche wir als Heteroceras iTnten an die Gattung Crioceras anreihen* Dorthin wird auch Turrüites Senequierianui Orb. zu stellen sein, welcher sich in seinem Habitus von alleo anderen Turriliteu entfernt und sich sehr demjenigen der Anfangswindungen von Heteroceras nähert, mit denen er auch nach PiOTBT den unsymmetrischen Bau der Lateralloben ge- mein hat. Vielleicht ist T. Senequierianus nur daa Jugend- individuum eines im ausgewachsenen Zustande mit einem an- regelmässigen Schafte versehenen Heteroceras ^ wie auch schon FiOTBT die nahe Verwandtschaft beider betont hat. Turrilites acutecostatus Obb. Turrüites, „ annülatus Orb. Hdieoceras, „ armatus Orb. Helicoceras. „ Argonensis BüV. HeUcoceras, 901 Turrüites jirchiaeianus Obb. Turrüitet. „ Astieriani^ Orb. Helieocercts. „ JsHerianuB Obb. Turrüitesn ,, Bechei Shabpb. Turrüitea, „ Bergen Brono. Turrüitee, „ hifrons Orb. Turrüitee. „ dtnocfo«u« Hau. Tumti/««. 9, ^tttt^ercttZah«« Orb. 2\«m/t/M. ,, Brazoeneie Robm. Tum2t7es. ,, Carcitaneneie Math. Turrüitee. „ cat^nafiM Obb. Tttmit^««. ,, . conoideue Gieb. Turrüitee. „ co«toh«8 Lam. Ttirrt7t7e8. „ elegane Obb. Tum/tfe«. „ Eecherianue PiOT. Turrüitee. „ Eeeeneneie Gbin. Turrilitee. ,, flexuoeue Schlüt. Hdicocerae, ,, ßravfsantt« Obb. TV^rn/t^««. „ OreeeU/i Piot. Tum/tic«. ,, Hugardianue Orb. Tum/t/««.' ,, tndtcu« Stol. Belicocerae. „ tntfrtneti^ttt« PiCT. Turrüitee. „ Manteüi Shabpb. Tum/tte». ,, Jlfa««tni««a Coquaivd. Turrt/t/M. „ Mayorianue Orb. Turrüitee. ,, Mcrrisi Shabpb. Turrtitt««. ,, Afoutonianu« Orb. Turrt/tf««. „ omatue Orb. Turrüitee. f> plicatue Obb. Tum/if««. 99 polyplocue Roem. Heterocerae. „ Fuzosianue Obb. Turrüitee. „ reflexue Qubnst. TumZifM. ,9 £ßu«9tant«« Obb. Heterocerae. „ ^o^^fianu« Obb. Nelieocerae. „ rotundu« Orb. Helicocerae. „ Scheuehzerianue Obb. Turrt/t/««. „ Schloenhachi Faybb. Nelieocerae. „ epiniger Schlüt. Helicocerae. „ Stachel Hau. rum^i^e«. „ TAurmannt Piot. Helicocerae, 9(12 7\tmItreum Opp. und Verwandte; eine dritte Reihe bilden die typischen Capricorner und Armaten , aus welchen sich Stepkanoceras mit Jegoceras oder Stephanoceraa pettos und Davoei entwickelt; eine vierte, auf die vorige zurück- gehende Reihe stellen die Falcoiden dar, welche auf der Grenze gegen Harpoceras stehen. Aeg. Taylori^ Henleyij alterum Opp. sind etwas aberrante Formen, die durch ihre inneren Win- dungen zu Aegoceraa verwiesen werden. Die eigentlichen Aegoceras sterben im mittleren Lias aus. ZciU.d.D.geol.Ües.XXVIl.4. 5!^ 906 Formen der Kreid«: Aeg. Bwmarottii Mus. „ tncuiluffl Hfus. PormeD des Lias: Aeg. Aeduente Dum. „ alterum Ofp. „ angtilatwm Scbl. „ arietiformB Opp. „ armenUä» Ddh. „ biferum QuBtiST. „ binotaium 0?V. „ Birchi Sow. „ Botieoltianam Obs. „ breoiipina Sow. „ capricomum ScHL. „ Canuente Orb. „ catenatum Bbch. „ CAarmas««! Obb. „ Dmoei Sow. „ »» >i »1 11 11 11 11 y^ 1» yy 11 ^i 11 1» 11 11 Ar, latestUcaius Hau. LiUi Hau. Landrioti Dum. NodotianuB Obb. obtusus Sow. Oosteri Dum. opMoides Obb. resurgens Dum. raricostatus Zibt. roH/ormü Sow. Sinemuriensis Obb. Sauzeanus 0R^. Scipionianus Obb. spinaries Qubbbt. sptratissimus Qubnst. steUaris Sow. tardeorescens Hau. Tirolentis Hau* vitieola Dum. 59* 11 y: yy 11 11 11 11 1» 1» i> »1 jy 11 11 1» 11 »1 11 906 Harpoceras Waagbn. Äussere Form des Oehaases veränderlich , Externseite stets gekielt oder gekantet; Scalptar aas mehr oder weniger deutlichen Sichelrippen bestehend. Mandrand sichelförmig oder mit Ohren, mit spitzem Externlappen; Wohnkammer y, bis y^ Windungen betragend, bis an den Mundraum gekielt Aptychus zweitheilig, dünn, kalkig, mit einer dicken Concbj- lioinschicht, mehr oder weniger gefaltet. Loben meist nicht stark zerschnitten, stets zwei Lateral- loben und fast immer Auxiliaren. Siphonallobas mit zwei divergirenden Aesten endigend, meist kurzer als der erste Lateral; Laterale nicht in symmetrische Hälften zerfallend. Eine scharfe Grenze gegen die Gattung Aegoceras ist nicht vorhanden, indem die Formen ans der Gruppe des Jeg. arieti/orme Opp. eben so gut in das eine wie in das andere Genus passen; das letzte Harpocercu, das wir kennen iBi Harp. Zio aus dem oberen Kimmeridgien. Die gegenwärtige Fas- sung von Harpoceras bedarf noch einer Revision, indem wohl noch einige der geologisch jüngeren Orientes mit Unrecht hierher gezogen werden. Ein anderer Punkt, welcher noch weiterer Untersuchungen bedarf, ist das Verhältniss mancher Formen zu der Gruppe des j4egoceras anguUilum Sohloth. Harp* JaUmt Zibt. Harp. comptwm Rsu. jictaeon Obb. „ cfmcavwm Sow. i» 9» 1» n >> )) „ Brighti Fbatt. „ Erbaense Hau. „ CaedUa Dum. „ Eseri Opp. „ canaUeuIcUum Buch. „ Eucharis Orb. „ canali/erum Opp. „ exaratum Youno. adicrum Waao. „ coatula Rbdi. Legion Obb. „ crasse/aloaiwm Waag. affine Sbbb. „ cyeUndes Obb. Aüobrogense Dum. „ DeLmontanvan Opp. Arolicum Opp. „ delta/alcatum Qtjbkst. Bayani Dum. ^, disciies Waag. BeyricM Sohlobnb. ,» dieeoides Zibt. bi/rone Bbüo. „ Dyruutee Waag. bareaU Sbbb. „ elegane Sow. Boscenee Rbtn. „ Edouardianum Obb. 11 Comenee Buch. „ /alciferum Sow. 909 Harp, 11 11 11 ^i 11 11 11 11 11 11 11 11 11 11 t> 11 11 11 11 ^^ 11 1» 11 11 11 11 11 ^^ 11 11 ßmians Dmc. fuTÜcarinalum Qübnbt. GHngense Waao. OümbeH Opp. hecUcutn Rrin. hiipidum Opp. Henrici Orb. ignobüe Waaq. tn«t^e BuoH. ju^ferum Waao. jugoium Sow. £b2»e2/t Opp. Krakoviense Nbvm. Zurrianum Opp. Louren«« Waag. ZfOtt&tft Nbum. Levoisoni SncPS. Lorieti Dux. 2ttnu2a ZisT. fythense Dum. Zymp^arum Dum. mactra Dum. malagma Dum. fiieo^yacantAufii Waao. puncfaftim Stahl. radtan« Rbiv. radiosum Sbbb. ^aurooifii Matbr. r^tfia^tcaiu Dum. Bemi Opp. „ Danoini Nbdii. „ Kitpfß Opp. | ,, dentata Rbih. „ Karren Opp. „ denticviata Zikt. „ tatalabata Waaq. 11 «fgitfpta Off. „ hnguiaUi Sohl. I „ Erycina Gbh. „ iU/wgraphica Opp. „ foUauri Opp. „ ütAoon-a Opf. „ fitctrix yfaa. „ Lochmtii Opf. I „ >I«nii»a BnoH. „ nacfvl«!« Opp. „ /'oIjrariiKa Opp. „ MioMrtMti» Waa«. 911 Opp, nundtda Opp. Nwmayri Obm. nimbata Opp. nolÜM Nbum. Nurehamms VfkkQ» oeuiata Pill. orientidis Obb. pherolopha Obm. Pichleri Opp. plana WikAO. platycancha Obm. plicodiBCUB Waag. praecox Bbh. pnloBoma Opp. puffiUa Nbum. Renggeri Opp. Schwageri Nbum. «err^^ra Waag. 11 1) »1 1» »1 9) 11 1» >1 11 11 11 11 11 11 11 Opp. semi/ormii Opp. <^>iej Opp. «ftfrofpM Opp. 8uboo$taria Opp. ni&ducM Orb. »uhradiata 8ow. «nd(i2i[o&ato Waag. «i«6cal^tc0ra Obm. suceedens Opp. tueuica Opp. tenuüobata Opp. tenuütftrata Opp. TÄoro Opp. tricristata Opp. frocAynoto Opp« Waageni ZiTT. Weinlandi Opp. 11 11 11 11 11 11 11 1» 11 11 11 11 11 ^y 11 >i 9> Haploceras Zittbl. Die Gattung Haploceras wurde von Zittbl far eine Gruppe mit Oppelia verwandter Formen aus dem mittleren und oberen Jura aufgestellt, welche meist durch gans fehlende oder sehr schwache Sculptur charakterisirt sind; auch einige Kreidefor- men, wie Hapl. Graeanum wurden hierher gestellt; an diese schliessen sich dann Formen mit mehr meisselformigem Quer- schnitt an, wie HapL Belue, endlich Arten mit gans schnei- dender Externceite, wie HapL Nüus Obb. Bei anderen jurassischen Haploceroi» Arten entwickelt sich allmälig eine zunächst auf die Externseite der Wohnkammer beschränkte Quersculptur {HapL jungen» Nbum«, carachtheis Zbubchhbb), aus welchen sich dann durch das in der Regel bei den Ammoniten vorkommende Zurückgreifen der Wohn- kammermerkmale geologisch älterer Formen auf die inneren Windungen ihrer Nachkommen cretacische Arten wie Hapl. cauida Qübbbt. entstehen, an die sich dann Hapl Ugatum Orb. mit seinen, aablreichen Verwandten anaehliesst, bei denen gans gerade Rippen ungespalten über die Windungen verlaufen, in der Regel in der Weise, dass swischen je zwei stärkeren Rippen eine grossere Anzahl von feineren zu stehen kommt. 912 Bei einzielnea obeijaraBsidchen FormeD^ die sich ao Hapl, carachtheis ansohliesseD , geht allmälig die Scalptur von der Exteroseite in achwachen geschwungenen Rippen auf die Flan- ken über, wie dies bei Hapl, crkti/erum Zitt. angedeutet, bei HapL WoUeri Opp. besser entwickelt ist, nnd diese Bildong wiederholt sich dann an Hapl. di/ficile Obb., Cleon Oaa., btcur- vaium Lstm. aus der Kreide in verstärktem Laassstabe. Endlich treten verbreitet in der Kreide HaploceraM- Artta mit nach vorn geschwungenen Einschnürungen auf (HapL Beu- dantiy Parrandierijy eine Eigenthumlichkeit, die mir bei keioer jnrassischen Form bekannt ist; hier leiten jedoch, abgesehen vop der Uebereinstimmong in der Lobenzeichnung die inneren Windungen mit voller Sicherheit, indem dieselben ein typisches Haploceras mit ganz glatten Umgangen darstellt. Mit diesen Furchen combinirt sich dann allmälig eine sichelförmig ge- schwungene Badialsculptur und es resnltirt eine Formengruppe, deren Hauptypus HapL planulatum Sow. ist. Trotz dieser grossen Mannigfaltigkeit ist es sehr leicht, jeden Repräsentanten von Haploceras aus Schichten, die tiefer sind als Turon sofort am ganzen Habitus und an den Loberi zu erkennen , nichts ist schwerer als den Charakter in Wor- ten auszudrücken; Länge der Wohnkammer und Aptychus*) sind mir von keinem cretacischen Haploceras bekannt, der Mundrand nur von HapL Orasanum, das ohnehin den jurassi- schen Typen näher steht als den meisten cretacischen ; Sealptor und Querschnitt sind überaus verschieden; das einzige was ziemlich gleich bleibt, ist der Verlauf der Lobenlinie. Da diese hier von ausserordentlicher Wichtigkeit ist, so muss sie etwas ausführlicher besprochen werden. Vor allem ist wichtig, dass die Variation auf stete Complicirung gerichtet ist; abgesehen von Phyüoceras und Lytoceras, deren Loben auf den ersten Blick zu unterscheiden sind, ist Haploceras dadurch von den meisten anderen involuten Ammoneen der Kreide verschieden, indem dieselben fasst alle (Hoplites, Acanthoeeras , Amaltheuty Schhenbackia) vom Gault an ihre Loben, zwar nicht an Zahl, aber an Reichthum der Gliederung reduciren, ein Verhältniss, das für die Beurtheilang der jüngeren Kreideammoneen von *) Wahrscheinlich gehören die Aptjchen vom Tjpns des Api, Di- dayi hierher. 913 höchster Wichtigkeit ist. Die Zahl der Loben bei ffaploeeras wechselt , indem aasser dem Siphonallobos und den « beiden Lateralen 2 — 4 Auxiliaren vorbanden sind; die Lateralloben sind nie Bjmmetriscb getheilt (Unterschied von Lytocera») ond zeigen nie die charakteristische Rundang der Sattelblätter von Phyüoeenu; bei den Formen des Neoeom sind die Loben noch nicht sehr complicirt, später aber sehr verästelt mit schmalen Stimmen; die Stämme der Loben meist breiter als diejenigen der Sättel; der erste Lateral nicht anfallend grosser als der zweite. Vergleichen wir die Loben anderer Formen, so können SeMoenbaeMaj Amaltheuiy thyUoceroB^ Lytoeeraa und Acantho- ceroi gar nicht in Betracht kommen; eine Schwierigkeit kann Dar bei HopUtea entstehen, unter denen einige Formen im Lobenbau ähnlich werden. Allein anch hier wird die Breite der Loben- und Sattelkorper, von welchen die letzteren in der Regel breiter sind als die ersteren , die starke Bntwickelnng des Exterosattels, die auffallende Verschiedenheit in der Grosse zwischen den beiden Lateralloben, endlich die breitere, besser gerundete Form der Sattoiblätter bei JJopUtes selten einen Zweifel übrig lassen. Den allgemeinen Habitus, welcher die meisten Haploceraten so leicht erkennen lässt, in Worte su fassen, ist kaum mög- lich, doch will ich versuchen, anch in dieser Beziehung einige Anhaltspunkte zu geben. Ein grosser Theil der Formen ist durch Sichelfurchen charakterisirt, welche ausserdem nnr bei den durch ihre Lobenzeichnung grundverschiedenen Gattungen LytoctTüB und Phyüoceraa vorkommen; dünne Rippen, welche ganz ungespalten und gerade verlaufen, sind ebenfalls auf diese Gattungen beschränkt. Regelmässige und deutliche Spaltung der Rippen findet sich bei Baploceras nie. Schmale, nnge- spaltene, weit von einander entfernte, die Zahl 10 auf einem Umgänge nicht viel übersteigende Rippen kommen nur bei Haploceroi und dem nach den Loben leicht zu unterscheidenden Lytoceras vor, ebenso der Wechsel starker Rippen mit zahl- reichen feineren, welche sich dazwischen stellen; ein aufge- setzter Kiel oder eine breite Furche auf der Bzternseite sind nicht vorhanden. Eine derartige Art und Weise, eine Gattung zu definiren, inag sehr unpräcis und nnwissenschafilich scheinen; allein in L »14 I keioem Theile der Concbyliologie wird die« anders möglieb sein, wenn ftn den vorliegeciden Exemplareii die neislen wicb- ' ligaten Tbeile fehlen ; troU dieser Hänget der Diagooae tioi '-. aber gerade die //apA>o«ra«> Arten von den mit ibneo lebeodro Formen sehr leicht cu anieracbeiden. Die bieber geannnteD Charaktere beichränkea sieb sof die geologisch älteren Formen; eine gaos eigen tböm liebe EdI- wickelnng nimmt ffaploeenu in den oberen Blagen der Kreide. Im Tnron nnd Senon so, wo eie sich ca den gewaltiges Riesenformen ans der <>ru[ipe des Hapl. peratitpUvi aaabtldei; so wenig diese auf den ersten Blick hierher an gehÖreo schei- nen , so läset doch di* Uebereinstimmang der Loben aad dit Form der inneren Windungen (vergl. s. B. PuC nnd Scblö«- SAOH, Cephalopoden der böhmischen Kreideformalion t. 8. f. 4-} keinen Zweifel in dieser Beeiehang übrig; von allen obct^ cretacischen Formen sind dieselben leicht durch die Loben n «nierscbeiden. Leider habe ich gerade von diesen obercretsr cischen Formen verhältniss massig nnr sehr wenige untersachc» können, and ein eingehendes Studium in Beiiabnng aof dit Art nnd Weise ihrer Absweigang von den alleren Hapiooerai wäre sehr «ünscbenswerth. Formen des Jara : Hapl. atmum Opp. „ oHrttH&im Opp. „ Baianetue Nbdm. „ caraohtheii Zidsch. „ criitif «runt Zm. „ depkmaUim Waao. „ «ttiXalvm Opp. „ Erato Obb. „ ferri/ax Zitt. ,, falcula QuKHBT. „ jungma Nbom, Formen der Kreide: Htqd. aliautm 8toi>. „ auriiQ-cottatttm Schlot. „ AtUtuA SeAHFK. Rdui Oaa. Hvpi. läoioma Opp. „ madatiforme Opp. „ ooimaam Okb. „ ptiloditau Sohlobb. „ ptvpiaqtoim WaAB. „ rtuiU Opp. „ Stiuyem Zbdsoh. „ (mw/aioaluni Nma. „ tWumium Opp. „ Dcmici/'erw» Ubh. „ WöhUri Opp. , Beudanü Bbobqb. Bladentm* SCHUTr. eattida Rasp. coünui Maut. 915 Hapl, MdeJdoris Tisrzs. Neuhergicum Hau. octo9ulcatum Sharpb. OldhanU Shähps. Otacoodenae Stol. Parrandieri Orb^ patagiosum Sharpb. peramplum Mart. planulatum Sow. Porte /erreae Tistzb. Portlocki Sharpk. Prosperianum Obb. Pseudogardeni Schlüt. rarendcatum Lbtv. Siobaei Nils. «tt^p^anu/a^m Schlot. Sugata Forbbs. Tannenbergicum FeiÖ. Trajani Tibtzb. TachtJudiae Tibtbb. Tweenianum wStol. Wmti Sharps. Wittekmdi Schlüt. iStejpAanoceras Waaoxn. Allgemeine Form des Gebäoses sehr variabel, Eztemseit gerandet ohne Kiel, Kante oder Forche. Scalptnr nie siehe! förmig , ans geraden , sich theilenden , hänfig mit Knoten vei sebenen Rippen verziert. Mnndrand einfach oder mit Ohrer meist von einer breiten glatten Zone gebildet; Mündung häufi verengt {Protophites Bbrat.). Wohnkammer lang, 1 bis 1^^ Umgang betragend. Aptychus zweitbeilig, kalkig, sehr dam auf der Ausaenseite mit Koroern besetzt. Loben meist stai zerachnitten, Siphonal- and oberer Laterallobns meist gleic lang; stark herabhilngender Nathlobos; Lobenkorper schmal. Stephanoocra» zweigt sich im mittleren Lias mit Step pettos von Jegoeeras ab ; nach der Grnppeneintheilong omfas es die Lias - Planalaten , Coronaten ond Bullaten nach An achloaa einiger heterogener Elemente; die lotsten Vertret atamioen aus dem Ozfordien (Steph, CoUird Opp., gUnnus Opp Hapl CdeiHni PiCT. Ha^ t« cestieiUatum Lbtu. 11 »» Chamierianum Orb. 11 «1 dypeale Schlot. 91 >» co8tulo9um Sclht. 11 «9 difficUe Orb. 11 t» Dupinianum Orb. 11 »> Durga Stol. 91 j> Emrici Rasp. 11 ^» OoHzianum Paybb. 11 11 Oardeni Bailt. 11 11 OolleviUense Obb. 11 »1 Orasanum Orb. 11 »» OH/fithi Sbabpb. 11 «9 Hemense Schlot. 11 »» Icenicum Sharps. 11 »» impresBum Orb. 11 »» inomaium Orb« 11 «9 latidorsatum Mich. 91 9) leptonema Sharpb. 11 9» leptophyUum Sharps. 11 1» Lewesense Mast. 91 91 ligatum Orb. 11 «16 För die Formen mit conlnhirter MBodnag nad ftn^e- schörter, bisweilen geknickter Wohokammer exiatirt der Na«« ProtopMtei Bbbat, doch scheint mir eine AblrrniiDiig denelbec nocb nicht genügend begröndet. Nar jarftssiache Formen: Steph, anguimim Rbih. atmulatum Sow. Bajfletmum Opp. Blagdmi Saw. Bombur Opp. BraicketiTidgii Sow, Brocckä Sow. Brongmarti Sow. fratMianKm Obb. buUatum Obb. CAopuin Opp. Cbl/tni Opp. coronatutn Bbonob. oommutu Sow. crattum Phill. Crütoh Bbadd. Z)M/m^Aamp muertfttotuni Obb. po^ymtrum Waao. polj/tchidet Waa0. recte/ofroAtm Uad- r^acftim Bxu. Sautet Obb. ttt(con>natKm Opp- au(eontrae(iMi Mobb. Vindoboneiue GuiSB. Ffflu- Opp. Coimocera$ Waaokh. SiphoDBlaeite meist mit einer glatten FBrobe, Scnlptnr aas meist gespaltenen, an der Sipfaonalaeite nach Tom g«- wendeten, bäaflg mit Knoten gelierten Rippen rerechaD; Unnd- raad in der Jagend oft mit Ohren, die sich im Alter ver~ Heren, Wobokammer '/, Umgang betragend. Loben cieralieb serscfanitten, Sipbonallobns bedeaiend knner ala der eratc La- teral; tweiter Lateral die Form des ersten wiederholend; ein oder mehrere Auiiliaren. Aptychas vahrach ein lieb wie bd Stephanoeerat. Bei dieser Gattung weiche ich bedeotead too der Paaaoiig ab, welche Waaobb ihr nrepräoglich gegeben hat, iodvm ick 917 einergeits alle Formen der Kreide mit AasoAhme von Cosm. verrueo$um aogscbliesse, andererseita die Parkinsonier hierher stelle; fSr die erstere Aeoderaog findet sich die eingehende Motivirong oben bei ffoplites;, die letstere scheint mir dadarch geboten, dass die ganze Gattung in der jetzigen Fassung eine geschlossene Pormenreihe bildet, welche in dem Auftreten der Siphonalfnrche und in der Ausbildung der Sculptur eine von Stephanocertu abweichende Variationsrichtung einschlägt, die bei den Parkinsoniern schon vollständig gegeben erscheint. Für den genetischen Zusammenhang mit den Parkinsoniern sind vor Allem die inneren Windungen der Runcinaten ent- scheidend , die bekanntlich ganz den Parkinsonier - Charakter an sich tragen. Formen des Jura: Co$m. adversum Opp. bi/urcatum Zibt. CatuUoi Opp. CaUoviense Orb. contrarium Orb. dimerum Waao. Duncani Spw. eucyclum Waag. /errugineum Opp. fissum Sow. Fuchsi Nbum. Gallilaei Opp. Garantianum Orb. Gowerianum Sow. Jason Rboi. Julii Obb. n »» »1 11 11 11 11 11 11 11 S1 'i^ 11 11 Co9m, Keppleri Opp. Koenigi Sow. Nepalense Grat. Neuffense Opp. Niortense Orb. nitidtUum Nbum. opis Sow. omatuM Schlote. Parkinsoni Sow. Pollux Rbin. praecunw Matbr. suhfwrcatum Zibt. subtrapezinum Waag. TorriceUii Opp. Württembergicuni Opp. »1 11 11 1» 11 11 11 11 yt 11 11 11 11 11 11 Formen der Kreide: Cosm. verrucosum Orb. Ich fuge provisorisch hier die kleine Gruppe der Macro- cephalen an, deren Verwandtschaftsverhältnisse noch einge- henderer Untersuchungen bedürfen; einerseits spricht für die Zogehorigkeit zu CosmocerM die ausserordentliche Aehnlichkeit niit den letzten Windungen von Cosm. GaüüaeU, wahrend andererseits die inneren Windungen der Macrocephalen keine ^par Yon Siphonaifurche zeigen und auch in Form und Be- «18 rippung viel Aoalogia mit RnfgeblMeneo, ongubeligeD SUplu- MMirai-Artea ezislfrt. Die MkCrocephaleD sind Fremdlinge in der europÜBchen JaraTaaiia, welche nur far kane Zeit in nn- eereni ErdlbeÜe eracfaeiDeo ; weon vir sie in ihrem SUinii- beiirke näher kennen gelernt haben werden, wird erst eine sichere EnUcbeidnng möglich ond wahrscheinlich die Aaf- stellaog eiaer eigenen Gattung nothwendig sein. Vorläufig führe ich sie als Cotmoeeraa an. Cosm. arenomm Waao. Cotm. lanuüotum Sow. „ el^hantimtm Sow. „ maeroeeptuAim ScBL- „ Ckareeans« Waig. „ Morriti Opp. „ Orautanum Opp. „ Pob/phtmvt Waas. „ Heneifi Sow. „ tumidum Rbui. AncjflQcerat Obbioht. Im mittleren Jura tritt eine Aniahl von evoluten Pormca auf, welche sich so vollständig in Scolptar und Lobenbao ac die gleichseitig vorkommenden Cosmccerds anscbliessen . ds»< wir sie nach dem Vorgange ron Qobpstbdt als erolnt ge- wordene Farmen dieser Gattung betrachten müssen. Strengt genommen konnte mau einen neuen Namen für dieselbi-r geben, um dies jedoch su vermeiden, scbeiot es xweckmässig. den bei den Kreideammonitiden vacant gewordenen Namei^ i Ancyloceras hierher ta nbertragen, da diese Formen schon bis- her SD dieser Gattung gestellt wurden. -Sehr anffaDeod sicii die ganz glatten Anfangswiudnngen, ein Merkmal, daa auch bei Coim. verrucontm auftritt. Ancjft. annvlatuvt Obb. „ baculaturn Qdbkbt. „ CaUovierue Hoaa. Baealina OBBianT. In den schwähitcben Ornaieutbonen tritt eine gani glaiu and gerade gestreckte Ammonitenform auf, welche Mif d«A ersten Anblick gant räthselhaft und anerklärlicb •racbsini. Vergleicht man aber die glatten ^ nfangswindnugen dar mitie:- jaraisiscben Ancyloeeraa, so findet man, daas diea«lb«o, abge- sehen von der Krümmung, gans mit der Baaitina «eaorw 919 U)er«inaliiiiin«ti , ao dniB wir diese g«DS teulptorloiCD S&be, e berrerodend ea klingea mag, als gestreckte OrnateD be- rai'blen mäaeen ; enf diese UebereitistiminuDg mit den Aofangs- Modaugen von Anq/tMxrat bat schon Qukhbtbdt anfmerkaam «macbt. Von BaatUtet anteracheidet sieh Baeuüna dnrcb iiupiliige LKteralloben. Um einen Denen Namen iq var- icidea, kann man Baeu^na bier verwerthen. Eiutige Alt: BacuÜna acuaria Qdkkbt. f PeTiipkinctet Waasu. I Gebäase meist weitnablig, nnl gerandeter Externaeit«, palptor meist aas geraden, gespaltenen, nicht geknoteten flippen bestehend; Mondrand einfach oder mit Ohren , mit .'eieer EinschnDreng; ancb auf den inneren Windongen vasaiu' ■elte BinschnäruRgen. Länge der Wobukammer '/s bis 1 Urn- ing, meist knapp einen Umgang einnehmend. Lobenlinie ■bnlich wie bei Stephanoeera», m^isi etwas stärker aerscbnttteo, mit herab hängen dem Natblobus. Aptychus iweitheüig, kalkig, sehr dünn, aossen gekörnt. Die Gattung Pnitphinelet nmfassl die alte Gruppe der Plauulalen, mit Aaaschlnss der liasiscben Formen, welch» au Stephanoeera» gehören ; die geologisch älteste Art von typischen Peritpkinctes ist Per, ifarlmn ans dem oberen Dnteroolitb; die Oaltnog iweigt höchstwahrscheinlich von Stephanoeera» ab, doch ist die Verbindung zwischen beiden noch nicht gftna hergestellt. Das Maximum der Entwickelang rällt in den oberen Jora, in der Kreide sind uor noch sehr wenige Ver- treter, welche den Charakter reinerhalten babea, dafür iwei- geo sich aahlreicbe divergirende Reiben ab, welche als geson- derte Oattnagen abgetrennt werden müssen und die Mebnahl der Kreideammoneen aosmacfaen. Oeber die Gliederung der Gattung in Formenreihen, vergl. die kürilicb erschienene Schrift von Dr. L. v. Amuoh, die Jnra- Ablagerungen iwischen Regen sborg nnd Paasan. Formen dea Jnra: Per. aberratu Waao. Per. Alhertimu Cat. „ acer Nimi. „ allnneu» OPF. „ adetu» Buberinus Amkon. „ platynotus Bbih. ?? 8ubinvolutu8 MöSGB. „ plebejus NsüM. 11 iub/ascicularU Obb. „ pHcatüia Sow. 99 9ubpunetatu9 Nbum. )) polygyratus Sohloth. 9» iubtüiB Nbüm. „ polyploeus 8cHf«0TH. 99 suprajurenm Obb. „ Pottingeri Sow. 99 tenuiplicatui Braüas. )) progerön Ammon. 91 Thurmanni Cobtbj. „ ptyehodes Nbum. 99 torquatus Sow. „ Q^ehen8i8 LoR. 99 truncatu$ Trautsoh. „ Becuperoi Osm. . 99 transitoriuM Opp. „ rectefurcatus Zitt. 99 trimerus Opp. „ Rkodanieus Dum. 99 thermarum Opp. „ £u?A7 11 11 11 11 11 Olc. Äemilianus Stol. yfstierianus Obb. ßachmanni Winkl. Bawani Stol. bidichotomua Lbtm. CaiUaudianus Orb. Carteroni Obb. Cautleyi Opp. Cliveanus Stol.' concinnuB Phill. Decheni Robm. diptychuH Kbts. Gi Nicoleti Buch. „ auritus Frio et Sohlömb. 1» nodi/er Gbi5. „ AquiggraniemisSoBLtT, « o&^t^tftt« Sow. „ Astierianus Orb. »> omatuB Mo»8T. „ binodo9U8 Robm. »1 peteckialis Mort. „ compre$9us Orb. »1 PhiUipH Bban. „ ccnstrictug Orb. »> plioatelhu Robm. ,, Conradi Mort. 1» ptt^A^rrtmu« Robm. „ Oeinitzi Orb. »t ^uodruptnostt« Gbin. n gibbus Schlot. ^1 rmt/ormM Mort. „ gulosus Mort. 1» spiniger Schlot. „ hippocrepis Mort. »» f^uM^natu« Knbr. „ HugardianuB Orb. « tridens Knbr. f, inflatuB RoRV. trtno(iost«« Krbr. „ Meriani FiCT. 11 Texanus Robm. „ Monasterienm Schlot. 1» tu6ercu2a/u< Gibb. Hop Utes nov. gen. Die wichtigste Formengroppe , die sich von PerispJdnctes abzweigt, ist diejenige, welche wir als die Gattung Hoplites zasammenfassen, und von welcher selbst einige weitere Gat- tungen ihren Ursprung nehmen; wir köqnen ihren Beginn bis io den oberen Jura hinab verfolgen, wo sie sich von der Gruppe des Perisphinctes polyplocus und involuttts abzweigt. Wir müssen zunächst die Art des Variirens und die Richtung desselben ^bei den Jurassischen Ferisphincten in zwei Bezie- bangen etwas betrachten, ehe wir die Entwickelung der cre- tacischen Hopliten selbst besprechen können. Die Lobenlinie der Ferisphincten ist in der Regel durch einen sehr entwickelten Nathlobns charakterisirt , der wohl bei Per, AcMUes von La Rochelle das Maximum der Ausbil- 926 dong zeigt; derselbe ist in der Regel so starlc, das« anch der aotere Laterallobas noch in seine Bildung mit hineingesogen wird, oder dieser ist wenigstens vom oberen Lateral einerseits, vom Nathlobus andererseits so sehr oberwachsen and ober- wuchert, dass er als ein ganz untergeordneter 8ecQudarlobo> «wischen diesen beiden steht. Bei einer Formenreibe der jurassischen Perisphincten , zu welcher Per. polyplocws Rkjs., virgatus Buch , involutus Qdrnst. , Rolandi Opp. , Stremckitmus Opp. und viele andere gehören , tritt nun eine Aenderang in der Weise ein, dass der Nathlobus sich weniger senkt und dadurch der zweite Laterallobos aus seiner gedruckten Stel- lung heranstritt; die Senkung des Nathlobus nimmt mehr und mehr ab , und bei den Kreide-Hopliten , welche diese Varia- tionsrichtung fortsetzen, nähert er sich mehr und mehr der Horizontalen und lost sich in eine grossere oder kleinere An- zahl von einander unabhängiger Auxiliaren auf; sehr bemer- kenswerth ist, dass die unbedeutende Grosse des unteren La- terals, auch nachdem er vom Nathlobus nicht mehr aber- wuchert ist, bleibt, so dass bei fast allen Hopliten, mit Aus- nahme einiger geologisch jüngerer Formen, ein aufFallend^^r Unterschied zwischen den Dimensionen des unteren und oberen Laterals besteht. Eine zweite Art der Abänderung betrifft die Scniptur; es ist eine sehr auffallende Thatsache, dass ein und dieselbe Variation der Verzierung, nämlich das Auftreten eines glatten Bandes oder einer Furche auf der Externseite bei einer grossen Anzahl von Perisphincten unab)iängig voneinander auftritt*); es herrscht dabei das eigentbumlicbe und von dem gewöhn- lichen Vorgange der Form Veränderung abweichende Verhältnis«, dass das neue Merkmal sich nicht auf der Wohnkammer, son- dern, soweit die Beobachtung reicht, auf dem gekammerten Theile der Schale zuerst zeigt» Es ist das wohl dadurch zq erklären, dass dieses Merkmal ein mit der Lage des Sipbo im Zusammenhang stehendes ist, und davon, dass die Furche oft lange nicht auf die Wohnkammer vorrückt, ist es wohl auch herzuleiten, dass dieser Charakter ausserordentlich häu- figen Rückschlägen unterworfen ist. *) Vergl. Nbuhata, Fauna der Sdiichten mit AtflidoceraM acanikieum^ pag. 174. 927 Vor Allem wichtig fSr uns ist das Auftreten der Bxtern- furche b«i der Porroengruppe des Per. involutus Qubmbt.; hier sehen wir sonäehst, dass bei Per, subinvoluhu MosCH die Rip- pen anf der Extemseite sich verwischen, ohne dass eine wirk- liche Furche vorhanden wäre; dann modificirt sich dieser Charakter in der Weise, dass bei nahe verwandten jarassischen Arten, wie HopL Eudoxus, pseudomutabüü , abscissus und prO' genitor die Rippen so beiden Seiten gans nahe an der Median- linie der Ezteriiseite abbrechen, und ein glattes Band auftritt, welches tiefer liegt als die abbrechenden finden der Rippen, aber im gleichen Niveau mit den Zwischenränmen zwischen diesen, und erst später bei cretacischen Formen greift die Furche noch tiefer. Gleichzeitig mit dem Auftreten der Ezternfurche findet auch eine Veränderung der Sculptur anf den Flanken statt, indem die geraden Planulatenrippen sichelartig geschwungen werden, die Theilungssteile derselben an die Nabelkante ruckt und an dieser ganc kurze, etwas verdickte Frimärrippen oder kleine Knoten stehen; auf der Mitte der Seiten ist in der Regel das Minimum der Stärke der Rippen, während sie gegen die Medianfurche zu wieder kräftiger werden und bisweilen schwache Knoten zeigen. Die charakteristischen Binscbnü- ningen der Perisphincten verschwinden und der Nathlobus lost sich in eine Reihe von Auxiliaren anf, welche horizontal sind oder etwas herabhängen, der zweite Lateral ist auffallend klein. Damit sind die Hauptpunkte der neuen Variations- richtung der Hopliten gegeben, und wir beginnen dieselben daher mit den eben genannten Formen des oberen Jura. In der Kreidezeit schliesst sich hier und zwar zunächst &n HopL progenitor in der natürlichsten Weise die Oruppe der Dentaten an; zunächst ist mit der letztgenannten Art HopL Neocomiensis und Verwandte in innigster Beziehung; von hier findet dann eine bedeutende Verstärkung der Sculptur statt, wobei HopL interruptus-, welcher in der Jugend sehr fein, im Alter sehr kräftig berippt ist, den Uebergang zu den reich versierten Formen vermittelt. Bei einzelnen Arten ruckt die Theilungssteile der Rippen mit ihrem Knoten gegen die Mitte der Seiten hinauf, eine Bildung, die bei HopL tuberculatus ihr Maximum erreicht, und welche durch Vorkommnisse yfie HopL interruptus Obb., Cephal. Cr6t. t. 32. f. 1. mit den normalen Hopliten verbandeii wird. Bildlich ist noch m erwihaeo, di» bei einigea FarmeD ein Räckschlag in d«r Scnlplar in itt Weise elaltfiadet, dsis die Rippen über der Externseite wietter cQSKmmenschlieasen , doch bleiben sie hier immer Bchwäch« als Bof den Flanken (vergl. ■. B. HopL Putonatuui). Die Gattung HopUtet läsBt sich folgendermaasaen chank- terisiren : AbkorameD der Pormengrnppe des PeriMphmetet tmwActu. mit aiemlich engem Nabel und hoben Windnogea; Dicke wbr Teränderlich. Mandrand and Läng« der Wohnkammer nob«- kannt. Scnlptar aus gespaltenen und geschwaogenen Bippn bestehend, die nahe dem Nabel oder in der Hitle der Planke« ans einer kleinea verdickten Anfangsrippe oder einein Kool» beginnen; Rippen auf der Externseite unterbrochen, oft dortli eine tiefe Furche getrennt oder wenigstens hier abgescbwicbt; Rippen am Anfang nnd Ende anschwellend, in der Mitte der Planken schwächer. Lobeolinie complicirt, mit verawe^ieu Aesten und mehreren Anxiliaren; Lobenkörper nicht *«br plump; Sättel so breit oder (meist) breiter als die Lobeo Erster Lateral stets länger als der Sipbonallobos; tweiln Lateral auffallend kars; Anxiliaren horitonlal oder sehr «eaig herabhängend. Ausser den typischen Vertretern der Gattung fügen wir hier noch eine kleine Seitenreibe an, welche durch sehr engen Nabel und sehr breite, Sache, durch schmale Furchen ge- trennte Rippen eigentbümlich charakterisirt ist; es ist di« die Gruppe des Uopl. DunuuUama Oob-, Promnaalü ObB-, em- preuUtimvi Odb., galeatus BccB, Faorei OosT-, Didoj/anui Ois Trotz ihres fremdartigen Aussehens können wir dieselben in Boplitet anscbJiessen , da die inneren Windungen , nanienllicli von Hopl. provincialit, auf eine sebr nahe Verwaadtachaft ail Bopl. Boitsieri hinweisen. Als eine ziemlich aberrante Form ist endlich noch Bofl regularis in nennen, der durch die geringe Zahl seiner Lobes von allen anderen Hopliicn abweicht, während er sieb >d an- deren Beziebnngen enge an die echten Dentaten bdbcUmsM; über seine Bexiehnngea werden noch weitere Untenncbnngra noth wendig werden. 929 ',. ArcMaeimu Orb. Anotdi PiCT. atperrmut Obb. ounJiif Sov. Benettiamu Oeb. CatteU^mentiM Orb. ciMiiprMmhinus Obb. Q>et/etdientii Schlot. cryptocera» ORB. cutrafiM Mast. Odwn BROflOH. tfenortu« Sow. Dethayen OrB- X'tdayaniM Orb. Dttfirenoyi Orb. Z>unia«ü)nu> Orb. i>ulenipl«anus Ohb. /aleatu» Mart. f erraiHJianus Obb. FUUmi Aboh. >t8tü»((atii« Phill. yaJMite« Bdoh. gargatmm Obb. ffunvanfi Orb. hdiacut Obb. infCTTupfiM Bruq. laut«« Pahk. Michtlinianu* Obb. Neocomietm» Ohb. noricut Schlots. PotUtffMnus Orb. proctncidJt« Obb. Pazosianui ORB. pulcheüut Orb. yuCT-ci/oIiw Orb. £aulimanu8 Orb. ÜMotmantM Obb. reguiarit Obb. «inuoni« Obb. splmdens SoT. Sftidm PicT. tarde/urcatua LBm. tudn-cu^afiM Sow. v«r«tco«taftM Obb. Vraconenm Piot. Acanthoctra» nov. gea. Von den HopliteD sweigt sich nahe &n ihrem UrepruDge eine grosse Reihe ab, welche ungefähr die Gruppen der Aitgu- licoitati , Craitecogtati , Nodosocostati , Mamillares and Roto- magensM ninfaBSt, und welche ich nach langen Bedenken als eelbBtständige Oatlung abtrenne; es finden sich nämlich ver- einzelte Formen , welche die Charaktere von Äcanthoceras und Hoplilet miteinander verbinden, ohne an der Abzweigangaatelle leider «a elehen; es ist nameotlich Acanthocerat Miiletianum, welches io dieser Beziehung grosse Schwierigkeiten bereitet. Wenn ich trotidem trenne, so geecbieht es, weil einerseits in der grossen MebrsabI der Fälle die Unterscheiilung ciemlich leicht ist und andererseits bei einer Vereinigung beider tiat- loiigea ta einer einzigen der Umfang dieser in ein Missver- hältniss SQ demjenigen der anderen Genera getreten wäre nnd dieselbe in heterogene Formen umscbliessen würde. Äcanthoceras ist im Oegendalz xu HopUta haapuicblieh charakterisirt durch Blarhe Keduclion der Loben, and dorcb gani gerade von der Naht gegen die Gxterntflii« Blelig ar> an Stärke sanehmeode Rippen; den Aasgangspnnkt bilden dir auf der Orenie iwischeo Jura and Kreide vorkommead«, Hopliten HopL abtoU$ui Opp. , occitannieu* PiCT. und Boiaitr- PlOT. Bei dieser letzleren Art ist die Bxternfurcbe nor xcf dem gekammerten Theile der Schale vorbanden, «äbreod aur der Wobokammer die Rippen ununterbrochen über die Bitem- aeite weglaufen and zu beiden Seiten derselben eine leicblc Kante bilden; zunäcbet ecblicsst sieb hier Acanthoetraa ang^\- cottatum an, bei welchen) der Räckscblag in der Bildung d« ExleroBeite aoch auf die gekammerteo WindaDgea agröckgreifi, and der Rippe ucbarakler, wenn anch noch schwach ansgeprägi and sehr &a die Uopüten erinnernd, sobon gegeben ist. Dit FortsetsuDg der Reibe bildet dann Äc. eraitecottatwat, d*a durc^ die Ausbildung seiner Jagendformen hierher gewiesen wird, und nur ein in seiiieQ Sculptarroerkmalen gesteigertes Ae anguUcostatum ist. Die Formen, welche sieb hier weiter an- Bchliessen , sind noch nicht beschrieben ; tnoächst sind e« Vorkommen, die von .-tc. croMsecoitatum durch grössere Di<^e abweichen, and diese fähren uns zu einer Art hinüber, welche in den Sammlungen in der Regel zu .4c. ComueHanum gestellt wird, «her durch geringere Dicke nnd verschiedene Seolptar von dem Typus bei d'Obbiokt abweicht Diese Abweicbangrc in der Veniernng bestehen darin, dass der ganie Charaki» derselben sieb demjenigen des .-/c. crassecoilatum nähert aod die Knoten auf den Rippen schwächer- entwickelt sind; vnn hier ergiebt sich dann der Uebergang zu der Gruppe des Ac. Cormteliamtm, Martinii, nodoiocoUatum tod selbst, aod aucli die weitere Fortsetzung bietet keine Schwierigkeil, da ihtr &.■■ nahe Verwandtschaft der Nodo so cos taten mit den MRmiUaitrr und dieser mit den Rotomagensen kaum ein Zweifel beatebL Die Diagnose der Qattang .Icanthocerm läset sich in Att folgenden Weise fassen: Nachkommen der Gruppe des HoplUt* abteiaaut, mi' massig weitem Nabel und nicht sehr hoben Windangeo. Bland- rand und Länge der Wohnkaramer uabekannl. Die ScalpiDT besteht aus ganz geraden, von der Naht gegen die £xternseiie an .Stärke stetig zunehmenden Rippen, welche häufig m;' einor grÖiiereD oder kleineren Anskhl von Knoten vertiert and höcbatens in der Jugend geachwungon sind. Bildung der Bxtemseite sehr verscltieden , in der Medianlinie bnid mit iin- anterbrocbenen Rippen, bkld mit einer Furche, bald mit einer Knotenreihe, deren Elemente sich sogar su einem Kiele ver- einigen gönnen. Lobenlinie elark redncirt, saaser den beiden Lateralen atebl anf dcti Flanken bÖchsteuB noch ein normaler Auxiliar, oder auch eine Reibe von 2 — 3 auaaorordenttich klei- nen, tiefalehenden Auxiliaren ; Körper der Loben und Sättel plump und brei^ die letateren breiter als die erateren, keine Ver- tweigung, sondern nnr einfache Zacknng der Loben. Siphonal- und erBier Lateraltobus an Grösse meist nicht sebr verschieden, der eratere oft grösser als der letitere; iveiter Lateral viel kleiner als der erste, beide einspiuig. Ac. anguücottatum Obb. „ Brottiamm Obb. „ Cenomanenie Arch. „ amciliatttm Stol. „ CoUerodense Stoi.. ,, Comudianum Obb. „ cratieeoMtatum Orb. „ cratsiteita Orb. „ Cunlifei Stol. „ £^infitii^(ont Sbaapb. „ Deoeriamtm Orb. „ Footeanum Stol. „ Oentoni BssOQs. „ karjtax Stol. „ iMidaeiun Sharfb. „ Lj/eäi Lbth. „ mamUlare Sohl. „ ifarltmt Orb. Ac. Mantel Sow. Mediicottianum Stol. meridionale Stol, Milietianum Orb. Morpheus Stol. naviculare Mant. nodosocotlatum Orb. nodotoide» RouH. omatügtmuffi Stol. papale Orb. rotalinum ORB. Botomagense Brokoh. nuticum ORB. Sussexiente Nbarfb. tropicavt Stol. Turonttue ORB. Uihat Stol. Woolgarei MaNT. Sloliczkaia aov. gen. Im Aoschlase ao UoplUu sehe ich mich nnch genölhigl, eine Gattung fnr eine merkwürdige kleine Gruppe von Ammo- neen anfzustelten , nämlich für die eigen th um Heben Formen der indischen Kreide, welche Stoliozka in seinem grossen Werke bescbrieben nnd mit den Hallslatter Arcesten verglichen lutl. Ich oeone diese GkltoBg cam Andenken an den aa die geologische aod pal eeonlologi sehe ErTorschDOg IndtvoB bocti verdienteD Msdo, der vor Konem mitten in seineni ArtMili- gebiele, dem gewsltigBlen Gebirge der Brde, »eifiea wiascD- schkfUicbeD Eifer tum Opfer gefallen ist, Slolieskaia. Die Dehereiaslimmnog der bierfaer gehörigen Fomieo and Dameiitlich too Stoüazkaia TeHnga mit gewissen Arceaten drr Trias ist allerdioga io der änaaerea Form siemlich gross, nod bedeateoder als mit irgeod welchea anderen Ammonilea, ei*s mit Aasnahme Ton Slephanoeera» buUahni ORB. des miulercn Jora. Ausser dieser Aeboticbkeit in den Proportionea ist aber keiae Verwandtschaft mit Aretttu vorbaadeo nnd daher ebc .-^nreibaag an diese Gattang nnmöglicb. Die Wofankanmer. deren Lange för Areettet in erster Linie leitend ist, bleibt bei den Kreideformea käraer, die Lobenieicknaog bat nicht die mindeste Aebolicbkeit mit den sehr charakteristischen Satoz- liaien der Arcestea, and endlich und die inneren WiadangeD bei den Formen, bei welchen wir dieselben kennen (^StoL Xetn Stol. and argoMMtiformU Stol.) kräfUg radial gerippt, wu aaf gans verschiedene gCDelische Besiehnngen schliesseo lässt. Um die Stellung anserer Gattung zu besprechen, »ehe icb mich, was ich sonst hier Termieden habe, genöthigt, swei neac Arten anfsnstellen , um Namen in haben , deren icb mich bei der folgenden Uiscossioa bedienen kann. Stolictkaia t-etrai/ona oot. sp. {Ämmouita dupar Stouczka, tbe fossil CephaJopoda of tbe cretaceona rocks of sontbern India, t. 45. f. 2. non Anm. düpar Okb.). Abgesehen von der anbedenteiid stärkeren Ansschnörong der Wobokammer unterscheidet sich diese Form von SM. ttitpar Obb. durch viel bedeutendere Dicke , sowie durch die Berip- puDg; bei Stol. tetrogoiia sind die Rippen aach bei gröasenn Exemplaren von gleich massiger, nicht sehr bedeutender Dickt während ihres Verlaufes von der Math über Plauken und ^t»n- seite, während dieselben bei ftoLdtqMir ausser in der Jugend aef der Exteroseite augescbwollen und überhaupt in der gaascn Anlage breiter und dicker sind. Die Loben seicbn an g stimmt bei beiden Formen liemlicb nbereia. 933 Stoliczkaia clavigera nov. 8p. (Amm, düpar Stol.« tbe fossil Cepbalopodo of ibe cretaceoas rocks of sootbern India, t. 45. f. 1. non Amm. düpar Orb.}« In Berippoog and QaerscbniU stebt Stol, ciavigera der StoL dispar viel näber als di« vorige Art; dagegen nnter- scheidet sie sieb dorcb einige sehr wichtige Charaktere; vor Allem dorcb die Bildung der Wohnkammer, welche sehr stark ond deutlich aas der regelmässigen Spirale sich entfernt, und auf der die Rippen auffallend anschwellen und aoseinander- treten; ferner dnrcb die Lobenlinie, in welcher die Auxiliaren zu einem herabhängenden Natblobas sosammentreten. Aus der Ootatoorgruppe von Moraviatoor im südlichen Indien. StoUexkaia dispar, tetragona und clavigera bilden eine Formenreibe, bei welcher als wichtigster Zug der Variations- richtaog die Aosschnnrang der Wohnkammer auftritt; an StoL clavigera scbliessen sich swei Formen mit derselben Variations- richtang an; einerseits Stoliczkaia orotaloideB, eine Form mit stark erweitertem Nabel , welche , soweit unsere Kenntnisse reichen, sich nicht fortsetzt, andererseits Stoliczkaia argonauti- formis, ein wicbtiger Uebergangstjpus. Hier ist der Nabel verengt, die Ansschnorung der Wohnkammer etwas stärker, die Scalptor im Alter reducirt und auf die Ezternseite be- schränkt, aber der Contrast zwischen der Wohnkammer und den vorhergehenden Tbeilen der Windung ebenso wie bei StoL clavigera; der Natblobns ist vorhanden. An diese Art schiiesst sich StoL Xetra an, welche von StoL argonauti/ormis ebenso abweicht, wie diese von StoL cla- vigera; bei den sehr grossen ausgewachsenen Exemplaren ist die Sculptor von der Wohnkammer ganz verschwunden, diese schnürt sich, so viel zu erkennen ist, nocb etwas stärker aus, der Nabel ist nocb mehr verengt, der Natblobns stärker aus- gebildet, karz alle Merkmale zeigen die stricte Fortsetzung der begonnenen Variationsrichtung; endlich stimmen die inneren Windungen von StoL argonauti/ormi$ und Xetra in der auf- fallendsten Weise überein ; StoL Xetra bietet dann die Ver- bindung mit den beiden noch übrigen Formen StoL Budra und Telinga keine Schwierigkeit mehr. Die Gattung Stoliczkaia bildet demnach eine mit Orbiort's Ammomtes dispar beginnende Formenreibe, ober deren Ursprung 914 «ns die iDoena Wiadongen ood dcrHabitoa £«Mr Art ketcc= Zweifel laMeo; dieselbe Bchlieul sich üb Allediinigslc S£ Hoptitet DtitempUatau ond roo d* an ^491/. i>raA^a* an. Ics war aDfangs der Aosiebt, dass es besser sei, Sitiicitma di^ar bei Hopstet sa lasseo, so dasv dana Stohe^t^a eioe sjmilimt indische Galtong gewesen wäre; da aber die neae Variatioa»- ricblnog io der BerippHog nnd in ier Aassehnönag der Wohn - kammer bei der in Bede stehenden Fonn schon ToUständig gegeben ist, so balte ich es fir noibwendig, sie ron den Hop- liien abntrenDco. Es spricht jetst noch «n weilerer Gnod hterfwr; tv lange ich die jetst als j4eamtkoeeraa «nsgeschied«n«n Foraeo noch lu Hoplites stellte*), bildete Mich StoL dügar kein aJIsn extremes Glied in dieser weilen Galtung, wäbrend sie jeui nach Anescbeidong von Aeaittkocerat die hierdurch ersielie Bomogenilat wesentlich stören würde. Die Cbarakterratik der Gaunng StoUetiaia Uta« sich in der folgenden Weise fassen : An die (imppe dei HopUta DutampUanuM anscbliei sende Formen, mit ansge- ecbnärter, % (?) Windungen betragender Wohnkaauser. **j Handrsnder geschwungen, in der Mitte der Flanken vorgc- sogen , an der Eztemseite schwach ansgeschnitlcn. Innen Windungen mit radialen , anf der Bxlemseite nicht 1 brocbenen und hier meist das Maximum der Slirke erracheu- den Rippen; Wohnkammer glatt oder mit verdickten Ripp«i Bxternseile ohne Kiel and Furche. Loheolinie versweigt, at einem Sipbonallobus , swei Laleraleo und einem mehr odei weniger berab hängenden Naiblobus bestehend. Slol. argOTumti/ormii Stol. Slol. Budra Stol. „ cUmgera Nbdii. „ Tdmga Stou „ cTotaloida Stol. „ tetragotta Nbüm. „ dwpor Orb. „ Xeira Stol. •) Siunogiber der Wien« Akad. nt-wa* Cl. 187ä Bd. " Abth. 1. -} Bei der WettanHt«llniiK 1873 waren Stülichi'i CMs „ annulare Obb. Toxoeeras. „ Beani Touno et Bird. Ancyloceras. „ bicome Obb. Toxoeeras. „ BineUi Ast. Ancyloceras, ), bitubereulatum Obb. Toxoeeras, ,1 Bowerbanki Sow. Ancyloceras. ' „ breve Obb. Ancyloceras, „ Brunneri OoST. Ancyloceras* „ Comuelianum Obb. Crioceras. „ Comuelianufn Obb. Ancyloceras. „ Couloni OoST. Ancyloceras. „ cristatum, Ast. Ancyloceras. „ dUaiatum Obb. Aw^loceras. „ Duvalü LBv. Crioceras. „ Duvalianum Obb. Ancyloceras. „ Duvalianum Obb. Toxoeeras. „ Emerici Ltv. Ancyloceras. „ Emericianum Obb. Toxoeeras. 937 Crioceras slegans Orb. Toxocera$. Eteheri Oobt. Ancyloceras. Foumeti Ast. ancyloceras, /urcatum Orb. Ancyloceras, gigas Sow. Ancyloceras. - grande Sow. Ancyloceras. Heeri Oost. Ancyloceras. Stlsi Sow. Ancyloceras. Honnorati Oost. Ancyloceras. Jauberti Ast. ancyloceras. Jourdani Ast. Ancyloceras. Jcaunense Cott. Toxoceras. insigne Pict. u4ncyloceras. Kochlini Ast. Ancyloceras. Lardyi Oost. Ancyloceras. longicome Pict et Loh. Toxoceras. Matheroni Orb. y4ncyloceras. Meriani Oost. Ancyloceras. Morloti Oost. ^ancyloceras. Moussoni Oost. Ancyloceras. Moutoni Ast. Ancyloceras. nodosum Cat. ^incytowa«. nodosum Orb. Toxoceras. ohliquatum Orb. Toxoceras. Orhignyanum Math, ^ncyiöuw-o«. omatum Orb. -fncyloceras. Panescorsi Ast. Ancyloceras. Picteti Oost. Ancyloceras. Pugnairi Ast. Ancyloceras. Puzosianum Orb. Orioceras. Puzosianum Orb. ^nc^/ocera«. pulchernmum Orb. ancyloceras. Quenstedti Oost. Ancyloceras. Sablieri Ast. ancyloceras. Sartousi Ast. Ancyloceras. Sahaudianum Pict. et Lor. ^ncytecera«. Seringei Ast. Ancyloceras. Simplex Orb. Ancyloceras. Studen Oost. Ancyloceras, Thioüierei Ast. Ancyloceras. Uil*, d. D. ge*|. Ge». XXVII. 4. ^, Ol 938 Cnoceroi Terveri Ast. Ancyloceras. Van den ffecki Ast. yint^loceras. Vülersianum Ast. Ancyloceras, 1» Heteroceras Orbight. Heteroceras umfaast eine Anzahl äusserst sonderbar geMa teter Formen, welche zu Crioceras in demselben Verbakois stehen, wie Turrüites zu Hamites, Von Crioceras unterscheidt sich unsere Gattung durch das Heraustreten ans einer BbeD« von Turrilites durch die unsymmetrisch getheilten Laterallober ausserdem aber noch durch den ganzen Habitus und die gan abnorme, aus den Zeichnungen von d*Orbig!«t*) bekannte Ai der Krümmung. Ausser den drei typischen Arten ist noc Turrilites Senequieri Obb. hierher zu rechnen,**) Heter. ÄsHenanum Orb. „ hifwrcatum Obb. „ Emerici Orb. „ Senequieri Oab. Jspidoceras Zittbl. Aeussere Gestalt sehr veränderlich, bald flach and weit nabelig, bald aufgeblasen und engnabelig; Externseite ge rundet oder mit einer breiten Externfurcbe, nie mit einem Rie oder einer Kante. Sculptur aus einer oder zwei Knotenreihci bestehend oder fehlend, Rippen in der Regel nur in der Ja* gend vorhanden. Mundrand einfach {Asp. aporum mit Ohren?) Wohnkammer kurz, % Windungen betragend. Cellnlose .Ap- tychen. Lobenlinie ziemlich einfach ; Sipbonallobas, 2 Laterale, oft noch (bei geologisch jüngeren Arten) ein Auxiliar. Loben wenig zerschlitzt (mit Ausnahme von Asp, Altenense und chrcun- spinosum); Korper der Loben und Sättel breit. Die Bntwickelung von Aspidoceras ist ziemlich gut be- kannt***); die Abzweigung von PerispMnctes scheint im obereo Gallovien vor sich zu gehen. Bricht man von einem der eio- *) Journal de Concbyliologie Vol. II. ••) Vergl. oben bei Turrilites, ***) Vergl. WüRTTBiBBiiGER im „AtisUnd** 1873 und NiiiiiATt, Fmici der Schichten mit Aspiäoc, acitnihicum png. 50. 939 iheren, geologisch ftlten Typen, i. B. Asp. perarmatum die sseren Wioduogen'weg, so findet man innen eine Scnlptar, Iche über die Abatammung von der Gruppe des PerUphinctes igerus and curmcosta keinen Zweifel liUet; geschwungene ppen und Parabelknoten sind bei beiden identisch und die ztercn entwickeln sich tt\x der äusseren Knotenreihe der pidocerasy unter denen die Formen mit nur einer äusseren lotenreihe den ursprünglicheren Typus darstellen, aus denen h erst die zweiknotigen Perarmaten entwickeln, die in der geod nach dem Stadium der Rippen und Parabelknoten ein eites mit nur äusserer Knotenreihe, dann erst das dritte loitive mit xwei Knotenreiben durchmachen. An die grosse Reihe der Perarmaten mit doppelter Knoteo- be, welche keinen Auxiliarlobus besitzen, scbliessen sich hrere andere Reihen an; zunächst eine solche, welche die $sere Knotenreihe ganz oder tbeilweise verliert, wie Aep. iizei und eusanthomphalum und von der ersteren Form nehmen ! Arten mit breiter Externfurche ihren Ursprung, wie ^sp. '4sulumj Knopiy Beckeri, hybonotum u. s. w. Bndlich sind r die Perarmaten die aufgeblasenen Formen der Cycloten röckzufnhren, welche wohl in Folge ihrer grossen Dicke len Auxiliarlobus aufnehmen, und auch analog den schmalen rmen allmälig die äussere, später di6 innere Knotenreihe rlieren und ganz glatt werden. Mpidoeertu hat den Höhepunkt seiner Entwickeluog in r Kiinmeridgestnfe und stirbt im Neocom aus. Formen des Jura: Asp, acanthieum Opp. cicanthompJuUum Zitt. Mtenenae Orb. ^ppenninicum Zitt. atavum Opp. aveüanum Opp. Babeanum Orb. Beckeri Nbum. - biarmatum Zibt. binodum Qdbnst. bupinosum Zibt. Caletanum Opp. Asp. circvLmspinomm Qubbst. dambum Opp. eyclotum Opp. dUtrcuitum Qubbst. Edwardiianum Orb. eucyphum Opp. euryBtomum Bbs. g%ga$ Zibt. harpephorum Nbum. Uaynaldi Hbbbigh. hybonotum Opp. hypselum Opp. 61 • 19 940 Asp. £nopt Nb(jh. . /» ^«p. simplum Orb. 7oiron«fi«e Lob. n Peltoeera8 Waagen. Diese Gattung ist von Waagbn in einer vorläafigea Mit theilung über die Cephalopoden des Jura von Cutcb in lodie aufgestellt; sie begreift nach der Fassung, welche ich ihr gebcj zu müssen glaube, Formen, die gleich ^8pidocer€u von Peri sphinctes abzweigen und geknotete Rippen entwickeln; währea aber Äspidocercu von den Perispbincten mit gescbwongenel Rippen herzuleiten ist, zeigt hier die Stammform, Pütocerä aumUare, ganz gerade Rippen ; ein Unterschied swiaeheo beide Gattungen liegt in dem Auftreten persistenter Ohren bei Pel toceras; von Wichtigkeit wird es sein, den Aptjchus des leu| teren kennen zu lernen. Die ältesten Vertreter erscheioei im oberen Callovien, und schon im oberen Oxfordien stirb die Gattung mit PelU himammatum wieder aus. PelU aegoceroides Waag. annulare Reiiv. Arduennense Orb. athleta Phill. hidens Waag. himammatum Qubnst. Constanti Orb. Pelt. Eugeni Rasp. ,, reversum Lbck. „ semirugosum Waag. „ spüsum Opp. torosum Opp. 9> „ transversarium Qubsst. Simoceras Zittbl. Gehäuse sehr flach scheibenförmig, weitnabelig, mit labi- reicben, langsam anwachsenden Windungen (ausser bei einig«» 941 ir geologisch ältesten Formen); Externseite gemndet oder ge- rcbt, Scalptar selten fehlend, meist aas geraden, einfachen oder (gabelten Rippen bestehend, welche meist während der gan- n Lebensdauer, jedenfalls aber in der Jagend auf der fiztern- ite unterbrochen , und hänfig mit Knoten verziert oder auf it letzten Windang stark angeschwollen sind; vereinzelte, ich vorn gerichtete Einschnürungen aaf allen Umgängen, obnkammer lang, mindestens V^ Umgang, meistens mehr (tragend. Mnndrand bei den geologisch jüngsten Arten mit ncm aufwärts gebogenen Externlappen , bei den geologisch ngeren Formen noch nicht bekannt. Aptychus ? Lobenlinie cht sehr complicirt, in reductiver Umänderung begriffen; iphonallobus am grossten, Externsattel sehr entwickelt und 'eit, Laterale einspitzig, bei den geologisch jüngeren Formen ihr klein. Die <>attang Simoceras beginnt im oberen Theile des mitt- len Jura mit der Gruppe des Sim. stdcatumi anceps, Oreppini, raasij Rehmannif welc*he typischen Perisphincten §ehr nahe eben und sich von solchen nur durch etwas entwickeltere inschourungen , das Auftreten von Knoten auf den Rippen )d das Vorhandensein einer Externfurche unterscheiden, so ^ss es in hohem Grade wahrscheinlich ist, dass beide Gat- ■iigeD aus gemeinsamer Wurzel entspringen , zumal da die erisphincten in hohem Grade zur Bildung einer Externfurche -neigt sind; diesen stehen Formen aus dem unteren und ittleren Theile des oberen Jura, wie Sim. contortum Nbum. id Agrigentinum Gbm. sehr nahe; allmälig tritt eine Verän- irung derart ein, dass die ursprünglich allein vorhandenen 'spaltenen Rippen mehr und mehr einfachen Platz machen ^d endlich ganz durch diese verdrängt werden, während «ichzeitig die Rippen aaf der Wohnkammer weiter aus- Dander treten und stark anschwellen. Daraus entwickeln CO dann die extrem ausgebildeten, sonderbaren Arten des >thoQ , für welche die Gattung ursprunglich gegründet orde, mit theils sehr stark vortretender, theils .verschwin- 'Oder Sculptnr , bedeutend reducirter Lobenzeichnung und iiwärts gebogenem Externlappen an der Mnndnng. Den Höhepunkt erreicht Simoceras im unteren Tithon, ^ «9 eine grosse Formenmannigfaltigkeit entwickelt, aber 'hon im oberen Tithon stirbt die Gattung ans; die geologisch L 942 ältesten Formeo siod sowohl im mediterrsneo als im mitu earopäisoheo Jura rerbreitet, Torwiegeod sogar in lelztereii die jüngeren , stark von Perisffhinctes düferencirten Tjpen ^i dagegen, wie Phylloceras und l^ioceraSj fast gaos auf tj mediterrane Provinz beschränkt und treten nördlich nur gai Vereinselt in wenigen äusserst seltenen Arten (Sim. Randenm und Doublieri) auf. Sim, Ayrigentinum Osm. anceps Rbin. arthriticum Sow. admirandum Zitt. Benianum Cat. biruncinatum QüBNST. Ca/fini Gbm. Cavouri Obm. Cairianum Zitt. contortum Nbom. Doublten Orb. explanatum Nbum. Favaraense Obh. Sim, FraaH Opp. Greppini Off. Herbicki Hau. Joariense Waag. lytogyrum ZiTT. rachysiraphum Gbm. Rand^«n<« MÖSCH. Eehmanni Opp. «/n'c^tim Cat. ^ tulcatum Hbhl. tere» Nbum. Venetianum Zitt. Volanen$e Opp. 943 ß. ßrieflicbe Mittheilongen. I. Herr G. Segubnza an Herrn G, voh Bath. MtHine, 39. Oetaber 1875. Ea war mir bereils früher bek»Dnt, dass an verscbiedenen Punkten der Nordküsle Siziliens AnhäufaDgen von Bimslein- luffen sieb finden, doch halte ich noch keine Kenntniss von ihrer Lagerung. Im verflossenen Jahre indess fand ich bei Salice eine versteinerungsreiche , dem Pliocän Angehörige Schiebt, welche neben den gewöhnlichen Elementen von Qaara- und Katkkörnern (den vorherrscbenden Elementen der betref- fenden Schicht) die deutlichsten valcanischen Lapitli fährt und mit ihnen lose Aogile ron der charakteristischen Form der Ton den Vulcanen ausgeschleuderten Kristalle. An derselben Oertlichkeit fand ich dann auch den BimateiotufF und verscbie' dene andere Straten von vulcaniscben Materialien. Dm beifolgende Profil wird die beobachtete Schicbten- fulge deotlicb leigen. OberM Terllär btl Sslice (NordkDite tod Sidlien). 944 1. ThoD des oberen Miocän. 2. Knollenkalk (Calcare concrezioDato) ohne Verateine rangen. 3. Weisse Mergel mit Orbalinen und OlobigerincD. 4. Korallenkalk. 5. Mergel mit TerebrattUa Gruücardiana, T, MensgktniaHB Terebratella septata etc. (Erloschene Specien). 6. Mergel mit denselben Versteinerungen, deoen siol noch hinzugesellen: Nucula suleata, Leda ctcuminata. L, gibbüy L, pusio^ Maüetia dilatata etc. 7. Quarzig - kalkige Sande mit Lapilli und TolkaniBcheo Sauden von tracbytiscber (tefrinica) Beschaffenheil. 8. Mehr oder weniger cementirte kalkreiche Sande mii Bimsteinbruchstncken und Trachytsanden , sehr reich an Cirrhipeden, Korallen, Mollusken, PoraminifereD eicj 9. Dichter Kalk mit Lophohelia^ Desmophffllufh j Cary^ pJiyUia und Mollpsken. 10. Alluviale Bildungen ohne Versteinerungen. j a. Sehr feinkorniger Sandstein unbestimmter Bildong. b. Schwärzlich brauner Mergel. c. Versteinerungsfuhrender Bimsteintnff. Die Abtheilungen 2 und 3 geboren zur unteren Etage de» älteren Pliocän (dem Zankleaniscben). Die Abtheilangen 4 bis 8 bilden die obere Etage des älteren Pliocän (Astianiach.i Pareto). Es ergiebt sich demnach, dass die mit 1 bezeichaete; Miocänabtheilung keine vulkanischen Producte enthält. Ebenso verhält es sich mit den Schichten 2 und 3. Die ganze übrige Masse des Profils bildet, abgesehen von den Allavionen, die obere Abtheilung des älteren Pliocän^s, das eigentliche Astia-: nische Pareto^s. Die sehr zahlreichen organischen Reste lassen in dieser Hinsicht keinen Zweifel bestehen. In dieser letz- 1 teren Schichtenreihe nun findet sich ein Stratum eines fein- 1 erdigen, zerreiblichen Sandsteins (a), welches mir von vielen : anderen Punkten bekannt ist. Die mikroskopische Unter- Buchung lässt, freilich ganz selten, einige Foraminiferen {Gh- bigerina, Bosulina^ Botiüina u. a.) erkennen, während die Haupt- 945 masse aas unregelmässig gestalteten , darehsichtigen , meist verlängerter. Gebilden besteht. Es wäre nicht onmöglich, dass äasserst fein zerriebenes, vulcanisches Material bereits an der BildoDg dieser Schicht einen Antheil bat. — Oasselbe gilt von dem scbwärzlichbraunen Stratum b, welches seine Färbung von reichlich beigemengtem Mangan zu erhalten scheint. In den mit 6 bezeichneten Schichten finden sich keine Anzeichen einer vulcanischen Bildung. Wohl aber sind in der Schiebt 7 Lapilli und vulcanische Aschen überaus deutlich. Das Stratum c, ly, M. mächtig, besteht aus Bimsteintnff und fahrt die organischen Reste der unmittelbar unter- und über- lagernden Schichten. In den Schichten 8 bemerkt man Fragmente von Bim- stein, sowie Lapilli und trach^rtische Aschen. Wohlgebildete Aagitkiystalle fehlen nicht. Aus dem Gesagten geht klar hervor, dass das Material dieser Schichten identisch ist mit den Froducten der äolischen Inselvulkane, and es ergiebt sich ferner, dass die Eruptionen dieser Vulcangruppe bereits in der Epoche des älteren Plio- caos begannen. Das Studium des Profils von Salice und ähnlicher Punkte macht es demnach möglich, die Aufeinander- folge der Eruptionen, ihre Unterbrechungen etc. genau zu verfolgen. — 2. Herr 0. Feistmantel an Herrn von Richthofen. Calcutta, 10. Decerober 1875. Vor etwa 14 Tagen bekam ich das 1. Heft dieses Bandes der Zeitschrift in die Hand, wo Ihr Vortrag über Dr. Sto- uczKA^s Ergebnisse und Forschungen im Nordwest - Himalaja und in Süd-Turkistan abgedruckt ist. Mit Bezug darauf er- erlaube ich mir Ihnen heute folgendes daran Anschliessende mit«ntheilen. Dr. Stoliczka's naturhistoriscbe Specimina, die er auf der Expedition nach Yarkand gesammelt hatte, kamen natur- lich alle (bis auf einige auf merkwürdige Weise verschwundene) r 946 hier nach Ccicutta and sollen seiner Zeit in einem grÖHCKn Werke pnblicirt werden. Die Bearbeitung des zoologischen Materials hstte Hm W. T. BljIIIPORD übernommen, und in einer der leUten Num- mern des Journnl of tbe Asi«t)c Society of Seng»! einen Vnr- bericbt über die SÄngethiere veröffentlicht, and haben wir für'i Nächste weitere Bericbte eu erwarten. Die loologisrhe Abs- beste scheint die grösste gewesen zu sein. Das nicht sehr grosse geologische und palaeontologistbt Material, befindet sich in onserem Masenm; es sind aber dennoch einige recht interessante Dinge darunter. Ich habe roicb sa- geboten, die Zusammenstellnng der Petrcfacten in verfert^tn. Gebanden aber durch die beabsichtigte rasche Veröflcni- lichaog meiner anderen officiellen Arbeit (die Tossile Flon), über die ich Ihnen am Schlüsse etwas millheilen will, hab« ich noch nicht viel Zeit gehabt, eingebend an den STOLiCZKA'schfii Sachen zu arbeiten; doch will ich Ihnen ganz kurz schon jeui das Wichtigste darüber mittbeilen , und werde später vielleichl (■etegenheit haben, ansfährlicher darüber zu sprechen. Alle Fossilien stammen aus dem Bereiche der Kon- koram-Kette, bis über Kashghar hinaus, znm Fusse des westl. Tian - Sban. ]. Die interessantesten Fetrefacten sind eine ziemlich zahl- | reiche Suile ganz kugelrunder oder nur etwas plattgedrückter j Körper, die anf der Oberfläche entweder mehr oder weniger ; glatt sind, and nar mit kleinen Löchern versehen, oder aber warzenartige, verschieden grosse Hervorragnngen besitzet). AU ich sie znerst erblickte, erinnerten mich dieselben gleich an Proressor Robheb's Astylospongia nameotltcb an Sad«- Witz, t. 3. f. 3n. 3b. — wofür ich sie auch in der Thai ansehe, znmal auch die Innenstruclur auf dem geacbliffenpü Dorcbscbnitt ganz übereinstimmt. Doch konnte es mir li* jetzt nicht gelingen, in den von mir angestellten Präparsici. die aSpicnlae" zu finden; ich glaube aber, dieselbeo ware:< nicht hinreichend präparirt und werde ich mich vielleicbl gv nÖlhigt sehen, iti Deutschland DÖiinachlifTe anfertigen za taasec Ich sehe sie indessen doch als .itiyloipOKgia an nnd «cbeine^ wenigstens 2 Arten vorbanden zu sein. Dieselbeo Korper wurden, so viel ich weiss, Dur «inmal ans demselbeo Gebirge angeführt und zwar von Dr. VKRCHtai 947 iD dem JoorDal der Asiatic Society; es finden sich daselbst auch 3 Exemplare abgebildet, aber sehr schlecht. Derselbe fährte sie an als Sphaeronitea Hirbinq. und unterschied aoch 2 oder 3 Species. Die Localität Dr. Vbrchärb^s war: Korakoram-chain in Ihe rocky plains at ihe foot of tbe Masha-Bram (aoch auf einigen Karten Mascherbrani) — [Masha*Brom 25000' hoch, zwiaeheu 35 — 36^ nordl. Br. und 76 — 77^ ostl. L., sodlich vooi Maskat Pass (18400') ond vom Bai toro- Gletscher (nord- weatl. von Leb or Ladak)]. Stouczka's Angabe ist: Korakoram, head of the Shyok Valley (also südöstlicher vom vorigen). Diese Petrefacten sind in der That silorisch. Es ist aber weit nordlicher als die Localitaten Cpt. Stbacbbt^s und als Stoliozka*s frühere Reisen im iiordwestl. Himalaya. 2. Das nächst interessante Petrefact ist ein grosser Brachio- pode, der in der That ein Pentamerua ond wohl nor Pent, Knighti Sow. ist; es ist das Exemplar zwar nicht vollständig erhalten, aber die Form ist dennoch deutlich zu erkennen ond die Lamelle in der Schnabelschale ist deutlich 20 sehen. Localität: N. of Tangitar — Koktan Range, nordlich von Kasbgar. * Ausser diesen Petrefacten sind dann noch andere vor- handen, die dem Silor angeboren. — Von Devonfossilien ist nichts vorbanden, und scheint Devon hier in der That nicht entwickelt an sein. 3. Dann ist eine Suite von Kohlenkalk-Petrefacten vorhan- den, ebenfalls aas der Koktan Range, enthaltend neben einem grossen Productus von Alon-Artush , nordl. Kasbgar, noch den gewöhnlichen ProdiLCtus semireticulatus Mart. in einigen Exem- plaren, nordl. von Tangitar, nordl. Kasbgar, ausserdem einige Terebrateln und Spiriferen. 4. Dann ist eine Suite exquisiter Trias-Petrefactee von nordöstl. von Aktash, 4 Miles westl. vom Noza-tash, 75^ östK L. ood oberhalb 37" nördl. Br., und von Wobab-Jilga, sudl. von Aktagb, nördl. vom Korakoram Pass; besonders sind darunter zwei Gesteinsstucke voll von Manotis salmaria von Aktash, ebenso einige Exemplare eines Ceratiten von Aktagh. 5. Endlich sind noch einige Jorapetrefacten vorhanden. Neben den Petrefacten, die bei näherer Untersuchung 948 noch mehr Resultate ergeben werden , liegt noch eine Suite von Gesteinen vor. Es ist also durch diese Expedition die Kenntniss der Formationen, die bis jetzt zumeist nur von Spiti und Iheilweise von Rupshu (sudostl. von Ladak) gekannt waren, ziemlich hoch nach Norden vorgeschoben worden. Es wird auch eben die geologische Karte dieser Tour zusammengestellt. Meine gegenwärtige Beschäftigung ist hauptsächlich die Bearbeitung der Pflanzenreste, die sehr zahlreich sind, and zwar habe ich zuerst das Jura-Trisssische Terrain vorgeoom- men (Tertiär und Kreide später). Zu diesem Terrain geboren, wenigstens so viel ich mich bis jetzt überzeugen konnte» und durch Application der Verhältnisse in Europa, die meisten der hiesigen kohlenfShrenden Schichten; — echte Carbonkohlen scheinen in der That ganz zu fehlen. Ich bearbeitete eben die Cutch - Flora mit 12 Tafelerklä- rungeu und beende die Rajmahalflora, zu der noch 10 Tafeln kommen. Die Flora der Juraschichten von Cutch ist dem grossten Theile nach ooUtisch, und zwar unteroolitisch, analog dem englischen Oolit von Yorkshire; zwei Fundorte wiesen Pflanzen auf, die noch einen tieferen Horizont andeuten. Die Flora ist nicht sehr reich. Die ^Rajmahal Series*' in den ^Rajmahal Hills«" (150 — 180 engl. Miles nordl. von Calcatta) fuhrt sehr zahlreiche Pflanzenreste (keine Thierreste). Diese hatte schon Herr Th. Oldhah mit Prof. Morris im Jahre 1862 zu pnbliciren angefangen, aber nur zum Theil bearbeitet; Fortseszung und Schlnss habe ich nun zu machen, mit theil- weiser Umänderung des schon publicirten. Nach den Pflansen- resten, die sehr reich sind, besonders an grossen Formen voo Taeniopteris Bot., PterophyUum Bot. (sehr zahlreich und gross), Cycadites Bot. (echte und grosse Formen) etc., erkläre ich diese Schichten für Lias, was auch schon früher theilweise, wenn auch indirect von anderen Autoren, angedeutet wurde. Hier bezeichnete man diese Schichten als: ^^ot newer thsn the lower Oolite^, also auch ziemlich nahe. Neben den obea bezeichneten Petrefacten, die für die Altersbestimmung wichtig waren, fuhrt die ^^Rajmahal-Series*' auch noch Petrefacten, die für sie als solche charakteristisch sind. Es sind einige Alethopteris - Arien ^ einige Coniferen- Zweigchen und dann der indische Tjpus: PtilophjfUum Morr. (von einigen Autoren als 949 Palaeozamia Erdl. cUirt), der auch in der Cutch Series noch votkorant nod für diese beiden Scbichlenreihen gleichsKin das vcrbindeade Glied bildet, dtta sie su derselbes grösaeren Epocbe, nämlich Jurft, Bteltt. Auf Grnod der Tür die „Rajmftha) Series" chKrakteri- stischen PSanxenreste habe ich dieae Schichten noch an einer anderen Stelle, nämlich an der Südoatküate Indiena, im Be- reiche des unteren Qodavari Rirera, weatlicb vod Blloor, bei Collapillj mit Sicherheit nachgewiesen , und auch noch an soderen Stellen werden sie aich erweisen lassen. Die Catch Series habe ich anderwärts noch nicht wiedergefunden. Die nun unter der Riymahat Series folgenden Schiebten, die Pancbet Rocke, obere Daroudab Seriea (Kampti Series) «Ic, halle ich für Trias mit Schizoneura Sohhf. d. Modo., GloMoplerie Bot. etc. Ueber diese Schichten werde ich erst näher arbeiten; sie sind ziemlich vorbereitel. Fan chet- Bord wan- RauigaDJ, Nagpoor, Chaodab (Wurda-River), Godavery (Goda- Tari) etc. führen sie. Nächsten Hdnat (Jannar) gebe ich mit Herrn Tb. Oldham nach den „R^mahal Hills" zu geologiecben und palaeontolo- giscben Studien. 3. Herr M. Bauer an Herrn G. *oii Rath. KOnigiberg, 'i6. Decenber 1875. in einer brieBichen Hittheitung(s. diese Zeilschr. Bd.XXVlI. pag. 460} macht Herr Des Cloizbadz Sie auf die Worte auf- nerksam, die ich iu einer Sitinng der Gesellschaft gesprochen habe and die a. a. O. pag. 239 abgedruckt sind. Ich bemerke im Voraus , dass diese Worte durch einen Vorwurf des Herrn KosHAiin, welchen er mir gelegentlich einea Referats der Ob3 Cloizeadx' sehen Abhandlung machte, hervorgerufen wur- den. Daraus erklärt aich auch die Kurse meiner Anfäh- rmigen; denn hätte ich die Absicht gehabt, mich aber die damals neoe Arbeit dea verdienslvnllen französischen Minera- logen auecusprecben, so hätte ich mich gewiaa, der Bedeutung derselben gemäsa, eingebender geäassert; nar nm diese viel* leicht auffallende KÖrie an erklären, habe iob mich über die Genesis meiner Worte ausgesprochen. und p ^ u ED entaprecben Bcbeineo, &ber hier ist die Encbci- nnog noch sweifelliaft.) Es ist mir nno nicht bekannt, diu Herr Dies Cloizbadx dio ErecheinongeD beim GliDtmer mit seiner Behauptung in UebereJoslimaiDDg m bringen geiDcbi halte*), wenigstens finde icb in der mir bier vorüegeodea Literatur nichts darüber. Aber ehe nlle diese Widersprach« and Zweifel gelöst, kann man einem doch niobt cimotbea, den mehrfach erwähnten Satz ansunebmeii, auch wenn er is mehreren Arbeiten aufgestellt wnrde, Herr Dbs CLOizua wird mich also wnhl entscbutdigen, wenn ich vorläufig in dieser Sache noch auf dem Standpunkt der Schule, wie sie vor 40 Jahren war, stehen bleibe, wobei ich nicht uDierlassen kaoo zu bemerken, dass man vor 40 Jahren keineswegs den Azen> winket für ein constanKs Kennteichengehalten bat, wenigsteoi in Dentschlaod hat man sich damals dieses Irrthuma nicht mehr schuldig gemacht. Er hat wohl die hier angeföbrl«D Thateacben nicht hinlänglich erwogen, als er die Conetans der Axendiepereion, ihre notbwendige Besiebung xut OrieotiraDg derAxenebene als ein unzweifelhaftes, unumetösslicbes Natui- gesetz hinstellte. l Ich wende mich nun nochm&ls mit einigen Worten zu dti ' Arbeit des Herrn Dss Cloizbadx über die Feldspäthe, nach- dem ich gezeigt habe, dass nicht immer die Azendiapersion und die Oneotirung der Axenebene in Beziehung zneinand«r i stehen. Um zunächst etwas Allgemeines so bemerken , su scheint es mir, als ob man ans den wenigen von Herrn De& Cloizkadx angeführten Beobachlungeo noch keine so weh gehenden Scblüese ziehen dürfe. Vcrmuthlich hat er viel mehr Beobachtungen gemacht, als er in seiner .\rbeit anführt, aber der Leser kann doch blas nach dem ihm vorgelegten Material urtheilen, und das scheint mir, wie gesagt, quaDtitativ nnge- nügend zu sein, um in dieser Frage pro oder contra TsCHnuiaK entscheiden zu können. Ausserdem macht gerade b«i dei triklincn Feldspäthen die complicirte ZwiltingabildBog die optische Uniersacbuog so schwierig, dass such bei einem s.- ansgezeichneten Beobachter übereinstimmende Besnilate aus erheblich vermehrten Benbacbtnngen gewünscht werden mösaeD , *) Bin« DnterinchaDg der aiigenihrt«ii Olimmcr mit der Köme^ prob« Körd« hier wobl «nischcidtn. 953 Zum Specielleo abergehend, halte ich mich in Kurze, um den Rahmen einer brieflichen Mittheilung nicht xa sehr zu über- schreiten, an die Stelle der Arbeit des Herrn Db8 Cloizbaux, in der er das Hanptresultat aus seinen Beobachtungen zieht (a. a. O. pag. 8 des Sep.-Abdr., den ich seiner Gute verdanke). Er sagt: ^La conclnsion )a moins discutable k laquelle con- doisent les nouveaux faits rapport^es dans mon Memoire, c*est que le labradorite oü le plan des axes optiques, et la bisec- trice aigoe positive pr^sentent toujours la mdme orientation avec la disversion p > u ne peut pas ^tre r^garde comme un melange d*albite h bisectrice aigue positive et d'anorthite a bisecirice aigue negative poss^dant tons deux la dispersion p < u.^ Albit, Anorihit und Labrador zeigen also in der That keine grosseren optischen Unterschiede, als zuweilen die ver- schiedenen KrystaUe Einer Species und es ist daher absolut nicht einzusehen, warum, wenn bei verschiedenen Krystallen einer und derselben Species (Phlogopit) die Dispersionen und die Orientirung der Axenebenen verschieden und von einander ganz unabhängig sind, nicht dasselbe bei verschiedenen Glie- dern einer isomorphen Reihe sollte vorkommen können, na- mentlich wenn die betreffenden Krjstalle dem trikliuen System angehören, wo zwischen den krystallographischen und optischen Eigenschaften gar keine gesetzmässigen Beziehungen mehr vorhanden sind. Ueberhaupt weiss man noch sehr wenig von dem optischen Verhalten einer Reihe von isomorphen Mischun- gen und fast blos die Reihe der Seignettesalze ist genauer untersucht, am genauesten von Nörrbnbero (Wiirttemb. naturw. Jahresh. Bd. 21. 1865. pag. 158 und Bd. 22. 1866. pag. 226), der S^varmoht's ältere Angaben nicht unwesentlich corrigirte. Eine Annahme, dass sich alle isomorphei^ Mischungen optisch wesentlich gleich wie Seignettesalz verhalten müssen (natürlich mutatis mntandis), wäre gewiss verfrüht. Jedenfalls ist der Charakter der Doppelbrechung sehr wenig von Einfluss, da es ja Krjstalle giebt, wo auf einer und derselben Platte beide Arten -\- und — vorkommen. Uebrigens kann man sich nach dem was das Seignettesalz zeigt, nicht wundern, dass „alle Labradore, alle Oligoklase etc.^ sich untereinander optisch gleich verhalten, entspricht ja auch dort, wie es scheint, jedem Mischnngsverhältniss ein ganz bestimmtes optisches Verhalten. 2ciU.d.D.|eol. Ges. XXVII. 4. 62 9§4 Bei der geriogeo Zahl der bekannten Falle mues Sbrigens du „alle^ cam grano Balis aufgefasat werden. Nach all dem glaube ich nun, daes durchaus kein.Groud vorliegt, aus Herrn Dbs Cloizkaux's Beobacbtnngeu auf dk Unmöglichkeit einer Entstehung von Labrador durch Mischoog von Älbit- und Anorthitsubstanx zu schliessen, also auf eine Un- moglichkeit der TsoBBRMAK^schen Theorie, die demnach troUdeiL nach wie vor ihre Geltung behält. Das und nur das wollte ich behaupten und durch eingehendere Erläuterung meioer Ansicht glaube ich Herrn Des Cloizbauz gegenüber meine Pflicht erfüllt zu haben. Da aber Herr Dbb Cloibbaux eioec Beweis für den Isomorphismus von Albit und Anorihit tod mir verlangt, so sage ich auch hierüber einige Worte. Wenn ich einen solchen annehme, so weiss ich mich in Ueber- einstimmung mit der Mehrzahl der deutschen Mineralogen. Die Grunde die mich leiten, sind die folgenden: Einmal ist die Form dieser 2 Substanzen nicht mehr verschieden, als die anderer isomorpher Krystalle auch, dann zeigt beider Formel, wenn man die des Anorthit verdoppelt, eine vollkommene Ana- logie , und endlich und hauptsächlich mischen sich beide in allen denkbaren Verhältnissen ganz unbeschränkt. In der Tbat lässt jede gute Analyse eines Kaiknatronfeldspathes ohne Aus- nahme eine Berechnung zu, wonach in dem betreffenden Feld- Späth m Mol. Albit mit n Mol. Anorthit gemischt sind und diese bei vielen Dutzenden von Feldspätheu gemacht« Erfah- rung zeigt, dass hier kein Zufall vorliegt, sondern dass man es mit wirklichen Mischungen zu thnn hat. Dem gegenüber ist die Abweichung in den Sauerstoffproportionen von gar keinem Belang. Wenn Herr Dbs Gloizbaux die Tsghbbm AK'scbe Theorie umstossen will, so muss er dies vom chemischen Standpunkt aus thun, er muss eine Ansicht aufstellen, die den chemischen Thatsachen besser entspricht, als die TacHBBVAK'scbe. Gelingt ihm dies nicht, so werden eben alle Anhänger Tscbeb- mak's annehmen , dass die von Herrn Dbs Gloizbaux an den triklinen Feldspäthen beobachteten optischen Erscheinungen eben möglicherweise bei den verschiedenen Mischungsverhält- nissen zweier isomorpher Krystalle vorkommen können. Ich werde also nach wie vor ein Anhänger der von TscHBRMAK SO geistreich entwickelten Feldspaththoorie bleibeo. die zuerst Licht in die vorher so verwickelten chemischen 9&5 'erhällDtiae des FeldspathB brachte. Wenn dud auch Herro - )ks Cloiebaox's optische Untere acboageD dieser Theorie nichts muhaben vermögen, en bleibt ihnen doch ein hober Wertb, enn sie geben einen Beitrag so der noch so sehr läcben- aflen Keiintniss der optischen Verhaltnisas isomorpher Mi* cbungen in verbchiedeaen Verbältnissea der Mengen der End- lieder. Einverstanden bin ich jedenfalls' mit Herrn Db8 ^oizunx darin, dass die optischen EigcDBcbaften zor Be- lioimuag der Mineralien von der grössten Wichtigkeit sind, ber Bll«rdiDgB nor bei richtiger Deutung (a. a. O. pag. 462). 1b nun auf die Deutung so viel aakommt, so mnsB man sich ohl böten, eine von der eigenen abneicbeode Deutung so- leicb für einen Irrthum au erklären. 4. Herr Des Cloizbaux an Herrn G. vom Ratb. Psrii, 31. D«cei»ber 1873, — — Im Begriffe, mein« Arbeit über den Mikroklin sum rucke zQ geben, nachdem es mir gelungen, eine erste Reihe in pbotographischen, die merkwürdige Mtruelur dieses Feld- iBtbs darstellenden Bildern zu erhalten, kam ich anf den edsaken, durch einen geschickten Arbeiter noch viel dÜDoere iaiteD, als tneioe bisherigen, darstellen zu lassen, um jene loio graphischen Bilder um so vollkommener la erbalteo. An tiea dünnen Platten unn gelang mir die Beobacbtang, dass 0 grosser Tbeil jener eingeschalteten Partieen , vrelche ich sber für Feldepath gebalten hatte, in der That Albit sind, iweiten erscbeint der Albit als feine, auf der basischen laltungsflftche des Mikroküns quer verlaufende Adern (a. B. bei r rothen Varietät aus den Umgebungen von Arendal). So greift man, nie dies Gemenge der beiden Mineral Substanzen le grossere Gesetzmässigkeit erreichen kann , als man bei r Verscbiedenbeit ihrer Winkel F:M (90° 15' beim Mikro- in; 93° beim Albit) voraaaseUen sollte. In der Tbat fallen f der M- Fläche die Spaltungsebenen des Mikroklins und r ein geschalteten Albitlamellea fast znsammeu, vrährend die 966 t» -• ^'1 AnslAschangfrichiang des Mikroklin. -20 AuBloschtuigtrichtaDg des Albit. schmalen Bänder auf der Spaltangsflache P einen eigenthomlicfa anregelmässigen Verlauf besitzen. Diese Bänder zeigen deaüicfa äusserst feine Streifen, parallel zur Kante P : M. Es sind die gewobniichen ans- und einspringenden Zwillingskanten der Plagioklase. Hier haben wir also jene mechanischen Gejpenge resp. Einschaltungen, wie sie sich fast bei allen Amazonensteioea und bef einer grossen Zahl von Mikroklinen finden. Diese Albitbänder scheinen indess nur eine sehr geringe Menge ron Natron den betrefifenden Feldspathen zuzuführen. So betragt das Natron in den jungst analjsirten Amazonensteinen 1.«) bis 2 pCt. Im rothen Mikroklin von Arendal, welcher unter dem Mikroskop ganz erfüllt von Einschlüssen anssieht, fsod PiSAKi nur 3 pCt. Natron. Der schillernde Feldspath von Fredriksvärn hingegen (der ursprüngliche Mikroklin Breit* haupt's) zeigt, wie man ihn auch wenden und bis zu welcher Dünne man ihn auch schleifen möge, keine Einschaltungen; ^ ist ein normaler Orthoklas. Wir kommen demnach zu dem Resultate, dass der Adular und eine gewisse Anzahl anderer moDokliner Feldspathe wahre Kali - Orthoklase sind« währeixl 967 der Mikroklio eine dimorphe (trikline) Species ist; dass i ferner eine Orthoklas • Varietät giebt, welche in aonäher ! gleichen Aeqaivalenten Kali und Natron enthält. Die reinst! und gleichartigsten Vertreter dieser letzteren Varietät sind ( Sanidine and der Feldspath ans dem Zirkonsjenit des südlich i Norwegen. — Bald hoffe ich meine Arbeit abzuschliess« i welche sich aof fast sahllose Beobachtungen am Mikrok gründet (ich besitze jetzt 45 Proben ^on verschiedenen Fat i orten and mehr als 200 Platten). Möge das beginnende Jf I ans den Frieden erhalten , damit wir so manche begonnen i Arbeiten weiter fahren and vollenden and ons der Wahrh< i welche wir Alle suchen müssen, ein wenig nähern können. C. VerhandiDDgeD der Gesellschaft 1. Protokoll der November- Silztiog. Vcrkaiidclt BerKn, den 3. SoTcnbcr l^'J- Vonitieoder : Herr Bktucb. Das Protokoll der August - SiUaog ward« Torgeleieo u: . geDebmigt. Der Gesellschaft sind als Uitglieder beigetreten: Herr H. Uabcxs, Rentier su Göttiagen, Torgescblkgen dorch die Herren T. Sxsbacb, O. Lty nnd B. Marsold; Herr t. Goldbkk, Begierongsratfa in Göttingen, vorgeicb lagen darcb di« Herren STKDCK1U57. C. SCHLDTSB ond A. ScHLOHBAtm; Herr t. Ksobb, Bergdirector la Manchen, rorgeschlagen dnrcb die Herren t, DbcbkHt BsTBi>' and Gokbbl. Herr Bbtbich legte die in der MücsiUnng besprochen' von Herrn y. Fbitsch ■ofgefondene Cyrena eoiuobrma so« ö-i unteren DilDviam von Teutscbenthal bei Halle ror. Herr Wbbbkt legte einige vom bieaigen mineralogisccr Museum erworbene Tellurerse aus dem Staate Colorado, »;> ein Exemplar des ebendort vorkommenden Amaao nennt«! ns t- Herr Katbbb legte eine aus den 6 MesettsehbläiU: Zellerfeld, Harsburg, Riefensbeek, Branntage, Heixberg di Zorge SU eamm enges etcte geologische Karte vor und verbreiit iicb eingehend über den Bau dieses lom grossen Theil ii ihm selbst kartirten Tbeils des Uaixes. Abgesehes von di im westlichen Theil dieses Gebietes Baftretenden, noch weil tu studirenden Devon- und Gulmbildungen wird das fraglic 999 Gebirg88tock von Ab]ageningen der bercjnischen Schichten- folge eiogenonmieii, und «war von solchen, die den Stufen der Tanner Oraawacke und der Wieder Schiefer angehören. Aus- gehend von der schon publicirten Section Zorge führte der Vortragende* aus, dass sich die im Westen und Nordwesten jenes Blattes rom Harzrande bei Lanterberg und Herzberg bis an den Acker ausdehnende Orauwaeke der Tanner Orauwacke zuzurechnen sei. Die Qnarzit- und Diabas-fuhrende Schiefer- zooe von Andreasberg gehört den Wieder Schiefern an. Schon bei Andreasberg ist diese Zone sehr schmal, weiter westlich tbeilt sie sich in zwei Aeste, von denen der eine sich bald darauf ganz auslteilt, der andere nördlichere aber als ein überaus schmales Band bis an den Zechsteinrand zu verfolgen ist. Die Wieder Schiefer setzen sich in dieser Gegend von unten nach oben folgendermaassen zusammen : 1. Schiefer mit eingelagerten Kalken und Rieselscbiefern ; bei Lauterberg kommen in diesen Schiefern Oraptolithen vor. 2. Schiefer mit kömigen Diabasen; 3. Schiefer mit quarzi* tischen Einlagerungen; dieselben enthalten bei Andreasberg Versteinerungen , welche wohlbekannten Arten des rheini- schen Spiriferensandsteins- nahe stehen. Mit der Thatsache, dass sieb die Andreasberger Scfaieferzone nach Westen allmälig aosspitzt, hängt es zusammen, dass die Quarzite schon in der Gegend von Andreasberg verschwinden, westlich von diesem Orte auch die Diabase aufhören, nnd noch weiter nach Westen ZQ, in den erwähnten beiden langen zipfelförmigen Enden jener Zone, nur noch Kiesel- und Wetzschiefer- artige Gesteine und Schiefer mit kalkigen Einlagerungen auftreten. Was den lan- gen Rucken des Acker und Bruchberges betrifft, so wies der Vortragende nach, dass derselbe einer grossen Schichtmulde entspricht, deren innerster Theil, der Kamm des Hackens, von Quarziten gebildet wird , während darunter zu beiden Seiten zunächst Schiefer mit körnigen Diabasen, dann Kiesel- and Wetzschiefer - artige Gesteine , die local noch ein paar kleine Ealklager einschliessen , und endlich, als Liegendstes, Orauwacke auftritt , welche letztere im Südosten des Acker mit der als Tanner Grauwacke erkannten Grauwackenverbrei- tung im Norden der Andreasberger Schieferzone in unmittel- barem Zusammenhange steht. Daraus ergiebt sich einmal, dass die Schiebtenfolge des Acker und Bruchberges aus Gliedern F 9S0 der Wieder Stah besteht, die hier dieselbe Beibeofolge leigen, wie in der AndreKsberger Scbieferaone oder Holde, ond xwcl- teng, dass die sieb im Nordwesten des Acker «usdehneiidf OraDwacke ebenso wie die im Sädoalen deaaelben der Stufe der Tan Der Grauwacke Euzurecbnen ist. Dass dies; Aaffuson^ ricbtig sei, wird aucb bewiesen durch die Tb^sache, dass io der nordwestlich vom Acker and Brochberg liegenden Gran- wacke auf den Blattern Riefensbeek und Hanbnrg lahlreidie lange schmale Zonen von Kieael- und Wetiacbiefer - artigen Gestein auftreten, die nach dem Vortragenden als der Grs wacke aufgelagerte, von dem untersten Gliede der Wieder Stafe eingenommene Mulden anEusehen siad. Wie die Ge- steine dieses untersten Gliedes im Süden des Bruchbergei überall wo sie in die Conlactzone des Granits eintreten eigentfaämlich gebänderte Hornfelse bilden , deren helle Baa- der aus Kalksilicat bestehen (so in der Gegend des Sooi berger Wegebauses, an der Scbluft auf Section Riefensbeek. so weiter auf Section Braunlago im Osten von Andreasberg, am Habnenktee, Jermerstein etc.), so ist dasselbe aucb in Norden des Brucbborges auf dem Blalt Harihurg der Fall { am Spitzen Brncb, im Radantbale, an den Ubienköpfen). Redner ging dann zum Schluss aaf die Besprechatig det zwischen Hanburg und Ilsenbarg liegenden Theils des Gebirgs- randes über. Der schmale , hier dem GranitmasBire de; Brockens vorliegende Streifen von hercynischen Schichtgestei- nen wird von der Kattenäse, Östlich Uanburg, bis nach Ilsen- bnrg von einer mächtigen Quaraltmasse eiogenommeD. In deren Liegendem trifft man gegen Harzburg zo zunächst eior Schiefersone mit körnigen Diabasen und Kieselscbiefer-artiger. Gesteinen , welche letztere im Cnntact mit dem Granit wieder die eigenlbümlicben gebänderten Hornfelse liefern, nnd danu die massige Granwacke, die den Burgberg bei Harabnrg la- saoimensetzt. Die erwähnten Qoaniite sind als die FoHseIxDt.i: des im Südosten des Brock eogranits am Torfhanse eadigeoduc Quarzitzuges des Bruchberges anzusehen. Bin paar isolirii^ inmitten des Granites xwischen dem Torfhanse nnd dem Bcker- thale auf der Verbindungslinie der beiden grossen Qnartii- massen auftretende Qnarzitsch ollen weisen deutlich «of dei^ ehemaligen Znsammenhaag bin. Die Granwacke der GegeuJ von Harzburg ist, wenn die vom Vortragenden aosgefnbrt'i 961 Auffassung richtig ist, der Tnnner Grauwacke, die swiscben ihr und dem Qoarzit der Kattenäse auftretende Scbieferaone mit ihren Einlagerungen der Stufe der Wieder Schiefer zuzu- rechnen. Herr ToRBLL berichtete über einen gemeinschaftlich mit den Herren Beebüdt und Orth nach den Rüdersdorfer KalJc- bergen unternommenen Ausflug« dessen Zweck Aufsuchung der schon im Jahre 1836 durch Sbfström von dort erwähnten Ncbliffflächen und Schrammen auf der Oberfläche des an- stehenden Muschelkalkes war, und legte eine Reihe schöner, von Rudersdorf mitgebrachter Handstncke vor, voll deutlicher paralleler Schrammen , die er für unzweifelhafte Gletscher- wirknng ansprach. Anknüpfend an diese Beobachtungen, ent- wickelte er die Ansicht, dass sich eine Vergletschern ng Skandinaviens und Finlands bis über das norddeutsche und nordrussiscbe Flachland erstreckt habe. Aasgehend von den heutigen Gletscberbildungen der Alpen und Skandinaviens und Bezug nehmend auf seine in Grönland, wie auf Spitz- bergen gesammelten Erfahrungen besprach Redner insbe- sondere die Spuren und Producte einer früheren Ver- gletscberung ganz Skandinaviens, die er sämmtlich so voll- ständig in den Diluvialbildungen des norddeutschen Flach- landes wieder zu erkennen erklärte, dass nur eine gleiche Entstehung denkbar sei. Dem Vortrage folgte eine lebhafte Discussion. Herr y. Düokbb sprach sich gegen die Ansichten des Vorredners aus, indem er namentlich physikalische Bedenken erheben au missen glaubte. Herr Tobbll suchte seinerseits die letzteren zu wider- legen und bezeichnete den Transport der Geschiebe durch schwimmende Eisberge als unbewiesene Hypothese. Hiergegen wies Herr y. Dbohbs auf den thatsächlich noch beute von Grönland aus stattfindenden Eistransport hin, dessen Ergebniss die aus grönländischem Material gebildete und stetig sich vergrossernde Bank von Newfoundland sei, und machte auch seinerseits Bedenken gegen eine so grossartige Ausdeh- nung des Gletschereises geltend. Nach einer Erwiderung des Herrn Toebll glaubte Herr Bbbbndt, indem er zunächst dem Gaste seinen personlichen Dank für die durch ihn erhaltene Anregung aussprach, sich 96-2 ausdrScklicfa dagegen TerwabreD tu mDMeo, als ein AobiDgrr der Dobedingten Oletacbertheorie xu geltflD. Er glaobte jedocb andererBeits sieb oicbt verfacbleo lu dSrfen, das* ebeaMweni; die Drifttheorie alle Bäthsel löse, während aninerkeimcD ttl dass gerade wichtige, von der leUteren angetöat gelHi^Dt Fragen bei der reinea OleUcbeHhenrie ihre Beantwortoiig finden. Bei den anerlianiit gleichen Anigaogapunkteo htiäti Theorien hoffe er, dass durch eine Vermittelang iwiscbii: denselben eine baldige befriedigende Lösnog erfolgen wttir. Endlich betbeiligten sich noch Herr Bitrich aod Ren Lasabd an der Debatte: ersterer, indem er das ubIreictK Torkommen von Paiudirta gerade im fieschiebemergel all tk Hanp (bedenken gegen die tiletschertbeorie geltend mubi«: letzterer, indem er auf die Fände pliocäner Fossilien in »öd- alpinen Moränen hinwies. Hierauf warde die Sitcung geschlossen. V. w. o. BBTRICH. RAIniBLSBBRO. Wsiss. 2. Protokoll tier December-Silzuog. VcrhRndelt Bcrlio. den I. December IS75. Vor titsend er: Herr Bbtbiob. Das Protokoll der November • Sitaang wnrde vorgele»D und genehmigt. Der Gesellschaft sind als Mitglieder beigetreten; Herr Dr. A. Rbsard Soc. Jes., Professor der <>ecdn|i! am JesnitencoUeg in Loowen, vorgeschlagen durch die Herren wou Rite. ZiBKll. nnd L0S8Bb; ' Herr Dr. Ch. db IA Valleb Poubsih, ordeotl. ProfeMcr der Geologie an der Universität Loewen, Prisidmi der geologischen Gesellsebaft in Belgien, TorftescblaKen durch die Herren Zibxsl, tü> •63 Herr Dr. phi). A. Baltzsk in Zorich, vorgeschlagen durch die Herren Roth, Lossbh und Dambs; Herr Mi^or a. D. Wbsssuiöft in Hannover, vorgeschlagen dnrch die Herren A. Sohlönbacb, Roth und Dahbs. Der Vorsitzende legte die für die Bibliothek der Gesell- schaft eingegangenen Bucher und Karten vor. Herr Kosmasis legte Versteinerungen und einige andere Fossilien ans den Dilnvialschichten von Dragebruch bei Kreus mit folgenden Bemerkungen vor: Ungefähr y^ Meile oberhalb desjenigen Punktes, wo die von Norden herabkommende Drage sieb in die Netze ergiesst, ist auf dem rechten Drageufer, an der östlichen Grenze der Neamark, bei dem Dorfe Dragebruch ein Braunkohlenunter- nehmen entstanden, welches zu mehreren Bohrungen und Schachtabteufen Anlass gegeben hat. Tbeils diese Arbeiten, welche bis zu 200' Teufe eingedrungen sind, theils einige andere oberflächliche Ausgrabungen behufs Kies- und Lehm- gewinnung haben Aufschluss über die Zusammensetzung der dortigen Diluvial- und Tertiärschichten gegeben und sind in den durchorterten Diluvialschichteu Geschiebe sedimentärer und granitischer Gesteine in grosser Anzahl und ausgezeich- neter Beschaffenheit gefunden worden, von denen diejenigen der ersteren Gruppe vorgezeigt wurden. Die Reihenfolge der durchteuften Schichten von oben nach unten ist: 1. Sand mit Kieseinlagerungen 1 . ^ , . ^ 2. Oberer Diluviallehm J 3. Oberer Diluvialmergel. 4. Weisser Sand, 5. Unterer Diluvialmergel von bläulich graner Farbe, mit vielen kleinen Kieseln untermengt. 6. Formsand. 7. Kohlenletten, 8. Braunkohlen. Ueber das Verhalten des Tertiärgebirges und die Abla- gerung der Brannkohlen soll demnächst, sobald der Aufschluss in grosserer Ausdehnung erfolgt ist, berichtet werden. Von den Diluvialschichten ist der antere Dilaviklmergel in beson- derer Mächtigkeit entwickelt, nämlich über 15 Lacbler, inden er bei 7 Lacbter unter Tage beginnt. Die Gesteinsbeecheffenh^iit desselben ist eine durchweg gleichförmige and sind grössere QeachieUe in ilim äossenl selten; nm so merkwürdiger erschien es daher, als beim Ab- leafen des grossen WasserbBltungsscbaclites (17' auf 14' lichte Weite) in 125' Teufe ein l'/i' mächtiges, geschlossenei Lag«r grösserer knollenförmiger C!es''hiebe angetroffen worde, welchei als der mittlere Tbeil eines nesterartigen Vorkommens an»- sehen war. Die Knollen, deren einielne ca. 20 — 24 Ca, DnrchmesBer besessen, wurden auf den ersten Anschein als Sphärosiderite angesprochen; nach Enlfernong der äuasereo VerwitterangBrinde xeigten sia indessen eine ungemeine Aebo- licbkeit mit dem Habitus der Nassauischen Phosphorite, welche oamenllich durch die grünlich weissen, nieren- und traobeo- förmigeu Ueberzüge poq fasrig - strabügem Oefüge aof des Wänden der Hohlräume der Kugeln nnterstütit wnrde. Wie- wohl manche der stärkeren dieser tJebenugs rinden vorwiegeod ans kohlensanrem Eisenoxjdal (Spatfaeisen) bestehend sieb erwiesen , so ergab doch in einigen anderen , mit Staffelit höchst ähnlichen Uebercngen die qualitative Unteranchnag einen bedentenden Gehalt an Phosphorsäure , der sieb ebenso in der hellbraanen, dem gekneteten Aussehen der Phosphorite nahekommenden Oesteinsmaese nachweisen liess. Mao darf sich daher wohl versucht fühlen, das Torkommen dieser Ge- steine als daijenige von Phosphoriten zu beiolchnen , wie ud- gewöholich und ivsammenbangslos dasselbe hier auch erschei- nen mag. DaBs im Uebrigen der Gehalt dieser Knollen an i kohlensaurem (und wahrscheinlich auch wasserhaltigem kieael- aanrem) Eisenoxjdul nicht unbedeutend ist, zeigte der Um- stand, dass dieselben an der Luft binnen wenigen Wodien ser- fielen und in Oelb- (Braun-) Bisen übergingen. i Die aus den oberen DilnvialschicbteD stammenden Ge- | schiebe besteben wesentlich in Kalkgesteinen, welche xomeist, nach den eingeschlossenen fnssilen Besten sn nrtbeilen , den Obersilnr angehören; es treten daneben andere thonigBandige Gesteine anf, welche dem brannen Jura ingwecbnet werdeo | dürften. Unter den erstereo ist vor All«m 1. ein blänlidi bis 965 gronlich graoer Kalkstein zu-nenneQ, der im frischen Zustande fest ist und beim Zerschlagen und seiner Schichtung nach sandig-thonige Bestaudtheile yerräth. Während im frischen Zustande höchst wenige Fossilien enthalten au sein scheinen (ein grosserer Orthoceras konnte in 20 Cm. Länge herausgelost werden) und sich namentlich nur längliche, wulstartige Ver- zweigungen bemerklich machen , werden durch die Verwitte- rung des Gesteins eine grosse Anzahl von Resten in ausge- zeichneter Erhaltung herauspräparirt , deren Gestein nunmehr als eine weisse, poröse und sandige, zerreibliche Masse er- scheint. Vor Allem zahlreich erscheint Sirophamena mit weisser fasriger Schale, die wnlstartigen Gebilde erscheinen mit kornig gerippter Oberfläche und erweisen sich als Cola' mopora polymorpha; sodann OrihiSy Pleurotomaria , ferner wohl- erbaltene Kopf- und Schwanzschilder von lAchas angusius, Chasmaps. 2. Bläulicher fester Kalkstein, kornig krystallinisch, mehr- fach von kleinen Kalkspathdrnsen durchsetzt; fast ganz aus Scbalenresten zusammengesetzt, die sich indessen bei der festen Beschaffenheit des Gesteins nur undeutlich herausheben. Zu definiren sind Reste von OrtkiSf eine kleine Gastropode (Pleurotomaria) , deutlich vorhanden ein Schwanzschild von Calymeney und ein OrthoceruSi dessen Kammerwände aus Kalk- spath bestehen , während die Hohlräume mit Schwerspath er- füllt sind; letzterer verdankt seine Entstehung der Anwesenheit von Kupferkies und wie zu vermuthen, geringem Barytgehalte des Kalks. 3. Schmutzig grauer, thoniger, fester Kalkstein, ganz aus ^Scbalen von Orthis caÜigramma (depressaf) zusammengesetzt, daneben mehrfach und in guter Erhaltung PtilodicU/um, dessen kleine Zellen ganz fein mit Schuppchen von Schwefelkies bedeckt sind; ausserdem einige Schwanzschilder von Tri- lobiten. 4. Als vermuthlich dem braunen Jura, wie er unter den nordischen Geschieben mehrfach vertreten, wurde ein brauner thoniger Kalk vorgelegt, welcher in eigenthumlicher Weise von breccienartigen Partieen feinkörnigen Sandes durchsetzt ist. Neben wenigen Muschelresten von Rhyncftonella (variansT) zeigt derselbe undeutliche, in sich zerrissene Pflanzenreste. 96S Die SftinmtlicbeD BelegstäckB sind dem köoigl. iDioer*lo|. Muieam überwiesen worden. Berr Katser legte ein geglättetes und mit vielen sieb Doregelrnnssig hin und her bie^nden und ineinsnder verfliessrD' den Farohen versehenes Trechylstück vor, welches er im Präfajahr auf der jipariechen Insel Vulcnno gessmoieU hiUe. Alle frei aarragenden Felsen und Oesteinsb tacke am »teilen .Südabbaoge der genannten Insel zeigen die gleiche Politur und .Streifung, Dieselbe erinnert in auffättigster Weise «n die ähnliohe Erscheinung, die NACMAEtn von den Porphy rfelseo bei Hohburg in Sachsen bescbrieben bat. Um ein Urtbeil darnbct zu gewiQueo, ob die Hohburger Schliffe von Nadmabh mit Recht als ein durch Gletscberwirkung hervorgebrachtes Pbi- Qomeu gedeutet seien, begab sich die geologische Gesellschsli vor der allgemeinen Versammlung in Leipsig im Herbst I8TI nach Hobbarg. Obgleich man nun bei dieser Gelegenheit wohl liemlich allgemein cn der Uebersengnng kam, dass voe Glaciftl schliffen durchaus abzusehen sei, so gelang es docb nicht, sieb auf eine bestimmte Ansicbt ober die Entstehong der Schliffe zu einigen. Ein paar Stimmen erhoben sich indes« 967 Redner knöpfte bierno die Bemerkung, dUB ftoi dieeen VorhandeDBein so receDter Musclietbänke in gewisser Höhe über dem Meeresspiegel eine Hebung des betreffenden tie- bielea in neuester geologischer Zeit bervorgebe, und enlhlte weiter, dftss er auch Spuren von BodenschwankangeD aus bistoriBcher Zeit in Oriecbenland beobacblet habe. So i. B. seien in unmittelbarer östlicher Nähe des Pyräas, unfern des (Grabes des Tbemiatoklea,, deutliche Felsaushiebe der alten Steiuhrucb arbeiten 2 — 3 U. tief nater dem Meeresspiegel sn sehen, and ferner habe er bei der Stadl Bleuais alte Baureite, namentlich einen Mosaikfnaaboden in geringer Tiefe unter dem Meereaapiegel gesehen. Endlich habe er auf der Insel Naxoa am Ufer einer Bucht iu geringer südlicher Entfernung von der Stsdi gteicheu Namens die Sporen der Hebung des Bodena ■Q Deneater Zeit an mehreren übereinander liegenden Abepö- latigs-Terraaaen erkannt. Schliesslich erwähnte er noch die merkwürdige Thatsache, dus an der Küste der jouiachen Ineel Kephalonia nnd iwar, wie er eelbst gesehen habe, am Nordrande des Hafens der Stadt Kephalonia zwei Stellen am Meeresnfer vorhanden seien, wo das Meerwasser continairlich in den felaigen Boden der Küste fliesBt, so dass iwei Wassermühlen von den EiasIrÖ' ■UQDgeo getrieben werden. Er drückte seine Verwunderung darüber aas, dass eine so hochat auffallende Erscbeinoog seines Wisaens in geologischen Werken nicht erwähnt werde, und dass erst in neneater Zeit, i. B. 1872 auf der Naturforscher- Versammlnng su Wiesbaden davon gesprochen worden sei, Herr Lasard erinnerte daraufhin an „Wibbbl: Die Insel Kephalonia nnd die Meermnhlen von Argostoli n. b. w. Ham- >>org 1873" und die darin aufgeführte ältere Literatur. Herr Sfetes knüpfte hieran die Bemerkung, dass alle Arten lebend seien, dass also echtes Pleistocaen vorliegt. Herr E. A. Lobsbi* machte hierauf folgende Mitthei- luDg: Die Forph^roide des Hari sind abnormale Schicbtglieder des hercjnischen Sc hiefergebir- E^a. Als solche treten sie nicht gleichmäsaig im ganzen Gebirg vertbeitt, sondern nur nördlich der Sallelaxe der Tan- "«' Granwache und auch hier nur in den Oranitcontact- 'ingeo oder im Zwiscbengebiet iwiacben Ramberg and 968 Brocken aor. Spricbt schon leUlere Bescbnokoog gegen «ii orsprüngliche tocale Paciesbildnng nnd für eine Abbingigktii vom Granit, so befesligt eicb diea« AaSaisong durch die tbai- säcblicbe Beobacbtung , dass anch aaf diesem bescbraDklec Verbreitaugsbecirk keine gleicbmässige Vertbeiinog der Por- pbyroide, vielmebr eine sebr aaffällige polare Anbäaraog iei- selben an den einander zugekehrten (iranii-SeiteD , bei Tre*e- bnrg - Priedrichsbrann einerseits and bei Braaatage-Eleaii (nach O. ScHiLUHo's and E. Katbsb's Uotersvcbnngen) u- dereraeita, statthat, wogegen das mittlere Oraait-ZwiaehcD- gebiet nur spärliche rerein lelte Vorkommen aufweist. Ar jenen beiden Polen sind die Porpbjroid • Schwärme iheilweiK innerhalb der Granit-Centactringe um Ramberg and Brocken, tbeilweise, soweit Oberhaupt auf dieser Seile der Granite t'inc schärfere Abgrenzung der Conlactringe durchführbar erscheiot. ausserhalb derselben verbreitet. Aaf der Nordwestaeite dtt Kamberg-<>ranit ist bemerkenswertb, wie fast alle Porphjroidc mit fast kaum nennenswertber Ausnahme südlich des gept S. einfallenden Bode - Ganges , jener brockenwärta xiebeiHl« Apopbyse des Ramberg>Grauit, au Tage treten. Ihr Auftreten ist nicht au ein festes Niveau iooerball iv Schichten reihe gebunden. Einige liegen in aomittelbarea Contact des körnigen Diabaa, andere treUn in den kalksiiieai- haliigen BaadhornfelsEoaen auf, die den Kalk -führenden Wieder Schiefern ausserhalb des Granitberekhs entsprechen , noch ao- dere stehen in Beiiebung lu dem Haupt -Quarzit. Daaa<:i kann eine (Jehereiastimmung der Hars-Porphyroide nach ihrer stofflichen und mineralischen Zusammensetaupg gar nicht er- wartet werden. Tbatsächlich fuhren Porpbyroide der Band hornreUionen bis nahezu 8 pCt. Kalk, während die anaserbal' dieser Zonen anstehenden im Maximum nicht 1 pCl., dortL scbnittlich etwa 0,5 pCt. Kalk aufweisen, im Uebrigen at.- ansser den allen Porpbyroiden gemeinsamen stofflichen Zi. meuten der Thonschiefer- oder Sericit-Plaser bald Orthoklas- Quarz, bald Albit-Quari, bald Albit allein ansgescbieden «c: halten , sodass cheniisch - mineralische Beiiehungen rielle> ! nicht nur zum Cranit, sondern auch com Diabas, beiiehoDe- weise zu den Albit-halligen Diabas - Conlactgesteinen ber^^' treten. Da, wie bereits anderweitig bemerkt, die Mhlrekb<.' 909 Diabaae des Ha» im OraDitbering von der Gootactmetamor- pfaoae nicht verschont worden sind, vielmehr Granat, Epidot, ^Ibit, Axinit, StrahUtein ond vielleicht anch Glimmer und mdere Mineralien als Neubildangen erkennen lassen, so kann wenigstens der Natrongehalt der Porphyroide ebensowohl auf in Loaang übergeführtes Diabasmaterial als Qraoitmaterial eorockgefahrt werden, snmal die Beobachtung einzelner Por- phyroide im Diabasoontact sn solcher Auffassung einladet. Den Albit-Porphyroiden entsprechen Porphyroide des Taunus, den Ortfaoklas-Porphyroiden solche des Thnriogerwaldes. Bedeutungsvoll für die Genesis der Harz-Porphyroide sind ihre Beziehungen zu den Primärtrumern aus Quarz, Feld- Späth, Glimmer, Kalkspath u. s. w. , welche das von den Porphyroid - Lagern durchscbwärmte Schiefergebiet gangförmig durchsetzen. Als „Primärtrumer^ oder „ Durch wa ch- sungstrümer^*) bezeichnet der Vortragende solche Trumer, deren Ausfüllung nachweislich wesentlich zu derselben Zelt, wie die Verfestigung des Gesteins erfolgt ist, die mithin nur örtlich auf Spalten erfolgte reinere Ausscheidungen von dem Schichtenkorper selbst angehorigen Substanzen darstellen im ^^egensatz zu den* „Secundär*'- oder ^Gangtrümern^, welche Ausheilungeu von Rissen oder Spalten durch das feste Gestein bedeuten. Auf den ortlichen und stofflichen Zusam- menhang der Treseburger und Rubeländer Porphyroide mit solchen Trumern wurde bereits mehrfach aufmerksam gemacht (diese Zeitschr. Bd. XXI. pag. 312—319, Bd. XXVI. pag. 900, Bd. XXVII. pag. 255 — ^259) und hierauf verwiesen. Beson- ders hervorgehoben wurde nur die bei der nunmehr erfolgten Kartirong des ganzen Gebietes auf Schritt und Tritt gemachte Beobachtung, dass einerseits zwischen den grösseren Sericit- Porphyroid- Ausscheidungen , die dea Anschein selbststandiger Schichtenglieder gewinnen , und den kleinsten Lenticular- ftusscheidungen von Quarz und Feldspath (sowie den kleinsten Sericit-Flecken) im blauschwarzen Thonschiefer von Friedrichs- ^rann bis Treseburg und gegen Altenbrak hinzu ein wesent- licher Unterschied nicht besteht und dass andererseits diese Ueiuen Lenticularmassen in unregelmässige Nester, capillar *) Vergl. Naumanr Lohrb. d. Oeogn. II. Aufl. 3. Bd. §. 526. Ans- ■cheidangs-Gange. Uiu. d. D. ge»L Gei. XXVII« 4 . 63 970 eodigende NeUadern and in achsifer begrenste, die Streicb- ricbtung ond Fältelang oder Trans veraalatnictar der Schiefer in wiederholten Abstanden nahem rechtwinklig sehneidende Qaertrnmer übergehen. Diese letsteren Aosscheidungen auf Spalten f die ihrer festen Orientirang nach erst unter der Schichtenaufrichtung entstanden sein können, beweisen aodb fSr die ausserhalb der Oranit-Contactringe anstehenden altber- cynischen Porphyroide die Abhängigkeit der in diesem Fallt keineswegs dnrch die ursprongliche Sedimentirong bereits be- dingten Gesteinsausbildang von den erst viel später, ntck Ablagerong des Plotzleeren and vor Schlnss der prodoctivec Steinkohlenformation, erfolgten Dislocationsbewegangen, welche zugleich die Äof- und Ineinanderschiebung der hercjnisebeo Schichten und das Eindringen der Granite in dieselben hervor- gerufen haben. Silicatlosangen, vielleicht anch i. Th. SilicatsablimatioDeD sind im Gefolge der gebirgsbildenden dynamischen Bewe- gungen theils in den Schichtenkorper selbst , somal auf deic Wege der Schichtfugen, theils in die durch die Bewegungeo hervorgerufenen Klüfte und Spaltchen eingedrungen und haben modificirend auf den Gesteinsbildungs-, richtiger Verfestigangs- process der Sedimente eingewirkt. Gerade in dieser Ab- hängigkeit der schliesslicben Gesteinsausbildong von einer später als die ursprongliche Sedimentation wirkenden qdO davon ganz unabhängigen geologischen Ursache tritt das Wesen des Metamorphismus klar hervor und unter diesem Gesichtspunkt könnte man gaua allgemein von einem Dislo* cationsmetamorphismus sprechen (womit natSrlich eben» sowenig behauptet wird, dass jede Dislocation eine metamor- phische Nachwirkung habe, als für jede Eruption eineContact- metamorphose nachgewiesen werden kann). Das Vorhandensein von Porphyroiden im Hart sowohl innerhalb als ausserhalb der Granit • Contactxonen , das gsni gleiche Auftreten von Primärtrumern auch innerhalb der Hom* felsmassen dieser Zonen, so s. B. von strahlsteinhaltigen Kloft- ausfüllungen senkrecht aar Fältelung der Schichten in Zasammeo- hang mit Strahlstein-fahrenden Lenticularmassen im Scbichtkor- per des Kalkschiefer-Hornfels, die Eingangs erwähnte polare Ad- häufung der Porphyre idlager auf der Sndost*Seite des Brocken- und Nordwest-Seite des Ramberg-Granit, am Ramberg speciell 971 die Lage des Porphyroid-Schwarmea sudlich des gegen Soden einfallenden Bodeganges, kurz alle einschlägigen Beobachtungen sprechen dafür , dass die den Phyllitgneissen sehr nahe ste- henden Porpbyroide des silur - devonischen Zwischengebietes zwischen den granitischen Massen des Hars, ob zwar ton regional «metamorphischein Charakter, die modificirte Portsetsong der im Contaetmetamorphismos um die Granite wirksam zo Tag getretenen Umwandlungsprocesse bedeuten. Hierauf worde die Sitsung geschlossen. V. w. o. Bbtrich. Lo88B9. Dambs. 63 972 For die Bibliothek sind im Jahre 1875 im Aastansch und als Geschenke eingegangen: * A. Zeitschriften: Berlin. 1873/74. Zeitschrift for das Berg-, Hotten- ond Sa- linenwesen in dem preossischen Staate. Bd. 22 pro 1874. Lfg. 5. 0. 6. ond vom Bd. 23 pro 1875. Lfg. 1—5. Berlin, 1875. Verhandlongen des botanischen^ Vereins der Provinz Brandenbarg ond der angrensenden Lander. 16. Jahrg. 1874. Berlin. 1875. Monatsberichte der Königlich preoss. Akade- mie der Wissenschaften so Berlin. Aogost — December 1874 ond Janoar — Mai 1875. Register for 1859—1873. Berlin. 1875. Abhandlungen cor geolog. Speeialkarte von Preossen ond den Thoringischen Staaten. Bd. I. Heft 3. Bern. 1874. Mittheilongen der natorforschenden Gesellschaft in Bern. No. 828—873 pro 1874. Bonn. 1874. Verhandlongen des natorhistorischen Vereins der preossischen Bheinlande ond Westfalens. Bd. 30. 2. Hälfte ond Bd. 31. 1. Hälfte. Boston. 1872/73. Procesdingi of Boston Society of natural history. Vol. XVI. part, 3 o. 4> ond VoL XVIL pari. L ond IL Memoirs VoL IL part. 3. No, 3, 4 n. 5, port. 4 No. 1. Boston. 1872/73. 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C. , New Order of Eoeene Mammalt and notice of neu tertiarjf mammali. 1874. 8". Separatabdr. — — On the odontomithet, or birdt with teeth. 1875. 8°. Separatabdr. Martui, B-, Die Geschiebe von Jever. 1875. 8°. MöHL, H., Die südwestlichen Ausläufer des Vogelgebirges. 8°. Separatabdr. — — Die Basalte der rauhen Alp. 1874. 8°. Sep.-Abdr. — — Die geogu OS tischen Bodenverhältnisse des Kreises (.'assel. Casael 1874. 8«. 980 MöHL, H., Die BaSftlte der prentsiicben OberluiiiU. Görliti 1874. 8°. Separ&tabdr. MtraROB, H., The Qoldfield» of Jeuo. ToUo 1875. 8'. Sep.- Abdrack. NoHMAN, J. M., AlldosiüsmoB. 8'. OüBOtir, G., Di alatni oggetti preittarici delle ecmeme di Vdo nel Veronete Padoca 1875. 8*. Orth, Alb., Die geogaostiech-agTODomische KtirtiroDg. Teil 8°, nebst Atlas in Pol. Berlin 1875. PsTTBBSSH, R., Om Koartaertident DanneUer (Geologitke Onder- loegdter i Tromsoe Amt III.). i". Oeologüke Undertotgeher in den Trovuoe Amt og tügrand- lende DeU o/ Nordlandt Amt IV. 8°. FosBFKT, Ueber Dislocationen im Prcibramer Erarevier. Wien 1874. 8°. TOM Rath, O., Dr. Fribdbioh HsssBHSBRO. Stuttgart 1874. 8°- Rbdtbb, f. , Obiervations mitiorologiqae» faxtet ä ZiHxemiourg. Vol. 2. Lwcembourg 1874. 8". Schmidt, Jdl-, Valcanstudieo auf Santorin 1866—74. Leipiig 1874. 8". SiXB, S. A. , Jaettegryder og Qamle strandlimer % faat klippf. Christama 1871. 8°. (Universitettprogram.) Spbtbr, O. , Die paläontologiachen Einschlösse der Trias in der Umgebung Falda's. 1875. 8°. Sep.-Abdr. doppelt. SpB2IA, G., Intomo ad un Caloifiro della tona deOs pietri venu. Torino 1875. 8'. Stachb, G. , Die projectirte Verbindung des algeriich - tone- eischen Gebietes mit den Mittelmeer. Wien 1875. 8°. i Stbobbl, f., Notizie preliminari su le balenoptere fottiU mibap- | pennine del mtieeo Pannente. Borna 1875. 8*. Stbueybr, G., SuUa Gattaidite. Borna 1875. 4°. SuBSS, Ed., Die Entstehung der Alpen. Wien 1875. 8*. Der Vulcan Veuda bei Padua. (Wiener Sitxnngsbericfate.) Wien 1875. 8". ~ — Die Erdbeben des aödlicben Italiens. Wien 1874. 4'- ToDLA, Fb., Eine Kohlenkalk . Fanna von den Baren tstnselD. Wien 1875. 8'. Separalabdr. United Statei Geotogical Survey. Mitceü. public. No. 3. ßtrd< of Ihe Northtoett, by EUiot-Cauet. Watkinglon 1874- 8'- 981 Warrbn, O. K. , ^n esfay conceming important phyiical fea- tures exUhited in ths volley 0/ the Minnesota river, Washington 1874. 8°. W1HCHBLL9 A., The dimate 0/ Michigan. — — Theisothemalsof thelakeregionin North America, WlO.i'^, — — Syüabus of a course of lectures 0/ geology Syracuse, 1875. 8\ Inauguration of Al. Wihchbll as chanceüor 0/ the Sy- racuse University, Syracuse 1875. 8*^. Religious Jdeas amony barbarous tribes, L Beport on the prögress of the State Oeological Survey. Lansing 1871. 8". The diagonal System in the physical features of Michigan. 1875. S\ Separatabdr. — — Notices and descriptions of fossils, from the MarshcUl Group of the Western States. Vol. XIII. 1870. 8". Michigan. Being Condensed populär Sketches of the topo- graphy dimate and geology of the State. 1873. 8". The unity of the physical world, I. Facts of co-exi' stence. II. Facts of succession. 1873. 8". Sep.-Abdr. The Marshall Ghoup: A memoir on its Geological posi tion. Philadelphia 1870. 8^ Is God cognizable by reason. New York 1862. 8*. C. Karten. Carte hydrologique du dipartement de Seine et Marne ^ executis par Dblbssb. Geologische Karte der Schweb, Blatt 9. Geologische Specialkarte von PreosscD and den ThoringiBcbe 1 Staaten. Lief. 7. Map of the Upper Oeyser basin on the upper Madison rive\ , Montana Terr. by GusT. Rbchlbb. Map of the lower Geyser basin est. Map of the sources of Snake river with its tribut. Montana and Wyoming territories. Preliminary map of central Colorado. 1873 — 74. Sveriges geologiska undersokning, No. 50 — 53. (Arsles, NyncL , Trosa^ Bjorksund.) DmckfcUerreneirtHiBB. FSr Bud XXTJI. „BklUTii" itkU BalUlsr. 983 I. Xaiiieiiregister. A. hinter den Titeln bedeutet Anfsats» B. briefliche Mittbeilung, P. Protokoll der mündlichen Verhandlangen. Seit« Axt. d'Acuubdi, Ueber Cordierit im Granit von Elba, über Korallen von Friaol nnd über Serpentine in Toacana. B 462 V. Ahmon, Bericht über die Excnrsion der GescUschafi in die baye- rischen Alpen. P 751 A. Baltze«! Geognostisch-chemische Mittheilangen über die neneaten Eruptionen auf Vnlcano nnd* die Prodncte derselben. A, . 36 — Ueber ▼nlcanische Aschen von Vulcano. P, 7*25 ^ Geateinsstock im Firnkessel des Roththaies. P 734 M. Bauba, üeber Kjcrulfin. P '230 ~ Ueber Tschermakit. P. 235. 260 — Ueber die Kryttallform des Speiskobalu. P 245 — Ueber Axendispersion. B 949 E. Bbyrich, Ueber Haoer's Geologie von Oesterreich. P, . . , 252 — Ueber die Parallelisirnng der Muschelkalk - Ablagerungen von Ampeizo nnd Becoaro. P. 470 " Ueber das tertiäre Alter der Bernstein - führenden Schicht su Nenstadt-Eberswalde. P. . . , 710 — Ueber Ammoniten in der vicentinischen Trias. P. .... 727 ~~ Ueber vordevonische Schichten im rheinischen Schiefergebirge. P. 732 — Ueber Cyrena aus dem Mergel bei Tentschenthal. P. . . . 958 Bornemann, Ueber Nöggerathien aus dem Bothliegenden. P. . . 738 — Ueber Ophinren nnd Asterien aus dem Lias. P. 741 Bköggkr u Rbosch, Vorkommen des Apatit in Norwegen. A. , . 676 H. Crednbii , Die granitischen Günge des sächsischen Granulit* gebirges. A 104 — Ueber die südliche Küste des Dilnvialmeeres in Sachsen. P. . 729 ^- Dambs, Ueber Eophyton. P. . , 244 ^ Ueber Certui megacerot von Rixdorf. P. «^ 481 Ueber zwei neue Echinidengattungen OocUpeus n. //artonta. P. 720 V- Dbcben, Ueber den Qnariit von Greifenstein. P. 730 *-* Ueber Quarzit bei Greifenstein im Kreise Wetzlar. A, , , . 762 •84 Dis Cloizeadi, U«ber Aaorthit and BoMftüt tos Bamle, aber Ui- krokiin , ab«c Axendiipamon und ober autrabscben Her- ■chdiL B. tu Dm Cloizciux, U«ber Hikroklin. B Ki DüLT», Deber die Fodib-IhmIii. P. 'f — Daber du MoDtonUQebirg«. P. ')'' V. DilciM, Condtjlien Ton Iithmiu tod Korintb. P 9t« O. F«i>T««KtBL, Deber d«« Vorkomtaan tob Nijgtrallüa f^ien Site, in dem Sleinkohlcngcbirg« tihi ObcrtchlMiaii and 6ber di« Wicbligkeit deuelben fDr eine PvaUeliiimiig diewr Sebicb- ten mit denen von Böhmen, A ^ — Ueber di« toq Stoiicie« in dar Kvakornm-Kette getammelWa Veriteine rangen, B SU L. r. Fellenihg , Aoaljie iweier Forpb;re «n« dem Haroggii- lannel im Teuin. A itl F. Fouop£, Leneit io «merikaniBchen Oeiteineo. B tti — Anortbit und Sablimationfpradncte in den UMrea Lkren tdd Santorin, B. 4» T. Fbiticb, üeber du Vorkommen tod Cgrtna zn TenUchenüuL P. lU — Zersetinag tod Qeiteinen in einem Krater asf TcneritE». P. 'i' — Oliedernng de« Dilnniuu bei Balle. P. '^ — Qnamwilling von Kimpoun in Japan. P. '1>^ H. B. QäppEKT, Schniben an die QeieU«cbaft. P. fil QoTtciK, Uefaer ein TeitiirgeKhlebe ron Eimebfittel bei Hanbarg. B. 'if Oiory, Heber die Eluticitlt regnlirer ErfauUe. P. '*" OUniKL, Deber Gyroparella Ton Becoaro. P, '-' — Ueber Foiphjroide. F "ij H*Li>A>, Ueber die DeTonecbiebten im oordwettlicheo Obertaii, P. M — Ueber metamoipUtche Deion- and Calmichichtai) im nordwett' lieben Oberhan, P. i'^j — Ueber KieielicblefeT von Bobraker HalL P. 'H H«ucu«coiNi, VoH B*T[i'i Erinnernngeuhrifi an EasaiKBiic. P. . ^' V. HiUBR, FoBiller Steinbock in Croatien. P. '-< F. HiLGiHDOiF, Ueber Planorii$ toq Steinheim, fi ii* B. Hokunis, Ein Beitrag znr Qliedernng de* ötteneichiicheD Neogen- ablagernngen. A t^l K, Hori>e-8iTi.Bn, Ueber die Bildung von Dolomit. A ''•'' B. Kamowiii, Bother Qneiu und Ralkaleiu im Wiliecbthal im Erzgebirge. A 6» B. Eathi. Ueber primordiale und nnteniinriiche Venteinemogea am 8äd-Amarik». P. fr — Ueber Oomatittt. P. i» — Ueber die BiLLinGs'iche Gattung PotMa/iti and ihre VerbTMitnOig in palioioiichen Ablagerungen, A ~' — Ueber «eine Kartenaofnahmen im Haia. P. ^''' — Ueber ein geglittete» TraehjlitQck tob Vulcano. P. . . . . ^' 966 Seite Klcttb, Ueber Anatas and Brookit tod Wolfthaa bei Schmiadeberg in Scbleasen. A 442 SocH , Scbiefer - Porphyroide im Sieger Lande and onterhalb St. Goar. P. 735 — Geglätteter Qaars von Naarod. P. 748 r. KoBNSN, Mnscbelkalk und Keaper bei Falda. B 705 Ueber Tncmodon Ewaldi von Lauterbacb. P 742 Kosh Aiiti, Die ünteraaebungen von Das Clouiaux Aber die optiscben Eigenschaften der trikUnen Feldapäthe. P. 259 — Ueber nordiscbe Dilavialgeschiebe Ton Nenhaos bei Oreiffen- hagen in Pommern. P 481 — Asche von Valcano. P, 727 — DUoTi algeschiebe von Dragebosch bei Kreus. P 963 0. Lang, Ueber die Absonderung des Kalksteins von Eiliehaasen bei Göitingen. A 842 Lasar D, Ueber Bernstein von Bacbwald. P. 251 ~ Ueber pliocaoe Fossilien in einer Moräne bei Bernate. P. . 470 V. Lasaolx, Schieferporpbyre in den Ardennen. P. 735 La«pbtrbs, Ueber die Krystallfonn des Antimons. A 574 — Ueber einen Zapfen vom Steinbock aus dem Starnberger See. P. 724 — Arragonit im Melaphyr von Idar. P .741 — Ueber eine Verbindung von Nickel nnd Schwefel. P. . . . 742 Laube, Ueber fossile Sängethierreste im dilnvjalen Löas von Aussig. P. 724 — Ueber Gletscher in Grönland. P. 734 Lkhhann, Cordieritgnjsiss von Lonvenau. P. 728 — Ueber vulcanische Qnarae. P. 735 Liebe, Ueber die Tentacnlitenschichten in Thüringen. P. . • . . 748 H. LoRETz, Petrefacten der alpinen Trias aus den Südalpen. P. . 748 K. A. LossBN, Ueber Trümer in den Porpbyroiden des Harzes. P. 255 — Ueber die Auffindung von Qraptolithen und Granitapophysen im Nordrand des Harxes. B 448 — Ueber Lothablcnkungen im Hara. P 471 — Ueber die Gliederung des Diluviums bei Berlin. P 490 ~- Ueber Porphyroide des Harzes. P. 967 N. St. Maskcltnb, Ueber einen nngewöbnlich grossen Kalkspath- krystall aus Island. B 464 Metr, Ueber die Bildung von Lnatrasteinen auf dem Meeresboden der Hamburger Hallig. P 471 M. Neumayr, Ueber Süsswasserablagerungen Westslavoniens. P. . 724 ^ Die Ammoniten der Kreide und die Systematik der Ammoni- tiden. il. . . 854 Pfafp, Ueber Firn und Gletscher. P 733 Platz, Ueber die Kartenaufnahmen in Baden. P. 747 PosKPNv, Ueber die Tektonik der Tanern. P 739 — Ueber Erzlagerstätten. P. 739 RAMHELssenG, Ueber die Identität von Batrachit und Monticellit. P. 470 Zejts. d. D.geol. <;es. XXVIL 4 . 64 986 St' 11 G. VOM RArn, Beitrilge zur Fetrographie. A '2% ReiRscH, üeber Geiteinsstäcke aas dem Beichsfont swiacben Nfirn- berg und Srlaogen. P. ^>^ W. Reiss, Bericht aber eine Reise nach dem Qnilotoa and dem Cerro bermoso in den ecaadorischen Cordilleren. A T\ Rkhblis, Ueber fossile Sftagetbierknochen im Ldsi des Annaberget in Oberscblesien. P • ^^ — Ueber DilaTialvorkommnisse bei Heegermfihle. P* . . 46t. Tili — Ueber eine dilaviale Bernstein - f&hrende Schiebe und über Sftttgethierreste bei Nenstadt-Ebertwalde. P. "lt< Reusch, siehe Brüggkr. RicuTKR, Ans dem Thftringischen Schiefergebirge. A, . . ... '261 — Ueber Silar aod Devon In Thüringen. P '^^ V. RiCHTiiorBN, Ueber Stoliczia's Forschangen in Ost-Tnrkestan. P. •)< F. RosMKB, Ueber die Etsenerslagerst&tten von El Pedroso in der Provins Sevilla. A <^ -- Ueber C. E. r. Babs*s Bot FaiUun ans dem DilaTtnm n Danzig. A ^^ — Ueber ein cenomanes Dilnvialgeschlebe von Dansig. B, . . '^^ — Ueber den Qaarzit von Greifenstein. P T3. J. Roth, Ueber die nene Theorie des Valcanismns des Berm R. Mallrt. A ^ A. Sadsbbck, Ueber die Krystallotektonik des regol&ren Sjstcms. ?. i*^ — Ueber Zwillingsstreifen beim Eisenglanz nnd Titaneisen. F. . 21 F. Sandbksgsr, Ueber Planorhis von Steinheim. B. ^^ E. ScKMiOT, Ueber das Dilovinm im östlichen Thüringen. P, . . 'o^ — Eis ans der Saale bei Jena. P *3' F. Schmidt, Süsswasserfossilien von Omsk. B, ^1 — Ueber die Sedimont&rformation in Ost-Sibirien P. .... "'^i J. ScHBiDT, Ueber die Ernptionen anf Santorin 1S66 bis 187-i. P. *'l — Ueber seine Mondkarte. P '^1 M. Scholz, Ueber Jora bei Grimmen. B ^i V. Sbebach, Fossiler Steinbock von Gervais. F. '•' G. Sbgcenza, Ueber Bimsteintoffe an der Nordkfiste Sicilieas. B. , Hil Spbybr, Conchylien vom Isthmns von Korinth. P ^1 SrBLZNER, Braunkohle von Wendlsch-Basslits bei Kamena in Sach- sen. P. ^ Stuhr, Ueber die Geologie der argentinischen Republik. F. • . . M Stöhr, Ueber die sicilische Schwefelformation. F. 'i Streng. Schieferporphyre aus dem östlichen Taunus. F *J — Desmin von Auerbach, Magnetkies von Adreasberg, Kupfer vom Oberen See. F. 'I C. SrRDCKHAfi!«, Ueber die Schichten folge des oberen Jura bei Ahleo unweit Hannover und über das Vorkommen der Bs^gyra virgula im oberen Korallen - Oolith des weissen Jura da- selbst. A 9S7 Seite B. Stodbr, Die Porphyre dei Laganeraee's. A 418 ToRRLL, Ueber das norddeoUcbe Dilavinm. P 961 H. TiiAursCHOLD , Keiie nach dem Ural. B. . . , ' '03 M. V. TüiBOLBT, Geologie der Mofgenbergbornkette und der angren« senden Flysch- and Oyptregion am Thnner See. A, , . . 1 — Ueber die Geologie def Bern er Oberlandee. B 446 B. Wiiss, Ueber daa gegettseftige Kiveaa verhalten in den eog. Daophin^r Zwillingen des Qnanee. F,,' 476 — Ueber Betberien im Bnntsandetein Ton Dfirrenberg in Sach- ten. P 710 A WiCHVAHN , Ueber mikroskopische Untersnchnogen am Granat and Kolophonit. P 749 F. ZiRKBi^ Leaeit in amerikanischen Gesteinen. P, 269 64 i II. Sachregister. Abtondernng des Ealksieiaa Sii AeantboceTM 929 ActlnotoDgls 833 AegoceratidBB 904 Ahlem bei Hannorer ... 3U AkeUnd 670 Albit in granitigcben Gtn- geo 120 1-27. 149. 156. Iti4. 179 Amaltheiu S84 AmMonenitein 938 Amblfgoiiit .... 176. 187 Amnioniten Id Ticentin. Triu ?'27 — im ladalpinen Mntchel- k»lk 793 — in dar Kreide . . . . %4 — S;«temMik 834 Ammoniteg Bklalonieain . . 794 — binodosn« 793 — Ottoiii» 793 — Prngieiui* 79(j — rogifer 797 — Taramellii 794 — no», «p 793 AmarpbofDDgia 833 Anatac 442 Ancj)oc«ras »16 Andalniit 173 AndeagMleine 393 AndciiD 304. 306. ili. 313. 317. 326 Andefit 304. 307. 313 322. 325. 326 Annaberg 479 Anortbit . . 377. 379. 392. 455 Antimon 574 Antiiana 296 Apatit . 174. 187. 206. 646. 673 Areeitiilae ArieüU* Arrngonil Aabeit- Speckstein . . . Asche TOD Vnlcaoo 50. 411. :» AspMiolith Aspbalt AspidocerM AstTocMDia Augit . W; im Diabas Tom Uottioni 361. *«■ AngitschiefeT I^> AagitijrcDii, — Tom UontODi . ...■><' — ans den Pjrenien . . ^' AHcala »» MÖ AxendispenioD ^>'' Axinit ^ . . . 91Ü Bacnlina - . BageruTDeie . Bstracbil Bernstein . - , . . . Bim«teintaff fD Bicjllen Björdammen .... Borefcare von Volcuio Bos Fallasii .... Brannkoblenholi . Brannspatb .... Brookit Bnnter Sandstein, — in den Vogesen . — im Sebwanwald . 989 Seile Bnnter Sandstein, - in Sachsen 710 - in den Södalpen ... 785 Cassianella 817 Ccratiten Ton Olenek . . . 715 Ceratites in alpinem Mnschel kalk 786 Cerro hermoso 374 Cervas megaceros .... 481 Ceylanit 381 Chabasit .368 Chemnitzia. . 809. 813. 834. 838 Chlorit 534. 547 Chlorophyllit t06 Choristoceras 890 Cidaris 809. 824 CladophyUia 8-28 Cocbloceraa 690 Colospongia 833 Conejos 3-26 Contactmetamorphose . . . 483 Contactmineralien . . 373 Cotbula 815 Cordierit von Elba. . . . 463 ^rdieritgneiss ron Lnnzenao 104. 738 Cosmoceras 916 Criocoras 935 Cjpridinenachiefer T ... 470 Cyrena .... 353. 444. 958 Dacit 3ü3 Daonella badiotica .... 805 - Lommeli 807 - Bichthofeni 818 - Taramellii 806 - tyrolensis ..... 805 Dentalium 815 Desmin 735 l>cvon, -~ im Har« 465 - in Ost-Sibirien-. ... 715 Diabas vom Monzoni . . . 357 Diallag 371 Dicranograptus 366 Didjmites 880 Seite DiluTtam bei Berlin ... 490 — QHedernng dsselben . . 493 DilnTinm bei Nenstadt^Ebers- walde .... 481. 710 — bei Kreoi 963 — bei Halle 739 -^ SUdgrense desselben in Sachsen und Böhmen . 739 — in Thüringen .... 730 — in Sibirien 719 Discina 365 Disloeationsmetamorphismns . 970 Dolomit in den Vogescn . . 86 — -Bildung 495 Dmsbergsschichten in der Morgenberghomkette 33 Dnrchwachsnngstrflmer . . 969 Bisenerslagerstatten Ton El Pedroso 63 Bisenglans, — von El Pedroso ... 67 — Yon Beresowsk. . . . 343 Eisensteinbildnng in der Mor- genberghomkette ... 33 Eklogit .... 303. 539. 540 Blastidt&t d. regnl. KrystaUe 74Q Elbingeroder Oranwacke . . 450 Elephas primigenins . . . 481 El Pedroso 63 Encrinos 809. 834 Enden 673 Enstatit 455. 683 Entrochos 805 BLtstehung, — der Granitgänge ... 151 — der Turmalingranitgänge 193 — der Pegmatitg^nge . . 178 — der granttischen Ansschei- dungen im Angitschiefer 300 Eophyton 344 Epeudea 833 Epidot . . . 305. 307. 368. 377 Epitheles 833 Eruptionen, — auf Vnlcano .... 36 — auf Santorin .... 353 Entimgar 739 BnnarkU 676 ETiD(Mpoagi& 839 Excnnion jd die bajeriMben Alpen 7ÜI Exogjra (irgnlk 30 Exogmili* 8-26 FMuit 372 — ptend nach Monüeellit . 390 Faliitpath . . . bii. 913. 547 Tm 7J3. 734 Flora, foatile, tos Indien . 915 FltiMigkeiiseiDichlBwe im Qoar. 170 Flaidaltirocuir 327 Fl;icb am Thniier See . . 6 Oabbro . . 369. 618. 657. 660 Oftnge, granitiecbe, in Sacbaen .... 101 im CordisrilpieiM . 104 — — iro OruiDlit . , . l'iS in AugitacUefer . . 194 QaiiganBlenkuDgen .... |J6 Gangdraien 140 QangtrUmer Qaalt in der Morgenberg bora- kette Oerriltia 768. Oeacbiebe — cenomane Olelaeber ... 733. 734. Oneiu von El Fedroio . . — rotber im Wiliichtbal OoId«AKben Ooniatii«! Granat liS. 'Xl. -iOß. 368. 539. 34tt. 54-J. Oranitader in Serpentin 543 Granits popbjiB im Hari . . Oranlig^nge in SacbKD . . Oranitit Grannlilgebirge in Sachien . Graplolithen im Han . . . GrapiolitheDacbicfer in Thü- 96» Gn^«a Plehincba ... J Gjpa TOD Vnlcano .... Gjpereglon ane TbanarM« . Gfroporclla '■ Haematit ron El FadnMO . Halbgranit 1 Hanite) * Haplocera« S Barpocerai i Han|>(kieaeUcbierBr im Baia. i Haapt-Qnarait daaelbet . . > Bavredal > HeertnmFr Schichten am Mönkeherg Hemicardinm dolomitiean . i Hetarocera« ' Hiiaen < HdopeUa 76». I Hoplitu ! Borablende AU. — im Diabai tod Uomooi 361. — im Serpentin .... — in EUi^t — auf ApalJtgängeD . . . Hornblendetcbiefer .... Uongen Imalmileine Jnra, bei Abbm .... — bei ScbOnwalde . . . ~ am Olenek Kaliglin 106. 1dl. 1:19. iJPl 171. i^; — an« Ottbokltt eDiUaml«> HS. lU' Kalk, — am HonioDi .... jrj — bei Fredauo .... o^~ — im WiliM^tbal. . . . Uli !■» -AH KiTUDKDfnBhiDaQ in Baden . 747 Kenper 706. 738 Kiesdkdk in der Morgen- barghornkeltfl .... ii Kiminertdge - Schichtco bei Ahlem 3J KjerntSn -JJO. 670 KolophODit 751 Krigore 661 Kramentelkalk 466 Kraler auf Vnicano ... 41 Kiyitallotckloaik .... ■t*'i Kipfer 723 Kopfergraben tob Kftrgala . 703 Labrador, - io AndeaiMu .3«. 331. 3i4 - in Lara toD Palma . . 333 - im Disbaf Ton Honioni 360 - im Oabbro von Monionl 370 - im Batalt von Tann- bergathftl 407 - im Oabbro Ton Oede- ^rden 648 Linglaogchi iii Lmra To» Palma .... 331 LiTakraiM ton Valcano . . 45 Lcila complanata .... 619 Uiofnngia 'ai3 Lepidoliih 186 LtDcit ...... -J5ft. 444 Lima 798. 819 Llparit TOD Volcftüo ... 48 UbiMi 881 L3m 479 Loftbni 663 Lolhableaknngen im Hara , 471 LogaatreBe 417 Ljioccntidse 891 Uagoeiiagliir 105. 139. 173. 198 Uagneteiaenalein von £1 P«< droM 66 Magaaikiea 735 UimmathreMe 41) Mwgaoit 7lM Harroggiatnnoel 433 Hediterranitnfe . . 636. 639 Megaladon . 815. 835. 837 838 MalaphTT 397 Hiaicit 705 Uikroklin 456. »55 Uodioia 816 Mojando 30-2 HonodoDM 814 Honograptni 367 Uonoti* 817 HontieelUt 379 HoDtliTanllia 835 UoQioni 343. 743 Honionit 348 Morgenbargbornkone ... t HDKhelkalk io den BUdajpen 78b Hjadtca 799 MjrocoDcba 816 H^ophoiia . . . .788. 818; 638 Natiea 813. 638 Naniilaa AmpetMou . . . 609 Neocom in der Horgcnberg- bornkette 31 - in Oit-Turkeiun ... 341 - in OctMrreieb .... 631 Neriiopiii 814 MeMaiTsg 671 Nöggerftihja folioia .... 70 NöggerathianhSlHr .... 738 NncD] 819 NammalitentHlduDg un Thn- Obsidian 300 Oede(je1d 670 Oedegarden .... 647. 663 Oodc^rdikjern 653 Oeaterholi 670 Oe»re KjÖrreittd .... 667 OIoMUphaani 933 OUgoklai, — in granitiicben Q&ogen. 137 181. 198. 19» — in Audeeilen . . 301. 338 Tridjinic . . Tridjmiuicfae v I VbIcbdo . 57 411. 735 Trigonodoi iDperior Triklina Peldapitha ... 059 TropiiiatH B88 Trainer 35ü TKbermakit .... '236. «Ü TnngoraBQtt 313 Turbo EpaphoidM .... 814 — gregirin» 787 — loHUriiu 633 TnTmklin, — in granitueban Qlugeo . 109 1-29. 140. 171 1»2. 1B6. 188 — im Diabu Ton Monaoni 3ti7 Tormatingranil . . . 130. 180 Tnirilit« 899 üebantBnnngan 3 Dnio 444 Dralit 363-367 ViJMen W*> Valaberg b6t Valle W* Vcrmeotpongia Sil Verwarf nngan lA Vettre KjSrrtatail . . , . b67 Vogeaen-CoDglooMral ... Mi Toluien. Beb lebten . . . . Sj Vnlcano 3t Valcane in ThlBa-afaan . . ii\ Vnlcanittnni 550 Wagnerit iil Wieder Scbiefar i6tl Wiiaenbacher Scbiehr . . TJ^ Wolfghan iii Zeraelanng Ton Oaalrinan . 72* Zirkon 306. 368 ;1:t ZorgcT Scbiefer 46u 560i\ V md \ Seen^ -iTlB 4^ ^Uöd ^^«Öfeni •"'^vj^RsrfV L an der 1 •4 c4 .. VrrlaBfclirSAvykatnmiti*,dmi,^^raoi- , Jbhmy der ßihiryi: . tc„° ZeitscnrdDeutschgeol Qes 187& 9 1 üfuliih aicl.üa WS Serpentia von resmeda.Honzotn.psendomorphnarH Honticelb' I F,g.J. ■^■m^t^^-j^sss^-^^si^ a' ^ a. Fig. /♦. V ^ '"■ff \ i Fig /&. ~^^^^<^' Fig-n- Zei Taf. X I f >K oü Fiq. fS. Fig. i6. Irüf. iy. Ofx ^ Lith.vunLcui LJ 'p ,f-h'^"' Fi(|.lj. Profil Aondfii (n)ii<)rn Rpi|tiribilirinut. iri/ifOL tlunkifBtiiiMrro außthm.tind allt van an« 7,mif i/^UHaatdahbtit um/jthm . ^f^m, m Zwtsilir .d IratsdiXjieol Des. 18?5. laf.XXm 4 SSW I Zeitsrhr. d Deutsch, (^eo! Ges '^■'■■' Fi» 1. I I I . « .* i = r- *•• ^ ■ 4 » \ *